Paperback: ISBN 978-3-95933-410-5, Bestellnummer 372410
E-Book: ISBN 978-3-95933-411-2, Bestellnummer 372411
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Kapitel 5
EINLEITUNG
Jeder freut sich über berufl ichen Aufstieg. Doch für viele scheint dieser Aufstieg ein schwer erreichbares Ziel zu sein. Woran liegt das? Was führt dazu, dass manche Arbeitnehmer eher befördert werden als andere? Was veranlasst einen Chef, bestimmte Mitarbeiter zu bevorzugen? Gibt es eine »magische Formel« für den Aufstieg? Kann eine Beförderung garantiert werden?
Ich glaube, das kann es.
Manche Menschen denken, dass nur diejenigen befördert würden, die über eine entsprechende Ausbildung und genügend Charisma verfügten. Andere wiederum meinen, dass besondere Beziehungen oder freundschaft liche Kontakte ins Management entscheidend für eine Beförderung seien. Doch die Bibel sagt etwas ganz anderes:
Denn weder von Osten noch von Westen, auch nicht von der Wüste her kommt Erhöhung; sondern Gott ist der Richter; den einen erniedrigt, den anderen erhöht er. — Psalm 75,7–8
Beförderung kommt von Gott. Sie ist keine willkürliche Sache. Sie kommt nicht von Osten oder Westen wie der Wind. Sie ist nicht zufällig. Gott ist es, der befördert. Doch wusstest du, dass er nicht derjenige ist, der bestimmt, ob du befördert wirst oder nicht?
Vielleicht denkst du jetzt: Warte, Andrew, du hast dir gerade selbst widersprochen. Zuerst hast du gesagt, dass die Beförderung von Gott kommt, dann jedoch hast du gesagt, dass er nicht bestimmt, ob ich befördert werde.
Beide Aussagen sind zutreffend. Gott ist nicht derjenige, der bestimmt, ob wir eine Beförderung erhalten oder nicht. Gott hat jeden von uns für den Erfolg geschaffen. Er macht nicht »souverän« einige Menschen zu Anführern und andere zu Mitläufern. Er hat große Pläne für einen jeden von uns (Jer 29,11), doch wir haben die freie Wahl (5Mo 30,19).
Manche Menschen glauben, dass sie als »Blindgänger« geboren wurden. Vielleicht denkst auch du so. Vielleicht hast du das Gefühl, nicht die Talente und Fähigkeiten zu besitzen, die für eine Beförderung und für Erfolg nötig sind. Auch wenn du in der Vergangenheit Misserfolge erlebt hast, sage ich dir kraft der Autorität von Gottes Wort, dass du für mehr geschaffen bist!
Gott produziert keinen Ausschuss (Ps 139,14). Er hat dich zu Großem geschaffen. Wenn du in einem Unternehmen arbeitest, möchte Gott, dass du dort der beste Mitarbeiter bist. Wenn du Landwirt bist, wird Gott dir Weisheit geben, damit du bessere Ernteerträge mit höherem Profit erzielst. Wenn Gott dich dazu berufen hat, Mutter zu sein, dann sei mit ganzem Herzen dabei. Zeige der Welt den Segen eines gottgefälligen Erbes (Eph 6,7). In welchem Bereich du auch tätig bist, Gott hat dich dazu geschaffen, erfolgreich zu sein (5Mo 28,13).
Manche Leute bezeichnen dies als »amerikanisches Evangelium«, dabei ist es einfach das eine wahre Evangelium. Ich habe diese Botschaft in entlegenen Gebieten Afrikas gepredigt und konnte ihre positive Wirkung beobachten. Wohlstand und Aufstieg sind für jeden wiedergeborenen Gläubigen möglich, und zwar im Verhältnis zu dem, wozu Gott einen jeden Einzelnen berufen hat.
Wir müssen uns von der Denkweise verabschieden, dass wir nicht erfolgreich sein können. Es spielt keine Rolle, wie viel Geld wir verdienen oder wo wir leben. Es kommt nicht darauf an, wer
unsere Eltern sind oder welche Hautfarbe wir haben. Es ist unwichtig, inwiefern wir in der Vergangenheit gescheitert sind oder welche Talente oder Qualifi kationen uns vermeintlich fehlen. Wir alle haben das Potential zu Großem – und sei es nur, weil der Geist Christi in uns wohnt (Röm 8,9–11). Doch Potential allein reicht nicht aus. Ich hörte einmal einen Mann sagen, dass der Ort mit der größten Menge an Potential ein Friedhof sei. Damit hat er recht. Friedhöfe sind voll von Menschen, die ihr Potential nie voll ausgeschöpft und es mit ins Grab genommen haben. Potential allein garantiert noch keine Beförderung; wir müssen das fehlende Element entdecken.
Der Schlüssel zur Beförderung
Wir müssen nicht unbedingt die »Schule der harten Schläge« besuchen, um Weisheit zu erlangen und Erfolg zu haben. Zahlreiche Bibelstellen lehren uns, wie wir hier auf Erden gut leben können. In 1. Korinther 10,11 wird uns zum Beispiel erklärt, dass die Lebensgeschichten der Heiligen des Alten Testaments als Beispiel für uns aufgezeichnet wurden. Wenn wir uns die Zeit nehmen, aus ihren Lebenserfahrungen zu lernen – sowohl aus den guten als auch aus den schlechten –, können wir einiges von dem Schmerz vermeiden, der beim Lernen nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum entsteht.
Im Buch Daniel sehen wir, dass Daniel und seine drei hebräischen Freunde inmitten einer bösen, gottlosen Gesellschaft den Aufstieg schafften. Obwohl sie Gefangene aus Israel waren, die in Babylon als unterste Gesellschaft sschicht galten, gewannen sie bei vier Königen in zwei verschiedenen Weltreichen an Ansehen und Einfluss und wurden zu vertrauenswürdigen Beratern und Herrschern. Wie war das möglich? Wie konnten diese vier Männer in so unterschiedlichen Verhältnissen derart viel Gunst erfahren?
Die Antwort fi ndet sich in Daniel 6:
Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen.
— Daniel 6,4 eü
Wie seine drei Freunde wurde auch Daniel befördert, weil er einen »vortreffl ichen Geist« besaß. Diesem Ausdruck liegt ein aramäisches Wort zugrunde, das nur im Buch Daniel vorkommt, doch das Konzept dahinter fi ndet sich in der gesamten Bibel. (Übrigens bezieht sich das Wort »Geist« an dieser Stelle nicht auf einen Teil des Körpers, wie Geist, Seele und Körper, sondern auf eine bestimmte Geisteshaltung – in dem Fall das Streben nach Exzellenz). Auch wenn sich die Wortwahl an verschiedenen Stellen unterscheidet, sprach Jesus oft von der Bedeutung eines vortrefflichen Geistes, so auch in Lukas 16,10: »Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.«
In einem anderen Fall veranschaulichte Jesus dieses Konzept anhand eines Gleichnisses. In Vorbereitung auf eine Reise vertraute ein Gutsherr einen Teil seines Vermögens drei Dienern an, wobei er deren Kompetenzen berücksichtigte. Während ihr Dienstherr abwesend war, verwalteten diese Bediensteten sein Vermögen. Zwei der Diener verdoppelten die Investition ihres Herrn, doch der dritte vergrub das ihm anvertraute Geld (Mt 25,14–18). Als der Herr zurückkehrte, forderte er seine Diener auf, Rechenschaft darüber abzulegen, was sie mit seinem Geld gemacht hatten. Die beiden Diener, die einen Gewinn erwirtschaftet hatten, wurden von ihrem Herrn belohnt und befördert: »Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn!« (Mt 25,21 und Mt 25,23). Doch der faule Diener wurde hinausgeworfen:
Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Dann hättest
Der Schlüssel zur Beförderung 11
du mein Geld den Wechslern bringen sollen, so hätte ich bei meinem Kommen das Meine mit Zinsen zurückerhalten.
Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluss hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat. Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein. — Matthäus 25,26–30
Viele Leute lesen diese Geschichte und fi nden, dass dieser Mann seine Diener hart oder ungerecht behandelt habe. Sie vergessen dabei jedoch, dass das Geld, das jeder dieser Diener hatte, eigentlich ihrem Herrn gehörte. Ihr Dienstherr hatte also das Recht, damit zu tun, was er wollte. Er entschied sich, jedem Diener einen Teil seines Geldes zu geben, mit der Maßgabe, dass sie damit handeln sollten, bis er wieder zurück wäre (Lk 19,13).
Dieser Mann war nicht ungerecht; er kannte die Fähigkeiten seiner Diener und vertraute ihnen sein Geld dementsprechend an. Ich bin sicher, dass er auch die Möglichkeit eines gewissen Verlustes in Betracht zog. Als er jedoch zurückkehrte und seine Diener aufforderte, ihm Rechenschaft abzulegen, verärgerte ihn etwas an der Reaktion des faulen Dieners. Sein Zorn kann sich nicht auf den physischen Verlust von Geld bezogen haben, denn der Diener hatte ja nichts verloren. Der Zorn seines Dienstherrn muss sich an etwas Immateriellem entzündet haben; ich glaube, es war die Einstellung des Dieners. In diesem Gleichnis war es die Einstellung des Dieners, die dazu führte, dass er entlassen wurde. Die innere Einstellung ist wichtig. Sie kann dazu führen, dass man gefeuert oder auch befördert wird. Werfen wir einen Blick ins erste Buch Mose, um zu sehen, wie Josefs Einstellung zu seiner Beförderung führte.
Josefs Leben fi ng gut an. Er war der Lieblingssohn seines Vaters und genoss Privilegien, auf die seine Brüder neidisch waren. Sie hassten Josef und verkauften ihn schließlich in die Sklaverei nach Ägypten. Doch inmitten dieser grauenvollen Umstände bewahrte sich Josef eine mustergültige Haltung. Er beklagte sich nicht und schmollte auch nicht. Er diente seinem Herrn einfach mit einer guten Einstellung, als diene er Gott selbst. Schon bald übertrug ihm sein Herr die Verantwortung für den gesamten Haushalt. Obwohl Josef von der Frau seines Herrn schließlich verleumdet und ins Gefängnis gebracht wurde, verhalf ihm seine gute Einstellung auch dort zum Aufstieg. Schließlich wurde der Pharao auf Josef aufmerksam und beförderte ihn zum zweiten Oberbefehlshaber der mächtigsten Nation der Welt. Alle seine Beförderungen kamen zustande, weil Josef einen vortreffl ichen Geist hatte (1Mo 37–45).
Wir sehen diese nach Exzellenz strebende Geisteshaltung auch bei Mose, David und anderen Patriarchen des Alten Testaments. Ihr Glaube an Gott ließ sie Größeres erwarten, und weil sie alle eine Haltung der Treue hatten und eben diesen Geist der Exzellenz, wurde auch jeder von ihnen befördert.
Traurigerweise erwarten sich viele Christen heute nichts mehr von Gott. Sie schießen ins Leere und treffen jedes Mal! Glaubenshelden wie Daniel, Josef, Mose und David waren da anders. Wenn wir die gleichen Ergebnisse wollen, die sie hatten, müssen wir anfangen, die Dinge zu tun, die sie taten. Wir müssen anfangen, etwas ins Visier zu nehmen.
David traute seinem Gott Großes zu. Während sich alle seine Brüder vor Goliat wegduckten, blickte er über seinen natürlichen Status hinaus – als jüngster Sohn Isais aus der kleinsten Stadt in Juda – und konzentrierte sich auf seinen Bund mit Gott. Selbst als alle an Davids Fähigkeit, Goliat besiegen zu können, zweifelten und auf dessen überlegene Größe und Erfahrung verwiesen,
behielt David sein Vertrauen in Gott. In 1. Samuel 30,6 steht, David »stärkte sich in dem Herrn«. Er dachte daran, wie er die Schafe seines Vaters am Rande der Wüste bisher gehütet hatte. Er rief sich ins Gedächtnis, dass er von einem Löwen und von einem Bären angegriffen worden war und beide jeweils erschlagen hatte. Er erinnerte sich an Gottes Treue in jenen Situationen und sagte: »Dieser Philister, dieser Unbeschnittene, soll wie einer von jenen sein« (1Sam 17,36–37).
Von seinem Vater war David in die Berge geschickt worden, um dort die Schafe zu hüten. Vielleicht trug er David sogar auf, bedrohliche Tiere abzuwehren. Doch niemand, auch nicht sein Vater, hätte David Vorwürfe gemacht, wenn er eines der Lämmer an einen Löwen oder Bären verloren hätte. Sein Vater hätte nicht gewollt, dass David sein Leben riskiert, um die Schafe zu beschützen. Kein Vater würde das wollen. Doch David hatte einen vortreffl ichen Geist. Er war auch in den kleinen Dingen treu –selbst wenn niemand zusah. Und diese vergleichsweise kleinen Siege gaben ihm die Zuversicht, die er brauchte, um gegen Goliat anzutreten.
Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Jamie und ich in den Dienst berufen wurden und ich meinen bisherigen Job kündigte. Während der ersten sechs Jahre war ich Pastor in drei kleinen Gemeinden in Texas und in Colorado. Die erste hatte maximal zwölf Besucher, die zweite vielleicht fünfzig, und die dritte hatte im Schnitt hundert Besucher jeden Sonntag (in einem Ort mit 144 Einwohnern, immerhin). Doch meine Vision war viel größer als das. Ich sah mich selbst im Dienst an Menschen in der ganzen Welt. Was ich in meinem Herzen sah und was tatsächlich geschah, unterschied sich so sehr voneinander, dass ich in einem ständigen Zustand des Konflikts und der Anspannung herumlief. Doch ich
Ich habe andere Menschen in ähnlichen Situationen erlebt, die Millionen von Menschen dienen wollten. Sie sagten: »Übertragt mir die Verantwortung. Ich werde treu sein. Gebt mir eine Gemeinde mit tausend Mitgliedern; ich werde ein großartiger Pastor sein.« Und doch waren sie nicht einmal bereit, sich voll und ganz in eine Sonntagsschulklasse oder eine Bibelstudiengruppe einzubringen. So funktioniert das nicht. Erinnere dich, was Jesus gesagt hat: Nur wer im Geringsten treu ist, wird auch im Großen treu sein (Lk 16,10).
Obwohl die Versuchung, weniger als mein Bestes zu geben, groß war, so wusste ich doch, dass Gott mich dazu aufrief, treu zu sein. Also predigte ich vor fünf Menschen, als seien es 5000. In jeder dieser Gemeinden gab ich mein allerbestes. Ich glaube wirklich, dass diese Einstellung zur Festigung eines vortreffl ichen Geistes in mir führte und es Gott ermöglichte, mich dorthin zu befördern, wo ich heute bin.
Die Vorzüge einer Beförderung wünschen sich alle. Sie freuen sich über die Anerkennung und den Einfluss, die damit verbunden sind. Doch wie viele sind bereit, das zu tun, was Josef, David, Daniel und dessen drei hebräische Freunde taten? Wie viele sind bereit, treu zu sein, selbst in den kleinen Dingen, die niemand sieht? Wie viele bewahren angesichts schwieriger Umstände eine gute Einstellung? Wie viele werden ihren Überzeugungen treu bleiben, auch wenn es weh tut? Wer wird einen vortreffl ichen Geist entwickeln? Genau hierin liegt der Schlüssel zur Beförderung.
Der Schlüssel zur Beförderung 15 wusste, dass ich treu bleiben musste. Ich wusste, dass ich den Tag der kleinen Anfänge nicht verachten durfte (Sach 4,10).
Eine Sache des Herzens
Die meisten Menschen geben sich leider mit weniger als dem zufrieden, wozu Gott sie berufen und ausgerüstet hat. Auch ich habe mich dessen schuldig gemacht. Am 31. Januar 2002 sprach der Herr zu mir aus Psalm 78,41. Er sagte mir, dass ich ihn durch mein Kleindenken einschränke. Damals wusste ich, dass Gott mich dazu berufen hatte, einige der Dinge zu tun, die ich jetzt über das Fernsehen und andere Medien tue, doch in meinem Herzen sah ich mich diese Dinge nicht tun. Ich sah mich nicht »ganz oben mitmischen«. Ich genoss es, unter dem Radar zu bleiben und so den Geschossen der Kritik auszuweichen, mit denen andere Diener Gottes sich auseinandersetzen mussten.
Ich hatte ein gewisses Maß an Erfolg zu verzeichnen; unser Dienst berührte das Leben von Menschen und es geschahen auch Wunder – mein eigener Sohn wurde sogar von den Toten auferweckt! Dennoch hatte ich Gottes Berufung für mein Leben noch nicht vollständig angenommen. Ich sah mich selbst nicht die Massen erreichen, obwohl alles, was Gott zu mir sprach, mich in diese Richtung drängte.
Ich war frustriert. Die Dinge schienen nicht so zu laufen, wie sie sollten, und der Grund dafür lag in meinem eigenen Herzen: Ich hatte mich mit weniger zufrieden gegeben. Als ich mich entschloss, Gott nicht länger zu begrenzen, explodierte das Wachstum unseres Dienstes geradezu! Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Menschen, die auf unsere Botschaft reagierten – sei es
Heute erreichen wir Menschen auf der ganzen Welt. Unsere Gospel Truth TV-Sendung wird jeden Tag in die Haushalte von 3,2 Milliarden Menschen ausgestrahlt, und wir sind in fast allen wichtigen Netzwerken präsent. Unsere Bibelschule in Colorado platzt aus allen Nähten. Wir tun unser Bestes, die Botschaft von Gottes Gnade so weit und so tief wie möglich in die Welt hineinzutragen, und wir sehen enorme Erfolge. Doch all das geschah erst, als ich mich mit meinem Herzen auseinandersetzte und aufhörte, mich mit weniger als mit Gottes Bestem zufriedenzugeben.
Ich glaube, das ist ein Prozess, den wir alle durchlaufen müssen. Wir wissen, dass das Leben, insbesondere das Leben als gläubiger Mensch, leichter ist, wenn man den Weg des geringsten Widerstandes geht. Bei allem, was wir erleben, und all dem Müll, der in den Nachrichten verbreitet wird, ist es einfacher, sich mit den Dingen abzufi nden. Es ist leichter, krank zu sein. Es ist einfacher, Angst zu haben. Es ist weniger anstrengend, fett und dumm zu sein. Es ist weniger mühsam, sich zu beschweren. Es ist leichter, einfach mit dem Strom zu schwimmen. Sogar Ärzte tendieren zum »Einfachen«, indem sie ihren Patienten die schlimmsten Szenarien nennen und Dinge sagen wie: »Sie sollten sich nicht zu viele Hoffnungen machen.«
Wir müssen unsere Hoff nungen aber hochschrauben! Hoffnung ist der Temperaturregler des Glaubens. Wir brauchen den Glauben. Wir brauchen ein Ziel. Das Problem ist nur, dass den meisten von uns beigebracht wurde, sich mithilfe von negativen Bildern zu motivieren. Wenn jemand zum Beispiel abnehmen will, pinnt er Bilder von dicken Menschen an die Wand (negative Motivation), anstatt sich mit Bildern von schlanken und fitten
Eine Sache des Herzens 17 durch telefonische Kontaktaufnahme oder Besuche unserer Internetseiten –, um mehr als 1000 Prozent! Die Anfragen nach Lehrmaterial stiegen um fast 5000 Prozent!
Menschen zu umgeben (positive Motivation). Anstatt darüber nachzudenken, wie sie gern zur Arbeit gehen, gute Leistungen erbringen und befördert werden können, schleppen sich die meisten lustlos zu ihrem Job, mit dem einzigen Ziel, ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Familie vor dem Verhungern zu bewahren.
Das gesamte Weltsystem ist auf das Negative ausgerichtet. Das erzeugt jedoch nur Mittelmäßigkeit und lehrt die Menschen, sich keine Hoff nungen zu machen und nichts Großes zu erwarten. Gott hat uns aber anders geschaffen. Deshalb sollten wir nicht so handeln, reden und denken, wie es die Welt tut. Wir sind nicht von dieser Welt (Joh 17,14–16).
Unsere Gesellschaft als Ganzes (einschließlich der Christen) ist Meister darin, nur dann das Richtige zu tun, wenn jemand zuschaut. Doch das ist nicht die Haltung eines Menschen mit einem vortreffl ichen Geist! Kürzlich las ich in Reader’s Digest einen Artikel über ein sozialwissenschaft liches Experiment zum Thema Ehrlichkeit. Die Ausführenden des Experiments legten in verschiedenen Städten der Welt eine »verlorene« Brieft asche ab. Jede Brieftasche enthielt den Gegenwert von 50 Dollar sowie Fotos und Kontaktinformationen. Die Beobachter versteckten sich um die Ecke, um von dort aus zu verfolgen, wie viele Menschen versuchen würden, das Richtige zu tun und die Brieftasche ihrem Besitzer zurückzugeben. Leider nahmen die meisten Passanten die Brieftasche in die Hand, schauten sich um, ob jemand zusah, und steckten dann das Geld ein. Als die Versuchsleiter diese Personen daraufh in ansprachen und sie fragten, warum sie nicht versucht hätten, die Person zu kontaktieren, deren Daten sich in der Brieftasche befanden, gaben die Befragten an, sie seien davon ausgegangen, dass es ja keiner erfahren würde. Mit anderen Worten: Weil sie nicht fürchten mussten, erwischt zu werden, taten sie nicht das, von dem sie wussten, dass es das Richtige gewesen wäre.
Ob man erwischt werden könnte oder nicht, sollte nicht darüber entscheiden, ob man das Richtige tut! Unsere Gesellschaft hat sich jedoch die Lüge zu eigen gemacht, dass Moral relativ sei und Tugendhaft igkeit überbewertet werde. Die Menschen denken, solange niemand verletzt werde oder solange für die Nummer eins – sie selbst – gesorgt sei, spiele es keine Rolle, was sie tun. Doch das ist falsch! Die Wahrheit ist, dass sich Gottes Maßstab nicht ändert (4Mo 23,19). Was vor fünfzig Jahren falsch war, ist auch heute noch falsch, und was heute richtig ist, wird auch in tausend Jahren noch richtig sein.
Christen, die Gottes Maßstab kennen, sollten wie der Rahm sein, der nach oben steigt. Unsere Exzellenz – unser inneres Streben nach Vortrefflichkeit – sollte dafür sorgen, dass wir uns von unseren Zeitgenossen im politischen, unternehmerischen, familiären und in jedem anderen Bereich unseres Lebens weit abheben.
Unsere Einstellung bestimmt, wie hoch hinaus wir kommen!
Es erstaunt mich immer wieder, wie viele Menschen um Beförderung und Zuwachs beten und dennoch eine schlechte Einstellung haben. Sie erkennen nicht, dass ihre Einstellung zwar nicht greifbar, aber dennoch deutlich spürbar ist. Man merkt zum Beispiel, wenn jemand gestresst ist. Die Leute merken, wenn du aufgeregt bist. Es sind nicht nur körperliche Anzeichen, die dich verraten; es gibt eine geistliche Verbindung zwischen deiner Herzenseinstellung und deinen Handlungen.
In Phoenix, Arizona, lernte ich einmal einen Mann kennen, der für eine Gemeinde arbeitete, von der ich als Sprecher eingeladen war. Er wurde mir als Fahrer zugeteilt, und während der fünf Tage, die ich dort war, saß ich während unserer Fahrten auf dem Beifahrersitz, obwohl er wollte, dass ich mich nach hinten setze, und versuchte, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er antwortete zwar auf direkte Fragen, doch egal, was ich sagte, konnte ich ihn nicht dazu bringen,
Sache des Herzens 19
Dieser Mann öff nete sich und erzählte mir, dass er zu dieser Großgemeinde gekommen war, weil er dachte, man würde ihm dort bessere Möglichkeiten bezüglich eines Dienstes geben. Er predigte bereits woanders, hatte aber das Gefühl, er brauche ein Sprungbrett, um Gottes Auft rag erfüllen und mehr Menschen erreichen zu können. Diese Gemeinde sollte sein Sprungbrett sein. Er war verärgert, weil er seit seinem Antritt nichts anderes getan hatte, als Leute herumzukutschieren.
Ich sagte: »Ich verstehe gar nicht, warum sie dich nicht predigen lassen wollen. Warum wollen sie nicht, dass du den Mund aufmachst und alle an deiner negativen Einstellung teilhaben lässt? Warum wollen sie nicht, dass du ihre Leute mit deiner Bitterkeit und Wut ansteckst?«
Eine Minute lang saß er einfach nur fassungslos da. Etwas sanfter sagte ich dann: »Begreifst du denn nicht? Es ist deine Einstellung, die dich behindert. Du fühlst dich vielleicht im Recht, doch wenn du zulässt, dass Kränkungen und Bitterkeit in dir wuchern und Entmutigung sich ungehindert Bahn bricht, wirst du Gottes Möglichkeiten, in deinem Leben zu wirken, dadurch begrenzen.«
Wenn du befördert werden willst, musst du eine gute Einstellung bewahren, unabhängig davon, was andere Leute dir antun und ungeachtet der Umstände. Ich kann dir das nicht nachweisbar belegen, weil ich mich in den Dingen, zu denen Gott mich berufen hat, nicht rückwärts bewege, doch wenn ich aus irgendeinem Grund diesen Dienst verlieren würde und in einem FastfoodLaden arbeiten müsste, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis es mir wieder besser ginge. Und warum? Weil ich einen vortreffl ichen
Exzellenz sich auf ein Gespräch einzulassen. Es war offensichtlich, dass ihm sein Job keinen Spaß machte. Er hatte eine furchtbare Einstellung. Am letzten Tag fragte ich schließlich: »Was ist los mit dir? Ich sehe doch, dass du nicht glücklich bist. Was ist das Problem?«
Geist in mir habe. Ich würde zur Arbeit gehen und Gott für seine Versorgung danken, und ich würde diesen Mindestlohnjob mit ganzem Herzen ausführen. Ich bin überzeugt, dass ich schon bald der Manager der Filiale wäre. Und dann der Besitzer. Bald würde mir eine ganze Kette von Fastfood-Läden gehören, nicht weil ich die richtigen Leute gekannt oder über erstaunliche Managementfähigkeiten verfügt hätte, sondern weil es das ist, was in meinem Herzen ist. Meine innere Einstellung würde mich befördern.
Ein vortreffl icher Geist wird dich im Geschäft sleben, im Dienst oder auch im familiären Umfeld voranbringen. Er wird dich in deiner Nachbarschaft, in der Schule oder bei Gemeinderatssitzungen voranbringen. Einem vortreffl ichen Geist sind keine Grenzen gesetzt. Gott freut sich über Exzellenz, ihren Anfang nimmt sie jedoch im Herzen. Wenn du nicht befördert wirst, wenn es allen anderen gut zu gehen scheint, während du kaum über die Runden kommst, oder wenn du das Gefühl hast, du seist bei einer Beförderung übergangen worden, dann kann es sein, dass du keinen vortreffl ichen Geist, keine exzellente Einstellung hast.
Deine Herzenshaltung könnte dich daran hindern, Gottes Bestes für dein Leben zu verwirklichen. In Sprüche 23,7 (kjv) heißt es: »Denn wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er.« Es ist die Haltung des Herzens, die das Handeln bestimmt. Jesus sagte:
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund. — Lukas 6,45
Äußere Veränderung kann nicht stattfi nden, wenn sie nicht zuerst innerlich geschieht. Gegen die allgegenwärtige Mittelmäßigkeit der Welt anzukämpfen und die eigene Herzenseinstellung zu
ändern, ist aus eigener Kraft unmöglich. Dazu braucht man eine übernatürliche Fähigkeit, die man selbst nicht hat, es sei denn, man ist wiedergeboren. Wiedergeboren zu sein bedeutet allerdings mehr, als lediglich daran zu glauben, dass Gott existiert. In Jakobus 2,19–20 steht:
Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran!
Auch die Dämonen glauben es — und zittern! Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?
Die Wiedergeburt erfordert die Gnade Gottes – die er uns bereits geschenkt hat – und unseren aktiven Glauben (Eph 2,8). Der Glaube ist mehr, als bloß etwas für wahr zu halten. Glaube ist aktiv. Er tut etwas mit dem, wovon er überzeugt ist. Wenn du bisher lediglich daran geglaubt hast, dass es einen Gott gibt, hast du nicht mehr getan als das, was auch Satan tut. Um wiedergeboren zu werden, musst du etwas tun, das der Teufel nie getan hat –du musst deinen Glauben in die Tat umsetzen und dein Leben Christus unterordnen. In Römer 10,9 steht sinngemäß: »Bekenne mit deinem Mund den Herrn Jesus und glaube in deinem Herzen.«
Glaube allein reicht nicht aus. Du musst dein Knie beugen und Jesus zu deinem Herrn machen. Das ist eine Verpfl ichtung – was nicht heißt, dass du nie versagen wirst, denn das ist unmöglich. Es geht nur um deine Bereitschaft, dein Leben von Christus und seinem Wort bestimmen zu lassen. Daran ist nichts Mystisches. Es geht auch nicht um die Frage, ob Gott dir verzeihen kann oder nicht. Die Gnade wurde bereits ausgegossen. Jesus ist bereits gestorben, auferstanden und hat dir vergeben. Die Frage ist jetzt: Wirst du dich ihm überlassen? Wirst du deinen Glauben zu seiner Gnade hinzufügen? Willst du ihn zum Herrn machen?