Die Taufe im Heiligen Geist
Wie froh ich doch bin, dass Gott mich mit dem Heiligen Geist getauft hat. Welch wunderbare Veränderung hat das in meinem Leben bewirkt. Gott hat nicht versprochen, dass wir uns als Christen immer großartig fühlen würden, doch was er verspricht, ist dies: Wenn wir uns auf sein Wort verlassen, wird er sein Wort in unserem Leben Wirklichkeit werden lassen. Zuerst üben wir uns in Glauben, und dann wird es zur Realität. Ich versichere euch aber, dass mit dieser Realität reichlich Gefühle verbunden sind. Gott füllt uns mit seiner ureigenen kostbaren Freude.
Simson wird im elften Kapitel des Hebräerbriefs als ein Mann des Glaubens beschrieben. Er war ein Mensch, der schon im Mutterleib von Gott auserwählt wurde, doch die Kraft Gottes kam nur zu bestimmten Anlässen über ihn. Doch wir, die wir den Heiligen Geist, den Tröster, in ganzer Fülle empfangen haben, können jetzt die Salbung haben, die dauerhaft bleibt.
Der Herr hat versprochen, dass wir Leben haben und es im Überfluss haben würden (Joh 10,10). Schaut euch das fünfte Kapitel des Römerbriefs an und seht nach, wie oft darin von »viel mehr« die Rede ist (siehe z. B. Röm 5,9). Oh, mögen wir diese überreiche Gnade Gottes annehmen, uns am Wort Gottes laben und so voller Erwartung sein, dass dieses »viel mehr« als Frucht in unserem Leben sichtbar wird.
Die Fülle des Geistes
So manch einer hat schon erlebt, dass die Kraft des Herrn auf ihm war, und hat es dennoch versäumt, die Fülle des Geistes zu empfangen. Freund, was ist mit dir? In seiner Liebe und Güte hat Gott in Hebräer 11 Simson als Beispiel für uns aufgeführt. Es kam der Tag, an dem Simson wegen seiner Sünde die Augen ausgestochen wurden. Sein Haar war abgeschnitten worden, und er hatte seine Kraft verloren. Er versuchte, sich von seinen Fesseln zu befreien, doch die Philister ergriffen ihn. Sein Haar wuchs allerdings wieder. Die Philister versprachen sich Unterhaltung von ihm, er jedoch sprach ein Gebet und Gott erhörte es. Oh, mögen wir uns doch an Gott wenden und dieses Gebet sprechen, so wie Simson es tat: »Mein Herr, HERR, gedenke doch an mich und stärke mich doch, o Gott, nur diesmal noch« (Ri 16,28). Gott ist »reich an Gnade« (Ps 86,5), und wenn wir uns mit echter Bußfertigkeit an ihn wenden, wird er uns vergeben. Buße bedeutet, zu Gott umzukehren.
Als Simson die Säulen umfasste, die das Haus der Philister stützten, brachte er die Mauern zum Einsturz (Ri 16,29–30). Gott kann dir Kraft geben. Du kannst die Pfeiler packen und er wird durch dich wirken. Ganz gleich, in welcher Form du abtrünnig geworden bist, im Blut liegt Kraft. »Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde« (1Joh 1,7). Oh, wenn ich euch nur deutlich machen könnte, auf welch wunderbare Weise Gott mich wiederhergestellt hat! Ich kehrte zu meiner »ersten Liebe« (Offb 2,4) zurück, und er erfüllte mich mit dem Heiligen Geist. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf einige Verse aus der Apostelgeschichte, Kapitel 2 lenken:
Die Taufe im Heiligen Geist 11
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
— Apostelgeschichte 2,1–4
Welch wunderbare, göttliche Stellung, die Gott uns allen zugedacht hat, nämlich mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein. Es ist etwas so Bemerkenswertes, so Göttliches; es ist sozusagen eine große offene Tür in die volle Schatzkammer des Allerhöchsten. Der Geist kommt »wie Regen auf die Aue« (Ps 72,6) und verwandelt die Unfruchtbarkeit in Grüne, Frische und Leben. O Halleluja! Gott möchte dich wissen lassen, dass es einen Ort gibt, an den du kommen kannst, an dem du entlastet wirst und Gott zu deiner geistlichen Zuversicht und Kraft wird – bis sich deine Trockenheit in Quellen verwandelt und deine Unfruchtbarkeit erfrischenden Fluten weicht; bis dein ganzes Leben vom Himmel belebt wird und der Himmel dich durchdringt, in dir Wohnung nimmt und alles von innen nach außen kehrt; bis du so ganz und gar von göttlichen Möglichkeiten erfüllt bist, dass du wie eine neue Schöpfung zu leben beginnst. Der Geist des lebendigen Gottes durchdringt alle Schwächen.
Ihr Lieben, Gott der Heilige Geist möchte uns zu einer großen Offenbarung des Lebens führen. Er möchte, dass wir mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt werden. Eines der schönsten Bilder, die wir in der Bibel fi nden, ist das der Dreieinigkeit. Die Dreieinigkeit wurde unmittelbar an den Ufern des Jordans offenbar, als Jesus
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist
Zweifache Kur
Mein Freund, du musst in zweifacher Hinsicht kuriert werden. Du brauchst zuerst die Errettung und Reinigung und dann die Taufe im Heiligen Geist, bis der alte Mensch gewiss nicht mehr aufersteht, bis du absolut tot gegenüber der Sünde und durch seinen Geist lebendig für Gott bist. Dann weißt du: Das Alte ist endgültig vorbei. Wenn der Heilige Geist von einem Menschen Besitz ergreift, ist dieser ein völlig neuer Mensch – sein ganzes Wesen wird von göttlicher Kraft durchdrungen. Wir werden eine Wohnstatt desjenigen, der nur Licht und Liebe ist, der alle Offenbarung und alle Macht hat. Ja, Gott der Heilige Geist zeigt sich auf eine Weise in uns, die einfach herrlich ist.
Es gab einen reichen Mann in London, dessen Geschäfte florierten. Er dachte ständig an all seine Besitztümer, doch innerlich war er trotzdem voller Sorge; er wusste nicht, was er tun sollte. Als er durch sein großes Geschäftsgebäude lief, stieß er auf einen Jungen, der als Pförtner arbeitete, und bemerkte, dass der Junge vor sich hin pfi ff. Bei seinem Anblick wurde ihm die ganze Situation bewusst, und er ging wieder in sein Büro zurück und
Die Taufe im Heiligen Geist 13 getauft wurde. Ich möchte, dass ihr seht, wie Gott den Himmel auftat und wie Himmel und Erde zur Wohnstätte der Dreieinigkeit wurden. Die Stimme Gottes ertönte vom Himmel, als er auf seinen geliebten Sohn schaute, der aus dem Wasser stieg, und dort wurde der Geist in Gestalt einer Taube offenbart. Die Taube ist einer der wenigen Vögel, die keine Gallenblase haben; sie ist ein so furchtsames Geschöpf, dass sie bei der kleinsten Veränderung erschrickt und zurückweicht. Kein Mensch kann mit dem Heiligen Geist getauft werden und Bitterkeit, sprich Galle, in sich tragen.
Mein Freund, die Welt zu haben, ohne Gott zu haben, ist wie ein getünchtes Grab (siehe Mt 23,27).
Als er keine Ruhe fand, rief er aus: »Ich werde gehen und nachsehen, was dieser Junge macht.« Erneut fand er ihn pfeifend vor. »Ich möchte, dass du mit in mein Büro kommst«, sagte er. Nachdem sie das Büro betreten hatten, fragte der Mann: »Sag mir, was macht dich so zufrieden und fröhlich?« »Oh«, antwortete der Junge, »ich war früher sehr unglücklich, bis ich eine kleine Mission fand und dort von Jesus hörte. Daraufh in wurde ich gerettet und mit dem Heiligen Geist erfüllt. Innerlich pfeife ich immer; und wenn ich nicht pfeife, dann singe ich. Ich bin einfach so erfüllt!«
Dieser reiche Mann erhielt von dem Jungen die Adresse der Mission und ging zum Gottesdienst, wo er sich neben die Tür setzte. Doch die Kraft Gottes bewegte ihn so stark, dass er auf den Altarruf reagierte. Gott rettete ihn und erfüllte ihn ein paar Tage später mit dem Heiligen Geist. An seinem Schreibtisch sitzend konnte dieser Mann nur noch »O Halleluja!« rufen.
Ich kenne den Herrn, ich kenne den Herrn, ich weiß, dass der Herr seine Hand auf mich gelegt hat. Ich kenne den Herrn, ich kenne den Herrn, ich weiß, dass der Herr seine Hand auf mich gelegt hat.
Oh, der gesegnete Sohn Gottes will uns mit solcher Herrlichkeit erfüllen, bis unser ganzer Körper durch die Kraft des Heiligen Geistes entflammt ist. Ich erkenne, dass es noch »viel mehr« gibt (Röm 5,9). Gepriesen sei Gott! Meine Tochter bat einmal einige
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist grübelte über die Angelegenheit nach. Er kehrte zu seinen Geschäften zurück, fand aber keine Ruhe. Seine Bank konnte ihm nicht helfen; sein Geld, sein Erfolg konnten ihm nicht helfen. Er verspürte eine schmerzende Leere. Er war innerlich hilflos.
Nachdem der Heilige Geist auf dich gekommen ist, wirst du Kraft haben. Gott wird Großes in deinem Leben bewirken; die Kraft des Heiligen Geistes wird dich überschatten und dich innerlich bewegen, bis du weißt, dass es einen göttlichen Plan gibt, der sich von allem unterscheidet, was du in deinem Leben bisher erlebt hast.
Ist er gekommen? Er wird zu euch kommen. Ich erwarte, dass Gott seine Gegenwart und Kraft so deutlich sichtbar machen wird, dass er euch erkennen lässt, wie notwendig es ist, den Heiligen Geist zu empfangen. Gott wird zudem diejenigen heilen, die Heilung brauchen. Alles ist jetzt zu empfangen: Errettung, Heiligung, die Fülle des Heiligen Geistes und Heilung. Gott wirkt mächtig durch die Kraft seines Geistes und bringt uns die Fülle seines vollkommenen Heils, bis jede Seele erkennen kann, dass Gott alle Macht hat.
Die Taufe im Heiligen Geist 15 afrikanische Jungen, uns den Unterschied zwischen Gerettetsein und dem Erfülltsein mit dem Heiligen Geist zu erklären. »Nun«, meinten sie, »als wir gerettet wurden, war es sehr gut; doch als wir den Heiligen Geist empfi ngen, war es das noch viel mehr.« Viele Gläubige haben dieses »viel mehr« nie empfangen.
Grundlegende Wahrheiten über die Taufe
Was es für Menschen doch bedeutet, Glauben zu haben! Wie erst wird es sein, wenn wir alle glauben! Wir wissen dies: Sobald der Glaube in vollkommener Weise funktioniert, werden wir uns in dem vollkommenen Zustand befi nden, in dem Gott direkt vor unseren Augen offenbar wird. Wer reinen Herzens ist, wird Gott sehen (Mt 5,8), und jeder Schritt hin zur Reinheit ist eine göttliche Berufung zu mehr Glauben. Je mehr Reinheit, desto mehr Glaube.
Als Lazarus starb und Jesus wusste, dass Maria, Martha und alle um sie herum die Zuversicht und den Glauben verloren hatten, wandte er sich im Gebet an den Vater und sagte: »Vater … ich weiß, dass du mich allezeit erhörst« (Joh 11,41–42). Jesus befahl Lazarus, aus dem Grab zu kommen; der Tod musste ihn freigeben, und alles musste geschehen, wie Jesus es sagte.
Gemeinschaft, Reinheit, Einheit: Diese Dinge spiegeln eine lebendige Wechselbeziehung wider, in der wir von Glauben zu Glauben verändert werden. Möge der Herr euch heute diesen Gedanken schenken: Wie kann ich mich mehr und mehr von jeder irdischen, menschlichen Verbindung lösen, bis ich ganz und gar an Gott gebunden bin, bis Gott das Vorrecht auf den Thron meines Herzens hat, bis der Mittelpunkt meiner Zuneigung glückselig geläutert ist, bis für nichts anderes mehr Platz ist als für den Sohn Gottes, welcher der Urheber und Vollender des Glaubens ist?
Wenn der Geist des Herrn auf uns ist, geben wir nicht Worte, sondern Leben weiter. Worte sind nur dazu da, das Wort verständlich zu beschreiben, doch was wirklich Leben spendet, ist das Wort selbst. Wenn wir also mit dem Geist bekleidet sind, geben wir Leben weiter. Wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt sind, geben wir jedes Mal, wenn wir uns aufmachen, Leben weiter. Wenn du bereit bist, dieses Leben zu empfangen, wird es deinen sterblichen Körper jedes Mal auf erstaunliche Weise beleben, sobald du mit diesem Leben in Berührung kommst (siehe Röm 8,11). Es ist göttliches Leben. Es ist das Leben des Sohnes Gottes.
Ich möchte eine solide Grundlage schaffen, auf der die Taufe mit dem Heiligen Geist verständlich wird, indem ich erläutere, warum Jesus der Taufe so viel Bedeutung beimaß, wie man die Taufe empfangen kann und was der Grund für die Taufe ist. Jesus hat all diese Dinge gegenüber seinen Jüngern zum Ausdruck gebracht. Ich möchte darauf eingehen, um jedem eine echte Basis bezüglich der Wahrheit über die Taufe zu geben. Auf diese Weise werdet ihr niemals wartend vor Gott stehen, ohne ein klares Verständnis davon zu haben, wozu die Taufe da ist, worauf ihr überhaupt wartet und anderes mehr.
Zunächst einmal fi nden wir in Matthäus 3,11 ein bemerkenswertes Wort von Johannes dem Täufer:
Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.
Grundlegende Wahrheiten über die Taufe 17 (Hebr 12,2). Dann wird sich Christus in eurem Fleisch offenbaren und alles zerstören, was außerhalb von ihm ist.
Dies ist die Aussage eines Menschen, der so sehr vom Geist Gottes erfüllt war, dass seine eigene Stimme in einem aktiven Prozess zu einer göttlichen Flamme wurde, die die gesamte Schöpfung an diesem Tag bewegte. Von Osten bis Westen und von Norden bis Süden sprach er in der Kraft des Heiligen Geistes, bis sich die Menschen in Scharen am Jordan versammelten, angezogen von dieser Stimme eines im Geist Rufenden (siehe Mt 3,3). Welch bemerkenswertes Wort hat er gegeben!
Eingetaucht in den Geist
Die meisten von uns haben die Wassertaufe schon so oft miterlebt, dass wir wissen, was sie bedeutet. Doch ich möchte euch zeigen, dass es Gottes Herzenswunsch ist, dass ihr euch von der Taufe mit dem Heiligen Geist umhüllen lasst. Ihr sollt euch so sehr in das Licht und die Offenbarung des Heiligen Geistes, der dritten Person der Dreieinigkeit, eintauchen und davon bedecken und überfluten lassen, dass euer ganzer Körper erfüllt wird, und nicht nur erfüllt, sondern auch mit ihm bekleidet, bis ihr ganz in der Gegenwart der Kraft Gottes wandelt.
Auslegung einer Sprachenrede: Gottes Leben für dein Leben, sein Licht für deine Dunkelheit, seine Offenbarung für dein verschlossenes Gehirn. Er bringt eine neue Ordnung in göttlicher Macht hervor, bis du in einen anderen Menschen verwandelt wirst, bis dein ganzes Wesen durch ein Feuer der göttlichen Reinigung in dir brennt, bis du wie jemand bist, der aus der Gegenwart der Herrlichkeit kommt, um Wahrheiten aufzuzeigen, die Gott ihm offenbart hat. In
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist
Oh, Jesus, lass es geschehen, dass wir nie etwas aus eigener Kraft tun. Lass alles, was wir tun, zur Ehre des Herrn geschehen!
Komm zu den Wassern
Wir können hier nicht stehen bleiben; denn das war nur ein erster Hauch der Offenbarung dessen, was für den Einzelnen geschehen würde – und ja, auch für Gemeinschaften und für die Welt.
Schauen wir uns nun Johannes 7,37–39 an:
Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
Jesus sah die vielen Menschen beim Laubhüttenfest, und er hatte nicht nur die großartige Fähigkeit, die verborgenen Gedanken und Absichten des Herzens zu ergründen, sondern er sah die Dinge auch auf einen Blick; er erfasste eine Situation in nur einem Moment. Er wusste, wann die Leute zu verhungern und am Wegesrand zu sterben drohten, und er versorgte sie mit allem, was sie brauchten.
Wir dürfen nicht vergessen, dass er mit dem Heiligen Geist erfüllt war. Er war freundlich und barmherzig, weil der über-
Grundlegende Wahrheiten über die Taufe 19 deiner Umgebung, in deinem Alltag, umgürtet und bedeckt dich die Kraft eines anderen mit der Macht der Wahrheit.
Es gehört nicht zum Kanon der Geschichte der geistlichen Gemeinschaft zwischen Himmel und Erde, dass wir ausgehungert, nackt, voller Zwietracht, voller Bosheit, voller Unordnung, voller Sinneslust, voller Fleischlichkeit sein sollen. Das war es, was sich auf dem Fest abspielte, und die Menschen gingen hungriger weg, als sie es zuvor gewesen waren. Jesus sah sie so und er sagte: »Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!« (Jes 55,1 lut). »Kommt zu mir, wenn ihr durstig seid, und ich werde euch zu trinken geben« (siehe Joh 7,37).
Oh, der Meister konnte geben! Der Meister hatte auch etwas zu geben. Ihr Lieben, er ist hier, um zu geben, und ich bin sicher, er wird geben.
Auslegung einer Sprachenrede: Gott, Erster, Letzter, Alpha, Omega, Anfang und Ende. Er ist an der Wurzel aller Dinge heute Morgen. Er wird aufrütteln, was aufgerüttelt werden muss; er wird entfalten, was entfaltet werden muss; er wird zu Tode bringen, was zerschlagen und zu Tode gebracht werden muss. Er wird eine Quelle in dir schaffen und dich zum Leben erwecken. Gott wird mit dir in Barmherzigkeit, aber auch in Strenge verfahren, denn alle göttliche Liebe ist ein Schwert und »scheidet Seele und Geist, Knochen und Mark« und befasst sich mit den verborgenen Wünschen des Herzens.
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist natürliche Zustrom von Gottes Leben ihn erfüllte. Seht euch an, wie er mit dieser Situation umging. Er erkannte, dass die Leute, die in Jerusalem beim Fest gewesen waren, unzufrieden wieder weggingen. Mein Herr konnte nicht zulassen, dass jemand unzufrieden war. Mein Herr konnte nie zufrieden sein, wenn jemand unzufrieden war.
Ja, die schwere Hand Gottes ist voller Barmherzigkeit. Das zweischneidige Schwert ist voll des Trennens. Sein belebender Geist tötet alles, was sterben muss, damit er dich durch die Auferstehung seines Lebens verwandeln kann.
Und das ist die Ordnung des Geistes. Seht ihr nicht, wie er sagt: »Komm, Durstiger, komm, Bedürft iger. Ich werde dir einen Trank geben, der in dir einen Durst erzeugt, der dich auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereitet, der die Quelle, die ich dir gebe, zu einem Strom lebendigen Wassers macht«?
Was hast du? Hast du die Quelle oder den Strom? Die Quelle ist gut, weil sie die gleiche Art von Wasser führt wie der Strom. Doch der Strom bedeutet Fülle, und der Heilige Geist ist dieser Strom. Jesus sandte diese wunderbaren Worte aus, um das Volk mit diesem anschaulichen Ausblick auf die ganze Fülle vorzubereiten, die noch kommen sollte.
Sei außergewöhnlich
Ich möchte, dass ihr diese Versammlungen mit neuem Leben durchtränkt verlasst. Trefft die Entscheidung, nicht gewöhnlich sein zu wollen. Ihr habt einen außergewöhnlichen Gott, der Offenbarung schenkt. Seid entschlossen, nicht so wegzugehen, wie ihr gekommen seid, sondern diesen Ort gestärkt und erfüllt von der lebendigen Berührung mit der Flamme der Fackel des Meisters zu verlassen.
Dies sind keine gewöhnlichen Versammlungen; Gott würde nicht wollen, dass eine Versammlung gewöhnlich ist. Ich lehne es ab, ein gewöhnlicher Mensch zu sein. »Warum?«, fragt ihr. Weil ich einen außergewöhnlichen Gott habe, der außergewöhnliche
Menschen schafft, und weil wir entweder an Gottes Plan glauben oder eben nicht.
Wenn wir so reden, sind wir beim Kern der Sache, die alles hervorzubringen vermag. Weil Abram Gott geglaubt hat, ist heute jeder Mensch durch den treuen Abraham gesegnet (siehe Gal 3,8–9). Er war ein außergewöhnlicher Mann des Glaubens; er glaubte Gott trotz aller Umstände.
Ihr wollt doch auch außergewöhnlich sein, oder? Wenn ihr heute Morgen für euch beten lasst und auch dann, wenn ihr keine Veränderung bemerkt, glaubt, dass es geschehen ist, könnt ihr auf diese Weise außergewöhnlich werden. Ihr, die ihr euch nach der Taufe des Heiligen Geistes gesehnt habt und jeden Tag gewartet und ausgeharrt habt, seid jetzt, wenn ihr glaubt, an einen Punkt gekommen, an dem ihr außergewöhnlich seid.
Auslegung einer Sprachenrede: Der Friede, der von oben her kommt, ist immer voller Reinheit und lebensspendend, und nie bringt er jemandem Zerstörung. Ebenso verhält es sich mit der Weisheit, und auch alle Läuterung bringt in keiner Weise Unruhe mit sich. Es ist nur das Irdische, das euch beunruhigt. Ein himmlischer Atemhauch kann euch nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Gott ist mit uns, wenn wir von diesem Hauch des Himmels umgeben sind, und nichts kann uns dann in Unruhe versetzen. Wenn euch dieser Tag beunruhigt, dann seid euch bewusst, dass es eine irdische Sache ist, die euch Unruhe bringt.
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist
Größere Werke
Jetzt möchte ich das vierzehnte Kapitel des Johannesbriefes erklären. Es ist das Wort des Meisters; es drückt den Wunsch des Meisters aus. In Vers 12 sagte er zu seinen Jüngern: »Größere Werke als diese werdet ihr tun.« Warum war seine Sicht von solch großen Dingen erfüllt? Weil er Ehrfurcht vor sich sah. Jesus blickte auf die Jünger und sah große Achtung in ihnen. Er wusste, dass er mit ihnen über die Mittel verfügte, genau das in die Welt hinauszutragen, was sich für diese als wahre Erfüllung erweisen würde –für den Himmel und für die Welt. Die verherrlichte, geschulte, auf wunderbare Weise veränderte und dann erneut verherrlichte Geisteshaltung dieser Fischer war sicherlich ein idealer Zustand. Was waren diese Jünger? Zum einen waren sie ungelehrt (wobei ich das nicht zur Voraussetzung erheben will). Zum anderen waren sie unwissende Menschen (was kein Grund ist, auf Unwissenheit zu bauen). Man beachte jedoch, dass sie zwar ungelehrt waren, Gott sie aber lehrte. Es ist viel besser, vom Geist gelehrt zu werden als von irgendetwas anderem. Sie waren unwissend, doch er erweiterte ihren Blick. Sie waren überwältigt, weil sie mit göttlichem Leben in Berührung gekommen waren. Wenn der allerhöchste Gott dich berührt, wirst du überwältigt sein. Doch solange du an dir selbst festhältst, werden sich das Natürliche und das Geistliche vermischen; wenn du aber durch die Kraft der neuen Schöpfung diese Begrenzung jemals hinter dir lässt, wirst du feststellen, dass er dich voll und ganz einnimmt.
Göttliche Weisheit wird dich niemals töricht machen. Göttliche Weisheit wird dir einen gesunden Verstand geben; göttliche Weisheit wird dir einen Hauch der göttlichen Natur verleihen. Das göttliche Leben ist voll von göttlicher Berufung und Zurüstung, und man kann nicht mit der Kraft Gottes erfüllt werden,
Jesus wusste, dass diese Menschen, die er vor sich hatte, größere Dinge tun würden, als er sie getan hatte (Joh 14,12). Wie konnten sie diese Dinge tun? Keiner von uns ist dazu in der Lage, keiner von uns hat diese Fähigkeit. Unsere Unfähigkeit muss mit seiner göttlichen Fähigkeit bekleidet werden, und unsere Hilflosigkeit muss von seiner hilfreichen Kraft ausgefüllt werden. Und aus diesem Grund wusste er, dass sie Größeres tun würden.
Er wusste, dass er weggehen würde und dass es mit seinem Weggang nützlich, notwendig und wichtig sein würde, dass ein anderer an seiner Stelle käme und genau die Position in ihnen einnehmen würde, die er ihnen angekündigt hatte (Joh 16,7.14). »Ihr in mir, und ich in euch« (Joh 14,20). Es gab einen Plan nach der göttlichen Ordnung. So sollte der Heilige Geist kommen.
Ich möchte aufzeigen, was geschehen muss, wenn der Heilige Geist kommt:
Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. — Johannes 14,16–18 lut
Ich wüsste keine Bezeichnung, die in dieser Zeit so passend wäre wie dieses Wort »Tröster«. Ich möchte euch nun mitnehmen in das Kommen dieses Heiligen Geistes.
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist ohne dass diese auch sichtbar wird. Mein Gebet heute ist, dass wir Folgendes verstehen: Erfüllt zu sein mit dem Heiligen Geist bedeutet, erfüllt zu sein mit Manifestation, mit der Herrlichkeit des Herrn, die mitten unter uns ist und seine göttliche Macht zum Ausdruck bringt.
Nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war, bat er den Vater, den Tröster zu senden. Es war ein dringlicher Moment, eine notvolle Stunde, es ging um eine absolute Notwendigkeit. Warum? Weil die Jünger Trost brauchen würden.
Wie könnten sie getröstet werden? Der Heilige Geist würde das Wort Christi zu ihnen bringen und es ihnen offenbaren (Joh 16,14). Was sonst könnte ihnen so sehr helfen wie ein Wort des Geistes?
Denn der Geist ist Atem, ist Leben, ist Person, ist Kraft . Er gibt uns den Atem seiner selbst, sein Wesen. Wie wunderbar ist es, dass der Geist, als er kam, »Geist der Wahrheit« genannt werden sollte. Oh, wenn wir das nur fest in unsere Herzen aufnehmen würden!
Manche Menschen machen sich Gedanken, ob vielleicht eine böse Macht kommen könnte, wenn sie um die Taufe mit dem Heiligen Geist bitten – oder ob eine böse Macht von ihnen Besitz ergreifen könnte, während sie auf den Heiligen Geist warten. Nun, wenn wir den Heiligen Geist empfangen, dann empfangen wir den Geist der Wahrheit, den Geist, der Offenbarung schenkt, der die Worte Jesu nimmt und sie für uns lebendig werden lässt. Er ist der Tröster in der Stunde unserer Not.
Was wird der Heilige Geist tun? Der Heilige Geist ist prophetisch. Er sagt: »Seid getrost« (Joh 6,33). »Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir« (Mt 11,29). »Haltet Frieden untereinander« (Mk 9,50). Jemand wendet vielleicht ein: »Aber das hat doch Jesus gesagt.« Genau diese Worte greift der Heilige Geist auf, offenbart sie uns und spricht so zu uns. Der Heilige Geist ist der Vermittler in diesen Tagen. Der Heilige Geist kam, um der Sprecher zu sein, und er sprach das Wort. Auch jetzt nimmt er das Wort und spricht es. Der Heilige Geist bringt uns die Worte Jesu; und weil er so voller Wahrheit ist, fügt er ihnen nie etwas hinzu. Er gibt das unverfälschte Wort der Wahrheit, das Wort des Lebens an uns weiter.
»Er [wird] von dem Meinen nehmen und euch verkündigen« (Joh 16,15). Was ist das Seine? Wahrheiten wie diese: »Ich bin das Licht der Welt« (Joh 8,12) und »Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde« (Joh 3,17). Der Heilige Geist nimmt diese Worte und gibt sie an uns weiter. Hier ist noch ein Wort des Meisters: »Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben« (Mt 11,28 elb).
Wer spricht hier? Es ist der Heilige Geist in den letzten Tagen, der Geist der Wahrheit, der das Wort des Lebens hervorbringt. »Ich werde euch Ruhe geben.« Ruhe? Oh, es gibt keine andere Ruhe als diese! Sie kann sich im Moment deiner schlimmsten Bedrängnis zeigen.
Als meine liebe Frau tot dalag, konnten die Ärzte nichts mehr ausrichten, und sie sagten zu mir: »Mit ihr ist es vorbei, wir können nichts für Sie tun.« Mein Herz war so bewegt, und ich sagte: »O Gott, ich kann sie nicht entbehren!«
Ich ging zu ihr ins Zimmer hinauf und sagte: »Oh, komm doch zurück, komm zurück und rede mit mir. Komm zurück, komm zurück!«
Und der Geist des Herrn regte sich, und sie kam zurück und lächelte wieder.
Dann sagte der Heilige Geist zu mir: »Sie ist mein. Ihre Arbeit ist getan; sie gehört mir.«
Oh, welch tröstliches Wort! Niemand sonst hätte dies tun können, doch der Tröster kam. Im selben Augenblick verschied meine liebe Frau.
Ja, meine Lieben, es ist wahr, dass der Tröster heute ein Wort für uns hat. Er ist der Beistand. Es gibt nur einen Tröster und Beistand, und er war von Anfang an beim Vater. Er kommt nur, um Licht zu geben. Wenn der Heilige Geist in unseren Körper kommt, dann
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist
kommt er, um den König zu offenbaren, um uns seiner Gegenwart zu versichern.
Sag konkret, worum du bittest
Derjenige, der sagt: »Ich bin für alles bereit«, wird es nie bekommen.
»Wonach strebst du, mein Bruder?«
»Ach, ich bin für alles offen.«
»Du wirst nie ›alles‹ bekommen.«
»Oh! Nun, dann sag mir, wie ich es doch bekommen kann.«
»Eines erbitte ich von dem HERRN, nach diesem will ich trachten« (Ps 27,4). Wenn der Herr dir offenbart, dass du mit dem Heiligen Geist erfüllt werden musst, dann trachte nur nach dieser einen Sache, und Gott wird dir diese eine Sache geben. Es ist notwendig, dass du zuerst nach einer Sache strebst.
Eines Tages ging ich während einer Versammlung auf zwei junge Männer zu und sagte zu ihnen: »Junge Männer, wie sieht es aus? Möchtet ihr die Taufe empfangen?« Sie hatten gerade ihren Bibelschulabschluss gemacht und waren stattliche junge Männer.
»Oh!«, sagten sie. »Wir glauben nicht dasselbe wie Sie. Wir sind nicht wie diese Leute dort davon überzeugt, den Heiligen Geist auf diese Weise empfangen zu müssen.«
Vorne wartete eine große Gruppe von Menschen.
»Ihr seid so gekleidet, als hättet ihr ihn gern«, sagte ich. »Ihr seid gekleidet wie Prediger, und da ihr wie Prediger gekleidet seid, ist es schade, dass ihr zwar gute Kleidung habt, jedoch nicht seine Gegenwart.«
»Nun, wir glauben eben etwas anderes«, sagten sie.
»Doch so haben es die Apostel geglaubt«, sagte ich. Wärt ihr nicht gern wie ein Apostel? Würdet ihr nicht gern denselben Weg einschlagen wie sie? Denn sie haben es so geglaubt.«
Vergiss nie, dass die Taufe immer so sein wird, wie sie von Anfang an war. Es hat sich nichts geändert. Und wenn du eine echte Taufe willst, dann rechne damit, dass sie genauso sein wird, wie die Leute sie damals erlebt haben.
»Was hatten sie damals in den Anfängen?«, fragst du.
Nun, die Gläubigen zur Zeit der Apostel wussten, ob andere dieselbe Erfahrung machten, die sie selbst gemacht hatten, als alles anfi ng, denn sie hörten sie in anderen Sprachen reden. Das war die einzige Möglichkeit, wie sie es wissen konnten – sie hörten die anderen in gleicher Weise im Geist reden, wie sie anfangs geredet hatten. Das hat sich nie geändert, es ist immer gleichgeblieben, bis heute. Wie es am Anfang war, so wird es für immer und ewig sein.
Als die beiden jungen Männer bei dieser Versammlung erkannten, dass Petrus und Johannes und der Rest von ihnen die Taufe empfangen hatten, traten sie vor, um sie ebenfalls zu empfangen. Sie waren fein gekleidet. Nach etwa einer halben Stunde sahen sie allerdings etwas merkwürdig aus. Sie hatten sich irgendwie auf dem Boden gewälzt. Ich hatte sie nicht dazu aufgefordert. Doch sie waren so sehr in der Kraft Gottes aufgegangen und so sehr von ihr überwältigt worden, dass sie sich nur noch hin und her wälzten und ihre Kleidung zerknittert war – ihre Gesichter jedoch strahlten wunderbar.
Was war geschehen? Sie hatten ihn ganz genau so empfangen, wie die ersten Christen ihn anfangs empfangen hatten.
Diese jungen Männer waren von menschlicher Hand zu Pastoren ordiniert worden. Dagegen sage ich nichts; ich halte das für eine gute Sache. Es gibt jedoch eine Ordination, die besser ist, und das ist die Weihe durch den König. Dies ist die einzige Weihe,
Smith Wigglesworth über den Heiligen Geist
die dich für die Zukunft rüstet. Der König ist bereits auf seinem Th ron, doch er muss gekrönt werden; wenn der Heilige Geist kommt, krönt er den König in uns.
Derjenige, der diese Weihe durchlaufen hat, geht mit frisch beschuhten Füßen daraus hervor – bereit zur Verkündigung des Evangeliums (Eph 6,15); er geht mit neuer Stimme, indem er so spricht, wie der Geist es ihm eingibt (Apg 2,4); er geht mit frischem Verstand, da sein Verstand von der Kraft Gottes erleuchtet wird (Hebr 8,10); er geht mit neuer Vision und sieht alles auf neue Weise (2Kor 5,17).
Wenn der Heilige Geist kommt, wird er dir Dinge offenbaren. Hat er sie schon offenbart? Er wird es tun. Erwarte es einfach von ihm. Am besten ist es für dich, wenn du erwartest, dass er es jetzt tut.
Empfangshindernisse überwinden
Nehmt ruhig auch Merkwürdigkeiten in Kauf, wenn ihr zur Taufe durchdringen wollt. Was mich angeht, kann sich jeder ganz frei fühlen; ihr könnt so viel herumschreien, wie ihr wollt. Manchen Leuten ist das allerdings nicht ganz geheuer.
Eine Frau in der Schweiz kam zu mir, nachdem ich ihr geholfen hatte, und bat mich um ein weiteres Gespräch.
»Jetzt, da ich das Gefühl habe, geheilt zu sein«, sagte sie, »und diese schreckliche fleischliche Leidenschaft, die mich gefesselt und behindert hat, verschwunden ist, merke ich, dass mein Denken erneuert wurde. Ich glaube, ich würde gern den Heiligen Geist empfangen. Doch wenn ich diese Leute hier herumschreien höre, möchte ich am liebsten weglaufen.«
Danach waren wir bei einer anderen Veranstaltung in der Schweiz. Dort schloss sich ein großes Hotel an das Gebäude an. Am Ende eines der Morgengottesdienste fiel die Kraft Gottes –ich kann es nur so beschreiben, die Kraft Gottes fiel. Dieses arme, furchtsame Geschöpf, das es nicht hatte ertragen können, jemanden schreien zu hören, schrie nun selbst so laut, dass alle Kellner dieses großen Hotels – in ihren Schürzen und mit Tabletts in der Hand – herbeigelaufen kamen, um zu sehen, was los war. Nichts war los. Vielmehr war etwas heruntergekommen, und das hatte die Situation derart verändert, dass diese Frau nun plötzlich alles ertragen konnte.
Wenn Gott sich bezüglich der Taufe mit dir zu befassen beginnt, geht er so vor: Er fängt mit den Dingen an, die am schwierigsten sind. Er nimmt zunächst deine Angst in Angriff; er beginnt bei deiner menschlichen Natur. Er räumt die Angst aus dem Weg; er räumt die menschliche Natur aus dem Weg. Und während du dich auflöst, während die Kraft des Geistes deine menschliche Natur auflöst, fl ießt der Heilige Geist im gleichen Zug in den Bereich, wo diese Auflösung stattfindet, und du wirst genau dort belebt, wo du in den Tod kommst. Während du stirbst – in natürlicher, menschlicher, fleischlicher Hinsicht, gegenüber der Selbstsucht, gegenüber allem Bösen –, durchflutet das neue Leben, der Heilige Geist, dein gesamtes Wesen, bis es eine völlig umgestaltete Beschaffenheit hat.
»Die Zunge kann kein Mensch zähmen« (Jak 3,8 eü); wenn aber der Heilige Geist aktiv wird, zähmt er den ganzen Körper, bis die Zunge, von der Kraft des Geistes bewegt, die Dinge genau so sagt, wie der Herr sie gern gesagt haben möchte.
Der Heilige Geist ist der Tröster; der Heilige Geist nimmt zur rechten Zeit das benötigte Wort und gibt es dir. Nachdem der Heilige Geist die Führung übernommen hat, ist er der Tröster, der
Wigglesworth über den Heiligen Geist
Gedanken und Sprache in dein Leben bringt, und das ist dann einfach nur großartig.
Sobald wir an dem Punkt anlangen, uns nicht mehr um uns selbst zu sorgen, sorgt Gott für uns; solange wir jedoch um uns selbst besorgt sind, kommt diese göttliche Ordnung für uns nicht voll zum Tragen. Nicht an dich selbst zu denken, nichts für dein menschliches Sein zu begehren, nicht danach zu streben, irgendetwas für den eigenen menschlichen Zustand zu tun, sondern ganz darauf bedacht zu sein, dass Gott in deinem Körper und deinem Geist verherrlicht wird und dass er der Hauptakteur in allen Bereichen ist – das ist die göttliche Ordnung. Es ist seine heilige Ordnung.
Es gibt eine heilige Ordnung. Es gibt Sekten, die sich »heiliger Orden« nennen oder »heilige Ordnungen« haben, doch die einzige heilige Ordnung ist jene, bei der Gott dein Wesen so sehr verändert, dass die Dreieinigkeit kommen und sich perfekt mit deiner menschlichen Natur verbinden kann. Wo der Mensch sich selbst nicht helfen konnte, weil er im unerbittlichen Lauf seiner Natur gefangen war, goss Gott seine göttliche Kraft in ihn hinein, bis seine Natur selbst göttliches Eigentum wurde.
Du hast eine Salbung
Eine andere für die heutige Zeit wichtige Eigenschaft des Heiligen Geistes fi nden wir in Johannes 14,26:
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Jesus sagte etwas sehr Ähnliches in einem späteren Kapitel: »Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen« (Joh 16,14). Alles, was dir offenbart wurde, musste zuerst genommen werden. Der Heilige Geist nimmt also zuerst von dem, was Christus gehört, und offenbart es dir. Dann kommt der Punkt, an dem du eine weitere Berührung brauchst. Was bedeutet das? Während du dienst, wird er dir alles ins Gedächtnis rufen, was du für deinen Dienst brauchst. Das ist für Prediger eine wichtige Sache. Gott wird uns sein Wort geben, und wenn wir etwas ganz Bestimmtes brauchen, wird er uns auch das in Erinnerung bringen. Der Heilige Geist kommt, um uns das Wort ins Gedächtnis zu rufen.
Ich werde euch nun folgendes Wort als Anhaltspunkt für weitere Betrachtungen an die Hand geben. In 1. Johannes 2,20 lesen wir: »Ihr habt die Salbung von dem Heiligen.« Gott gebe, dass wir das nicht vergessen! »Ihr werdet Kraft empfangen« (Apg 1,8). Oh, möge Gott dafür sorgen, dass wir uns daran immer erinnern!
Was will ich damit sagen? Anstatt auf dem felsenfesten Wort des Glaubens zu stehen und darauf zu vertrauen, dass sie die Taufe mitsamt ihrer Salbung und Kraft empfangen haben, sagen viele Menschen: »Ach, wenn ich doch nur spüren könnte, dass ich sie empfangen habe!«
Mein Freund, deine Gefühle berauben dich eines Großteils deiner Salbung. Deine Gefühle führen oftmals direkt in die Entmutigung. Du musst dich von allen menschlichen Gefühlen oder Wünschen lösen. Irdische Wünsche sind nicht Gottes Wünsche. Alle Gedanken der Heiligkeit, der Reinheit, alle Gedanken an die Kraft des Heiligen Geistes kommen von oben. Menschliche Gedanken sind wie Wolken, die zur Erde gehören. »[Gottes] Gedanken sind nicht [unsere] Gedanken« (Jes 55,8).
Wigglesworth über den Heiligen Geist
Auslegung einer Sprachenrede: Es sind die Schatten, die sich verflüchtigen. Es sind eure Gefühle, die an diesem Tag von euch weichen müssen. Es ist die göttliche Salbung einer neuen Schöpfung, die sich in eurer menschlichen Natur ausbreitet, die alles verändern muss, sogar euer Umfeld, und euch so machen muss, dass euer Herz und auch der Verstand, die Zunge und alles andere in einem Zustand sind, der den Herrn verherrlicht. Denkt daran, es kommt von oben in euer Herz, um euer ganzes Leben zu verändern, bis ihr so seid, wie er es versprochen hat: Söhne Gottes, ausgestattet mit Kraft.
»Ihr habt die Salbung« (1Joh 2,20).
Manche Dinge sind notwendig. Nehmen wir an, ich bin von Menschen umgeben, die alle in Not sind: Eine Frau ist todkrank; ein Mann hat seine geistigen Kräfte verloren; eine andere Person scheint im Sterben zu liegen. Hier sind sie. Ich sehe die große Not, und ich falle auf die Knie und weine. Doch tatsächlich sollte ich etwas ganz anderes tun.
Gott will nicht, dass ich weine. Gott will nicht, dass ich mich abmühe. Gott will nicht, dass ich mich ängstige und voller Sorgen bin und einen kummervollen Geist habe. Was erwartet er stattdessen von mir?
Einfach nur, zu glauben. Nachdem du empfangen hast, glaube nur. Werde dir seiner Autorität bewusst; wage es zu glauben. Sag: »Ich werde es tun!«
Die Taufe mit dem Heiligen Geist sagt mir also: »Du hast eine Salbung.« Die Salbung ist gekommen; die Salbung bleibt; die Salbung ist mit uns. Doch was, wenn du nicht in einer Haltung bleibst, die zulässt, dass die Ausgießung, die Salbung, verstärkt werden kann? Oh weh, dann ist der Geist betrübt; dann bewegt
Was ist das Problem? Es steht etwas zwischen dir und dem Heiligen; du bist nicht rein, nicht lauter, du verlangst nicht nach ihm allein. Etwas anderes ist dazwischengekommen. Dann ist der Geist betrübt, und du hast die Salbung verloren.
Ist der Salbende noch da? Ja. Wenn er einzieht, kommt er, um zu bleiben. Er wird entweder betrübt sein, voller Seufzen und Mühen, oder er wird da sein, um dich über die Mächte der Finsternis zu erheben, dich durch seine Kraft zu verwandeln und dich dahin zu bringen, dass du voll ausgerüstet bist.
Vielen Menschen entgehen alle potentiell erzielbaren Erfolge, weil sie Folgendes nicht verstehen:
Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben. — 1. Johannes 2,27
Von welcher »Salbung« ist hier die Rede? »Wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft ; der ist umhergezogen und hat Gutes getan« (Apg 10,38 lut). Dieselbe Salbung ist auch bei uns. »Und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehrt.« Dieselbe Salbung ist mit dir und wird dich alles lehren.
O lieblicher Jesus! Gesegnete Menschwerdung der heiligen Erscheinung! Danken wir Gott für die Dreieinigkeit, die heute in unseren Herzen offenbart ist. Danken wir Gott für diesen herrlichen, frei zugänglichen Weg. Danken wir Gott, dass die Finsternis sich in Tag verwandelt. Danken wir Gott für immerwährendes
Wigglesworth über den Heiligen Geist sich nichts bei dir. Du bist dann wie tot. Du spürst, dass die ganze Freude weg ist.
Leben. Danken wir Gott für die Hoff nung, dass wir heute alle verändert werden können. Halleluja!
Friede, Friede, süßer Friede, der vom Vater aus der Höhe kommt.
Friede, Friede, wunderbarer Friede, süßer Friede, das Geschenk der Liebe Gottes.
Genau das ist die Haltung und die Gegenwart, die jeden zur Fülle bringen wird.