Ist der Heilige Geist wirklich in jedem Buch der Bibel zu finden? Die Antwort lautet: Ja! Wie könnte es auch anders sein? Wie könnte derjenige, der jedes Wort des Alten und des Neuen Testaments inspiriert hat, nicht auch in diesen Büchern zu finden sein?
Ich liebe den Heiligen Geist und werde es nicht müde, über ihn zu sprechen. Ich werde nie den Tag vergessen, an dem er mein Leben berührte. Danach war nichts mehr wie zuvor. Ich bin für nichts anderes mehr zu begeistern als für seine majestätische Gegenwart. Ich werde von einer heiligen Leidenschaft für den Heiligen Geist angetrieben. Vom ersten Moment an, als er sich mit mir befreundete, wollte ich ihm der bestmögliche Freund sein; ich wollte seine Gedanken, seine Macht und sein Wesen kennenlernen. Ich wollte unbedingt mehr über die Person des Heiligen Geistes erfahren und bat ihn deshalb, mich zu lehren. Ich sagte zu ihm: »Bring mir alles bei! Ich will mir kein Detail über dich entgehen lassen!«
Ich hatte all die wunderbaren Offenbarungen, die der Herr mir bereits gegeben hatte, treu verwaltet – Offenbarungen über den Heiligen Geist. Ich schrieb sie in Büchern auf. Ich habe sie in Predigten verkündigt. Ich vermittelte sie in Lehreinheiten. Ich habe sie zum Inhalt von Gebeten gemacht. Ich habe sie auf Audio und Video aufgenommen. Und je mehr ich über den Heiligen Geist sprach, desto klarer wurde mir, dass es noch mehr zu wissen gab. Manchmal, mitten in meiner Predigt, gab mir der Heilige Geist geflüsterte Anweisungen, spontane Einblicke in seine Person. Gerade wenn ich
dachte, ich hätte alles entdeckt, was es über ihn zu entdecken gibt, fand ich mehr – viel mehr. Liebe Leserin, lieber Leser, der Brunnen der Offenbarung wird nie versiegen. So viel gibt es über IHN zu entdecken.
Weil ich treu blieb und mit diesen Offenbarungen sorgsam umging, goss der Herr noch mehr in mich hinein. Je intensiver wir nutzen, was er uns gegeben hat, desto mehr stellt er uns zur Verfügung. Der Herr wird uns immer noch mehr geben, wenn wir mit seinen Kostbarkeiten gut umgehen.
Wer in kleinen Dingen treu ist, wird auch in großen treu sein.
Und wer schon in geringen Angelegenheiten betrügt, wird auch bei größerer Verantwortung nicht ehrlich sein. — Lukas 16,10 nlb
Ich begann, den Heiligen Geist an Stellen in der Bibel zu sehen, an denen ich ihn nie zuvor gesehen hatte. Vor allem in den Büchern der Bibel, die historischer Natur sind, hatte ich nicht erwartet, ihn zu fi nden. Und doch war er da – er war die ganze Zeit dagewesen. Getreu seiner sanften und demütigen Natur wirkte er auf hintergründige Weise durch mächtige Diener Gottes, indem er treue göttliche Gefäße über die Ebenen von Gottes vollkommenem Willen lenkte und ihnen den richtigen Anstoß gab.
Ich fragte mich, wie ich ihn vorher so oft übersehen konnte.
Immerhin hatte ich diese Bibelstellen schon gelesen. Innerlich fragte ich den Heiligen Geist: Wie konnte ich dich so oft in der Bibel übersehen? Warum hast du mir nicht gezeigt, dass du da warst? Ich vernahm als seine Antwort: »Weil du nie danach gefragt hast.«
Der Heilige Geist macht es sich nämlich nicht zur Priorität, von sich selbst zu zeugen. Seine hauptsächliche Botschaft ist dieselbe wie die des Vaters – ihre Botschaft ist Jesus.
Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben. — Johannes 15,26
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Das heißt jedoch nicht, dass der Heilige Geist niemals sein Werk, sein Wesen oder seine Person offenbaren wird. Es bedeutet nur, dass sein Schwerpunkt auf Jesus liegt. Je vertrauter du mit dem Heiligen Geist wirst, desto mehr wirst du Jesus lieben. Eine brennende Liebe zu Jesus ist das ultimative Zeichen der Verbundenheit mit dem Heiligen Geist. Es ist jedoch nichts falsch daran, die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist an sich zu suchen.
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! — 2. Korinther 13,14
Ermutigt durch die Wahrheit von Gottes Wort setzte ich meine Suche nach dem Heiligen Geist in der Bibel fort. Ich fragte mich: Könnte es sein, dass der Heilige Geist auf die eine oder andere Weise in jedem einzelnen Buch der Bibel zu finden ist? Gewiss, wir können dort die typologischen Bilder und Vorschattungen auf Christus fi nden. Aber gilt dies auch für den Heiligen Geist?
Liebe Leserin, lieber Leser, warum sollte es nicht so sein? Schließlich ist es das Öl, was das Licht der Lampe brennen lässt. Der Geist ist derjenige, der Jesus offenbart und ihn zu erkennen gibt. Wo wir Jesus in Aktion sehen, sehen wir immer auch den Geist am Werk. Wo wir sehen, wie Gottes Wille durch Menschen erfüllt wird, sehen wir zugleich das Wirken des Geistes. Das Wort Gottes, die Bibel, ist ein göttlicher Klassiker, gekennzeichnet durch das Übernatürliche und von der Hand des Geistes meisterhaft entworfen. Es war sein Atem, der die Worte der Propheten zu den Menschen trug. Es war seine Hand, die diejenigen leitete, die Gottes eigenes Wort aufzeichneten.
Ich behaupte schlicht und einfach, dass es in jedem einzelnen Buch der Bibel etwas über den Heiligen Geist oder sein Wirken zu lernen gibt.
Sein Wirken, seine Person und sein Wesen sind auf jeder Seite der Bibel erkennbar. Man muss nur wissen, wie man danach Ausschau
der Suche nach dem Heiligen Geist 9
hält. Auf der Suche nach dem Heiligen Geist in der Bibel habe ich festgestellt, dass er auf drei verschiedene Arten erwähnt wird: Er wird entweder konkret, hintergründig oder auf symbolische Weise erwähnt.
Konkrete Erwähnungen
Wenn ich von den »konkreten Erwähnungen« des Heiligen Geistes spreche, beziehe ich mich auf die direkten Verweise auf den Heiligen Geist in der Bibel. Aus naheliegenden Gründen ist die konkrete Erwähnung des Heiligen Geistes am leichtesten zu fi nden. Hier ist ein Beispiel für eine konkrete Erwähnung:
Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde! — Apostelgeschichte 1,8
In dem Vers, den du gerade gelesen hast, wurde der Heilige Geist deutlich beim Namen genannt. Es war nicht notwendig, ihn durch den Gebrauch von Symbolik oder durch ein Geheimnis zu offenbaren.
Die konkreten Erwähnungen des Heiligen Geistes liefern uns deutliche und richtungsweisende Wahrheiten über ihn – diese Wahrheiten helfen uns, ihn deutlich zu sehen, wo er sonst übersehen werden könnte. Auf diesen einfachen Wahrheiten bauen wir unser Fundament auf, um ihn in größerer Tiefe zu verstehen. Solange wir uns an die klaren biblischen Offenbarungen über den Heiligen Geist halten, werden wir es vermeiden können, in die gefährlichen Bereiche der Unwahrheit und des Aberglaubens abzugleiten.
Die konkreten Erwähnungen des Heiligen Geistes werden dein Herz darauf vorbereiten, die Geheimnisse des Wortes zu empfangen und dich zugleich vor Irrtum schützen. Wir müssen die klaren biblischen Wahrheiten über den Heiligen Geist verstehen, bevor wir genügend ausgerüstet sind, um ihn in Symboliken zu finden.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Symbolische Erwähnungen
Wenn du die »symbolischen Erwähnungen« des Heiligen Geistes in der Bibel sehen willst, dann musst du ihre Schriften aufmerksam lesen. Folgende Symbole stehen für den Heiligen Geist: Wind, Feuer, Öl, Licht, die Taube, die Wolke, das Siegel, Wasser und Wein.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass nicht jede Erwähnung dieser Worte in der Bibel ein Hinweis auf den Heiligen Geist ist. Manchmal bedeutet »Feuer« einfach Feuer. Manchmal bedeutet »Wein« auch nur »Wein« und so weiter. Wir dürfen den Schriften der Bibel keinesfalls irgendwelche Bedeutungen aufzwingen.
Ich werde in Kapitel 1 gleich noch näher auf die Symbole des Heiligen Geistes eingehen.
Hintergründige Erwähnungen
Hintergründige Erwähnungen des Heiligen Geistes sind Verweise, bei denen der Heilige Geist zwar weder in symbolischer noch konkreter Form auft ritt, jedoch sein Wirken oder dessen Auswirkungen erkennbar sind. Hintergründig sind sie insofern, als das Wesen oder der Dienst des Heiligen Geistes deutlich zum Ausdruck kommt, ohne dass sein Name oder ein für ihn stehendes Symbol genannt wird.
Was wir durch die konkreten Erwähnungen über den Heiligen Geist erfahren, können wir nutzen, um uns mit seinem Wirken und Wesen vertraut zu machen. Und indem wir mit seinem Wirken und Wesen vertraut werden, können wir besser erkennen, welche Auswirkungen seine unsichtbare Hand hat.
So wird zum Beispiel oft und richtigerweise darauf hingewiesen, dass Gott im Buch Esther nicht ein einziges Mal ausdrücklich erwähnt wird. Folgt daraus aber zwingend, dass wir die führende Hand des Heiligen Geistes nicht wirken sehen können?
Wurde uns nicht versprochen, dass der Heilige Geist in entscheidenden Momenten durch uns sprechen würde?
der Suche nach dem Heiligen Geist 11
Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt. — Lukas 12,12
Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist’s, der durch euch redet. — Matthäus 10,20
Da wir wissen, dass der Heilige Geist in göttlich bestimmten Momenten durch menschliche Gefäße redet, können wir eindeutig erkennen, wie der Heilige Geist durch Mordechai wirkt, als dieser die folgenden zeitlosen prophetischen Worte spricht:
»Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen, du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist?«
— Esther 4,14
Das ist selbstverständlich nur ein Beispiel dafür, wie konkrete Hinweise auf den Heiligen Geist (Lk 12,12, Mt 10,20) dazu genutzt werden können, den Heiligen Geist zu entdecken, wenn er seinen Dienst auf hintergründige Art und Weise ausübt (Est 4,14).
Ein weiteres Beispiel für eine hintergründige Erwähnung des Heiligen Geistes ist die Stimme Gottes selbst. Wenn Gott im Alten oder Neuen Testament zu seinen Dienern spricht, tut er dies durch seinen Heiligen Geist.
Gott sprach zu dem Propheten Jesaja durch den Heiligen Geist:
Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! — Jesaja 6,9
Woher wissen wir, dass es der Heilige Geist war, der zu Jesaja sprach? Der Apostel Paulus sagt es uns in der Apostelgeschichte:
Da sie sich aber nicht einigen konnten, trennten sie sich, nachdem Paulus das eine Wort gesagt hatte: Trefflich hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu unseren Vätern geredet, als er sprach: »Geh hin zu diesem Volk und sprich: Mit den Ohren werdet ihr
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen!« — Apostelgeschichte 28,25–26
Der Heilige Geist sprach zum Propheten Jesaja, allerdings ist das nicht ganz offensichtlich, wenn man das Alte Testament ohne den Filter des Neuen Testaments liest. Erst wenn man diesen Teil der Bibel durch das Neue Testament betrachtet, wird die hintergründige Erwähnung des Heiligen Geistes zu einer unbestreitbaren Tatsache.
Das Gleiche fi nden wir auch im Hebräerbrief:
Deshalb spricht der Heilige Geist: »Heute sollt ihr auf seine Stimme hören. Verschließt eure Herzen nicht gegen ihn, wie die Israeliten es taten, als sie sich auflehnten am Tag der Versuchung in der Wüste. Dort haben eure Vorfahren meine Geduld auf die Probe gestellt, obwohl sie vierzig Jahre Zeugen meiner Wunder gewesen waren!«
— Hebräer 3,7–9 nlb
Wann hat der Heilige Geist das gesagt? Als er durch König David in den Psalmen redete:
Der HERR spricht: »Verschließt eure Herzen nicht, wie Israel es bei Meriba tat, wie sie es bei Massa in der Wüste machten. Dort haben eure Vorfahren meine Geduld auf die Probe gestellt, sie haben meinen Zorn herausgefordert, obwohl sie meine Taten gesehen haben. — Psalm 95,8–9
Wenn also »der Herr« oder »Gott« im Alten Testament zu den Menschen spricht, geschieht dies durch den Heiligen Geist. Dasselbe gilt für das Neue Testament.
Diese biblischen Beispiele sind ein Beleg dafür, dass der Heilige Geist auch dort entdeckt werden kann, wo er nicht ausdrücklich und noch nicht einmal symbolisch erwähnt wird. Er durchdringt die gesamte Heilige Schrift.
Deshalb, liebe Leserin, lieber Leser, möchte ich, dass du den Heiligen Geist, welcher der Geist der Weisheit und der Offenbarung ist, darum bittest, dich zu salben und für den Empfang
Auf der Suche nach dem Heiligen Geist 13
seiner Offenbarungen bereit zu machen. Während ich dir nun verschiedene Bibelstellen präsentiere, in denen der Heilige Geist auf konkrete, hintergründige oder symbolische Weise erwähnt wird, werde ich dir auch von meinen eigenen wunderbaren Erfahrungen mit dem Geist Gottes berichten. Lass deinen Glauben neu beleben und mach dich bereit, dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel zu begegnen.
14 Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
DER HEILIGE GEIST IN 1. MOSE
Der Geist der Schöpfung — 1. Mose 1,2
Der Heilige Geist schafft und bringt neue Anfänge. Am Anfang war das Wort, und der Heilige Geist war bei ihm (siehe Joh 1,1; 1Mo 1,2). In 1. Mose 1,2 wird der Heilige Geist zum allerersten Mal in der Bibel erwähnt. Man kommt nicht einmal über den zweiten Vers des ersten Buches der Bibel hinaus, bevor man die Kraft des Heiligen Geistes in Aktion erlebt.
Die Erde aber war wüst und öde, finster war es über den Wassern. Und der Geist Gottes schwebte über der Wasserfläche. — 1. Mose 1,2 nlb
Wir fi nden ihn in der Schöpfungsgeschichte. Er ist der Geist Gottes von Ewigkeit her, der Atemhauch, mit dem alles begann.
Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes. — Psalm 33,6
Der Heilige Geist war am Schöpfungsakt nicht einfach nur beteiligt – er war von entscheidender Bedeutung für den Akt der Schöpfung.
Wir wissen das, weil die Bibel uns sagt, dass der Heilige Geist über der Wasserfläche »schwebte«. Das Wort »schweben« ist im Hebräischen rachaph, was »flattern, sich bewegen, schütteln oder brüten« bedeutet. Dieses Verb lässt uns an einen Vogel denken. In
diesem Fall stelle ich mir eine Taube vor, eines der Symbole für die Person des Heiligen Geistes.
Wie eine Taube brütete, flatterte und schwebte der Heilige Geist über dem Wasser.
In Bezug auf einen Vogel bedeutet »brüten«: auf Eiern sitzen, um sie auszubrüten. Brüten ist gleichbedeutend mit dem Ausbrüten eines Eies. Der Heilige Geist brütete über der Wasserfläche, um die Schöpfung auszubrüten.
Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind. — Hebräer 11,3
Die Bibel sagt uns, dass die gesamte Schöpfung aus dem Wort Gottes hervorgegangen ist. Gottes Stimme war Träger des komplexen Codes, der sozusagen alles programmierte, was heute existiert. Alles steht unter dem Befehl seines Wortes. Selbst die Gesetze des physikalischen Universums müssen ihm gehorchen. Warum sollten sie auch nicht? Schließlich war es seine Stimme, die sie in Kraft gesetzt hat. Jedes Molekül in deinem Körper, jedes Teilchen Materie in diesem Universum, die Zeit selbst und die Struktur des Raums wurden alle durch das Wort des Herrn hervorgebracht.
Der Heilige Geist brütete die Anordnungen des Vaters aus; er brütete über diesem Wort und ließ es zur Schöpfung werden. Alles, was je sein würde – jeder Stern, jeder menschliche Geist, jede Möglichkeit –, wurde als Potential vom Heiligen Geist ausgebrütet. Er flatterte über dem Wort Gottes.
Am Anfang sprach Gott, der Vater, das Wort über die finsteren Tiefen des Wassers, wo der Heilige Geist schwebte. Der Heilige Geist nahm den Samen von Gottes Wort und bebrütete diesen, sodass die gesamte Schöpfung in Existenz kam.
Traurigerweise stürzte Gottes Schöpfung in den schrecklichen Abgrund der Sündhaft igkeit. Der Mensch wandte sich von dem Privileg der Gemeinschaft mit Gott ab und entschied sich, entgegen
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
den Geboten Gottes zu handeln. Als Folge des Ungehorsams von Adam und Eva breitete sich die Sünde schließlich unter der Menschheit aus. Deshalb musste Gott um seiner eigenen Gerechtigkeit und der Zukunft der Menschheit willen einen Neuanfang starten. Er entschied sich, alles Leben auf der Erde vollständig zu vernichten, mit Ausnahme einiger weniger, die ein in den Augen Gottes gerechtes Leben führten.
Noah, seine Familie und kleine Gruppen jeder Tierart wurden von der Flut verschont, mit der Gott die Erde reinigte. Gott wies Noah an, eine Arche zu bauen, in der die wenigen Auserwählten Zuflucht vor den zerstörerischen Fluten fi nden sollten. Schließlich begannen die Wassermassen sich wieder zurückzuziehen. Doch erst 150 Tage nach Beginn der Flut setzte Noahs Arche auf dem Berg Ararat auf. Noah und alle, die sich an Bord der Arche befanden, warteten geduldig, bis das Wasser so weit zurückgegangen war, dass Festland zum Vorschein kam. Später setzte Noah die Vögel an Bord der Arche dazu ein, trockenen Boden zu finden.
Und es geschah nach Verlauf von 40 Tagen, dass Noah das Fenster an der Arche öff nete, das er gemacht hatte. Und er sandte den Raben aus; der flog hin und her, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war. Danach sandte er die Taube aus, um zu sehen, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf der Fläche des Erdbodens. Aber die Taube fand keinen Ort, wo ihr Fuß ruhen konnte. Da kehrte sie zu ihm in die Arche zurück; denn es war noch Wasser auf der ganzen Erdoberfläche. Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie und nahm sie wieder zu sich in die Arche. Und er wartete noch weitere sieben Tage; dann sandte er die Taube wieder von der Arche aus. Und die Taube kam zur Abendzeit wieder zu ihm, und siehe, sie hatte ein frisches Ölbaumblatt in ihrem Schnabel! Da erkannte Noah, dass das Wasser sich verlaufen hatte auf der Erde. Und nachdem er noch weitere sieben Tage gewartet hatte, sandte er die Taube wieder aus; da kam sie nicht mehr zu ihm zurück.
— 1. Mose 8,6–12
Auch hier sehen wir die Taube an einem Anfang beteiligt. Die Schöpfung stand vor einem Neuanfang, und die Taube ist an der Entstehung dieser neuen Schöpfung beteiligt. Um den geeigneten Ort für einen Neuanfang zu fi nden, ließ Noah die Taube aus der Arche frei. Die Taube flog umher auf der Suche nach der neuen Schöpfung – dem Land, wo alles neu beginnen konnte. Als die Taube zum dritten Mal aus der Arche freigelassen wurde, verschwand sie. Sie wurde nie wieder gesehen. Sie flog weg, um nach dem Ort für eine neue Schöpfung zu suchen. Es wird jedoch nirgendwo von ihr gesagt, dass sie zur Arche zurückkehrte, denn sie hatte trockenes Land gefunden.
Man beachte die starke Symbolik, die hier zum Ausdruck kommt. Am Anfang brütete der Heilige Geist über den finsteren Tiefen des Wassers. Die Schöpfung fällt jedoch. Gott möchte neu beginnen. Dann sehen wir eine Taube, die von der Arche wegfl iegt, auf der Suche nach einem Ort des Neuanfangs. Sie wollte dort landen, wo die neue Schöpfung sein würde.
Im 1. Buch Mose wird nicht berichtet, dass die Taube auf dem Trockenen landete. Aus dem Blickwinkel der biblischen Erzählung sehen wir die Taube nie landen.
Das heißt, wir sehen sie schon landen, aber erst sehr viel später.
Das Matthäusevangelium zeigt uns eine Taube, die auf denjenigen herabkam, der der Schöpfung zu einem echten Neubeginn verhelfen würde. Der Heilige Geist, der den Anbruch der neuen Schöpfung ankündigt, kommt wie eine Taube auf Jesus herab.
Als Jesus gerade aus dem Wasser stieg, öff nete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabschweben und sich auf ihm niederlassen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: »Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich große Freude.«
— Matthäus 3,16–17 nlb
Der Heilige Geist brütete also über der Schöpfung im 1. Buch Mose. Wir sehen, dass er am Anfang des Alten Testaments gegenwärtig ist.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Und am Anfang des Neuen Testaments ist er bei der Taufe von Jesus wieder zu sehen.
Am Anfang brütete der Heilige Geist über der Finsternis der Tiefe und kündigte die Schöpfung aller Dinge an. Dann kam der Heilige Geist auf Jesus und signalisierte der Welt, dass Gott abermals im Begriff war, etwas zu schaffen. Sein Ruhen auf dem Meister war ein Bejubeln der neuen Schöpfung – nicht einer Schöpfung des Materiellen, sondern einer neuen Schöpfung des Geistes in den Herzen der Menschen. Die neue Schöpfung, das umgestaltende Wunder der Erlösung, das in den Herzen der Menschen wirkt, wird offenbar, wenn das Wort des Evangeliums mit der überführenden Kraft des Heiligen Geistes zusammenwirkt.
Das Wort und der Geist ergeben zusammen die Schöpfung. Das ist es, was der Heilige Geist tut – er nimmt das Wort und wird schöpferisch tätig damit.
Liebe Leserin, lieber Leser, dies ist eine mächtige Wahrheit. Wo immer das Wort und der Geist sind, da ist auch ein Schöpfungswerk. Jesus, das fleischgewordene Wort, war mit dem Geist erfüllt. Deshalb hatte Jesus, wenn er sprach, schöpferische Kraft . Er konnte Nahrung vermehren, die Gliedmaßen von Gelähmten stärken, Blinde wieder sehend werden lassen und sogar Tote auferwecken.
Der Heilige Geist will in dir etwas erschaffen. Er möchte dein Wesen nach dem Bild Jesu formen. Er will in dir und für dich schöpferisch tätig sein.
Er brütet über jeder Zusage Gottes. Er brütet über jedem Gebet, das du sprichst. Er brütet über jeder Erklärung, die Gott über dich abgegeben hat. Wende dich jetzt im Glauben an ihn. Er schwebt nicht einfach über dir. Er wohnt in dir und sehnt sich danach, die neue Schöpfung herbeizuführen, den Willen des Vaters in deinem Leben sichtbar zu machen; er möchte zu deinem Nutzen schöpferisch aktiv werden. Lass ihn Neues erschaffen und das Bild Jesu in dir formen.
Namensänderer — 1. Mose 17,5
Darüber hinaus ändere ich deinen Namen. Er wird nicht mehr Abram lauten. Stattdessen wirst du Abraham genannt werden, denn du wirst der Vater vieler Völker sein. — 1. Mose 17,5 nlt
Der fünfte Buchstabe des hebräischen Alphabets, der Buchstabe He, steht unter anderem für den Atemhauch Gottes. Es war der Buchstabe, der dem Namen Abram hinzugefügt wurde, wodurch Abram zu Abraham wurde. Gott hauchte seinen Geist in Abrams Namen, wodurch er diesen und Abrahams Wesen für immer veränderte.
Der Geist des Träumers — 1. Mose 41,38
Der Heilige Geist gibt, offenbart, bewahrt und erfüllt Träume. Als ich elf Jahre alt war, zeigte mir der Herr meine Zukunft. Er zeigte mir, dass ich im Heilungsdienst tätig sein würde. Er zeigte mir, dass ich mithilfe von Medien und Büchern Menschen erreichen würde. Er zeigte mir, dass ich die Evangelisation in den Vordergrund stellen sollte. Er zeigte mir sogar Einzelheiten, zum Beispiel, über welche Fernsehsender meine Programme ausgestrahlt werden sollten, welche wichtigen christlichen Leiter ich treffen würde und wie ich den Dienst an sich strukturieren sollte.
Nein, er hat mir nicht jedes Detail gezeigt, und es erfordert immer noch eine Menge Glauben, den von ihm aufgezeigten Weg zu gehen. Doch dank dem Heiligen Geist durfte ich einen Blick auf meine Zukunft im Dienst werfen. Tief in meinem Inneren wusste ich, der Herr wollte, dass ich für die Verbreitung des Evangeliums verschiedene Medien und auch das Fernsehen nutze.
Im Jahr 2012 wagte ich einen Glaubensschritt und kündigte an, dass mein Dienst eine Finanzierungskampagne zur Einrichtung eines Fernsehproduktionsstudios starten würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits einige Kontakte zu bestimmten Fernsehsendern geknüpft, doch eine Sendezeit war keineswegs garantiert. Es ging
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
also um Glauben – alles hing vom Glauben ab. Ich hatte im Grunde nur einen von Gott gegebenen Traum und die Infrastruktur meines Dienstes, wie er sie mir zu bauen aufgetragen hatte.
Während der Kampagne wuchs meine Frustration angesichts des schleppenden Verlaufs unserer Spendenaktion. Viele Leute sagten zu und waren dann wieder weg, ohne ihre Zusagen zu erfüllen. Ich war dankbar für diejenigen, die sich gemeinsam mit mir dafür engagierten, durch Fernsehen und Medien mehr Menschen zu erreichen, aber ich gestehe, dass ich zunehmend entmutigt war.
Ich tat alles, was ich zu tun wusste. Mein Team und ich bemühten uns, Gelder einzusammeln. Wir organisierten. Wir verschickten Briefe, versandten E-Mails und posteten Statusmeldungen in den sozialen Medien. Dennoch kamen kaum Mittel herein. Es kam mir vor, als drückte ich mit meinen Händen gegen einen riesigen Felsbrocken. Ich wusste, wenn ich den Stein nur ins Rollen brächte, würde der Schwung zunehmen.
Einige Leute machten sich über mich lustig. Andere »rügten« mich dafür, dass ich Geld für das Evangelium sammelte. Sogar Pastoren, zu denen ich aufschaute, sprachen sich gegen mich aus. Einige meiner geistlichen Helden sagten mir, dass das, was ich zu tun versuchte, unmöglich sei und dass ich besser warten solle, bis ich im Glauben »reifer« geworden sei.
Ich wusste nur, dass Gott zu mir gesprochen hatte. Ich wusste nicht, wie der Traum in Erfüllung gehen würde, aber ich wusste, dass es so kommen würde. Ich war mir einfach sicher.
Während jener entmutigenden Monate besuchte ich eine kleine Gemeinde in einer Kleinstadt in Nordkalifornien, um dort zu dienen. Der Pastor dieser Gemeinde war zugleich Unternehmer –und ein sehr erfolgreicher noch dazu. Er war dafür bekannt, dass er großzügig für das Evangelium spendete.
Ich predigte in seinem Sonntagmorgengottesdienst. Während dieses Gottesdienstes tat ich einfach das, was ich immer tat. Ich verkündete den Gläubigen das Wort, predigte den Verlorenen das
Evangelium und diente den Kranken mit Heilung. Während dieses Gottesdienstes kam es jedoch zu einem besonderen Moment. Mit erhobenen Händen standen wir alle da und sangen einfach mit lauter Stimme dem Herrn zur Ehre. Ich muss noch einmal betonen, dass ich alles so machte wie sonst auch, wenn ich diene. Doch in diesem Moment legte sich die Gegenwart des Herrn auf eine sehr offenkundige Weise über diese Stätte. Die Gegenwart des Heiligen Geistes wurde so greifbar, so dicht, dass die Menschen zu weinen begannen. Überall im Saal weinten Leute.
Ich öff nete meine Augen, um zu sehen, wie der Herr seine Menschen berührte, und als ich das tat, erblickte ich den Pastor. Ihm liefen die Tränen übers Gesicht. Er war zutiefst vom Heiligen Geist bewegt.
An jenem Tag wurde eine Verbindung zwischen diesem Pastor und unserem Dienst geschaffen. Sein Herz war so bewegt, dass er einige Monate später einen Scheck an unseren Dienst ausstellte, der ausreichte, um den Bau unseres ersten Produktionsstudios zu finanzieren. Wie gesagt, ich hatte nichts Ungewöhnliches getan. Das war alles Gott.
Rückblickend sagte mir der Mann, der den Scheck ausgestellt hatte: »Weißt du, Diga, das ist nicht normal. Gott hat uns zusammengeführt. Wir haben einen Bund.« Als ich ihn fragte, warum er einen solch hohen Betrag für unseren Dienst gegeben hatte – die größte Zuwendung, die er je für einen Dienst bereitgestellt hatte –, erklärte er: »Das war Gott. Es war einfach Gott.«
Über all die Jahre hinweg hatte der Heilige Geist über diesen Traum gewacht, und schließlich ließ er ihn Wirklichkeit werden. Als mir gesagt wurde, was ich für den Herrn tun solle, hatte ich nicht die Verbindungen, die Ausrüstung, das Fachwissen oder auch nur das Geld, um diese Dinge auszuführen. Alles, was ich hatte, war ein Traum vom Herrn, und er hat ihn wahr werden lassen.
Wenn ich an Träume und Träumer denke, kommt mir Josef in den Sinn. Die Bibel sagt uns, dass Josef den Heiligen Geist hatte.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Da fragte der Pharao seine Beamten: »Können wir einen anderen finden wie diesen Mann, der so offensichtlich vom Geist Gottes erfüllt ist?« — 1. Mose 41,38 nlt
Josef stand anfangs nicht in der Gunst des Pharaos. Für ihn fing alles mit nur ein paar Träumen vom Herrn an. Es war allerdings so, dass Josef von seinem Vater Jakob gegenüber seinen Brüdern bevorzugt wurde. Diese Bevorzugung zeigte sich darin, dass er von seinem liebenden Vater einen bunten Mantel geschenkt bekam.
Jakob liebte Josef mehr als seine anderen Söhne, weil er ihm erst im Alter geboren worden war. Deshalb ließ er Josef eines Tages ein prächtiges Gewand machen. — 1. Mose 37,3 nlb
Josefs Brüder wurden dadurch zum Neid gereizt, und dieser Neid wandelte sich zu tiefem Hass auf Josef. Die Bibel sagt uns, dass Josefs Brüder sich nicht einmal dazu durchringen konnten, auch nur ein einziges freundliches Wort an ihn zu richten (siehe 1Mo 37,4). Der Hass seiner Brüder hätte Josef eigentlich abhalten sollen, seinen göttlichen Traum der Familie gegenüber zu offenbaren, doch er tat es trotzdem.
Eines Nachts hatte Josef einen Traum, den er seinen Brüdern erzählte. Da hassten sie ihn noch mehr. »Hört, was ich geträumt habe«, begann er. »Wir waren draußen auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Meine Garbe stellte sich auf und blieb stehen. Eure Garben scharten sich um sie und verneigten sich vor ihr!« — 1. Mose 37,5–7 nlb
Der Traum schürte den Hass in den Herzen von Josefs Brüdern weiter an. Sie alle verstanden, was er bedeutete: Josef würde über seine Brüder herrschen. Die Brüder, die Josef ohnehin schon verabscheuten, wurden durch die Mitteilung eines so dreisten Traums noch aufgebrachter. Sie hassten ihn dafür umso mehr.
Wieder hatte Josef einen Traum. Diesmal ging es darum, dass er nicht nur über seine Brüder, sondern auch über seine Mutter und seinen Vater herrschte.
Schließlich verleitete die Eifersucht von Josefs Brüdern sie zu einer abgrundtief hasserfüllten Tat. Ursprünglich wollten sie Josef töten, doch dann änderten sie ihre Meinung und verkauften ihn stattdessen in die Sklaverei, nachdem sie ihm seinen bunten Mantel vom Leib gerissen hatten.
Um ihre Sünde zu vertuschen, nahmen die Brüder Josefs Mantel, tauchten ihn in das Blut einer jungen Ziege und ließen den Vater glauben, Josef sei von einem wilden Tier getötet worden.
Josef fand sich in den Diensten eines Mannes namens Potifar wieder, doch die Umstände führten dazu, dass er zu Unrecht ins Gefängnis geworfen wurde. Während seiner Zeit im Gefängnis deutete Josef mit absoluter Treffsicherheit die Träume zweier Mitgefangener, eines Bäckers und eines Mundschenks (die beide direkt dem Pharao dienten).
Sie antworteten: »Wir hatten beide letzte Nacht einen Traum, aber es gibt niemanden hier, der uns sagen könnte, was unsere Träume bedeuten.« »Nur Gott kann Träume deuten«, entgegnete Josef.
»Erzählt mir, was ihr geträumt habt.« — 1. Mose 40,8 nlb
Durch die Deutung der Träume konnte Josef korrekt vorhersagen, dass der Mundschenk in drei Tagen wieder an der Seite des Pharaos stehen würde, während der Bäcker in drei Tagen hingerichtet werden würde. Als Gegenleistung für die Deutung der Träume verlangte Josef nur eines:
Denk an mich, wenn es dir wieder gut geht! Erzähl dem Pharao von mir und bitte ihn, mich hier herauszuholen. — 1. Mose 40,14 nlb
Doch als der Mundschenk drei Tage später wieder in sein Amt eingesetzt wurde, erinnerte er sich schon nicht mehr daran, Josef
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
dem Pharao gegenüber zu erwähnen. Erst zwei Jahre später fiel dem Mundschenk wieder ein, was Josef von ihm verlangt hatte.
Zwei Jahre später träumte der Pharao, dass er am Nilufer stand.
— 1. Mose 41,1 nlb
In diesem Traum sah der Pharao sieben kerngesunde Kühe aus dem Fluss kommen, und dann sah er sieben abgemagerte Kühe hinter ihnen aus dem Fluss kommen. Die dürren Kühe fraßen die gesunden Kühe. Der Pharao wachte auf und schlief wieder ein. Dann hatte er einen zweiten Traum, in dem er sieben gut gewachsene Weizenähren an einem Halm erscheinen sah. Dann kamen sieben kränkliche Ähren und verschlangen die gut gewachsenen Ähren. Diese Träume beunruhigten den Pharao so sehr, dass er nach jemandem suchte, der imstande wäre, sie zu deuten.
Am nächsten Morgen war der Pharao sehr beunruhigt über die Bedeutung der Träume. Er ließ alle Wahrsager und Gelehrten Ägyptens zu sich kommen und erzählte ihnen seine Träume. Aber keiner von ihnen konnte sie deuten. — 1. Mose 41,8 nlb
In diesem Moment erinnerte sich der Mundschenk an Josef.
Da sprach der oberste Mundschenk zum Pharao: Ich erinnere mich heute an meine Sünden! … Und dort war ein hebräischer junger Mann bei uns, ein Knecht des Obersten der Leibwache; dem erzählten wir es, und er deutete unsere Träume; jedem deutete er seinen Traum besonders. Und so, wie er es uns deutete, so ist es gekommen: Mich hat man wieder in mein Amt eingesetzt, und ihn hat man gehängt! — 1. Mose 41,9.12–13
Josef wurde aus dem Gefängnis geholt und gab dem Pharao dann die Deutung der beunruhigenden Träume. Die Träume bedeuteten beide dasselbe: Im Land Ägypten würde es sieben Jahre des Überflusses geben und danach sieben Jahre der Hungersnot. Gott hatte den Pharao gewarnt, damit dieser Vorbereitungen treffen könnte.
Der Pharao nahm die prophetische Deutung an und ernannte Josef zum seinem Stellvertreter über ganz Ägypten, damit er bei den Vorbereitungsmaßnahmen auf die Hungersnot helfen konnte. Und mit der Ernennung durch den Pharao wurden auch Josefs Träume Realität. Josefs Familie fand sich unter Josefs Herrschaft wieder –genau wie es in Josefs Träumen vorhergesagt worden war.
Da fragte der Pharao seine Beamten: »Können wir einen anderen finden wie diesen Mann, der so offensichtlich vom Geist Gottes erfüllt ist?« — 1. Mose 41,38 nlt
Der Heilige Geist ist der Geist des Träumers. Er spricht zu uns in den Visionen der Nacht, und er spricht auch in unseren wachen Stunden zu unseren Herzen. Durch den Heiligen Geist lässt Gott uns seine Wünsche wahrnehmen und verwirklicht sie auf diese Weise auch. Der Heilige Geist zeigt dir den Traum und arbeitet daran, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Du musst dich an seinem Werk nur in Form deiner Treue und deines Gehorsams beteiligen. Es sind nicht deine Fähigkeiten, die den Traum wahr werden lassen; vielmehr ist es das Können des Heiligen Geistes in dir.
Als ich versuchte, die Mittel für den Bau des ersten Fernsehstudios meines Dienstes zu beschaffen, tat ich alles in meiner Macht Stehende, doch erst als der Heilige Geist beschloss, etwas zu unternehmen, änderte sich alles.
Der Heilige Geist wird die Herzen berühren, die berührt werden müssen, um den Traum in Erfüllung zu bringen. Lass ihn einfach wirken. In meinem Fall berührte er das Herz eines Unternehmers. Bei Josef war es das Herz des Pharaos, das er berührte. Es war nicht mein Talent, das die Aufmerksamkeit meines Spenders erregte, und es war nicht Josefs Intellekt, der ihn in die Gunst des Pharaos brachte – es war der Geist des Träumers, der Heilige Geist.
Derselbe Heilige Geist, der auf Josef ruhte, lebt in dir. Lass den Traum in dir erwecken, denn der Geist Gottes wird ihn ganz gewiss verwirklichen.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
DER HEILIGE GEIST IN DER
APOSTELGESCHICHTE
Der Geist der Kraft — Apostelgeschichte 2,1–4
Die Gemeinde braucht den Heiligen Geist. Wenn die Evangelien vom Leben und Wirken Jesu berichten, dann ist die Apostelgeschichte ein Bericht über das Wirken des Heiligen Geistes. Die Apostelgeschichte schildert die Geburt und die Entwicklung der ersten Gemeinde. Das Buch beginnt mit der Anweisung Jesu an die Gläubigen, in Jerusalem auf den Heiligen Geist zu warten:
Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr [– so sprach er –] von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
— Apostelgeschichte 1,4–5
Die Gläubigen waren vereint in ihrem Gehorsam gegenüber der Anordnung Jesu, und sie empfi ngen den Heiligen Geist.
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. — Apostelgeschichte 2,1–4
Der Heilige Geist war derjenige, der die erste Gemeinde ins Leben rief und er ist es auch, der die Gemeinde durch die Jahrhunderte hindurch erhalten hat. Er ist die Kraft der Gemeinde. Der Heilige Geist ist der ultimative Experte für Gemeindewachstum. Er ist keine Belastung, die in Grenzen gehalten werden muss, sondern der Einzige, der wirklich etwas mit Ewigkeitswert bewirken kann. Wir müssen ihn unsere Dienste und Gemeinden leiten lassen.
Ich bin der Auffassung, dass der Heilige Geist und seine Kraft stärker in den Vordergrund gerückt werden müssen. Ich liebe den Heiligen Geist und ich rede ausgesprochen gern über den Heiligen Geist. Manche meinen sogar, dass ich zu viel über den Heiligen Geist rede.
Im Bestreben, »relevanter« zu werden, beginnen viele Teile der Gemeinde, den Heiligen Geist und sein Wirken zu vernachlässigen. Einige wissentlich, die meisten unwissentlich. Vor allem in den USA hat sich die Gemeindekultur vom Übernatürlichen wegbewegt. Da sie auf säkularen einflussreichen Plattformen gefeiert werden wollen, machen christliche Leiter oft den Fehler, die Ausdrucksmöglichkeiten des Heiligen Geistes einzuschränken.
Dienste, die den Heiligen Geist willkommen heißen, werden kritisiert, weil sie anders sind. Menschen, die den Heiligen Geist willkommen heißen, werden oft als »sonderbar« abgetan.
Doch wenn ich mich zwischen Coolsein und Salbung entscheiden müsste, würde ich dir sagen: »Behalte deine trendigen Klamotten, deine originellen Predigttitel, deine aufgedrehten Menschenmassen und deine einprägsamen Social-Media-Sprüche. Ich will stattdessen lieber die Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes.«
Ohne den Heiligen Geist ist eine Kirche nur ein Verein, sind unsere Predigten bloß Motivationsreden und unsere Einsätze
lediglich zeitlich begrenzte Akte der Wohltätigkeit. Das Wirken des Heiligen Geistes ist keine Ergänzung, sondern eine Grundvoraussetzung. Die Demonstration seiner übernatürlichen Kraft darf nicht nur gelegentlich erfolgen, sondern muss sich immer mehr ausweiten. Wir müssen seine rettende Kraft hervorheben, indem wir das Evangelium der Errettung predigen und den Menschen die Gelegenheit bieten, Zeugnis von seinem verwandelnden Wirken zu geben. Wir müssen seine befreiende Macht verkünden, indem wir kühn erklären, dass Abhängigkeiten durchbrochen werden können. Und es muss noch weiter gehen. Viele Pastoren bleiben an dieser Stelle stehen und denken sich schlau klingende Ausreden aus wie: »Ist die Errettung nicht das wichtigste Werk des Heiligen Geistes? Menschenleben werden verändert. Das bedeutet doch, dass wir dem Heiligen Geist Raum geben zu wirken.« Was sie wirklich sagen, ist: »Wir haben sein Wirken in bestimmten Bereichen, doch den Rest brauchen wir nicht. Um alles andere kümmern wir uns selbst.«
Der Heilige Geist ist ein Gentleman. Er wird nur so weit gehen, wie du es zulässt. Natürlich sind Errettung, Befreiung und emotionale Heilung Werke des Heiligen Geistes. Doch wir müssen ihm gestatten, mehr zu tun als das, was uns in den Augen der Öffentlichkeit vermeintlich gut dastehen lässt. Wir müssen ihm die Freiheit geben, weiter zu gehen als nur so weit, wie es die Aufrechterhaltung eines cleveren oder weltgewandten Images erlaubt.
Wann wurde in deiner Gemeinde das letzte Mal ein Dämon ausgetrieben? Wann hast du zuletzt den Kranken die Hände aufgelegt? Damit meine ich nicht das gemeinsame Gebet der Gemeinde für einen Kranken – ich meine, wann hast du das letzte Mal einem Kranken die Hände aufgelegt, in der Erwartung, dass er auf der Stelle vor den Augen aller Anwesenden genesen werde?
Wann wurde das letzte Mal laut und in anderen Sprachen ein prophetisches Wort gegeben? Wann wurden in deiner Gemeinde letztmals Menschen nachweislich mit der Gabe des Sprachengebets erfüllt? Wann gab es das letzte Mal Worte der Erkenntnis in deiner
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Gemeinde? Wir sehen das überall in der Apostelgeschichte. Hat sich der Heilige Geist verändert? Haben sich die Bedürfnisse der Menschen geändert?
Oder hat die Gemeinde ihre Herangehensweise geändert?
Da antwortete er und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!, spricht der HERR der Heerscharen.
— Sacharja 4,6
In einer Gemeinde, die er mit ins Leben gerufen hat, wird der Heilige Geist kleingeredet und vernachlässigt. Der Heilige Geist ist nicht nur der größte Evangelist, er ist auch der größte Pastor, Lehrer, Prophet und Apostel. Wenn wir unsere Dienstaufgaben mit seiner Hilfe erfüllen und uns bewusst sind, dass wir seine Befähigung brauchen, kommt eine tiefe und mächtige Gnade auf uns. Der vom Geist geleitete Dienst hat eine ganz eigene Dynamik. Deshalb dürfen wir unsere Herangehensweise nicht nach dem Vorbild von Männern und Frauen gestalten, die vor uns gewirkt haben, sondern müssen unser Handeln in jedem Augenblick an der einzigartigen und bedarfsgerechten Führung durch den Heiligen Geist ausrichten.
Ohne den Heiligen Geist beginnen wir, uns auf Systeme und Strategien zu verlassen. Die Erweckung von gestern kann allzu leicht zur Religion von heute werden. Menschen haben die Eigenart, alles zu systematisieren.
Es gibt jedoch keinen Ersatz für die echte Kraft und Gegenwart des Heiligen Geistes. Man kann sein Können nicht kopieren. Wir müssen aufhören, sein Timing auf unsere Kirchenkalender und Veranstaltungspläne zu beschränken. Wir dürfen seine Kraft wirkungen nicht länger auf Einzeltreffen und »besondere Gottesdienste« begrenzen. Methoden können keine Wunder ersetzen. Programme können Kraft nicht ersetzen. Struktur kann Geist nicht ersetzen. Und unser Streben nach hohen Besucherzahlen sollte niemals wichtiger werden als unser Streben nach der Salbung.
Die Wahrheit ist, dass die Welt sich nach genau dem sehnt, wovon sich ein Großteil der Gemeinde entfernt hat. Die Menschen wollen das Übernatürliche, und nur der Heilige Geist kann es der Gemeinde bringen.
Der Heilige Geist ist der größte Gemeindebaumeister. Niemand kann besser als er Seelen gewinnen, eine Gemeinde aufbauen oder das Reich Gottes ausweiten. Wenn wir uns auf seine Führung einlassen, uns demütig seinem Sachverstand unterordnen und seine Führung erbitten, dann werden wir einen besseren Weg finden, Gottes Reich zu bauen. Er ist nämlich keine Last; er ist unsere einzige Hoff nung, Menschen zur Errettung zu führen. Er ist unsere einzige Hoff nung, Menschen zu Jüngern zu machen. Er ist unsere einzige Hoff nung, Jesus richtig darzustellen. Warum sollten wir weniger empfangen wollen als alles, was der Heilige Geist für uns hat?
Praktisch sein, ja. Weisheit von Leitern erlangen, ja. Organisiert und geordnet sein, ja. Aber gib all dem niemals den Vorrang vor dem, was der Geist Gottes tun kann.
Du möchtest Menschen im Glauben aufbauen? Dann folge der großartigsten pastoralen Salbung auf Erden – dem Heiligen Geist.
Du willst Menschenmassen anziehen? Gehorche dem Ermöglicher des Übernatürlichen, dem Heiligen Geist.
Du willst eine Gemeinde aufbauen? Dann befrage den, der die Gemeinde in der Apostelgeschichte aufgebaut hat, die das Vorbild für alle Gemeinden ist. Berate dich mit dem Heiligen Geist.
Der Heilige Geist ist die Kraft der Gemeinde.
Der Geist der Kühnheit — Apostelgeschichte 2,38
Petrus antwortete ihnen: »Kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu. Lasst euch alle taufen im Namen von Jesus Christus zur Vergebung eurer Sünden. Dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.« — Apostelgeschichte 2,38 nlb
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
Derselbe Petrus, der den Herrn verleugnete, war später derjenige, der vor Tausenden stand und kühn das Evangelium verkündete. Was machte den Unterschied? Der Heilige Geist war es. Der Heilige Geist ist derjenige, der uns eine heilige Kühnheit gibt.
Der Aussender — Apostelgeschichte 13,4
Saulus und Barnabas wurden vom Heiligen Geist ausgesandt. Sie gingen hinunter zum Seehafen Seleuzia und segelten von dort zur
Insel Zypern. — Apostelgeschichte 13,4
Gott beruft durch Menschen, doch die Person, die in den Dienst tritt, wird vom Heiligen Geist ausgesandt. Der Heilige Geist ist letztlich derjenige, der jeden Amtsträger oder Diener des Herrn aussendet. Nur er kann den menschlichen Geist derart anregen, dass eine Person dazu bewegt wird, ein himmlisches Werk zu tun; nur er kann die Person so stark salben, dass sie für dieses himmlische Werk bereit ist. Der Heilige Geist ist der Aussendende.
Der Heilige Geist in der Apostelgeschichte 267
WER IST DER
HEILIGE GEIST ?
Allzu oft lesen wir einzelne Abschnitte der Bibel, ohne deren volle Bedeutung zu bedenken. Oft mals werden die Wahrheiten des Wortes zu etwas Gewohntem. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Bibel noch einmal ganz neu lesen oder eine Wahrheit zum ersten Mal erfahren. Was wir dabei an Vertrautheit verlieren würden, könnten wir durch eine tiefere Betrachtung und Meditation über die Wahrheit zurückgewinnen. Denk also einmal über diese Wahrheit nach:
Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt in euch. — Römer 8,11 nlb
Der Heilige Geist wohnt bereits in dir. Der Gläubige braucht also nicht mehr von Gott. Alles, was Gott war, ist und jemals sein wird, nahm im Augenblick der Errettung in dem Gläubigen Wohnung!
Wenn der Heilige Geist kommt, dann kommt er in Fülle, nicht in Teilen. Denn wie könnte das Ewige aufgeteilt werden?
Die Frage ist nicht, wie viel vom Geist der Gläubige hat, sondern wie viel vom Gläubigen der Geist hat. Du brauchst nicht mehr Kraft, du brauchst mehr Hingabe. Denk über diese wunderbare Wahrheit einmal nach! Der Heilige Geist lebt in dir. Wer ist dieser Heilige Geist?
Er ist derselbe Geist, der im 1. Buch Mose am Anfang der Zeit über der fi nsteren Tiefe des Wassers schwebte, über der Schöpfung brütete und sich auf die schöpferischen Äußerungen des Vaters hin bewegte, sodass alle Dinge ins Dasein kamen. Er ist derselbe Geist,
Wer ist der Heilige Geist? 337
der Josef Träume gab und der jenen Gunst schenkt, die es wagen, göttliche Träume zu träumen.
Im 2. Buch Mose ist er das Feuer im Dornbusch, das Mose herausrief und ein Volk aus der elenden Unterdrückung der Sklaverei befreite. Er ist das kostbare Öl, mit dem Priester, Könige und Propheten gesalbt wurden. Er ist derjenige, der die Menschen dazu befähigte, die Bundeslade, die goldenen Leuchter, den Weihrauchaltar und andere Einrichtungsgegenstände der Stiftshütte herzustellen. Er befähigt uns, das Praktische zu tun.
Im 3. Buch Mose ist er das souveräne Feuer, das nur von Gott entzündet werden konnte. Im 4. Buch Mose ist er der andere Geist, der die Menschen des Glaubens von den Menschen der Furcht trennt. Das 5. Buch Mose nennt ihn die Wolke bei Tag und das Feuer bei Nacht. Im Buch Josua ist er der Ruach des Volkes Gottes, der Atemhauch, der die Rufe und Trompetentöne erzeugte, der Klang, der die Mauern einstürzen ließ, der Geist des Durchbruchs. Er ist die Erkenntnis Josuas, mit der die zerstörerische Kraft der Sünde im Lager aufdeckt wurde.
Er war derselbe Geist, der auf den Richtern war und sie befähigte, das Volk Gottes von der Täuschung weg und zurück auf Gottes Wege zu führen. Er war die übernatürliche Kraft des mächtigen Simson. Das Buch Rut offenbart ihn als den Geist der Annahme und als das Öl der Gunst. Im 1. Buch Samuel ist der Geist derjenige, der Menschen beruft, salbt und auch absetzt. Im 2. Buch Samuel wird er als derjenige offenbart, der durch David sprach und nun durch dich spricht.
In 1. Könige wird er die »sanfte leise Stimme« genannt. In 2. Könige verbirgt er sich als das alles durchdringende Öl, das nur füllt, was wir ihm überlassen. In 1. Chronik ist er der gleichgesinnte Geist. In 2. Chronik zeigt er sich als der stärkende Geist, der uns dazu führt, Kompromisse und geistliche Verfehlungen zu korrigieren. Esra offenbart seine überführende Kraft – er ist wirklich der Geist der Überführung, der Einzige, der in der Lage ist, die Herzen der Menschen zur Umkehr zu bewegen.
338 Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
In Nehemia wird der Heilige Geist als Tröster offenbart. In Esther ist er die Stimme der Bestimmung. In Hiob ist er der Leben spendende Geist, derjenige, der den Atem allen Lebens aufrechterhält. In den Psalmen ist er der Geist der Anbetung. In den Sprüchen ist er der Geist der Weisheit. In Prediger finden wir ihn als den Geist der Bestimmung, der Ewigkeit in unseren Herzen.
Sein sich verbergendes Wesen wird im Hohelied Salomos beschrieben: Er ist die verborgene Taube inmitten der Felsen. Dort ist er auch das unauslöschliche Feuer und der sanft lockende Wind. Jesaja offenbart ihn als den Geist, der auf Jesus ruhte und der heute mit derselben Kraft durch dich wirkt. Jeremia nannte ihn ein Feuer in seinen Knochen, einen, der in ihm die Leidenschaft für das Wort Gottes entfachte.
Die Klagelieder offenbaren ihn als denjenigen, der zutiefst über die Sünde trauert. Hesekiel zeigt uns, dass der Heilige Geist der Geist des Einsseins mit Gott ist. In Daniel ist er der vortreffliche Geist. In Hosea ist er der geduldige Geist. In Joel ist er die Verheißung des Vaters. In Amos ist er das verzehrende Feuer, die Flammen, die unsere falschen Vorstellungen von Gott verzehren.
Durch die prophetischen Worte Obadjas wird deutlich, dass der Heilige Geist für diejenigen kämpft , die er liebt – er ist das vergeltende Feuer. Bei Jona ist er der Wind, der umlenkt – er ist der Bewahrer der Berufung und derjenige, der dich in den vollkommenen Willen Gottes führt. Er wird dich nicht zu weit abdriften lassen. In Micha zeigt er sich als hartnäckiger, unveränderlicher Geist – er wird seine Meinung in Bezug auf das, was er dir sagt, nicht ändern.
Nahums Worte offenbaren den Heiligen Geist als denjenigen, der die sündhaft Verstockten vor Gottes Zorn warnt. Bei Habakuk ist er der Geist der gerechten Empörung. In Zefanja ist er der Geist der Hoff nung. In Haggai ist er der Feind der Furcht. In Sacharja ist er der Geist der Gnade, der uns befähigt, alles zu tun und zu werden, was Gott für uns will.
Wer ist der Heilige Geist? 339
Bei Maleachi ist er das Feuer des Läuterers. Matthäus offenbart ihn als die Kraft hinter der Fleischwerdung Christi und als die unaufhaltsame Macht gegen die dämonischen Mächte der Finsternis. Bei Markus ist er der geliebte Geist, den man nicht zu lästern wagen sollte. Bei Lukas ist er der Dreschwind. Bei Johannes ist er das Geheimnis hinter den größeren Werken. In der Apostelgeschichte ist er die Kraft der Gemeinde und der mächtig brausende Wind. Ohne ihn können wir die Gemeinde nicht aufbauen.
Im Römerbrief ist er der Eine, der Jesus liebt, und auch dein mächtiger Fürbitter. Im 1. Korintherbrief ist er der Geist Gottes. Im 2. Korintherbrief ist er der umwandelnde Geist. Im Galaterbrief ist er der Christus-gleiche Geist. Im Epheserbrief ist er die erhaltende Kraft. Im Philipperbrief ist er der persönliche Geist – man kann ihn als Freund kennenlernen. Kolosser offenbart ihn als den Geist der Liebe. Im 1. Thessalonicherbrief wird er als ein Feuer beschrieben, das wir nicht unterdrücken sollen. Lass ihn sein Werk tun. Der 2. Thessalonicherbrief sagt uns, dass er derjenige ist, der das Kommen des Antichristen hinauszögert. Er hält die Entwicklung aller endzeitlichen Ereignisse auf, bis die Verkündigung des Evangeliums abgeschlossen ist. Wenn er geht, kommt das Chaos.
Im 1. Timotheusbrief ist er der prophetische Geist. Im 2. Timotheusbrief ist er der Geist des Friedens. In Titus ist er der Geber neuen Lebens. In Philemon ist er der Geist der Vergebung. Der Hebräerbrief offenbart ihn als Gott, Jakobus als den eifersüchtigen Geist, 1. Petrus als den Geist Jesu, 2. Petrus als den Atem der Schriften, 1. Johannes als den Zeugen der Menschwerdung Jesu, 2. Johannes als den meisterhaften Lehrer und 3. Johannes als den Geist der Einheit.
In Judas ist er die Kraft des Gebets. Und in der Offenbarung ist er derjenige, der Jesus offenbart.
Und derselbe Geist, dieser mächtige und heilige Geist, lebt in dir.
Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist in jedem Buch der Bibel
WILLKOMMEN,
HEILIGER GEIST
Kannst du es glauben, wenn ich dir sage, dass es noch zahlreiche andere Dinge über den Heiligen Geist zu wissen gibt, die ich in diesem Buch gar nicht erwähnt habe? Er ist wirklich die Quelle, die niemals versiegt, der ewige Strom lebendigen Wassers. Ich bete, dass du dich mehr denn je zuvor nach der Gegenwart des Heiligen Geistes sehnst. Ich hoffe, dass dir ein tieferes Verständnis über den Heiligen Geist, eine größere Wertschätzung für ihn und eine engere Freundschaft mit ihm geschenkt wurden.
Liebe Leserin, lieber Leser, alles, was du in diesem Buch über den Heiligen Geist gelesen hast, kannst du dir erbitten! Vielleicht fragst du dich aber auch, wie du den Überblick über all seine Wohltaten behalten kannst. Manch einer fühlt sich vielleicht sogar ein wenig überwältigt von all dem, was ihm durch den Heiligen Geist zur Verfügung steht. Ich weiß, dass du dir nichts entgehen lassen willst.
Deshalb möchte ich dir eine gute Nachricht mit auf den Weg geben: Alle Segnungen des Heiligen Geistes werden durch schlichten Glauben empfangen. Wenn du den Heiligen Geist willkommen heißt, dann heißt du damit auch seine Gegenwart willkommen sowie alles, was er mit sich bringt und was er tut. Du musst dich nicht für jeden einzelnen von ihm angebotenen Segen abmühen. Du brauchst nur ihn selbst anzunehmen. Wenn du ihn annimmst, bekommst du mit ihm auch alles andere.
Wie also heißt man den Heiligen Geist willkommen? Wie beziehst du ihn in dein Leben ein? Es ist so einfach, dass es mir
Freude macht, es dir zu sagen: Durch Zeit wird der Heilige Geist Teil deines Lebens.
Zeit …
Verbringe einfach Zeit mit ihm, und alles, was er zu bieten hat, wird dein. Wir sind derart beschäft igt und abgelenkt, dass wir das unkomplizierte Zusammensein mit dem Heiligen Geist vernachlässigen. Doch tatsächlich braucht er von dir nichts weiter als deine Zeit, denn wenn du Zeit mit ihm verbringst, lernst du, dich ihm zu überlassen und ihm zu gehorchen. Er liebt es, Zeit mit dir zu verbringen. Er heißt dich willkommen. Heißt du ihn ebenfalls willkommen?
Gebet ist ein Akt des Sichverlassens auf den Heiligen Geist.
Deshalb, liebe Leserin, lieber Leser, ermutige ich dich, den Heiligen Geist willkommen zu heißen, indem du so oft wie möglich Zeit mit ihm verbringst. Lass nichts zwischen dich und diese kostbare Zeit in seiner Gegenwart kommen. Sprich mit ihm. Nimm ihn zur Kenntnis. Höre auf seine Stimme.
Heiße den Heiligen Geist in deinem Dienst, in deinem Zuhause, in deinem Leben willkommen.
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ÜBER DEN AUTOR
David Diga Hernandez ist Evangelist, Heilungsprediger, Autor und TV-Moderator. Er leitet einen evangelistischen Heilungsdienst mit Sitz in Südkalifornien. David reist durch die ganze Welt, um das Evangelium von Jesus als dem Retter zu predigen und die Kraft und Gegenwart des Heiligen Geistes zu verkünden. Die wöchentliche Fernsehsendung des Dienstes, Encounter TV, ist weltweit in Millionen von Haushalten zu empfangen und zeigt Höhepunkte aus Davids Wundergottesdiensten. Sein Dienst ist eindeutig von der Gegenwart des Heiligen Geistes, von Wundern, Heilung und Errettung geprägt. David ist ein einzigartiger und aufstrebender geistlicher Leiter, der dazu berufen ist, Gottes rettende und heilende Kraft in diese Generation zu bringen.