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Originally published in the USA by

Grace, the Power of the Gospel

Copyright © 2007 Andrew Wommack

Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Verlag Harrison House Publishers unter dem Titel Grace, the Power of the Gospel © 2007 by Andrew Wommack Ministries. Th is translation of Grace, the Power of the Gospel is published by arrangement with Harrison House. All rights reserved.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ĂĽber https://dnb.de abrufbar.

Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Revidierte Elberfelder Bibel entnommen. © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten. Alle Rechte vorbehalten.

Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten wurden vom Autor vorgenommen.

eü Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Kath. Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. lut Lutherbibel, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. nlb Neues Leben Bibel, © 2017 SCM R.Brockhaus, Witten.

slt Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft

Umschlaggestaltung: Harrison House Publishers

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Lektorat: Gabriele Kohlmann

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

5. Gesamtauflage 2024

© 2024 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-268-2, Bestellnummer 372268

E-Book: ISBN 978-3-95933-269-9, Bestellnummer 372269

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages.

www.gracetoday.de

Kapitel 4 Glaube schaff t Zugang zur Gnade

Kapitel 16

Kapitel 17

EINLEITUNG

Der Römerbrief ist das Meisterwerk des Apostels Paulus. Durchsetzt mit Beispielen aus dem Alten Testament, ist er eine ausführliche gelehrte Abhandlung zum Thema Gnade. Wenn wir seine Botschaft wirklich verstehen und empfangen, werden wir zu der völligen Überzeugung gelangen, dass wir aus Gnade und nicht durch unsere Werke in einen gerechten Stand vor Gott und in das richtige Verhältnis mit ihm kommen.

Der Römerbrief hat die Welt buchstäblich verändert. Im sechzehnten Jahrhundert geriet der Mönch Martin Luther wegen der Unzahl religiöser Gebote, die er zu befolgen hatte, in totale Frustration. Als er schließlich an der Frage verzweifelte, ob er seine Errettung denn überhaupt jemals verdienen könnte, sprach der Herr durch folgenden Vers aus dem Römerbrief zu ihm:

Wir werden durch den Glauben vor Gott gerechtfertigt und nicht durch das Befolgen des Gesetzes. — Römer 3,28 nlb

Dieser Funke Offenbarung veränderte nicht nur Luthers Leben, sondern er entzündete auch die Bewegung, die wir heute als Reformation bezeichnen. Ihr Einfluss auf Einzelpersonen und Regierungen veränderte buchstäblich die Welt – und tut es auch heute noch.

Jeder Erweckung lag eine Offenbarung über die Gnade Gottes zugrunde. Und jeder geistliche Aufbruch war von dem Bewusstsein geprägt, dass es erforderlich ist, die Unabhängigkeit des Menschen aufzugeben und seine Abhängigkeit von Gott anzuerkennen.

Deshalb muss auch heute der Wunsch nach Erweckung bei einem jeden mit dem Eingeständnis der völligen Unfähigkeit beginnen, eine richtige Beziehung zu Gott durch menschliches Bemühen und gute Werke herstellen zu können – sowohl in Bezug auf die Wiedergeburt als auch auf die tagtägliche Aufrechterhaltung dieser Beziehung. Da sich der Römerbrief konkret mit der selbstbestimmten, unabhängigen Haltung des Menschen auseinandersetzt, die nach wie vor die Welt erfüllt, ist er auch für uns heute noch genauso aktuell wie zur Zeit seiner Entstehung. Mach dich bereit, die Tiefen der Gnade Gottes zu ergründen!

Der hier vorliegende kurze Abriss des Römerbriefes macht die fundamentalen Wahrheiten des Evangeliums unserem Verständnis leicht zugänglich. Mach dich bereit, die Tiefen der Gnade Gottes zu ergründen!

8 Gnade – Die Kraft des Evangeliums

Die gute Nachricht

Paulus schrieb den Römerbrief an die Christen in Rom. Diese römischen Gläubigen waren größtenteils Heiden gewesen, die das Evangelium angenommen, die Wiedergeburt empfangen und sich der Nachfolge des Herrn verschrieben hatten. Doch jüdische Gläubige, die versuchten, das alttestamentliche Gesetz mit dem Christentum zu vermischen, machten ihnen das Leben schwer.

In den Anfangstagen der Gemeinde glaubten viele wiedergeborene Juden tatsächlich, dass das Christentum lediglich eine Erweiterung des Judentums sei. Deshalb betrachteten sie die Einhaltung aller elementaren Grundsätze des jüdischen Glaubens –insbesondere das alttestamentliche Gesetz, die Ernährungsvorschriften, den Brauch der Beschneidung und viele andere jüdische religiöse Gebote – immer noch als Grundlage ihres neuen Glaubens an Christus. Sie versuchten, den alten und den neuen Bund miteinander zu vermischen.

Paulus – der Apostel der Gnade für die Heiden – erklärte frei heraus, dass die Beschneidung und die Beachtung all der anderen jüdischen Sitten und Gesetze nicht erforderlich seien für die Errettung. Sein beständiger Kampf mit den als Judaisten1 bezeichneten gesetzlichen Juden ist in der Apostelgeschichte ausführlich dokumentiert.

Obwohl Paulus den Brief an die Galater mit derselben Absicht schrieb wie den Römerbrief, enthält der Galaterbrief einige deutliche und scharfe Zurechtweisungen gegen Gesetzlichkeit.

Der Brief beginnt mit der Aussage: »Verflucht sei jeder Mensch – und das gilt auch für mich –, der eine andere Botschaft verkündet als die, die wir euch gepredigt haben« (Gal 1,8 nlb). Um seiner Aussage besonderen Nachdruck zu verleihen, wiederholt er sie in Vers 9 gleich noch einmal. Paulus bezeichnet die Galater darüber hinaus als »unverständig« und »verzaubert« (Gal 3,1 slt), weil sie gesetzlichen Lügen glaubten, und erklärte ihnen, dass sie aus der Gnade gefallen seien, wenn sie sich im Hinblick auf ihre Errettung auf solche Dinge wie die Beschneidung verließen (Gal 5,3).

Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!

— Galater 5,4 slt

Der Römerbrief zeigt dieselben Wahrheiten auf, legt sie jedoch von einem eher lehrhaften Standpunkt aus dar.

Jeder, der die Botschaft des Römerbriefes wirklich versteht und annimmt, wird eine nachhaltige Veränderung in seiner Beziehung zu Gott erfahren.

Der Autor des Hebräerbriefes – ich neige zu der Annahme, dass es Paulus war – befasst sich mit genau denselben Dingen. Der Hebräerbrief, der sich gezielt an eine religiöse jüdische Denkweise richtet, plädiert für den Glauben an das vollendete Werk Christi, indem er sich auf die jüdische Tradition stützt (die alttestamentlichen Patriarchen, die Stiftshütte, das Priestertum, das Opfersystem und anderes mehr) und dabei aufzeigt, wie Jesus all dies vollkommen erfüllt hat.

Gnade – Die Kraft des Evangeliums

Der Römerbrief legt sowohl den jüdischen als auch den heidnischen Gläubigen die Gnade des Herrn Jesus Christus dar. Er ist an alle gerichtet! Jeder, der seine Botschaft wirklich versteht und annimmt, wird eine nachhaltige Veränderung in seiner Beziehung zu Gott erfahren. Die im Römerbrief enthaltene Offenbarung von Gottes Gnade befreit Gläubige von einer Leistungsmentalität, die ihre Beziehung zu Gott auf eigenes Bemühen gründet, und führt bei ihnen zu einem völligen Vertrauen und Verlass auf den Herrn, seine Güte und seine Gnade. Denn bei der Errettung geht es ausschließlich um Gottes Treue und nicht um unsere!

Diese Offenbarung ist die Grundlage für das Beibehalten einer engen Beziehung zu Gott. Wir mögen für eine Zeit lang alles gut machen, aber die Wahrheit ist, dass alle von uns gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen (Röm 3,23). Wir brauchen einen Retter! Unser Glaube muss ständig auf Gottes Güte und nicht auf unser eigenes Wohlverhalten gerichtet sein.

Das Evangelium

Paulus eröff net den Römerbrief mit herzlichen Grußworten. Er lobt die Gläubigen in Rom dafür, dass in der ganzen Welt von ihrem Glauben gesprochen wird. Nachdem er dann seinem Wunsch, sie zu besuchen, Ausdruck verliehen hat, fasst er die Botschaft des gesamten Briefes mit den Worten zusammen:

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben

Die gute Nachricht 11

Die ersten fünf Kapitel des Römerbriefes stellen das Evangelium als die Kraft Gottes dar, die das Leben Gottes in den Menschen hervorbringt. Es wurden schon viele Dinge, die keine gute Nachricht sind, als »Evangelium« propagiert.

Bevor wir diese Dinge weiter vertiefen, müssen wir zunächst einmal das Wort »Evangelium« defi nieren. Es ist zu einem religiösen Begriff geworden, der heutzutage viel von seiner Bedeutung eingebüßt hat. Viele Menschen assoziieren »Evangelium« mit allem, was mit Religion zu tun hat – insbesondere mit der christlichen Religion. Wörtlich bedeutet »Evangelium« aber »frohe Botschaft«2 oder »gute Nachricht«3.

Das griechische Wort euaggelion, das in 74 Versen des Neuen Testaments mit »Evangelium« oder »gute Nachricht« übersetzt wird4, kam in der übrigen Literatur außerhalb des Neuen Testaments so selten vor, dass es in den uns zugänglichen außerbiblischen Manuskripten nur zwei Mal zu finden ist. Warum? Weil dieses Wort nicht nur »gute Nachricht« bedeutet, sondern tatsächlich eine Nachricht beschreibt, »die fast zu gut ist, um wahr zu sein«. Und bevor Jesus kam, gab es in der Welt nicht viel, was fast zu gut war, um wahr zu sein. Die Autoren der Bibel übernahmen dieses Wort, da es ganz genau das beschreibt, was der Herr für uns getan hat.

Das Evangelium ist eine gute und keine schlechte Nachricht! Das schränkt die Bedeutung des Wortes »Evangelium« für uns

Gnade – Die Kraft des Evangeliums zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«. — Römer 1,16–17 slt

Nun, das sind zutreffende Feststellungen. Es gibt einen Himmel und eine Hölle, einen Gott und einen Teufel, und man kommt in die Hölle, wenn man nicht Buße tut und Rettung empfängt. Doch obwohl das alles wahr ist, so ist es dennoch keine gute Nachricht.

Ein Geschenk

Viele Menschen nehmen irrtümlich an, dass über die Hölle zu predigen, um Menschen mit Mitteln der Angst davor zu bewahren, Zweck und Inhalt des Evangeliums ist. Paulus lehrt im Römerbrief jedoch etwas ganz anderes. Wenn wir uns näher damit befassen und den Kontext des Briefes und die Adressaten des Apostels betrachten, werden wir sehen, dass diese Vorstellung das genaue Gegenteil davon ist, worüber der Apostel Paulus wirklich spricht. Es ist Gottes Güte, die uns zur Buße leitet! (Röm 2,4). Wir müssen für unsere eigene Sünde keine Wiedergutmachung leisten. Wir müssen nicht erst so heilig werden, dass wir Errettung verdienen. Obwohl es der Wahrheit entspricht, wenn man einer Person erklärt, dass ihre Sünde sie von Gott trennt und ewige Verdammnis zur Folge hat, so ist die gute Nachricht jedoch, dass Jesus gekommen ist und all unsere Sünde für uns getragen hat. Wir müssen für unsere eigene Sünde keine Wiedergutmachung leisten. Wir müssen nicht erst so heilig werden, dass wir Errettung verdienen. Sie ist ein Geschenk.

Die gute Nachricht 13 defi nitiv ein. Es wurden schon viele Dinge, die keine gute Nachricht sind, als »Evangelium« propagiert. So assoziieren zum Beispiel ziemlich viele Menschen innerhalb der sogenannten christlichen Kultur der Vereinigten Staaten das Evangelium mit einer Lehre, die besagt: Du bist ein Sünder! Wenn du keine Buße tust, kommst du in die Hölle!

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. — Römer 6,23

Religiosität betont heute überwiegend den Anfang dieses Verses – Denn der Lohn der Sünde ist der Tod … – und bezeichnet das dann als Evangelium. Menschen predigen sich über die Themen Hölle, Feuer und Verdammnis förmlich die Seele aus dem Leib. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin selber in einer solchen Gemeinde aufgewachsen. Oft umklammerten die Leute dort die Kirchenbanklehne vor ihnen so fest, dass ihre Knöchel weiß wurden. Sie fühlten sich überführt und verspürten große Reue! Natürlich gibt es auch dafür eine Berechtigung, aber wenn es ausschließlich um Gottes Zorn und sein Gericht über Sünde geht, handelt es sich nicht um das Evangelium. Das wahre Evangelium verweist ausdrücklich auf das Mittel, durch das wir gerettet werden. Wir werden durch den Glauben an das, was Jesus für uns getan hat, gerettet und nicht durch unser Vertrauen auf das, was wir für ihn tun.

Niemand kann sich selbst retten.

Das Evangelium ist Gottes Geschenk des ewigen Lebens durch Jesus Christus, unseren Herrn. Die gute Nachricht ist: Gott will nicht, dass irgendjemand in die Hölle kommt. Wir müssen keinen Berg von religiösen Anweisungen oder Geboten beachten. Ewiges Leben ist ein Geschenk. Wir müssen lediglich glauben und es empfangen. Glaube, was Jesus durch seinen Tod, seine Grablegung und Auferstehung vollbracht hat, und empfange die Reinigung von all

Gnade – Die Kraft des Evangeliums

Das Evangelium steht in direktem Bezug zu Gottes Gnade. Gnade ist der einzige Weg, auf dem wir die Vergebung unserer Sünden erlangen können. Vergebung resultiert nicht aus unserer Heiligkeit oder unseren guten Werken. Gott wählt nicht einfach die »guten« Menschen aus und rettet sie. Er rechtfertigt den Gottlosen, er gewährt ihm Rettung (Röm 4,5). Diese Tatsache bereitet religiösen Menschen viele Probleme. Sie erklären: »Moment mal! Ich glaube schon, dass man so einiges tun muss, um heilig zu sein!« Religiosität – falsche Religion, menschliche Konzepte, nicht von Gott gewirkte Rettung – lehrt, dass rechtes Ansehen bei Gott und seine Segnungen Ergebnis unseres Wohlverhaltens und unserer Werke sind. Religiosität predigt ständig: »Du musst genau in diese Gemeinde gehen! Du musst deinen Zehnten zahlen und dies und das tun! Und wenn du all diese Dinge tust, wird Gott dich akzeptieren.« Das ist das Anti-Evangelium! Es steht im Gegensatz zur guten Nachricht von Gottes Gnade, weil es uns die Last der Errettung auferlegt – und die können wir nicht tragen. Niemand kann sich selbst retten. Das ist im Wesentlichen das falsche »Evangelium«, das heutzutage von Religiosität gepredigt wird. Dabei kann durchaus von dem »einen wahren Gott« und von »Gott Vater« die Rede sein. Vielleicht wird sogar erwähnt, dass Jesus der Retter der Welt ist, der für unsere Sünden starb. Doch im Kern handelt es sich um ein anderes »Evangelium«, das überhaupt kein Evangelium ist (Gal 1,6–7).

gute Nachricht 15 deiner SĂĽnde sowie die damit einhergehende Freiheit und Befreiung. Das ist das Evangelium!

Im Galaterbrief weist Paulus diese Verdrehung der guten Nachricht ärgerlich zurück. Diejenigen, die diese falsche Botschaft vertraten, lehnten die grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums nicht vollständig ab, sondern verdrehten sie und versuchten, Dinge hinzuzufügen, indem sie sagten: »Ja, sicher ist Jesus der Retter. Aber Errettung basiert auch auf unserem persönlichen Wohlverhalten, unserer eigenen Heiligkeit und Leistung. Es ist Jesus plus die Erfüllung all dieser anderen Dinge.« Paulus erklärte: »Nein, nein, nein – tausendmal nein! Wenn ihr versucht, durch irgendetwas anderes als den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt zu werden, dann glaubt ihr nicht an das wahre Evangelium.«

Wenn ihr versucht, durch irgendetwas anderes als den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt zu werden, dann glaubt ihr nicht an das wahre Evangelium.

Das Evangelium beschränkt sich nicht nur auf den Glauben, dass es Rettung gibt, sondern beinhaltet auch den konkreten Weg, auf dem diese Rettung erlangt wird. »Wenn du dich gut verhältst und Gutes tust, dann bist du auch gut«, ist nicht das wahre Evangelium. Beachte, was Paulus auf der ersten Pastorenkonferenz der Geschichte in Ephesus sagte:

Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe: das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. — Apostelgeschichte 20,24

Gnade – Die Kraft des Evangeliums

Gnade = Evangelium

Jemand mag jetzt einwenden: »Nun, ich predige das Evangelium: Gott hasst Sünde, und er ist zornig auf dich. Tue Buße oder geh in die Hölle! Ändere deinen Lebenswandel oder du bekommst großen Ärger!« Das ist nicht das Evangelium, weil hier nicht von Gottes Gnade die Rede ist. Ja, es gibt eine Strafe für Sünde, aber das Evangelium betont Gottes Lösung für dieses Problem. Im Galaterbrief verwendet Paulus die beiden Begriffe »Evangelium« und »Gnade« austauschbar. Beachte, dass die Formulierung, »die Gnade Christi«, in Galater 1,6 ganz eindeutig das Evangelium bezeichnet.

Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium. — Galater 1,6

Der Galaterbrief wurde aus demselben Grund geschrieben wie der Römerbrief, nämlich um das Prinzip von Gottes Gnade aufzurichten.

Das Evangelium ist eine gute Nachricht. Es bezieht sich konkret auf das, was Jesus für uns getan hat. Es basiert auf seiner Leistung und nicht auf unserer. Wir verdienen uns unsere Errettung nicht durch gute Werke und eigene »Heiligkeit«. Wir müssen uns von

Die gute Nachricht 17 Paulus hätte es auch so ausdrücken können: »Ich sage als Zeuge für das Evangelium aus, das die gute Nachricht von der Gnade Gottes ist.« Mit anderen Worten: Die Begriffe »Evangelium« und »Gnade« sind austauschbar. Die gute Nachricht – das Evangelium – besteht in der Gnade Gottes.

Der einzige Weg zur Rettung

Die Gnade ist es, was das wahre Christentum von jeder anderen Religion in der Welt unterscheidet. Auch andere Religionen erkennen vielleicht einen »einzig wahren Gott« an und verehren ihn. Vielleicht stimmen sie sogar darin überein, dass Jesus existiert hat und seine Lehren bewundernswert sind. Sie sagen, dass er ein guter Mensch war, vielleicht sogar ein Prophet – aber defi nitiv nicht Gott, offenbart im Fleisch. Religiosität lehnt es ab, Jesus Christus als den einzigen Weg zur Errettung – zur rechten Beziehung mit Gott – anzuerkennen.

Jede falsche Religion – sogar das religiöse Christentum – bürdet die Last der Rettung dem Einzelnen auf. Mit anderen Worten, »Errettung« basiert demnach auf unserer Leistung. Wenn wir nur heilig genug lebten, genügend gute Dinge täten, alle Rituale und Regeln beachteten, dann könnten wir vielleicht auch errettet werden. Das Problem ist nur – und der Römerbrief macht das sonnenklar –, dass niemand von uns diesen Wertmaßstäben entsprechen kann. Wir können uns nicht selber retten!

Das wahre Christentum ist der einzige Glaube auf der Erde, der sich auf einen Retter gründet. Am Tag des Jüngsten Gerichts wird jeder von uns allein vor Gott stehen und die Frage beantworten müssen: »Was macht dich würdig, in meine Gegenwart einzugehen?« Die Nachfolger all der anderen Religionen werden dann

18 Gnade – Die Kraft des Evangeliums diesem Verlass auf uns selbst lösen. Doch traurigerweise fördert vieles von dem, was heutzutage als Evangelium bezeichnet wird, in Wirklichkeit eher das Vertrauen auf das menschliche Ego als das Vertrauen auf den Retter. Das ist nichts anderes als falsche Religion!

Das Wort Gottes offenbart uns jedoch klar, dass alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen (Röm 3,23). Wer will schon der beste Sünder sein, der je in die Hölle gekommen ist?

Deshalb können wir in Bezug auf unsere Errettung einfach nicht auf uns selbst vertrauen.

Das Evangelium, von dem im Römerbrief die Rede ist, stellt die gute Nachricht von der Errettung unabhängig von unserer Leistung dar.

Ein wiedergeborener Gläubiger würde auf dieselbe Frage jedoch anders antworten und sagen: »Jesus Christus ist mein Herr und Erretter. Ich vertraue völlig auf seine Güte und seine Leistung. Es geht ganz sicherlich nicht um etwas, das ich getan habe. Ich komme auf der Grundlage dessen, was er für mich durch seinen Tod, seine Grablegung und seine Auferstehung getan hat, hier rein.« Das ist der richtige Ansatz! Unabhängig von unserer Leistung

Vielen Menschen auf der ganzen Welt, die das »Christentum« angenommen haben, ist das wahre Evangelium über Gottes Güte und Gnade noch nie zu Ohren gekommen. Sie ersetzen den Verhaltenskodex des Islam, Hinduismus, Buddhismus oder welcher Religion

Die gute Nachricht 19 sagen: »Ich war heilig und habe den Armen gegeben. Bestimmte Dinge habe ich nie und andere immer getan. Ich bin sogar zur heiligen Stadt gepilgert und habe die vorgeschriebenen Rituale ausgeführt. Ich habe dreimal täglich gebetet, und ich habe gefastet.«

20 Gnade – Die Kraft des Evangeliums auch immer mit dem des »Christentums«. Für viele Menschen ist das Christentum nichts weiter als ein anderes System von Regeln, Geboten und Vorschriften, durch die sie sich ihren Weg zu Gott verdienen müssen. Das ist nicht das wahre Evangelium, und es ist genau das, wogegen sich der Römerbrief wendet.

Das Evangelium, von dem im Römerbrief die Rede ist, stellt die gute Nachricht von der Errettung unabhängig von unserer Leistung dar. Sie geschieht allein durch Gottes Gnade. Das ist beinahe zu gut, um wahr zu sein. Aber es ist wahr. Danke, Jesus!

ĂśBER DEN AUTOR

Als Andrew Wommack am 23. März 1968 der übernatürlichen Liebe Gottes begegnete, wurde sein Leben für immer verändert. Seit vielen Jahrzehnten bereist Andrew Amerika und die Welt und lehrt die Wahrheit des Evangeliums. Seine tiefe Offenbarung von Gottes Wort vermittelt er mit Klarheit und Schlichtheit. Dabei legt er seinen Schwerpunkt auf Gottes bedingungslose Liebe und das Gleichgewicht zwischen Gnade und Glauben. Mit seinem Programm auf GospelTruth.TV erreicht er fast die Hälfte der Weltbevölkerung. 1994 gründete er das Charis Bible College (Charis) und hat seither Charis-Standorte in verschiedenen Großstädten Amerikas und weltweit eröff net. Andrew hat eine Fülle an Lehrmaterial in gedruckter Form und im Audio- und Videoformat veröffentlicht, von dem das meiste kostenlos von seiner Website abgerufen werden kann.

Du kannst das AWM-Team per Brief, Mail oder Telefon kontaktieren:

Andrew Wommack Ministries gGmbH

Postfach 56 03 02, 60407 Frankfurt am Main, Deutschland info@andrewwommack.de | +49 69 64357850

Gebets-Hotline: +49 69 643578578 www.andrewwommack.de

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