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Paperback: ISBN 978-3-95933-260-6, Bestellnummer 372260
E-Book: ISBN 978-3-95933-261-3, Bestellnummer 372261
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EINLEITUNG
Der Titel dieses Buches geht auf eine Vision zurück, die ich 1988 hatte und in der es um eben diesen Grenzzaun ging. Was ich im Folgenden beschreibe, war kein Nachttraum und auch kein inneres Bild bei geschlossenen Augen. Alles in dieser Vision lief direkt vor meinen offenen Augen ab.
Wichtig zu wissen ist, dass Wunder für mich nichts Unbekanntes waren. Vor dieser Vision hatte ich schon mindestens achtzehn
Jahre lang zahlreiche übernatürliche Begegnungen mit dem Heiligen Geist erlebt. Durch verschiedene Dienste empfi ng ich eine Vielzahl von geistlichen Gaben und Segnungen, für die ich äußerst dankbar bin. Infolgedessen bestätigte sich durch Glenda und mich, dass tatsächlich Wunder durch uns als Gläubige fl ießen. Menschen standen aus ihren Rollstühlen auf, blinde Augen öff neten sich, Taube erlangten ihr Gehör und Krebs im Endstadium wurde zerstört. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass da noch mehr, sehr viel mehr war! Das Zeugnis des Heiligen Geistes und die Zusagen in Gottes Wort brannten in mir. Sie waren unablässige Erinnerungen daran, dass jeder, der an Jesus glaubt, Wunder wirken wird, wie er sie vollbracht hat, und sogar noch größere, weil er zum Vater gegangen ist! Einige meiner Freunde begannen, sich ein wenig Sorgen um mich zu machen.
Zuerst dachten sie, es handele sich um ein übertriebenes, ungesundes, impulsives Extrem, das irgendwann wieder abklingen würde. Sie hofften mit einer gewissen liebevollen Belustigung, dass ich irgendwann zu einer anderen Obsession übergehen würde, bis ich schließlich erschöpft und desillusioniert wäre und letztendlich
Zurück zu meiner Vision. Ich war gerade dabei, einen Berg der südafrikanischen Drakensbergkette hinabzusteigen, und zwar bei Lyndhurst, einem meiner Lieblingsorte. Es war ein wunderschöner wolkenloser, sonniger Tag. Plötzlich erschien die Herrlichkeit Gottes vor mir! Zuerst war ich geschockt und verwirrt! Die Farbe, die ich sah, ist schwer zu beschreiben. Der einzige Ausdruck, der mir dafür in den Sinn kommt, ist eine »satt strahlende Pracht«. Dann sah ich, dass diese wunderschöne, intensive Herrlichkeit von einem unüberwindlichen Grenzzaun umgeben war. Ich sehnte mich mit jeder Faser danach, diesen Grenzzaun zu überwinden!
Ich vernahm die innerlich hörbare Stimme des Geistes, die sagte: »Sieh genauer hin.« Dann sah ich mich selbst mit meinem Gesicht und Körper gegen die Außenseite dieses Zaunes gepresst. Alles in mir wollte durch diese Umzäunung hindurch. Im Geist konnte ich sehen, dass der Zaun tiefe Abdrücke in meinem Gesicht hinterlassen hatte. Ich hörte, wie der Geist mit einer Stimme voller Liebe und Zärtlichkeit sanft zu mir sagte: »Eine Tiefe ruft die andere und die Sehnsüchte deines Herzens sind die Sehnsüchte meines Herzens. Der Tag wird kommen, an dem du diesen Zaun passierst, und viele andere mit dir!« Im Geist konnte ich zwar immer noch den Klang der herablassenden Stimmen hören, die mich verspotteten, aber sie hatten völlig ihre Macht verloren, mich jemals wieder zu täuschen oder zu entmutigen! Der Geist sagte wieder zu mir: »Sieh genauer hin!« Ich sah eine Hand auf der anderen Seite
Grenzzaun zu einem »ausgewogenen« Diener des Evangeliums werden würde. Ich kann einen ausgewogenen, im Gleichgewicht befi ndlichen Christen nur so definieren: Er ist jemand, der die Wunder tut, die Jesus getan hat, und der noch größere Wunder tut, weil Jesus zum Vater gegangen ist. Jeder Gläubige, der sich mit weniger zufriedengibt als mit den vollkommenen Zusagen Christi in ihrer Ganzheit, ist äußerst unausgewogen!
des Zauns, die mir Krümel – wie Brosamen – über den Zaun zuwarf. Der Geist Gottes sagte zu mir: »Mithilfe dieser Brosamen habe ich dich dazu gebraucht, Menschen aus ihren Rollstühlen zu holen und die Augen der Blinden zu öff nen.« Ich war schockiert! Ich fragte mich, was wohl geschähe, wenn der Vater diesen Grenzzaun aufheben würde. Er hörte meine Gedanken und sagte: »Dies ist die unvergängliche Herrlichkeit des neuen Bundes. In diesem Reich der unverfälschten, ungeschwächten Herrlichkeit Gottes geschehen Wunder mühelos. Diese Herrlichkeit ist unfehlbar und einzig auf meiner Gnade gegründet. Die Wunder werden ganz einfach geschehen, aber Männer und Frauen mit selbstsüchtigen Ambitionen, indoktriniert durch pervertierte Weisheit und geprägt von ihren Traditionen, werden sich damit brüsten. Sie werden ihre Formeln und Rezepte, die erklären sollen, warum ich diese großen Wunder gerade durch sie wirke, zu vermarkten und zu verkaufen beginnen. Sie werden sagen, es sei ihr heiliger Lebensstil, ihr Gebetsleben oder ihr Fasten. Sie werden sich der Dinge rühmen, die sie tun. Doch diese unverfälschte Herrlichkeit ist einzig und allein auf meiner Gnade gegründet. Ich rüste treue Menschen zu, die so leicht zu einer Haltung der Demut fi nden, dass die Erkenntnis meiner Herrlichkeit die Erde bedecken wird wie die Wasser das Meer. Lass dich zurüsten, denn ich werde den Grenzzaun nur denen öff nen, die sich bereitgemacht haben.«
Disparität und Paradigmen
Herzlich willkommen. Ich lade dich mit Freude zu dieser Reise ein, auf der du hinter den Grenzzaun gelangen wirst. Du stehst im Begriff, ein reichhaltiges prophetisches Gebiet zu betreten.
Disparität! Ich habe dieses Wort hervorgehoben, weil es treffend die hässliche Natur eines bestimmten Verhaltens beschreibt, das schleichend entsteht. Ich meine damit die Bereitwilligkeit, mit der das Ausbleiben einer konsistenten, vollumfänglichen Manifestation der wunderwirkenden Kraft Gottes einfach hingenommen wird. Disparität bezeichnet ein Nebeneinander von Ungleichem, in dem Fall den unvereinbaren Gegensatz zwischen den großartigen Verheißungen in Gottes Wort und den weitaus schwächeren Resultaten, die wir als Gemeinde im Allgemeinen bisher erlebt haben. Es geht dabei um die Kluft oder den Unterschied zwischen der verheißenen Ebene der Realität in Gottes Wort und der tatsächlichen Realität, wie sie sich in den Erfahrungen der meisten Christen widerspiegelt. Disparität verursacht emotionale Spannungen, die uns unangenehm sind. In dem Maße, in dem sich die Disparität vertieft und verfestigt, wird bei dem Gläubigen eine schleichende, negative Entwicklung in Gang gesetzt, die glaubenszersetzend wirkt und sich mit jeder Enttäuschung verstärkt. Begleitet wird dies von einem schwer durchschaubaren Geist okkulter Verlockung, der im Widerspruch zu allem steht, was rechtmäßig ist. Er verhält sich still, ist aber verführerisch und absichtsvoll. Wenn diese satanische Entwicklung nicht erkannt und durch die Kraft
In diesem Buch werden wir aufdecken, wie Disparität ganz leicht entlarvt werden kann. Noch wichtiger, wie sie außer Kraft gesetzt und zerstört werden kann und wie an ihre Stelle die Herrlichkeit des Vaters in voller Ausprägung treten kann, sodass diese die Erde bedeckt, wie die Wasser das Meer bedecken.
In 2. Korinther 4,4 wird der Teufel als »Gott dieser Welt« bezeichnet. Das Wort »Welt« an dieser Stelle ist das griechische Wort Kosmos, von dem wir das Wort Kosmetik ableiten. Kosmetika werden verwendet, um Makel abzudecken und sie attraktiv erscheinen zu lassen! In gleicher Weise versucht Disparität sich als etwas darzustellen, das notwendig, aber harmlos ist. Das ist sie nicht! Sie ist die Frucht einer bösen Wurzel. Wahrer prophetischer Dienst wird in diesen Tagen dringend gebraucht, weil er unter die Oberfläche blickt, um dort böse Wurzeln auszureißen. Die entstandenen Missverhältnisse sind ganz einfach die Frucht von falschen Denkmustern, die sich über die Jahrhunderte hinweg tief im inneren Bewusstsein der Gemeinde verankert haben.
Paradigma entstammt dem Griechischen. Man versteht unter diesem Wort ein durch unterbewusste Konditionierung entstandenes Denkmuster. Wenn du ein fehlerhaftes Paradigma in ein korrektes Paradigma umwandelst, wird sich der betreffende
Disparität und Paradigmen 11 der Offenbarung bekämpft wird, werden viele Gemeinden ihre Erwartungen auf ein Niveau absenken, das durch menschliche Anstrengung erreicht werden kann, ohne dass die übernatürliche Hilfe von Gott nötig wäre. Das ist menschlicher Hochmut. Christen müssen sich die Augen öff nen lassen, um zu erkennen, dass die Kapitulation vor einer solchen Disparität einer Unabhängigkeitserklärung der Erde gegenüber dem Himmel gleichkommt. Dies wird als Rebellion bezeichnet, die in der Bibel Zaubereisünde genannt wird. Zauberei ist dann im Spiel, wenn sich eine niederrangige Autorität über eine höherrangige Autorität erhebt.
Bereich deines Lebens verbessern. Ein Paradigmenwechsel ist eine radikale Änderung der Annahmen, die jemand in Bezug auf die Herangehensweise an eine bestimmte Sache vertritt. Hier ist der Punkt: Vergeude nicht deine Zeit damit, negative Auswirkungen ändern zu wollen. Wenn du dich zu lange darauf konzentrierst, wirst du in der Disparität enden! Korrigiere stattdessen dein fehlerhaftes Paradigma. Nimm Veränderungen in deinem Inneren vor, und du wirst die positiven Auswirkungen im Äußeren sehen. Dein bewusster Verstand kann dein Paradigma nicht ändern –dein Unterbewusstsein ist dafür zuständig! Die Bibel sagt, dass der Mensch so ist, wie er in seinem Herzen denkt (siehe Spr 23,7). Welcher Art die Denkmuster in unserem Herzen sind, lässt sich also immer an unseren Ergebnissen ablesen. Es geht hier nicht um Verurteilung, aber wir müssen aufhören, die Schuld auf die falschen Dinge zu schieben. George Bernard Shaw sagte einmal, dass nur 2 Prozent aller Menschen denken, weitere 3 Prozent denken, dass sie denken, und 95 Prozent würden lieber sterben, als zu denken! Und Henry Ford sagte: »Denken ist die härteste Arbeit, die es gibt, und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige damit befassen.« Viele Menschen gaukeln sich selbst vor, dass Gehirnaktivität gleichbedeutend mit Denken sei, aber tatsächlich denken sie nicht. Sie lassen einfach zu, dass das, was um sie herum geschieht, die Geschehnisse in ihrem Inneren bestimmt.
Einer der Gründe für diese Passivität liegt in den Denkmustern, die in uns entstanden sind, als wir noch klein waren. Eltern geben ihren Kindern jedoch enorm viel Kraft und Stabilität, wenn sie ihnen immer wieder sagen: »Ich liebe dich, wenn du dich gut benimmst und ich liebe dich ganz genau so, wenn du dich schlecht benimmst.« Kinder müssen wissen: »Gott liebt mich, wenn ich Gutes tue, und er liebt mich ganz genauso, wenn ich Böses tue.« Es ist wichtig, dass Kinder mit dem Leitbild aufwachsen, dass
Liebe nicht durch Leistung verdient werden muss. Kaum etwas ist schwieriger für Menschen, als Heilung zu empfangen, wenn sie das Gefühl haben, sie hätten nicht genügend geleistet, um von Gott geliebt zu werden oder Heilung zu verdienen.
Hier ist eine Frage: Warum kehren die meisten Menschen nach einer Offenbarung der Gnade in die Abhängigkeit des Gesetzes zurück, um von Gott gerecht gesprochen zu werden? Die Antwort ist: Das Paradigma in ihrem Inneren lässt sie glauben, dass sie von Gott nur dann geliebt werden, wenn sie genug und richtig abliefern. Ich werde dir beweisen, dass eine solche Denkweise Wunder mit hundertprozentiger Sicherheit verhindert.
Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen. — Galater 5,4
Ihr seid der lebendigen Wirkung Christi verlustig gegangen, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen. — Galater 5,4 elb
Das Paradigma, sich wieder auf das Gesetz zu verlassen, um vor Gott gerechtfertigt zu werden – eine Leistung zu erbringen, um Gottes Liebe und Wunder zu verdienen –, macht Christus für uns wirkungslos. Wirkungslos bedeutet, es gibt keine Wirkung! Keine Wirkung in Bezug auf Heilung, Segnungen, Ressourcen, Kraft oder Vergebung. Zum Gesetz zurückzukehren ist eine Beleidigung für den Geist der Gnade. Die Gnade steht über dem Gesetz. Aus der Gnade zu fallen heißt, zurück unter das Gesetz zu gehen. Das Gesetz steht für menschliche Leistung und ersetzt die vollkommene Leistung Christi für uns am Kreuz. Er hat uns vom Fluch des Gesetzes erlöst, sodass der Segen der Heilung allen, die es nicht verdient haben, frei zuteilwerden kann!
und Paradigmen 13
Als Christus, unser ganz und gar wunderbarer Herr, auf dieser Erde wandelte, wurde er beschuldigt, »ein Freund der Sünder« zu sein. Er heilte Scharen von Sündern, mit einer hundertprozentigen Quote, darunter Prostituierte, Aussätzige, Ausgestoßene und Unreine. In allen vier Evangelien wird wiederholt berichtet, dass er zahlreiche Sünder heilte. Und wie war das möglich? Sie waren nicht in der Synagoge unter dem Gesetz aufgewachsen. Als ihnen das Erbarmen und die Macht Christi erschienen, zögerten sie nicht, ihr Wunder zu empfangen. Christus konnte in voller Wirksamkeit handeln! Wohlgemerkt: Er konnte keine Pharisäer heilen. Bei den Pharisäern war Jesus Christus wirkungslos. In Kapitel 6 findest du einen Bibelabschnitt, der eine Situation schildert, in der die Kraft des Herrn auf Jesus lag, um die Pharisäer zu heilen, er jedoch völlig unwirksam blieb, weil er mit dem, was er tat und sagte, gegen das Paradigma der Pharisäer verstieß. Wie so viele moderne Christen heutzutage waren sie äußerlich rechtschaffen, sie taten gute Dinge – wie beispielsweise die Heilige Schrift zu studieren –, aber ihre Denkweise widersetzte sich der Gnade. Jesus IST Gnade! Das Paradigma der Pharisäer war: »Gott macht Menschen aufgrund ihrer Sünde krank.« Jesus heilte dreieinhalb Jahre lang jeden Tag Scharen von Kranken, die voller Sünde waren – und er tat es aus Gnade. Jesus wusste, dass sein Vater Menschen nicht krank macht.
… wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. — Apostelgeschichte 10,38 slt
Wie lässt sich Disparität auflösen? Eine Zunahme an Offenbarung ist die beschleunigende Kraft, die diese Missverhältnisse beseitigt, indem sie falsche Denkmuster niederreißt und auf Wahrheit
gegründete Denkweisen der Gnade entstehen lässt. Warum Gnade?
Die Gnade gibt uns aus freien Stücken das Geschenk der Gerechtigkeit, das uns zu immer größerer Herrlichkeit verhilft, die uns die Liebe des Vaters offenbart. Die Naturwissenschaft nennt das einen Quantensprung. Es handelt sich um eine plötzliche Beschleunigung, die eine Kluft schließt, die scheinbar unüberwindbar ist. Was einst unmöglich erschien, wird zur Normalität. Alle Zusagen Gottes werden plötzlich zugänglich. Die geistlichen Realitäten der übernatürlichen Welt folgen einer noch viel stärkeren Ordnung als die natürliche Welt. In der geistlichen Welt funktionieren Türen über ein Autorisierungssystem. Jeder Schlüssel besitzt ein Muster, das ihn befugt, Türen ins Übernatürliche zu öff nen. Selbstgerechtigkeit und Stolz besitzen im Himmel keine Autorität. Der himmlische Raum ist nicht chaotisch, dort herrscht göttliche Ordnung. Wenn wir das erkennen und uns demütigen, können wir jede Tür öff nen, die wir öff nen wollen. Es ist uns erlaubt, den Grenzzaun zu passieren und in unverfälschter Herrlichkeit zu wirken!
Während du die einzelnen Kapitel dieses Buches liest, wird der Geist der Weisheit und Offenbarung systematisch falsche Paradigmen beseitigen und sie durch korrekte Paradigmen ersetzen, die eine bevollmächtigte Denkweise von wahrer Tiefe hervorbringen. Ich bin sehr gespannt darauf, was sich in deinem Inneren abspielen und im Äußeren manifestieren wird. Ich möchte dich dazu anregen, dieses Buch nicht im Eiltempo durchzulesen. Halte immer wieder inne, um über das Gelesene nachzudenken und dir Dinge bewusst zu machen. Ganz gleich, in welchem Alter du bist, ob noch ganz jung oder schon etwas älter, es ist defi nitiv der Wille unseres Vaters, dich für herrliche Zeichen und Wunder und übernatürliche Werke zu gebrauchen!
Disparität und Paradigmen 15
Es ist immer Gottes Wille, alle zu heilen
Dies zu verstehen ist sehr wichtig, denn Glaube kann nur handeln, wenn der Wille Gottes klar und deutlich bekannt ist. Für viele Heilungssuchende unserer Zeit ist das größte Glaubenshindernis die Ungewissheit, ob es Gottes Wille ist, alle zu heilen oder nur einige. Die meisten Leute wissen zwar, dass Gott Menschen heilt, aber viele moderne Lehren hindern sie daran, zu erkennen, wie absolut klar es im neuen Bund ist, dass Gott immer alle heilen will.
Der Glaube an Heilung kommt nicht aus dem Wissen um Gottes Fähigkeit zu heilen, sondern aus der Gewissheit, dass er stets gewillt ist, seine Fähigkeit zur Heilung einzusetzen!
Käme ein Milliardär und würde zu meiner Gemeinde sagen: »Ich bin in der Lage, jedem von euch eine Million Dollar zu geben«, hieße das noch gar nichts. Die Glaubensfrage wäre nämlich: «Bist du gewillt, jedem von uns eine Million Dollar zu geben?«
Würde dieser Milliardär daraufh in sagen: »Ich bin zwar in der Lage, jedem hier eine Million zu geben, aber nur drei von euch bekommen sie auch wirklich«, hätte keiner von uns den gewissen Glauben, diese Million tatsächlich zu erhalten! Wir würden nichts weiter tun, als zu hoffen, dass wir zu den drei Glücklichen zählen! Wenn dieser Milliardär nun aber sagte: »Ich habe eine rechtsgültig unterzeichnete und notariell beglaubigte Urkunde ausgestellt, die jedem von euch eine Million Dollar garantiert«, dann hätten wir
Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise durch die Propheten zu den Vätern geredet hat, hat er in diesen letzten Tagen zu uns durch den Sohn geredet, den er zum Erben über alles eingesetzt hat, durch den er auch die Welt gemacht hat. Dieser ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt das Weltall durch das Wort seiner Macht. Nachdem er die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst vollbracht hat, hat er sich zur
Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt. — Hebräer 1,1–3
Man beachte, dass es im alten Bund andere Stimmen gab, die sprachen, aber – und das ist ein sehr großes Aber – diese Stimmen hatten nicht die letzte Autorität! Die letztgültige Stimme in den letzten Tagen ist Jesus, der Sohn Gottes!
Die Bibel nennt fünf Merkmale, die Jesus legitimieren:
1. Er ist der Erbe aller Dinge.
2. Er schuf das Universum.
3. Er ist das genaue Abbild von Gottes Wesen.
4. Er hält durch sein mächtiges Wort alle Dinge zusammen.
5. Er ist das letzte und endgültige Wort; es ist Gottes Wille, alle zu heilen.
Es ist immer Gottes Wille, alle zu heilen 17 die Gewissheit des Glaubens. Denn dann wäre eine Million Dollar für jeden von uns eindeutig der Wille des Milliardärs für uns alle. Die Gewissheit des Glaubens in Bezug auf Heilung für alle gründet sich auf eine weitaus höhere Garantie, als sie irgendein Gericht oder Notar auf Erden zu geben vermag. Wenn es um den Willen Gottes geht, müssen wir uns an die höchste und letzte Autorität wenden. Die höchste Autorität ist nicht ein Prophet des alten Bundes. Das letzte Wort hat auch kein Theologe, Pastor oder Engel. Allein Jesus verkörpert es!
Es ist die höchste Form der Täuschung und Torheit, rangniedrigere Stimmen über die Person Jesu zu stellen! Die Bibel sagt:
Der Sohn ist der exakte Ausdruck Gottes wahrer Natur – sein Spiegelbild! — Hebräer 1,3 tpt
Jesus, der exakte Ausdruck der wahren Natur Gottes, das Spiegelbild, sagte niemals zu einem Kranken: »Behalte deine Krankheit. Gott diszipliniert dich. Gott gebraucht deine Krankheit und dein Leiden zu seiner Ehre!« Er heilte alle, die zu ihm kamen und Heilung suchten. Das Spiegelbild der wahren Natur Gottes heilte alle! Er sagte Ja! Ja! Ja zu allen!
Wenn du siehst, warum er alle heilte, wirst du erkennen, weshalb es keine Rolle spielte, wie viel Sünde sie in ihrem Leben hatten, wie viel Unversöhnlichkeit, Bitterkeit oder wie unwürdig sie waren. Er heilte sie alle! In vielen der neuzeitlichen Heilungslehren werden Heilung suchende Menschen dazu aufgefordert, zuerst in sich zu gehen, um festzustellen, ob sie irgendeine Form der Unversöhnlichkeit in ihrem Leben haben. Das mag von aufrichtigen Leuten kommen, die denken, dass sie damit helfen, aber sie irren sich gewaltig, denn sie haben keine Ahnung, warum das Ebenbild Gottes alle heilen will, völlig egal, welche Sünde oder Unversöhnlichkeit im Leben der Heilungsuchenden ist! Der Grund, warum Jesus alle heilen will, beantwortet zugleich die Frage, warum er ungeachtet des Zustands heilen will, in dem sich Menschen befi nden. Menschen bleiben nicht deshalb ungeheilt, weil sie Sünde in ihrem Leben haben, sondern weil ihnen nicht klar ist, warum Jesus alle heilen will!
Wenn du erst einmal verstanden hast, warum er alle heilen will, wirst du nicht mehr denken, du müssest Gott zur Heilung
Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter daniederlag und Fieber hatte. Und er rührte ihre Hand an; und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihnen. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen.« — Matthäus 8,14–17 slt
Hier ist das perfekte Beispiel für eine Schriftauslegung durch die Heilige Schrift. Die Bibel sagt ganz klar, dass der Grund, warum Jesus alle Kranken heilte – und auch heute noch alle Kranken heilen will –, Jesajas Prophezeiung ist. Jesaja prophezeite in Kapitel 53,4–5, dass Jesus »unsere« Gebrechen weggenommen und »unsere« Krankheiten getragen hat, und zwar genau am selben Ort und zur selben Zeit, als er »unsere« Sünden und Ungerechtigkeiten auf sich nahm und sie für uns trug. Das »unsere« meint jeden Einzelnen. Jesus starb für alle! Er hat jedermanns Krankheiten, Leiden, Sünden und Bestrafungen getragen. Jesaja prophezeit, dass am Kreuz allen vergeben werde und alle geheilt würden. Matthäus sagt, Jesus heilte deshalb alle, weil es für immer Gottes Wille ist, dass alle geheilt werden! Jesus wollte vor dem Kreuz alle heilen
Es ist immer Gottes Wille, alle zu heilen 19 überreden. Du musst ihn nicht anflehen. Du brauchst einfach nur Klarheit darüber, warum es immer sein Wille ist, dich zu heilen! Hier ist also der Grund dafür – und denk daran, dass die Bibel sich anhand der Bibel offenbart. Schriftstellen legen Schriftstellen aus. Wenn du den nachfolgenden Bibelabschnitt liest, beachte bitte, dass Jesus die Menschen heilte, um das, was der Prophet Jesaja gesagt hatte, zu erfüllen.
– wegen des Kreuzes –, und er will auch nach dem Kreuz alle heilen – aufgrund des Kreuzes. Vergebung und Frieden werden uns gleichermaßen am Kreuz zur Heilung aller Krankheiten gegeben. Ich habe noch nie einen Pastor sagen hören, dass es nicht immer Gottes Wille sei, jemandes Sünden zu vergeben. Aber ich habe schon viele Pastoren sagen hören, dass es nicht immer Gottes Wille sei, alle zu heilen, die krank oder leidend sind. Die Bibel beweist jedoch, dass sie damit falsch liegen. Dort heißt es nämlich, dass Jesus deshalb alle heilen will, weil er am Kreuz alle heilte – am selben Ort, an dem er auch allen vergab! Als Jesus, das exakte Abbild der wahren Natur Gottes – das Spiegelbild Gottes –, am Kreuz aufgerichtet wurde, war es für ihn absolut gleichrangig, dass alle Vergebung erhalten und dass alle Menschen Heilung erfahren. Wenn irgendein Pastor das eine über das andere stellt, entehrt er damit das Opfer Christi! Jesus sah immer beides als seinen vollkommenen Willen für alle an!
In Lukas 5,23 sagte Jesus: »Was ist leichter – zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf und geh umher!‹?«
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat; der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen.
— Psalm 103,2–3
Es ist Jesu Wille, alle zu heilen und allen zu vergeben, denn am Kreuz heilte er alle und vergab er allen.
Jesus zog umher in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren
Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Und als er die Menschenmengen sah, jammerten sie ihn; denn sie waren erschöpft und zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten
Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Autorität, unreine Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Gebrechen zu heilen.
Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Und große Menschenmengen folgten ihm, und er heilte sie alle.
— Matthäus 12,15
Jesus stieg aus und sah die große Menschenmenge; und sie jammerten ihn, und er heilte ihre Kranken.
— Matthäus 14,14
Und sie fuhren hinüber und kamen ins Land Genezareth. Und als die Männer an jenem Ort sie erkannten, schickten sie in die ganze Umgebung und brachten alle Kranken zu ihm und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes berühren dürften. Und alle, die ihn berührten, wurden völlig gesund. — Matthäus 14,34–36
Er ging mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz, und mit ihm die Menge seiner Jünger und eine große Menge des Volkes von ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstenland von Tyrus und Sidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden:
Es ist immer Gottes Wille, alle zu heilen 21 haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: »Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sendet.« Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, dass sie sie austrieben und jede Krankheit und jedes Gebrechen heilten. — Matthäus 9,35–10,1
Jesus hat nie zu irgendwem gesagt: »Behalte deine Krankheit zur Ehre Gottes.« Genauso wenig sagte Jesus jemals: »Behalte deine Verdammnis, behalte deine Schuld zur Ehre Gottes.« Nein! Am Kreuz hat er stellvertretend für jedes menschliche Wesen gelitten –damit wir alle von Krankheit und Verdammnis frei sein können. Gott bekommt keine Ehre, wenn wir das Kreuz ignorieren!
Und der HERR sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und tu sie auf eine Stange! Und es wird geschehen, jeder, der gebissen ist und sie ansieht, der wird am Leben bleiben. Und Mose machte eine Schlange von Bronze und tat sie auf die Stange; und es geschah, wenn eine Schlange jemanden gebissen hatte und er schaute auf zu der ehernen Schlange, so blieb er am Leben. — 4. Mose 21,8–9 elb
Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden. — Johannes 3,14
Beachte, dass jeder, der aufschaute, geheilt wurde. Nicht ein paar Auserwählte. Alle, die aufschauten, wurden geheilt. Das Verb »aufschauen« steht in der fortlaufenden Gegenwart – es geht nicht um einen kurzen Eindruck, einen flüchtigen Blick, sondern um ein Aufschauen und bewusstes Hinsehen. Eine fokussierte, intensive, klare Betrachtung der ehernen Schlange würde jedem, der sie ansah, Heilung garantieren.
Gott heilt Menschen aus Gnade – nicht, weil wir es verdient hätten, sondern weil Jesus am Kreuz bereits alle geheilt und allen
22 Hinter dem Grenzzaun und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Und die ganze Menschenmenge versuchte ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus und heilte alle. — Lukas 6,17–19
vergeben hat. Wir müssen Menschen nicht zwingen, über religiöse Hürden zu springen oder irgendwelche Bedingungen zu erfüllen. Alle Bedingungen wurden am Kreuz vollständig erfüllt. Der einzige Grund, der Menschen daran hindert, geheilt zu werden, ist das Fehlen einer lebendigen, klaren Lehre, durch die sie erfahren, dass es Gottes hundertprozentiger Wille ist, sie zu heilen.
In den vier Evangelien hat Jesus vor dem Kreuz alle geheilt, weil er wusste, dass er später am Kreuz alle heilen würde. Nach dem Kreuz fuhr Jesus fort, alle zu heilen, weil am Kreuz alle geheilt worden waren.
Es kamen auch viele Menschen aus den umliegenden Städten nach Jerusalem, und sie brachten die Kranken und die von unreinen Geistern Geplagten; und alle wurden gesund.
— Apostelgeschichte 5,16
Manche sagen, dass Heilung hundert Jahre nach dem Kreuz langsam verschwand. Warum sind sie nicht konsequent und sagen, dass ein paar hundert Jahre nach dem Kreuz auch die Vergebung verschwand? Ist ihnen klar, dass sie damit sagen, die Kraft des Kreuzes sei mit der Zeit immer schwächer geworden? Die Kraft des Kreuzes heilte alle, schon bevor Jesus am Kreuz war. Es ist ein zeitloser Sieg über Verurteilung, Flüche, Schuld und Krankheit. Die Kraft des Kreuzes erstreckt sich bis zum Ende der Zeit und darüber hinaus.
Es ist immer Gottes Wille, alle zu heilen 23
Wie kommt der Glaube?
Es ist schon seltsam, wie wir Menschen den Glauben zu etwas so Geheimnisvollem gemacht haben. Jahrelang schien Glaube für mich unerreichbar zu sein. Der Glaube wirkte auf mich nicht greifbar, als sei er eine Art außergewöhnlicher, heiliger Segen für ein paar Auserwählte, die einfach »Glück« hatten. Als ich dann schließlich entdeckte, wie leicht Glaube kommt, konnte ich es kaum fassen. Von da an bekam ich von Leuten zu hören: »Dein Glaube ist erstaunlich. Ich wünschte, ich könnte so glauben wie du.« Wenn ich ihnen dann sagte, wie der Glaube zu jedem kommt, unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Sprache oder Kultur, konnte ich bei einigen die Enttäuschung sehen. Sie hatten gehofft, dass dahinter ein höchst mystisches Geheimnis stecke.
Wie der Glaube kommt
Die Wahrheit ist: Es ist kein Geheimnis. Es steckt nichts Mystisches dahinter. Es hat auch nichts mit einer übernatürlichen, wunderlichen Gabe zu tun. Der Glaube ist nicht wählerisch, er ist nicht voreingenommen und er kennt auch keinen Zufall. In Römer 10,17 erfahren wir: »So kommt der Glaube durch das Hören, das Hören der Botschaft von Christus.«
Die Botschaft von Christus ist Gottes Wort und von seinem Geist eingegeben. Gottes Wort trägt den Glauben Gottes in sich.
In seinem Wort ist die Kraft enthalten, alles zu vollbringen, was es verspricht. Der Glaube kommt vom Hören, vom wiederholten, kontinuierlichen Hören dessen, was das Wort Gottes über Christus sagt. Lass mich dies noch einmal erklären: Die Bibel sagt, dass der Glaube vom Hören, dem Hören der Botschaft von Christus kommt. Während du dieses Buch liest, das voll von Gottes Wort über Christus und sein vollbrachtes Werk ist, hört dein Herz den Glauben Gottes. Je öfter dein Herz die klaren Aussagen im Wort Gottes vernimmt, die belegen, dass es wirklich ausnahmslos immer Gottes Wille ist, dich zu heilen, desto mehr Glaube kommt. Je mehr du hörst und immer wieder hörst, dass er dich bereits am Kreuz geheilt hat, umso mehr wirst du glauben. Der Glaube fl ießt und fängt an, Wirkung zu zeigen. Er sprießt in deinem Herzen auf und beginnt zu wachsen.
Wohlgemerkt, die Bibel sagt nicht, man solle versuchen, Glauben zu haben. Glaube entsteht nicht, indem man versucht, ihn selbst aufzubringen. Glaube kommt vom Hören, vom Hören der Botschaft von Christus. Die Bibel fordert dich nicht dazu auf, für Glauben zu beten. Für Glauben zu beten ist Ungehorsam gegenüber Gott. Nirgendwo in der Bibel heißt es: »Bittet um Glauben.« Verschwende deine Zeit also nicht damit, für Glauben zu beten. Du weißt bereits, wie Glaube kommt. Genauso weißt du, dass Gott Gebete beantwortet, die im Glauben an ihn gerichtet werden. Wenn du ihn also um Glauben bittest, weil du keinen Glauben hast, wie sollte Gott dann dein Gebet beantworten und dir Glauben geben, wo du doch nicht im Glauben gebetet hast? Glaube kommt nicht durch Gebet; Glaube kommt vom Hören, und zwar dem Hören der Botschaft von Christus! Niemand muss sich darum bemühen, Glauben zu haben. Nicht solche Bemühungen, sondern nur das wiederholte, kontinuierliche Hören der Botschaft von Christus und seinem vollbrachten Werk lässt den Glauben kommen. Es
Wie kommt der Glaube? 25
muss auch niemand so tun, als habe er Glauben. Glaube ist keine Einbildung. Glaube ist kein irrationaler, leichtfertiger Entschluss. Glaube ist nicht Hoff nung. Die Hoff nung selbst kann zum größten Hindernis für den Glauben werden! Warum? Weil Hoff nung sich immer auf die Zukunft bezieht. Glaube ist jetzt. Der Glaube ist die unmittelbare Gegenwart. Glaube kommt und kommt und wird beim Hören der Botschaft von Christus immer mehr, bis schließlich – spontan und mühelos – der Glaube zu etwas Automatischem wird. Glaube wird zur spürbaren Kraft des Geistes in dir, die sich mit göttlicher Heilungskraft verbindet.
Wahrer Glaube funktioniert unbewusst, ohne das Zutun menschlicher Gedanken oder bestimmter Konzepte. Der Glaube kommt durch das Hören von Gottes Wort und dem, was es über das am Kreuz vollbrachte Werk Christi sagt – solange, bis der Glaube den Punkt erreicht, an dem er mit Gottes Kraft in Berührung kommt! Die Bibel sagt in Hebräer 11,1 (nkjv), dass »der Glaube die Substanz dessen ist, was man erhofft«.
In dem Moment, in dem Glaube mit der Kraft Gottes in Berührung kommt, entsteht eine spontane Ruhe. Der Hoff nung wird eine übernatürliche Substanz namens Glaube zugeführt, die jene Dinge, auf die man für die Zukunft hofft, in die Gegenwart holt. Versuche niemals, Glaube selbst aufbringen zu wollen. Das ist fleischlich. Glaube kommt vom Hören, dem Hören der Botschaft von Christus. Wenn du das beachtest, wird der Glaube, der zu dir kommt, garantiert zu dem Punkt führen, an dem du automatisch mit der Kraft Gottes in Berührung kommst und sie auf dich übertragen wird. Es wird zu spontanen Glaubenshandlungen kommen. Du wirst feststellen, dass du Dinge, die du gar nicht bewusst geplant hast, einfach tust.
Reduziere den Glauben nicht auf menschliche Anstrengung. Mach ihn nicht zu einem Rätsel. Sieh ihn nicht als etwas, das nach
Hinter dem Grenzzaun
Betrachte Glauben nicht als etwas, das man sich verdienen muss, oder Heilung als eine Sache, für die man sich aufgrund von religiöser Heiligkeit qualifi ziert. Glaube interessiert sich nicht für diesen Unsinn. Glaube ist unkompliziert. Glaube kommt vom Hören, dem fortgesetzten Hören der Botschaft von Christus. Jeder Mensch kann Glauben haben, wenn er sich die nötige Zeit nimmt, um seinen Glauben zu nähren und seine Zweifel auszuhungern. Der Glaube wird stets zu dem Punkt gelangen, an dem es zum spontanen Kontakt und zur Kraft übertragung kommt, wenn du bereit bist, dein Herz immer wieder mit dem Wort Gottes zu füttern. Denke immer daran, dass es bei dem in Römer 10,17 erwähnten
Wort Gottes um die gute Nachricht vom gekreuzigten Christus geht.
Aber sie haben nicht alle dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: »Herr, wer hat unserem Bericht geglaubt?« Der Glaube kommt also durch das Hören und das Hören durch das Wort Gottes. — Römer 10,16–17 nkjv
Römer 10,16 ist ein direktes Zitat von Jesaja 53,1. Das gesamte Kapitel Jesaja 53 handelt vom vollkommenen Willen Gottes, alle zu heilen, allen zu vergeben, alle zu segnen, alle von Krankheiten und Flüchen zu befreien, allen Sieg zu geben, allen das Heil zu bringen, allen die Macht und Kraft Gottes zu offenbaren, allen den Schmerz zu nehmen, allen die Angst vor Bestrafung zu nehmen und allen Frieden zu geben.
Der Wille des Herrn führt durch den gekreuzigten Christus für alle zum Erfolg. Glaube kommt vom Hören, dem Hören des Wortes Gottes, der Botschaft von Christus. Das Wort bereitet den Weg für Wunder. Gottes Wort ist immer gegenwartsbezogen. Wenn du
Wie kommt der Glaube? 27 dem Zufallsprinzip funktioniert oder auf reinem Glück basiert.
das Wort Gottes liest oder hörst, hörst du Gott im Hier und Jetzt zu dir sprechen!
»Aber Rob, diese Worte wurden in der Vergangenheit geschrieben.«
Ja, aber es sind ewige Zusagen, die dir persönlich von einem ewigen Gott gegeben wurden. Eine Offenbarung seines »geschriebenen Wortes« ist gerade so, als stünde Gott direkt vor dir und spräche persönlich zu dir. Wenn Menschen lernen, das geschriebene ewige Wort Gottes zu respektieren, kommt der Glaube. Gottes ewiges Wort ist immer gegenwartsbezogen. Heilung ist jetzt verfügbar. Wenn die Gemeinde diese gegenwärtige, ganz persönliche Kraft seines Wortes sehen könnte, würde sie niemals behaupten, dass die Wunder mit den Aposteln des ersten Jahrhunderts vergangen seien. Wenn die Wunder vergangen sind, bedeutet das, dass auch die Zusagen Gottes vergangen sind! Und wenn die Zusagen Gottes vergangen sind, kann keiner mehr gerettet werden. Keiner kann wiedergeboren werden. Wenn die Zusagen vergangen sind, dann hat auch der Glaube aufgehört, denn der Glaube kommt vom Hören der Zusagen in Gottes Wort. Die Bibel sagt immer wieder von sich selbst, dass Gottes Wort für immer im Himmel festgeschrieben ist. Die gute Nachricht ist, dass Gott keinen Dienst durch Wunder bestätigt; er bestätigt sein Wort durch Wunder.
Sie aber gingen hinaus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die mitfolgenden Zeichen bestätigte. — Markus 16,20
Wie du siehst, wird der Herr mit jedem zusammenarbeiten, der ohne Scheu sein Wort predigt. Aber er wird nicht den Arbeiter, sondern sein Wort durch Wunder bestätigen. Warum? Weil der Glaube vom Hören kommt, dem Hören der Botschaft von Christus.
Glaube kommt auf keine andere Weise! Für Kranke zu beten, die nicht aufmerksam dem Wort zugehört haben, ist fast schon Zeitverschwendung. Der Herr hat seine eigenen Wege und Bedingungen für Wunder. Ob es uns gefällt oder nicht – er ist der Herr, wir sind es nicht. Unsere Partnerschaft mit Gott muss aus demütigem Gehorsam nach dem von ihm vorgegebenen Muster bestehen. Er bestätigt nicht uns! Er bestätigt die Botschaft der Gnade! Er bestätigt die klare Botschaft vom gekreuzigten Christus mit Wundern, und er arbeitet mit uns, indem er uns ermächtigt, Wunder zu tun.
So blieben sie nun eine lange Zeit dort und lehrten freimütig im Herrn, der für das Wort seiner Gnade Zeugnis gab und Zeichen und Wunder geschehen ließ durch ihre Hände.
— Apostelgeschichte 14,3
Weißt du, Menschen haben nicht den nötigen Glauben, um Heilung zu empfangen, solange sie nicht das Wort der Gnade immer und immer wieder hören. Sie müssen die Botschaft von Christus und seinem am Kreuz vollbrachten Werk bewusst in sich aufnehmen. Wenn sie Gottes Wort ignorieren, aber trotzdem ein Wunder wollen, erwarten sie im Grunde, dass Gott seine Integrität verletzt und sich ihren Vorstellungen beugt. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum Gott mich dazu aufgefordert hat, dieses Buch zu schreiben. Es herrscht einfach zu viel Verwirrung aufgrund von Annahmen, die aus falschen religiösen Traditionen entstanden sind und seinem Wort widersprechen!
Beachte, was passiert, wenn Menschen sich auf das Hören des Wortes konzentrieren: Der Glaube an Heilung kommt automatisch.
Wie kommt der Glaube? 29
In Lystra begegneten Paulus und Barnabas einem Mann, der von Geburt an nicht gehen konnte, denn seine Füße waren verkrüppelt. Er hörte Paulus aufmerksam zu, als dieser predigte. Ganz plötzlich erkannte Paulus, dass dieser Mann den Glauben in seinem Herzen hatte, geheilt zu werden. Also rief er laut: »Du! Im Namen unseres Herrn Jesus, stell dich auf deine Füße!« Der Mann sprang sofort auf die Beine, stand zum ersten Mal in seinem Leben und lief umher!
— Apostelgeschichte 14,8–10 tpt
Sehen wir uns nun an, wie wichtig der Glaube ist.
Aber ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
— Hebräer 11,6
Wer aber zweifelt, der ist verurteilt, wenn er isst; denn es geschieht nicht aus Glauben. Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde. — Römer 14,23
Warum es unmöglich ist, Gott ohne Glauben zu gefallen
Es ist schlichtweg unsinnig zu sagen: »Wie kommt Gott dazu, Glauben von mir zu verlangen?« Gott fordert keinen Glauben von uns. Er hat uns genau erklärt, wie der Glaube kommt. Wenn uns jemand erklären würde, wo und wie man gratis Gold bekommt, würden wir diese Anweisungen eifrig befolgen. Hier ist die
erstaunliche Lektion, die ich lernen musste: Glaube ist viel wertvoller als Gold!
Denn diese offenbaren den echten Kern eures Glaubens, der viel wertvoller als vergängliches Gold ist, und auch Gold wird durchs Feuer geläutert. Euer wahrer Glaube wird zu noch mehr Lob, Herrlichkeit und Ehre führen, wenn Jesus, der Gesalbte, offenbart wird. — 1. Petrus 1,7 tpt
Warum verzichten so viele Christen darauf, sich den Reichtum des wahren, lebendigen Glaubens anzueignen? Wir zahlen einen schrecklichen Preis für Unglauben. Unglaube kostet immer. Wenn wir die notwendigen Mittel vernachlässigen, die den Glauben in unserem Leben zum Leuchten bringen und stark werden lassen, manövrieren wir uns damit in eine verletzliche Lage. Es gibt unsichtbare böse Mächte, die dich hassen. Diese bösen Wesen agieren rechtswidrig. Seit dem Kreuz haben sie keine legitime Autorität mehr auf der Erde. Jesus hat über sie triumphiert. Du brauchst sie nicht mehr zu fürchten – wenn du im Glauben lebst und handelst, hast du die Herrschaft über sie.
Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt.
— Epheser 6,16
Stell dir vor, du läufst auf ein Schlachtfeld, auf das Tausende brennender Pfeile niederprasseln – und du tust das ohne einen Schutzschild. Wenn wir nicht die Kostbarkeit des Glaubens schätzen, der wertvoller als Gold ist, und ihn uns zunutze machen, werden wir zunehmend in Verwirrung geraten. Ohne den Schild des Glaubens treffen uns die Lügen des Teufels wie feurige Pfeile.
Wie kommt der Glaube? 31
Diese brennenden Pfeile sollen uns glauben machen, dass Gott uns krank macht, dass Gott uns bestraft und dass Gott uns ablehnt. Der Teufel weiß, dass keiner von uns unter einem Geist der Verurteilung im Glauben handeln kann. Ich behaupte nicht, dass dir nichts Schlechtes widerfahren kann, wenn du Glauben hast. Ich will damit nur sagen, dass schlimme Dinge, die vielleicht geschehen, dich nicht an Gottes gütigem Wesen zweifeln lassen werden, wenn du im Glauben lebst. Glaube bringt dich siegreich hindurch. Aus diesem Grund ist es unmöglich, Gott ohne Glauben zu gefallen – weil der Glaube die Offenbarung in sich trägt, dass Gott zu jeder Zeit vollkommen gut ist. Das Kreuz steht wahrhaft ig und beständig in jeder Situation. Glaube weiß dies, denn der Glaube kommt vom beständigen Hören der Botschaft vom Kreuz.
Glaube ist unser Sieg über einen besiegten Teufel
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast.
— 1. Timotheus 6,12 slt
Hier ist das Geheimnis. Kämpfe, um im Glauben fest zu stehen. Nähre deinen Glauben und hungere deine Zweifel aus. Wenn du den Teufel in der Arena des Glaubens hältst, wirst du jedes Mal gewinnen. Wenn du dem Teufel jedoch erlaubst, dich in die Arena des natürlichen Sinneswissens zu ziehen, wird er – obwohl ein besiegtes Wesen – gegen dich gewinnen. Deine fünf natürlichen Sinne sind sehr wichtig, aber sie produzieren keinen Glauben. Glaube kommt vom beständigen Hören der Botschaft von Christus.
Denn wir leben im Glauben und nicht im Schauen.
— 2. Korinther 5,7
Der Glaube ist die Wirklichkeit dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Durch diesen haben die Alten Zeugnis empfangen. Durch Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen wurde, sodass alles, was man sieht, nicht aus Wahrnehmbaren entstanden ist. — Hebräer 11,1–3
Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
— 1. Johannes 5,4
Was kann unserem Glauben die Kraft rauben?
Ich habe verschiedentlich Bezug auf Hebräer 11,6 genommen, wo es heißt: »Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.« Alles, was nicht auf Glauben gründet, kann Gott also nicht gefallen. Hier ist eine Frage: Welches religiöse System in der Bibel gründet nicht auf dem Glauben?
Das Gesetz gründet sich nicht auf den Glauben; es sagt im Gegenteil, »die Person, die diese Dinge tut, wird durch sie leben.« — Galater 3,12
Wow! Das Gesetzessystem, das nach wie vor den Großteil der Christenheit beherrscht, gründet nicht auf Glauben! Lass uns noch weiter gehen und dem Glaubensproblem des Christentums anschauliche Klarheit verleihen!
Wie kommt der Glaube? 33
Wenn wir uns von etwas leiten lassen, das nicht auf Glauben basiert, geschieht etwas Entsetzliches: Die greifbare Substanz und die Kraft des Glaubens werden zerstört. Du fragst jetzt vielleicht: »Rob, ist das Gesetz dann mächtiger als der Glaube?« Keinesfalls! Doch wenn wir uns auf das Gesetz verlassen – in welcher Form auch immer, ob im Großen oder im Kleinen –, dann verlassen wir uns auf unser eigenes Können und nicht mehr auf die Fähigkeit des gekreuzigten Christus! Wir heben die Kraft des Kreuzes damit nicht auf, aber wir nehmen uns selbst von der Kraft wirkung des Kreuzes aus!
Gott versprach Abraham und seinen Nachkommen, dass sie einen Erben haben würden, der über die Welt herrschen werde. Dieses königliche Versprechen wurde nicht deshalb erfüllt, weil Abraham das ganze Gesetz gehalten hätte, sondern durch die Gerechtigkeit, die durch den Glauben übertragen wurde. Denn wenn das Halten des Gesetzes das Erbe einbringt, dann wird der Glaube seiner Kraft beraubt und das Versprechen wird nutzlos. — Römer 4,13–14 tpt
Sich auf das Gesetz Moses zu verlassen, macht die Zusagen Gottes nutzlos und beraubt den Glauben seiner Kraft.
Bis zur Offenbarung des Glaubens zur Errettung war das Gesetz also ein Kerkermeister, der uns als Gefangene hinter Schloss und Riegel hielt, bis der »Glaube«, der geoffenbart werden sollte, uns befreien würde. — Galater 3,23 tpt
Wenn du diesen Vers im Kontext von Galater 3,1–23 liest, wirst du sehen, dass der Glaube, der dazu bestimmt war, offenbart zu werden, der Glaube Abrahams ist, der in unserem Leben durch die Offenbarung des Kreuzes wirkt.
Aber jetzt, da der Glaube gekommen ist, sind wir nicht länger unter der Aufsicht des Gesetzes. — Galater 3,25 tpt
Wir werden im weiteren Verlauf noch sehen, dass Jesus die Wunder, die er tun wollte, nicht tun konnte, weil die Menschen selbstgerecht waren und keinen Glauben hatten, weshalb sie seine Botschaft der guten Nachricht vom Reich Gottes ablehnten. In diesem Kapitel haben wir gesehen, wie Gott seine Botschaft der Gnade mit Wundern bestätigt. Das Gesetz gründete nie auf Glauben. Wenn du zum Gesetz zurückkehrst oder dich weiterhin auf das Gesetz verlässt, wirst du in einem Gefängnis des Unglaubens eingesperrt sein, in dem die Zusagen Gottes nutzlos werden und der Glaube leer oder kraft los wird.
Großer Glaube
In den vier Evangelien gibt es nur zwei Menschen, die Jesus für ihren großen Glauben lobte.
»Ich sage euch, einen solchen Glauben habe ich in ganz Israel nicht erlebt!« — Lukas 7,9 nlb
»O Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.« — Matthäus 15,28
Warum hatten nur diese beiden Personen einen so großen Glauben an Wunder, dass er den aller anderen in Israel übertraf? Was hatten sie gemein? Sehr wenig! Einer war ein Mann, die andere eine Frau. Einer war ein Soldat, die andere eine Hausfrau. Einer war ein Römer, die andere eine Kanaaniterin aus Syro-Phönizien.
Wie kommt der Glaube? 35
Worin bestand also ihre Gemeinsamkeit? Sie waren beide Heiden. Sie waren nicht unter dem Gesetz aufgewachsen! Sie waren nicht gesetzesbewusst. Sie waren Christus-bewusst! Das war der Grund, warum sie großen Glauben hatten.
Wenn du unter dem Gesetz stehende Menschen fragst, was den Glauben schwach und kraft los macht, wird ihre Antwort »Sünde« lauten. Damit liegen sie falsch. Römer 4,13–14 zeigt uns, dass das Gesetz den Glauben kraft los und die Verheißungen nutzlos macht. Fragst du sie, wodurch Erweckung aufgehalten wird, werden sie wieder mit »Sünde« antworten. Und auch auf die Frage, was die Kraft des Geistes am Fließen hindert, wird als Antwort »Sünde« kommen.
In Römer 5,20 heißt es: »Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.«
Und Paulus sagt in Galater 5,4: »Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.«
Aus der Gnade fallen
Menschen unter dem Gesetz glauben, dass aus der Gnade zu fallen gleichbedeutend ist mit in Sünde zu fallen. Das stimmt nicht! Galater 5,4 sagt es ganz klar: Sich bei der eigenen Gerechtigkeit auf das Gesetz zu verlassen, bedeutet aus der Gnade zu fallen. Dein Glaube wird dadurch wirkungslos. Es macht den Glauben kraftlos und die Heilungszusagen in Gottes Wort nutzlos. Es stoppt die Kraft des Heiligen Geistes in deinem Leben. Aus der Gnade fallen ist nicht sündigen. Dieser Vers und der Kontext des gesamten Galaterbriefs sind eindeutig. Aus der Gnade fallen bedeutet, sich auf
Wir sollen im lebendigen Glauben leben, weil wir für das Gesetz tot sind und weil wir immer und immer wieder die gute Nachricht des Evangeliums der Gnade hören! Wenn du einen Fehler machst oder sündigst, fällst du nicht unter das Gericht, sondern in die liebenden Arme der Gnade.
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. — Römer 8,1
Was das Thema Glaube angeht, ist es auch noch wichtig zu verstehen, was Unglaube ist.
Verstehe, was Unglaube ist
Es gibt zwei Arten des Unglaubens:
1. Die erste Art ist einfach ein Mangel an Wissen und Verständnis, weil die Person keine klare Lehre aus dem Wort Gottes gehört hat. Das Heilmittel für diese Art von Unglauben ist einfach, sie das Wort Gottes zu lehren! Wenn man Menschen mit dieser Art von Unglauben das Wort Gottes nicht klar vermittelt, werden nur etwa 2 Prozent von ihnen geheilt. Zwei von hundert! Vor einigen Jahren sprach Gott zu mir, ich solle ein Heilungsexperiment durchführen, eine Art Versuchsreihe, um meine Theorie zu testen. Ich erkannte, dass Menschen bereit sind, in langen Schlangen in Krankenhäusern zu warten. Sie sind bereit, sich teuren Operationen zu unterziehen, von denen sie sich erst nach Tagen oder gar Monaten erholen! Also sagte
Wie kommt der Glaube? 37 das Gesetz zu verlassen. Das Gesetz gründet nicht auf Glauben; ohne diesen ist es jedoch unmöglich, Gott zu gefallen!
ich den Pastoren, dass ich kommen und den Kranken dienen würde, aber unter folgenden Bedingungen: Bevor ich für jemanden beten würde, müsse derjenige bereit sein, drei Tage lang zu kommen und dreimal am Tag das Wort Gottes zu hören! Ich stellte klar, dass ich für niemanden beten würde, der nicht willens war, sich sieben klare Botschaften über Gottes Willen zur Heilung anzuhören. Ich war hartnäckig. Ich sagte nachdrücklich: »Wenn jemand eine Botschaft verpasst, werde ich nicht für ihn beten. Ich mache ein Experiment! Das Wort Gottes ist die Medizin, es ist das Heilmittel. Wenn jemand ein Heilungswunder ohne übernatürliche Medizin will, soll er nicht auf die Idee kommen, mich um Gebet für ihn zu bitten.«
Ich musste in diesen Experimenten beweisen, dass das Wort Gottes wirksam ist! Ich hatte es satt, erbärmliche Resultate bei der Heilung zu sehen, nur weil wir das in Gottes Wort vorgegebene Muster für Heilungserfolge nicht beachteten. Ich war rigoros, aber mein Beweggrund war ein tiefes Mitgefühl. Ich freue mich sehr, sagen zu können, dass das Ergebnis am Ende von drei Tagen und sieben Botschaften nicht bei 2 Prozent lag und auch nicht bei 20 Prozent – tatsächlich wurden 80 Prozent der Leute, denen ich die Hände auflegte, sofort geheilt! Ich spreche hier von Blinden, die geheilt wurden, von Gelähmten, die aus ihren Rollstühlen aufstanden und noch vieles anderes geschah. Einige Tage später wurden auch von den restlichen 20 Prozent noch viele geheilt. Sie brauchten nur ein wenig länger, um sich ganz zu regenerieren, aber 80 Prozent wurden sofort geheilt. Ich habe immer noch DVDs von Menschen, die nach diesem Experiment Zeugnis gegeben haben. Sie sind der Beweis! Es sollte kein Druck auf uns sein. Der Druck liegt auf seinem Wort. Wenn wir eine angemessene Gelegenheit
2. Die zweite Art Unglaube ist ganz anders. Sie ist nicht das Ergebnis eines Mangels an klarer Lehre. Sie besteht vielmehr in einer Haltung, die es ablehnt, sich überzeugen zu lassen.
Seht zu, Brüder, dass nicht jemand unter euch ein böses, ungläubiges Herz hat, das vom lebendigen Gott abfällt.
— Hebräer 3,12
Solange es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah.« — Hebräer 3,15
Diese Art des Unglaubens ist nicht auf das Fehlen einer klaren Botschaft zurückzuführen. Und genau das macht ihn so gefährlich, denn er entspringt einer bewussten und vorsätzlichen Rebellion gegen die Wahrheit. Habe nichts mit Leuten zu tun, die sich einem solchen Unglauben hingeben. Lass dich nicht von ihnen täuschen oder ablenken. Wann immer Jesus diese Art von Haltung feststellte, war er zwar erstaunt, zog sich aber auch schnell davon zurück. Das sollten wir auch tun! Jemand, der lediglich an Gottes Willen zur Heilung zweifelt, gehört nicht in diese Kategorie des Unglaubens. Er gehört zur ersten Kategorie. Solche Menschen kennen Gottes Wort einfach nicht, sind aber bereit, zu Klarheit und wahrem Glauben zu gelangen.
Wie kommt der Glaube? 39 schaffen, damit die göttliche Medizin seines Wortes wirken kann, dann wird sie es auch tun!