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Originally published in the USA by

Discover the Keys to Staying Full of God

Copyright © 2008 Andrew Wommack

Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Verlag Harrison House Publishers unter dem Titel Discover the Keys to Staying Full of God © 2008 by Andrew Wommack Ministries. Th is translation of Discover the Keys to Staying Full of God is published by arrangement with Harrison House. All rights reserved.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar. Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Schlachter Bibelübersetzung entnommen. Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten w urden vom Autor vorgenommen.

elb Revidierte Elberfelder Bibel, © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten. eü Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Kath. Bibelanstalt GmbH, Stuttgart.

kjv King James Version.

lut Lutherbibel, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. nlb Neues Leben Bibel, © 2017 SCM R.Brockhaus, Witten.

Umschlaggestaltung: Harrison House Publishers

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Übersetzung: Gabriele Kohlmann

Korrektorat: Th ilo Niepel

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

1. Auflage 2023

© 2023 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-254-5, Bestellnummer 372254

E-Book: ISBN 978-3-95933-255-2, Bestellnummer 372255

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. www.gracetoday.de

INHALT

EINLEITUNG

In der Kirchengemeinde, in der ich aufgewachsen bin, wurde mir beigebracht, dass Christen undichte Gefäße seien. Wie ein Eimer voller Löcher müssten wir ständig »aufgefüllt« werden, und nach Erfahrung der meisten Gläubigen scheint dies auch zu stimmen. Gott berührt unser Leben und wir geraten darüber in Begeisterung, aber schon nach kurzer Zeit sind wir wieder genauso leer und bedürft ig wie zuvor und sehnen uns nach etwas Besonderem von Gott.

Dies wurde mir durch eine Frau, die mich hatte lehren hören, deutlich vor Augen geführt. Sie sagte mir, sie habe die Liebe des Herrn zu ihr stärker als je zuvor erlebt. Sie war geradezu überwältigt von der bedingungslosen Liebe Gottes zu ihr. Aber dann fügte sie hinzu: »Ich weiß, dass das nicht lange anhalten wird. Das tut es nie. In einem Monat oder so werde ich wieder da sein, wo ich vorher war – aber ich genieße den Moment!«

Das ist zwar die Erfahrung der meisten Gläubigen, aber es entspricht nicht dem, was der Herr gelehrt hat. Er sagte uns, dass wir uns »von Herrlichkeit zu Herrlichkeit« bewegen sollten (2Kor 3,18), nicht von Abgrund zu Abgrund. Wir sollten uns nicht ständig durchkämpfen müssen, denn Gottes Wort verspricht:

Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, zur Ebene! — Jesaja 40,4

Angesichts dieser Tatsache sollten wir in unserem Christenleben eine gewisse Beständigkeit erfahren. Wir müssen in unserer Beziehung mit Gott keine »Jo-Jo-Erfahrung« machen.

Seit der Herr mir am 23. März 1968 seine Liebe offenbart hat, ist das Glücksgefühl und die Begeisterung über ihn nicht mehr von mir gewichen. Ich habe zweifellos viel Widerstand erlebt und mir sind auch viele schlimme Dinge widerfahren, aber das hat mir nie geraubt, was Gott gesagt hat. Satan hat sicherlich alle Register gezogen, um mich aus der Bahn zu werfen, aber ich habe nie die Freude darüber verloren, was der Herr in meinem Herzen bewirkt hat. Tatsächlich ist diese Freude heute sogar stärker als zu dem Zeitpunkt im Jahr 1968, als ich diese Erfahrung zum ersten Mal machte. Meine Offenbarung über Gottes Liebe und die damit verbundenen Erfahrungen sind heute sogar noch intensiver als damals, als ich diese überwältigende, lebensverändernde Begegnung mit ihm hatte.

Obwohl dies nicht dem entspricht, was die Mehrheit der Gläubigen erlebt, kann es dennoch zu deiner Erfahrung werden.

Auch du kannst in deinem Leben als Christ Beständigkeit und Stabilität genießen.

Wer ist die Variable?

Römer 11,29 offenbart uns:

Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen.

Der Herr ist also nicht derjenige, der in deinem Leben kommt und geht. Es gibt Zeiten, in denen du seine Gegenwart, seine Salbung, seine Freude und andere von ihm kommende Wohltaten

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stärker wahrnimmst als sonst, aber der Grund ist nicht Gott, der dir etwas gibt und sich dann wieder von dir zurückzieht. Dessen sind sich nur die Wenigsten wirklich bewusst.

Die meisten Christen bestürmen den Himmel und rufen: »O Gott, was ist bloß los? Bitte berühre mein Leben ganz neu. Ich will eine frische Berührung von dir. Herr, bitte komm und tu heute etwas Neues in meinem Leben!«

Wenn du auf diese Weise betest, beleidigst du Gott damit. Du gehst davon aus, dass Gott derjenige ist, der sich von dir zurückgezogen hat, wenn du dich leer und ausgetrocknet fühlst, wenn du deinen Frieden, deine Freude oder was auch immer verlierst. Doch das stimmt nicht!

Sobald du wiedergeboren bist, wird sich Gottes Einstellung und Verhalten dir gegenüber nicht mehr ändern – niemals. Er lässt immer seine Gegenwart, seinen Segen, seine Salbung, seine Freude, seine Heilung, seinen Wohlstand und alles, was ihn ausmacht, großzügig in dein Leben fließen. Der Herr ändert sich nie, du jedoch schon. Das musst du begreifen, wenn wir uns jetzt damit befassen, wie man von Gott erfüllt bleiben kann.

Nach heute gängiger Lehre liegt der Grund, weshalb man Gottes Liebe, Frieden, Freude usw. nicht erfährt, darin, dass man etwas getan hat, das Gott missfällt. Folglich geht es hauptsächlich darum, was du tun kannst, um Gott zu »gefallen« und seine Kraft in deinem Leben wieder zum Fließen zu bringen. Doch damit lägest du absolut falsch, denn der Herr hat sich zu keiner Zeit von dir zurückgezogen.

Gott ist nicht die Variable – du bist es. Daher dreht sich alles, was ich hier mitteilen werde, darum, wie du dich selbst korrigieren kannst. Dies wird keine Lektion darüber, wie man die Tore des Himmels stürmt und Gott »dazu bringt«, etwas zu tun. Er hat bereits alles durch den Tod, die Grablegung und die Auferstehung

unseres Herrn Jesus Christus getan. Gottes Wunsch, dich zu segnen, ist viel größer als deiner, gesegnet zu werden! So erfüllt, wie du sein möchtest

In diesem Moment bist du so erfüllt von Gott, wie es dein Glaube zulässt. Gott bestimmt nicht, inwieweit du von Liebe, Freude und Frieden erfüllt bist. Das entscheidest du. Gott ist immer bereit, jeden einzelnen Menschen zu heilen, zu befreien und gedeihen zu lassen. In deinem Leben mangelt es nie am Wirken des Herrn –doch das nützt dir nur, wenn du auch empfängst. Deshalb möchte ich dir Anregungen geben, wie du empfangen kannst.

Ganz gleich, wo du dich aufhältst, bist du stets von Fernsehsignalen umgeben. Vielleicht kannst du sie nicht wahrnehmen, dennoch sind sie da. Wenn du ein Fernsehgerät ans Stromnetz anschließt, es einschaltest und richtig einstellst, kannst du diese Signale wahrnehmen. Doch die Übertragung beginnt nicht erst in dem Moment, in dem du das Bild sehen und den Ton hören kannst. Dies ist lediglich der Zeitpunkt, ab dem der Empfang für dich beginnt.

So verhält es sich auch mit dem Herrn. Gott heilt jeden Menschen, der jemals geheilt werden muss. Er schenkt dir ständig Liebe, Freude und Frieden. Die Sendeanlagen des Himmels strahlen jeden Tag rund um die Uhr ihr »Programm« aus. Gott hört niemals auf, dich zu segnen. Doch wenn du deinen Empfänger abgeschaltet oder nicht auf die richtige Frequenz eingestellt hast, kannst du seine »Signale« nicht empfangen.

Ich halte Erweckung für eine großartige Sache, aber die Art und Weise, wie sie von den meisten angestrebt wird, entspricht nicht dem, wie sie tatsächlich zustande kommt. Zu beten: »O Gott,

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schick Erweckung!«, und dabei zu glauben, dass es von ihm abhängt, in welchem Ausmaß wir sie erleben, ist falsch. Es liegt nicht an Gott, dass es bei uns nicht zu einer stärkeren Ausgießung seiner Kraft und seines Geistes kommt. Er hat seit dem Pfi ngstereignis nicht aufgehört, den Heiligen Geist auf die Gläubigen auszugießen. Wir sind nur keine besonders guten Empfänger. Wir sind es, die Gottes Kraft und Segen in unserem Leben behindern. Der Herr will eine mächtige weltweite Erweckung. Er möchte, dass jeder errettet wird. Da wir jedoch nicht eingeschaltet und auf ihn eingestellt sind, empfangen wir nicht so, wie wir es sollten.

Bring deinen Empfänger in Ordnung

»O Gott, repariere deinen Sender! O Herr, warum schickst du keine Erweckung? Was ist los mit dir? Kümmert es dich nicht? Wenn wir Tausende von Menschen dazu bringen, mit uns zu fasten und zu beten, können wir dich vielleicht dazu überreden, etwas zu tun.«

Welch eine gottwidrige Einstellung!

»Der Herr ist sehr erbost über unser Land. Gerade jetzt sitzt er oben im Himmel mit verschränkten Armen und gerunzelter Stirn und sagt: ›Ich werde nichts mehr für euch tun, bis ihr bereut und noch ein wenig länger im Staub kriecht.‹« Falsch! Menschen, die so etwas sagen, glauben nicht wirklich daran, dass Gott gut ist.

Wegen der Dinge, die ich hier erzähle, würde ich aus vielen Kirchen hinausgeworfen werden. Um Erweckung zu betteln und Gott um sein Handeln anzuflehen, ist in der heutigen Christenheit eine gängige Haltung und Praxis. Umso wichtiger ist es zu wissen, dass Gott nicht derjenige ist, der etwas zurückhält. Er sendet uns alles, was Jesus Christus uns durch seinen Tod, seine Grablegung und seine Auferstehung zur Verfügung gestellt hat.

Wenn du heute nicht von Gott erfüllt bist, dann hast du das selbst so entschieden. Auch wenn du vielleicht ein starkes Verlangen danach hast, stets von Gott erfüllt zu sein, hast du dennoch Entscheidungen getroffen, die dich daran hindern, von ihm Liebe, Freude, Frieden, Heilung, Wohlstand und andere Segnungen zu empfangen und in deinem Leben sichtbar werden zu lassen. Es gibt jedoch eine gute Nachricht.

Gottes Wort zeigt uns vier Dinge, die wir tun können, um unseren Empfänger in Ordnung zu bringen. Das ist der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe.

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Intuitive Offenbarung

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«. — Römer 1,16–17

Das Wort »Evangelium« ist ein ganz besonderer Begriff. Es gibt vor und außerhalb der Bibel nur zwei bekannte Beispiele in der griechischen Literatur für die Verwendung des zugrundeliegenden griechischen Wortes euangélion. 1 Das liegt daran, dass dieses Wort etwas nicht Überbietbares beschreibt. Es steht nicht für eine bloß gute Nachricht, sondern für eine, die so großartig ist, dass sie fast nicht wahr sein kann – eine durch und durch »frohe Botschaft«.2

Da es bis zum Kommen Jesu tatsächlich nichts gab, was zu gut gewesen wäre, um wahr zu sein, wurde dieser Ausdruck kaum je verwendet.

Doch als Jesus kam, begann man die Dinge, die er predigte und unter Beweis stellte, als Evangelium zu bezeichnen: Gott verurteilt die Menschen nicht. Er ist nicht einmal mehr zornig. So erbarmte sich der Herr zum Beispiel der beim Ehebruch ertappten Frau (Joh 8,3–11). Die Botschaft Christi und seine Art, Menschen bedingungslos zu lieben, waren so großartig, dass beides fast nicht wahr sein konnte.

Die Juden zur Zeit Jesu waren sehr religiös. Sie waren in einem werkegebundenen, leistungsorientierten, legalistischen und verurteilenden religiösen System aufgewachsen. Daher verfolgten sie jeden, der das wahre Evangelium verkündete. Und weshalb? Weil das Evangelium – Rettung aus Gnade durch den Glauben an den Herrn Jesus Christus – einfach zu schön schien, um wahr zu sein.

Als Paulus also sagte, dass das Evangelium – diese Botschaft von der bedingungslosen Liebe des Herrn, die zu gut schien, um wahr zu sein – die Kraft Gottes sei, die das Leben der Menschen verändere, war die unmittelbare Reaktion der religiösen Leute: »Nun, was ist dann mit Gottes Zorn? Man muss die Menschen doch wissen lassen, dass es eine Hölle gibt, dass Gott gerecht ist und er Leute dorthin schicken wird. Man muss die Menschen mithilfe von Angst aus der Hölle heraushalten.« Das war das religiöse Konzept der damaligen Zeit.

Die Güte Gottes

Die Hölle ist ein realer Ort, und ich erzähle den Leuten auch davon. Diejenigen, die nicht an den Herrn Jesus Christus glauben, werden aufgrund ihrer eigenen Entscheidung an diesem Ort landen. Dies ist jedoch nicht die Kernbotschaft des Christentums. Es ist eine Wahrheit, aber eben keine gute Nachricht, und es ist defi nitiv nicht das Evangelium.

Gottes Güte – nicht die Angst vor der Hölle – ist es, was die Menschen zur Umkehr bewegt (Röm 2,4). Doch sehr lange Zeit lautete die Botschaft eines Großteils der westlichen Kirche: »Glaube an Jesus, damit du nicht in die Hölle kommst.« Das ist die falsche Botschaft. Es ist eine wahre Botschaft, aber es ist nicht das Evangelium. Die gute Nachricht, die wirklich Gottes Kraft freisetzt und

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Menschen in Scharen zu ihm zieht, ist das Evangelium: Gott ist gut und er liebt dich. Durch das Versöhnungswerk Christi wurde alles, was du für ein Leben in der Fülle brauchst – sowohl zukünft ig im Himmel als auch hier und jetzt auf der Erde –, schon bereitgestellt.

Du musst nichts weiter tun, als zu glauben und zu empfangen. Das ist die Botschaft, die wir predigen sollten.

Eine eingehende Betrachtung des Evangeliums, wie es im Römerbrief offenbart wird, findest du in meiner Lehrbotschaft und dem gleichnamigen Buch mit dem Titel Gnade, die Kraft des Evangeliums.

Das

Navigationssystem

»Aber Andrew, was ist mit dem Zorn Gottes?« Paulus spricht diesen Punkt in Römer 1,18–20 an.

Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn … — Römer 1,18

Man könnte auch sagen: »Denn Gottes Zorn ist schon offenbart.« Mit anderen Worten, man braucht den Zorn Gottes aus dem Grund nicht zu predigen, weil die Menschen in ihrem Herzen bereits wissen, dass sie mit Gott nicht im Reinen sind. Deshalb haben sie Angst vor dem Tod. Tief im Inneren wissen sie, dass ihre Ewigkeit auf dem Spiel steht, und sie sind sich nicht sicher, wie es um ihr Verhältnis zu Gott bestellt ist.

Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat (Vergangenheitsform). — Römer 1,18–19

Offenbarung 15

Das bedeutet, der Schöpfer hat seine Schöpfung mit einem Navigationssystem ausgestattet, das eine feste Zieladresse hat. Es besteht eine intuitive Offenbarung der Existenz Gottes im Inneren eines jeden menschlichen Wesens, das jemals auf dieser Erde gelebt hat oder leben wird. Manche mögen einwenden: »O nein, das stimmt nicht. Ich glaube nicht an die Existenz eines Gottes. Ich spüre ihn nicht. Ich empfi nde keine Überführung, habe kein Bewusstsein von Gott. Er hat mich nie berührt. Ich bin völlig gottlos.« Wer das sagt, der lügt nach Strich und Faden! Woher ich das weiß? Ich glaube dem Wort Gottes mehr als dem, was Menschen sagen.

Während meines Dienstes als US-Soldat in Vietnam sagten mir einige meiner Kameraden: »Ich bin Atheist. Ich glaube nicht an Gott.« Doch sobald die Bomben fielen und die ersten Gewehrkugeln flogen, schrien diese »Atheisten« aus voller Kehle zu dem Gott, an den sie nicht glaubten, und flehten ihn um Gnade an.

Die Wahrheit ist, dass jeder Mensch, der je einen Atemzug getan hat, eine Offenbarung von der Existenz Gottes hat.

Keine Entschuldigung

In Römer 1,20 (nlb) heißt es weiter:

Seit Erschaff ung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar [nicht undeutlich oder vage, sondern klar] erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben.

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Erfahre, wie man von Gott erfüllt bleibt

Niemand wird je vor Gott stehen und behaupten können: »Ich habe nichts gehört. Ich hatte keine Ahnung, dass es dich gibt!« Selbst wenn sie niemals der Botschaft eines Predigers gelauscht haben sollten, so hatten diese Menschen doch dieses innere Zeugnis, und sie werden entsprechend ihrer Offenbarung Rechenschaft ablegen müssen. Dies gilt für jeden einzelnen Menschen.

Wenn Atheisten zu mir sagen: »Ich glaube nicht an Gott«, dann spreche ich mit ihnen, als täten sie es. Sie sagen dann: »Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich nicht an Gott glaube«, und ich antworte: »Ich weiß, was Sie gesagt haben, aber es ist nicht wahr. Sie lügen.« Ich habe schon mit vielen Menschen so geredet, die behaupteten, nicht an Gott zu glauben. Irgendwann im Laufe des Gesprächs berühre ich dann diesen kleinen Teil in ihnen, der bereits von Gott wusste. Dann – ganz plötzlich – öff nen sie sich und geben es zu.

Psalm 46,11 sagt uns:

»Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.«

Wenn du still bist, kannst du das Navigationssignal hören. Wenn du mit nichts anderem beschäft igt bist, wird dieses Signal beginnen, dich zu Gott zu leiten. Das ist der Grund, warum unerlöste Menschen es nicht mögen, still zu sein. Sie nennen es »Langeweile« oder »Einsamkeit«, um nur zwei Beispiele zu nennen. Obwohl sie viele verschiedene Begriffe verwenden, um dieses Phänomen zu beschreiben, ist es dennoch stets dieses Navigationsgerät in ihrem Herzen, das zu ihnen spricht.

Was sagt es ihnen? »Du weißt, dass das nicht richtig ist. Du solltest nicht auf diese Weise leben. Es muss mehr im Leben geben als das hier.« Es führt sie zu Fragen wie: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wer hat mich erschaffen? Um solche Gedanken zu übertönen und auszublenden, müssen die Menschen ihre Sinne mit allerlei

Offenbarung 17

Unterhaltung und Ablenkung überfluten. Sie müssen sich ständig mit irgendetwas beschäft igen, sonst wird ihr Navi zu ihnen sprechen und ihnen sagen, dass ihr Leben in die falsche Richtung läuft.

Schrittweise Entwicklung

Jeder Mensch hat bereits eine Offenbarung von Gott. Man wird mit ihr geboren und sie begleitet einen das ganze Leben lang.

Im weiteren Verlauf von Römer 1, beginnend mit Vers 21, wird uns allerdings offenbart, wodurch wir dieses intuitive Wissen über Gott mit der Zeit so weit abschwächen können, bis es nicht mehr die Kraft hat, uns zu ihm zurückzuziehen. Wenn sich dein Herz über eine gewisse Zeit hinweg immer mehr verhärtet, kannst du tatsächlich einen Punkt erreichen, an dem du die Signale deines Navigationssystems – diese Offenbarung von Gott – nicht mehr zu hören vermagst.

Wahrscheinlich hast du den Herrn schon angenommen und willst dich auch gar nicht von der intuitiven Erkenntnis Gottes in deinem Herzen entfernen, sonst würdest du dieses Buch wohl nicht lesen. Allerdings ist das im Römerbrief beschriebene Prinzip auf alles anwendbar, was Gott in deinem Leben tut. Es wirkt nicht nur bei Ungläubigen in Bezug auf die Existenz Gottes, sondern auch bei Gläubigen. Bevor du die positive Wirkung dessen verlierst, was der Herr in deinem Leben getan hat – egal, in welchem Bereich –, musst du zuerst vier bestimmte Schritte durchlaufen.

Römer 1,21 zeigt uns auf, welche vier Schritte uns von Gott wegführen. Die gleichen Schritte, nur anders vollzogen, können uns aber auch zu Gott hinführen. Nehmen wir zum Beispiel die Freude am Herrn. Vielleicht ist sie in deinem Leben heute nicht mehr so stark wie früher. Wenn du Gottes Liebe zu irgendeinem Zeitpunkt

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erfahren hast, sie heute aber nicht mehr so erlebst wie früher, heißt das, du hast dich von ihm entfernt. Doch auf demselben Weg, auf dem du dich von ihm entfernt hast, fi ndest du auch wieder zu ihm zurück.

Nehmen wir einmal an, du hast eine Offenbarung über Heilung empfangen. Vielleicht wurdest du geheilt, aber jetzt scheint es, als hättest du diese Heilung verloren und wärst wieder dort, wo du vorher warst. Gott hat nicht aufgehört, seine Heilungskraft zu übermitteln – du hast nur aufgehört, sie zu empfangen. Du hast mindestens eines der vier Dinge getan, die in Römer 1,21 aufgeführt sind.

Die vier Schlüssel

Wir könnten auch noch weiter zu Vers 22 und bis zum Ende des ersten Kapitels gehen, wo sich viele weitere wichtige Wahrheiten verbergen. Wir werden uns bei der zu behandelnden Frage, wie man von Gott erfüllt bleibt, jedoch auf die in Vers 21 offenbarten vier Schlüssel beschränken.

Denn obgleich sie Gott erkannten, (1.) haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und (2.) ihm nicht gedankt, sondern (3.) sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und (4.) ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. — Römer 1,21

Dieser Vers zeigt uns eine negative Entwicklung:

1. Sie haben ihn nicht als Gott geehrt

2. Sie waren auch nicht dankbar

3. Sie sind in ihren Gedanken dem Nichtigen verfallen

4. Ihr unverständiges Herz wurde verfinstert

Doch die gleichen vier Schritte können, anders genutzt, auch zu vier Schlüsseln werden, die zu einem positiven Ergebnis führen:

1. Ehre Gott

2. Sei dankbar

3. Erkenne die Macht deiner Vorstellungskraft

4. Habe ein verständiges Herz

Je nachdem, inwieweit du diese vier Punkte in deinem Alltag auslebst, entscheidest du darüber, ob du von Gott erfüllt bleibst –oder nicht.

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