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STIMMEN ZU DIESEM BUCH

»Ich weiß jetzt, wie aufregend es ist, aus meinem neuen Herzen zu leben. Alles in diesem neuen Leben entspringt dem Wissen um das eigene ›makellose Herz‹ und dem Vertrauen auf Jesus im Inneren. In diesem fesselnden Buch laden Andrew Farley und Tim Chalas dich ein, Gottes perfekte (und korrekte!) Sicht auf dich zu feiern. Du wirst entdecken, wie du authentisch in Gottes Gnade leben und dich von dem neuen, wunderschönen Herzen, das er dir geschenkt hat, großzügig inspirieren lassen kannst.«

— BART MILLARD, Sänger/Songschreiber von MercyMe

»Wir sind durch den Glauben mehr als gerechtfertigt. Wer an Jesus glaubt, wird durch Gottes Gnade regeneriert, wiedergeboren, umgestaltet und erneuert. Es ist höchste Zeit, dass wir unser Geburtsrecht einfordern. Ich bin Andrew Farley und Tim Chalas so dankbar dafür, dass sie uns die ursprüngliche, überwältigende, herzverändernde und beziehungswiederherstellende Kraft des Evangeliums zurückbringen!«

— BRUXY CAVEY, Hauptpastor des Meeting House und Bestsellerautor von The End of Religion

»Eine moralistische Religion brüllt einem ständig zu: ›Du bist und bleibst schlecht, aber wenn du Gott liebst, kannst du wenigstens richtig handeln.‹ Wenn wir uns auf dieses System einlassen, werden wir uns verstecken und weniger authentisch leben als vor unserem Glauben an Jesus! In Dein makelloses Herz präsentieren Andrew Farley und Tim Chalas meisterhaft eine lebensspendende Botschaft von erstaunlicher Hoffnung: Christus wohnt in dir, und du bist genau zur richtigen Zeit da. Du brauchst nicht zu bluffen. Er liebt dich und offenbart dir dein makelloses Herz auf seine perfekte Weise.«

— JOHN LYNCH, bekannter Redner und Autor von Das Heilmittel

Aus dem Amerikanischen von Thilo Niepel

Copyright © 2021 by Andrew Farley.

Die amerikanische Originalausgabe erschien im Verlag Salem Books unter dem Titel The Perfect You. All rights reserved.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar. Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Schlachter Bibelübersetzung entnommen. Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft . Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten wurden vom Autor vorgenommen.

elb Revidierte Elberfelder Bibel, © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten. eü Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Kath. Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. hfa Hoff nung für alle, © by Biblica, Inc.®, hrsg. von Fontis.

lut Lutherbibel, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

nasb New American Standard Bible, © 1995 by the Lockman Foundation.

niv New International Version, © 2011 International Bible Society.

nlb Neues Leben Bibel, © 2017 SCM R.Brockhaus, Witten.

nlt New Living Translation, © 2007 by Tyndale House Foundation.

züb Züricher Bibel , © 2007 Verlag der Züricher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich.

Umschlaggestaltung: John Caruso

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Lektorat: Gabriele Kohlmann

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

1. Auflage 2022

© 2021 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-248-4, Bestellnummer 372248

E-Book: ISBN 978-3-95933-249-1, Bestellnummer 372249

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. www.gracetoday.de

Inhalt

Einleitung..............................................................................7

Teil 1 Auf der Suche nach Vollkommenheit .........11

Teil 2 Das makellose Herz ...........................................37

Teil 3 Das untadelige Ich .............................................61

Teil 4 Die ideale Offensive ...........................................77

Teil 5 Die vollendete Passform.................................103

Teil 6 Die perfekte Atmosphäre ...............................127

Teil 7 Das fehlerlose Opfer ........................................157

Teil 8 Die optimale Perspektive ...............................185

Teil 9 Der vollkommene Gott ...................................215

Teil 10 Lebe deine neue Identität aus ......................235

Epilog ...............................................................................254

Ein neues Herz empfangen .......................................262

Lernfragen ........................................................................263

Ein Bibel-Leitfaden ........................................................272

Einleitung

Du beginnst deine Beziehung zu Gott und alles scheint wunderbar zu sein. Aber irgendwann – einen Monat, ein Jahr oder ein Jahrzehnt später – ist der Zauber verflogen. Die Freude, die dich anfangs beflügelt hat, lässt nach. Frustration macht sich breit. Die Begeisterung schwindet. Bei einem besonders bewegenden Gottesdienst, einer Einkehr oder einem Moment allein mit Gott in der Natur findest du sie kurzzeitig wieder. Aber es hält nie an. Am Ende fragst du dich: Was ist passiert? Wo ist alles geblieben? Ist das schon alles, was es gibt?

Schon bald kommst du zu dem Schluss, dass du eine Wunschliste hast, die diesseits des Himmels wohl nicht erfüllt werden kann. Du sehnst dich nach Beziehung, Beständigkeit, Nähe. Aber je mehr du dir das wünschst, desto weiter entfernt scheint es zu sein. Was steht auf deiner Wunschliste?

__ Ich wünschte, mein ganzes Herz gehörte Gott.

__ Ich wünschte, ich sähe innerlich mehr wie Jesus aus.

__ Ich wünschte, ich wäre Gott näher.

__ Ich wünschte, ich würde nicht so oft sündigen wollen.

__ Ich wünschte, ich wäre abhängiger von Gott.

__ Ich wünschte, ich könnte Gott mehr lieben.

Hast du einen dieser Wünsche angekreuzt? Zwei? Vielleicht die meisten dieser Wünsche? Oder sogar alle?

Keine Sorge – du bist nicht der Einzige. Irgendwann sehnt sich jeder von uns nach diesen Dingen und strebt danach, sie zu bekommen. Doch hier ist die unglaubliche Neuigkeit: Dank Jesus hast du sie bereits. Ja, jeder einzelne dieser Wünsche wurde bereits erfüllt.

»Wie kann das sein«, fragst du vielleicht, »wenn ich nichts davon spüre?«

Wir verstehen dich. Auch wir spüren das Auf und Ab des täglichen Lebens auf diesem Planeten. Wie du, so hören auch wir, dass

ein großer Teil der religiösen Welt das Gegenteil behauptet: Du musst diesen Dingen alle Tage deines Lebens nachjagen – auch wenn du scheinbar keine Fortschritte machst.

Aber was ist, wenn deine Gefühle – die oft von den Meinungen anderer geprägt werden – in diesem Fall falsch sind? Wäre es nicht gut, das zu wissen? Auf unserem gemeinsamen Weg durch dieses Buch wirst du einige mächtige, wenngleich auch kontraintuitive Wahrheiten entdecken. Du wirst erfahren, dass unabhängig davon, was du fühlst, diese Wahrheiten zu 100 Prozent auf dich zutreffen:

• Ihm gehört dein ganzes Herz.

• Innerlich bist du so rein, so gerecht und so heilig wie Jesus.

• Du bist Gott so nahe wie Jesus es ist – jetzt und für immer.

• Eigentlich willst du nicht sündigen, aber es gibt einen verblüffenden Grund, warum du es trotzdem tust.

• Du bist naturgemäß von Gott abhängig. Tatsächlich ist das deine neue Voreinstellung.

• Du trägst eine unsterbliche Liebe zu Gott in dir. Mehr Liebe zu ihm brauchst du nicht.

Die kontraintuitive Wahrheit

Einiges davon mag im Moment schwer zu glauben sein. Diese Wahrheiten stehen vielleicht im Widerspruch zu dem, was du gelernt hast. Sie widersprechen vielleicht einigen der Bücher, die du gelesen hast, und den Botschaften, die du gehört hast. Sie mögen sogar im Widerspruch zu deinen eigenen Lebenserfahrungen stehen – deinen Gefühlen und deinem Versagen. Aber wie du in diesem Buch entdecken wirst, sind es tatsächlich Wahrheiten über dich. Und diese Wahrheiten sind absolut entscheidend für ein wirklich erfülltes Leben in Jesus.

Wenn du dein Verständnis dieser radikalen Wahrheiten vertiefst, wird sich dein Umgang mit dem Leben dadurch verändern.

Nein, dieses Buch wird deine Lebenssituation nicht plötzlich in Ordnung bringen. Es macht keine falschen Versprechungen von Gesundheit oder Wohlstand oder garantiertem Erfolg bei deinen Unternehmungen. Das war nicht die Erfahrung der frühen Kirche, und das ist auch nicht unsere heutige.

Was dir mit diesem Buch aber ganz sicher vermittelt wird, ist eine Offenbarung darüber, wie man trotz seiner Umstände eine auf Gott ausgerichtete Zufriedenheit genießen kann. Wenn du dich entscheidest, das hier Geschriebene zu glauben und danach zu handeln, wirst du die nie endende, tiefreichende Gewissheit erlangen, dass du in Ordnung bist, ganz gleich, was passiert. Hier geht es nicht um Okaysein in der Zukunft oder Okaysein im Himmel. Auch nicht um Okaysein nach einem langwierigen Heiligungsprozess oder einer heldenhaften Anstrengung deinerseits.

Nein, hier ist die Rede davon, dass du dein makelloses Herz, deine vollkommene Identität kennenlernst – wer du hier und jetzt bist, ohne jegliche Selbstverbesserung. Dieses Buch bringt dich auf den Weg der Erkenntnis dessen, wer du wirklich bist, und gibt dir die nötigen Mittel, um dich selbst und Gott auf ganz neue Weise sehen zu können. Du wirst ein neues Bewusstsein für deine tiefsten Leidenschaften und Sehnsüchte bekommen. Du wirst besser verstehen, was Gott für dich und mit dir gemacht hat, als du zum Glauben an Jesus kamst. Und du wirst lernen, dich in einer neuen und praktischen Weise auf andere Menschen einzulassen, wenn du Gottes Einladung annimmst, aus deinem Herzen zu leben.

Sieh dieses Buch als eine Einführung in deine neue geistliche Identität und darin, wie du mit Gott eine Beziehung haben kannst, wie er sie immer beabsichtigt hat. Und jetzt kommt das Beste: Es handelt sich um eine durch und durch gute Nachricht. Es gibt kein Haar in der Suppe, keinen Wurm im Apfel. Es steckt kein geheimer Plan dahinter, mit dem du dazu gebracht werden sollst, für Gott »mehr zu tun« oder »mehr zu sein«. Ganz im Gegenteil! Du sollst einfach erkennen, wie neu und vollkommen schön Gott dich bereits gemacht hat.

TEIL 1 Auf der Suche nach Vollkommenheit

Wenn wir uns die populären christlichen Botschaften heutzutage ansehen, erkennen wir einige Hauptaussagen:

• Du musst mit Gott »mehr Zeit verbringen«.

• Du musst ihn mehr anbeten.

• Du musst deine Liebe zu Gott unter Beweis stellen.

• Du musst dein Leben entschleunigen, um geistlicher zu werden.

• Du musst dich von allen Ablenkungen befreien.

• Du brauchst bestimmte Strategien und Schritte, um besser zu leben.

• Du musst fasten.

• Du musst meditieren.

• Du musst hungern und dürsten nach mehr von Gott.

Diese Botschaften, die bei uns ankommen und sich um »mehr tun« und »mehr sein« drehen, prägen die gängigsten Spielarten des heutigen Christentums. Und sie lösen eine Lawine von Unsicherheiten, Scham und Schuldgefühlen aus. Die Liste der unrealistischen religiösen Normen, an denen wir uns messen, wird mit der Zeit immer länger. Und schon bald werden wir von ihnen als Geiseln genommen.

Die Botschaft , die du letztendlich aufnimmst, lautet: Ich bin nicht genug. Das Leitbild des »starken Christen« wird einem fast jeden Sonntag verbal vorgezeichnet. Es ist ein Christ, der genug tut, der genug gibt und der genug ist. Das ist das Bild, nach dem man strebt. Aber am Ende ist man erschöpft und frustriert, vielleicht sogar am Rande des Burnouts. Und warum? Weil du immer versuchst, mehr zu tun, und es für Gott anscheinend nie genug ist.

Dann halten wir unsere Gottesdienste ab und flehen den Heiligen Geist um sein Erscheinen an: »Komm herab an diesen Ort. Erfrische uns. Sei hier bei uns, Herr.« Schleichend entsteht in uns die Überzeugung, dass Gott ohne sorgfältig ausgearbeitete musikalische Darbietungen, spektakuläre Lichtshows und eindringliche Bitten nicht auf der Bildfläche erscheinen wird. Wir machen auf diese Weise weiter, obwohl Jesus selbst gesagt hat, dass wir, wenn wir ihn einmal gefunden hätten, nie wieder nach mehr von ihm dürsten würden. Nur selten hören wir von dem Konzept des Zufriedenseins mit dem, was wir in Jesus bereits haben.

Man sagt dir immer wieder, dass du die Nähe zu Gott suchen und erreichen müssest. Es heißt, du musst dich mehr anstrengen, früher aufstehen, dich auf geistliche Disziplinen konzentrieren, tun, was auch immer nötig ist. Denn wenn du alles gibst, wird sich das in Form von Nähe auszahlen, richtig?

All das ist sehr anstrengend für deinen Organismus. Du kommst mit der Hektik nicht zurecht. Du kannst dein Leben als Christ nicht auf diese Weise führen. Und dazu warst du auch nie bestimmt! Denn es bringt dich in eine Lage, in der du dich verausgabst, anstatt zu vertrauen.

Als Folge dieser weit verbreiteten Botschaft wissen wir wenig darüber, wie wir aus Gottes Liebe und Leben in uns schöpfen und leben können. Wir geraten immer wieder in den Krisenmodus. Wir sind völlig überlastet.

Anstatt uns vom Evangelium Schwung verleihen zu lassen – das lebensspendend und befreiend sein soll, ja sogar »einfach und leicht«, wie Jesus versprach –, fi nden wir uns in endlosen, beschwerlichen Bemühungen wieder, das Leben zu meistern. Zu all dem bleibt nur eines zu sagen: So muss es nicht sein.

Die Botschaften dieses Buches

Dies ist kein Selbsthilfebuch. Du sollst darin nicht lernen, dich selbst zu perfektionieren. Es fordert dich nicht auf, mehr zu tun oder besser zu sein, die schlechten Charakterzüge loszuwerden und an den guten zu arbeiten. Nein, in diesem Buch geht es für dich um die Entdeckung dessen, wer du bereits bist – und vielleicht erlebst du dabei eine Überraschung.

Hier wird nicht die gleiche »Streng dich mehr an«-Botschaft nachgeplappert, die du schon fast dein ganzes Leben lang hörst. Dieses Buch enthält eine andere Botschaft.

Religion sagt: »Du brauchst mehr.« Gott sagt: »Ich habe dir alles gegeben, was du brauchst« (2Petr 1,3). Religion sagt: »Du musst Gott gehorchen«. Gott sagt: »Dein Herz will mir gehorchen« (Röm 6,17). Religion sagt: »Du musst Gott mehr lieben.« Gott sagt: »Du trägst unsterbliche Liebe zu mir in dir« (Eph 6,24). Religion sagt: »Streng dich mehr an, dich Gott hinzugeben!« Gott sagt: »Du bist teuer erkauft worden. Du gehörst in jeder Hinsicht zu mir. Du bist mein wertvollster Besitz« (1Kor 6,20; 1Petr 2,9).

Natürlich gibt es viele Momente, in denen diese Aussagen Gottes für uns nicht wahr zu sein scheinen. Wir erleben Phasen der Enttäuschung, des Zweifels und der empfundenen Gottesferne. Wir fragen: »Wo ist Gott?« – aber als Antwort scheinen wir nur das Klopfen unseres eigenen Herzens zu hören.

Die in diesem Buch vermittelte Hoff nung ist kein Versprechen an dich, dass du dich immer – oder zumindest die meiste Zeit über –toll fühlen wirst. In diesem Buch geht es darum, der Wahrheit darüber zu vertrauen, wer du wirklich bist, und dich von Gott davon überzeugen zu lassen, dass dein Zustand ein sehr viel besserer ist als der von dir vermutete.

Ein Programm zur Verhaltensverbesserung?

Du sehnst dich nach etwas, das dir Rechtmäßigkeit gibt und befreiend ist, nach einem Selbstbild, das von Grund auf echt und authentisch ist. Im Evangelium wird dir genau das gegeben. Gott gibt dir die Erlaubnis, die Person zu sein, die du wirklich bist. Du hast grünes Licht, aus deinem Innersten heraus zu leben. Du musst nicht so sein, wie es andere für dich als richtig erachten. Du darfst du selbst sein. Aber wie soll man wissen, wer man ist, wenn man immer nur über das Einhalten von Regeln gelehrt wurde? Am Ende denkt man, die Ziele des christlichen Lebens seien die Vermeidung von Sünde und ein moralisch einwandfreier Lebensstil. Wenn man sich von den »großen« Sünden wie Pornografie, Ehebruch, Steuerhinterziehung usw. fernzuhalten vermag, kann man den Gipfel eines glaubensbasierten Lebens vielleicht erreichen. Du stellst dir vor, dass du dich nur genügend anstrengen musst, um das zu tun, was Gott deiner Meinung nach wirklich von dir erwartet: dass du deine Bibel liest, in die Kirche gehst, dich freiwillig in Programmen engagierst und anderen von deinem Glauben erzählst.

Du strebst nach diesem Ziel, ohne wirklich zu wissen, was es bedeutet, aus dem Herzen zu leben. Tief im Inneren hast du Angst, dass das, was du wirklich bist, im Widerspruch zu dem steht, was Gott für dich will. Also verstellst du dich und nimmst eine »Fake it until you make it«-Mentalität an. Du glaubst, dass du innerlich nicht den Anforderungen genügst, denkst dir aber, dass du nach außen hin wenigstens so wirken kannst, als wäre es der Fall.

Ist das Christentum ein Programm zur Verhaltensverbesserung?

Ein Sündenmanagementsystem? Eine zweite Chance, ein neues Kapitel aufzuschlagen, sich zusammenzureißen und möglichst ein anderer zu werden?

Die oft gehörten christlichen Predigten nach Schema F haben zum Ziel, jeden Gläubigen in dieselbe Form zu pressen. Wir hoffen, in der Gleichförmigkeit Trost zu fi nden. Aber dieser Ansatz birgt ein

Problem: Wir unterdrücken das, was Gott aus uns gemacht hat. Wir lehren andere, nicht sie selbst zu sein und ihren Herzen zu misstrauen. Wir sagen ihnen, dass sie für Gott mehr werden müssen, obwohl er bereits begeistert ist von der Person, zu der er sie gemacht hat.

Vielleicht denkst du: Ich spüre dieses neue Ich und sein makelloses Herz aber nicht. Ich bin nicht sicher, ob ich es wirklich habe! Es ist völlig in Ordnung, wenn deine Gefühle das hier Gesagte nicht bestätigen. Hier geht es um Kenntnis, nicht um Gefühle. Die Wahrheit ist es, was uns frei macht, nicht irgendwelche Emotionen. Es geht hier um die Erneuerung des Denkens, nicht um das Erleben bestimmter Gefühle.

Das ist für dich

Was hier vorgestellt wird, ist nicht hochtrabend und abgehoben; es ist eine praktische Hilfe für jedermann. Es geht nicht darum, etwas Neues empfangen zu müssen. Es geht nicht darum, einen zusätzlichen Anteil oder einen weiteren Segen zu erhalten. Es geht auch nicht darum, mehr von Gott zu bekommen oder eine bestimmte geistliche Gabe zu erlangen. Es geht ganz einfach darum, besser zu verstehen, was Gott bereits für dich getan hat und wer du dadurch bereits bist. Und alles, was du hier entdecken wirst, ist wunderbar mit dem normalen Alltagsleben vereinbar.

Was ist, wenn du dich nicht »mehr anstrengen« oder »dich ändern« musst? Was, wenn du in Wahrheit schon alles hast, was du brauchst? Du hast wirklich alles, was du brauchst (2Petr 1,3; Eph 1,3).

Das neue makellose Herz des Gläubigen ist eine reichhaltige Quelle und ein wunderbares Mittel. Es liegt zudem eine unbestreitbare Freiheit darin, aus dem eigenen Herzen zu leben.

Du musst also nicht »radikal werden« oder »aus deiner Komfortzone heraustreten«, um jemand anderes zu werden oder etwas Neues zu schaffen.

Dir gehört schon alles, was du brauchst – genau hier und jetzt.

Zugegeben, diese erstaunliche Botschaft steht im Gegensatz zu vielem, was wir heute so hören. Dies ist keine Botschaft darüber, wie man sich selbst verbessert oder wie man sein eigenes Ich abschüttelt. Es ist keine Botschaft über ein aufopferungsvolles Leben, bei dem man seine eigenen Wünsche unterdrückt. Es geht nicht darum, sich mehr anzustrengen oder mehr zu sein. Es geht um keines dieser Dinge.

Stattdessen geht es darum, zu begreifen, was Gott bereits in uns vollbracht hat. Wenn es irgendetwas zu praktizieren gibt, dann ist es die kontraintuitive Kunst des »Nichtstuns« – nichts, um gerechter zu werden, nichts, um reiner zu werden, nichts, um Gott näher zu kommen, nichts, um »besser« zu werden. Ziel ist es, von einem Zustand des bloßen Tuns in einen Zustand zu gelangen, der von der Wahrheit inspiriert ist. Aus diesem Zustand des Glaubens und der Gewissheit heraus wirst du Frucht bringen, andere lieben und dich auf alles einlassen, was Gott für dich vorgesehen hat.

Aber der Weg dorthin ist ganz anders, als du vielleicht denkst. Eingegraben in deinem Herzen liegen tiefe geistliche Sehnsüchte. Um sie freizulegen, brauchst du keine »Drei Schritte zu einem besseren Ich« oder »Fünf Prinzipien, um dein Leben zu verbessern«. Die Lösung ist sehr viel einfacher und dazu noch absolut großartig: Du bist dazu geschaffen, nach deinen wahren Wünschen zu leben.

In diesem Leben als Christ gibt es Platz für dich als Person. Deine Persönlichkeit darf Teil davon sein. Du darfst dein wahres Ich zeigen, ohne Abstriche und ohne Maske. Du bist eingeladen, du zu sein.

Wo wir hinwollen

Auf dem Weg dorthin musst du auf die Gedanken achten, die du in deinen Verstand und in dein Glaubenssystem lässt. Du wirst neue Kriterien übernehmen, nach denen du bestimmst, welche Gedanken für dich akzeptabel sind, um all den geistlichen Unrat loszuwerden,

der heute so weit verbreitet ist. Du wirst dein geistliches Schwert gegen jedes fromm klingende Konzept erheben, das dein neues Ich mitsamt seinem makellosen Herzen herabsetzen und anklagen will. Infolgedessen wirst du wie nie zuvor in den Genuss einer immer größeren Freiheit und sogar Unbeschwertheit in deiner Beziehung zu Gott kommen.

Wie klingt das für dich?

Du wirst lernen, dich vom Trost des lebensspendenden Geistes Gottes entspannen zu lassen. Du wirst erkennen, dass sein Herz das deine umschließt, und mit Erstaunen entdecken, welche Herzensbeziehung du bereits mit ihm hast. Schließlich wirst du entdecken, wie bemerkenswert fähig du bist, andere zu lieben, wenn du es aus deinem neuen Herzen heraus tust. Ja, dein makelloses Herz – in Einheit mit Jesus – ist dein höchstes Gut.

Verwandelte Leben

Wir erleben, wie Gott diese Botschaft überall auf der Welt zur Befreiung und Ermutigung von Menschen einsetzt. Menschen, die vielleicht wie du entmutigt und emotional verletzt sind – sogar Menschen, die am Ende ihrer Kräfte angelangt sind. Vielleicht hast du mit aller Kraft nach Antworten gesucht, aber wirklicher Friede blieb dir dabei versagt und echte Freude schien unerreichbar.

Wenn wir unterwegs sind, um diese Botschaft weiterzugeben, übertrifft die Resonanz alle unsere Erwartungen. Ausgebrannte Pastoren wurden neu belebt. Kirchenvorstände, die sich in einem leistungsbasierten System gefangen fühlten, wurden befreit. Wir haben gesehen, wie Menschenleben und Ehebeziehungen wiederhergestellt wurden, obwohl es bis dahin düster aussah. Männer und Frauen (sogar Teenager!) wurden befreit und konnten ihre Beziehung zu Gott zum ersten Mal richtig genießen. Hier sind nur einige Beispiele aus der ganzen Welt:

makelloses Herz

Ihr habt mein Leben verändert. Ich bin seit dreißig Jahren gläubig und habe endlich erlebt, wie die Frucht des Geistes in meinem Leben ohne Anstrengung hervorkommt.

— Doris C. (Texas, USA)

Die Dinge, die ihr lehrt, haben mein Leben einfach umgekrempelt. Die Offenbarung von Gottes grenzenloser Liebe zu mir hat in mir eine neue Leidenschaft für Jesus entfacht und es mir so leicht gemacht, anderen Menschen wirklich bedingungslose Liebe entgegenzubringen. — Omoniyi O. (Deutschland)

Ich habe die Botschaft an meinen Mann weitergegeben, und wir wurden beide von den Schuldgefühlen und der Verurteilung befreit, die wir uns haben auferlegen lassen. Seitdem haben wir diese Botschaft auch mit Freunden geteilt und sie wird auch an Gefängnisinsassen übermittelt, und sie werden befreit!

— Betty B. (Colorado, USA)

Nachdem ich mich viele Jahre immer auf die Sünde konzentriert habe, konzentriere ich mich jetzt auf Gottes Liebe und lebe mein Leben, nicht perfekt, aber vollkommen zufrieden mit dem, was ich in Christus bin. — Carla L. (Alberta, Kanada)

Dank euch kenne ich meine Bedeutung, meinen Wert und die Kraft, die ich mit Christus in mir habe, indem ich alles durch die Augen Gottes betrachte. — Jan F. (Virginia, USA)

Ich hatte das Gefühl, ich könne Gottes Maßstäben niemals gerecht werden. Jedes Mal, wenn ich versagte, sah ich mich als disqualifiziert an. Dann begann ich, mich mit euren Lehren zu befassen. Nach und nach verschwand meine Traurigkeit. Jetzt sehe ich die Dinge anders und bin gespannt darauf, was ich jeden Tag Neues lernen werde. — Karina C. (Venezuela)

Wenn du nach echten Antworten suchst, die unabhängig von deinen Lebensumständen tagein, tagaus funktionieren, dann ist dieses Buch genau das richtige für dich. Lies weiter. Du wirst nicht enttäuscht werden. Es ist das, wozu du bestimmt bist. Das bist du. Das ist echte Hoff nung, die du von ganzem Herzen annehmen kannst. Und während du das tust, wirst du immer wieder einen kurzen Blick auf Gott erhaschen, der dich lächelnd auf deinem Weg begleitet.

Dein makelloses Herz

Vor einigen Jahren wurde eine einzelne Baseballkarte bei Goldin Auctions für 3,12 Millionen US-Dollar verkauft. Ja, eine HonusWagner-Karte aus den Jahren 1909–1911 wurde geschätzt und zu diesem unglaublichen Preis verkauft. Die Herstellungskosten der Karte betrugen vor mehr als hundert Jahren weniger als einen Cent. Und doch steigt der Wert dieser Karte mit den Jahren weiter an – zumindest in den Augen von Baseballfans.

Den einen bedeutet die Karte nichts. Anderen gilt sie als fast unbezahlbar. Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, wie dir von den Menschen in deinem Umfeld ein bestimmter Wert zugeschrieben wird. Im Fall der Baseballkarte haben Sammler ihren Wert geschätzt. In deinem Leben kann sich dein wahrgenommener Wert aus dem ergeben, was Vater, Mutter oder Ehepartner von dir halten, was deine Freunde oder Kollegen über dich denken, oder sogar, was deine Feinde über dich sagen.

Jeder von uns hat eine Geschichte, die erzählt, wie die Labels, die wir angenommen haben, zu unserer Identität wurden, zumindest für eine gewisse Zeit. Alle diese Etikettierungen haben jedoch etwas gemeinsam: Sie sind subjektiv. Sie kommen von anderen. Sie spiegeln, wenn überhaupt, nur einen Teil dessen wider, was wir sind. Und sie sagen über die Person, die uns den Wert zuschreibt, vielleicht mehr aus als über uns. Andere wiederum sind selbst auf der Suche nach Antworten für ihr Leben. Und manchmal drücken sie uns dann Stempel auf, um sich besser zu fühlen oder besser dazustehen.

Einige dieser Labels können positiv sein, andere sind negativ. Wir vergleichen uns mit anderen und haben am Ende kein wirkliches Verständnis von unserem wahren Wert.

Wir würden es natürlich niemals wagen, uns mit denen zu vergleichen, die sich überall selbst empfehlen, oder uns gar auf eine Stufe mit ihnen zu stellen. Wie unverständig sie doch sind! Sie richten ihre eigenen Maßstäbe auf, um sich dann selbst daran zu messen. — 2. Korinther 10,12 hfa

Du wirst schon viel zu lange von Schuldgefühlen getrieben. Du hast zugelassen, dass die Fehler der Vergangenheit deinen Verstand überfluten und deine Zukunft beeinträchtigen. Du hast Labels von denen übernommen, die nie zufrieden waren und dich nie akzeptiert haben. Sie haben nie anerkannt, wer du bist.

Nun bist du aufgrund der Meinung derer, die dich ablehnen, verletzt und manchmal sogar wie gelähmt. Vielleicht sagt man dir, Transparenz und Gemeinschaft seien die Antworten auf deine Probleme. Das kann helfen, aber es reicht nicht aus.

Es gibt viele Menschen, die offen über ihre Kämpfe sprechen und gute Freunde ins Vertrauen ziehen. Manche von ihnen suhlen sich trotzdem weiter in erfahrener Zurückweisung und reden immer wieder darüber. Sie bezeichnen sich dann als »tapfere Kämpfer«. Wenn sie sich öff nen und über ihren Schmerz sprechen, wirkt das reinigend, aber sie wissen wenig über ihr neues Ich mit dem makellosen Herzen und verstehen auch nicht, warum es eine so große Rolle spielt.

Nicht hilfreich bei dem Ganzen sind die weit verbreiteten Strömungen des Christentums, die den Gläubigen sagen: »Verleugne dich selbst. Gott will dich ›brechen‹. Es muss mehr von ihm und weniger von dir da sein.« Das verstärkt die Selbstverachtung, die wir bereits hegen, nur noch weiter. Jetzt stellen wir uns vor, dass auch Gott uns als Versager abstempelt und uns ablehnt. All das steht der Realität deines neuen Ichs mit dem makellosen Herzen, das wir in diesem Buch gemeinsam entdecken werden, ignorant gegenüber. Zu erkennen, wer wir wirklich sind, ist absolut unerlässlich für jede echte Heilung und Erfüllung in diesem Leben.

Dein makelloses Herz

Unsere Suche

Wir alle sind auf der Suche nach unserem wahren Selbst. Wir wollen wissen:

• Wer bin ich?

• Wie bin ich in meinem Inneren?

• Was erfüllt mich?

• Wie sieht meine Zukunft aus?

Diese Fragen werden niemals beantwortet werden, wenn wir uns nicht an unseren Schöpfer wenden. Die Antworten, die wir suchen, fi nden wir nur bei ihm. Er hat uns geschaffen. Er versteht uns. Und er liebt uns – genau so, wie wir sind.

Anstatt also der Defi nition anderer, wer du bist und wer du sein sollst, hinterherzulaufen, folge der Einladung dieses Buches und betrachte dich aus Gottes Blickwinkel. Seine Sicht ist die einzige, die vollkommen wahr ist. Und das, was du über dich und dein Herz glaubst, wird wiederum alles beeinflussen, was du tust.

Wir sind die Schöpfung. Um uns selbst zu verstehen, müssen wir den Schöpfer befragen. Er ist derjenige, der uns erschaffen hat. Er kennt uns ganz genau. Deshalb blicken wir auf ihn, um zu erkennen, wer wir im Kern sind – nicht in den Spiegel, nicht auf das, was andere über uns sagen, nicht einmal auf unsere Selbstwahrnehmung.

Gott hat nichts dem Zufall überlassen. Er hat dein neues Leben von allen Seiten her geplant. Im Evangelium wirst du den tiefen Sinn und Zweck deines Lebens entdecken. Du wirst dich nicht mehr als unerwünschtes Hindernis für Gott sehen, sondern als sein kostbares Werkzeug.

Erfahre, wer du bist

Du willst deine Bestimmung ausleben. Du willst mit Zuversicht leben und sicher sein, dass du auf dem richtigen Weg bist. Doch damit das zu deiner Erfahrung werden kann, musst du wissen, wer du wirklich bist.

Du stellst deine Fragen an die Welt und willst von ihr wissen, wie du im Vergleich dastehst. Egal, ob das Urteil am Ende bestätigend oder vernichtend ist, in jedem Fall wendest du dich an die falsche Adresse.

Gott hat die Botschaft des Evangeliums mit der Absicht gestaltet, dich auf eine Weise zu bestätigen und zu bestärken, wie nur er es kann. Sobald du diese Schwelle des Erwachens überschreitest, ändert sich alles. Am Anfang hast du vielleicht nur Informationen. Mit der Zeit fügst du sie in dein Denken ein. Letztendlich beeinflussen diese Informationen dann, wie du dich in einem Augenblick der Entscheidung siehst.

Denn wer sich Gottes Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat. — Jakobus 1,23–24 ngü

Diese einfache Wahrheit zu erkennen, kann ein großer Wendepunkt für dich sein. Du musst dich nicht damit abfi nden, dass die Wunden aus der Vergangenheit dich defi nieren oder abstempeln. Dein Verstand ist das Schlachtfeld der Gedanken. Es ist, als hättest du einen Radioregler in deinem Gehirn, mit dem du den Sender wechseln kannst. Du kannst von den AM-Sendern (»Alternative Message« – Alternative Botschaft) zum FM-Sender (»Father’s Mentoring« – Väterliches Mentoring) wechseln. Es werden dir zwei verschiedene Signale angeboten. Welches willst du empfangen?

Eines musst du dabei aber wissen: Die heilende Wahrheit von »Father’s Mentoring« wird von deinem Herzen aus übertragen. Es ist das, was du wirklich willst. Das andere Signal kommt von außerhalb deines Wesens.

Authentische Persönlichkeit

Du sollst hier nicht zu einer Art positivem Selbstgespräch angeregt werden, wie du es vielleicht von Wohlfühlpredigern im Fernsehen kennst: Du musst es nur aussprechen, dir vorstellen und fest genug daran glauben, dann wird es für dich irgendwie wahr werden. Nein –das, worum es hier geht, trifft auf alle Gläubigen zu, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht.

Laut Bibel waren wir ursprünglich Kinder des Zorns mit verdorbenem Verstand und bösem Herzen. Als du aber dein Vertrauen in Jesus gesetzt und ihn gebeten hast, dich von innen heraus zu verändern, hat er genau das getan. Was genau hat Gott in diesem Moment mit dir gemacht? Das sollst du jetzt erfahren. Es geht darum, dass ein Christ seine eigentliche Persönlichkeit erkennt. Es geht darum, dass eine gläubige Person zu einem Denken inspiriert wird, wie Gott es für sie vorgesehen hat:

Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! — Epheser 5,8

Als Konferenzsprecher hören wir oft: »Endlich spricht jemand aus, was ich in meinem Herzen schon immer wusste.« Ja, genau. Du hast bereits das »in dich eingepflanzte« Wort (Jak 1,21), aber jetzt kannst du erleben, wie dein Denken durch diese wunderbaren Wahrheiten erneuert wird.

Dein Herz

Wir Menschen verwenden den Begriff »Herz« oft, um das Reservoir der leidenschaft lichen oder abenteuerlustigen Gefühle zu bezeichnen, das wir in uns tragen. Aber hier geht es um dein geistliches Herz, den Kern deines Wesens, in dem sich deine geistlichen Sehnsüchte befinden. Hier sind wir mit Jesus vereint.

Dein geistliches Herz ist demnach das Haus Gottes, ähnlich wie das Allerheiligste vor langer Zeit. Dein geistliches Herz (oder geistliches Wesen) ist ein reiner Ort. Wie wir sehen werden, hat Gott das Haus gesäubert und ist dann eingezogen.

Gott ging ans »Herz« der Sache. Er hat dein geistliches Herz ausgetauscht, um deine ganze Erfahrenswelt zu verändern. Jetzt bist du einfach dazu aufgerufen, das auszuleben, was Gott bereits in dich hineingelegt hat (Phil 2,12–13). Echtes Wachstum hinsichtlich deiner Einstellungen und Handlungen bedeutet einfach nur, dass eine bereits vorhandene innere Realität nach außen hin neu zum Ausdruck kommt.

Die biblischen Wahrheiten in diesem Buch führen dich zu einer neuen Motivation für alles, was du tust. Du wirst lernen, nach deinen angeborenen geistlichen Instinkten zu leben, auch wenn deine Gefühle nicht damit übereinstimmen. Du wirst entdecken, dass ein Ja zu deinem neuen, makellosen Herzen auch ein Ja zu dem Gott ist, der es dir geschenkt hat.

Wofür Jesus gebetet hat

Diese neue Identität, dein makelloses Herz, ist genau das, was Jesus von seinem Vater erbeten hat. Er betete dafür, dass du die gleiche Nähe hättest, die er zum Vater hat. Jesus bat Gott um all das, was du dir am meisten wünschst, noch bevor du überhaupt existiertest. Jesus wusste, was du brauchen würdest, und er bat Gott darum. Seine

Bitte ist ohne dein Zutun erfolgt. Du bist nur hier, um zu empfangen und zu genießen.

Ich bete nicht nur für diese Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben werden. Ich bete für sie alle, dass sie eins sind, so wie du und ich eins sind, Vater – damit sie in uns eins sind, so wie du in mir bist und ich in dir bin , und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir, damit sie alle zur Einheit vollendet werden. Dann wird die Welt wissen, dass du mich gesandt hast, und wird begreifen, dass du sie liebst, wie du mich liebst . Vater, ich möchte, dass die, die du mir gegeben hast, bei mir sind , damit sie meine Herrlichkeit sehen können. Du hast mir die Herrlichkeit geschenkt, weil du mich schon vor Erschaff ung der Welt geliebt hast! — Johannes 17,20–24 nlb

Wir zweifeln vielleicht manchmal daran, dass unsere eigenen Gebete erhört werden. Aber wir haben keinen Zweifel daran, dass die Gebete Jesu erhört wurden. Hier sehen wir, dass unsere Vertrautheit mit Gott die Idee von Jesus war. Ja, das Einssein, das wir mit ihm genießen, stand im Mittelpunkt der Bitte unseres Retters. Wir müssen also nicht warten, bis wir etwas Großartiges spüren. Wir können heute, hier und jetzt, in dieser Wahrheit leben. Es geht nicht darum, zu bitten oder sich zu bemühen; es kommt darauf an, zu glauben, dass wir rein und Gott nah sind – und sich hierauf zu verlassen.

Kannst du sagen: »Ich bin gut«, ohne damit zu rechnen, dass dich ein Blitz vom Himmel niederstreckt? Schließlich hat Jesus gesagt, dass niemand gut sei außer Gott allein (Mk 10,18). Doch seit er das gesagt hat, hat unsere Welt seinen Tod, seine Auferstehung und die Einladung zu einer neuen Geburt erlebt, die erstmals zu Pfingsten für alle sichtbar wurde. Ändern diese Ereignisse nichts an der Frage, ob du jetzt gut sein kannst? Wenn nur Gott gut ist und du »aus Gott geboren« bist (1Joh 5,4), bist du dann gut? Wenn ja, in welchem Umfang? Gibt es immer noch einen Teil von dir, den Gott ablehnt? Wenn Gott die Sünde ablehnt, lehnt er dann auch dich ab? Bist du teilweise sündig? Schafft es ein Teil von dir nicht in den Himmel? Kannst du hier und jetzt wirklich du selbst sein? Diese Fragen müssen beantwortet werden.

Ohne hoff nungsvolle Antworten hast du am Ende eine Botschaft, die nur eine mittelmäßige oder vielleicht eine halbwegs annehmbare, aber niemals eine gute Nachricht vermittelt. Was dieses Buch dir verspricht, sind hingegen großartige Nachrichten.

Die Vergebung der Sünden ist fantastisch – aber sie ist nicht genug. Der Himmel ist fantastisch – aber er ist nicht genug. In der Botschaft des Evangeliums sehen wir einen Gott, der mehr ist als ein Bankier, der uns unsere Schulden erlässt. Er ist mehr als ein Reiseberater, der unsere Reiseroute ändert. Er ist der große Arzt, der uns mit Auferstehungsleben erfüllt.

Gott hat dir nicht nur Barmherzigkeit geschenkt und einen neuen Ort bereitet, an den du gehst, wenn du stirbst. Wie wir sehen werden, hat er dir auch ein neues Verlangen geschenkt, das aus einem neuen Naturell erwächst. Mit dem neuen Verlangen und dem neuen Naturell kommt eine ganz neue Art zu leben.

Du kannst als dieses neue Ich mit dem makellosen Herzen leben. Und du wirst sehen, dass Christus sich perfekt durch dich ausdrücken

kann, auch wenn du einfach du selbst bist – ohne Konfl ikt, ohne Unstimmigkeiten, ohne Hindernisse. Alle deine Teile passen perfekt mit ihm zusammen.

Genau das lässt die Botschaft der Kirche heute vermissen. Wir wissen, dass wir zum Dienen berufen sind. Aber nur wenige von uns wissen, wie gut wir dafür ausgestattet sind. Alles, was wir brauchen, ist uns gegeben worden. Es gehört bereits uns. Kein Bitten, kein Suchen, kein Streben, kein Warten: Es ist jetzt da.

Herzensfragen

Du sitzt in der Kirche und genießt den Lobpreis. Der musikalische Leiter ist in Bestform, der Backgroundchor summt rührselig, der Rauch steigt auf und die Musik ist in vollem Gange. Dann, mitten im Lied, hält der Leiter inne, schaut zum Himmel und seufzt: »Gott, wir haben böse, böse Herzen, Herr!«

Die Gemeinde bricht in Beifall aus und gibt ein lautes »Amen!« von sich.

»Wir sind Sünder, Herr, die sich verzweifelt nach mehr von dir sehnen, Gott!«, fährt er fort.

»Ja, Jesus!«, antwortet jeder.

»Läutere heute unsere Herzen, Gott, mach uns rein!«, bittet er.

»Ja, Herr …«, erwiderst du – im Gleichklang mit allen anderen.

Doch dann lässt dich etwas in deinem Hinterstübchen innehalten und du fragst dich: Wie viele Sonntage muss ich noch versuchen, mein Herz in Ordnung zu bringen? Wie lange werde ich um Reinheit bitten müssen? Und warum betteln wir um mehr von Gottes Gegenwart, wenn er uns doch nie verlässt?

Du zögerst zu Recht. Diese Bitten spiegeln nicht wider, was Gott wirklich darüber sagt, wer du bist und in welcher Beziehung du zu ihm stehen solltest.

Ist dein Herz also böse oder gut? Oder vielleicht halb gut und halb böse? Bist du teils Finsternis und teils Licht? Vielleicht hast du zwei Herzen? Zwei Naturen, zwei Ichs, zwei Arten von Verlangen?

Frag hundert Christen nach dem aktuellen Zustand ihres Herzens und die Antworten werden sehr unterschiedlich ausfallen. Einige werden rufen: »Böse!« Andere hingegen werden behaupten: »Verdorben und trügerisch, aber im Aufbau!« Aber hier kommen wir und sagen dir, dass dein Herz neu und vollkommen ist.

Der Herzenszustand des Gläubigen ist für das Christentum an sich von zentraler Bedeutung. Schließlich kommt Jesus, um in unseren Herzen zu wohnen. Das glauben wir doch, oder? Warum sind unsere Antworten dann so uneinheitlich? Warum ist der Folgezustand unseres Herzens so unklar? Wer hat Recht? Wie können wir das wissen?

Was wir hören

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum wir verwirrt sind: Wir hören immer wieder das Gleiche! Du kannst so viele Kirchen besuchen, christliche Bücher lesen oder auch Lobpreismusik hören, wie du willst, aber fast immer wirst du feststellen: Es geht ausschließlich darum, was du nicht tust und warum du mehr tun solltest.

Du bist schmutzig. Du musst reiner werden.

Du bist fern. Du musst wieder näher kommen.

Du hast keine Gemeinschaft mehr. Du musst wieder dazugehören.

Du bist aus Gottes Willen für dein Leben herausgefallen. Du musst ihn wiederfinden.

Du musst bleiben. Du musst in Gottes Ruhe eintreten.

Du brauchst das siegreiche Leben.

Du brauchst. Denn du bist nicht in Ordnung.

Du bekommst ausführliche Anweisungen, wie du dich selbst reparieren kannst. Du hörst Gebete und Bitten, Gott möge näher

Herz

kommen. Du liest Tipps und Ermahnungen, wie man richtig denkt und richtig handelt. Bei all dem erhältst du nur wenig – wenn überhaupt – Bestätigung in der Wahrheit, dass du bereits mit Gott im Reinen bist.

»Oh, das ist die Rechtfertigung. Das solltest du alles schon wissen. Wir sind jetzt bei der Heiligung angelangt«, heißt es vielleicht. Wir sollen also einen Abschluss in »Gottes Gnade« machen? Und was machen wir mit Bibelstellen, die besagen, dass wir als Gläubige bereits geheiligt sind?

Ihr seid geheiligt (1Kor 6,11).

Wir sind geheiligt (Hebr 10,10).

Textpassagen wie diese werden ignoriert oder wegerklärt, weil sie nicht in die Erzählung passen, dass wir uns bessern sollen.

Unterdessen werden wir mit einer Botschaft bombardiert, die zu einer neuen Handlungsweise auffordert, ohne dem Aspekt der Neugeburt überhaupt Beachtung zu schenken. Es ist eine Botschaft der Veränderung ohne Austausch. Es ist ein schwaches Evangelium mit viel Schall und Rauch, eine Farce. Wie in jeder anderen Weltreligion hängt der gerechte Stand vor Gott angeblich von uns und unseren Handlungen ab und von unseren Entscheidungen, uns heute zu verbessern. Das geht völlig am Kern des Christentums vorbei – den Taten und Entscheidungen Gottes. Kurz gesagt, es vernachlässigt den wichtigsten Aspekt des Evangeliums – wie Gott uns im Innersten verändert hat.

Einige der Lieder, die wir in der Kirche singen, schüren bloß das Feuer von Schuld und Scham. Hier ein Beispiel – eine Strophe aus dem Kirchenlied »Komm, du Quelle jedes Segens«, das von Robert Robinson im 18. Jahrhundert geschrieben wurde. Wir haben es im Laufe der Jahre Hunderte Male gesungen:

Lass deine Güte wie eine Fessel mein irrendes Herz an dich binden

Bin geneigt abzuirren, Herr, ich fühle es

Geneigt, den Gott zu verlassen, den ich liebe Hier ist mein Herz, o nimm es und versiegle es Versiegle es für deine Himmelshöfe

Ist dein Herz immer noch geneigt, abzuirren? Muss es immer noch »genommen« und »versiegelt« werden? Dieses Lied basiert auf Psalm 119, in dem sich David darüber Sorgen macht, von den Geboten des Herrn abzuweichen. Aber vergiss nicht, dass David auch flehte: »Schaffe in mir ein reines Herz« und »Verwirf mich nicht von deinem Angesicht« und »Nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir« (Ps 51).

Warum scheinen Paulus, Petrus, Jakobus oder Johannes nicht um ihre Herzensreinheit oder den Verlust von Gottes Gegenwart besorgt zu sein? Genießt du als Gläubiger des Neuen Testaments nicht etwas Besseres als das, was David vor so langer Zeit erlebte?

Wie viel soll ich noch aufzählen? Es würde zu lange dauern, all die Geschichten über den Glauben von Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David , Samuel und allen Propheten zu erzählen. … An all diesen Menschen hatte Gott wegen ihres Glaubens Freude, doch keiner von ihnen empfing das, was Gott versprochen hatte. Denn Gott hatte weit Besseres für uns vorgesehen; deshalb können sie erst mit uns gemeinsam das Ziel erreichen. — Hebräer 11,32.39–40 nlb

Das Kreuz und die Auferstehung machen einen Unterschied. Du genießt heute etwas Besseres, als David es je erlebt hat. Wie wir sehen werden, hat das damit zu tun, dass dir vollkommen vergeben ist und du im Herzen vollkommen gemacht bist. Was ist mit zeitgenössischer Musik? Wurde sie mit mehr Sorgfalt geschrieben, sodass sie die Wahrheit des Evangeliums widerspiegelt? Nein – es scheint sogar so, als würde sich das Problem mit der Zeit verschlimmern. Insgesamt bleiben die meisten Kirchenlieder aus

früheren Jahrhunderten dem Evangelium treuer als ein Großteil der moderneren Musik.

Hier ist ein Beispiel aus dem Lied »Sinner Saved by Grace« (Aus Gnade erretteter Sünder) von der Gaither Vocal Band, das erst wenige Jahrzehnte alt ist:

Jetzt wachse ich und atme in Freiheit

Mit jedem Atemzug des Lebens, den ich nehme

Bin ich geliebt und ist mir vergeben und habe ich ein Leben

Ich bin nur ein Sünder, errettet aus Gnade

Nicht würdig, in Gottes Gegenwart zu sein

Bist du nichts weiter als »nur ein Sünder«, aber »aus Gnade errettet«? Bist du »geliebt« und ist dir »vergeben«, doch bist du »nicht würdig, in Gottes Gegenwart zu sein«? Das ist die Theologie vom »armseligen Wurm«, und sie hält die Wahrheit schon viel zu lange unter Verschluss.

Es geht nicht nur um unsere Musik. Diese Botschaft durchdringt die gesamte christliche Kultur. Stolz pappen wir christliche Aufk leber aufs Auto mit dem Slogan: »Ich bin nicht perfekt, mir wurde nur vergeben.«

Jeder kapiert, was damit gemeint ist – wir erbringen keine perfekte Leistung. Aber geht es im Evangelium nicht gerade darum, dass wir unabhängig von unserer Leistung vollkommen gemacht worden sind? Wurden wir nicht durch Gottes Leistung vollkommen gemacht?

Widersprüche

Als Ergebnis dieser »Ich bin ein schmutziger Sünder mit unstetem Herzen«-Mentalität können und wollen wir unserem Herzen nicht vertrauen. Außerdem wird uns immer wieder gesagt, dass wir unser

Die Botschaft, die wir mitnehmen können, lautet: Hab Acht auf dein Herz!

Das kann dazu führen, dass wir durch übermäßige Selbstanalyse und den ständigen Versuch, mit Gott »ins Reine zu kommen« und »im Reinen zu bleiben« schließlich in eine Art Lähmung verfallen. Wir erfahren dann nicht mehr die Bestätigung, die wir einst verspürten, nachdem wir »ins Reine kamen«, sodass wir sogar an unserer Errettung zu zweifeln beginnen.

Das, was wir für das Evangelium halten, beschämt uns und verhöhnt uns fast: »Sei gut (aber du bist nicht gut). Versuche, wie Jesus zu sein (auch wenn du nicht wie er bist). Liebe die Menschen mehr (auch wenn du von Natur aus lieblos und sündig bist). Bitte Gott, dir ein Dienerherz zu geben (da du keines hast). Übrigens: Du betest nicht genug. Du tust nicht genug. Und du bist nicht genug.«

Das schafft einen inneren Konfl ikt von dramatischem Ausmaß. Wir versuchen, die widersprüchliche Botschaft aufzulösen: »Versuche, nach außen hin das zu sein, was du im Inneren nicht bist.«

Das Endergebnis sind Schuldgefühle und Scham. Einige von uns geben auf und ziehen sich für immer aus dem offi ziellen Wettbewerb zurück. Andere polieren ihre Masken auf und planen einen weiteren Tag.

Interessanterweise sagen wir den Gläubigen auf der einen Seite, dass sie zu dem werden sollen, was sie nicht sind. Auf der anderen Seite sagen wir ihnen, dass sie sich selbst loswerden sollen. Ja, manche fordern uns auf, uns geistlich zu töten:

Stirb dir selbst. Verleugne dich selbst. Stirb täglich.

Wir sind also das neue Selbst, aber wir sollen unser Selbst verleugnen? Unser altes Selbst starb bereits mit Christus, aber wir sollen trotzdem unserem Selbst sterben? Manche von uns halten nicht

Dein makelloses Herz Herz »erforschen« und »prüfen« müssten. Unser Herz habe viele Räume, wird uns beigebracht, und Jesus sei wie ein geistlicher Hausmeister, der von Raum zu Raum gehe, mit dem Ziel, jeden einzelnen zu reinigen. Und wer weiß, was er im Schrank noch alles fi ndet!

einmal inne, um all diese Widersprüche zu untersuchen. Natürlich haben diejenigen, die uns etwas Falsches lehren, wahrscheinlich keine bösen Absichten. Sie bieten uns einfach nur die gleiche Standardkost, die ihnen von ihren Vorgängern serviert wurde.

Uns wird unablässig beigebracht, dass wir unserem »Selbst« oder unserem »Herzen« nicht trauen können. Unsere bösen Herzen wollen abirren; also müssen sie kontrolliert werden, damit sie nicht einfach machen, was sie wollen. Und wir müssen erst Nein zu unserem »Selbst« sagen, bevor wir Ja zu Gott sagen können.

Dem folgt sogleich die Vorstellung, Gottes Gunst auf uns hänge von unserer Entscheidung ab, unser Herz zu reinigen. Es entsteht in uns das Gefühl, Gott werde seinen Teil tun, sobald wir unseren Teil tun und ihm gegenüber treu sind. Zuerst müssten wir uns aber beweisen. Das Problem ist nur, dass wir unseren Teil der Abmachung scheinbar nie einhalten können. Wir scheitern ständig. Wir bekennen unser Versagen und kehren zu unseren »Pflichten« zurück, nur um erneut zu scheitern.

Das ist keine wahrheitsgemäße oder erbauliche Botschaft. Vielmehr raubt sie uns jeglichen geistlichen Selbstwert und die Kraft, unser Denken und unsere Entscheidungen zu ändern. Am Ende sind wir enttäuscht, frustriert und verbittert angesichts der ganzen Sache. Denn wenn wir wirklich böse sind, wenn es unser Herz wirklich danach verlangt, das Falsche zu tun, ist keine Hoff nung in Sicht. Wir werden unser ganzes Leben lang einen aussichtslosen Kampf führen. Warum also durchhalten? Wenn wir bereits eine Eintrittskarte in den Himmel haben, warum geben wir dann nicht einfach auf?

Ist dies das Leben, das Gott für uns vorgesehen hat? Ein Kampf gegen uns selbst? Ein ständiges Bemühen, das, was so überaus schmutzig ist, zu reinigen?

Nein, ist es nicht.

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