Paperback: ISBN 978-3-95933-236-1, Bestellnummer 372236
E-Book: ISBN 978-3-95933-237-8, Bestellnummer 372237
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Kapitel 19 Wie die Kraft fließt
20 Mit Gott kooperieren
Kapitel 21 Wie du denkst
Kapitel 22 Gib Gott die Ehre
Kapitel 23 So lehrt es das Neue Testament nicht
Kapitel 24 Ein einziger Mittler
Kapitel 25 Der Kampf findet in deinem Kopf statt
Kapitel 26 Kämpfe, um zu gewinnen!
EINLEITUNG
Die meisten Menschen haben eine humanistische Sichtweise in Bezug auf das Leben und darauf, wie es funktioniert. Auch wenn Christen sich hiervon abgrenzen, leben dennoch viele von ihnen Tag für Tag nach genau dieser Gesinnung. Indem sie die Dinge nur oberflächlich betrachten, erkennen sie hinter alledem nicht die geistliche Realität.
Humanisten erkennen Gott nicht an. In der Regel sind sie entweder Agnostiker oder Atheisten und glauben, dass alles im Leben eine natürliche und wissenschaft lich erklärbare Ursache habe. Es ist traurig, aber viele Christen legen genau diese Grundhaltung an den Tag. Sie erkennen einfach nicht die geistliche Dynamik, die sich hinter der »sichtbaren« Welt verbirgt.
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf! Tag für Tag tobt in der geistlichen Welt ein Kampf sowohl um das Herz jeder einzelnen Person als auch um die Gesellschaft und um die Welt als Ganzes. Gott versucht, uns zu ihm hin und zur Gerechtigkeit zu ziehen. Er versucht, uns so zu beeinflussen, dass wir im Einklang mit ihm leben, damit sein Segen in unserem Leben freigesetzt werden kann. Gleichzeitig bemüht sich Satan, unsere Herzen von Gott wegzustehlen. In einem erbitterten Kampf gegen den Herrn und sein Reich überschüttet der Feind unser Leben mit so viel Müll und Perversion, wie er nur kann.
Obwohl wir Christen sind, erkennen die meisten von uns den heft igen Kampf nicht, der jeden Tag um uns herum ausgefochten wird. Wir sind uns der geistlichen Bedeutung unserer Entscheidungen, Worte und Handlungen nicht bewusst. Wir sind praktisch
Der Teufel kann nicht gegen deinen Willen Macht über dich ausüben. Dennoch ist es zu seinem Vorteil, wenn dir dieser Kampf weder bewusst noch verständlich ist. Wenn du dich entscheidest, Gottes Wort zu glauben, und du allmählich erkennst, was in der geistlichen Welt geschieht, dann kannst du geeignete Maßnahmen ergreifen, um deine Situation zu verbessern. Du kannst mit Gott im Einklang leben, um seine Kraft und seinen Segen freizusetzen.
Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel!
Und er wird von euch fliehen. — Jakobus 4,7 elb
Du kannst dem Teufel widerstehen und er wird von dir fl iehen.
Deine Passivität und dein Mangel an Widerstand bedeuten nicht, dass kein Kampf tobt. Es bedeutet lediglich, dass du den Sieg nicht ergreifst. Satan schlägt dich auf diesem Gebiet.
Die in diesem Buch enthaltenen Wahrheiten aus dem Wort Gottes haben das Potenzial, dein Leben zu verändern. Wenn du anfängst, als Gläubiger deine Vollmacht im Herrn Jesus Christus zu verstehen und auszuüben, wird Satan fliehen und Gottes Kraft und Segnungen werden sich in deinem Leben stärker denn je bemerkbar machen.
8 Die Vollmacht des Gläubigen unwissend darüber, wie sehr diese Dinge ausschlaggebend dafür sind, ob wir uns Gott hingeben und somit seine Kraft und Segnungen in unserem Leben freisetzen oder ob wir uns an Satan ausliefern und somit Sünde und Tod in unserem Leben freisetzen (Röm 6,16).
Wir befinden uns in einem geistlichen Kampf
Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. — Epheser 6,1–12
Gottes Wort offenbart uns, dass unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut geht, sondern gegen dämonische Mächte. Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen die geistlichen Kräfte, die in ihnen wirken. Die meisten von uns erkennen jedoch nicht, welche Rolle die geistliche Welt in unserem täglichen Leben spielt. Wir denken, das sei alles nur menschlich bzw. natürlich, aber der Teufel ist rund um die Uhr damit beschäft igt, Menschen zu beeinflussen. Es ist sinnlos, darüber zu diskutieren, ob eine Person besessen, unterdrückt oder nur bedrückt ist. Wenn das Neue Testament sagt, dass jemand von einem Dämon besessen ist, so ist im Griechischen die wörtliche Bedeutung von »besessen« dämonisiert. Diese Person steht unter dem Einfluss und somit der Herrschaft des Teufels. Die Diskussion, die darüber entstanden ist, ob jemand besessen, unterdrückt oder nur bedrückt ist, lässt sich in der Bibel
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 9
Die richtige Perspektive
Viele Menschen der westlichen Welt glauben, dass sich alle Dämonen irgendwo in den Ländern der Dritten Welt aufhalten. Doch jeder, der geistlich wahrnehmungsfähig ist, weiß, dass es überall auf der Welt, auch im Westen, starke dämonische Aktivitäten gibt. Wir tendieren nur dazu, vieles als völlig normal und natürlich für unsere heutige Zeit anzusehen. Wir lassen die Tatsache außer Acht, dass viele der Dinge, die heute passieren – Dinge, die uns das Leben schwermachen –, einen geistlichen Ursprung haben. Wir sind uns einfach nicht der geistlichen Realität bewusst, die sich dahinter verbirgt.
Würdest du die Dinge jedoch aus einer biblischen Perspektive betrachten, könntest du vollkommen anders reagieren. Du würdest erkennen, dass es weder die Person ist, die bei der Arbeit neben dir sitzt, noch dein Nachbar, noch dein Ehepartner oder deine Umstände, die gegen dich sind. Sie können von Satan beeinflusst, inspiriert und benutzt werden, aber sie selbst sind nicht wirklich der Ursprung deiner Probleme. Wenn du tatsächlich verstehst, dass dies kein Kampf in der »sichtbaren« Welt ist, dann wird sich deine Art zu reagieren verändern.
Ich erhalte viele Hassmails und werde oft wegen der Dinge kritisiert, die ich sage. Es gab eine Zeit, da nahm ich all diese Dinge noch persönlich und dachte: Warum ist diese Person so gegen mich aufgebracht? Ich sah nur die Vorwürfe dieser Leute und versuchte ständig, mich auf der menschlichen Ebene mit ihnen
10 Die Vollmacht des Gläubigen nicht fi nden. Die Wahrheit ist, dass heutzutage Menschen auf der ganzen Welt vom Teufel beeinflusst, beherrscht und benutzt werden – in welchem Ausmaß auch immer.
Jesus gab uns hierzu ein gutes Beispiel. Er erkannte es, als der Teufel versuchte, ihn durch einen Menschen anzugreifen.
Nachdem Petrus – von Gott inspiriert – Jesus als »den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes« bekannte (Mt 16,16), begann der Herr mit seinen Jüngern über seine nahende Kreuzigung, seinen Tod und seine Auferstehung zu sprechen. Genau in diesem Augenblick fi ng Petrus an, ihn zurechtzuweisen:
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 11 auseinanderzusetzen. Mittlerweile habe ich verstanden, dass es Satan ist, der versucht, mich von dem abzulenken, was Gott mir aufgetragen hat. Ich erkenne, dass der Feind manche Menschen dazu benutzt, sich gegen mich zu stellen. Er versucht, einen Zugang in mein Leben zu bekommen, damit er mir Gottes Wort stehlen kann (Mk 4,16–17). Weil ich aber hinter den Menschen blicke und dessen Bemerkungen nicht persönlich nehme, bin ich in der Lage, Dinge in die richtige Perspektive zu setzen und anders damit umzugehen. Es gab sogar einige gute Freunde, die sich gegen mich gestellt haben. Obwohl sie ein paar ziemlich gemeine Dinge getan haben, war ich fähig, darüber hinwegzusehen und ihnen zu vergeben. Mir wurde bewusst, dass Satan einen sensiblen Bereich in ihrem Leben ausnutzte, um sie gegen mich aufzubringen. Daher war ich ihnen gegenüber weder wütend noch verbittert, denn ich verstand, dass der Teufel dahintersteckte. Inzwischen haben sie ihre Haltung geändert und erkannt, was geschehen ist. Unsere Freundschaft konnte vollkommen wiederhergestellt werden, weil ich erkannte, dass es letztendlich nicht diese Leute waren, sondern Satan, der versuchte, mich zu verletzen.
Satan benutzt Menschen
Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht!
— Matthäus 16,22
Wie es scheint, hatte Petrus nicht aufgepasst, als Jesus ankündigte, dass er am dritten Tag wieder auferstehen werde. Petrus wollte den Gedanken, dass sein geliebter Herr gefangen genommen und getötet werden könnte, nicht einmal erwägen. Und dies war derselbe Mann, der nur wenige Augenblicke zuvor vom Heiligen Geist inspiriert und gebraucht wurde. Was reagierte Jesus darauf?
Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich! — Matthäus 16,23
Der Herr erkannte, dass es Satan war, der soeben durch Petrus gesprochen hatte. Dies kam nicht von Gott. Jesus wusste, dass es nicht mit dem übereinstimmte, was der Vater ihm klar aus seinem Willen geoffenbart hatte. Obwohl Petrus kurz zuvor eine herrliche Offenbarung durch den Heiligen Geist ausgesprochen hatte, wusste Christus, dass die Inspiration zu diesem Vorwurf direkt aus der Hölle kam.
Es gibt Zeiten, da spricht der Teufel zu dir durch Menschen. Er benutzt Menschen, um an dich heranzukommen. Natürlich wird ihnen diese Tatsache nicht bewusst sein. Petrus war vermutlich schockiert, verletzt und beleidigt, als Jesus sich umdrehte und sagte: »Weiche von mir, Satan!« Aber es gibt Momente, in denen du den Teufel auf diese Weise zurückweisen musst.
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Die Vollmacht des Gläubigen
Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Es geht nicht darum, dass du herumläufst und Leute »niedermachst«. Ich sage nicht, dass du jeden zurückweisen sollst, der mit dir nicht einer Meinung ist, indem du ausrufst: »Du bist vom Teufel. Satan benutzt dich in meinem Leben.« Darum geht es nicht. Du sollst nur erkennen, dass Satan – genauso wie Gott – durch Leute sprechen und sie in deinem Leben benutzen kann. Genau wie Jesus musst du unterscheiden lernen, wessen Stimme es ist.
Vor über 30 Jahren wollte uns meine Mutter auf eine Reise in die Berge mitnehmen; meine Frau, unseren damals einjährigen Sohn und mich. Dies geschah zu einer Zeit, als wir sehr wenig Geld hatten. Jamie und ich hatten zu kämpfen und konnten uns natürlich eine solche Reise nicht leisten. Als meine Mutter uns anbot, alles zu bezahlen, nahmen wir ihre Einladung gerne an.
Zu jener Zeit hatte meine Mutter gerade begonnen, hinsichtlich ihrer Heilung auf Gott zu vertrauen. Sie fühlte sich jedoch richtig niedergeschlagen, weil sie noch keine sichtbaren Ergebnisse an sich feststellen konnte.
Aus diesem Grund zweifelte meine Mutter daran, ob diese ganze Sache mit der Heilung wirklich funktionierte. Inzwischen hat sie ihre Meinung darüber grundlegend geändert und schon erstaunliche Heilungen empfangen. Aber dies geschah damals, in den Anfangsjahren unseres Dienstes, als meine Mutter noch dachte, ich stünde irgendwo am Rande des Wahnsinns.
Als wir uns dann auf die Reise machten, hatte meine Mutter eine leichte Erkältung. Sie begann, negative Dinge über meinem Sohn auszusprechen wie: »Halt ihn von mir fern, sonst wird er sich anstecken.«
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 13 Wessen Stimme ist das?
Ich antwortete: »Nein, Mutter. Er wird sich nicht an dieser Erkältung anstecken.«
Dann beschwerte sie sich wegen des Geldes: »Eigentlich sollte ich so eine Reise gar nicht machen. Ich habe gar nicht das Geld dafür.«
Also antworte ich ihr: »Schau, Mutter, wir haben rein gar nichts. Wenn du das Geld für diese Reise nicht hast, dann sollten wir gleich nach Hause umkehren, denn ich kann dir nicht helfen.«
Sie antwortete: »Oh nein! Ich habe eine Menge Geld.« Meine Mutter war einfach in einer negativen Stimmung, was aus dem allen eine unangenehme Situation machte.
Weil es ein heißer Sommertag war, saß mein Sohn direkt vor der Klimaanlage. Da ich das Prinzip verstanden hatte, dass wir haben können, was wir aussprechen (Mk 11,23), störte es mich gewaltig, wenn sie Dinge sagte wie: »Setz ihn von dort weg. Er wird sich erkälten!«
Ich musste dem mit einem »Nein, er wird sich nicht erkälten« entgegentreten.
»Schweig!«
Dieses ganze Erkältungsgerede und das ständige Jammern – das war eigentlich nicht wirklich meine Mutter. Es entsprach gar nicht ihrem Charakter. Sie ist eine tolle Frau und normalerweise sehr positiv, doch an jenem Tag steckte sie irgendwie in ihrer negativen Stimmung fest. Sie sprach den ganzen Tag über Zweifel und Unglauben aus. Es war ein fortwährender Kampf, dem, was sie sagte, entgegenzutreten. Da sie aber meine Mutter ist, versuchte ich, so höfl ich und freundlich wie möglich zu sein.
Die Vollmacht des Gläubigen
Gleich in der ersten Nacht dieser Reise waren wir alle zusammen in einem Hotelzimmer untergebracht. Unser Sohn schlief in einem Kinderbettchen. Gegen 23 Uhr wachte er auf und hustete so laut, dass man ihn bis ins nächste Zimmer hören konnte. Er war sehr laut und konnte kaum atmen. So stand ich auf, betete in Sprachen, gebot diesem Husten zu weichen und setzte meinen Glauben frei. Unser Sohn schlief wieder ein und alles war gut.
Dreißig Minuten später wiederholte sich das Ganze. Ich stand auf, betete für ihn und er schlief wieder ein. Wie ein Stehaufmännchen war ich alle halbe Stunde erneut auf den Beinen und betete für unseren Sohn, um ihn wieder zum Einschlafen zu bringen. Schließlich, um drei Uhr morgens, als ich mich gerade wieder hinlegen wollte, sagte meine Mutter: »Gib es zu, Andy! Er ist krank!«
Ich beugte mich über sie, zeigte mit meinem Finger mitten in ihr Gesicht und sagte: »Satan, in Jesu Namen befehle ich dir: Schweig! Ich werde keines deiner negativen Worte annehmen. Mein Sohn ist gesegnet und nicht verflucht!« Dann fi ng ich an, das Wort Gottes auszusprechen. Meine Mutter sagte kein Wort mehr und unser Sohn wachte in dieser Nacht nicht wieder auf. Es ging ihm gut, aber meine Mutter schwieg beharrlich die nächsten beiden Tage –und das, obwohl wir die ganze Zeit über alle zusammen im Auto auf dem Weg in den Urlaub saßen.
Als sie dann endlich wieder anfi ng zu sprechen, rief sie: »Nun, es tut mir leid, dass du denkst, ich sei der Teufel« und fi ng dann an, sich selbst zu bemitleiden.
Ich sagte: »Mutter, du weißt genug, um es besser zu wissen. Ich habe dir das Wort Gottes erklärt. Du weißt, dass dein Gerede dem Wort Gottes genau entgegengesetzt war. Du hast dich einfach Satan überlassen. Ich bin nicht böse auf dich. Ich habe nur dem Teufel widerstanden. Er versuchte, meinen Glauben an Heilung zu stehlen.«
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 15
Seitdem habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Sie ist über 95 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit. Meine Vorgehensweise in jener Nacht war ziemlich hart, aber ich wusste, dass Satan hinter diesem Angriff stand, mit der Absicht, mir meinen Glauben zu stehlen.
Du kannst dem, was die Leute sagen, sicherlich mit mehr Taktgefühl entgegentreten, als ich es damals getan habe. Ich war ein junger Christ und habe dementsprechend reagiert, aber unabhängig davon, wie du es machst, das Prinzip bleibt dasselbe.
Herausgefordert bis zum Äußersten
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf! In den meisten Fällen sind sich die Leute dessen leider nicht bewusst. Sie betrachten die Dinge nur aus einer rein natürlichen und menschlichen Perspektive. Sie klammern Gott, den Teufel und den ganzen übernatürlichen Bereich einfach aus. Der Durchschnittsmensch erkennt die Existenz dieser geistlichen Dynamik nicht. Gott schickt uns keine bösen Dinge. Es geschieht weder aus Zufall noch ist es Schicksal. Da ist ein realer Feind am Werk und wir müssen lernen, wie wir ihn bekämpfen können.
Vor ungefähr 20 Jahren versuchte ich, mein erstes Buch herauszubringen. Es war eine Studienbibel mit Kommentaren (Life for Today – Gospels Edition) und umfasste beinahe 600 Seiten. Zu jener Zeit waren die Einnahmen meines Dienstes so gering, dass es mich die Erträge von zwei oder drei Monaten gekostet hätte, die 50.000 US-Dollar für den Druck zusammenzubringen. So forderte dieses Projekt meinen Glauben bis zum Äußersten heraus.
Verschiedene Verleger kamen und boten uns bei diesem Projekt ihre Hilfe an. Ein Verlag zeigte sich sogar bereit, uns bis auf
16 Die Vollmacht des Gläubigen
Innerhalb eines Monats erfuhr ich, dass sich dieser Verlagsmitarbeiter mit unserem ganzen Geld aus dem Staub gemacht hatte. Zur gleichen Zeit hatte er noch andere namhafte Prediger um ihr Geld betrogen!
Ich erinnere mich noch, als ich diese Nachricht erfuhr. Mein Mitarbeiter sagte: »Dieser Verkäufer ist mit unseren 27.000 US-Dollar durchgebrannt. Wir müssen jetzt noch weitere 45.000 US-Dollar innerhalb der nächsten Woche zusammenbringen, um dieses Projekt zu realisieren.« Insgesamt brauchten wir nun 70.000 US-Dollar.
Siebenfach
Im ersten Moment war ich schockiert. Ist das wirklich wahr? Dann fühlte ich das fleischliche Verlangen, diesem Halsabschneider eine Tracht Prügel zu verabreichen. Doch schließlich erkannte ich, wer der eigentliche Schuldige war. Satan hatte mich angegriffen und versuchte, mich zu bestehlen.
Sofort kam mir Sprüche 6,31 in den Sinn:
Wird er [der Dieb] ertappt, so muss er siebenfach bezahlen und alles hergeben, was er im Haus hat.
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 17 27.000 US-Dollar entgegenzukommen, wenn wir vorab bezahlen würden. Der zuständige Mitarbeiter sagte: »Wir befi nden uns in einer Notlage und brauchen das Geld. Wenn Sie gleich bezahlen, werden wir es zu diesem Preis drucken.« So rief ich meine Partner zur Spende auf, brachte das Geld zusammen – für uns zu jener Zeit mehr als die Einnahmen eines Monats – und gab es dem Mann. Dies war für uns damals eine Riesensumme!
Mir wurde bewusst, dass hier nicht einfach nur ein Mensch war, der mich bestahl. Offensichtlich verbargen sich dahinter dämonische Mächte. Sekunden später war mir klar: Es ist niemand anderes als der Teufel, der mich bestehlen will, und jetzt habe ich ihn erwischt. Gemäß dem Wort Gottes verlange ich deshalb alles siebenfach zurück! Daraufh in nahm ich ein Stück Papier und multiplizierte 70.000 US-Dollar mit sieben. Anstatt verärgert, deprimiert oder verletzt zu sein, fing ich an zu tanzen und pries Gott: »Halleluja, das ist ja großartig. Ich werde dieses Jahr 490.000 USDollar zurückbekommen!« Da ich nicht aufhörte, Gott dafür zu preisen, war ich keine Minute niedergeschlagen oder entmutigt wegen dieser Situation.
Am Ende des Jahres hatten wir fast 490.000 US-Dollar zusätzliche Einnahmen – exakt der siebenfache Betrag dessen, was uns gestohlen worden war. Dies war zu einer Zeit, als unsere Jahreseinnahmen nur etwa 500.000 US-Dollar betrugen. Wir verdoppelten in diesem Jahr quasi unseren Ertrag!
Was in einer Tragödie hätte enden können, schlug in eine positive Situation um, weil ich erkannte, dass ich nicht gegen Fleisch und Blut kämpfe. Ich führe einen geistlichen Kampf – mit geistlichen Waffen – gegen geistliche Feinde. Mir wurde bewusst, dass Satan versuchte, mich anzugreifen, und so handelte ich gemäß dem Wort.
Wer beeinflusst wen?
Ich habe schon mehreren Leuten Geld geliehen, die es mir niemals zurückgezahlt haben. Sie sagten, sie würden es tun, aber aus welchen Gründen auch immer haben sie es nicht getan. Anstatt es ihnen zu verübeln und mich über sie zu ärgern, weiß ich inzwischen,
18 Die Vollmacht des Gläubigen
Du magst denken: So etwas würde ich nie tun! Aber ich sehe ganz klar, dass da ein geistlicher Kampf wütet – und niemand wird in meinen Gedanken Raum einnehmen! Niemand wird mein Herz besitzen – außer Gott! Ich weigere mich, Unversöhnlichkeit gegen wen auch immer zu hegen. Ich werde Bitterkeit nicht den kleinsten Raum in meinem Leben geben. Ich bin mir bewusst, dass Satan solche Dinge als Einfallstor gegen mich benutzt.
Ob es dir gefällt oder nicht, gerade jetzt findet ein geistlicher Kampf um dein Herz und deine Gedanken statt. Denn wie du in deinem Herzen bzw. deiner Seele denkst, so wirst du sein (Spr 23,7 kjv). Was du sagst und tust, entspringt deinen Gedanken, wobei deine Handlungen den höchsten Ausdruck deiner Vollmacht darstellen. Deshalb wirst du von demjenigen beeinflusst und beherrscht, dem du dich hingibst – Gott oder Satan.
Wir befi nden uns in einem geistlichen Kampf 19 dass sich Satan dahinter verbirgt. Diese Menschen haben natürlich auch ihren Teil dazu beigetragen und dem Satan die Möglichkeit zu seinen Machenschaften gegeben. Ich erkenne jedoch, dass der Teufel versucht, mich durch Unversöhnlichkeit in die Falle zu locken. So vergebe ich diesen Leuten einfach. Meine Haltung ist diese: Was soll’s, nehmt es einfach als Geschenk! Ich werde ganz sicher nicht hier herumsitzen und verbitterte Gedanken wegen dieser Sache hegen. Das ist es nicht wert.
KAPITEL 2
Wen er verschlingen kann
Wenn du dich der Sünde hingibst, dienst du Satan, denn er ist der Urheber dieser Sünde. Aber wenn du dich dem Gehorsam hingibst, dienst du Gott, denn er ist der Urheber dieser Gerechtigkeit.
Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? — Römer 6,16
In diesem geistlichen Kampf ist das, was du tust, von enormer Bedeutung.
Die meisten Menschen erkennen, dass Handlungen in der »sichtbaren« Welt wichtig sind. Du weißt sehr wohl, dass alles, was du tust, Konsequenzen hat. Wenn du zu schnell fährst, könntest du einen Strafzettel bekommen oder einen Unfall verursachen. Der Strafzettel würde dich Geld und Punkte im Fahreignungsregister kosten. Der Unfall könnte Schäden an anderen Autos verursachen oder sogar jemandem das Leben kosten. Wenn wir über Menschen schlecht reden, können wir ihre Gefühle verletzen oder sogar dämonische Mächte gegen sie entfesseln. Das Leben besteht aus viel mehr als nur dieser physischen, natürlichen und sichtbaren Ebene. Alles hat geistliche Auswirkungen. Wenn du über jemanden schlecht redest, dann spielt es letztendlich keine Rolle, ob derjenige es merkt – es wird dir selbst
20 Die Vollmacht des Gläubigen
Der Zorn des Menschen
In Jakobus 1,20 (nlb) steht:
Denn menschlicher Zorn kann niemals etwas hervorbringen, das in Gottes Augen gerecht ist.
Mit anderen Worten: Wenn wir Ärger und Bitterkeit zulassen, dient das nicht Gottes Gerechtigkeit. Du wirst die Ziele Gottes nicht erreichen, wenn du im Fleisch handelst, dich dem Zorn hingibst und deine Fassung verlierst. Gottes Reich funktioniert nicht auf diese Weise. Deshalb spielt es keine Rolle, ob dich jemand hört. Was du sagst, hat Auswirkungen auf dich selbst.
Ein Mann, den ich vor einiger Zeit zum Herrn geführt hatte, war auf einem guten Weg, Gott nachzufolgen. Sein Hobby war es, Autos mit neuen Sitzpolstern auszustatten, und so versuchte er sich gerade an einem besonderen alten Modell, als ich ihn eines Tages besuchte. Ich klopfte an die Tür, aber niemand antwortete.
Wen er verschlingen kann 21 schaden! Wenn du deinem Ärger oder Groll, deiner Frustration oder Verbitterung Luft machst, wirkt sich das auf dich selbst aus, ganz gleich, ob es auch noch jemanden anderen trifft oder nicht. Ich bin schon zu Leuten ins Auto gestiegen, die beim Fahren laut schimpften, wenn sie jemand schnitt. Sie sagten zu mir: »Der andere weiß ja nicht, was ich gesagt habe. Er hat es ja nicht gehört.« Es spielt keine Rolle, ob die anderen dich jemals hören oder nicht. In dem Moment, in dem du verärgert und bitter reagierst, stehst du im Begriff, dich Satan hinzugeben. Ob es dir bewusst ist oder nicht, der Teufel ist derjenige, der uns beeinflusst, in der falschen Weise zu reagieren (Röm 6,16).
Da ich wusste, dass er zu Hause war, ging ich in den Hinterhof. Als ich um die Ecke seines Hauses bog, hörte ich ihn lauthals schimpfen und die schlimmsten Ausdrücke gebrauchen. Dieser Bruder hatte einen Stock in der Hand und schlug in seinem Zorn wie ein Verrückter auf das Auto ein!
Er beschimpfte dieses Auto von allen Seiten, bis ich, sein Pastor, um die Ecke bog. Als er mich sah, hielt er einen Moment inne (vermutlich fühlte er sich ertappt) und sagte: »Das ist bloß ein Auto. Ist doch egal, was ich zu der Kiste sage. Ich habe damit niemanden verletzt.« Ich musste ihm erklären, dass es keine Rolle spielt, wen oder was wir anschreien. Wenn wir uns dem Zorn hingeben und uns so gehen lassen, wird Satan diese Gelegenheit sofort ergreifen. Der Feind wird solch eine offene Tür nutzen, um zu stehlen, zu töten und zu verderben (Joh 10,10).
Wo nämlich Eifersucht und Streit herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art. — Jakobus 3,16 eü
Beachte, dass hier nicht steht: »manche« böse Taten. Es wird auch nicht gesagt, dass Neid und Streitsucht dem Teufel erlauben könnten, »nur bestimmte Menschen« anzugreifen. Nein, wenn du dich dem Neid und der Streitsucht hingibst, stößt du damit die Tür weit auf und sagst: »Komm nur, Satan, und richte in meinem Leben das Schlimmste an!« Es ist, als maltest du eine große Zielscheibe auf deinen Rücken und fordertest ihn auf, seinen besten Schuss abzugeben. Wenn du dich Neid und Streitsucht hingibst, dann machst du dich selbst zur Zielscheibe für den Teufel.
22 Die Vollmacht des Gläubigen
Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen. — 2. Korinther 2,15
Wie ist dein geistlicher Duft? Verbreitest du den Wohlgeruch Christi oder stinkst du geistlich? Genau wie Fliegen und Ratten werden Dämonen von offenen Wunden und Müll in deinem Leben angezogen. Dein »mistiges« Benehmen – beim Autofahren wütend werden, wegen allem Möglichen verbittert reagieren und alles und jeden kritisieren – verbreitet ein »Aroma«, das jeden Dämon in Riechweite zu deinem Haus lockt. Und du wunderst dich noch: Warum habe ich nur diese Probleme? Warum klappt bei mir nichts? Das sind die Früchte deiner Unwissenheit. Du musst erkennen, dass wir in einem geistlichen Kampf stehen. Deine Gedanken, Einstellungen, Worte und Handlungen setzen in deinem Leben entweder Gottes Kraft oder die des Teufels frei.
Du denkst vielleicht: Das Schicksal ist gegen mich. Ich habe immer Pech. Vielleicht gehst du sogar so weit, dem Herrn die Schuld dafür zu geben: »Gott, warum hast du zugelassen, dass mir all diese Dinge passieren?« Doch so ist es ganz und gar nicht. Gott ist gut und er tut alles, was er kann, um dich zu retten, zu segnen, zu heilen und es dir auch materiell gut gehen zu lassen. Doch Tatsache ist, wir haben einen Feind, der umhergeht und nach Opfern Ausschau hält, die er zerstören kann.
Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. — 1. Petrus 5,8
Wen er verschlingen kann 23 Stinkst du geistlich?
Beachte, dass es heißt: »wen er verschlingen kann«. Satan kann dich ohne dein Mitwirken nicht verschlingen (oder zerstören). Eine Möglichkeit, wie er dich dazu bringt, mit ihm zu kooperieren, ist deine Unwissenheit. Du magst denken, es spiele keine Rolle, ob du über das Auto schimpfst, das du gerade reparierst, oder über den Autofahrer, der dich soeben im Verkehr geschnitten hat. Du magst denken, dass ja niemand zu Schaden komme, wenn du über jemanden tratschst, der nicht anwesend ist. »Die Person hört das ja nicht.« Doch die Wahrheit ist, wenn du anfängst, diesen Dingen freien Lauf zu lassen, wird Satan das sofort ausnutzen.
Aus dem einen oder anderen Grund haben wir das Gefühl, Politiker seien Freiwild. Wir meinen, alles Beliebige über sie sagen zu können. Die Redefreiheit in unserem Land ermutigt uns ja regelrecht dazu, unseren Unmut kundzutun. Es gibt allerdings eine richtige und eine falsche Art, dies zu tun. Ich habe schon Christen über die Regierung oder über Menschen in politischer Verantwortung schimpfen hören – in einer Art und Weise, die alles andere als gesund ist. Du kannst eine abweichende Meinung äußern, ohne eine Person mit deinen Worten gleich zu beschämen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man dich jemals hört oder nicht. Du könntest durch deine Worte dem Teufel eine Tür öff nen (Röm 6,16).
Geistliche Auswirkungen
Es ist wichtig, dass du eine Wache vor deinen Mund stellst (Ps 141,3) und jeden Gedanken gefangen nimmst und ihn dem Gehorsam Christi unterstellst (2Kor 10,5). Du solltest aufpassen, was du tust (Gal 5,22–24), und dir bewusst machen, dass die Dämonen jeden Tag aufs Neue versuchen werden, dich abzuschießen. Wenn du ihnen eine Tür öff nest, werden sie hereinkommen – mit dem
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Die Vollmacht des Gläubigen
Du musst lernen, das geistliche Kräftespiel in deinem Leben zu erkennen. Gott möchte, dass du dich ihm hingibst, damit seine Macht und seine Segnungen in dir freigesetzt werden können. Satan will, dass du dich ihm hingibst, damit Zerstörung und Tod über dich kommen. Um an dich heranzukommen, versucht der Feind unablässig, dich durch Bitterkeit, Unversöhnlichkeit und Gottlosigkeit aller Art zu Fall zu bringen. Ganz gleich, was du also tust, du gehorchst damit entweder Gott oder Satan. Entweder gibst du dich Gott und seinem Einfluss hin oder Satan und dessen Einfluss. Bei jeder einzelnen deiner Handlungen setzt du geistliche Kraft in deinem Leben frei – entweder Gottes Kraft oder die des Teufels. Da die meisten Menschen von dieser Wahrheit nichts wissen, lassen sie alles Mögliche in ihrem Leben zu. Würden sie jedoch erkennen, welche Konsequenzen sie daraus zu erwarten haben, würden sie diese Dinge niemals zulassen.
Die Frau eines unserer Bibelschüler litt an schweren Depressionen. Als ich ihr zu erklären begann, wie sie davon frei werden könne, erfuhr ich von ihr, dass sie schon seit ihrer Kindheit mit Depressionen kämpfte. Jedes Jahr hatte sie eine Phase von ein bis zwei Monaten, während der sie ernsthaft depressiv war und mit Medikamenten behandelt werden musste.
Als ich ihr sagte: »Du willst doch so nicht weiterleben. Du musst es überwinden!«, antwortete sie mir: »Das ist bei mir so. Es richtet keinen Schaden an. Ich halte es aus. In ein bis zwei Monaten ist es vorbei.« Sie hatte diese Depression vollkommen akzeptiert und dachte, es sei lediglich etwas Vorübergehendes ohne nachhaltige Wirkung. Doch jedes Mal, wenn wir uns den Spielregeln Satans unterwerfen, gehen wir eine geistliche Verbindung mit ihm ein, und das bringt Böses hervor. Das ist alles andere als harmlos!
Wen er verschlingen kann 25 alleinigen Ziel, zu stehlen, zu töten und zu verderben (Joh 10,10). Vergiss nicht: Satan sucht, wen er verschlingen kann.
Jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. — Jakobus 1,14–15
Sünde wird in deinen Emotionen empfangen. Jedes Mal, wenn du negative Gefühle hast – sei es Traurigkeit, Wut, Angst, Unfrieden oder was auch immer –, empfängst du etwas. Viele Menschen empfangen Dinge, die sie nicht zur Geburt bringen wollen. Sie wollen weder Depressionen noch Streit, noch Selbstmord, noch eine zerrüttete Ehe. Dennoch erlauben sie diesen negativen Emotionen, durch sie hindurchzufl ießen, ohne zu erkennen, dass sie sich in einem geistlichen Kampf befi nden. Wenn du deinem Fleisch nachgibst und anfängst, gewisse Dinge zu sagen und zu tun, setzt du geistliche Kräfte frei. Der Kampf tobt und der Feind sucht nach einer Möglichkeit, dich anzugreifen.
Der Wille des Teufels ist es, jeden zu verschlingen, den er in seine Krallen bekommt (1Petr 5,8). Er möchte überall jeden bestehlen, töten und verderben (Joh 10,10). Würde Satan bekommen, was er wollte, wäre die ganze Erde zerstört, und es gäbe nichts Gutes mehr.
Doch auch Gott hat einen Willen. Jesus sagte:
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. — Johannes 10,10
Jesus versucht, Leben in dir freizusetzen. Satan versucht, das Gute in deinem Leben zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Beide sind bereit und fähig zu handeln und diese Dinge in deinem Leben
Die Vollmacht des Gläubigen Sündenempfängnis
»Verschwinde aus meinem Leben!«
Einmal besuchte ich eine Gemeinde, in der man zwar an Heilung glaubte, aber nicht daran, dass es Gottes Wille sei, ausnahmslos immer zu heilen. Allerdings wusste ich nicht, dass sechs Monate vor meinem Besuch die Leute dort ihre Ansicht zu diesem Thema geändert hatten. Nun glaubten sie gemäß dem Wort Gottes, das besagt: »Es ist Gottes Wille, dass es allen Menschen gut geht. Er heilt immer.« Dies war ein vollkommen neuer Glaubensschritt für sie. Die Gemeinde fi ng nun an, Gottes Wort zu hören, und erwartete im Glauben ganz konkret das Sichtbarwerden von Heilungen.
Zwei Tage vor meiner Ankunft hatte diese Gemeinde einen 17-jährigen Jungen beerdigt. Er starb, nachdem er sechs Wochen lang im Koma gelegen hatte. Die gesamte Gemeinde hatte gefastet und gebetet und versucht, die Wahrheiten aus Gottes Wort, die sie gelehrt wurden, umzusetzen. Obwohl diese Menschen wussten, dass es Gottes Wille war, den Jungen zu heilen, starb er trotzdem. Das Ganze hinterließ in der Gemeinde eine Menge Konfl ikte, Aufruhr und offene Fragen.
Nach den Morgenveranstaltungen ging ich drei Tage lang mit den Eltern des Jungen zum Mittagessen, um herauszufinden, was
Wen er verschlingen kann 27 zu bewirken, aber der entscheidende Faktor bist du. Du musst erkennen, dass dieser erbitterte Kampf stattfi ndet und dass alles, was du sagst und tust, entweder Gott oder Satan in deinem Leben ermächtigt. Der Herr möchte sein Leben in dir freisetzen. Satan will dieses Leben von dir stehlen und dich töten und zerstören. Das hat weder mit Schicksal noch mit Glück zu tun. Deine Gedanken, Entscheidungen und Handlungen sind der entscheidende Faktor in deinem Leben.
Als ich während dieser drei Tage mit den Eltern des Jungen sprach, fand ich heraus, dass sie als Ehepaar so zerstritten waren, dass sie kurz vor der Scheidung standen. Sie hatten diese schon geplant und mit den Kindern darüber gesprochen. In diesem Haus gab es also viel Streit, Verletzungen und negative Emotionen.
Am Morgen der Tragödie hatte die Mutter einen Streit mit dem Jungen gehabt und ihm gesagt: »Ich hasse dich. Verschwinde aus meinem Haus und komm nie wieder zurück!« Vermutlich hat sie es nicht so gemeint. Sie sagte es nur im Eifer des Gefechts. Ich weiß sehr wohl, dass Kinder einem manchmal den letzten Nerv rauben können. Kinder zu erziehen ist schwieriger als Tote aufzuwecken –ich habe beides getan und weiß, wovon ich rede! Ich möchte diese Frau nicht verurteilen, aber im Grunde sagte sie dem Jungen, bevor er das Haus verließ: »Verschwinde aus meinem Leben und komm nie wieder zurück!«
Jede böse Tat
Weil der Junge von seiner Mutter verletzt worden war, schwänzte er an jenem Tag die Schule und aß bei einem Freund zu Mittag. Während er sich dort aufh ielt, holten sich die Jungen eine Pistole aus dem Waffenschrank der Eltern, um damit zu spielen.
28 Die Vollmacht des Gläubigen genau geschehen war. Da jeder sein Bestes gegeben hatte und alles getan hatte, was ihm möglich war, fi ngen nun viele Leute in der Gemeinde an, Gottes Wort zu hinterfragen: »Vielleicht ist es doch nicht Gottes Wille, jedes Mal zu heilen?« Als ich dem widersprach und sagte, dass Gott Heilung schon längst zur Verfügung gestellt habe und es sein Wille sei, jedes einzelne Mal zu heilen, fragten sie: »Was ist dann das Problem?«
Die Eltern verstanden einfach nicht, wie das passieren konnte. Gottes Wort offenbart: »Wo nämlich Eifersucht und Streit herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art.« (Jak 3,16 eü).
Viele sagen: »Ich stimme zu, dass Streit nicht die beste Sache ist. Keiner streitet gerne, aber es ist halt ein natürlicher Teil unseres Lebens. Familien streiten sich und dann vertragen sie sich wieder.« Ohne zu begreifen, dass wir uns in einem geistlichen Kampf befi nden, lassen sie in ihrem Leben allen möglichen Zank und Streit zu. Das Wort sagt, dass Neid und Streitsucht zu Verwirrung bzw. Unordnung führen.
Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.
— 1. Korinther 14,33
Wenn Gott nicht der Urheber von Unordnung ist, wer dann?
Richtig – Satan! Der Teufel ist derjenige, der – wo immer Neid und Streitsucht herrschen – Verwirrung, Unordnung und jede böse Tat hervorbringt.
Wenn du dem Teufel auf diese Weise die Tür aufreißt, dann wundere dich nicht, wenn du es mit verschiedenen Arten von Krankheit, Tragödien, Armut und Tod zu tun hast. Satan wartet doch nur auf solche Gelegenheiten und benutzt sie als Einfallstore in dein Leben. Als ein brüllender Löwe sucht er ständig, wen er verschlingen kann.
Wen er verschlingen kann 29 Der Junge schoss sich versehentlich in den Kopf und dies war der Grund, warum er sechs Wochen im Koma lag.
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