372220

Page 1


Originally published in the USA by

You’ve Already Got It!

Copyright © 2006 Andrew Wommack

Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Verlag Harrison House Publishers unter dem Titel You’ve Already Got It! © 2006 by Andrew Wommack Ministries. Th is translation of You’ve Already Got It! is published by arrangement with Harrison House. All rights reserved.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar. Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten. Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten w urden vom Autor vorgenommen.

slt Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft kjv King James Version.

Umschlaggestaltung: Harrison House Publishers

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Lektorat: Th ilo Niepel, Gabriele Kohlmann

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

6. Gesamtauflage 2022

© 2021 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-220-0, Bestellnummer 372220

E-Book: ISBN 978-3-95933-221-7, Bestellnummer 372221

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages.

www.gracetoday.de

Kapitel 19 Übernatürlicher

Kapitel 21 Glaube spricht

Kapitel 22 Aggressives Empfangen

Kapitel 23 Unglaube neutralisiert den Glauben

Kapitel 24 Wigglesworth hatte weniger

Kapitel 25 Deinen Unglauben ausräumen

Kapitel

EINLEITUNG

Die meisten Christen bringen ihr ganzes Leben damit zu, Dingen nachzujagen, die sie schon besitzen – ganz wie der Hund auf dem Titelbild dieses Buches. Ständig bitten sie den Herrn, etwas zu tun – sie zu segnen, zu heilen, zu befreien oder wohlhabend zu machen –, obwohl sie in Wirklichkeit schon alles bekommen haben, wonach sie streben. Sie glauben daran, dass Gott alles tun kann, aber noch nicht besonders viel getan hat (Vergangenheit).

Doch der Brief an die Epheser wurde aus einer völlig anderen Perspektive geschrieben: In Christus ist bereits alles vollbracht und dem wiedergeborenen Gläubigen gegeben worden. Es ist sowohl schon vollendet als auch bereits unser!

Ein siegreicher Christ strebt nicht nach Sieg, sondern macht vielmehr den Sieg geltend, der durch den Tod, die Grablegung und Auferstehung Jesu Christi bereits errungen wurde. Wir versuchen nicht, eine Schlacht zu gewinnen, sondern wir kehren von einer Schlacht zurück, die bereits gewonnen wurde! Jesus hat gesiegt, und wir setzen seinen Sieg durch (Röm 8,37).

Als Gläubige versuchen wir deshalb nicht, von Gott etwas zu bekommen, sondern kämpfen darum, die vollständige Manifestation dessen zu empfangen, was uns in Christus bereits gehört. Wir versuchen nicht, geheilt zu werden, sondern kämpfen, weil wir schon geheilt worden sind und der Teufel uns diese Heilung zu stehlen versucht. Wir betteln Gott nicht um fi nanziellen Wohlstand an, sondern kämpfen den guten Kampf des Glaubens, um zu erleben, wie der Wohlstand, der uns schon verliehen wurde, in Existenz kommt. Wir bitten Gott nicht, uns zu segnen, denn er hat

Es ist schon vollbracht!

Wenn du verstehst, dass Gott dich bereits gesegnet, geheilt und erfolgreich gemacht hat, beseitigt das jegliche Form gesetzlicher Leistungsmentalität. Du wirst nicht länger mit Gefühlen der Verurteilung und Unwürdigkeit kämpfen, weil du erkennst, dass dir schon alles gegeben wurde. Tatsächlich wurde diese Vorsorge schon lange, bevor es dich überhaupt gab, getroffen. Und da es sich um ein Geschenk handelt (das nicht auf deiner Leistung beruht), hat deine Würdigkeit – oder deren Fehlen – rein gar nichts damit zu tun!

Wie könntest du daran zweifeln, dass Gott dir etwas geben wird, von dem du weißt, dass er es dir schon zur Verfügung gestellt hat? Das ist unmöglich! Das Wissen darum, dass er es bereits vollbracht hat, räumt jeglichen Zweifel aus. Du wirst nicht länger beten: »O Gott, ich weiß, du kannst es, aber würdest du es bitte auch für mich tun?« Du weißt dann, dass es schon vollbracht ist.

Die Frage ist lediglich: Wirst du es auch in Empfang nehmen?

Wenn du diese Wahrheiten verstehst und annimmst, wird dich das für vieles, was man heute als Christentum bezeichnet, untauglich machen. Die Aussage, dass Gott heilen, segnen, befreien und Erfolg schenken kann, klingt, oberflächlich betrachtet, gut, ist aber bloß die Bekundung einer »Vielleicht-Mentalität«. Das Wort Gottes erklärt: »Gott hat dich schon geheilt, gesegnet, befreit und erfolgreich gemacht.« Kannst du den Unterschied erkennen?

8 Du hast schon alles, was du brauchst! seinen Segen bereits auf uns befohlen. Indem wir glauben, dass wir schon alles haben, was wir brauchen, und auch so sprechen und handeln, eignen wir uns an, was der Herr uns zur Verfügung gestellt hat.

Gottes Versorgung genießen

Dieses Buch enthält die Wahrheiten, die du brauchst, um in Zukunft eine viel größere Auswirkung der Kraft Gottes in deinem Leben erfahren zu können. Sie werden deinen Glauben beleben, dich in deinem Herzen ermutigen und deine Schritte sicher auf seinen Siegespfad lenken.

Dreh dich nicht länger im Kreis, sondern fang an, Gottes überfl ießende Versorgung zu genießen!

KAPITEL 1

Wie »verzweifelt«

ist deine Sehnsucht?

Als ich einmal in einer Gemeinde diente, fiel mir auf, dass der Pastor und seine Versammlung von ganzem Herzen Lieder darüber sangen, wie »verzweifelt« sie sich nach Gott sehnten. Ich möchte hier nicht missverstanden werden, ich mag diese Lieder und ihre Grundaussage. Ich persönlich singe jedoch lieber: »Ich bin verliebt in dich«, anstatt: »Ich sehne mich verzweifelt nach dir.«

Das Wort »verzweifelt« lässt sich auf ein lateinisches Grundwort zurückführen, das »Aussichtslosigkeit, Hoff nungslosigkeit, Verzweiflung« bedeutet. Schau dir einmal folgende Defi nitionen aus dem Wörterbuch an:

1. rücksichtslos oder gewalttätig aufgrund von Verzweiflung; getrieben, jedes Risiko einzugehen

2. als letzten Ausweg unternommen

3. beinahe hoffnungslos, kritisch, schwerwiegend, z. B. eine lebensbedrohliche Erkrankung

4. gekennzeichnet durch, entspringend aus Hoffnungslosigkeit und diese darstellend; verzweifelnd, z. B. der verzweifelte Blick des Hungers

5. in einer unerträglichen Situation aufgrund von Not oder Angst, z. B. verzweifelt Beachtung brauchend

6. sich in einem Extrem befindend aufgrund von Angst, Gefahr oder großem Leiden, z. B. in verzweifelter Not sein

Du hast schon alles, was du brauchst!

»Die Synonyme für Verzweiflung sind Aussichtslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzagtheit, Mutlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Entmutigung und Schwermut. Jedes dieser Substantive weist auf einen emotionalen Zustand hin, der durch gesunkenen Lebensmut oder einen Verlust der Hoff nung gekennzeichnet ist. Verzweiflung und Hoff nungslosigkeit betonen das völlige Fehlen von Hoff nung und beinhalten oft ein Gefühl der Machtlosigkeit oder Resignation. Verzweiflung sieht keinen Grund zur Hoff nung, führt aber gleichzeitig zu dem Gedanken, sich wehren zu müssen, was dann oft blindwütig oder rücksichtslos geschieht« (übersetzt aus dem »New American Heritage Dictionary«).

Was meinst du eigentlich damit, wenn du »Herr, ich sehne mich verzweifelt nach dir« singst? Drückst du damit aus: Herr, ich bin in dich verliebt und will dich mehr als alles andere? Falls das so ist, ist es in Ordnung. Aber laut Wörterbuch sagst du in Wirklichkeit: Ich bin verzweifelt wegen dieser extrem unerträglichen Situation. Es gibt keinen Grund zur Hoff nung, aber aus Angst schlage ich trotzdem rücksichtslos und gewalttätig zurück. Falls du das unter »verzweifelt nach dem Herrn sehnen« verstehst, liegst du damit absolut falsch!

Hungrig?

Es gibt nur einen Grund, warum ein Christ verzweifelt oder hoffnungslos sein kann, und zwar den, dass er nicht versteht, was Gott schon getan hat. Der Herr hat uns bereits gesegnet, geheilt, befreit und erfolgreich gemacht! Er liebt uns, und nichts wird das jemals ändern. Der einzige Grund, hoff nungslos, hilflos und voller Verzweiflung zu sein, besteht darin, nicht zu wissen, wer wir in Christus sind und was wir in ihm besitzen.

Wie »verzweifelt« ist deine Sehnsucht? 11

Wir brauchen eine vollständige Offenbarung dessen, was Jesus für uns vollbracht hat! Das bedeutet nicht, dass wir nie wieder Probleme haben werden. Aber inmitten dieser Probleme können wir sagen: Vater, du hast für diese Situation schon Vorsorge getroffen, bevor ich diese Not überhaupt hatte. Ich weiß, dass deine Versorgung da ist, und deswegen rücke ich jetzt ganz dicht an dich heran. Danke, dass du mir zeigst, wie sie aussieht! Christen sollten niemals hoff nungslos oder verzweifelt sein.

Was meinst du damit, wenn du singst: »Ich bin hungrig nach Gott«? Wenn du damit den Wunsch zum Ausdruck bringst: Gott, ich liebe dich und will dich mehr als alles andere!, dann ist das gut. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Wörterbuchdefinition des Wortes »Hunger«, dann liest man dort: »Schmerz, Qual, Leid, Depression und Verzweiflung, die damit einhergehen, dass Bedürfnisse eines Menschen nicht gestillt werden« (übersetzt aus dem »New American Heritage Dictionary«).

Viele Menschen singen: »Gott, ich sehne mich verzweifelt nach dir und ich bin hungrig nach dir«, meinen damit aber: Es geht mir so schlecht. Das Leben ist schrecklich, aber ich suche dich. Du bist meine Antwort und ich glaube, dass du da draußen bist – irgendwo – und dass du irgendetwas tun wirst, um meinen Nöten zu begegnen.« Das ist das genaue Gegenteil dessen, was uns das Wort Gottes offenbart! »Was stimmt an diesem Bild nicht?«

Besagte Gemeinde hatte gerade ihre Lieder darüber, wie »verzweifelt sehnsüchtig« und »hungrig« sie sei, zu Ende gesungen, als die Menschen auch schon beteten: »O Gott, bei uns muss sich etwas bewegen! Berühre uns! Bitte, Herr, tu etwas Neues!« Ich stand auf,

12 Du hast schon alles, was du brauchst!

ergriff das Wort und stellte sofort die Frage: »Wie viele von euch sind hungrig nach Gott? Wie verzweifelt ist eure Sehnsucht nach ihm?« Alle Anwesenden applaudierten und gaben ihrer Begeisterung durch Zurufe Ausdruck.

Ich fuhr fort: »In Johannes 6,35 heißt es: ›Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.‹«

»Was stimmt an diesem Bild also nicht?«, fragte ich weiter. »Eben haben hier noch alle gestanden und bekannt, dass sie hungrig und durstig seien. Doch hier heißt es, dass ihr nie wieder Hunger oder Durst haben werdet. Dasselbe erklärte Jesus der Frau am Brunnen: »wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt« (Joh 4,14). Schlagartig wurde es so still, dass man eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können!

Bitte versteh das, was ich hier sage, nicht falsch. Auch ich benutze die Redewendung »hungrig nach Gott werden«, in dem Sinne, dass man ein tiefes Verlangen nach ihm hat. Mein guter Freund Bob Nichols sagt immer: »Solange du mit weniger von Gott auskommen kannst, wirst du das auch.« Man könnte hier jetzt verschiedene Dinge wie Frieden, Freude, Wohlstand usw. einsetzen. Aber eigentlich geht es darum, dass man nach den Dingen Gottes hungern, sie also heft ig begehren und sich auf sie fokussieren muss, wenn man sie tatsächlich erfahren will.

Der Herr kommt nicht zu denen, die ihn nur passiv suchen. Man muss ihm mit ganzem Herzen nachjagen.

Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoff nung zu gewähren.

Wie »verzweifelt« ist deine Sehnsucht? 13

… Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir … — Jeremia 29,11.13

Diese Art Hunger ist gottgemäß.

Wenn du unter »Hunger« jedoch verstehst: O Herr, ich bin einfach so leer. Ich habe keine Freude, keinen Frieden und keine Hoff nung. Gott, wo bist du? Ich sehne mich so verzweifelt nach dir!, dann ist das nicht richtig. Das ist kein Glaube. Doch genau das wird heutzutage im Leib Christi als die »normale« Erfahrung propagiert und als Vorbild hingestellt. Diese Situation kann mit einem Menschen verglichen werden, der vor einem ZwölfgängeMenü sitzt. Alles, was das Herz begehrt, ist da, doch er schreit unablässig: »Ich bin so hungrig!« Ein solcher Mensch ist nur auf Mitleid aus oder darauf, gefüttert zu werden. Ich persönlich habe keinerlei Verständnis für jemanden, der vor einem solchen Festmahl sitzt und darüber jammert, wie »verzweifelt« er ist. Wenn du Hunger hast, dann iss!

Schöpfe aus deiner Quelle!

Gott hat uns bereits alles gegeben. In jedem wiedergeborenen Gläubigen befi ndet sich eine Quelle lebendigen Wassers. Wenn wir hungrig und durstig sind, dann liegt das nicht am Herrn. Es geht nicht darum, ihn zu bitten, er möge kommen und uns berühren. Vielmehr ist es an der Zeit, dass wir anfangen, von dem zu nehmen, zu essen und zu trinken, was er uns bereits gegeben hat! Ich sage hier nicht, dass wir als Christen niemals Probleme haben oder Entmutigung verspüren dürften oder wir immer vollkommen sein und die Realität einfach verleugnen müssten. Natürlich empfi nden Gläubige Hunger in dem Sinne, dass sie sich leer

14 Du hast schon alles, was du brauchst!

Durch die Offenbarung, die auch in diesem Buch enthalten ist, lernte ich, dass Gott mich ungleich mehr liebt, als ich es jemals begreifen oder auch nötig haben könnte. Er kann mich nicht mehr lieben oder mir noch mehr Liebe geben, als ich schon habe. Das Wissen darüber bewahrt mich schon seit über 50 Jahren vor Depression und Entmutigung.

Es gab Zeiten, in denen ich durch solche Gefühlsregungen in Versuchung geriet. Ich hatte Probleme und in meinem Leben passierten schreckliche Dinge – so wie bei jedem anderen. Bisweilen kamen mir sogar Gedanken wie: Mensch, steig in deinen Pick-up, fahr einfach los und komm nicht mehr zurück! Ich halte das nicht länger aus! Ich haue einfach ab! Obwohl ich solche Gedanken hatte, gab ich ihnen nicht nach, weil ich die Offenbarung habe, dass Gott mich liebt und bereits für alles, was ich brauche, Vorsorge getroffen hat.

Anstatt also Hunger, Entmutigung und Verzweiflung nachzugeben, rufe ich mir Gottes Wort ins Gedächtnis. Ich sage niemals: »Herr, so ist die Lage. Jetzt musst du etwas ganz Neues tun, um mich zu berühren. Ich erwarte, dass von dir mal etwas anderes kommt!« Das wäre eine Beleidigung dessen, was er bereits vollbracht hat. Stattdessen bete ich: »Vater, meine Gefühle trügen einfach! In Johannes 6,35 heißt es, dass ich nie wieder Hunger oder Durst haben werde. Ich weiß, dass in meinem Innern Unmengen von Liebe, Freude und Frieden existieren – die ganze Frucht des

Wie »verzweifelt« ist deine Sehnsucht? 15 fühlen und Gott eine Million Kilometer weit weg zu sein scheint. Aber wenn wir so etwas erleben, dann ist es der falsche Ansatz, zu Gott zu sagen: »O Herr, ich kann deine Liebe einfach nicht spüren. Bitte liebe mich doch! Tu irgendetwas, um mir zu zeigen, dass du dich um mich kümmerst!« Wir könnten dann genauso gut sagen: »Gott, du hast ja überhaupt nichts getan!«, und ihm die Schuld für unser Gefühl der Leere und unseren Hunger geben.

Aus diesem Grund kann ich dir glaubhaft versichern, dass ich seit über 50 Jahren nicht mehr deprimiert war. Ich bin mit Depression versucht worden. In mir haben sich deprimierende Gefühle geregt. Doch dann treffe ich innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten die Entscheidung, dass ich Depressionen nicht mag und sie nicht haben will. Gott hat mir eine solche innere Freude geschenkt, dass ich mich entscheiden kann, mich allezeit zu freuen (Phil 4,4).

Nicht passiv!

Im Wort Gottes heißt es: »Ich will den HERRN preisen allezeit, sein Lob soll immerzu in meinem Mund sein.« (Ps 34,2 slt).

Hier ist nicht die Rede davon, »so zu tun als ob, bis man es schafft«. Hier geht es vielmehr darum, das herauszuholen, was sich in unserem Innern befi ndet.

Dadurch, dass ich die Freude in Anspruch nehme, die Gott in meinem wiedergeborenen Geist schon deponiert hat, konnte ich ein siegreiches Leben führen und auch inmitten großer Widrigkeiten fortwährend Freude und Frieden erfahren. Ich bin zwar mit

16 Du hast schon alles, was du brauchst! Geistes (Gal 5,22–23). Alles, was ich brauche, ist schon da. Deshalb weiß ich, Vater, dass du deinen Teil schon erfüllt hast. Es ist nicht deine Schuld, dass ich durch Depression, Entmutigung und Gedanken der Resignation versucht werde. Es ist meine Schuld, denn ich bin nicht auf dich konzentriert. Ich habe zugelassen, dass sich meine Augen von dir ab- und den Problemen der Welt zugewandt haben.« Dann sondere ich mich einfach einen Tag oder länger ab und faste, bete und suche Gott. Dadurch fördere ich das zutage, was der Herr schon in mir deponiert hat. Anstatt ihn zu bitten, mir etwas Neues zu geben, hole ich das Leben heraus, das er mir bereits gegeben hat.

Ich bin nicht passiv geworden und habe nicht gesagt: »Gott, ich warte auf dich.« Genau das machen viele Menschen und werden dann schwach, während sie auf eine göttliche Erscheinung warten. Sie singen in ihren Liedern: »Ich bin so verzweifelt sehnsüchtig und hungrig! O Gott, wo bist du nur? Ich bin ja nur ein armer Pilger auf der Reise, und das Erdendasein ist so elend!« Ich bete stattdessen: »Vater, was ich empfi nde, trügt. Du hast diese Situation nicht geschaffen. Dein Wort zeigt mir, dass du mich schon gesegnet hast. Ich preise dich für das, was du getan hast!« Danach konzentriere ich mich auf den Herrn und sein Wort und hole sein überfl ießendes Leben aus meinem Inneren heraus.

Aus diesem Grund haben sich Entmutigung oder Niedergeschlagenheit bei mir nun schon seit über 50 Jahren immer nur für kurze Zeit halten können. Ich lehne es schlichtweg ab, mich diesen Gefühlen hinzugeben und ihre Auswirkungen in meinem Leben zu dulden. Es ist großartig!

Viele Menschen wünschen sich vergleichbare Ergebnisse, denken aber, der Weg dorthin sei, Gott passiv zu bitten, doch etwas zu tun, und sich dann zurückzulehnen und zu warten. Wenn sich die Dinge dann nicht ändern und der Sieg – Heilung, Wohlstand, Segnungen, Befreiung – sich nicht sofort einstellt, sind sie über den Herrn verärgert und fragen: »Gott, warum tust du denn nicht endlich etwas?« Das ist weit an der Realität vorbei!

Der Herr hat schon alles getan. Wenn du jedoch nicht siehst, dass es Gestalt annimmt, liegt das nicht daran, dass Gott nichts gegeben hätte – du hast bloß nichts empfangen! Begleite mich auf eine Reise, auf der du lernen wirst zu empfangen, was Gott schon für dich vollbracht hat.

Wie »verzweifelt« ist deine Sehnsucht? 17 negativen Empfi ndungen versucht worden, aber eines wusste ich in meinem Herzen immer: Gott hat seinen Teil bereits erfüllt.

KAPITEL 2

Überprüfe deinen Empfänger!

Der Brief an die Epheser wurde aus der Perspektive eines Ereignisses geschrieben, das bereits stattgefunden hat. Paulus beginnt den Brief mit folgenden Bemerkungen:

Paulus, Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen, den Heiligen und an Christus Jesus Gläubigen, die in Ephesus sind: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus … — Epheser 1,1–3

Beachte die hier gebrauchte Ausdrucksweise: »Gepriesen sei Gott! Er hat uns gesegnet« – Vergangenheitsform, es ist schon vollbracht – »mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus.«

Manche Leute wenden jetzt ein: Nun, das bezieht sich nur auf geistliche Dinge in himmlischen Gefi lden, aber nicht auf unser persönliches, praktisches Leben. Wir sind eben nur in der Himmelswelt gesegnet worden. Doch in Wirklichkeit ist die Formulierung »mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus« nur ein anderer Ausdruck für die Wahrheit, dass Gott uns bereits mit allem gesegnet hat, und dass sich dieser Segen in der geistlichen Welt befi ndet.

18 Du hast schon alles, was du brauchst!

Alles, was Gott für dich getan hat, ist bereits in deinem wiedergeborenen Geist deponiert worden. Obwohl es sich dort schon befi ndet, musst du es aus dem Geist heraus- und in die materielle Welt hineinholen.

Wenn Gott dich also schon gesegnet hat, was aus Epheser 1,3 klar hervorgeht, warum bittest du ihn dann dauernd, dich zu segnen? »Also wirklich, Andrew! Das ist doch Wortklauberei!« Nein, das ist ein wirkliches Problem. Der Grund, warum du fortwährend betest, bittest und Gottes Segen suchst, liegt in deinem mangelnden Glauben, dass du bereits gesegnet worden bist!

Schweigen

Wenn ich vor einer Zuhörerschaft predige, drücke ich manchmal einfach jemandem in der ersten Reihe meine Bibel in die Hand. Dann frage ich die Leute: »Was, glaubt ihr, würde ich tun, wenn die Person, die jetzt meine Bibel in der Hand hält, zu mir käme und mich bitten würde: ›Kann ich bitte mal deine Bibel haben?‹« Wie würdest du reagieren, wenn dich jemand um etwas bitten würde, von dem du genau weißt, dass du es ihm bereits gegeben hast? Ich persönlich wüsste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Wahrscheinlich würde ich den Betreffenden einfach anschauen und denken: Du hast schon alles, was du brauchst – worum bittest du mich also? Was soll ich denn sonst noch tun?

Wie würde jemand auf dich reagieren, wenn du ihn um etwas bitten würdest, das du seines Wissens bereits hast? Wahrscheinlich würde betretenes Schweigen entstehen. Das klingt ganz danach, wie Gott oft auf uns reagiert!

Wir beten: »O Gott, bitte heile meinen Körper!«, hören dann aber rein gar nichts und wundern uns: Herr, was ist eigentlich los?

Überprüfe deinen Empfänger! 19

Warum hast du mein Gebet nicht beantwortet? Wahrscheinlich sitzt Gott dann im Himmel, kratzt sich am Kopf und denkt: Moment mal! Heißt es nicht in 1. Petrus 2,24, dass ihr durch Jesu Striemen geheilt worden seid (abgeschlossene Vergangenheit)? Es ist bereits vollbracht! Ich habe bereits dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat, in eurem Innern deponiert (Epheser 1,19–21). Könnte Gott verwirrt sein, dann wäre er es vermutlich jetzt. Er würde sagen: »Ich weiß, dass ich ihnen diese Kraft schon gegeben habe, aber hier stehen sie nun und bitten mich darum!« So geht man nicht auf Gott zu!

Wir beten auch noch andere unsinnige Gebete wie beispielsweise: »Gott, wir bitten dich zu kommen und in unserem heutigen Gottesdienst bei uns zu sein! O Herr, begegne uns!« Das Wort erklärt eindeutig: »›Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen‹« (Hebr 13,5) und: »Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte« (Mt 18,20). Gott ist immer mit uns, aber wir beten noch: »O Herr, komm und sei mit uns!«, und: »Herr, geh mit uns, wenn wir diesen Ort jetzt verlassen!« Wie soll Gott solche Gebete beantworten? Weißt du, was wir da tun? Wir lassen uns von unseren fünf Sinnen beherrschen. Weil wir Gott nicht sehen und nicht fühlen und weil noch niemand in Verzückung geraten ist, bitten wir Gott zu kommen, obwohl das Wort sagt, dass er bereits da ist.

Gehe auf Empfang

Richtig wäre ein solches Gebet: »Vater, dein Wort verspricht, dass du uns niemals aufgeben oder verlassen wirst, und dass dort, wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, eine besondere Gegenwart des Heiligen Geistes herrscht. Vater, wir danken

20 Du hast schon alles, was du brauchst!

Das Gebet »O Gott, komm und sei mit uns!« ist falsch. Es sagt nämlich aus, dass du so lange nicht daran glaubst, dass Gott da ist, bis du ihn sehen oder fühlen kannst. Wenn dann plötzlich jemand ausruft: »Ich fühle den Heiligen Geist!«, sagst du: »Jetzt ist Gott da!« Doch er ist nicht gerade erst eingetroffen. Er war schon die ganze Zeit da. Du hast ihn nur eben erst wahrgenommen.

Wo wir uns auch aufhalten, sind wir von Fernsehsignalen umgeben. Egal, ob wir zu Hause, im Auto, am Arbeitsplatz, im Bus oder irgendwo unter einem Baum sitzen, immer sind Fernsehsignale da. Nur weil wir sie mit unseren natürlichen fünf Sinnen nicht wahrnehmen können, bedeutet das noch nicht, dass sie nicht da sind. In der materiellen Welt kann selbst ein Ungläubiger – jemand, der über keinerlei Glauben verfügt – beweisen, dass wir von Fernsehsignalen umgeben sind. Er muss lediglich ein Fernsehgerät anschließen, es einschalten und einstellen.

Der Moment, in dem man das erste Bild sieht, ist jedoch nicht der Zeitpunkt, an dem der Fernsehsender mit der Ausstrahlung beginnt. Die Fernsehsignale waren schon da, bevor das Gerät

Überprüfe deinen Empfänger! 21 dir dafür, dass du da bist. Wir glauben daran und wollen, dass du sichtbar wirst. Wir wollen nicht, dass sich deine Anwesenheit hier nur auf die geistliche Ebene beschränkt. Wir sehnen uns danach, uns dir so weit hinzugeben, dass du durch Heilung, Befreiung, Freude, Frieden, Errettung und die Taufe im Heiligen Geist in Erscheinung treten kannst. Wir wollen, dass du hier die Freiheit hast, dich auszudrücken und das zu tun, was du tun willst.« Das ist die richtige Art und Weise zu beten, weil man so in Übereinstimmung mit Gottes Wort betet. Wir sagen damit: »Wir glauben an deine Verheißungen, wollen aber, dass sie für uns erlebbare Wirklichkeit werden. Wir sehnen uns danach, dass du aus der geistlichen Welt herauskommst und hier in der materiellen Welt in Erscheinung trittst!«

Was tust du, wenn du auf deinem Fernsehgerät plötzlich kein Bild mehr siehst? Rufst du dann den Fernsehsender an und bittest darum, dass er den Sendebetrieb wieder aufnimmt? Nein! Du überprüfst erst einmal dein Empfangsteil, indem du auf ein anderes Programm umschaltest. Wenn du noch andere Programme empfängst, nur ein bestimmtes nicht, kannst du davon ausgehen, dass dieser bestimmte Sender nicht arbeitet. Vielleicht gibt es dort ein Problem mit der Sendetechnik. Falls du aber überhaupt kein Bild mehr hast und keinen einzigen Sender mehr empfangen kannst, rufst du bestimmt nicht beim Fernsehsender an. Du weißt dann: Ich habe ein Problem mit meinem Fernsehempfänger. Weil tatsächlich in 99 Prozent aller Fälle das Problem beim Fernsehempfänger und nicht beim Sender liegt, überprüft man immer zunächst einmal den Empfänger.

Bete im Glauben

Gott ist derjenige, der den Sender hat. Er ist der Geber aller irdischen und geistlichen Segnungen (Eph 1,3) und hat sie bereits zu uns »ausgestrahlt«. Alles kommt von ihm, nur hat er es bereits übermittelt. Falls wir nicht erleben, dass es in unserem Leben zum Vorschein kommt, liegt das nicht an Gottes Sender. Wir müssen unseren Empfänger reparieren!

Doch die meisten Christen, wenn sie keine Freude empfinden, gehen zum Herrn und fragen: »O Gott, wo ist meine Freude? Was stimmt bloß nicht?« Hast auch du schon einmal das Lied gesungen

22 Du hast schon alles, was du brauchst! eingeschaltet wurde. Doch erst, wenn man den Fernsehempfänger eingeschaltet und richtig eingestellt hat, kann man ein Programm auch empfangen; der Fernsehsender allerdings fängt nicht erst dann an zu senden.

»Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils«? Es hat zwar eine schöne Melodie, aber der Text stammt aus dem Alten Testament.

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir

einen festen Geist! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir! Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils, und stütze mich mit einem willigen Geist! — Psalm 51,12–14

David betete dieses Gebet, als er Buße für seine Sünde mit Batseba tat.

Es ist jedoch eine Beleidigung dessen, was Jesus vollbracht hat, wenn ein Glaubender des Neuen Testaments heute sagt : »O Gott, verwirf mich nicht von deinem Angesicht! Bitte verlass mich nicht!«

David hatte keinen Bund, der ihm zusagte, dass Gott in jedem Fall zu ihm halten würde. Der alte Bund basierte auf Leistung, und deshalb kam und ging Gott immer wieder. Menschen im Alten Testament waren nicht wiedergeboren. Sie besaßen keine ewige Erlösung, wie sie im neuen Bund beschrieben wird (Hebr 9,12.14).

Doch Jesus versprach: Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen (Hebr 13,5), und: »Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters« (Mt 28,20). Wenn du von neuem geboren bist und die Gegenwart Gottes nicht spürst, dann zeugt die Tatsache, dass du dieses Gebet Davids betest (»Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, erneuere in mir einen festen Geist und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir«) davon, dass dir das Verständnis fehlt, welche Segnungen dir in deinem Bund mit Gott gehören. Du befi ndest dich in Unglauben – du glaubst nicht an den neuen Bund!

Anstatt in Unglauben zu beten und dich dann zu fragen, warum du keine besseren Ergebnisse erzielst, musst du im Glauben

Überprüfe deinen Empfänger! 23

Bete: »Vater, ich kann nicht spüren, dass du da bist. Es gibt im Moment einfach keine greifbaren Anzeichen für deine Gegenwart in meinem Leben. Alles geht den Bach runter. Aber, Vater, dein Wort sagt, dass du mich nie aufgeben oder verlassen wirst, und deshalb weiß ich, dass du hier bist. Was auch immer diese Probleme in meinem Leben verursacht, du bist es jedenfalls nicht. Ich weiß, du hast mich nicht verlassen. Bitte hilf mir zu erkennen, wie es passieren konnte, dass ich mich von dir abgewandt habe. Jetzt, da ich meinen Blick wieder auf dich richte, hilf mir bitte, die Verbindung zu dir wiederherzustellen und das Leben, das du in mir deponiert hast, wieder freizusetzen. Ich weiß, dass dein Heiliger Geist immer noch da ist. Ich weiß auch, dass deine Segnungen noch da sind. Ich glaube daran, dass sie jetzt freigesetzt werden. Ich will mit all den anderen Dingen nichts mehr zu tun haben!«

Das ist ein Glaubensgebet!

Verteidige deine Position

Es existiert immer noch ein Kampf. Aber der Kampf besteht darin, fest in dem Sieg zu stehen, den Gott bereits für uns erkauft hat –und nicht darin, loszuziehen, um selber einen Sieg zu erringen. Das ist ein großer Unterschied!

Als ich in der Armee diente, entdeckte ich, dass es viel einfacher war, eine bereits eingenommene Stellung zu verteidigen, als eine neue zu erobern. Wenn man auf einer Hügelkuppe lag und den Vorteil einer Verteidigungsstellung besaß, konnte man sie mit fünf Leuten halten. Aber man benötigte hundert Soldaten, um dieselbe

24 Du hast schon alles, was du brauchst! beten! Es ist das Gebet des Glaubens, das den Kranken retten wird (Jak 5,15). Und es ist das Gebet des Glaubens, das dir Befreiung und Freude bringt.

Stellung zu erobern. Es kostet viel mehr Mühe, etwas zu erobern, das man noch nicht hat, als etwas zu verteidigen, das einem bereits gehört.

Wir müssen glauben, dass wir bereits gesegnet sind (Eph 1,3). Gott hat uns bereits Heilung, Weisheit, Offenbarung, Wohlstand, Freude und Frieden gegeben – alles, was wir jemals brauchen werden!

Genau auf diese Wahrheit gehe ich in meinem Buch »Geist, Seele & Körper« noch tiefer ein. Darin wird anhand von Gottes Wort offenbart, dass unser wiedergeborener Geist schon so perfekt, vollständig und voll von Gottes Segen und Kraft ist, wie er es in alle Ewigkeit nur sein kann.

Ein Drittel unserer Errettung ist schon vollzogen. Unser Geist ist vollständig gerettet. Er ist identisch mit Jesus. Er besitzt seine Freude, seinen Frieden, seine Erkenntnis, seine Liebe und seine Frucht. Alles, was wahr ist in Bezug auf Jesus, ist auch wahr in Bezug auf unseren wiedergeborenen Geist. Es gibt keine Unzulänglichkeiten. Unser Geist befindet sich nicht in dem Prozess, auf diese Dinge hin zu wachsen. Es ist nicht so, als existierten diese Dinge in unserem Geist in Samenform und müssten noch reifen. Nein, sie sind im Geist schon vollständig und ausgewachsen. Wir müssen nur unsere Denkweise erneuern und diesen Dingen erlauben, durch uns in Erscheinung zu treten. Falls du darüber noch keine Offenbarung besitzt, brauchst du sie, um völlig zu verstehen, was ich hier sage.

Gott hat es bereits vollbracht. Das bedeutet nicht nur »im Prinzip«. Das steht nicht bloß irgendwo auf einem Stück Papier; nein, in dem Moment, in dem du wiedergeboren wurdest, fand in deinem Geist eine tatsächliche Verwandlung statt. Jetzt besitzen wir Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue bzw. Glauben, Sanft mut und Enthaltsamkeit bzw. Selbstbeherrschung

Überprüfe deinen Empfänger! 25

Wenn wir nicht absolut davon überzeugt sind, dass wir schon alles haben, was wir brauchen, werden wir uns entweder den Gedanken, es niemals bekommen zu können, unterwerfen oder sie zumindest bekämpfen müssen. Wenn wir jedoch erst einmal wissen, dass etwas uns gehört, wie könnten wir dann noch darüber zweifeln, ob wir es bekommen? Das ist einfach und doch so grundlegend!

Eine Grenze setzen

Als meine Frau und ich in den vollzeitlichen Dienst traten, waren wir so arm, dass wir uns nicht einmal ein Hungertuch leisten konnten, an dem wir hätten nagen können. Ich wusste, der Herr hatte uns bereits mit fi nanziellem Wohlstand gesegnet, aber ich kooperierte nicht mit seinen Gesetzen, um diesen freisetzen zu können. Tatsächlich verstieß ich sogar gegen eine Reihe von Anweisungen aus Gottes Wort. Aus diesem Grund hatten wir wirklich schwer zu kämpfen, bis ich einige Dinge lernte und mein Leben dementsprechend änderte. Gott liebte uns, und wir verhungerten nicht, aber wir gelangten erst dann zu Wohlstand, als wir verstanden, wie Gottes Reich funktioniert, und anfi ngen zu kooperieren. Während dieser Zeit besaß ich noch nicht einmal eine vollständige Bibel. Meine Bibel hatte mich während meines Einsatzes im Vietnamkrieg begleitet. Sie war dermaßen zerfleddert und so sehr mit Randbemerkungen übersät, dass man die meisten Passagen

26 Du hast schon alles, was du brauchst! (Gal 5,22–23). Wir sind – hier und jetzt in unserem Geist – mit Jesus identisch (1Joh 4,17; 1Kor 6,17). Dieselbe Kraft , die Christus von den Toten auferweckt hat, wohnt jetzt in uns (Eph 1,19–20). Es ist ungleich leichter, etwas freizusetzen, wovon man weiß und glaubt, dass man es bereits besitzt, als den Versuch zu unternehmen, etwas zu bekommen, was man nicht besitzt.

Ob nun richtig oder falsch, ich traf eine Entscheidung: »Vater, ich muss ab jetzt einfach erleben, dass deine Kraft irgendwo in Erscheinung tritt. Wenn ich noch nicht einmal daran glauben kann, dass du mir genügend Geld für den Kauf einer neuen Bibel gibst, wie kann ich dann glauben, dass du mir die nötigen Mittel für meinen Dienst gibst, sodass ich Menschen zur Errettung bringen kann und sie geheilt, befreit und im Heiligen Geist getauft werden?« Ich erhob die Sache zum Streitpunkt und sagte: »Gott, entweder funktioniert dieser Glaube oder ich werde auf der Stelle sterben. Der Ausgang dieser Schlacht wird darüber bestimmen, ob ich weitermache oder nicht.« Für mich war das nicht mehr verhandelbar.

Ich fi ng also an zu glauben, dass Gott für eine neue Bibel sorgen würde. Alles in allem brauchte ich sechs Monate, um das Geld für den Kauf zusammenzubekommen! Zwar war diese Angelegenheit für mich von größter Wichtigkeit, aber wir waren einfach so knapp bei Kasse. Manchmal hatten meine Frau und ich zwei, drei Wochen lang so gut wie nichts zu essen – auch als sie schon im achten Monat schwanger war –, einfach nur, weil wir kein Geld hatten. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich sechs Monate brauchte, um im Glauben 25 Dollar für den Kauf einer Bibel zu sparen.

Für manche Menschen bedeuten fi nanzielle Schwierigkeiten, 1000 Dollar auf dem Konto und Rechnungen in Höhe von 1100 Dollar zu haben. Wir besaßen noch nicht einmal ein Bankkonto – geschweige denn Geld zur Einzahlung! An manchen Tagen hatten wir keinen einzigen Cent in der Tasche. Ich sammelte sogar Colaflaschen ein, um an Geld für Benzin zu kommen.

Überprüfe deinen Empfänger! 27 kaum noch entziffern konnte. Ganze Bücher hatten sich daraus gelöst und waren verloren gegangen. Da stand ich nun als Pastor dieser kleinen Gemeinde in Segoville, Texas, und hatte noch nicht einmal eine vollständige Bibel!

Mit Zweifeln fertigwerden

Während dieser ganzen Zeit wurde ich von Satan gequält und hatte permanent gegen Zweifel anzukämpfen. Über sechs Monate hinweg gab es wahrscheinlich keine zehn Minuten, in denen mir nicht Gedanken kamen wie: Das klappt sowieso nicht. Das schaffst du nie. Du besitzt noch nicht einmal eine Bibel! Du bist mir ja vielleicht ein Mann Gottes! Ich musste diese Gedanken unterwerfen, indem ich erklärte: »Nein! Im Namen Jesu habe ich meine Bibel schon!« Ganze sechs Monate lang kämpfte ich so gegen diese ständigen, unerbittlichen Gedanken.

Schließlich hatte ich das Geld zusammen. Also ging ich in eine Buchhandlung, kaufte eine Bibel und ließ meinen Namen eingravieren. Sie gehörte mir! Nachdem ich, meine neue Bibel unter dem Arm, die Buchhandlung verlassen hatte, hegte ich nie mehr den geringsten Zweifel, ob ich sie denn überhaupt bekommen würde.

»Aber natürlich! Warum solltest du daran zweifeln, etwas zu bekommen, was du schon hast?« Genau darauf will ich hinaus!

Weißt du, warum du sofort nachdem du gebetet hast: O Herr, bitte heile mich!, den Gedanken parieren musst, Ich werde sowieso sterben? Weil du nicht glaubst, dass du schon geheilt worden bist. Du glaubst, dass Gott dich heilen kann, aber du wartest darauf, dass er es noch tut. Das ist falsch! Gott hat seine Heilungskraft schon freigesetzt. Du wartest nicht darauf, dass Gott dich heilt, sondern Gott wartet darauf, dass du von dem Besitz ergreifst, was er bereits vollbracht hat.

28 Du hast schon alles, was du brauchst!

Glaube und empfange!

Das ist genau wie mit dem Fernsehsignal. Das Signal ist bereits ausgestrahlt worden. Wenn du kein Bild empfängst, liegt das nicht daran, dass Gott nichts überträgt, sondern dein Empfänger funktioniert nicht richtig. Du musst die Bedienungsanleitung – Gottes Wort – zur Hand nehmen und studieren. Finde heraus, wie man dieses »Ding« einschaltet, abstimmt, atmosphärische Störungen herausfi ltert und was man tun muss, um den bestmöglichen Empfang zu erzielen.

Sag nicht: »Ich warte auf Gott!« So funktioniert das nicht. »Durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid« (1Petr 2,24). Gott wartet darauf, dass du glaubst und empfängst!

Seitdem ich das lehre, habe ich erlebt, dass die Anzahl der Menschen, die ihre Heilung empfangen, enorm gestiegen ist. Diese Menschen bitten nicht länger bloß und warten dann darauf, dass Gott es tut. Stattdessen glauben sie an das, was der Herr bereits vollbracht hat. Sie ergreifen ihre Autorität und befehlen den Dingen, die ihnen bereits zur Verfügung gestellt wurden, Gestalt anzunehmen. Die Ergebnisse sind großartig!

Mein ältester Sohn, Joshua, wurde eines Tages krank, und es sah so aus, als würde er sterben. Jamie und ich bekämpften die Krankheit, stellten uns ihr entgegen, und schließlich ging es ihm besser. Das wiederholte sich über mehrere Jahre hinweg. Schließlich erlebte ich es wieder einmal, dass ihn diese Krankheit befiel, und befragte den Herrn darüber. Ich betete: »Herr, was stimmt hier nicht?«, er antwortete: »Das Problem liegt darin, dass du kämpfst, um geheilt zu werden, anstatt zu kämpfen, weil du schon geheilt worden bist. Du versuchst Heilung zu bekommen, anstatt die Heilung zu verteidigen, die du bereits besitzt.« Als ich das einmal verstanden hatte, wendeten sich die Dinge komplett.

Überprüfe deinen Empfänger! 29

Kämpfe nicht, um geheilt zu werden, sondern kämpfe, weil du geheilt worden bist! Kämpfe nicht in dem Versuch, Heilung zu erlangen, sondern kämpfe, um die Heilung zu verteidigen, die dir in Christus bereits zur Verfügung gestellt worden ist!

Erlaube dieser Offenbarung, auf dich zu wirken und deine Einstellung hinsichtlich all dessen, was du vom Herrn empfängst, zu verändern!

30 Du hast schon alles, was du brauchst!

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.