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Originally published in the USA by

How to Become a Water Walker

Copyright © 2015 Andrew Wommack

Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Verlag Harrison House Publishers unter dem Titel How to Become a Water Walker Copyright © 2015 by Andrew Wommack Ministries. Th is translation of How to Become a Water Walker is published by arrangement with Harrison House. All rights reserved.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar. Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Schlachter Bibelübersetzung entnommen. Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft . Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten wurden vom Autor vorgenommen.

elb Revidierte Elberfelder Bibel, © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten.

Zitate aus den folgenden Bibeln wurden aus dem Englischen übersetzt: kjv King James Version.

Umschlaggestaltung: Harrison House Publishers

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Übersetzung: Katharina Plattner

Lektorat: Cornelia Tietze

Korrektorat: Th ilo Niepel

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI − Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

1. Auflage 2021

© 2021 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-210-1, Bestellnummer 372210

E-Book: ISBN 978-3-95933-211-8, Bestellnummer 372211

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages.

www.gracetoday.de

EINFÜHRUNG

Jeder von uns erlebt Situationen, in denen es so scheint, als würden sie uns umbringen, sodass wir ein Wunder von Gott brauchen. Wenn dies im Moment nicht auf dich zutrifft, dann warte ab, es wird noch kommen! Wenn du möchtest, dass dein Leben für Gott zählt, wirst du in einen Sturm hineingeraten, der dich umbringen könnte, bevor du dein Ziel erreichst. Wir haben einen übernatürlichen Gott und wenn du ihm wirklich zur Verfügung stehst, dann wird er dich leiten, Dinge zu tun, die weit über deine eigenen natürlichen Fähigkeiten hinausgehen. Wenn du daher wahrhaft ig Gott suchst, solltest du ein Ziel haben, nach dem du dich im Glauben an ihn ausstreckst.

Praktisch ist es das, was Petrus und die Jünger in Matthäus 14 taten. Sie befanden sich in einer gefährlichen Situation, und sie benötigten ein Wunder. Und so ist Petrus aus dem Boot gestiegen und ging auf dem Wasser. Er tat etwas, das – außer Jesus – niemand in der ganzen Weltgeschichte je getan hat!

Diese Geschichte ist voller Lehren für uns heute. Petrus’ Beispiel zeigt uns die Bedeutung von Gottes Wort, was wir tun können, um unseren Glauben aufrechtzuerhalten, wenn wir einmal aus dem Boot gestiegen sind, wie wir uns vor dem Sinken schützen können und noch vieles mehr. Wenn du die in diesem Buch enthaltenen Wahrheiten anwendest, wirst du die Art und Weise, wie du von Gott empfängst, radikal verbessern.

Diese Lektionen über Glauben sind nicht nur für die SuperGeistlichen – es handelt sich vielmehr um das christliche Einmaleins! Obwohl Gott sich wünscht, dass jeder Gläubige auf dem Wasser geht, tun es nur wenige. Statt ihm in Bezug auf ein Wunder zu vertrauen, klammern sich die meisten Christen ans Boot und suchen dort ihre Sicherheit. Auch wenn das Boot schnell sinkt, so haben sie wenigstens etwas Gesellschaft. Angesichts der anderen, die mit der gleichen Geschwindigkeit untergehen, trösten sie sich mit dem Gedanken: Wir sitzen alle im selben Boot!

Sei nicht mit dem zufrieden, was die Welt tut. Gott beruft uns zu einem höheren Lebensstandard. Lasst uns im Glauben voranschreiten und auf dem Wasser gehen! So werden wir größere Wunder sehen als je zuvor!

8 Wie man auf dem Wasser geht

KAPITEL

1

Der Herr sprach

In Matthäus Kapitel 14 kannst du lesen, wie Jesus 5000 Männer mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist hat. Wenn man die Frauen und Kinder hinzuzählt, könnten es im Ganzen zehn-, fünfzehn oder gar zwanzigtausend Menschen gewesen sein! Dann, unmittelbar nach diesem Wunder …

nötigte Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren , bis er die Volksmenge entlassen hätte. Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden war, war er dort allein. Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen; denn der Wind stand ihnen entgegen. — Matthäus 14,22–24

Beachte, dass das Wort sagt, dass Jesus die Jünger nötigte (zwang), mit dem Boot auf die andere Seite zu fahren. Er hat ihnen nicht gesagt, dass sie nur die halbe Strecke zurücklegen und dann ertrinken sollen. Das ist wichtig!

Gottes Wort

Diese Worte, zum anderen Ufer zu fahren, wurden vom Schöpfer gesprochen (Kol 1,16). Jesus hat diesen See mit seinen Worten

Der Herr sprach 9

Diese Jünger dachten nicht darüber nach, wer derjenige war, der ihnen das aufgetragen hatte.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. … Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. — Johannes 1,1.3

Weiter heißt es dort, dass Jesus dieses Wort war. Gott sprach alles in Existenz, und er hat dies durch Jesus getan. Der Herr …

… trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft.

— Hebräer 1,3

Die ganze Welt wird zusammengehalten durch die Integrität seines Wortes …

… und alles hat seinen Bestand in ihm. — Kolosser 1,17

Der Gott, der alles Physische geschaffen hat – auch den Wind, die Wellen und das Wasser, auf die sie treffen würden –, war Jesus. Jesus war die Ursprungskraft, und er sagte: »Steigt in das Schiff und fahrt ans andere Ufer!« Offensichtlich verstanden die Jünger nicht, mit wem sie es zu tun hatten.

10 Wie man auf dem Wasser geht in Existenz gesprochen. All seine Worte tragen dieselbe kreative Kraft. Wenn der Herr etwas sagt, hat das seinen Grund. Er verschwendet nie seinen Atem. Er spricht nie ein nutzloses Wort. Falls der Herr dir je etwas gesagt hat, dann hat er auch wirklich alles genau so gemeint. Alles, was Gott sagt, ist bedeutungsvoll!

Von den Umständen überwältigt

Die Jünger hatten einen flüchtigen Eindruck davon gewonnen, wer Jesus war, aber es war ihnen nicht ständig bewusst. Auch wenn Petrus einige Kapitel vorher proklamiert hatte: »Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!« (Mt 16,16), dachte er jetzt nicht so. Tatsächlich sagt die Bibel sogar, dass sie schockiert waren, Jesus auf dem Wasser wandeln zu sehen, weil ihre Herzen verhärtet waren. Sie bedachten das Wunder nicht, das sie unmittelbar vorher miterlebt hatten, sie dachten nicht mehr daran, sie meditierten nicht darüber.

Denn sie waren grenzenlos erstaunt und wunderten sich sehr. Denn sie bedachten das Wunder der Brote nicht, weil ihre Herzen verhärtet waren. — Markus 6,51–52 kjv

Wenn sie wirklich bedacht hätten, wer Jesus war und was er ihnen aufgetragen hatte, dann wären sie nicht so erstaunt gewesen. Dieser Mann hatte vor kurzem mit fünf Broten und zwei Fischen fast 20.000 Menschen gespeist. Und nicht nur das! Es blieb mehr übrig, nachdem alle gegessen hatten, als er am Anfang zur Verfügung hatte. Wenn die Jünger sich auf dieses Wunder konzentriert hätten, wären sie nicht schockiert gewesen, als Jesus ein weiteres Wunder vollbrachte. Sie hätten es sogar erwartet. Oder sie hätten Jesu Worte nehmen, sie glauben und dann dem Sturm gebieten oder auf dem Wasser zum anderen Ufer gehen können. Genau das wollte der Herr von ihnen.

Mitten im Sturm hätten die Jünger dem Wort des Herrn vertrauen und sich sagen können: »Er hat uns nicht aufgefordert, zur Mitte des Sees zu fahren und den Untergang zu riskieren!« Die Jünger hatten zuvor schon gesehen, wie Jesus dem Wind und den

Der Herr sprach 11

Vielleicht sagst du: »Aber, Andrew, dies war ein wirklich starker Sturm!« Die meisten Leute würden die Jünger entschuldigen und sich voll und ganz auf ihre Seite stellen. Aber sie waren nicht die Jünger von einem, der nur ein Mensch war, und die Instruktionen, die sie erhalten hatten, sich zum anderen Ufer zu begeben, waren nicht nur machtlose Worte. Sie hatten erhalten, was sie benötigten, um die gegebenen Instruktionen zu erfüllen. Sie fielen einfach ins natürliche Denken zurück und vergaßen all die übernatürlichen Lektionen, die sie an diesem Tag gelernt hatten.

Der See Genezareth ist nur 13 km breit und 21 km lang. Ich war schon mal dort. Wir fuhren in einem Touristenboot, welches »Das Jesusboot« hieß, aufs Wasser hinaus, wo ich dann über die in den Evangelien überlieferten Ereignisse lehrte, die dort geschehen sind. Das hat Spaß gemacht! Trotzdem, der See Genezareth ist kein großer See und das Ziel der Jünger war nur etwa 6,5 km entfernt.

»Warum fürchtet ihr euch?«

Die Jünger gingen aufs Boot und setzten gegen Sonnenuntergang vom Strand ab, das heißt ungefähr zwischen sechs und acht Uhr abends (Mk 6,47). Es war jedoch die »4. Nachtwache« – irgendwann zwischen 3 und 6 Uhr morgens –, als Jesus zu ihnen kam (Mk 6,48). In 7 bis 12 Stunden waren sie gerade mal 3 Kilometer weit gekommen, was normalerweise eine Stunde gedauert hätte. Die meisten würden sagen: »Du kannst ihnen keinen Vorwurf machen! Die Winde waren wirklich heft ig!« Aber nochmal: So denken

12 Wie man auf dem Wasser geht Wellen geboten hatte, sich zu legen (Mk 4,39). Sie hätten dieses Beispiel gebrauchen und ihren Glauben anwenden können, um den gegenwärtigen Sturm zu stillen, so wie sie es zuvor Jesus hatten tun sehen.

Als der Herr hier mit den Jüngern redete, lobte er sie nicht oder sagte: »Jungs, es tut mir leid. Es ist mein Fehler. Ich hätte euch nicht allein auf dem See lassen sollen. Ich bin dafür verantwortlich. Ich hätte da sein und etwas tun sollen.« Nein, so reagierte der Herr nicht. Er erwartete von ihnen, dass sie es besser gemacht hätten. Er erwartete, dass sie es bis zum anderen Ufer schaffen würden, wie er es ihnen geboten hatte. Ebenso glaube ich, dass der Herr von den meisten von uns erwartet, dass wir besser handeln, als wir es tun. Wir haben seine Zusagen. Wir glauben nur einfach nicht an sie.

Viele Leute identifi zieren sich mit den Jüngern und sagen: »Ich verstehe genau, wie sie sich fühlten. Es ist schwierig, inmitten eines Sturmes im Glauben zu bleiben!« Auch wenn der Herr dies versteht und Mitgefühl hat, ist dieses Verhalten nicht normal. Es mag vielleicht für jene, die nicht an Gott glauben, normal sein, aber es ist nicht das normale christliche Leben.

Wir müssen erkennen, wem wir dienen, würdigen, was er bereits getan hat, und uns ganz auf den Auft rag konzentrieren, den er uns gegeben hat. Gott hat dich nicht dazu berufen, den Kampf zu verlieren und ein Versager zu sein. Gott hat uns nicht dazu berufen, an einer Krankheit zu sterben, oder in solcher Armut zu leben, dass wir seinen Willen nicht erfüllen können. Gott hat uns zu Weltüberwindern gemacht (1Joh 5,4)! Wir müssen beginnen, über die Verheißungen und die Worte, die Gott zu uns gesprochen hat, nachzudenken, zu meditieren. Anstatt von unseren Problemen überwältigt zu werden, können wir unsere Probleme mit seinen Zusagen überwinden.

Als Jesus mit seinen Jüngern sprach, sagte er ihnen nicht: »Fahrt nur ein Stück weit auf den See hinaus. Wenn es absolut ruhig ist,

Der Herr sprach 13 wir nur, weil wir den physischen, natürlichen Dingen mehr Bedeutung beimessen als dem Gott, dem wir dienen.

Gehst du volles Risiko oder lieber auf Nummer sicher?

Die Begebenheit, bei der Jesus auf dem Wasser zu seinen Jüngern schritt, wird in drei Evangelien erwähnt (Mt 14,22–33, Mk 6,45–52 und Joh 6,15–21). Johannes 6 zeigt uns noch ein wichtiges Detail:

Da wollten sie ihn [Jesus] bereitwillig auf das Schiff lassen, und sogleich war das Schiff am Land, wohin sie fahren wollten. — Johannes 6,21

Die Jünger und Jesus wurden etwa drei Kilometer auf die andere Seite übergesetzt! Welch ein Wunder! Das Boot und alle Insassen wurden augenblicklich an den Ort versetzt, zu welchem Jesus sie gesandt hatte. Es ist sehr gut möglich, dass ihnen dasselbe passiert wäre, noch bevor Jesus am Ort des Geschehens auftauchte –wenn sie im Glauben standgehalten hätten.

Wenn Gott uns befiehlt, etwas zu tun, muss alles in der Schöpfung das Knie beugen vor dem, was er sagt. Der einzige Grund, warum das für uns nicht geschieht, ist, dass nur wenige wirklich glauben. Wir werden von den Stürmen des Lebens überwältigt. Wenn wir die richtige Einstellung zum Glauben hätten, würden

Wie man auf dem Wasser geht schafft ihr es vielleicht ans andere Ufer. Aber wenn ein Sturm aufkommt, dann war es das!« Jesus befahl ihnen stattdessen, ins Boot zu steigen und zur anderen Seite zu fahren. Sie hatten ein Wort von Gott, dem Schöpfer, erhalten und wenn sie ihren uneingeschränkten Glauben darauf gesetzt hätten, hätten sie angesichts des Sturmes standhaft bleiben und ihm trotzen können. Sie hätten auf dem Wasser gehen können wie Jesus und Petrus!

Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen; denn der Wind stand ihnen entgegen.

— Matthäus 14,24

Es gibt Zeiten, da trägt Gott uns auf, Dinge zu tun, die gegen unsere Natur sind. Gott lebt im übernatürlichen Raum. Wenn wir ihm wirklich folgen, werden auch wir uns dort aufhalten. Wenn wir nicht übernatürlich sind, dann sind wir nur oberflächlich. Der Herr will, dass wir mit ihm in den grenzenlosen, übernatürlichen Raum übergehen.

Der Herr hat dir vielleicht Dinge aufs Herz gelegt, die absolut unmöglich erscheinen. Der Wind, die Wellen und die Stürme des Lebens stehen dir entgegen, und es sieht so aus, als würdest du ertrinken. Anstatt den Willen Gottes zu erfüllen, scheint es, als würdest du beim Versuch, ihn zu erfüllen, sterben. Falls du noch nie in einer solchen Situation warst, in der dir scheinbar alles über den Kopf wächst, dann möglicherweise deshalb, weil du auf Nummer sicher gehst. Wer die besten Früchte ernten will, muss auf den Baum steigen. Verlass das Boot und fang an, auf dem Wasser zu gehen!

Der Herr sprach 15 wir andere Erfahrungen machen. Wenn die Jünger ein anderes Verhalten gezeigt hätten, hätten sie etwas komplett anderes erlebt.

Er wäre an ihnen vorbeigegangen

Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger auf dem See gehen sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. — Matthäus 14,25–26

Beachte, wie es im Markusevangelium beschrieben ist:

Und er sah, dass sie beim Rudern Not litten, denn der Wind stand ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen, auf dem See gehend, und er wollte bei ihnen vorübergehen. — Markus 6,48

Jesus betete auf einem Berg, von dem er den See Genezareth überblicken konnte. Er war in demselben Sturm; er wusste, was los war. Es ist nicht so, dass ihm die Not der Jünger gleichgültig war. Der Herr wusste genau, was sie durchmachen mussten, weil er dieselbe Situation schon durchlebt hat. Er war sich ihres Problems zu 100 Prozent bewusst.

Man kann also durchaus annehmen, dass Jesus vom Berg herunterkam und auf dem Wasser zu wandeln begann, um seine Jünger zu retten. Aber obwohl er sich näherte, um ihnen zu helfen, tat er so, als »wollte [er] bei ihnen vorübergehen« (Mk 6,48). Mit

Wie man auf dem Wasser geht

Überleg mal! Es scheint offensichtlich, dass er kam, um ihnen zu helfen. Und doch rannte er nicht einfach dort hinaus, wedelte mit den Armen und brüllte: »He Jungs, keine Panik! Ich bin’s! Ich rette euch!« Der Herr hat sich ihnen offenbart, aber es war an ihnen, ihn im Glauben anzurufen. Sie sollten sich nach seiner wunderwirkenden Kraft ausstrecken und sie für sich in Anspruch nehmen. Er offenbarte sich ihnen, aber sie mussten sich das, was er in sich trug, zunutze machen, um dieses Wunder empfangen zu können.

Die Verantwortung der Jünger, im Glauben auf die Gegenwart Jesu zu reagieren, ist eine perfekte Parallele dazu, wie Gott uns heute Wunder schenkt. Es spielt keine Rolle, wie deine Situation aussieht; Gott weiß, was du durchmachst und er empfindet genau wie du. Jesus ist in unseren Umständen bei uns. Unsere Aufgabe ist es, im Glauben auf seine Gegenwart hin zu handeln.

Gott weiß Bescheid

Als Saulus dem Herrn auf dem Weg nach Damaskus begegnete, rief ihm Jesus zu und sagte: »Saul! Saul! Warum verfolgst du mich?« (Apg 9,4).

Saulus hatte Jesus nie persönlich verfolgt, als dieser physisch auf Erden wandelte. Er hat vielmehr diejenigen, die Jesus nach seiner Wiederauferstehung folgten, verfolgt. Dies zeigt uns, wie persönlich unser Herr die Dinge nimmt. Was auch immer du einem der Glieder des Leibes Christi antust, tust du ihm an.

Er wäre an ihnen vorbeigegangen 17 anderen Worten: Obwohl es klar zu sein scheint, dass der Herr den Jüngern zu Hilfe kam, sich ihnen zeigte und sogar nahe genug kam, dass sie ihn sehen konnten, sagt die Bibel doch deutlich, dass er an ihnen vorbeigegangen wäre.

Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan! — Matthäus 25,40

Der Herr weiß, was du durchmachst. Er kennt deine Situation – jedes Gefühl, jeden Schmerz, jede Not. Vielleicht denkst du manchmal: Niemand weiß, welche Schwierigkeiten ich habe, und du meinst, du musst es Gott erklären. Doch das Wort sagt:

… euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.

— Matthäus 6,8

»Kommt mutig«

Der Herr wurde bereits dadurch berührt, dass er unsere Schwächen spürt. Er weiß genau, was du durchmachst, und wird sich dir offenbaren (Hebr 4,15). Er wird dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen (Hebr 13,5). Gott ist mit dir, um dich aus jeder Situation, in der du dich befindest, zu befreien. Aber genau wie er seinen Jüngern erschien und an ihnen vorbeigegangen wäre, musst du seine Kraft in Anspruch nehmen. Es liegt an dir.

Kommt mutig zum Thron der Gnade, damit ihr Barmherzigkeit erlangt und Gnade findet zur Hilfe in der Not.

— Hebräer 4,16 kjv

Aus Verzweiflung und Selbstmitleid zu rufen: »Gott, liebst du mich denn nicht? Wo bist du? Gibt es dich wirklich? Kümmerst du dich um mich?«, stellt keine Forderung an Gott. Wenn überhaupt, dann bindet es seine Hände, weil du an seinem Wort zweifelst. Du

18 Wie man auf dem Wasser geht

Falls die Jünger dachten, sie würden sterben, dann zweifelten sie an Gottes Wort. Jesus befahl ihnen, ins Boot zu steigen und zur anderen Seite zu fahren. Er sagte nicht: »Steigt ins Boot und ertrinkt beim Versuch zur anderen Seite zu gelangen.« Sie zweifelten an seinem Wort. Sie waren sich nicht bewusst, wie mächtig die Zusicherung war, die er ihnen gegeben hatte.

Wir können nur darüber spekulieren, warum die Jünger nicht im Glauben nach Jesus riefen. Es scheint, dass er zu ihren Gunsten eingeschritten ist, ohne jegliche Glaubensreaktion von ihrer Seite. Das Wort sagt, »er wollte bei ihnen vorbeigehen« (Mk 6,48). Es ist möglich, dass sie hätten sterben können, wenn der Herr nicht eingegriffen und sie gerettet hätte.

Leute treffen Entscheidungen

Leute, die an einer extremen »Souveränität Gottes«-Lehre festhalten, regen sich über diese Wahrheit ziemlich auf. Sie sagen: »Nichts kann geschehen, ohne dass es Gott will oder erlaubt. Er inszeniert alles perfekt nach seinem Plan.« Falsch! Gottes Wort ist übervoll von Beispielen, die dieser falschen Annahme widersprechen.

Gott wünscht …

… dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht! — 3. Johannes 1,2

Dennoch leiden Menschen an Armut und sterben ständig an Schwächen und Krankheiten. Ebenso wenig will der Herr …

Er wäre an ihnen vorbeigegangen 19 zweifelst an seiner Zusage, dass er dich nicht aufgeben und niemals verlassen wird (Hebr 13,5).

… dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. — 2. Petrus 3,9

Jesus selbst sagte jedoch, dass viele durch die breite Pforte, die ins Verderben führt, verloren gehen und nur wenige durch die enge Pforte zum ewigen Leben eingehen würden (Mt 7,13–14). Gottes Wille geschieht nicht »automatisch«. Was er möchte und was er verfügt, kann vereitelt werden.

Komm hier jetzt aber nicht durcheinander. Ich spreche vom Willen Gottes für das Leben des Einzelnen. Gott ist so weise und so großartig; wenn Satan seinen allumfassenden Plan in einer Weise blockiert, dann wird der Herr eine andere Person fi nden und schließlich seinen Willen auf eine andere Weise vollenden. Daran zweifle ich überhaupt nicht! Aber für sich betrachtet sterben Leute, ohne dass Gott dies wollte. Es ist Gottes Wille für sie, geheilt zu sein, aber aus dem einem oder anderen Grund empfangen sie die Heilung nicht, die er schon bereitgestellt hat. Gott will nicht, dass es Kriege, Kummer, Tragödien, Scheidung etc. gibt. Er ist nicht derjenige, der diese Dinge geschehen lässt. Solche Entscheidungen werden von Menschen getroffen.

Glaube Gott

Jesus offenbarte sich den Jüngern; er war da und seine Macht war bereit. Doch weil sie nicht positiv auf ihn reagierten und seine übernatürlichen Fähigkeiten nicht in irgendeiner Weise in Anspruch nahmen, ist es möglich, dass sie ertrunken wären.

Vielleicht bist du in einer Krisensituation und brauchst Gottes unmittelbares Eingreifen. Vielleicht bittest und bettelst du, aber wenn du dich nicht im Glauben ausstreckst, ertrinkst du vielleicht.

20 Wie man auf dem Wasser geht

Er wäre an ihnen vorbeigegangen 21 Du musst auf positive Weise auf Gottes Wort reagieren, sodass es lebendig wird und sich in deinem Innern erhebt. Wenn du Gott nicht glaubst, geht er vielleicht an dir vorbei. Du bist nicht automatisch auf der Siegerseite. Du musst Gott glauben! Zur Vertiefung dieses Themas sei auf meine Lehreinheiten »Die Souveränität Gottes«, »Gott ist nicht schuldig« und »Geistliche Autorität« verwiesen.

ÜBER DEN AUTOR

Das Leben von Andrew Wommack wurde für immer verändert, als er am 23. März 1968 der übernatürlichen Liebe Gottes begegnete. Seit vielen Jahrzehnten bereist Andrew Amerika und die Welt und lehrt die Wahrheit des Evangeliums. Seine tiefe Offenbarung von Gottes Wort vermittelt er mit Klarheit und Einfachheit. Dabei legt er seinen Schwerpunkt auf Gottes bedingungslose Liebe und das Gleichgewicht zwischen Gnade und Glauben. Durch seine täglichen Gospel-Truth-Fernsehsendungen, die sowohl in den USA als auch international ausgestrahlt werden, erreicht Andrew Millionen von Menschen. 1994 gründete er das Charis Bible College (Charis) und hat seither Charis-Standorte in verschiedenen Großstädten Amerikas und weltweit eröff net. Andrew Wommack hat eine Fülle an Lehrmaterial in gedruckter Form und im Audio- und Videoformat veröffentlicht, von denen die meisten kostenlos von seiner Website abgerufen werden können.

Du kannst Mitarbeitern von Andrew Wommack entweder schreiben, mailen oder sie anrufen:

Andrew Wommack Ministries gGmbH

Berner Str. 81, 60437 Frankfurt am Main, Deutschland info@andrewwommack.de | 069 643578 50

Gebets-Hotline: 069 643578 578 www.andrewwommack.de

116 Wie man auf dem Wasser geht

Gospel Truth

Veränderte Herzen

Erneuertes Denken

Verändertes Leben

Zeugnisse kommen von Menschen aus aller Welt, die sich in das Wort Gottes vertieft haben.

Sieh Andrew Wommack in der täglichen Gospel Truth Fernsehsendung.

Du findest die lokalen Sendezeiten und kannst die Sendungen online unter andrewwommack.de/video oder awmi.net/video anschauen.

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