Stimmen zum Buch »Herausfordernd, lebensnah, humorvoll, persönlich und praktisch präsentiert sich Dan Schmids Reiseführer für das Abenteuer Zukunft. In sieben Schritten wird der Leser ermutigt, Gegenwart und Zukunft visionär, mutig, leidenschaftlich und eigenverantwortlich mitzugestalten. Ein Buch mit dem Potenzial, das Leben zu verändern, wenn ich bereit bin, mich darauf einzulassen!« Debora Sommer-Mauerhofer, Dr. theol., Leiterin Fernstudium am Theologischen Seminar St. Chrischona, Referentin, Autorin
»Wer seine Zukunft selbst in die Hand nehmen will und aus sich das Beste rausholen möchte, kann keine anregendere Lektüre finden.« Martin Viselka, IT-Unternehmer
»Dieses Buch ist mehr, als der Untertitel verrät: Werde, wer du bist. Es ist ein faszinierender Ratgeber für junge und alte Suchende, denen ihre eigene Zukunft nicht egal ist und die selbst etwas dazu beitragen wollen, dass diese mit Gottes Hilfe auch gelingt. Ich habe das Buch verschlungen und kann es jedem wärmstens empfehlen.« Josef Müller, Bestsellerautor »Ziemlich bester Schurke«
»Dan Schmid versteht es ausgezeichnet, seinen entschlossenen Dienst für Gott an den Menschen in diesem Buch zum Nutzen aller umzusetzen. Coaching-Theorie und theologische Aspekte gespickt mit vielen konkreten Inputs für das tägliche Leben von Menschen, die dazuge-
winnen wollen. Dan Schmid zeigt sein innerstes Herz und seine Seele. 8-tung: Dieses Buch kann dein Leben verändern!« Adi Schilling, Account Manager, Schweizerische Post
»Dans Buch kommt daher, wie ich Dan kenne und liebe: keine graue Theorie! Ermutigung aus dem Leben mitten ins Leben, aus jeder Zeile sprudeln Leidenschaft und Enthusiasmus. Ich freue mich sehr auf dieses Buch. Ich werde es mit jungen Menschen lesen und mit ihnen darüber reden.« Jim Bühler, Pastor und Eventpfarrer
»Dan Schmid macht anhand vieler praktischer Beispiele – auch aus seinem eigenen, spannenden Leben – leidenschaftlich Mut, unsere Sehnsucht nach einem erfüllten Leben auszugraben und zu pflegen. Er fordert uns heraus, unser Leben konstruktiv in die Hand zu nehmen, und unterstützt dies mit hilfreichen Anleitungen. Denn erfülltes Leben ist möglich – in jedem Alter!« Urs Bohli, Geschäftsführer und Inhaber von Splendida Facility Services
»In mehreren Seminaren habe ich festgestellt, wie wertvoll es ist, in seine eigene Persönlichkeit zu investieren – und damit in die eigene Zukunft. Dan Schmid hat hier eine brillante Anleitung geschaffen, die jedem Leser helfen wird, durch sein eigenes Handeln aktiv die eigene Zukunft zu gestalten. Geben Sie sich also nicht mit dem Status quo zufrieden.« Thilo Wagner, Geschäftsführer der SpielArena Ostalb
»Dan Schmid zeigt in seinem Buch, wofür sein Herz brennt. Er ermutigt dazu, das Leben in einer positiven Art und Weise anzupacken und aktiv zu gestalten. Dieses Buch mit vielen persönlichen Beispielen aus Dans Leben inspiriert und fordert mich heraus.« Mirjam Schneider, Pastorin der Chrischona-Gemeinde Nesslau
»Du bist die Zukunft – dieses Buch hilft dir, die Barrieren zwischen dir und deiner großen Zukunft zu überwinden. In jedem Menschen schlummert etwas Großes. Was du noch brauchst, ist einfach der Glaube daran. Dan Schmid versteht es auf einzigartige Weise, den Leser an die Hand zu nehmen und an die Schwelle eines großartigen Lebens zu führen.« Tobias Kron, CEO Pastor2Go, Konferenzsprecher, Autor
»Eine überzeugende Analyse der altersübergreifenden Generation »Maybe«. Inspirierend offen lässt Dan Schmid an den Herausforderungen seines eigenen Lebens teilhaben und zeigt den Weg auf, wie der Ausbruch aus dem Hamsterrad von Selbstgenügsamkeit und Ziellosigkeit gelingen kann. In einer erfrischenden Art motiviert das Buch dazu, Zukunft mitzugestalten.« Steff Keller, Diakon und Leiter einer dynamischen Jugendarbeit innerhalb der Evangelischen Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben
»Dieses Buch ermutigt zum Loslegen. Es wird dir helfen, deine Berufung zu entdecken, und es zeigt dir konkrete Schritte auf, wie du Gottes Auftrag für dich persönlich in die Tat umsetzen kannst. Wer könnte darüber besser schreiben als Dan Schmid, der durch seine Predigtdienste und Gemeindearbeit jede Woche viele Hunderte junger Menschen inspiriert, Gott ihr Bestes zur Verfügung zu stellen.« Gernot Elsner, Gründer und Leiter von GOSPELTRIBE
»Das Angebot, das die pluralistische und globalisierte Welt uns für den Umgang mit Lebensthemen wie Identität, Berufung, Sinnfindung, Reife und Erfüllung gibt, erscheint für den modernen Menschen bisweilen unübersichtlich. Mit dem auffordernden Untertitel Werde, wer du bist bringt Dan Schmid auf den Punkt, was für ein gelingendes und zufriedenes Leben durch nichts zu ersetzen ist: das Bewusstsein für die Eigenverantwortung in der Lebensgestaltung. In sieben herausfordern-
den Kapiteln gibt er dem Leser in Theorie und mit vielen praktischen Beispielen Hilfestellungen, sich mit dieser Verantwortung auseinanderzusetzen.« Christof Hammel, Ingenieur und Bosch-Manager
»Dan hat mit Du Bist Die Zukunft einen Volltreffer geschrieben. In einer Zeit, in der die Zukunft so viele Fragen stellt, werden diese sieben Schritte Antworten und Zuversicht schenken. Dan bringt mit seiner kulturrelevanten Sprache und lebendigen Beispielen eine bedeutungsvolle Zukunft in greifbare Nähe. Ein MUST-READ für jeden, der mit Gewissheit vorwärtsleben möchte.« Dr. Desmond Frey, Senior Pastor PowerHouse Church, Zürich & Leadership Coach sowie theologischer Lehrer in Europa und USA
DAN SCHMID
DU BIST DIE
ZUKUNFT WERDE, WER DU BIST Sieben Schritte in eine bedeutungsvolle Zukunft
Copyright © 2014 Dan Schmid
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Bibelstellen, sofern nicht anders angegeben, sind der Übersetzung »Hoff nung für alle« ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002 by Biblia, Inc.™. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Brunnen Verlags Basel. Hervorhebungen einzelner Worte oder Passagen innerhalb von Bibelstellen wurden vom Auto vorgenommen. elb gnb lut ngü nlb vob züb
Revidierte Elberfelder Bibel © 1985, 1991, 2006, SCM R. Brockhaus im SCM Verlag GmbH & Co. KG, Witten. Gute Nachricht Bibel, Copyright 2000 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984, Copyright 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. Neue Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen, Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft. Bibelübersetzung »Neues Leben«, Copyright © 2006, SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten. Volxbibel, Copyright © Martin Dreyer, Volxbibel-Verlag. Züricher Bibel, Copyright © 2007, Verlag der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich.
Umschlaggestaltung: Peter Karliczek, www.j-k.de Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson Umschlagfoto: Complize / photocase.de Lektorat: Gabriele Pässler, Sonja Braune, Gerald Wieser Satz: Grace today Verlag, Gabriel Walther Media & Design Digitaldruck: CPI − Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany 1. Auflage 2014 © 2014 Grace today Verlag, Schotten ISBN 978-3-943597-65-3, Bestellnummer 371765 Dieser Titel ist auch als E-Book erschienen. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. www.gracetoday.de
Widmung Meiner Frau Karin Schmid-Müller. Du bist mir eine treue Begleiterin, Freundin und Geliebte durch all die Höhen und Tiefen des Lebens hindurch. Für alles bin ich dir zutiefst dankbar. Meinen Kindern Jonathan William Schmid und Julia Cathreen Schmid. Ihr habt mich zu diesem Buch inspiriert. Denn jeden Tag fordert ihr mich aufs Neue heraus, für euch ein Vater zu sein und in euch zu investieren. Meinen Eltern Doris und Hans Schmid. Seit Jahrzehnten betet ihr regelmäßig für uns und seid uns dadurch zu großen Stützen geworden. Meinen Schwiegereltern, Armin und Christa Müller. Danke für eure praktischen Liebesdienste an unseren Kindern, Woche für Woche. Meinen Geschwistern Magdalena, Hans, Doris, Astrid und Yvonne. Ihr »Großen« habt mir als dem Jüngsten immer wieder Gelegenheit gegeben zu lernen – ich habe gelernt, mich in der großen Familie zu behaupten. So habt ihr mich darin unterstützt, mich weiterzuentwickeln. Meinen Schwägern und Schwägerinnen Thomas und Monika, Daniel und Brigitte, Mirjam und Matthias, Hans, Walter, Elsbeth, Adrian. Ihr habt mich zum Teil eurer Familie gemacht – einer Familie, die mir sehr viel bedeutet. Meinen Freunden in Stuttgart und im Zürcher Oberland. Ihr alle, die ihr an den Traum glaubt, dass die lokale Kirche mit Menschen jeder Nationalität und Generation die Hoffnung der Welt ist, verdient meinen größten Respekt. Dem Grace today Verlag für die überaus zuvorkommende, wertschätzende und motivierende Zusammenarbeit.
I N H A L T
1 | DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT ......................... 17 2 | DEFINIERE DICH NEU.......................................................................95 3 | ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE.....................................................187 4 | LEBE DEINE STÄRKEN AUS.......................................................225 5 | WERDE AUTOR DEINES LEBENS ...........................................263 6 | VERPFLICHTE DICH ZUM HANDELN......................................315 7 | SUCHE VERTEIDIGER DEINER TRÄUME .............................373
Vorwort von Torsten Hebel Leiter blu:boks BERLIN
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iele sind nicht bereit, die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, und schieben die Schuld oft und gern auf andere. Es gibt jedoch eine direkte Beziehung zwischen der Verantwortung, die man zu übernehmen bereit ist, und dem Gefühl, das Leben im Griff zu haben. Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, was man überhaupt vom Leben will, welche Vorstellungen und Visionen man vom eigenen Leben hat. Die meisten Menschen sind sich darüber nicht im Klaren. Sie treffen keine Entscheidungen und verzetteln sich. Erst zu spät merken sie, dass sie durch Geschwindigkeit nicht wettmachen können, was ihnen an Ziel fehlt! Um im Leben vorwärts zu kommen, braucht man klare und konkrete Ziele – und man muss mutige Entscheidungen fällen. Dan Schmid zeigt in seinem Buch eindrücklich die sieben Zutaten, mit denen man sein eigenes Leben konstruktiv und hoffnungsvoll gestalten kann. Er zeigt klare Wege auf, wie man zum aktiven Mitgestalter der eigenen Zukunft werden, mehr noch: wie man die eigene Identität finden und in das eigene Leben investieren kann. Wer Dan Schmid näher kennt, der weiß: Die Wege, die Dan hier beschreibt, ist er selbst gegangen. In dem Agrarkaufmann und Theologen vereinen sich konzeptioneller Pragmatismus und ein Wertegerüst, das von seinem tiefen Glauben an Gott getragen wird. Methode und Spiritualität ergeben ein im wahrsten Sinne des Wortes »bewegendes Buch«. VORWORT | 13
Mit vielen persÜnlichen Beispielen, treffenden Zitaten und guten pädagogischen Hilfsmitteln scheint Du bist die Zukunft vor dem Hintergrund seiner geistlichen und theologischen Dimension genau das Buch zu sein, das eine ganze Generation vom Fernseher weg und hinein ins Leben holen kann! Well done, Dan!
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Einleitung von Philipp Johner Senior Partner & Founder der Manres AG – Leading Transformation
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er beste Weg, die Zukunft vorherzusagen ist, sie zu gestalten.« Das ist für den Unternehmensleiter selbstverständlich, ist er doch schon von Berufs wegen in die Zukunft hinein tätig. Auch hat er die Aufgabe übernommen, aus den Möglichkeiten seiner Organisation, also aus seinen Mitarbeitenden, das Beste herauszuholen. Doch dieses universale Prinzip wird noch viel zu wenig auf das persönliche Leben übertragen. Wir sind unser Potenzial, wir sind unsere Zukunft; was wir davon wahrnehmen, also unser Ist-Zustand, zeigt lediglich, was von unseren Möglichkeiten wir bislang realisiert haben. Jeder Mensch ist gleichsam ein Ausdruck Gottes und trägt sein Bild in sich. Deshalb kann er gewiss sein: Das Beste kommt noch! Auch im persönlichen Leben. Von da ist es ein kleiner Schritt zu dem Werde, wer du bist! Dieser Satz aus den Oden des Pindar scheint zunächst eine grammatikalische Fehlkonstruktion zu sein; psychologisch gesehen bringt er aber die Aufforderung zur Entwicklung zum Ausdruck und damit existenziell zum Wesensgehorsam, zur Treue sich selbst gegenüber. Dan Schmid spannt diesen ganzen Bogen auf: Er beleuchtet auf stabilem, biblischem Fundament die Prinzipien, die mit Hilfe guter Coaching-Techniken im persönlichen wie auch im beruflichen EINLEITUNG | 15
Alltag umgesetzt werden können. Dabei schildert er sehr persönlich und mit praktischen Beispielen untermalt, wie jeder seiner inneren Berufung folgend in sein Potenzial hineinwachsen kann – sei es im Selbststudium, als kirchlicher Mitarbeiter, in der Seelsorge oder als professioneller Coach. Man spürt die reiche und tiefe Erfahrung des Schreibenden. Mit ganz praktischen Anleitungen und vielen Anregungen bietet er einen klaren roten Faden vom Einfachen, Alltagsrelevanten hin zum Transzendenten, Sinnstiftenden. Wer sind wir? Wozu sind wir da? Woher? Wohin? Diese großen Fragen werden nicht intellektuell und abstrakt abgehandelt, sondern in lebhaften Bezug zur eigenen Person und den übergeordneten spirituellen Fragen gestellt. Dan Schmid nimmt kein Blatt vor den Mund, weicht keinen theologischen Schwierigkeiten aus. So gibt er durch seine Anleitungen in seiner undoktrinären und unaufgeregt-lockeren Art wertvolle Unterstützung für das große Abenteuer des Lebens, vor das wir uns alle gestellt sehen. Was wir glauben, bestimmt unsere Zukunft und prägt so unsere Gegenwart, unsere Ausstrahlung, unsere Energie, unsere Wirkung. Sich mit dem von Dan Schmid angeregten Thema zu beschäftigen, nämlich wie ich mein Potenzial in die Form, ins Konkrete, ins Sein bringen kann, das zahlt sich also nicht erst in naher oder ferner Zukunft aus; es wirkt auf mich und auf die Menschen in meinem Umfeld von Anfang an beflügelnd, be-geist-ernd. Ich bin gespannt und freue mich darauf zu entdecken, was diese Lektüre in allen coachenden Disziplinen bewegen wird. In diesem Sinne wünsche ich dem Buch und seinen Leserinnen und Lesern ein erfüllendes Ent-decken ihrer Möglichkeiten.
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K A P I T E L
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DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT Wir 20- bis 30-Jährigen sind eine Generation ohne Eigenschaften. Gut ausgebildet, aber ohne Plan, ohne Mut, ohne Biss. Weil alles möglich ist, sind alle heillos überfordert.1 Oliver Jeges
1 Oliver Jeges in Die Welt vom 23.03.2012.
Mangel an Zukunftsbewusstsein
I
mmer wieder trifft man auf Achselzucken. Jung und begabt, und dennoch planlos, mutlos und überfordert, oder manchmal einfach unwissend wie sie ihr Potenzial weiterentwickeln könnten. Wenn sie nach ihren Zukunftsplänen gefragt werden und danach, was sie einmal erreichen wollen und wie, bringen sie nur ein fast verzweifeltes »Ich weiß es nicht« über die Lippen. Dabei wird es mir immer mulmig, ja, traurig zumute. Denn ich weiß: Abwarter, Zögerer und Zauderer können die Welt nicht verändern – es sei denn, sie entschließen sich dazu, ihre Zukunft »in die Hand zu nehmen«. So oft stehe ich dann da und könnte geradezu laut hinausschreien: »Warum in aller Welt tust du nichts dagegen? Fang doch an, diese Welt zu bewegen!« Wenn man sich aber tage- und nächtelang mit Computerspielen beschäftigt, kann man nicht die Welt verändern. Ein Senior gestand mir zum Beispiel vor Kurzem verlegen lachend, aber mit zitternder Stimme: »Weißt du Dan, ich bin schon bald neunzig und meine Freunde sind gestorben. Jetzt verbringe ich die meiste Zeit mit Jassen.«2 Erstaunt fragte ich zurück: »Mit wem denn? Hast du wieder Freunde gefunden?« »Nein. Ich jasse mit dem Computer.« Aus der Zigarettenwerbung kennen wir den Slogan: »Don’t be a maybe!« – Sei kein Unentschlossener. Dieser Slogan ist mehr als nur ein marketingtechnisch geschickt ausgewählter Spruch. Er trifft den Puls unserer Zeit. Denn anders als in den 1950er- und 2 Jassen ist ein Kartenspiel, das vor allem im alemannischen Raum verbreitet ist.
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1960er-Jahren, als die europäische Wirtschaft ein ungeahntes Wachstum verzeichnete – heute »Wirtschaftswunder« genannt –, ist die aktuelle Zeit herausfordernder: Vieles ist bereits erfunden und man muss schon super-kreativ sein, um eine wirkliche »Neuheit« herauszubringen. Die Nachkriegszeit und der damit verbundene Wiederaufstieg ermöglichten ein neues Selbstbewusstsein. Mutige und auch weniger Mutige, die damals Unternehmen gründeten, sind heute Multimillionäre. Heutzutage hingegen herrscht allgemein das Gefühl vor, es sei ja schon alles erfunden. Deswegen wird lieber gezögert, um keine größeren Fehler zu machen. Allerdings gilt nach wie vor: Den Mutigen gehört die Zukunft.
Generation ohne Ideale Zögerer und Zauderer haben kaum noch Ideale, denen sie nacheifern wollen. Sie haben keine Ziele und Werte, die ihnen tiefen Sinn vermitteln und sie motivieren könnten, ihr Leben besser und bewusster zu gestalten. Obwohl sie sehr gut ausgebildet sind, über akademische Titel verfügen und mehrere Sprachen fließend sprechen, sind sie mit der Welt und dem Rahmen ihrer schier unbegrenzten Möglichkeiten überfordert. Die Börsencrashs der letzten Jahre, ausgelöst durch raffgierige Banker und habsüchtige Unternehmer und Investoren, haben viele große Persönlichkeiten in einem neuen Licht erscheinen lassen und das traurige Geschäft und deren Aushängeschilder auf peinliche und schockierende Art entlarvt. Nicht nur das Image »großer Persönlichkeiten« ist zerstört. Auch Ideale, wie Ehrlichkeit, Beständigkeit, Fürsorge, Generationenvertrag und Ähnliches, sind aufs Schwerste beschädigt worden. 20 | DU BIST DIE ZUKUNFT
Wir brauchen wieder Werte und Ideale, nach denen auch junge Menschen leben wollen. Sinnstiftende Ideale, Werte, die das Leben in unserer Gesellschaft langfristig sichern. Deswegen macht es wirklich Sinn, sich über die Zukunft Gedanken zu machen.
Generation Bore-out Es war gerade die Zeit der Abitur-Abschlussfeiern. Überall sah man junge Menschen, die ausgelassen feierten. Einige von ihnen kamen dann auch betrunken und total überdreht in die U-Bahn. Sie quasselten in ihrem angetrunkenen Zustand über ihre Zukunft. Mehrere Jungs und auch junge Frauen hingen auf den Bänken herum und redeten wild drauflos. »Zuerst genieße ich mal so richtig das Leben und mache ’ne Weltreise, dann mal schauen, wie es weitergeht«, gab eine bildhübsche Abiturientin von sich. Okay, das klingt romantisch. Andere Kulturen anzuschauen ist sehr wertvoll, das kann ich Jedem nur empfehlen. Aber hat die junge Dame auch ein Konzept für ihr Leben? Warum denken junge Leute so lange, sie hätten alle Zeit der Welt? Auch junge Menschen werden alt, und zwar viel schneller, als ihnen lieb ist. Neulich las ich in der Zeitung, dass Jugendliche aus reiner Langweile einen anderen Jugendlichen krankenhausreif prügelten; heute lebt das Opfer mit einer schweren Behinderung. Wenn der Mensch kein Ziel und kein Konzept für sein Leben hat, wird er planlos – und mitunter lässt er sich in seiner Langeweile zu so manchem hinreißen, das er eigentlich nie tun wollte. Seit 20 Jahren bekomme ich immer wieder zu hören (von Leuten, die mich nur oberflächlich kennen): »Dan, du machst viel zu viel! Du brennst noch aus.« Ich will jetzt nicht angeben, aber ausgebrannt bin ich nicht. Im Gegenteil: Je mehr ich brenne, desDIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 21
to besser geht es mir! Wenn ich nicht brennen darf, geht es mir schlecht und ich werde depressiv. Im Laufe meines Lebens habe ich immer wieder Leute kennengelernt, die sich zu Tode langweilen; von außen ist das aber kaum zu erkennen. Vor Jahren lernte ich eine Assistentin kennen, die in der Bank Immobiliengeschäfte vorbereitete. Sie kam zu mir und war in einem sehr schlechten psychischen Zustand. Sie offenbarte mir ein Geheimnis: »Weißt du Dan, es ist so in unserem Geschäft. Im Sommer haben wir zwei, drei Monate lang Flaute und ich habe eigentlich gar nichts zu tun. Aber ich habe Angst, den Job zu verlieren; also tue ich immer, als hätte ich sehr viel Arbeit. Dieser Zustand macht mich fertig!« Das klang dramatisch. Nach kurzem Überlegen fragte ich sie: »Ist, was du da machst, dein Traumjob oder nicht?« »Ja!« »Wie alt bist du?« »Vierundzwanzig.« »Warum bist du nicht einfach ehrlich zu deinem Chef und sagst ihm, dass du im Sommer nichts zu tun hast, du aber bereit wärst, mehr Verantwortung zu übernehmen?« »Stimmt, das habe ich so noch gar nicht gesehen«, gestand sie nachdenklich. Nach ein paar Wochen kam sie wieder: »Dan, du glaubst nicht, was passiert ist! Mein Chef hat mich befördert, er hat gemerkt, dass ich sehr effizient arbeiten kann. Jetzt betreue ich die Kunden einer ganzen Region und im Sommer kann ich die Zeit für einen Bildungsurlaub nutzen!« Daraufhin konnte ich nur noch sagen: »Siehst du, genau das ist der Schlüssel! Nimm die Zukunft in die Hand, dann wirst du viel erreichen!«
Die große Unsicherheit Seit Jahren versuchen Politiker und Ethnologen uns weiszumachen, die Welt hätte sich maßgeblich verbessert und sei sicherer 22 | DU BIST DIE ZUKUNFT
geworden. Nun, wir haben zwar bessere Technologien, aber aufs Ganze gesehen ist die Welt keineswegs sicherer geworden. Im Gegenteil! Die Veränderungen gehen immer schneller vor sich. Großkonzerne können in kürzester Zeit Zehntausende von Arbeitsplätzen wegrationalisieren. Vor Kurzem begleitete ich meine Frau zu einem Vorstellungsgespräch. Es hatte einige Wochen gedauert, bis sie diesen Termin bekam, denn heute sind junge Menschen gesucht. Obwohl Karin in der Abschlussprüfung Jahrgangsbeste gewesen war, mit einem Durchschnitt von 1,3 glänzen kann3 und zudem hervorragende Arbeitszeugnisse vorzuweisen hat, wurde sie abgewiesen. Heute wird es offenbar nicht mehr honoriert, wenn eine Frau sich bewusst gegen eine Erwerbstätigkeit entscheidet, um sich besser um die Kinder kümmern zu können. Zudem hatte Karin jahrelang ehrenamtlich und unentgeltlich 40 bis 80 Prozent in der Kirche mitgearbeitet. Aber auch ehrenamtliche Arbeit gilt offensichtlich nichts. Heute zählt nicht in erster Linie die Erfahrung, sondern die Jugend, der Titel und die Position. Leitende Werte der Firmen sind: möglichst jung, möglichst viel Erfahrung, möglichst kostengünstig. Das führt zu Unsicherheit und bringt unter Druck. Aber eine Gesellschaft, die Erfahrenen keine Zukunft mehr bieten will, weil sie zu teuer sind, befindet sich im Abwärtstrend. Gott will, dass die Erfahrung der Alten die jüngere Generation mitträgt und unterstützt (Hiob 12,12; Spr 20,29) Ein Schulkollege meines Vaters, der sein ganzes Vermögen in Swissair-Aktien investiert hatte, verlor bei deren Bruchlandung seine ganzen Altersrücklagen. Dabei hatten Banker und Anlageberater wiederholt beteuert, die Swissair sei das sicherste Unter3 Im schweizerischen Schulsystem ist 6 die Bestnote; Karins Abschlusszeugnis hat einen Schnitt von 5,7.
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nehmen der Welt – bis zu diesem verhängnisvollen, rabenschwarzen Tag. Das Grounding. Die Aktie fiel ins Bodenlose. Daraufhin musste der Arzt seine Häuser und alles, was er hatte, verkaufen, um überhaupt weiterhin existieren zu können. Was keiner für möglich gehalten hatte, war plötzlich eingetreten. Die schnellen Gewinne haben eine trügerische Schattenseite. Wenn Firmen und ganze Konzerne zum Spielcasino umfunktioniert werden, sind ein paar Wenige die großen Gewinner, aber die Mehrheit bleibt als Verlierer auf der Strecke. Das ist gefährlich, denn so verkommt die Zukunft für viele zu einem russischen Roulette.
Generation Multimedia Wir sind mediale Zeugen der großen Tsunamis, der Terroranschläge in New York und Washington und des Kriegs in Afghanistan. Auch die NSA-Aff äre mit Edward Snowden zeigt auf, welche Konsequenzen die multimediale Vernetzung haben kann. Und wenn unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung sogar das Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört wird, dämmert uns: Wir leben in einer Zeit, in der die elektronischen Netzwerke von ein paar wenigen Cleveren missbraucht werden und so das Recht auf Privatsphäre digital umgangen wird. Die Zukunft des Spähens, die in den letzten Jahrzehnten noch in der Hand der Geheimdienste lag, gehört nun plötzlich auch Freaks wie den Facebook- und Twitter-Gründern. Diese virtuellen Unternehmen sind innerhalb weniger Jahre milliardenschwer geworden. Der Glaube, dass mit einer Idee das ganz große Geld verdient werden kann, heizt die Gemüter auf. So wie sich zur Zeit 24 | DU BIST DIE ZUKUNFT
der Goldgräber Leute im Goldrausch aufgemacht haben, um das ganz große Geld zu machen, sind auch wir heute eine Generation auf der Suche nach unseren Möglichkeiten. Die meisten aber schaffen den Sprung nicht und bleiben ein »Maybe«. Wir schlafwandeln durch eine vernetzte Welt schier unbegrenzter Möglichkeiten, die gleichzeitig aber auch eine Gefahr der Zukunftsberaubung in Form des Missbrauchs persönlicher Daten beinhaltet. Mein Anliegen ist aber nicht das Jammern und ich bin auch kein Kind von Traurigkeit, sondern sehr lebenslustig. Gerade deswegen möchte ich vielmehr die Chancen betonen, die jeder Mensch in dieser Multimedia-Welt hat.
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Der erste Antrieb: Neugier und Wissbegierde Den Neugierigen und Mutigen gehört die Zukunft Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance. – Victor Hugo4
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icht Weltflucht ist die Lösung, sondern in dieser Welt zu leben – und sie zu überwinden! In Johannes 16,33 hat Jesus uns versprochen: »In der Welt habt ihr Angst, aber seid mutig, ich habe die Welt überwunden.« Alle, die an Jesus glauben, können mutig sein. Sie haben allen Grund dazu. Neugierde ist der Motor jeder Entdeckung. Wäre Kolumbus im Jahr 1492 nicht neugierig gewesen, wäre er nie mit der Santa Maria aufgebrochen und hätte nie die »neue Welt« entdeckt. Die Neugierigen und Wissensdurstigen sind die besseren Schüler, weil sie auf Entdeckungsreise gehen. Neues entdecken zu wollen, das ist etwas, das Gott in uns hineingelegt hat. Ein Kind ist neugierig auf das Leben. Es probiert alles aus – es schubst Gegenstände um, riecht an der dreckigen Wäsche, nimmt Sand in den Mund, auch wenn da kurz zuvor noch Nachbars Hund hineingepinkelt hat. Aus lauter Interesse
4 Französischer Schriftsteller (1802–1885).
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macht es alles, einfach nur, um Neues zu entdecken. Diese Phase ist zwar für die Eltern sehr anstrengend, sie zeigt aber etwas von dem menschlichen Drang, immer Neues erlernen und entdecken zu wollen. Gott hat uns die Neugierde in die Wiege gelegt. Meine Mutter war eine Frau, die ständig Neues ausprobierte. Beispielsweise kaufte sie sich Ende der 1960er-Jahre eine 8-mmKamera, was für eine Bauersfrau der damaligen Zeit revolutionär war. Filmen war eben eines ihrer Hobbys, das sie auch mit Bravour ausübte. Nebenbei war sie aber ständig offen, immer wieder Neues auszuprobieren. Vor Jahren hatte sie die Idee, die Zeit im Winter noch besser auszunutzen. Denn im Winter lagen die Felder brach und man konnte mit ihnen kein Geld verdienen. So kam sie auf die Idee, Christbäume zu verkaufen. Mein Vater kultivierte die Bäume im eigenen Wald. Sie brachten sie in die Stadt, wo sie gut verkauft werden konnten – und schon bald mussten sie noch Bäume zukaufen. Die Nachfrage wuchs und so etablierte sich das »Familienunternehmen Schmid« sehr rasch in der Stadt. Heute ist mein Bruder, der das Geschäft übernommen hat, der größte Christbaum-Anbieter vor Ort.
Der weitere Horizont entscheidet In A Savior for All Seasons erzählt William Barker die Geschichte eines Bischofs von der amerikanischen Ostküste, der vor vielen Jahrzehnten einem kleinen religiösen College im Mittleren Westen einen Besuch abstattete. Er war zu Gast beim Vorsitzenden der Institution, der auch als Professor für Physik und Chemie fungierte. Nach dem Dinner erklärte der Bischof, das Tausendjährige Reich könne nicht mehr weit sein, schließlich seien inzwischen DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 27
fast alle Geheimnisse der Natur erforscht und alle Erfindungen erdacht worden. Der junge Vorstand des Colleges widersprach höflich und erklärte, er habe das Gefühl, dass es noch viele weitere Entdeckungen geben würde. Als der verärgerte Bischof den Vorsitzenden aufforderte, nur eine einzige solche Erfindung zu nennen, erwiderte der Vorstand, er sei sicher, innerhalb von fünfzig Jahren würde der Mensch fliegen können. »Unsinn!«, zischte der Bischof. »Nur Engel sind zum Fliegen geschaffen!« Der Name des Bischofs war Wright. Er hatte zwei Söhne, Orville und Wilbur Wright, die ihrem Vater das Gegenteil beweisen sollten. »Sowohl der Vater als auch seine Söhne lebten unter demselben Himmel, hatten jedoch nicht denselben Horizont.«5
Den tieferen Sinn des Lebens suchen Gott hat die Neugierde als einen natürlichen Antrieb in uns angelegt. Sogar die Suche nach dem Lebenssinn und nach Gott hat mit Neugierde zu tun. Wir finden unsere eigene Zukunft nur, wenn wir sie aktiv suchen, aber dann werden wir sie mit Sicherheit auch finden. Hier ein Zitat von Jesus, das oft als Sprichwort genutzt wird. Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Mt 7,7-8 ngü)
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Monika P. Rohr, Träume, handle, lebe, S. 50.
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Der griechische Begriff zäteo (»suchen«) steht für ein aktives und zielgerichtetes Suchen: »erlangen, in seinen Besitz bringen wollen, nach etwas begehren.« Hast du den Sinn deines Lebens gefunden? Hast du dein Leben und somit auch deine Zukunft gefunden? Wenn wir etwas Wertvolles verlieren, suchen wir es selbstverständlich so lange, bis wir es wiedergefunden haben. Nichts auf der Welt ist wertvoller als dein Leben und das deines Partners, deiner Kinder, deiner Nächsten. Gott hat uns ein Leben gegeben. Nur eines. Und dieses Leben ist von unschätzbarem Wert.
Der verlorene Ehering Karin und ich waren frisch verheiratet. Spontan buchten wir einen Vier-Tage-Urlaub auf Rhodos und genossen die Sonnentage auf dieser historischen Urlaubsinsel. Weil wir beide Bewegung und Sport lieben, spielten wir oft mit, wenn andere Wasserball spielten. Wir waren begeistert von der Sonne, vom Zusammensein, vom griechischen Wein und dem feinen, andersartigen Essen. Alles stimmte, das Glück war ungetrübt. Wie gewohnt machte ich beim Wasserball das Anspiel. Doch dieses Mal war etwas anders: Ich schlug den Ball sehr hart, mit voller Wucht – und mit dem Ball flog auch mein Ehering davon. Verzweifelt schrie ich auf: »Nein!!« Der Ring landete irgendwo im großen Pool, in dem sich Hunderte von Touristen tummelten. Ich stürzte zur Animateurin und berichtete ihr von meinem Missgeschick. Zu meinem Erstaunen pfiff sie sofort das Spiel ab, trommelte alle Mitspieler und Hotelgäste zusammen, und bat sie, meinen Ehering zu suchen. Noch mehr erstaunte mich allerdings, dass die meisten dieser Einladung Folge leisteten und aktiv mitsuchten. Doch nach mehr als einer Stunde der Suche gaben auch DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 29
die Letzten auf. Die Erfolgsaussichten waren zu gering, der Pool zu groß. Karin und ich flogen ohne meinen Ehering nach Hause. Monate später, ich hatte mich gerade dazu durchgerungen, einen neuen Ring zu kaufen, klingelte der Postbote an unserer Tür. Er habe einen Wertbrief aus Rhodos. »Rhodos?!« rief ich begeistert. Der Postbote schüttelte nur verwundert den Kopf. Vor seinen Augen riss ich wie ein wild gewordener Löwe den Umschlag auf und zeigte ihm den Ring. »Diese Geschichte muss ich ihnen erzählen! Dafür bekommen sie einen Finderlohn!« Ich gab ihm einen ordentlichen Batzen, obwohl er ja gar nicht mitgesucht hatte. So hatte er auch eine Überraschung! Weißt du, wenn wir etwas Wertvolles gefunden haben, dann ist die Begeisterung grenzenlos! Hast du dein Leben schon gefunden? Weißt du, dass dein Leben von unschätzbarem Wert ist? Dein Leben ist es wert, dass du es suchst, bis du es gefunden hast!
Las Vegas macht uns neugierig Vor ein paar Jahren traf ich mich mit Freunden in der Wüstenstadt Las Vegas. Ich flog von Los Angeles dorthin, die anderen kamen direkt aus Europa. Vom Flughafen ging’s gleich zur Harley-Mietstation. Noch die letzten Instruktionen und schon saß ich auf dem legendären, laut dröhnenden heißen Stuhl. Das erste Mal überhaupt! Noch nie hatte ich ein Motorrad gefahren, das mehr als dreißig Kubik hatte. Jetzt hatte ich einen fliegenden Untersatz! Wow! Mein Herz klopfte laut. Der Motor krachte. Und los ging’s, durch einzigartige abgelegene Naturlandschaften in Arizona und Nevada. Kristallblaue Seen und gelb-rötlich schimmernde Felsen glitzerten in der heißen Wüstensonne. Die Hitze mit über 47 Grad machte mir sehr zu schaffen – immer wie30 | DU BIST DIE ZUKUNFT
der spritzten wir uns mit kaltem Wasser ab, aber es war ein Riesen-Erlebnis. Abends machten wir Feuer, grillten, tranken Wein und diskutierten noch bis lange in die Nacht hinein. Dann waren wir wieder in Las Vegas. Las Vegas wird von amerikanischen Christen gerne als »sin city«, als »Sündenstadt«, bezeichnet. Hier trifft man Spielsüchtige, Möchtegern-Reiche, Sinnsuchende, Superreiche, Partnersuchende, Geschäftstüchtige – hier findet man alles. Während ein Teil von uns Männern pokerte und die anderen in der Loft-Disco im 157. Stock mit Blick über die Stadt tanzten, wurde mir bewusst: Im tiefsten Inneren sucht der Mensch das Paradies. Wir suchen das Glück. Das Schöne. Das Glück soll am liebsten ewig währen. Doch das menschliche Glück ist von kurzer Dauer. Ich betrat den Aufzug, weil ich mal kurz schauen wollte, ob meine beiden Freunde immer noch unten pokerten. Da sprach mich eine sehr attraktiv aussehende Lady an und fragte, ob ich gerne mit ihr in die Tiefgarage gehen wolle. Etwas naiv fragte ich zurück: »Was wollen Sie denn mit mir in der Tiefgarage?« Mit einem eindeutigen Blick machte sie mir klar, was sie mit mir wollte: Sex! Ich zögerte keine Sekunde und sagte ihr, für so etwas wäre ich nicht zu haben. Wir waren allein im Aufzug. Ein Knopfdruck hätte genügt und ich wäre mit ihr in der Tiefgarage gelandet – und keiner hätte was gemerkt. Wahrscheinlich war diese Frau eine Prostituierte. Vielleicht hatte sie das Geld bitter nötig, weil sie eine Scheidung hinter sich hatte und ihre Kinder durchbringen musste. Vielleicht war sie auch nur die Frau eines langweiligen Superreichen und wollte mit mir ein wenig Vergnügen haben. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, wonach wir Menschen uns alle sehnen: nach Geborgenheit, Erfüllung, echter Freude und Zukunft. Jeder braucht Zukunft. Und die Zukunft liegt in unserer Hand. Hätte ich die DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 31
Tiefgarage gewählt, hätte meine Zukunft einen anderen Verlauf genommen.
Auf der Suche nach dem ungetrübten Glück Du zeigst mir den Weg zum Leben. Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle; ›ungetrübtes‹ Glück hält deine Hand ewig bereit. (Ps 16,11 ngü) Wenn wir uns Gedanken über die Zukunft machen, sollten wir uns fragen, wie wir den kennenlernen können, der unser Leben besser kennt als wir selbst. Derjenige, der sogar unsere Gedanken lesen kann und uns darin unterstützt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir brauchen diesen Wegweiser, denn im Dschungel der Möglichkeiten sind wir trotz vieler hilfreicher Apps für unsere Smartphones und Tablet-Computer überfordert. Wir brauchen Apps für unsere Seele. Heute beginnt die Zukunft – mit deinen weisen Entscheidungen. Werde, wer du bist, indem du den triffst, der dich zu dem machen wird, der du schon immer sein wolltest. Das Resultat dieser Suche wird sein: Freude in Fülle, ungetrübtes Glück in Ewigkeit. In Psalm 16,11 heißt es: »Dort, wo du bist, gibt es Freude.« Kann es sein, dass wir uns nicht erfüllt und glücklich fühlen, weil wir nicht dort sind, wo Gott ist? Denn wo Gott ist, da ist Freude in Fülle und ungetrübtes Glück. Kann es sein, dass du so oft niedergeschlagen bist, weil du nicht dort bist, wo Gott ist? Die Bibel sagt uns: Gott wohnt bei denen, die ihn lieben, und er hat Gemeinschaft mit ihnen. Die ihn lieben – das ist die Gemeinde Jesu. Das ist seine Kirche. Bitte verwechsele die Kirche nicht mit dem 32 | DU BIST DIE ZUKUNFT
Kirchengebäude. Ein Gebäude ist nicht die Kirche, die Jesus meinte. Die Kirche besteht aus Menschen, die miteinander die beste Gemeinschaft der Welt erleben: Gottes Wort hören, Gott anbeten und in Kleingruppen gemeinsame Interessen teilen.
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Inspirierende Vertiefung Ein Gedanke für dein Leben Den Neugierigen gehört die Zukunft und denen, die wissen, dass sie bereits alles haben, was sie brauchen, um erfolgreich zu sein.
Eine Motivation für deine Zukunft Du, Herr, bist alles, was ich habe; du gibst mir alles, was ich brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. (Ps 16,5)
Herausfordernde Fragen • Wie zeigt sich deine Neugierde auf die Zukunft? • Hast du in der Vergangenheit etwas verloren, das für deine Zukunft wichtig wäre? • Gibt es etwas, das dir im Hinblick auf die Zukunft fehlt?
Übung Sage Gott in einem einfachen Gebet, was du brauchst. Lies den ganzen Psalm 23 laut: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.«
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Jetzt die Zukunft vorbereiten Von der Zukunft hängt ab, wer nicht versteht, in der Gegenwart zu wirken. – Lucius Annaeus Seneca6 Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Gal 6,7 lut) Die meisten Menschen entwickeln sich kaum weiter, weil sie kaum herausgefordert werden. Im Beruf läuft alles »normal« und auch zu Hause liebt man das Gewohnte. Denn man ist ja ohnehin schon überfordert vom Alltag, deswegen ist auch kaum noch Energie da, die Zukunft vorzubereiten. Ich habe lange Zeit die Schulbank gedrückt und mich oft gefragt: »Wozu lerne ich das alles?« Auch in den acht Semestern des Theologiestudiums habe ich mir oft diese Fragen gestellt: Was hat das alles mit den Menschen von heute zu tun? Werden wir damit wirklich den Fragen gerecht, die die Menschen umtreiben? Zu viele Schüler und Studenten studieren irgendetwas und die Lehrer und Professoren versprechen auch hoch und heilig, dass ihnen das irgendwann im Leben einmal nützlich sein wird. Aber dieses »Irgendwann« kommt meistens eben doch nicht. Der niemals kommende Sankt-Nimmerleins-Tag zeigt einmal mehr sein wahres Gesicht. Warum lernen wir so viel, was wir im Leben eigentlich gar nicht brauchen? Oder andersherum gefragt: Warum lernen wir nicht das Wesentliche? Zum Beispiel, im Leben zurechtzukommen, seine Träume zu verwirklichen (und vielleicht auch, welche lieber nicht) und zu erkennen, welche Werte und Glaubensüber6 Römischer Politiker, Rhetor und Philosoph (ca. 4 v. Chr.–65 n. Chr.).
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zeugungen auf diesem Weg in die Zukunft wichtig sind. Leider bleiben die Schulen zu lange beim Abstrakten, anstatt konkret zu werden. Ich bin allerdings zur Überzeugung gekommen: Je früher du lernst, dich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist und was deiner Natur entspricht, desto früher wirst du von den Früchten ernten, die du gesät hast.
Die erste Million verdienen Vor Jahren sprach ich mal mit einem alt gewordenen Multimillionär. Irgendwie kamen wir darauf, wie er sein Geld verdiente, und er gab mir einen Rat: »Deine erste Million musst du verdienen, solange du unter dreißig bist, sonst schaffst du es kaum mehr.« Es mag sein, dass diese Ansicht etwas sehr radikal ist, aber das Prinzip wird wohl richtig sein. Mit unter dreißig lernst du die wesentlichen Prinzipien deines Lebens. Was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans nimmermehr. Versuche in jungen Jahren das zu lernen, was dir auch in Zukunft Erfüllung gibt. Aber wenn du schon älter bist: Auch gut. Heute hast du die Möglichkeit, etwas zu verändern. Säe einen Gedanken und du erntest eine Tat. Säe eine Tat und du erntest eine Gewohnheit. Säe eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter. Säe einen Charakter und du erntest ein Schicksal. – Indisches Sprichwort
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Eine Nummer größer ist besser So alt diese Einsicht bereits ist und so banal sie klingen mag, sie muss uns offenbar immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen werden: Menschen entwickeln sich mit und an ihren Aufgaben! Die ganze Energie einer Ausbildung verpufft im Nu, wenn das Gelernte nicht praktisch umgesetzt wird. Immer mehr Universitäten merken, dass die Lehrinhalte mit der Praxis verbunden werden müssen, damit das Gelernte nicht abstrakt bleibt, sondern Hand und Fuß bekommt. Wir mobilisieren weit mehr Energie, wenn wir uns herausfordern lassen und »eine Nummer größer« wählen. Neulich haben meine Frau und ich unseren Kindern Schuhe gekauft. Weil Kinderfüße schnell wachsen, macht es keinen Sinn, genau die Schuhgröße zu kaufen, die sie momentan brauchen. Auch die Verkäuferin rät: »Kaufen Sie doch eine Schuhgröße größer. Denn Ihre Kinder wachsen so rasch aus den Schuhen heraus!« Im ganz praktischen Leben ist uns das bewusst. Aber wie sieht es aus, wenn es um die Planung unseres Lebens geht? Warum planen wir nicht immer »eine Schuhgröße größer«? Denn dann sind wir wirklich auf Gott angewiesen, weil wir eben noch nicht »alles im Griff« haben. Ich hörte einmal die Geschichte von einem Touristen, der in Italien vor einer riesigen Kathedrale stehen blieb. Von außen war die Kathedrale wunderschön, wie neu, sie glänzte wunderbar im Sonnenlicht. Dann betrat er die Kathedrale. Auf dem Boden kniete ein Künstler und legte ein Mosaik aus kleinen Steinchen. Der Tourist fragte erstaunt: »Das ist wunderschön, was sie hier machen, aber sind Sie sich bewusst, wie groß dieses Projekt ist? Werden Sie das jemals schaffen?« Der Künstler entgegnete ernst, aber mit voller Überzeugung: »Das stimmt. Das Projekt ist riesig DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 37
und verlangt mir alles ab. Aber ich mache mir jeden Morgen eine Markierung für das, was ich an diesem Tag erreichen will. Und ich weiß, wenn ich jeden Tag treu meine Arbeit tue, ist diese Kathedrale eines Tages fertig.« Das ist wohl der Schlüssel: Teile deine hoch gesteckten Ziele in viele kleine zu erreichende Ziele auf und du wirst es schaffen. Wenn eine Aufgabe uns weiterbringen und fördern soll, muss sie einige Anforderungen erfüllen: • Sie muss größer, umfassender, anspruchsvoller und schwieriger sein als alles, was du bisher bewältigt hast. • Es muss eine Auszeichnung, ein Privileg sein, diese Aufgaben überhaupt übertragen zu bekommen. • Sie sollte mit persönlicher, direkter Verantwortung verbunden sein. • Das Ziel erreichst du, wenn du dir kleine Meilensteine dafür setzt, wie du dein Projekt verwirklichen willst. Ich frage mich: Warum lassen sich so wenige auf das Abenteuer ein, diese eine anspruchsvollere Aufgabe zu suchen und zu übernehmen? Warum lieben es so viele Menschen, einfach nur auf der Zuschauertribüne zu sitzen und Burger essend und Coca Cola trinkend in den Chor der Fans einzustimmen? Warum nur? Ich kann nicht verstehen, dass Menschen nicht mehr aus ihrem Leben machen wollen. Wenn man dazu beitragen will, dass Menschen sich weiterentwickeln, muss man etwas von ihnen verlangen – und das ist das genaue Gegenteil, von dem, was heute so üblich ist, nämlich etwas zu bieten. Der Mensch kann viel mehr verkraften, als wir meinen. Dieses Prinzip hat schon Jesus angewendet – oder soll ich sagen:
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Es stammt von Jesus. Denn als Jesus diese Erde verließ, gab er seinen Jüngern einen »über-menschlichen« Auftrag. Jesus trat auf sie zu und sagte: »Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt. (Mt 28,18-20 ngü) Wie viele Jünger waren damals bei Jesus? Hatte er in den 33 Jahren auf der Erde bereits Zehntausende erreicht, die diese Welt mit ihm bekannt machen konnten? Nein, es waren genau elf, die wirklich im engsten Kreis um ihn waren. Dann gab es noch einen erweiterten Kreis von 70 Jüngern (Lk 10,1). Und an Pfingsten ist dann von weiteren 120 die Rede (Apg 1,15). Aber das sind auch nicht wirklich viele, wenn man die ganze Welt rocken soll. Eigentlich eine Lachnummer. »Die ganze Welt, Jesus? Du siehst doch: Wir sind gerade mal elf (70, 120) Leute!« Bei Jesus galt das Prinzip »Eine Nummer größer ist besser«. Wie viele Düsenjets hatte Jesus damals bereitstehen? Das Einzige, das sie hatten, waren ihr Schuhwerk, die Sandalen und wenn es hoch kam, einen Maulesel. Wahrscheinlich hatten sie nicht mal das. Die Ressourcen, die sie hatten, um die Welt zu erreichen, waren recht beschränkt. Der eine oder andere der Jünger mag gedacht haben: »Jesus, jetzt nimmst du den Mund aber schon ziemlich voll.« Aber wer eine große Aufgabe bekommt, wird herausgefordert und entwickelt sich viel besser als der große Rest der Menschheit.
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Das +1-Prinzip Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden. – Oscar Wilde7 Wer nicht an die Zukunft denkt, wird bald große Probleme haben. – Konfuzius8 Ich habe von Leo Bigger, dem Mitgründer und Leiter des ICF9 Zürich, und vom ICF Movement ein Prinzip gelernt, das er von dem längst verstorbenen Erweckungsprediger Dwight Lyman Moody (1837–1899) übernommen hat: Gehe in deinem Leben immer einen Schritt vorwärts. Tue jedes Jahr in jedem Lebensbereich etwas Neues. Denn dann geht es mit dir vorwärts und deine Entwicklung gerät nicht ins Stocken. Viele meinen – und das war lange auch mein Problem –, sie müssten sich auf einer Skala in +3- oder gar +5-Schritten weiterentwickeln. Damit setzt man sich selbst aber enorm unter Druck, und das ist nicht gesund. Gott ist ein gnädiger Gott. Wie gute Eltern gibt auch er uns Zeit zur Entfaltung. Ein Kind lernt auch eines nach dem anderen: Zuerst lernt es zählen und addieren, dann kommt das Einmaleins, dann das Bruchrechnen – und erst dann komplizierte Algebra-Rechnungen.
7 Irischer Schriftsteller und Dichter (1854–1900). 8 Chinesischer Philosoph (551–479 v. Chr.). 9 International Christian Fellowship.
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Startkapital: Die Vision Gottes Wort bringt einmal mehr auf den Punkt, wie wir unser Leben gestalten sollen, um eine schöne, erfüllte, positive und von Freude durchtränkte Zukunft zu haben. Die Vision für mein Leben entscheidet über meine Zukunft. Vergrößere dein Zelt! Spann die Zeltdecken weiter aus! Spare nicht! Verlängere die Seile, und schlag die Pflöcke fest ein! Denn du wirst dich nach allen Seiten hin ausbreiten: Deine Kinder werden das Land anderer Völker in Besitz nehmen und die zerfallenen Städte neu besiedeln. Hab’ keine Angst, du wirst nicht mehr erniedrigt werden! Niemand darf dich je wieder beschämen. Du wirst vergessen, wie man dich in deiner Jugend gedemütigt hat. (Jes 54,2-4) Das ist das Zukunftskapitel der Bibel! Die Ruinen werden aufgebaut, das Land erneuert und alles, was du hast, erweitert. Wer soll das »Zelt« vergrößern? Du. Wer soll die »Zeltdecken« erweitern? Du! Das macht nicht Gott. Wofür stehen die Zeltpflöcke und die Planen? Es sind die Pflöcke des Glaubens, es sind die Zeltplanen der Weisheit, das Leben so zu gestalten, dass sich alles erweitert. Deine Zeltpflöcke – das ist dein Geld, deine Zeit, deine Leidenschaft. Alles, was du ins Leben investieren kannst. Aber Gott sichert dir daraufhin zu: »Du wirst dich nach allen Seiten hin ausbreiten!« Das heißt: Alles multipliziert sich! Alles wird größer und weiter und stärker! Auf meiner persönlichen +1-Liste für dieses Jahr könnten Punkte wie diese stehen:
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BEREICH
+1-VERÄNDERUNG
Gott (obwohl ich weiß, dass Gott in meinem Leben allumfassend ist)
• Tägliches Ritual: In Gottes Gegenwart kommen, Kraft schöpfen, die Bibel meditieren, noch bewusster Freude und Friede tanken.
Freizeit
• Jede Woche etwas tun, was mir Spaß macht: Skifahren, wandern, entspannen.
Ehemann
• Zwei Mal in der Woche eineinhalb Stunden lang mit meiner Frau walken. • Mehrere Gebetszeiten pro Woche mit meiner Frau, qualitativer Austausch über das persönliche Ergehen.
Familienvater
• Wöchentlich einen Familienabend und einen ganzen Sabbattag mit den Kindern verbringen. • Jede Woche mit jedem Kind 45 Minuten ein Vater-Kind Fördergespräch führen, verbunden mit einer Aktivität, die uns beiden Spaß macht.
Leiter- und Pastorentätigkeit
• Positiv und ermutigend predigen • Kirche an drei Orten leiten, und das gut und für alle gewinnbringend. • Neue junge Leiter aufbauen. • Einmal in der Woche auf Englisch predigen. • Wenn möglich, jedes Jahr eine neue Kirche am Puls der Zeit gründen.
Coaching – Wissen und Erfahrung weitergeben
• Netzwerk ausbauen, Beratungen von Kirchgemeinden und Führungspersonen • Beratungen komprimieren auf wenige Tage monatlich.
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Politik
• Wertepolitisch weiterbilden und Stellungnahmen schreiben. • Vorbereitung auf eine politische Laufbahn: die Welt »ganzheitlich verändern«.
Studium
• Weiterbildung in der systematischen Theologie, eine ekklesiologische Facharbeit im Bereich »Multisite Gemeinde«, zum Nutzen für andere Kirchengründungsprojekte.
Das klingt nach »sehr viel«. Aber es ist tatsächlich möglich, wenn man das Leben konsequent auf das Wesentliche konzentriert. Eigentlich sind es nämlich nicht viele verschiedene Dinge, sondern sie haben alle mit meinen Hauptstärken und -kompetenzen zu tun. Ich mache wesentlich überall das Gleiche – nur auf verschiedenen Plattformen. Was bedeutet +1 für dich? BEREICH
TÄTIGKEIT
Ehemann Familienvater Kirche Job Freizeit Studium, Weiterentwicklung Persönlichkeitsentwicklung
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Achte darauf, dich nicht zu verzetteln, sondern die Entwicklung auf Grundlage deiner Hauptstärken zu gestalten (siehe Kapitel 4).
Die Herausforderung annehmen In dir muss brennen, was du im anderen entzünden willst. – Augustinus10 Das ist einer meiner Lieblingssätze. Er drückt das aus, was an allererster Stelle stehen sollte: Leidenschaft und Begeisterung für eine Lebensaufgabe. Andernfalls springt der Funken nicht über und zieht niemanden sonst mit. Als wir vom ICF Movement die Anfrage bekamen, den ICF Stuttgart aufzubauen, hatte ich zunächst eine tiefe Abneigung gegen diese Idee. Wir lebten auf dem Land und hatten eine gute und tolle Kirche aufgebaut. Natürlich gab es damals auch Herausforderungen, aber es lebte es sich sehr gut dort im Zürcher Oberland mit seiner hohen Lebensqualität: Wir hatten schöne Berge, wo die Kinder Skilaufen konnten, die Stadt war nicht weit, aber gleichzeitig genossen wir die Felder und Seen … Zudem war es für mich als überzeugten Schweizer sowieso ein Ding der Unmöglichkeit, nach Deutschland auszuwandern. Das ist gegen den allgemeinen Trend unserer Kultur. Das macht man einfach nicht. Doch innerhalb weniger Wochen, in denen ich mich intensiv mit Gott unterhielt und auch mit Karin viele Diskussionen führte, wurde mir das große Potenzial in Deutschland bewusst. Dort konnte ich das tun, was ich schon immer in mir gespürt hatte: Eine große Stadt erleben und dort Kinder, junge Menschen, Stu10 Bischof von Hippo und bedeutendster Kirchenvater des Westens (354–430 n. Chr.).
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denten, Familien, ältere Menschen und Leute aus aller Welt erreichen. Und irgendwann rief ich in einem Gespräch mit Karin begeistert aus: »Diese neue Möglichkeit, das ist genau unsere Chance!« Zu meinem Erstaunen sah Karin das kurz darauf auch so. Aber nicht nur, weil sie mir gefallen wollte – auch sie hatte ganz klare Eindrücke vom Heiligen Geist erhalten. Wenn wir immer mit derselben Schuhnummer zufrieden sind, spüren wir zwar die Schmerzen, wenn der Schuh zu klein wird, wachsen wir aber nicht weiter. Weil das Neue keinen Platz hat, kommt alles ins Stocken.
Wenn die Weiterentwicklung mein Umfeld betrifft Normalerweise befindet sich der Mensch in einem Beziehungsgeflecht und nicht auf einer einsamen Insel. Seine Entscheidungen betreffen demnach auch sein Umfeld. In unserem Fall waren es unsere Kinder – beide im Grundschulalter –, die von unserem Jobwechsel direkt betroffen waren. Als Ehepaar waren wir übereingekommen, in Stuttgart die Stadtkirche aufzubauen. Aber das war nur die halbe Miete der Entscheidung. Der schwierigste Teil des Prozesses war die Frage: Wie erklären wir das nur unseren Kindern und wie können wir ihnen helfen, damit sie es nachvollziehen können? Ich räusperte mich: »Kinder, wisst ihr, in Deutschland gibt es eine Stadt, in der viele Kinder leben, Jugendliche und Familien, die Jesus noch nicht kennen. Nehmen wir an, nur wir wüssten von Jesus, wer müsste dann hingehen?« Beide riefen: »Wir, natürlich!« »Nun ja, es gibt dort schon auch Leute, die Jesus kennen. Aber wir haben den Eindruck, dass wir zurzeit die Einzigen sind, die in Stuttgart eine Kirche am Puls der Zeit aufbauen würden …« Nun DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 45
da es konkret wurden, ruderten sie zurück: »Nein, wir bleiben hier in der sooo schönen Schweiz! Ihr könnt gern allein gehen! Das tun wir uns nicht an.« Es ist immer schmerzhaft, wenn du als Leiter eine Entscheidung treffen musst, die nicht nur dich, sondern auch andere Menschen betrifft. Aber auch jetzt wusste ich: Ich darf nicht zulassen, dass meine Kinder mich meiner Zukunft berauben. Wenn sie erwachsen sind, können sie selbst entscheiden, wo sie wohnen und welchen Beruf sie ergreifen wollen, aber nun lebe ich – und für dieses Leben bin ich vor Gott und den Menschen verantwortlich.
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Inspirierende Vertiefung Ein Gedanke für dein Leben Menschen entwickeln sich mit und an ihren Aufgaben! Nicht zufällig wurden die Menschen am Anfang der Weltgeschichte mit einem großen Auftrag betraut und gesegnet.
Eine Motivation für deine Zukunft Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!« (1Mo 1,28)
Herausfordernde Fragen • Hast du einen Auftrag, der dich in dieser Welt so herausfordert, dass du nicht darum herumkommst, dich weiterzuentwickeln? • Welche treibenden Kräfte bringen dich in diesem Auftrag vorwärts?
DIE STARTENERGIE FÜR DEINE ZUKUNFT | 47
Der Teufel wollte mich lahmlegen Mit 32 Jahren zerbrach mein Leben. Ein Schicksalsschlag hatte mich total aus der Bahn geworfen. Ich hatte beinahe meinen Traumjob, war beliebt und erfolgreich. Und nun waren unsere Kinder im Dreirad-Alter sexuell missbraucht worden. Diese Nachricht löste bei mir einen Schock aus, mein Leben erschien mir plötzlich leer und sinnlos. Damit hätte ich nie gerechnet. Es raubte mir und meiner Frau Karin alle Lebensenergie und Lebensfreude. Ich war damals leitender Pastor in einer großen Jugendkirche mit Hunderten von Jugendlichen; meine zweite Rolle war Pastor für Evangelisation. Ich war total motiviert und liebte meinen Job. Er war mein Lebenselixier. Ich war mir ganz sicher, dass ich das tat, wozu ich geschaffen war. Zudem verband mich eine starke innige Liebe mit meiner Frau und meinen Kindern. Unser Leben fühlte sich an wie Himmel auf Erden. Und dann kam nullkommaplötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel dieser Meteorit daher und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.11 In diesen Monaten der Verzweiflung hatte ich furchtbare Albträume und wachte oft schweißgebadet auf. Ich frage mich immer wieder: Warum erleben wir überhaupt Leid und Schweres im Leben? Warum kann sich ganz unerwartet das Paradies in eine Hölle verwandeln? Was sind die Gründe, um etwas abzubrechen? Im Laufe der Jahre habe ich erkannt – und ich komme einfach nicht drum herum, ihn zu erwähnen: Sehr oft hat der Teufel12 seine Finger im Spiel. 11 Die ganze Geschichte findest du in Aufstehen ist göttlich von Karin Schmid. 12 Dieser Begriff ist eine Eindeutschung des griechischen diabolos »Durcheinanderbringer«, auch Satan genannt (hebr. für »Widersacher«).
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Natürlich ist jeder Mensch mit einem freien Willen ausgestattet und vieles ist auch selbst verschuldet, und trotzdem hat die geistliche Welt einen größeren Einfluss als uns bewusst ist. Denn unsere Entscheidungen sind oft nicht rational begründet und im Reich der Gefühle ist Satan sehr stark. Hier ein paar Beispiele: • Warum brichst du ein Studium ab, von dem du eigentlich weißt, dass es genau »dein Ding« gewesen wäre? • Warum beenden wir Beziehungen, die eigentlich so gewinnbringend und wohltuend gewesen wären? • Warum trennst du dich von deiner Partnerin, deinem Partner? • Warum hast du aufgehört, in die Kirche zu gehen, was dir vorher doch so viel Freude bereitet hatte? • Warum hörst du auf, Klavierunterricht zu nehmen? • Warum trittst du aus dem Tennisklub aus, obwohl du weißt, dass du supertalentiert bist? • Weswegen hörst du auf zu tanzen, obschon du weißt, dass es dir gut tut? Wir wollen alles mit der Vernunft erklären, doch vieles befindet sich im Bereich des Irrationalen. Viele Entscheidungen treffen wir aus unserem Bauchgefühl heraus. Doch die gute Nachricht ist, auch unser Bauchgefühl können wir steuern, wenn wir anfangen, anders zu denken. Und anders denken können wir, indem wir eine Offenbarung »von außen« bekommen, also eine Stimme wahrnehmen, die nicht von dieser Welt, aber relevant für die tagtäglichen Entscheidungen des Lebens, ist.
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Gespannt auf die Stimme Gottes horchen Wenn Gott in Psalm 23 sich selbst als guten Hirten vorstellt, verpflichtet er sich dazu, uns zu weiden. David schrieb dieses Lied über Gott und wusste als ehemaliger Schafhirte und König von Israel genau, was ein Hirte zu tun hatte. David selbst war tagaus, tagein für seine Schafe da gewesen; so lernte er, ein guter Leiter zu sein. Er lernte, wie man gegen Bären und Löwen kämpfte und wie man mit einer Steinschleuder umgeht. Für einen Hirten gibt es nichts Größeres als gesunde Schafe und eine wachsende Herde, die Gewinn abwirft. Die ungefähre Sehweite eines Schafes beträgt zwischen acht und dreizehn Metern. Der Hirte sieht viel weiter und hat das ganze Jahresprogramm samt Wegbeschreibung im Kopf. Im Winter ist die Herde im schützenden und sicheren Stall. Der Hirte kennt aber zur selben Zeit den Platz der Frühlings- und der Sommerweide und er weiß auch, wo er die Schafe im Herbst grasen lassen kann. Oft geht es auf dem Weg zur schönen saftigen Sommerweide durch düstere und Furcht einflößende Täler. Dann ist es wichtig, dass die Schafe von seinem Hirtenstab geleitet werden und wissen, dass der Hirte sie mit seinem Stab gegen jede Gefahr verteidigt. Schafe sehen schlecht, haben aber ein ausgesprochenes feines Gehör. Sobald sie die Stimme ihres Hirten hören, rennen sie los – auf den Hirten zu. Deswegen ist die Stimme Gottes so unentbehrlich für uns Menschen, besonders wenn wir wieder einmal durch ein dunkles Tal gehen. Meine Schafe erkennen meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen meinem Ruf. (Joh 10,27)
50 | DU BIST DIE ZUKUNFT
Selbst wenn du durch dunkle Täler gehen musst, kannst du sicher sein, dass Gottes »Stecken« und »Stab« mit dir sind und dich trösten.
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