5x7.2 EinVertiefungskurs FĂźnf Wochen mal sieben Tage
Birgit Schindler
Mit der Bibel im Alltag leben 1
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Über diesen Kurs Bibellesen gehört zu den elementaren Übungen eines Christen, denn die Bibel lädt uns ein zu einer Begegnung mit Gott. Sie hilft uns zu sinnvollem Leben und getröstetem Sterben. Sie ist unser Maßstab und unsere geistliche Nahrung. Lockt es mich, sie jeden Tag zu lesen und meine Kraft aus ihr zu beziehen? Ist sie eher ein Buch mit sieben Siegeln für mich? Oder geht es mir wie dem Mann aus Äthiopien in Apostelgeschichte 8, der jemanden braucht, um sie ihm zu erklären? Wie können wir die Bibel verstehen? Wie können wir sie lesen und uns von ihr nähren? Solchen und ähnlichen Fragen stellt sich »Mit der Bibel im Alltag leben«, das zweite Modul des neuen Vertiefungskurses »5x7«, der von der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE) herausgegeben wird. Das Besondere dieses Kurses, dessen Module jeweils über einen Zeitraum von fünf Wochen in Gemeindegruppen oder auch individuell bearbeitet werden können, liegt in seiner Vertiefung durch tägliche Übungen. Angelehnt an die ignatianische Exerzitienpraxis erhalten die Teilnehmenden Anleitungen, wie sie das jeweilige Wochenthema in täglicher Stille, Meditation und Gebet für ihr Leben entfalten können. Die persönliche Spiritualität wird dabei durch Austausch in einer Kleingruppe oder Zweierschaft und, je nach Bedarf, auch durch seelsorgerliche oder geistliche Begleitung ergänzt. 2
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Mit der Bibel im Alltag leben
GGE verlag
Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche
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Impressum Birgit Schindler 5x7. Ein Vertiefungskurs. Fünf Wochen mal sieben Tage 2. Modul: Mit der Bibel im Alltag leben © 2011 GGE-Verlag, 1. Auflage Arbeitskreis für Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche e.V., Schlesierplatz 16, 34346 Hannoversch Münden ISBN 978-3-9812055-7-2 Satz + Gestaltung: Katja Lehmann, www.kulturlandschaften.com Druck: Gustav Winter, Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH 4
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Inhalt Vorwort von Sr. Ruth Meili CCR................................................................6 Einleitung ....................................................................................................9 Anleitung für die Kursgestaltung ..............................................................10 1. Abend: Gottes Wort als unsere Nahrung .............................................12 Übungen und Gebetsimpulse für die 1. Woche .........................................25 2. Abend: Gottes Wort im Menschenwort ..............................................30 Übungen und Gebetsimpulse für die 2. Woche .........................................37 3. Abend: Verschiedene Zugänge zur Bibel .............................................40 Übungen und Gebetsimpulse für die 3. Woche .........................................50 4. Abend: Wie können wir geistlich erkennen? ...................................... 56 Übungen und Gebetsimpulse für die 4. Woche .........................................68 5. Abend: Die Autorität der Bibel und der Umgang mit widersprüchlichen Texten ...............................................74 Übungen und Gebetsimpulse für die 5. Woche .........................................85 6. Abend: Abschlussabend ......................................................................88 Anhang: Meine eigene Beziehung zur Bibel .........................................90 Nachwort ...................................................................................................98 Danksagung ...............................................................................................98 Literatur .....................................................................................................99 Die Bibel im Internet ...............................................................................100 Über die Autorin .....................................................................................101 5
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Vorwort Wie hat es damals der Evangelist Lukas geschrieben? »Viele haben es schon unternommen ...« – einzuladen zum Bibellesen, die alten Texte schmackhaft zu machen, sie so aufzubereiten und zu übersetzen, dass man sie fast nicht wiedererkennt, zu ihnen hinzuführen. »So habe auch ich es für gut gehalten, es für euch aufzuschreiben ... «, welchen Weg ich mit meiner Bibel gegangen bin. So könnten wir den Wunsch von Birgit Schindler in die biblischen Worte fassen, die innere Bewegung, die sie geleitet hat, ein Buch in Form eines Kurses so einladend zu gestalten. Nun können wir die Bibel ganz verschieden lesen: historisch-kritisch, literaturkritisch, gesellschaftskritisch usw. Die kritische Leseart ist meist Sache der Hochschulen. Aber dort wird das Wort nur selten zum nahrhaften Brot. Zum Bibellesen verlocken kann ich nur, wenn ich selber davon gepackt bin. Wenn ich selber Erfahrungen mache mit diesen alten und ewig jungen Texten: Geschichten, Gebeten, Prophezeiungen, Liebesliedern, Briefen usw. Wenn ich den kenne, der diese Texte be-wirkt hat in den Schreibenden, der in ihr jeweils eigenes Leben eingegriffen hat, sich eingeschrieben, ja eingewoben hat mit seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit, so dass sie nicht anders konnten, als anderen davon weiterzuerzählen, anderen das Webstück be-Geist-ert zu zeigen und alles der Reihe nach aufzuschreiben, mal so und mal anders. So ist die Bibel eine herrliche Sammlung, ja eigentlich eine Bibliothek von Schriften, deren Verfasser alle denselben Meister und Bildner im Hintergrund haben, der sie im Alltag angesprochen hat, der sie mit auf seinen Weg durch die Zeit genommen hat, der sie geformt hat, schmerzhaft oft und beglückend, der ihnen einen weiten Lebensraum eröffnet hat, der ihren Lebenshunger aufgedeckt und gestillt hat. Und ich entdecke: Diesen Meister kenne ich. Es ist auch mein Bildner, der sein Bild in mir ausdrückt. Und andere spüren plötzlich eine Sehnsucht, diesen Künstler kennenzulernen und ihn in ihr Leben hineinwirken zu lassen. Das ist ein Abenteuer. Und dazu lädt dieser Kurs ein. Es geht zunächst um eine Annäherung an die Bibel mit der Frage, wie die Bibel auch mein »Leibund Magenbuch« werden kann. Auf diesem Weg merke ich: Der Verstand reicht nicht aus, er kommt an seine Grenzen; ich muss sämtliche Sinne dazu nehmen, die Texte in meine Hände nehmen, sie schmecken, ertasten, schauen, riechen und vor allem hören und in mich hinein lesen. Erst dann kann ich antworten – mit Worten und mit meinem Leben. 6
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Dabei hilft dieser Kurs Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen, vielleicht auch andere zu suchen, die mitmachen und einen Pilgerweg durch die biblischen Texte wagen. So kÜnnen wir aus der Bibel heraus selbst zur Bibel werden: erinnernd, verstehend und erfahrend, verdichtet weitersagend und weitergebend, was uns aufgegangen ist und geschenkt wurde. Sr. Ruth Meili, Communität Casteller Ring, Schwanberg
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Einleitung Lange habe ich von einem Vertiefungskurs für unsere Gemeinde geträumt und verschiedene Ansätze ausprobiert. Viele wünschen sich geistliches Wachstum in ihrem Leben. Sie wünschen sich, dass das, was sie wissen, in ihrem Leben praktisch wird und im Alltag Auswirkungen hat. Und so hatten wir schon verschiedenste Tagungen und Konferenzen in der Gemeinde zu Themen des Christseins. Doch an Wissen mangelt es den meisten nicht, sondern daran, dass sie es nur schlecht in ihren Alltag transportieren können. 2006 habe ich klassische ignatianische Exerzitien kennengelernt. Dabei schweigt man zehn Tage lang, hält täglich vier Gebetszeiten von jeweils einer Stunde und reflektiert die Erfahrungen dieser Zeiten täglich in einem Einzelgespräch mit einer Begleitperson. Dadurch habe ich erfahren, wie praktisch vertieft werden kann, was man theoretisch weiß. Lange gekannte biblische Wahrheiten schlugen dabei tiefer in mir Wurzeln als zuvor. Die Auswirkungen des Erkannten und Erfahrenen im Alltag sind nachhaltig und dauerhaft. Im Blick auf das Thema Vertiefungskurs war es mir, als hätte ich durch meine Exerzitienerfahrungen ein Puzzlestück geschenkt bekommen, das vorher fehlte. Und so habe ich einige Aspekte von geistlichem Leben aufgegriffen, sie im Stil von sogenannten »Exerzitien im Alltag« vertieft und in Module von jeweils fünf bis sechs Wochen Dauer »verpackt«, so dass die Chance größer ist, das Gehörte im Alltag umzusetzen. Dieser Kurs mit dem Thema »Mit der Bibel im Alltag leben« ist die zweite Veröffentlichung einer Reihe mit verschiedenen weiteren Modulen, die als Serie erscheint. Stilistisch habe ich die Form der mündlichen Rede und Anrede bewusst beibehalten, da es sich um einen Kurs und kein Buch im klassischen Sinn handelt. Der Einfachheit halber benutze ich fast immer die männliche Form, die Leserinnen mögen sich bitte ebenso angesprochen fühlen. Als Bibelübersetzungen verwende ich die Einheitsübersetzung (EÜ), LutherÜbersetzung (LÜ) und Hoffnung für alle (Hfa). Birgit Schindler
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Anleitung für die Kursgestaltung Es ist möglich, den Kurs in Gemeinden oder Kleingruppen durchzuführen. In seiner hier vorliegenden Grundform geht der Kurs über fünf Wochen mit einem Abschlussabend in der sechsten Woche. Folgende Kontexte eignen sich nach meiner Erfahrung besonders gut für die Durchführung: 1. Der Kurs findet in der Gemeinde statt: Man trifft sich an einem Abend pro Woche und beginnt mit einer Anbetungszeit, gemeinsamem Singen oder einer Stilleübung (je nach Spiritualität der Gemeinde). Danach folgt ein Referat, dann feste Austauschgruppen, in denen über das Gehörte gesprochen wird. (Ab dem zweiten Abend ist es umgekehrt.) Zum Schluss werden die Impulse für die nächste Woche erläutert. Dieses Modell ist der ursprüngliche Rahmen, für den der Kurs gedacht ist. 2. Man hält den Kurs im Hauskreis: Zu Beginn liest man den Vortrag entweder gemeinsam oder bestimmt für jeden Abend eine Person, die das Referat hält, danach tauscht man in der Gruppe seine Erfahrungen aus. (Ab dem zweiten Abend ist es umgekehrt.) Dann werden die Impulse für die Woche besprochen. Auch andere Aufteilungen sind denkbar: Man liest die Hälfte eines Abendvortrags und nimmt einen Gebets-Impuls für jeweils zwei Tage. Oder man liest den Vortrag zu Hause, so dass man im Hauskreis mehr Zeit für den Austausch hat. 3. Den Kurs als Predigtserie halten: Hierbei hält man die Referate als Predigtserie, gibt die Impulse für die Woche mit und bespricht die Erfahrungen entweder in speziell für diesen Kurs gegründeten Austauschgruppen, im Hauskreis oder in einer verbindlichen Zweierschaft. 4. Der Kurs als Hilfe zur geistlichen Begleitung: In diesem Fall nimmt der Begleiter den Kurs zur Hilfe, um den Begleiteten dabei zu unterstützen, mit der Bibel vertrauter zu werden. Er kann sich entweder selbst von den Themen und Impulsen inspirieren lassen und einzelne Themen im Gespräch mit dem Begleiteten weitergeben oder den Kurs sozusagen als »Hausaufgabe« mitgeben und die weiteren geistlichen Schritte der jeweiligen Person begleiten.
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5. Man arbeitet den Kurs allein durch: Auch das ist möglich. Hier geht jeder in seinem eigenen Tempo voran, liest die Ausführungen und macht die Übungen. Gut wäre es allerdings, den Kurs nicht ganz allein zu bearbeiten, sondern sich eine zweite Person zu suchen, die ihn ebenfalls macht, und sich regelmäßig mit dieser Person zu Austausch und Gebet zu treffen. Drei Zielgruppen sind für diesen Kurs denkbar: • Anfänger im Glauben; Menschen, die vielleicht einen Glaubenskurs besucht haben und sich nun ernsthaft auf den Weg des Glaubens begeben wollen. • Menschen, die schon lange mit Jesus gehen, aber empfinden, dass sie zwar viel biblisches Wissen im Kopf, aber zu wenig in ihrem Herzen haben. Sie sehnen sich nach Vertiefung, einer stärkeren Verwurzelung in Jesus und einer Durchdringung ihres Alltags mit dem Evangelium. • Auch Menschen, die noch keine Christen sind, können an dem Kurs teilnehmen, wenn sie mit der Bibel vertrauter werden wollen.
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Das Wort Gottes als unsere Nahrung
Ablauf 19.00 Uhr
Treffen der Gruppenleiter/innen zu Gebet und Vorbesprechung des Abends.
19.30 Uhr
Einführung in den Kurs. Anbetungszeit oder gemeinsames Singen und Stilleübung (je nach Spiritualität der Gemeinde).
20.00 Uhr
Referat, danach Kleingruppenbildung und Austausch.
21.40 Uhr
Einführung in die Impulse und geistlichen Übungen für die nächste Woche.
22.00 Uhr
Schluss 13
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Einführung Wie können wir geistlich wachsen? Wie kann das, was wir theoretisch über das Leben mit Gott wissen, in unserem Leben praktisch werden und unseren Alltag verändern? Wir wollen in diesem Kurs nicht nur Theorie hören, sondern in unserem Alltag einüben, was wir gehört haben. Dazu brauchen wir ein gewisses Maß an eigenem Engagement und Disziplin. So wie man Autofahren, Schwimmen oder den Umgang mit dem Computer nicht in der Theorie lernen kann, lernen wir auch das Leben mit Gott nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Nur mit Fahrtheorie im Kopf kann man noch nicht Auto fahren und nach zehn, zwanzig oder mehr Praxisstunden konnten wir es meistens immer noch nicht. Wir mussten auf die Straße und fahren. Genauso ist es mit dem Schwimmen. Von einem Trockenschwimmkurs können wir noch nicht schwimmen. Mit dem Computer geht es mir so: Wenn ich das, was ich neu gelernt habe, nicht jeden Tag anwende, sondern erst in einem halben Jahr brauche, habe ich es längst wieder vergessen. Oft meinen wir, in unserem geistlichen Leben müsste es ohne Übung gehen. Wenn wir die Dinge des geistlichen Lebens ein Mal gehört haben, müssten sie »funktionieren«. Wenn aber nicht, sind wir enttäuscht und denken, es hat nicht geklappt mit meinem Leben mit Gott. Oder: Er tut nicht das, was ich dachte, das er tun würde. Auch hier ist Übung in unserm Alltag erforderlich. Deshalb besteht dieser Kurs nicht nur aus Referaten, sondern auch aus praktischen Impulsen und Übungen für unser persönliches Gebet. Man kann sogar sagen, dass die eigenen Gebetszeiten wichtiger sind als das Hören oder Lesen der Referate. Denn es geht darum, dass das Gelesene oder Gehörte uns in Fleisch und Blut übergeht und Veränderungen in unserem Leben nach sich zieht. Im Gegensatz zu manch anderen Kursen geht es in den vorliegenden Impulsen zudem nicht nur darum, über bestimmte Fragen nachzudenken und sich damit sozusagen »im Kopf aufzuhalten«, sondern darum, das Thema im Gespräch mit Jesus zu »bearbeiten«, d.h. konkrete Schritte mit ihm zu gehen, sich von ihm berühren zu lassen, ihm zu antworten. So landet das Ganze hoffentlich in unserem Inneren. Die Abende verlaufen so, dass nach einer Zeit mit musikalischer Anbetung, gemeinsamem Singen oder einer Stilleübung (je nach Spiritualität der Gemeinde) jeweils ein thematischer Impuls gegeben wird und man sich in gleichbleibenden Kleingruppen über die vergangene Woche austauscht. Impulse zum Beten im Alltag schließen den Abend ab. 14
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Bibel, Gebet und Gemeinschaft sind die elementaren Bestandteile unseres geistlichen Lebens. Jesus spricht davon, dass jemand, der zum Glauben an ihn findet, neu geboren wird – aus Wasser und Geist ( Joh 3, 5). Am Anfang unseres Glaubenslebens sind wir geistliche Babys. Sobald ein Baby geboren ist, braucht es Nahrung und eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Eltern oder anderen Bezugspersonen. Ohne Nahrung und Liebe hat ein Neugeborenes keine Chance zu überleben. Im geistlichen Leben ist es ganz genauso: Als geistliche Babys brauchen wir Nahrung und Beziehung zu unserem Vater im Himmel und zu denen, die wir als Geschwister in Gottes Familie bekommen haben. Doch auch über die Kindheit hinaus braucht der Mensch tragfähige Beziehungen und Nährstoffe – auch hier lässt sich eine Parallele zum geistlichen Leben ziehen. Wir bleiben Zeit unseres Lebens von Gott abhängig. Wir brauchen Nahrung und eine gute Beziehung zu Gott und unseren Geschwistern. Ohne Bibel, Gebet und Gemeinschaft ist geistliches Leben nicht möglich. Klassisch könnte man hier von den drei G sprechen: 1. Gottes Wort: Die Bibel ist unsere geistliche Nahrungsquelle. 2. Das Gebet: Beim Beten bin ich im Gespräch mit Gott. 3. Die Gemeinschaft: In den Beziehungen in der Gemeindefamilie haben wir unser geistliches Zuhause. Wenn ich mit Jesus leben und im Glauben wachsen will und möchte, dass mein Leben von ihm geprägt wird, muss ich sein Wort lesen, denn es ist die Quelle für alles Leben mit Gott. Ich muss beten, d.h. im Gespräch mit Gott sein, mein Herz vor ihm ausschütten, auf ihn hören und das, was ich in seinem Wort gelesen habe, ins Gespräch mit ihm bringen. Und ich muss Gemeinschaft pflegen mit der Familie Gottes, denn hier habe ich mein zu Hause. Durch meine Hinkehr zu Gott, meinem Vater, und Jesus, meinem Bruder und Herrn, habe ich Geschwister bekommen, die ebenso wie ich zu diesem Vater und Bruder gehören. Gott hat uns als Brüder und Schwestern zusammengestellt, damit wir uns gegenseitig in unseren Wachstums- und Reifungsprozessen helfen. Im vorliegenden Modul des 5x7-Vertiefungskurses soll es nun in besonderer Weise um das Wort Gottes, die Bibel, gehen.
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Referat Es gibt einen Psalm in der Bibel, der sage und schreibe 176 Verse hat. Es ist Psalm 119, ein Lobgesang auf das Wort Gottes. In diesen Lobgesang möchte ich gerne einstimmen, weil ich glaube, dass Gott uns eine ähnliche Begeisterung für sein Wort schenken möchte, wie sie dieser Beter hat. Dieser Kurs soll herausfordern, sich ganz neu diesem Wort zu stellen, es zu lesen, es sich zu eigen zu machen und sich von ihm prägen zu lassen. Ich selber habe schon ganz unterschiedliche Phasen mit der Bibel in meinem Leben erlebt und kann immer wieder von Herzen einstimmen in die Worte des 119. Psalms: 97 Wie lieb sind mir deine Weisungen. Ich sinne über sie nach den ganzen Tag. 103 Dein Wort ist meinem Mund süßer als Honig. 105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. 131 Ich tue meinen Mund weit auf und lechze, denn mich verlangt nach deinen Geboten. 162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht. 1. Wozu ist das Wort Gottes da? Das Wort Gottes nährt uns und gibt uns Speise. Jesus sagt: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt« (Mt 4, 4); »Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’ s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost«, sagt Jeremia ( Jer 15, 16). Man könnte auch sagen, es ist wie der Liebesbrief Gottes an uns, denn in diesem Wort erklärt er uns seine Liebe, in diesem Wort stellt er sich uns vor, in diesem Wort gibt er uns Weisung, Trost und Hilfe für unser Leben. Über sein Wort nachzudenken und es zu mir zu nehmen ist so, wie wenn ich meine Lebenswurzeln zu einer lebendigen Quelle oder zu Wasserbächen hin ausstrecke. (Ps 1, 2-3) Die Bibel zeigt uns den Weg unserer Rettung (2. Tim 3, 14-17). Sie zeigt uns, wie Gott uns und unsere Welt sieht, wozu er uns geschaffen und berufen hat, was Jesus für uns getan hat und wie wir sein Heil ergreifen und mit ihm leben können. Die Bibel sagt uns, was uns im Leben hilft und im Sterben tröstet. Sie lehrt uns, wie wir mit unserer Schuld umgehen können und was der Sinn unseres Lebens ist. Alles, was wir zum Leben brauchen, ist in der Bibel enthalten. Die Bibel ist dazu da, »um uns Weisheit zu verleihen«. Sie ist da zu unserer »Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung und Erziehung in der 16
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Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.« (2. Tim 3, 15-17). Die Bibel ist eins der großen Weisheitsbücher der Weltliteratur. Sie belehrt uns, bessert uns und erzieht uns. Durch das Wort der Bibel bekommen wir nicht nur Kenntnis von Gottes Heil und Rettung für uns, sondern wir sehen auch, wie er sich unser Leben vorstellt, wie er uns in seinem Reich gebrauchen kann und wo wir dem bisher mit unserem Leben widersprechen. Die Bibel gibt uns Orientierung für unser Leben. Sie ist unser Kompass und gibt uns ein Bewusstsein davon, was Gott sich für unser Leben vorstellt, was gut und richtig ist und was nicht in seinem Sinn ist. Jeder von uns hat Maßstäbe für das, was richtig oder falsch ist, aus seiner Erziehung mitbekommen. Es gilt zu prüfen, ob diese Maßstäbe mit den Maßstäben Gottes übereinstimmen. In vieler Hinsicht wird das nicht der Fall sein, es sei denn, unsere Eltern waren auch von diesen Maßstäben geprägt. So stellt Gottes Wort manche unserer Vorstellungen und Maßstäbe auf den Kopf und gibt uns ein neues Wertesystem. So z. B. in den Zehn Geboten (Ex 20, 1-17) oder in der Bergpredigt (Mt 5-7) Das Wort Gottes ist wie ein zweischneidiges Schwert, das Geist und Seele trennt (Heb. 4, 12f ). Das bedeutet, es lässt uns unterscheiden zwischen seelisch und geistlich; z.B. zwischen dem Mitleid, das aus der Seele kommt, und dem Erbarmen Gottes. Da kann es manchmal fundamentale Unterschiede geben. Das Erbarmen Gottes lässt sich ganz gut mit der Vorgehensweise eines Arztes vergleichen, der einen Patienten operieren muss und ihm damit Schmerzen zufügt, d.h. ihn erst mal kränker macht, als er ist, um ihn dann zu heilen. Wenn ein Arzt sich von seelischem Mitleid bestimmen ließe, würde er seinen Patienten die Operation nicht zumuten. So ähnlich kann es auch in der Seelsorge sein: Es fällt uns meist schwer, unsere Schuld zu bekennen. Seelisches Mitleid würde einen Seelsorger dazu bringen, zu sagen: »Ach ja, ich sehe, wie schwer dir das fällt. Lass es. Gott hat Mitleid mit dir.« Der Geist Gottes aber sagt: »Damit Heilung geschieht, ist es nötig, dass du deine Schuld bekennst, sonst bleibt der Eiterherd in deinem Leben«. Die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Geist und Seele brauchen wir auch bei der Beurteilung unserer Erwartungen an Gemeinschaft. Was ist eine seelische Erwartung, was eine geistliche? Das Wort Gottes hilft uns bei der Beurteilung dessen. Seelisch ist eine Erwartungshaltung beispielsweise, wenn man von einem Hauskreisleiter und anderen Hauskreisteilnehmern erwartet, dass sie einen durch ihre Zuwendung und Liebe »nähren«. Dietrich Bonhoeffer hat in seinem Buch »Gemeinsames Leben« einen langen Abschnitt zur Unterscheidung von seelischer und geistlicher Gemeinschaft geschrieben 17
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(Gemeinsames Leben 1973, S. 22ff ), indem er schonungslos unsere Erwartungshaltungen entlarvt und beschreibt, welche Kräfte jeweils wirken. Ein geistliches Unterscheidungsvermögen brauchen wir immer dann, wenn es darum geht, etwas geistlich zu beurteilen. Ist ein Gefühl von Gott oder ist es einfach ein frommes Gefühl? Ist dieses oder jenes der Wille Gottes oder ist es Ausfluss meiner anerzogenen, bürgerlichen Prägung und meiner eigenen Tradition? Wenn wir tief in unserem Inneren vom Wort Gottes geprägt sind, werden wir mit der Zeit immer sicherer, unkomplizierter und ohne große Anstrengung unterscheiden können zwischen Geist und Seele. Das Wort Gottes kommt nicht leer zurück, sondern tut, was es sagt ( Jes 55, 10-11). »Sprich nur ein Wort, so wird mein Diener gesund« (Mt 8, 8). »Gott sprach, und es geschah so« (Gen 1). »Gottes Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das tut er gewiss« (Ps 33, 4). Das Wort Gottes hat Schöpferkraft. Er hat mit diesem Wort die Welt erschaffen und Kranke geheilt. Er baut mit diesem Wort auf und reißt nieder. Und das, was er gesagt hat, hält er ein. Wenn er uns sagt, dass er uns liebt, dann gilt das und hat Auswirkungen in unserem Leben. Es lohnt sich, einmal besonderes aufmerksam die Stellen der Schrift zu lesen, in denen es heißt: »Gott spricht« oder »Jesus spricht«, und zu schauen, welche Konsequenzen dies hat. Gottes Wort ist das Schwert des Geistes und damit eine Angriffswaffe im geistlichen Kampf (Eph 6, 17). Das bedeutet nicht, dass wir den Menschen das Wort Gottes überstülpen sollten, wenn wir mit ihnen sprechen, sondern dass wir im Gebet mit dem Wort Gottes »kämpfen«, dass wir das Wort Gottes über unserem und über anderer Menschen Leben bekennen. Wenn ich zum Beispiel in einer Notsituation bin, bekenne ich und bedanke mich z.B. dafür, dass mich nichts und niemand von der Liebe Gottes trennen kann (Rö 8, 35-39), dass ich alles vermag durch den, der da mächtig ist: Christus (Phil 4, 13), dass der, der in mir ist, stärker ist als der, der in der Welt ist (1. Joh 4, 4), dass ich gerettet und erlöst bin, dass ich Kind Gottes bin. Das alles sind Verheißungen Gottes, die ich betend über meinem und anderer Menschen Leben aussprechen kann. Mit Sicherheit wird mein Glaube dadurch wachsen, und ich werde der Not anders begegnen als vorher. 2. Wie sollen wir mit dem Wort Gottes umgehen? Wie können wir es lesen? Lesen, lesen, lesen! Wir können die Bibel zunächst wie jedes andere Buch lesen. Nicht auf jeder Seite stehen Aussagen, die uns aufbauen, aber insgesamt bringt das Wort der Bibel uns weiter, wenn wir es lesen. Die aufbauendste 18
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Zeit in meinem ganzen Studium war die Zeit meiner Vorbereitung zur Bibelkundeprüfung. Ich habe sechs Wochen lang ausschließlich die Bibel und ein Bibelkundebuch gelesen und auswendig gelernt, was in jedem Kapitel der Bibel steht. Das war viel Arbeit, aber es hat mich ungemein aufgebaut. Wenn wir die Bibel immer wieder lesen, wird sie ein Teil von uns, selbst wenn wir beim Lesen denken, dass uns gerade dieser Abschnitt im Moment nicht anspricht. Es gibt eben Texte, die sprechen uns kaum oder gar nicht an. Die meisten von uns werden keinen geistlichen Gewinn empfinden, wenn sie die Geschlechtsregister oder die Gesetzestexte im 3. Buch Mose lesen. Doch auch in solchen Texten kann Kraft stecken. So erzählte mir eine Freundin von folgender Erfahrung: Als sie eines Tage erschöpft von der Arbeit nach Hause gekommen war und ihre Bibel aufgeschlagen hatte, stellte sie fest, dass sie in ihrer fortlaufenden Bibellektüre bei den Geschlechtsregistern angekommen war. Sie las dann tatsächlich alle diese Seiten. Ihr Fazit: »Ich habe eine viertel Stunde dieses Zeug gelesen, mein Geist war frisch, und ich war aufgebaut.« Unglaublich, nicht wahr? Gottes Wort baut unseren Geist auf. Ich finde das erstaunlich. Geistlich aufgebaut werden ist übrigens auch die Auswirkung der klösterlichen Psalmengebete. Ein sogenanntes Stundengebet beinhaltet meist drei bis vier Psalmen, Lesungen und Gebete. Lange Zeit hatte ich persönlich keinen Zugang zu dieser Art des Betens, betrachtete es gar als ein altertümliches, mir tot scheinendes Ritual, das nichts bringt. Und tatsächlich geht es auch nicht darum, dass es »etwas bringt«. Es ist absichtsfreies Lob Gottes. Und natürlich kann man die vielen Psalmen im Verstand nicht so schnell erfassen, aber sie kommen durch das Singen in uns hinein. Sie prägen uns und bauen unseren Geist auf. Ich lese zeitweise ein bis zwei Psalmen in meiner Stillen Zeit, einfach so. Dabei erfasse ich nicht immer mit dem Kopf, was ich da lese, aber es erfasst mein Inneres. Zunächst geht es also darum, das Wort Gottes einfach nur zu lesen. Es muss uns nicht immer ansprechen oder berühren. Wenn wir Gottes Wort lesen, wird es uns prägen, unseren inneren Menschen formen und uns geistlich wachsen lassen. Verinnerlichen, aufnehmen, handeln. Eine weitere Dimension der Beschäftigung mit Gottes Wort ist das »Kauen, Wiederkäuen« und Meditieren! »Ich sinne über dein Wort Tag und Nacht« (Ps 119, 148). Durch das Nachsinnen nehmen wir das Wort Gottes so tief in uns auf, dass es uns in Fleisch und Blut übergeht und sozusagen »verstoffwechselt« wird und einzelne Worte und Sätze in unser Leben sprechen. Wir meditieren die Worte der Bibel, eignen sie uns betend an und geben Gott im Gebet und mit unserem 19
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Tun eine Antwort darauf. So können wir uns auf diese Weise z.B. jeden Tag/ jede Woche/jeden Monat ein Wort vornehmen und besonders darauf achten, es zu »tun«. Texte, die sich besonders dafür eignen, sind folgende Stellen: »Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere hinzugegeben werden« (Mt 6, 33). Oder: »Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen« (Gal 6, 2). Oder: »Einer ertrage den anderen, und vergebt einander, wenn der eine dem anderen etwas vorzuwerfen hat« (Kol 3, 13). Oder: »Bittet, dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden« (Mt 7, 7). Oder wir lassen ein Wort in besonderer Weise auf uns wirken, nehmen es für uns an und in uns auf: z. B. »Ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein« ( Jes 43, 1). »Siehe in meine Hände habe ich dich gezeichnet, spricht der Herr« ( Jes 49, 16). Wir verinnerlichen diese Worte, nehmen sie betend auf, danken für sie und/ oder tun sie. So geschieht es übrigens ganz nebenbei, dass wir Bibelverse auswendig kennen, ohne sie bewusst gelernt zu haben. Unmerklich werden sie uns zu eigen. Thematisch Bibel lesen. Hierzu nehmen wir eine Konkordanz ( Wortregister, auch online verfügbar: www.bibleserver.com) und schlagen die entsprechenden Stichworte auf: Was schreibt die Bibel zum Beispiel über Gebet, was über Elternschaft, über Armut und Reichtum, über Gesundheit und Krankheit? Wir schreiben die entsprechenden Stellenangaben heraus, lesen die Texte und denken darüber nach. Vermutlich werden wir viele Entdeckungen machen, die uns weiterbringen. Die Bibel hat zu vielen Themen etwas zu sagen. (In Kapitel 3 werde ich weitere Arten des Bibellesens vorstellen) Von Gott geprägt sein Letztlich geht es darum, unser Denken dem Wort Gottes zu unterstellen und uns von ihm prägen zu lassen. In 2. Kor 10, 4-6 heißt es, »Wir reißen alle hohen Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen. Wir nehmen alles Denken gefangen, so dass es Christus gehorcht«. Unsere Gedankenwelt ist überwiegend vom griechisch-humanistischen Denken geprägt und vom Kapitalismus. Menschen aus Afrika und Asien sind anders geprägt. Doch unser Denken, egal wo wir herkommen, ist nicht unbedingt biblisch. Es gibt wohl in jedem Kulturkreis Lebenseinstellungen 20
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und Gedanken, die dem biblischen Denken näher sind und solche, die ihm widersprechen. Für uns als Christen ist es wichtig, dass unser Denken von der Bibel her geprägt ist, was unsere Sicht von Gott, vom Menschen, von der Welt, vom Eigentum und vom menschlichen Miteinander angeht. Diese Prägung ist meistens ein Prozess, der Jahre dauert, wahrscheinlich unser ganzes Leben. Zusammenfassung Wir sind eingeladen, das Wort Gottes zu hören, zu lesen, zu behalten, ihm zu gehorchen und es zu tun! »Jesus sagte: Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein, denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört!« (Mt 7, 24ff ) 3. Wie können sich Wachstumsschritte in unserer Beziehung zur Bibel gestalten?
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Wir lesen ab und zu in der Bibel. Das ist schon mehr, als die meisten Menschen unseres Landes tun. Aber so, wie wir nicht satt werden, wenn wir ab und zu einmal etwas essen, oder wie es unserem Körper nicht gut tut, wenn wir nur dann essen, wenn wir gerade Hunger haben, kann uns die Bibel nicht nähren, wenn wir nur ab und zu in sie hineinschauen. Am gesündesten ist es, wenn wir regelmäßig essen. Und so ist es auch gesund, wenn wir die Bibel regelmäßig lesen.
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Wir lesen regelmäßig in der Bibel und wünschen uns, dass ihr Inhalt unser Leben und Denken prägt, dass sie uns nährt und wir sie immer besser kennen und verstehen lernen.
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Wir studieren sie, um sie besser zu verstehen (mit Konkordanz, Lexika und Kommentaren).
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Wir beten und meditieren sie, damit ihre Aussagen in unser Herz rutschen und uns innerlich erreichen. Wir »kauen« sie und »kauen« sie wieder und wieder. Wie eine Kuh, die das Gras immer wieder hochwürgt und es den ganzen Tag kaut. Wir geben Gott im Gebet Antwort auf das, was er uns durch sein Wort sagt. Wir danken für seine Zusagen. Denn durch Danken eignen wir uns an, was uns geschenkt wird. 21
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Wir tun das, was in der Bibel steht, in unserem Alltag, und zwar all das, was wir verstanden haben. Das, was wir (noch) nicht verstanden haben, legen wir erst einmal zur Seite.
Die Inhalte sollen uns ins Herz rutschen Wir wollen in der Zeit dieses Kurses verschiedene Arten des Bibellesens ausprobieren. Dabei soll es hauptsächlich darum gehen, dass uns die Aussagen der Bibel ins Herz rutschen. Insgesamt empfehle ich, auf alle Fälle zwei verschiedene Arten des Bibellesens zu praktizieren: 1. 2.
Die Bibel immer wieder zu lesen, einfach so wie einen Roman. Mit der Bibel zu beten, die Bibel zu meditieren und einzelne Verse zu verinnerlichen.
Man kann auch beide Arten miteinander kombinieren. Ich persönlich mache es so, dass ich die Bibel abends fortlaufend lese und morgens einige wenige Verse meditiere, die ich in meinem Herzen bewege.
Gruppenbildung Wir bilden Gruppen zu ca. sechs bis acht Personen, stellen uns gegenseitig vor, sofern wir uns noch nicht kennen und tauschen darüber aus, was wir gehört haben und was uns bewegt. Dabei wollen wir einfach nur hören, eventuell nachfragen, aber nicht diskutieren und auch keine belehrenden Tipps geben. Es gilt: Jeder sagt nur so viel Persönliches, wie er möchte. Die Gruppen bleiben während des ganzen Kurses zusammen. Wichtig! Ganz wichtig ist, in diesen Gruppen wirklich persönlich zu berichten, das Berichtete jeweils stehen zu lassen und nicht darüber zu diskutieren. Dabei sollte der Gruppenleiter darauf achten, dass jeder, der will, zu Wort kommt. Da es vielen Menschen sehr schwer fällt, nicht zu diskutieren, sollte im Vortreffen der Mitarbeitenden und vor der Gruppenbildung jedes Mal darauf hingewiesen werden. Das in der Gruppe Besprochene bleibt im Rahmen der Gruppe. Wir tragen davon nichts Persönliches hinaus.
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