Open Heavens
Bill Johnson
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Bill Johnson
Bereite dich auf eine Begegnung mit dem Gott der Erweckung vor
Autor

Bill Johnson ist Pastor in der fünften Generation und trägt ein reiches geistliches Erbe mit sich. Zusammen mit seiner Frau Brenda dient Bill einer wachsenden Gruppe von Gemeinden, die sich dem gemeinsamen Ziel verschrieben haben, Erweckung zu erleben.
Dieses Gemeindenetzwerk überschreitet Konfessionsgrenzen und knüpft dabei Beziehungen, die Gemeindeleitern helfen sollen, in Reinheit und in Vollmacht zu dienen. Bill und Brenda (Beni) Johnson sind die Hauptpastoren der Bethel Church in Redding, Kalifornien.
Ihre drei Kinder sind allesamt mit ihren Partnern im vollzeitlichen Dienst. Außerdem haben sie vier wunderbare Enkelkinder.
Englischer Originaltitel
Impressum
Open Heavens -
Copyright 2021 © Bill Johnson
DESTINY IMAGE PUBLISHERS, INC.
P.O. Box 310, Shippensburg, PA 17257-0310
Verlag © 2022 Open Heavens
Grain-Press Verlag GmbH
Marienburger Straße 3 71665 Vaihingen/Enz
E-Mail: verlag@grain-press.de
Übersetzer
Horst Herold
Cover und Satz Andreas Kettner
Druck Wydawnictwo ARKA, Cieszyn, Polen
ISBN 978-3-947454-89-1
Artikel Nr. 3598589
Bibelstellen
Neue Evangelistische Übersetzung
Eine wahre Erweckung bedeutet nichts anderes als eine Revolution, wobei wir uns des Geistes der Weltlichkeit und der Selbstsucht entledigen und dafür sorgen, dass Gott und seine Liebe in unserem Herzen und Leben triumphieren.
- Andrew Murray
Wir wurden für eine fortwährende Erweckung geboren, und die wunderbare Realität einer kontinuierlichen Erweckung finden wir in der Gegenwart Gottes. Diese großartige Entdeckung, dieses wunderbare Abenteuer geschieht nur, wenn wir die Realität eines offenen Himmels erleben. In der Tat ist für uns Christen ein offener Himmel unser Erbe.
Das Thema eines offenen Himmels finden wir in der Bibel als Verheißung, übermittelt durch die Propheten, und als wesentlichen Gebetsauftrag. Durch die Realität eines offenen Himmels wird diese Welt so sehr von Gottes vollkommener Welt der Schönheit, der Ordnung und der Bestimmung ausgefüllt, dass sie dem Himmel in der Ewigkeit gleicht, obwohl wir noch in der Dimension von Zeit und Raum leben. Eine solche Hoffnung ist kein abgehobener oder haltloser Wunsch von Unwissenden. Vielmehr basiert sie auf der absoluten Überzeugung, dass dies geschehen wird, ja geschehen muss, und in gewisser Hinsicht bereits in greifbarer Nähe ist. Sämtliches Wachstum im Reich Gottes kommt durch den treuen Umgang mit dem, was uns bereits gegeben wurde - und uns wurde bereits sehr viel gegeben. Die Entdeckung und das Zunutzemachen von Gottes Geschenk eines offenen Himmels muss und wird alles verändern.
Sämtliches Wachstum im Reich Gottes kommt durch den treuen Umgang mit dem, was uns bereits gegeben wurde.
Es ist sehr wichtig zu wissen, dass ein offener Himmel Gottes Idee, ja der Wille Gottes ist. Von daher haben wir auch den Auftrag, entsprechend zu beten. Jesaja erklärte dies zu einem Gebetsauftrag (siehe Jes. 63,19). Jesus lebte diese Realität mit dem Geist Gottes vor, der
in Form einer Taube auf ihm ruhte. Und schließlich gab Jesus uns dieses Mandat auch noch als Gebetsauftrag mit den Worten „wie im Himmel, so auch auf Erden!“ (Mt. 6, 10). Es ist sein Wunsch, dass seine Welt alles beeinflusst, was wir sind und was wir tun. Die Kombination von Gebet und Gehorsam setzt den Himmel - einen offenen Himmel - auf der Erde frei. Der dünne Vorhang zwischen Ewigkeit und Zeit, zwischen Himmel und Erde ist ein Hinweis auf diese Realität, zu der wir schlicht und ergreifend deshalb Zugang haben, weil Gott uns dazu auffordert.
Denkanstöße
Da wir gleich am Anfang dieses Buches auf so ein einzigartiges Thema zu sprechen kommen, möchte ich durch die nachfolgend genannten Bibelstellen einige Denkanstöße geben. Weil es Gott sehr wichtig ist, dass wir einen offenen Himmel erleben, sollte diese Realität auch für uns immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die folgenden Schriftstellen wurden zwar eher willkürlich und in keiner bestimmten Reihenfolge gewählt, aber dennoch enthält jede von ihnen einen Gedanken, der uns Gottes Herz für die gegenwärtige Zeit eines offenen Himmels offenbart:
Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Tempel ist, und stellt mich doch damit auf die Probe“, spricht Jahwe, der allmächtige Gott, „ob ich dann nicht die Schleusen des Himmels öffnen und euch mit Segen überschütten werde.“ (Maleachi 3, 10)
In diesem Abschnitt aus Maleachi wird die Öffnung der Himmelsfenster mit dem Gehorsam des Volkes Gottes in Verbindung gebracht. Interessanterweise erfolgte die Manifestation eines geöffneten Himmels als Antwort auf das Geben des Zehnten und auf das Geben im Allgemeinen, was der Ausgangspunkt von guter Haushalterschaft von Geld und Ressourcen ist. Jesus lehrte uns ebenfalls, dass uns Treue im
Hinblick auf Finanzen für die wahren Reichtümer qualifiziert (siehe Lk. 16, 11). Diese Reichtümer, die Jesus verheißt, bedeuten nicht, mehr Geld zu bekommen. Seine Reichtümer sind die Schätze des Himmels, einer Dimension, die schon jetzt verfügbar ist, um unser Leben zu prägen und zu beeinflussen. Ich werde dieses Thema später noch eingehender beleuchten.
Danach blickte ich auf und sah im Himmel eine offene Tür. Die gleiche Stimme, die schon vorher mit mir gesprochen hatte und die wie eine Fanfare klang, sagte: „Komm hierherauf! Ich werde dir zeigen, was nach diesen Dingen geschehen muss.“ Im gleichen Augenblick wurde ich vom Geist ergriffen. Ich sah einen Thron im Himmel stehen, und auf dem Thron saß jemand. (Offenbarung 4, 1-2)
Ich liebe diesen Vers aus der Offenbarung, weil darin Gottes Wunsch für uns zum Ausdruck gebracht wird: „Komm hier herauf.“ Dieser offene Himmel sollte es Johannes ermöglichen, die Dinge zu sehen, die in der Zukunft geschehen müssen. Der Punkt ist, dass ein offener Himmel uns einen einzigartigen Blickwinkel ermöglicht, von dem aus wir sehen können. In der Dimension eines offenen Himmels können Dinge deutlicher wahrgenommen werden. In dieser himmlischen Sphäre kann jeder besser sehen und klarer denken.
Noch während er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabfuhr. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude!“ (Markus 1, 9-11)
Dies ist einer der beiden zentralen Verse, mit denen wir uns später in diesem Kapitel beschäftigen werden. Dass der Himmel sich öffnete, war eine Reaktion auf den Gehorsam Jesu, sich von Johannes im Wasser taufen zu lassen. Es war eine Taufe zur Buße. Es gab jedoch nichts, wofür Jesus Buße tun musste. Hier handelt er in seiner Funk-
tion als Fürsprecher, indem er sich mit uns und der für uns erforderlichen Taufe zur Buße identifizierte. Einige weitere Bibelstellen verdeutlichen, welche Klarheit mit einem offenen Himmel einhergeht:
Aber Stephanus war mit dem Heiligen Geist erfüllt und schaute ge spannt zum Himmel hinauf. Er sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus an Gottes rechter Seite stehen. „Ich sehe den Himmel offen“, sagte er, „und der Menschensohn steht an der rechten Seite Gottes“ (Apostelgeschichte 7, 55-56)
Dieser erstaunliche Bericht handelt von Stephanus, der für seinen Glauben zum Märtyrer wurde. Jesus, der „jetzt zur Rechten Gottes sitzt“ (1. Petr. 3,22; ZB) wird hier zur Rechten des Vaters stehend beschrieben. Jesus stand, um den ersten Märtyrer der Gemeinde zu ehren und willkommen zu heißen. Der entscheidende Punkt wird deutlicher: Ein offener Himmel ermöglicht eine umfassendere und deutlichere Wahrnehmung der ultimativen Realität. Wenn wir Jesus jedoch nicht auf dem Thron sehen und uns dieser Realität nicht bewusst sind, wird das stets dazu führen, dass wir uns minderer Realitäten stärker bewusst werden.
Kurz darauf bekam er (Petrus) Hunger und wollte essen. Während ihm etwas zubereitet wurde, hatte er eine Vision. Er sah den Himmel offen und etwas wie ein großes leinenes Tuch auf die Erde herabkommen. Es wurde an vier Zipfeln gehalten, und in ihm befanden sich alle möglichen Arten von Vierfüßlern, Kriechtieren und Vögeln. Eine Stimme sagte: „Los, Petrus, schlachte und iss!“ (Apostelgeschichte 10, 10-13 HFA)
Petrus hatte ein ungewöhnliches Erlebnis, das in diesem Abschnitt detailliert beschrieben wird. Der Himmel öffnete sich, sodass er sehen konnte, was er tun sollte. Er sollte etwas essen, was für ihn gemäß des jüdischen Gesetzes als unreine Speise galt. Die Erfahrung eines geöffneten Himmels ging weit über das hinaus, was wir als einen geistlichen Eindruck bezeichnen würden. Gott wird zuweilen unseren
Er fahrungshorizont erweitern, weil er weiß, dass wir dazu neigen, die Dinge, die er gesagt hat, zu vergessen oder sogar zu ignorieren. Diese Anweisung war weitaus mehr als ein Speisegebot. Petrus würde durch diese Erfahrung die nötige Einsicht für die dringend benötigte theologische Korrektur gewinnen, um die Heiden in der Gemeinde willkommen zu heißen.
O reiß doch den Himmel auf und komm zu uns herab, dass die Berge vor dir erbeben. (Jesaja 63, 19b)
Dies ist die zweite Bibelstelle, die als Ausgangspunkt für dieses Kapitel dienen wird. Dieser Ausruf war sowohl ein Gebet als auch eine Prophetie betreffs eines offenen Himmels. Wenn Gott den Himmel zerreißt, kommt er.
Gewaltakte Gottes
Es gibt viele Handlungen Gottes, die wir als gewaltsam ansehen könnten. Besonders im Alten Testament sind solche Dinge zu finden - von der Teilung des Roten Meeres bis zum Gericht über Sodom und Gomorra, bis zu den Blitzen und Donnern auf dem Berg, als Mose sich mit Gott traf. All dies und noch vieles mehr könnte man dieser Kategorie zuordnen. Es gibt jedoch einen biblischen Gewaltakt, der meines Erachtens alle anderen übertrifft. Es handelt sich um eine neutestamentliche Erfahrung bei der Wassertaufe von Jesus.
Betrachten wir nochmals die oben erwähnte Bibelstelle:
D amals kam auch Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich im Jordan von Johannes taufen. Noch während er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabfuhr. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude!“ (Markus 1, 9-11)
Die Hauptintention für das Schreiben dieses Kapitel findet sich in der Aussage „wie der Himmel sich öffnete“. Im Urtext bedeutet das Wort öffnen „zerreißen“ oder „zerteilen“. Es ist eine gewaltsame Handlung.
Dieses Wort, das verwendet wurde, um die Wassertaufe Jesu zu beschreiben, taucht erneut im Zusammenhang mit dem Tod Christi in Matthäus 27,51 auf und auch hier bekommen wir Aufschluss über dessen Bedeutung:
In diesem Augenblick riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde fing an zu beben, Felsen rissen auf und Grüfte öffneten sich.
Dies war in geistlicher Hinsicht ein äußerst einschneidender Moment, denn der Sohn Gottes war gerade gekreuzigt worden und das wirkte sich auf alles in Zeit und Ewigkeit aus. Der Vorhang im Tempel wurde von oben bis unten zerrissen - von Gottes Seite zu unserer. Er ist derjenige, der das zerstörte, was uns von ihm trennte (dies wurde durch das Blutopfer des Lammes Gottes bewirkt), und das wurde durch das Zerreißen des Vorhangs demonstriert.
Das zweite Wort, das in diesem Vers hervorgehoben wurde, ist das Wort zerbersten . Das Wort, das sowohl mit zerreißen als auch mit zerbersten übersetzt wurde, ist dasselbe Wort, das bei der Wassertaufe Jesus verwendet wird. Nur wird hier noch mehr ein gewaltsames Handeln verdeutlicht, denn neben dem Zerreißen des Vorhangs wurden auch große Felsbrocken einfach in zwei Teile zerspalten. Felsen! Sie wurden auseinandergerissen. Aufgrund der Bedeutung des verwendeten Wortes können wir erkennen, dass bei der Taufe Jesu nicht einfach nur die Wolken auseinander geschoben wurden, um den Himmel zu öffnen. Allein die Tatsache, dass es sich um einen Gewaltakt handelte, deutet darauf hin, dass es dort einen Widerstand oder eine bereits existierende Macht gab. Geistliche Finsternis musste
durchbrochen werden. Ich glaube, es handelte sich um dämonische Mächte, die daran arbeiteten, die Menschen in geistlicher Blindheit zu halten. Doch Jesus war und ist das Licht, das gekommen ist, um jeden in dieser Welt geborenen Menschen zu erleuchten (siehe Joh. 1, 9). Und bei seiner Wassertaufe wurden die Himmel geöffnet - aufgerissen! - und der Heilige Geist kam herab. Stell dir das einmal vor: Der wunderbare Heilige Geist kam durch den geöffneten Himmel herab und ruhte auf Jesus. Und er verließ ihn nie mehr.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei einem offenen Himmel um die Gegenwart Gottes geht. Es geht darum, unsichtbare Realitäten zu sehen, zu verstehen, wahrzunehmen und ihnen zu begegnen sowie an größeren Realitäten teilzuhaben und mit Gott zusammenzuarbeiten und zu sehen, wie die Fülle seiner Welt zu uns kommt und die unsere erfüllt.
Gott beantwortet Gebet
Der zweite von den bereits erwähnten Bibelversen, auf die ich besonders eingehen möchte, ist Jesaja 63, 19b:
„O reiß doch den Himmel auf und komm zu uns herab, dass die Berge vor dir erbeben; ...“
Wir sind es so sehr gewohnt, Prophetien zu lesen, die noch erfüllt werden müssen, dass wir nur allzu oft in Unkenntnis dessen leben, was bereits erfüllt worden ist. Diese erfüllten Verheißungen befähigen uns, unseren Auftrag zu erfüllen und unserer Bestimmung nachzukommen. Der eben genannte Vers ist für mich eine der wichtigsten Verheißungen, die man sich merken sollte.
In dem Bericht über die Wassertaufe Jesu in Markus 1 sehen wir, dass Gott die Prophetie erfüllt und gleichzeitig das Fürbittegebet Jesajas erhört: „O reiß doch den Himmel auf und komm zu uns herab...“.
Hier wird Wort für Wort beschrieben, was in diesem Moment geschah. Jesu Gehorsam bewirkte einen offenen Himmel, durch den der Geist Gottes herabkam und auf Jesus ruhte. Der Himmel wurde aufgerissen, und der Geist Gottes kam. Das war insofern ganz wesentlich, da es der Heilige Geist war, der Jesus befähigte, das zu sehen und zu tun, was der Vater tat. Der Geist Gottes war von zentraler Bedeutung für alles, was Jesus aufgetragen wurde zu tun.
Wir agieren basierend auf der Erkenntnis, dass es mindestens drei Dimensionen des Himmels gibt, die auch in der Bibel erwähnt werden. Ich erwähne diesen Punkt, weil es äußerst wichtig ist, sich vor Augen zu führen, dass die Mächte der Finsternis niemals die Dinge blockieren oder unterbrechen können, die Gott im Himmel, der Sphäre seiner ungestörten Herrschaft tut. Er ist zweifellos der Herr über alles, und doch hat er es zugelassen, dass der Einfluss des Menschen in dieser Welt eine Rolle spielt. Er hat das Sagen, aber er hat vorgesehen, nicht über unsere Entscheidungen zu bestimmen.
Der erste Himmel:
Der Bereich, in dem wir Tag für Tag leben. Er umfasst alles Irdische und was man mit den natürlichen Augen sehen kann.
Der zweite Himmel
Der Bereich der Engel und Dämonen. Er ist geistlich und für die natürlichen Augen unsichtbar, aber er ist nicht der Bereich des Himmels an sich.
Der dritte Himmel
Das ist der eigentliche Himmel, wo sich der Thron Gottes befindet. Alles in diesem Bereich ist vollkommen und wunderbar, steht es doch unter der Herrschaft Gottes. Gerechtigkeit, Frieden und Freude sind
die vorherrschenden Einflüsse, denn alles, was existiert, findet seine Identität und Erfüllung in Gottes Plan.
Ein offener Himmel macht das, was in der perfekten Welt Gottes existiert, in der Weise verfügbar, dass der Bereich des ersten Himmels ohne Störungen aus der Dimension des zweiten Himmels heraus beeinflusst und gestaltet werden kann.
Unvereinbare Realitäten
Der Heilige Geist, der in jedem Gläubigen wohnt, kam auf die gleiche Weise durch einen offenen Himmel, wie es bei Jesus geschah. Jakobus spricht über den Vater und dessen Herz für den Heiligen Geist:
Meint ihr denn, die Schrift redet umsonst? Gott wacht eifersüchtig über den Geist, den er in uns wohnen lässt. ( Jakobus 4, 5)
Betrachten wir also einmal die größere Realität: Der Heilige Geist kam durch einen geöffneten Himmel zu uns. Und der Vater selbst ist es, der sich nach der Gemeinschaft mit dem uns innewohnenden Geist sehnt. Meine Frage lautet: Welche Macht der Finsternis kann die Gemeinschaft des Vaters mit dem Geist blockieren? Gar keine. Wirklich keine. Das bedeutet, dass wir Christen unter einem offenen Himmel leben. Unser Problem besteht nicht darin, dass Gott etwas zusätzlich zu dem, was er bereits getan hat, für uns tun müsste. Unser Problem ist, dass wir in Unkenntnis dessen sind, was er schon für uns getan hat und nicht entsprechend der für uns erwirkten Resultate und unserer geistlichen Beschaffenheit leben.
Es gibt keinen Kampf zwischen Gott und Satan. Gott ist unbegrenzte Macht.
Wir leben in einer geistlichen Welt mit Licht und Finsternis, Gut und Böse sowie geistlichen Mächten der Bosheit, die darauf aus sind, das zu stören, was Gott sagt und tut. Eines möchte ich aber ganz deutlich sagen - es gibt keinen Kampf zwischen Gott und Satan. Gott ist unbegrenzte Macht. Der Teufel ist eine erschaffene Kreatur und er ist extrem begrenzt – besonders, wenn man ihn mit Gott selbst vergleicht. Die Vorstellung, die manche Leute von diesem angeblich großen Kampf zwischen Gott und Satan erzeugt haben, ist ein Witz. Ein sehr, sehr trauriger Witz. Es wäre noch nicht einmal ein Wettstreit. Der Kampf war zwischen dem Teufel und denen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden: den Menschen. Als wir durch die Sünde unser Recht und unsere Verantwortung aufgaben, wurde Jesus Mensch. Er besiegte den Teufel durch seinen Tod und seine Auferstehung an unserer statt ein für alle Mal. Sein Sieg wurde zu unserem Sieg. Folglich haben wir jetzt in seinem Namen das Recht und die Verantwortung, die Mächte der Finsternis zu zertreten und die Schönheit von Gottes ursprünglichem Plan zu demonstrieren: die Mächte der Finsternis durch jene zu besiegen, die nach Gottes Bild geschaffen sind.
Unser Problem besteht darin, dass wir dazu neigen, im Bewusstsein dessen zu leben, was der Teufel getan hat oder gerade tut, und dann darauf zu reagieren. Jesus hingegen lebte in dem Bewusstsein, stets auf den Vater zu reagieren. Er gab das Beispiel vor, dem wir folgen können und müssen. Zweitens ist es eine Tatsache, dass wir stets die Wesensart der Welt widerspiegeln, derer wir uns am meisten bewusst sind. Wenn unsere Welt geprägt ist von Chaos, Verwirrung, Sünde und Unglauben und wir diesen Dingen unsere Aufmerksamkeit widmen, wird man uns das ansehen. Leben wir hingegen im Bewusstsein eines offenen Himmels, zu dem Gott uns bereits Zugang gegeben hat, wird man uns die Wesensart dieser Welt ebenfalls ansehen. Ich glaube, dass das
Gebet um die Gunst, dass Gott sein Angesicht über uns leuchten lässt, eigentlich ein Gebet dafür ist, sich seiner Welt mehr als jeder anderen bewusst zu werden. (Siehe Ps. 67, 2 und 4. Mo. 6, 24-26). Das ist das gesegnete Leben eines Christen.
Wer wartet auf wen?
Wir warten oftmals darauf, dass Gott handelt, obwohl es tatsächlich so ist, dass er darauf wartet, dass wir seinem Wort glauben und vollständig in dem leben, was er für uns bereitgestellt hat. Er wartet darauf, dass wir im Glauben auf das hin handeln, was er bewirkt und verheißen hat. Vielleicht ist das der Grund, weshalb er uns anweist, beständig das zu suchen, „was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!“ (Kol. 3, 1). Wenn unser Sinn auf das gerichtet ist, was droben ist, bezeugt er einen offenen Himmel. Es geschieht das, was Stephanus erlebte, als er den Himmel geöffnet sah - diese Erfahrung war geprägt von der Person Jesus Christus und dem Thron Gottes. (Siehe Apg. 7,55-56). Es wird uns befohlen, unseren Sinn auf diese übergeordnete Realität auszurichten, denn nur so sind wir in der Lage, das zu sehen, worauf wir unsere Augen im Gehorsam Gott gegenüber fokussiert haben. Wenn wir uns des offenen Himmels nicht bewusst sind, werden wir auf eine Weise leben, die nicht in vollem Umfang seinem Design und Plan für unser Leben entspricht.
Wir warten oftmals darauf, dass Gott handelt, obwohl es tatsächlich so ist, dass er darauf wartet, dass wir seinem Wort glauben und vollständig in dem leben, was er für uns bereitgestellt hat.
Erweckung und ein offener Himmel
Der Pfingsttag war für die Versammelten ein Tag, an dem sie einen offenen Himmel erlebten. Ihre geistliche Berauschtheit verwundert niemanden, der Gottes überwältigende Gegenwart erlebt hat. Sie ist wirklich berauschend. Ich erinnere daran, dass Paulus uns lehrte: „Berauscht euch nicht mit Wein - das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen!“ (Eph. 5, 18; EU). Dieser Vergleich mag für manche anstößig sein, ist aber für jene durchaus nachvollziehbar, die von seiner offenkundigen Gegenwart überwältigt wurden.
Wann immer der Heilige Geist auf Menschen ausgegossen wird, ist das die Initialzündung für eine Erweckung. Er ist Träger des Reiches des Himmels und er selbst ist der Ausdruck jener Welt hier auf Erden. Dieser Moment der Ausgießung ist es, der uns in unsere gottgegebene Bestimmung hinein entflammt und uns mit einem Brennen vertraut macht, das nur in der Gegenwart Gottes zu finden ist.
Wann immer der Heilige Geist auf Menschen ausgegossen wird, ist das die Initialzündung für eine Erweckung.
Erweckung ist der beste und herrlichste Zustand der Gemeinde auf dieser Seite des Himmels.1
Diese Aussage beschreibt wirklich den ultimativen Lebensstil für die Gemeinde hier auf der Erde. Bei einer Erweckung wird die Realität des Himmels durch die Gegenwart Gottes offenbart. Wenn sich die Dimension des Himmels in einer Erweckung offenbart, wird diese Realität im Hier und Jetzt bekannt gemacht.
Die Ewigkeit im Hier und Jetzt
Wir wurden für den Himmel geboren. Die Realität der Herrschaft Gottes ist die wunderbarste Entdeckung, die wir machen können, denn alles wird mit der Entdeckung des Herrschers für uns real. Mit anderen Worten: Wenn wir mit Gottes manifestierter Gegenwart in Berührung kommen, ändert sich alles. Das ist die Erfahrung derer, die unter einem offenen Himmel leben, denn dann dreht sich alles um ihn. Dann wird Erweckung zu einem Lebensstil.
Bei einer Erweckung offenbart Gott sich den Menschen in Ehrfurcht gebietender Heiligkeit und unwiderstehlicher Kraft.
- Arthur Wallis
Als ich mich für Jesus entschied, geschah dies weder halbherzig noch habe ich diese Entscheidung an Bedingungen geknüpft. Ich mag den Autoaufkleber aus den 1970er Jahren nicht „Probier’s mal mit Jesus.
Mein Freund Winkie Pratney, der großartige Lehrer aus Neuseeland, würde uns sagen: „Jesus wird nicht auf die Probe gestellt. Wir aber schon.“ Meine Entscheidung für Jesus bedeutete ein komplettes Aufgeben meiner Ziele, Ambitionen, Besitztümer und Rechte. Alles nur, um ihm nachzufolgen. Es war weder eine leichtfertige noch eine oberflächliche Entscheidung. Heute kann ich sehen, dass er mir für diesen Moment Gnade schenkte, weil sein bedingungsloses Ja zu mir zu einem bedingungslosen Ja zu ihm führte.
Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her, seit ich dieses furchterregende Gebet gebetet habe: „Gott, du kannst alles haben.“ Ich bin zwar in der Gemeinde und mit einem Bewusstsein für Gott und seiner Liebe für mich groß geworden, aber was Gott jetzt von mir wünschte, unterschied sich von dem, was ich gewohnt war. Ich wusste, dass es das Richtige war und dass es nie wieder neu verhandelt werden würde. Diese Reise war erfüllender und lohnender als ich es je für möglich gehalten hätte. Sie war aber auch auf eine Weise kostspielig, wie es mir nie in den Sinn gekommen wäre. Meine Entscheidung, alles zu geben und alles zu tun, habe ich jedoch schon vor langer Zeit für den Einen getroffen, der alles für mich hingegeben hat.
Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass der Preis, den wir zahlen, niemals größer ist als der Segen, den wir empfangen. So funktioniert das Reich Gottes nicht. Es wäre töricht, ein Getreidekorn zu pflanzen und als Ernte nur ein einziges Korn zu erwarten. Selbst die Gesetze der Natur lassen diese Denkweise nicht zu. Deshalb versuche ich in dem Bewusstsein zu leben, dass jeder Verlust vorübergehend und jeder Segen ewig ist.
Der Preis, den wir zahlen, ist niemals größer als der Segen, den wir empfangen.
Was ich gesehen habe
Ich muss zugeben, dass ich mehr gesehen habe, als ich jemals gedacht hätte. Nichts davon habe ich mir verdient. Und selbst wenn der Herr auf großen Glauben meinerseits reagierte, war dieser Glaube seine Gabe an mich. Alles beruht auf seiner Gnade. Gleichwohl habe ich auch gesehen, was uns in Christus zur Verfügung steht und ich habe das Gefühl, gerade erst am Anfang zu stehen. Ich bin von Gott aus einem ganz bestimmten Grund ergriffen worden: Für Erweckung - die eine außergewöhnliche Bewegung des Heiligen Geistes ist. Ich reagiere darauf, indem ich diese Bestimmung in dem Glauben, der durch Hingabe kommt, ergreife.
Die Einladung in die Bethel-Gemeinde Im Dezember 1995 wurde ich eingeladen, um in der Bethel-Gemeinde zu sprechen - dem Ort, wo Beni und ich seit fünfundzwanzig Jahren sind. Das ist die Gemeindefamilie, die uns siebzehn Jahre zuvor ausgesandt hatte, um den Menschen der Mountain Chapel in Weaverville, Kalifornien, als Pastor zu dienen. Bethel war unsere Muttergemeinde. Die Leiter der Bethel-Gemeinde besuchten die Mountain Chapel und konnten das Wirken Gottes sehen, das wir gerade erlebten. Da ihr Pastor sie gerade verlassen hatte, baten sie mich zurückzukommen und seinen Platz einzunehmen. Ich besuchte die Gemeinde an einem Sonntagvormittag im Dezember, um dort zu sprechen, damit die Leute sehen konnten, was sie bekommen würden, wenn man mich holen würde. In meiner Predigt sagte ich ihnen: „Ich wurde für Erweckung
open heavens geboren und das ist nicht verhandelbar. Erweckungen sind ziemlich ungemütlich. Wenn ihr das nicht wollt, wollt ihr auch mich nicht.“ Die positive Reaktion war überwältigend. Die Menschen waren hungrig und hofften in der nächsten Phase eine große Bewegung Gottes zu erleben.
Mein Hinweis, dass Erweckung nicht verhandelbar sei, war nicht so plump, wie es in gedruckter Form wirken mag. Es handelte sich aber auch nicht um eine hochtrabende Aussage, mit der ich irgendjemanden davon überzeugen wollte, dass ich der richtige Mann sei. Wir erlebten eine erstaunliche Bewegung Gottes in Weaverville und ich fühlte mich geehrt, dort zu sein, wo Gott zum Zuge kam. Eine größere Gemeinde zu übernehmen war mir nicht wichtig, und ich betrachtete es auch nicht unbedingt als eine Beförderung. Alles, was ich wollte, war Teil von etwas zu sein, für das niemand die Lorbeeren ernten konnte. Erwähnter Hinweis war eine ehrliche Aussage aus dem Bauch heraus und gleichzeitig eine Warnung vor den bevorstehenden Herausforderungen, wenn diese Gemeinde sich für mich entscheiden würde. Ich wusste, dass es für uns alle ein teures Unterfangen sein würde, wenn Gott sich auf unerwartete Art und Weise zeigte.
Erweckung ist eine fortwährende Hingabe an den Heiligen Geist. Dafür lebe ich. Meine lebenslange Reise besteht darin, Gottes Wege zu lernen und mein Leben entsprechend auszurichten.
Erweckung ist eine fortwährende Hingabe an den Heiligen Geist. Dafür lebe ich.
Ergebenheit ist ein ganz wesentlicher Faktor für großen Glauben. Großer Glaube ist jedoch alles andere als passiv. Durch Passivität