Reise
in die
Herrlichkeit
Reise
in die
Herrlichkeit
Georg Karl
Empfehlungen
E
ndlich! ist man versucht zu sagen. Schon lange wetterleuchtet die Glory-Theologie in unseren Breitengraden. Nun legt Pastor Georg Karl als Deutscher eine umfassende, systematische Aufarbeitung derselben vor. Ohne Schnellschüsse oder Einseitigkeiten entfaltet der Autor biblisch fundiert eine Gesamtschau von dem uns ursprünglich zugedachten Lebensraum von Gottes Herrlichkeit. Ein-leuchtend, mitreißend und befreiend! Wunder und Manifestationen sind nicht mehr länger Schlagzeilen, sondern Bestandteil einer umfassenden Wahrheit, die den ganzen weltweiten Leib Jesu einschließt. Dieses Buch schreibt buchstäblich die Reformation weiter. Als reformierter Theologe kann ich es nur von ganzem Herzen empfehlen. Geri Keller, reformierter Pfarrer und Gründer der Stiftung Schleife/Schweiz
Georg und Irina Karl sind Pioniere an vorderster Front, wenn es darum geht, das Reich Gottes in Deutschland, Europa und weltweit auszubreiten, wobei ihnen Heilungen,
Zeichen und Wunder und Machttaten Gottes folgen. Sie gehören zu den Dienern Gottes mit der größten Fähigkeit zu lieben, die wir je getroffen haben, sowie einer hohen Integrität, und wir sehen es als ein Vorrecht an, sie zu unseren Freunden zählen zu dürfen. David & Stephanie Herzog, Internationale Evangelisten und Konferenzsprecher, Buchautoren und Gastgeber der Fernsehsendung „The Glory Zone“
„Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur anderen von dem Herrn, der der Geist ist.“(2.Kor 3:18) Georg und Irina Karl sind zwei Nachfolger Jesu, die wirklich das Wort Gottes glauben, ernst nehmen und darin wandeln und erleben, dass Gott hält was ER verheisst. Ihr gesegneter Dienst ist eine Wohltat im Reich Gottes und eine Freude für den Herrn und seine Kinder auf Erden. Möge ihr Dienst noch ganz großes Wohlwollen bei Gott und den Menschen finden und den Kindern Gottes die Augen des Herzen öffnen für die Weite, Breite, Höhe und Tiefe der Liebe Gottes. Dieses Buch wird allen Lesern die Augen für das wahre Herz Gottes und Seine Herrlichkeit öffnen, die der Vater jedem seiner Kinder so gerne offenbaren möchte. Maria L. Prean, Leiterin von „Vision for Africa“ (Uganda), Mitgründerin des Missionswerkes „Leben in Jesus Christus“ (Österreich) sowie Konferenzsprecherin und mehrfache Buchautorin
„Reise in die Herrlichkeit“ ist die wahre Geschichte der Reise eines Menschen in ein ständig wachsendes Leben des Glaubens - und in die Liebe und Herrlichkeit Gottes hinein. Die Reise hat gerade erst begonnen, und sicherlich wird ein weiteres Buch folgen! Die klare Überzeugung des Autors ist es, dass der Gott der Herrlichkeit sich aktiv danach ausstreckt, sich heute den Menschen zu offenbaren, und zwar in der Fülle all‘ Seiner Eigenschaften - besonders aber Seiner Liebe, Seiner Kraft und Seiner Herrlichkeit. Er ist ein Gott, der uns einlädt, Ihn zu suchen und der sich dann von uns finden lässt! Das biblische Fundament dieser Reise ist in diesem Buch auf wundervolle Weise gelegt worden. Georg Karl ist ein Mann mit einem starken biblischen Fundament und Jesus Christus als dem Zentrum seiner Theologie. Dieses Buch wird Dich hungrig danach machen, mehr vom Gott der Herrlichkeit zu erkennen und zu erleben! Pamela Giehl, prophetische Lehrerin im Reisedienst, Schorndorf
Das Werk von Georg Karl ist eine konkrete und umsetzbare Antwort auf die Sehnsucht vieler Christen nach tiefgreifender Veränderung. Viele werden sich im Reisebericht von Georg wiederfinden und sich anstecken lassen, zu bewussten Trägern von Gottes Gegenwart zu werden.“ Andreas Keller, Leiter der Stiftung Schleife, Winterthur
Widmung Ich widme dieses Buch meiner Mutter Helga Karl, die bereits für immer in der Herrlichkeit ist. Durch sie habe ich schon als kleines Kind das erste Mal von Gott als meinem Vater gehört. Der Kampf um ihr Leben hat viele Jahre später einen wesentlichen Anstoß gegeben, der zur Ausgießung einer neuen Dimension der Herrlichkeit und Wunderkraft Gottes führte, auch wenn dieser eine Kampf letztlich verlorenging.
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ Johannes 12:24
Reise in die Herrlichkeit von Georg Karl Š 2015 Grain-Press,Verlag GmbH Marienburger Str. 3 71665 Vaihingen/Enz eMail: verlag@grain-press.de Internet: www.grain-press.de Satz: Grain-Press Cover: Grain-Press, Druck: CPI Germany 25917 Leck
Bibelzitate sind, falls nicht anders angegeben, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung @1985 und 1992 Brockhaus Verlag Wuppertal, entnommen. Die Bibelzitate wurden der Deutschen Rechtschreibreform angepasst. ISBN Nr. 978-3-944794-358
Best. Nr. 3598435
Inhaltsverzeichnis Einleitung.................................................................... 15 Abschnitt I Meine persönliche Reise in die Herrlichkeit............................21 1. Der Beginn der Reise.....................................................23 2. Entscheidende Begegnungen...........................................31 3. Weitere Wegweiser auf der Reise.....................................39 4. Der Weg wird klarer........................................................47 5. Die Herrlichkeit manifestiert sich....................................53
Abschnitt II. Wesen und Bedeutung der Herrlichkeit...................................59 6. Kabod und Doxa.............................................................61 7. Der ursprüngliche Lebensraum der Herrlichkeit..............65 8. Der Verlust der Herrlichkeit und das Zeitalter des Alten Bundes..................................................69 9. Das volle Evangelium......................................................77 10. Die Folgen des vollen Evangeliums für uns....................89 11. Eine neue Schöpfung.................................................. 103 12. Identifikation mit dem verherrlichten Christus und Herrschaft im Geist...................................... 117 13. Aus der Herrlichkeit in die Ernte!................................ 135
Abschnitt III. Deine Reise in die Herrlichkeit........................................... 143 14. „Schon jetzt“ und „noch nicht“................................ 145 15. Glaube und Hunger................................................. 151 16. Kreuz und Herrlichkeit............................................ 155 17. In die Herrlichkeit „hineinfallen“............................. 161 18. Die Herrlichkeit Gottes zur Priorität Deines Lebens machen................................................... 167
Abschnitt IV. Die wahrnehmbaren und spürbaren Auswirkungen des Lebens in der Herrlichkeit ............................................ 171 19. Aufatmen in der Herrlichkeit................................... 173 20 Äußere und innere Umwandlung durch die Herrlichkeit Gottes......................................................... 185 21. Zeichen und Wunder............................................... 217 22. Die Herrlichkeit Gottes und die Dimension der Zeit........................................................ 277
Abschnitt V. Eine Armee erhebt sich........................................................ 301 23. Der Geist der Sohnschaft und die Armee des Herrn............................................................ 303 24. Autorität und Herrlichkeit........................................ 317 25. Ein Wort der Weisheit............................................... 335 26. Zum Schluss............................................................. 353
Einleitung „Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, wie die Wasser die Meere bedecken.“ (Habakuk 2:14) Diese Prophetie Habakuks ist im Begriff, sich zu erfüllen! Während die Finsternis und Verwirrung in der Welt immer mehr zunimmt, schickt Gott sich an, dieser Finsternis mit einer ultimativen Heimsuchung Seiner Liebe und Seiner Herrlichkeit zu begegnen, wie sie die Welt und auch die Kirche noch nicht gesehen hat! In Jesaja 6:3 proklamierten die Seraphim: „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit!“ und mehr als hundert Jahre später prophezeit Habakuk ein Sichtbarwerden dieser Herrlichkeit auf der ganzen Erde am Ende der Endzeit. Es geht also um eine Manifestation, die dazu führt, dass überall auf der Welt die „Herrlichkeit Gottes“ nicht mehr länger nur ein theologischer Begriff ist, sondern eine lebendige Realität, die von den Menschen, ja sogar von der ganzen Schöpfung „erkannt“ wird. Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, wie die Wasser die Meere bedecken. (Habakuk 2:14) 15
Reise in die
Herrlichkeit
„Erkennen“ ist im biblischen Sprachgebrauch viel mehr als nur ein von weitem „sehen“, ein in der Ferne ausmachen und identifizieren- es hat noch nicht einmal primär etwas mit den physischen Augen zu tun! „Erkennen“ spricht vielmehr von einer tiefen inneren Herzenserkenntnis - einer geistlichen Wahrnehmung, einem persönlichen Erfahren und Erleben und einem sich tief in das Innerste des menschlichen Geistes einbrennenden „Eindruck“, der, hat er sich erst einmal festgesetzt, uns nie mehr loslässt, sondern uns in alle Ewigkeit in seinen Bann schlägt! Habakuk spricht also primär von geistlichen Sinnen, die sich öffnen, von wahrnehmenden Augen und Ohren des Herzens (Epheser 1:18). Doch wird Gott in Seiner unendlichen Liebe diese geistlichen Sinne auch durch äußerlich sicht- und nachvollziehbare Manifestationen öffnen. Er weiß: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr nicht glauben (Johannes 4:48)! Das Gebet von Paulus in Epheser 1:17-19 beginnt sich derzeit weltweit mehr und mehr zu erfüllen: Dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, Euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wißt,was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke! Eine ganz neue Bewegung Gottes und Seines Geistes erhebt sich am geistlichen Horizont, und Seine Herrlichkeit beginnt sich in einer völlig neuen Art und Weise, begleitet von den ungewöhnlichsten Zeichen und Wundern und 16
Einleitung
Machttaten, zu manifestieren wie nie zuvor - wahrnehmbar, tastbar und nachvollziehbar! Ich glaube: Wenn der Leib Christi jetzt in dieser Zeit ergreift, was Gott ihm anbietet, dann haben wir die besten Chancen, tatsächlich die letzte Generation von Christen hier auf der Erde vor der Wiederkunft von Jesus zu sein, den „freilich der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat“ (Apostelgeschichte 3:21). Gott hat begonnen, weltweit in einer gewaltigen Weise zu wirken. Überall stehen Vorreiter und Pioniere dieser Herrlichkeits - Bewegung Gottes auf, ganze Gemeinden, Zentren und Dienste werden zu hoch aufragenden Leuchttürmen Seiner sich manifestierenden Herrlichkeit hier auf Erden und das auch im deutschsprachigen Raum! Gerade letzteres mag für manche deutschsprachigen Leser eine durchaus ungewohnte Feststellung sein, waren wir es doch hier bei uns lange gewohnt, immer vor allem vom mächtigen Wirken Gottes in anderen Ländern zu hören und uns mehr oder weniger eifrig von weither inspirieren zu lassen, während wir unsere eigenen Nationen eher für „geistliches Entwicklungsland“ gehalten haben. Doch diese Wahrnehmung ist nur sehr begrenzt und immer weniger richtig… Auch hier im deutschsprachigen Raum stehen immer mehr Söhne und Töchter Gottes in Christus auf. Sie lassen sich vom Heiligen Geist zurüsten und in die Tiefen des Herzens Gottes führen. Sie ergreifen das aktuelle prophetische Reden Gottes und beginnen, die Herrlichkeit Gottes 17
Reise in die
Herrlichkeit
persönlich zu erleben und manifestiert zu sehen - begleitet von Zeichen und Wundern aller Art, die dem, was wir bisher vor allem aus anderen Ländern gehört haben, in nichts mehr nachstehen! Das zu bezeugen, ist ein Teil des Zweckes dieses Buches. Der Leib Christi ist eine globale Körperschaft, die über alle nationalen, kulturellen und generationellen Grenzen hinweg ausgreift, und so ist es nur folgerichtig, dass in Zeiten weltweiter medialer Vernetzung und daraus folgender wirtschaftlicher und politischer Globalisierung auch das Wirken Gottes in und durch Seinen Leib längst nicht mehr isoliert in Bezug auf eine Nation oder einen Kulturkreis betrachtet werden kann. Gerade als Leib Christi in Deutschland brauchen wir vielmehr diese weltweite Perspektive, die uns den Anschluss gibt an das globale Wirken Gottes in Seinem Leib. Und die uns zu einem Teil dessen macht, was Gott in dieser Zeit weltweit tut - denn: wenn etwas auf dieser Welt „globalisiert“, dann ist es Seine Herrlichkeit! Gleichzeitig sollten wir aber auch nicht länger die Augen davor verschließen vor dem, was Gott in unserer Mitte bereits tut! Ich schreibe dieses Buch also als ein Deutscher „dem Natürlichen nach“, der sich jedoch gleichzeitig als ein „Himmelsbürger“ und Glied des weltweiten Leibes Christi sieht. Und zwar insbesondere des sich jetzt in dieser Zeit in Herrlichkeit erhebenden Leibes, der den prophetischen Ruf Gottes für diese Zeit hört und sich die Sichtbarmachung und Sichtbarwerdung Seiner Verheißung zum Ziel gesetzt hat: 18
Einleitung
Dein Reich komme, Deine Wille geschehen, wie im Himmel so auf Erden! (Matthäus 6:10) Jetzt ist die Zeit! Die Sternstunde des Leibes Christi, Seiner offenbar werdenden Söhne und Töchter (Römer 8:19) ist da - die „Generation der Herrlichkeit“ steht auf! Und so möchte ich in keiner anderen Zeit leben als in eben dieser jetzigen…
19
II. Wesen der
und
Bedeutung
Herrlichkeit
6 Kabod
und
Doxa
E
s gibt ganz unterschiedliche Vorstellungen, die Menschen mit dem Wort „Herrlichkeit“ verbinden. Hinter dem Ausruf „Ist das herrlich!“ z.B. steht eine Vorstellung von „Herrlichkeit“, die vor allem ein extrem gutes Gefühl beschreibt, eine perfekte Atmosphäre oder eine Umgebung, in der einfach alles passt. Und das ist auch gar nicht so verkehrt… Nur dass die Herrlichkeit, von der die Bibel spricht, immer in unmittelbarem Bezug zu Gott steht! Letztlich ist sie die Essenz, das Wesen, die Substanz von allem, was Gott ist und ausmacht - sein ganzes „Gewicht“ (Hebräisch „Kabod“ =Gewicht). Gott ist eine Person von so ungeheurem „Gewicht“, dass Er nicht einfach auf eine äußerlich fassbare Form zu beschränken ist - wie z.B. ein menschlicher Körper.Vielmehr hat Er ein so beherrschendes und alles „einnehmendes“ Wesen und ist ständig von einer so gewaltigen Macht-Ausstrahlung und Energie-Abstrahlung begleitet, dass die menschliche Sprache Seine Umgebung und Seinen Auftritt letztlich nur noch mit diesem einen Wort zu beschreiben versuchen kann: HERRLICHKEIT! 61
Reise in die
Herrlichkeit
Gottes Herrlichkeit ist nicht zu trennen von Seiner Person und umgekehrt ist Seine Person nicht zu trennen von Seiner Herrlichkeit. Wo Gott wirklich persönlich in Manifestation anwesend ist, da ist auch Seine Herrlichkeit anwesend! Hinter dem „Gewicht“, der Abstrahlung, der „Wolke“ - oder wie auch immer Du es bezeichnen möchtest, steht immer die Person! Ein (natürlich schwacher) Vergleich sind z.B. Menschen, die, aus welchem Grund auch immer, eine besondere Ausstrahlung entfalten. Dies kann durch die Machtposition geschehen, die sie in der Welt innehaben, es kann durch ein bestimmtes „Charisma“ sein oder auch durch unterschiedliche Formen der „Geistlichkeit“. Die mit Abstand stärkste Ausstrahlung (und hier ist auch der Begriff „Herrlichkeit“ durchaus berechtigt!) sollte bei den Söhnen und Töchtern Gottes zu finden sein, die jetzt in Christus offenbar werden (Römer 8:19.21; 1.Korinther 2:7; Hebräer 2:10 etc.) - denn aus ihnen strahlt die echte und reine Herrlichkeit Gottes, das ganze Gewicht (Kabod) Seines Sohnes Jesus Christus hervor! Das griechische Wort „Doxa“ für Herrlichkeit, das das Neue Testament verwendet, fächert dann den Bedeutungsreichtum des Wortes noch ein gutes Stück weiter auf: Es heißt soviel wie die Majestät, Exzellenz, Schönheit, Stärke, Größe, Macht, Ehre, Reichtum, Fülle, Würde und Königlichkeit einer Person! Biblisch gesehen beschreibt all‘ das die Person Gottes, Sein Wesen wie auch Sein Sein - ebenso wie das Wesen Seines auferstandenen Sohnes Jesus zu Seiner Rechten (vgl. z.B. 62
Kabod und Doxa
Johannes 1:14 …und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Einzigartigen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit)! Wo immer Gott anwesend ist und im Glauben wahrgenommen wird, da manifestiert sich diese „Doxa“! Die Herrlichkeit Gottes ist die Ihn als Person umgebende „Ausstrahlung“, die zugleich vollkommener Ausdruck Seines Wesens ist!
Wenn sich die Herrlichkeit Gottes - Er selbst - in Dir und um Dich herum manifestiert, wird Dein Geist also z.B. durchdrungen von einem tiefen Empfinden der Majestät und Königlichkeit Gottes. Du empfängst eine überwältigende Offenbarung Seiner Größe, Stärke und Macht, oder Dein Herz genießt einfach Seine Exzellenz und Schönheit! All‘ das sind wahrnehmbare Begleiterscheinungen der Manifestation der „Doxa Gottes“ in unserer Mitte! Gott sehnt sich danach, uns Seine Herrlichkeit und damit Sich Selbst immer mehr und immer stärker zu offenbaren. Lass mich Dir deshalb nun vor diesem Hintergrund einige grundsätzliche Offenbarungen aus dem Wort in Bezug auf die Bedeutung der „Herrlichkeit“ im Plan Gottes für diese Menschheit zeigen. Es ist sehr wichtig zu sehen, dass das in den folgenden Kapiteln Dargebotene nicht einfach Verstandes-Erkenntnisse sind. Es handelt sich vielmehr um Offenbarungs-Erkenntnis, die Du mit deinem Geist erfassen musst. Indem du die Offenbarung auf dieser Ebene jenseits desVerstandes aufnimmst, wird sie die explosive Kraft entfalten, die in ihr enthalten ist!
63
7 Der ursprüngliche Lebensraum der Herrlichkeit
G
rundsätzlich lehrt uns die Bibel, dass Gott, und damit auch Sein Sohn Jesus Christus, überall ist - Gott ist „omnipräsent“! Deshalb ist auch die ganze Erde (und dazu das gesamte Universum - und wenn es sie gibt, auch alle „Parallel-Universen“!) - „erfüllt mit Seiner Herrlichkeit“ (Jesaja 6:3). Seit dem Sündenfall hat die Menschheit und mit ihr auch die gesamte restliche Schöpfung jedoch ein geistliches „Problem“: In Eden, dem ursprünglichen Aufenthaltsort des Menschen, gab es keinerlei Trennung zwischen Gott und Seiner Schöpfung. Alles Geschaffene wie auch die Atmosphäre war völlig durchdrungen von Seinem Wesen und damit von Seiner Herrlichkeit.
65
Reise in die
Herrlichkeit
Der „Himmel“, also der unsichtbare und nicht-materielle Wohnort Gottes, war frei zugänglich von der Erde aus, dem Wohnort der geschaffenen Wesen. Ja, das Himmlische manifestierte sich sogar wie selbstverständlich neben dem Irdischen: Neben natürlichen Bäumen finden sich in der Beschreibung des Garten Edens (1.Mose 2:8-14) auch zwei völlig übernatürliche/himmlische Bäume: Der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (V.9). Ebenso lesen wir von vier Flüssen, von denen zwei völlig irdische Flüsse sind (der Euphrat und der Tigris), während zwei andere auf der uns bekannten Erde nie existiert haben (der Pischon und der Gihon) (V.11-14). Himmlisches und Irdisches existierten also in Eden unmittelbar nebeneinander und durchdrangen sich gegenseitig! Und dabei war sowohl Himmlisches als auch Irdisches vollkommen eingehüllt von der allgegenwärtigen Präsenz der Person Gottes - also Seiner Herrlichkeit! Man könnte auch sagen: Die „Luft“, die der Mensch atmete, war einerseits sicherlich die natürliche Luft, wie wir sie heute kennen - aber diese natürliche Luft war zugleich völlig vermischt und verwoben mit der himmlischen Herrlichkeits-„Luft“ Gottes, die alles in Eden erfüllte! Diese „Luft“ ermöglichte es dem Menschen wie auch allen anderen Geschöpfen, ohne Krankheit, Schwäche, Alterung, Verfall und Tod zu leben - sie hielt sie in ständiger Lebensverbindung zu ihrem allmächtigen und ewig-lebenden Schöpfer!
66
Der ursprüngliche Lebensraum der Herrlichkeit
Erst diese Luft machte Eden zu Eden, was wörtlich soviel bedeutet wie „beständiger Genuss“ und „dauerhafte Freude“! Speziell für den Menschen, der von Gott als Sein Ebenbild, also als ein geistliches Wesen geschaffen worden ist, war (und ist!) diese Herrlichkeits-Atmosphäre von entscheidender Bedeutung. Man könnte auch sagen: Was für einen Fisch das Wasser ist, für einen Maulwurf das Erdreich und für einen Vogel die natürliche Luft, das ist für den Menschen gemäß der Schöpfungsordnung die Herrlichkeit Gottes! Nur in diesem Lebensraum kann der Mensch wirklich Seine göttliche Bestimmung erfüllen und zu dem aufblühen, wozu Gott ihn vor Grundlegung der Welt gedacht hat! In Eden lebte der Mensch in diesem perfekten Lebensraum - vollkommen beschützt und bewahrt vor jeglichen anderen, widergöttlichen und damit der Schöpfung entgegen stehenden Einflüssen von außen. Der Mensch war sozusagen umgeben von einer „Blase“ der Herrlichkeit, mit der Gott in Seiner Liebe die gesamte Schöpfung eingehüllt hatte! Und gleichzeitig stand diese „Herrlichkeitsblase“ und damit der Mensch in ständiger Verbindung „nach oben“, d.h. zu Gott und zu allem, was Ihn ausmacht. Das Leben des Menschen vollzog sich somit in der Herrlichkeit, aus der Herrlichkeit und auf die Herrlichkeit hin. Die Gemeinschaft des Menschen mit seinem Schöpfer und dessen „Herrlichkeit“ war somit vollkommen ungetrübt. Eden war wirklich ganz und gar „der Himmel auf Erden“! 67
Reise in die
Herrlichkeit
ZUSAMMENFASSUNG: • In Eden bildeten himmlischer und irdischer Bereich eine Einheit. • Alle Bereiche der Schöpfung waren dabei eingehüllt von der Herrlichkeit Gottes. • Der Mensch atmete permanent nicht nur natürliche Luft sondern auch die „Luft“ der Herrlichkeit Gottes ein. Das hielt ihn in einem dauerhaften Zustand der Vollkommenheit.
68
8 Der Verlust
der
Herrlichkeit und das Zeitalter des Alten Bundes
A
ls Adam im Garten Eden seine Autorität, die Gott ihm über Seine Schöpfung gegeben hatte, willentlich dem Teufel überließ, indem er sich ihm unterordnete (1.Mose 3:1-7), musste Gott eine Trennung schaffen zwischen dem ab diesem Zeitpunkt gefallenen Menschen auf der einen Seite und Gottes Herrlichkeit auf der anderen Seite - aus Schutz für den Menschen, damit dieser nicht in alle Ewigkeit als gefallene Kreatur leben müsste (siehe 1.Mose 3:22-245)!
5 Und Gott der Herr, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch noch von dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! Und Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, den Erdboden zu bebauen, von dem er genommen war. Und er trieb den Menschen aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes; den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
69
Reise in die
Herrlichkeit
Mit der Vertreibung des Menschen strafte Gott den Menschen entgegen der landläufigen Meinung also nicht in erster Linie, sondern Er schützte ihn! Diese Vertreibung hatte einen „Vorhang“ zur Folge, der den Menschen von der „Herrlichkeits-Luft“ von Eden nachhaltig trennte - und der zugleich Himmlisches und Irdisches vollständig „auseinanderdividierte“! Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben (in Adam) gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes (Römer 3:23) - dafür sorgten die Cherubim, die Gott vor den Eingang von Eden platzierte! An der in Jesaja 6:3 beschriebenen Tatsache, dass die ganze Schöpfung eigentlich erfüllt und durchdrungen ist mit der Herrlichkeit Gottes, ändert sich durch diesen Sachverhalt allerdings nichts. Seit dem Sündenfall gibt es auf Seiten der unerlösten Schöpfung lediglich diesen für die natürlichen Sinne unsichtbaren „geistlichen Vorhang“, der Irdisches und Himmlisches voneinander trennt und der somit von der Wahrnehmung der Herrlichkeit und damit von einem Leben in der ursprünglichen „Herrlichkeits-Blase“ trennt! Die Folgen dieser Trennung des Menschen vom Leben in der „Herrlichkeitsblase“ waren absolut dramatisch, und zwar je weiter sich der Mensch von Eden entfernte umso mehr: Schritt für Schritt hielten Alterung und Tod Einzug (daran abzulesen, dass das Lebensalter der Menschen in den Generationen ab Adam immer weiter abnahm). 6 6 Könnte es umgekehrt vielleicht sein, dass der sprunghafte Anstieg der menschlichen Lebenserwartung in den letzten 150 Jahren ursächlich damit zusammenhängt, dass Gott sich mehr und mehr daran macht, durch die Söhne und Töchter Gottes Seine Herrlichkeit wieder in Fülle auf dieser Erde zu manifes-
70