Seher Der
Seher Der
DIE PROPHETISCHE KRAFT VON VISIONEN, TRÄUMEN UND EINEM OFFENEN HIMMEL
Von Jim W.Goll
EMPFEHLUNGEN Jim Goll hat den Leib Christi mit einem tiefer gehenden Verständnis der prophetischen Stimme Gottes gesegnet. Sein biblischer Einblick und persönliche Erfahrung hilft uns sehr, den einzigartigen Dienst des Propheten und Sehers verstehen zu können. Er vermittelt uns wertvolle Richtlinien und Prinzipien dafür, wie ein wahres Wort vom Herrn erkannt und dann auch angemessen weitergegeben werden kann. Dieses Buch wird für all diejenigen eine wertvolle Quelle sein, die im prophetischen Dienst gebraucht werden möchten. Dr.Bill Hamon Vorsitzender und Gründer von Christian International. Author von Apostles, Prophets and the Coming Move of God
Jim Goll’s Buch Der Seher ist längst überfällig. Nur wenige können so schreiben wie er. Er verbindet eine seltene Kombination aus Gelehrsamkeit und Inspiration. Es ist für mich faszinierend, dass es obwohl ich selbst prophetisch diene, in meinem Leben die Seher waren, die mir als Gesandte Gottes die tiefsten Ofenbarungen und Richtung für den Dienst von „The Elijah List“ vermittelt haben. Sie haben mir auch immer wieder die Pläne Gottes für mein Leben vor Augen gehalten. Steve Shultz, The Elijah List www.elijahlist.com
Jim Goll’s grundlegendes Werk Der Seher ist ein einzigartiges Werkzeug, um die Kirche in der Gabe der Vorhersage und deren Bedeutung im Leben als Volk Gottes zu
schulen. Die Prinzipien, die in diesem Buch weitergegeben werden, sprechen Missverständnisse über „das Sehen“ an und bereiten den Leser darauf vor, die wunderbaren Vorzüge dieses Dienstes zu erleben. Ich empfehle Der Seher ausdrücklich all denen, die von ganzem Herzen wissen möchten „was kommen wird“. Dr.Kingsley A. Fletcher Internationaler Sprecher, Regierungsberater, Autor und Pastor Research Triangle Park, NC
Für diejenigen die Seher sind und sich immer wieder gefragt haben, ob sie jemand versteht, ist dieses Buch ein Geschenk. Jim Goll macht eindeutig und biblisch den Weg frei für die Gabe des Sehers im Dienst am Leib Christi. Ein faszinierendes Buch! Du wirst es lieben! Cindy Jacobs Generals of Intercession
In der unsichtbaren Welt sich zu bewegen kann für Christen, die in den Gaben des Geistes und ganz besonders in der Gabe des Sehers weiter wachsen möchten, verführerisch und herausfordernd zugleich sein. Verführerisch, weil es Ehrfurcht gebietend ist, durch geistliche Übungen, die häuig Bestandteil dieser Gabe sind, die Macht und Gegenwart des Herrn persönlich zu erleben. Herausfordernd, weil es von entscheidender Bedeutung ist, das Gottes Wort und geistliche Übungen wie Gebet und Intimität mit Gott die solide Grundlage für die Auslegung der ofenbarenden Erfahrungen bleiben müssen. Jim Goll ist es gelungen, eine umfangreiche Studie der Gabe des Propheten und Sehers vorzulegen. Er gibt darin grundlegendes biblisches Verständnis und auch die Erfahrung seiner eigenen geistli-
chen Reise weiter. Wie schon Jims letztes Buch könnte dies ein Handbuch für diejenigen werden, die die Salbung des Sehers anstreben. Jane Hansen, Vorsitzende Aglow International
Wenn du nur den Geist hast, verlierst du den Boden unter den Füssen, hast du aber den Geist und das Wort wirst du wachsen. Nirgendwo habe ich dieses Sprichwort klarer und vernünftiger erläutert gesehen als in Jim Golls Buch Der Seher. Jim verbindet atemberaubende Ofenbarung mit Weisheit, durchdringende Einsicht mit Besonnenheit, tiefe Spiritualität mit aufregender mystischer Erfahrung. Der Seher ist ein Boot, in dem man die gefährlichen Felsen der Stromschnellen umschifen und auf die hohe See des prophetischen Ausdrucks und der Fruchtbarkeit im Herrn gelangen kann. Nachdem ich vor fast dreißig Jahren mit dem Buch The Elijah Task der modernen prophetischen Bewegung den Weg bahnte, entdecke ich nun in Jim’s Buch Der Seher einen mehr als würdigen Nachfolger. Es ist mir eine Ehre, dieses Buch zu empfehlen und meine Hofnung und Gebet ist, dass Sie das Buch nicht nur lesen sondern es bis zum äußersten zur Ehre unseres Herrn leben. John Sandford Mitbegründer, Elijah House International Autor von The Elijah Task
Inhaltsverzeichnis ABSCHNITT 1 DEN BEREICH DES SEHERS VERSTEHEN Kapitel 1 - Seher und Prophet: zwei prophetische Ströme ........... 21 Kapitel 2 - Dimensionen der prophetischen Salbung .....................43 Kapitel 3 - Vision: Die Kraft, die trägt ...........................................63 Kapitel 4 - Die Vielfalt visionärer Zustände ...................................81
ABSCHNITT 2 GEISTLICHE UNTERSCHEIDUNG Kapitel 5 - Ofenbarungs-Erfahrungen weise beurteilen..............105 Kapitel 6 - Die Unterscheidung der Geister ................................129
ABSCHNITT 3 TRÄUME, VISIONEN UND ERFAHRUNGEN IM HIMMEL Kapitel 7 - Traumsprache ...........................................................155 Kapitel 8 - Ebenen übernatürlicher Visionen...............................177 Kapitel 9 - Die ekstatischen Räume des Geistes ..................... 199
ABSCHNITT 4 DAS EIGENTLICHE ZIEL: INTIMITÄT MIT GOTT Kapitel 10 - Im Rate Gottes stehen ..........................................225 Kapitel 11 - Verborgene prophetische Ströme..............................249 Kapitel 12 - Intimität, der Schlüssel zu einem ofenen Himmel ...269
VORWORT Wir leben in einer Zeit, in der zu viele “Gelehrte” und Gläubige das Wort Gottes auf eine rein rationale und logische Erklärung reduziert haben. Zugegeben, das Wort Gottes erscheint dem menschlichen Verstand in seinem Verlauf als vernünftig und logisch; vorausgesetzt, der Verstand ist Gott untergeordnet, ihm ausgeliefert und wird immer mehr durch den Geist umgewandelt! Der natürliche Verstand ist nicht in der Lage etwas vom Geist Gottes zu empfangen. Die Schrift ist von Gott eingehaucht und der Geist Gottes ist sein Atem. Im Grunde erlebten alle Autoren der Heiligen Schrift den Atem Gottes. Sie alle mussten erlebt haben, vom Geist Gottes bewegt worden zu sein. Am Anfang brütete, lagerte und pulsierte der Wind und Atem Gottes, Gottes Geist, über dem Chaos und erschuf die Ordnung. Der Geist Gottes manifestierte seine Gegenwart. Man kann die Gegenwart Gottes mit Hilfe von Logik und Verstand alleine nicht erkennen. Sie kann nur erfahren werden und diese Erfahrung gleicht einer Ofenbarung. Deine Augen müssen geöfnet werden, dein Herz muss dynamisch und lebendig werden und dein Ohr auf eine Frequenz eingestellt werden, die jenseits der normalen Oktaven eines menschlichen Ohres liegt. Jesus zitiert im Markusevangelium den Propheten Jesaja, als er das Gleichnis vom Ackerboden erklärt. Er macht deutlich, dass das Problem des Menschen in seiner gefallenen Natur liegt, die seine Augen, die Ohren und das Herz beeinlusst hat. Eigentlich sagte Jesaja hier Folgendes:
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Der Seher
„Mache das Herz dieses Volkes fett mache seine Ohren schwerhörig und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht einsichtig wird und es nicht umkehrt und Heilung für sich indet! “ (Jesaja 6, 10 )
Wenn der Geist auf und in einem Menschen freigesetzt wird, werden seine Augen, Ohren und das Herz für eine Welt geöfnet, die jenseits seiner begrenzten Sicht, Gehör, Gefühl und Unterscheidungsfähigkeit liegt. Diese Welt ist realer und doch unsichtbar, eine Welt, aus der die sichtbare Welt ihre Existenz ableitet. Wenn ein Mensch aus dem Raum der Dunkelheit und Unkenntnis herausgeführt wird. Wenn er der gefallenen Natur und den Mächten der Finsternis absagt und in das Reich von Gottes geliebtem Sohn versetzt wird, ofenbart sich ihm der Geist, wenn sein Herz, sein Verstand und seine Seele danach verlangt. Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Prophetie. Es gibt jemanden, der unser Leben durch seinen Geist neu ordnet, tief in uns brütet und uns Welten aufschließt, die über unsere natürliche Wahrnehmung hinausgehen. Dies ist als Volk Gottes unsere einzigartige Berufung, Menschen des Geistes zu sein. Wenn wir von diesem Geist erfüllt sind, verändert sich unsere Sprache. Unsere Augen, Ohren und Herzen werden geöfnet um über die natürliche Welt hinausschauen zu können und eine Welt zu sehen, die unsere natürlichen Augen nicht wahrnehmen können. Jeremia erzählt uns, dass ein wahrer Prophet im Alten Bund daran erkannt wurde, dass er im göttlichen Ratschluss und der Gemeinschaft mit Gott stand (siehe Jeremia 23; 18). Im Neuen Bund führte der Pingsttag die gesamte Kirche in den göttlichen Ratschluss hinein und jeder Gläubige hatte somit die Möglichkeit, Zugang 14
zum Thron Gottes zu bekommen. Ich sage deshalb „Möglichkeit“, weil viele Christen sich der Erfahrung des Geistes Gottes nicht aussetzen und alles auf eine logische Begründung reduzieren. Sie werden von sogenannten aufgeklärten Theologen sogar „gelehrt“, dass gewisse Erfahrungen für unsere heutige Zeit nicht mehr länger gelten, weil sie anscheinend mit dem Tod der ursprünglichen Apostel im Laufe des ersten Jahrhunderts aufhörten. Die liberale Theologie ist nicht die einzige Gefahr, vor der sich die Kirche in Acht nehmen muss. Die fundamentalistische Theologie, die die Erfahrung des Geistes in ihrer Fülle leugnet, ist für Gottes Heilige mindestens ebenso schädlich. Über 49 Prozent des Buches, das wir die Bibel nennen, beschreibt visionäre, ekstatische und prophetische Erfahrungen, sogar im Neuen Testament! Wie können wir dann davon ausgehen, die Wahrheiten fast der Hälfte der Bibel ausschließlich durch Logik und Verstand zu erfassen? Es ist unmöglich. Das Kommen des Geistes an Pingsten war für die Kirche der Beginn eines Ereignisses, das sich durch die Jahrhunderte fortsetzt.Wir müssen immer wieder in die Welt des Geistes eingetaucht werden, um zu sehen, zu hören und zu unterscheiden, was der Geist Gottes uns wissen lassen möchte. Ohne diese Erfüllung und direkte Erfahrung können wir unsere Bestimmung nicht erfüllen, Gottes ewigem Plan für unser Leben keine Ehre erweisen und auch den Vater nicht so erkennen, wie Christus dies für uns wollte. Jim Goll ist eine erfahrene, vollmächtige und begeisternde prophetische Stimme für die Nationen. Er hat sehr viel Erfahrung, die Dinge zu sehen, zu hören, zu unterscheiden und über Dinge zu sprechen, die „das Auge nicht 15
gesehen und das Ohr nicht gehört hat und die das Herz des natürlichen Menschen nicht erreichen können.“ In Jim Goll hat der Geist ein hingegebenes Gefäß gefunden. Er liebt den Vater und in ihm schlägt das Herz des Vaters. Sein Einluss ist weit und tiefgehend und kann nur dann ausreichend gewürdigt werden, wenn man Jim Goll und seinen Dienst persönlich kennt. Jim hat uns einen großen Dienst erwiesen, indem er uns ausführlich erläutert, im Heiligen Geist zu sehen, zu hören und zu unterscheiden. Gott lässt in diesen letzten großartigen Tagen der Heimsuchung ein Volk heranwachsen, das die Realität der unsichtbaren Welt wirkungsvoll in die sichtbare Welt hineinbringen kann. Es indet eine zunehmend Ernte statt und das nicht aufgrund rein menschlicher Logik und Verstand. Die Ernte wird eingesammelt, weil der Geist wieder über dem Chaos des Lebens der Menschen brütet und ihnen direkte Gotteserfahrungen durch seinen Sohn und Herrn Jesus schenkt. Es ist von großer Bedeutung, dass wir die Realität der übernatürlichen Welt sehen, hören und unterscheiden können, zu der wir wirklich gehören. In der Welt des Geistes sehen wir Christus in seiner ganzen Herrlichkeit. Er sitzt dort auf dem Thron im Zentrum des Universums und ordnet und bestimmt von dort aus sämtliche Dinge nach seinem Willen. Jim Goll wird dir sorgfältig Schritt für Schritt das Wesen jeder Stufe prophetischer Erfahrung erklären. Was es bedeutet von Gott zu hören und für Gott zu sprechen. Etwas im Geist zu sehen, das mit Gottes Wesen und seinem Plan zu tun hat und wie die echte Gotteserfahrung von der falschen unterschieden werden kann, die von den Mächten der Finsternis nachgeahmt wird. Seine Studien sind biblisch fundiert, gründlich und seine Erfahrung bezeugt die Wahr-
heit seiner Lehre und Beurteilungen. Nimm dir die Zeit und lass dich darauf ein, denn es ist mehr als nur ein Buch, es ist tatsächlich eine Studie. Sie wird dein Herz und Leben für eine Augen, Ohren, das Herz und den Himmel öfnende Erfahrung des wahren Lebens im Geist vorbereiten. Danke Jim, dass es dir so wichtig ist, das Herz des Vaters mitzuteilen, dass du uns dein Herz zeigst. Unsere Generation muss dringend hören, was der Geist sagt und wir möchten dir dafür danken, dass du uns dabei hilfst, genau das zu tun! Mark J. Chironna, Ph.D.
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ABSCHNITT EINS
DEN BEREICH DES SEHERS VERSTEHEN
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KAPITEL 1
Seher und Prophet: zwei prophetische Ströme Der Nil ist einer der großartigsten Flüsse weltweit und mit seinen Nebenlüssen auch der längste Fluss der Welt. Er ließt von seiner Quelle im Herzen Afrikas 4.100 Meilen bis nach Ägypten zu seiner Mündung in das Mittelmeer. Das Wasser des Nils hat Tausende von Jahren das Leben der Menschen erhalten, die an seinen Ufern und entlang der Flussebene leben. Nur wenige Flüsse waren für den Aufstieg und Fall menschlicher Kultur und Zivilisation derart lebensnotwendig. So machtvoll der Nil auch ist, er beginnt in Form von zwei Flüssen und entspringt nicht nur aus einer Quelle. Der weiße Nil ließt aus dem Viktoriasee in Tansania und der Blaue Nil aus dem Tanasee in Äthiopien. Diese beiden Flussläufe vereinigen sich in Khartoum im Sudan, um dort dann den ägyptischen Nil zu bilden, der dann seinen Weg 1.600 Meilen in Richtung Norden und das Mittelmeer nimmt. Zwei Flüsse, jeder für sich stark und bedeutungsvoll, verbinden sich miteinander. Der eine gibt dem anderen seine Stärke und gemeinsam bilden sie einen mächtigen Strom, der überall dort wohin er ließt, Leben ernährt und 21
Der Seher
erhält. Der Fluss Nil steht im geistlichen Bereich für den Fluss des Prophetischen vom Himmel auf die Erde. So wie der weiße Nil und der blaue Nil sich zum größeren ägyptischen Nil vereinigen, kommen zwei unterschiedliche Ströme prophetischer Salbung zusammen, um gemeinsam den mächtigen prophetischen Strom Gottes auf der Erde freizusetzen. Wir können diese beiden Ströme als den Strom des Propheten und den Strom des Sehers bezeichnen. Wir können das Ganze auch umgekehrt betrachten und uns einen mächtigen prophetischen Fluss vorstellen, der vom Thron Gottes ausgeht und sich dann in zwei Ströme teilt – der Prophet und der Seher – und beide beschreiben unterschiedliche Wirkungen, Dimensionen oder Facetten der prophetischen Realität. Wie wir es auch betrachten, es ist eindeutig, dass in unserer Zeit beide Ströme für den ganzheitlichen Ausdruck des prophetischen Wortes von Gott an sein Volk von Bedeutung sind. Worin besteht der Unterschied zwischen einem Propheten und einem Seher? Die Unterscheidung wird, so hofe ich, auf den folgenden Seiten klarer werden. Aber lasst uns für jetzt Folgendes festhalten: Alle wahren Seher sind Propheten aber nicht alle Propheten sind Seher.
DEFINITION VON PROPHET UND PROPHETIE Wir müssen hier zum besseren Verständnis einige grundlegende Begrife deinieren. Viele Christen sind heute in Bezug auf das Prophetische verwirrt, was ist das genau und wie funktioniert es. Zuerst einmal, was genau meinen wir mit dem Wort Prophetie? 22
Seher und Prophet, zwei prophetische Ströme
Kenneth Hagin, der frühe Vater der modernen Glaubensbewegung hat gesagt: Prophetie ist die übernatürliche Äußerung in einer bekannten Sprache. Das hebräische Wort „prophezeien“ bedeutet „hervorließen“. Es beinhaltet auch die Bedeutung von: „wie eine Quelle hervorsprudeln, herabtropfen, erhoben werden, hervortaumeln und aufsprießen.“1 Das griechische Wort, das mit „Prophetie“ übersetzt wird, bedeutet „füreinander sprechen“, für Gott zu sprechen oder sein Sprecher sein. Dick Iverson, der ehemalige Hauptpastor des Bible Temple in Portland, Oregon hat es folgendermaßen ausgedrückt: Die Gabe der Prophetie bedeutet, unter dem direkten übernatürlichen Einluss des Heiligen Geistes zu sprechen. Man wird zu Gottes Mundstück, formuliert seine Worte wie der Geist sie einem eingibt. Das griechische Wort propheteia bedeutet „den Geist und Ratschluss Gottes aussprechen“. Der neutestamentliche Gebrauch dieses Wortes ist untrennbar mit der Vorstellung der direkten Inspiration durch den Geist verbunden. Prophetie ist die klare Stimme Jesu, die in der Kirche redet. 2 Die Deinition von Prophetie von Iverson ist eine der besten, die ich jemals gehört habe: Prophetie ist die klare und eindeutige Stimme Jesu, die in der Kirche redet! 1 Kenneth Hagin, The Holy Spirit and His Gifts. (Tulsa, Okla: Faith Library Publications, 1974). 2 Dick Iverson, The Holy Spirit Today. (Portland: Oreg. Bible Temple Publications, 1976).
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Der Seher
Der internationale Bibellehrer Derek Prince, der geistliche Vater, der mein Leben mehr als jeder andere Leiter geprägt hat, deiniert Prophetie folgendermaßen: Die Gabe der Prophetie ist die übernatürlich übertragene Fähigkeit, die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und die Gedanken und den Rat Gottes auszusprechen. Prophetie dient nicht nur der versammelten Gruppe von Christen, sondern auch dem Einzelnen. Die drei Hauptziele sind: • Auferbauen = aufrichten, stärken, wirkungsvoller machen •
Ermahnen = fördern, ermutigen, zurechtweisen
•
Trösten = aufmuntern
Prophetie überwindet so zwei der wirkungsvollsten und am meisten verbreiteten Angrifspunkte Satans: Verdammnis und Entmutigung. 3
David Pytches, ein anerkannter Autor und ehemaliger anglikanischer Bischof sagt: Die Gabe der Prophetie ist die besondere Fähigkeit, die Gott Gliedern des Leibes Christi verleiht, eine direkte Botschaft Gottes für sein Volk zu empfangen und durch eine gesalbte Äußerung weiterzugeben.4 Ich fasse all diese Erklärungen in der These zusammen, dass Prophetie die in Worte gefassten Gedanken Got3 Derek Prince, The Nine Gifts of the Holy Spirit (tape series). (Fort Lauderdale, Fla.: Derek Prince Publications, 1971). 4 David Pytches, Spiritual Gifts in the Local Church. (Minneapolis, Minn.: Bethany House Publishers, 1971).
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Seher und Prophet, zwei prophetische Ströme
tes ist, in einer Sprache, die kein Mensch mit seiner natürlichen Sprachbegabung formulieren könnte. Die Substanz und das Wesen von Prophetie übersteigt die Grenzen, die ein menschlicher Verstand denken und sich vorstellen kann. Sie möchte den Einzelnen oder den Leib Christi als Ganzes aufbauen, ermahnen und trösten. Auch wenn Prophetie aus dem Mund oder Stift eines Menschen kommt, sie hat ihren Ursprung in den Gedanken Gottes. Ein Prophet oder Prophetin ist als Sprecher Gottes jemand, der die Stimme des Heiligen Geistes hört und Gottes Gedanken oder Rat göttlich gesalbt ausspricht oder niederschreibt. Das Wort Prophet erscheint im Alten Testament über dreihundert Mal und mehr als einhundert Mal im Neuen Testament. Das im Alten Testament am häuigsten gebrauchte Wort für „Prophet“ ist das Wort nabiy‘ (nahbi). Hier einige Beispiele: •
Abraham wird in 1. Mose als Prophet beschrieben: „Und nun, gib die Frau des Mannes zurück! Denn er ist ein Prophet und wird für dich bitten, dass du am Leben bleibst! Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, dass du sterben musst, du und alles, was zu dir gehört“ (1. Mose 20,7)
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Das Gleiche wird über Mose gesagt: „Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Mose, den der HERR gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht“ (5. Mose 34; 10)
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Aaron war als Sprecher für seinen Bruder ebenfalls ein Prophet:
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Der Seher
„Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich für den Pharao zum Gott eingesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.“ (2. Mose 7; 1)
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Gott berief Jeremia noch vor seiner Geburt zum Propheten: „Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Nationen habe ich dich eingesetzt“ (Jer. 1, 5)
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Maleachi sprach von einem Propheten, der in den letzten Tagen erscheinen wird „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare.“ (Mal. 3; 23)
Wir wissen von den Worten Jesu in Matthäus 11; 14, dass diese Bibelstelle in Maleachi über Johannes den Täufer spricht. In einem Vers, von dem viele glauben, er bezieht sich auf Jesus den Messias, versprach Gott einen anderen Propheten als geistlichen Nachfolger Moses aufzurichten: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde.“ (5. Mose 18; 18)
Das Wort nabiy’ hat mit Hören und Sprechen zu tun, ein “Mundstück” Gottes zu sein und das zu verkünden, was man gehört hat. Ein nabiy’ Prophet ist ein Mensch, der für einen ihm Höhergestellten spricht. Im Falle Aarons war dies Mose und letzten Endes Gott selbst. Bei jedem der biblischen Proph26
Seher und Prophet, zwei prophetische Ströme
eten war Gott selbst derjenige, für den sie sprachen. Ihre Worte hatten ihren Ursprung in ihm. Er legte seine Worte in ihre Herzen und Mund, die sie dann an das Volk weitergaben. Kurzgefasst: Ein nabiy‘ ist ein Sprecher, der Gottes Wort verkündet, das dieser ihm gegeben hat.
DAS PROPHETISCHE EMPFANGEN Gott teilt sein prophetisches Wort auf unterschiedliche Weise mit. Alle Prophetie kommt von Gott durch den Heiligen Geist, die Art und Weise, wie Gott das Wort in uns hineinlegt, ist jedoch individuell. Das Alte Testament gebraucht mehrere hebräische Begrife, um die verschiedenen Formen der Weitergabe zu beschreiben. Zuerst das Wort nataf, was bedeutet, „wie Regentropfen fallen lassen“. Dieser Ausdruck beschreibt einen langsamen, sanften Prozess, in dem das prophetische Wort Stück für Stück zu uns kommt und sich über gewisse Zeit in unserem Geist formt. Es ist als wäre man an einem bestimmten Ort und der Nebel Gottes senkt sich langsam herab und durchdringt unseren Geist. Manche haben dies beschrieben wie einen Schwamm, der sich langsam vollsaugt und die „Regentropfen“ der prophetischen Gegenwart des Herrn in sich aufnimmt, bis er dann voll ist und überließt. Das zweite hebräische Wort für prophetische Weitergabe ist massa, was „die Hand des Herrn“ beschreibt, die „die Last des Herrn“ freisetzt. Wenn die Hand Gottes über uns kommt, überträgt er etwas auf uns – eine „prophetische Last“ – und wenn sich seine Hand dann wieder erhebt, bleibt die Last auf uns. Der Herr lädt etwas in unseren Geist, was vorher noch nicht da war und nachdem er seine Hand wieder weggenommen hat, tragen wir diese Last als sein Wort oder seinen Auftrag. Er legt uns eine „Last“ für eine 27
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besondere Situation auf, die wir dann vielleicht tagelang, wochenlang, monatelang oder vielleicht sogar über Jahre tragen. Es kann zum Beispiel eine Last bezüglich der Abtreibungssituation in den Vereinigten Staaten sein. Gottes Hand kommt auf uns und hinterlässt, wenn sie sich wieder erhebt, eine übernatürliche Befähigung und Begabung des Heiligen Geistes zu prophezeien und in die Fürbitte zu gehen, wie wir es niemals zuvor konnten. Ich habe dieses Thema in meinem Buch Kneeling on the Promises: Birthing God’s Purposes Through Prophetic Intercession ausführlich angesprochen. Ein weiteres Wort für prophetisches Empfangen ist nabiy”. Wie schon beschrieben, steht dieses Wort für das “hervorließen” oder “sprudeln“ einer Quelle. Dieses Wort beschreibt exakt die inspirierende Gabe der Prophetie, wie wir sie häuig in Versammlungen erleben, besonders dann wenn mehrere Älteste und erfahrene, begabte Einzelne gemeinsam als Team zusammenarbeiten – die „prophetischen Ältesten“ (siehe 1.Tim. 4;14)
DER GEISTLICHE RAUM DES SEHERS Der besondere und unverkennbare, geistliche Raum des Sehers ist Teil des allgemeinen Bereichs des Propheten. Ich habe ja gesagt, dass alle Seher Propheten sind, aber nicht alle Propheten sind Seher. Das Wort Seher beschreibt einen besonderen Typ von Propheten, der prophetische Ofenbarung oder Befähigung auf eine bestimmte Art und Weise empfängt. Das Alte Testament gebraucht hauptsächlich zwei Begrife um einen Seher zu beschreiben: ra’ah und chozeh. Ra’ah bedeutet wörtlich „sehen“ und dies besonders im Sinne von Sehen von Visionen. Andere Bedeutungen stehen für „erstaunt anblicken“, „emporschauen“ und „wahrnehmen“. Chozeh bedeutet wörtlich „ein Betrachter in 28
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Vision“ und kann auch als „Gafer“ oder „Sterngucker“ übersetzt werden. Mit der Beschreibung dieser Deinitionen wird die Unterscheidung zwischen einem Propheten (nabiy‘) und einem Seher (ra’ah oder chozeh) ein wenig klarer. Geht es um prophetische Weitergabe, ist ein Prophet in erster Linie ein inspirierter Hörer und dann Sprecher, während ein Seher im Wesentlichen etwas sieht. Anders gesagt, der Prophet ist die kommunikative Dimension und der Seher die empfangende Dimension. Nabiy‘ betont das aktive Wirken des Propheten, der eine Botschaft von Gott ausspricht, ra’ah und chozeh beschreiben die Erfahrung und Umsetzung dieser Botschaft, die der Prophet „sieht oder empfängt“. Der erste Begrif betont die Beziehung eines Propheten mit dem Volk Gottes, der Zweite die ofenbarende Beziehung eines Propheten mit Gott. Seher wurden ofensichtlich am königlichen Hof als Ratgeber für den König angestellt. Asaph und Gad waren Seher am Hof von König David: Und der König Hiskia samt den Oberen gebot den Leviten, den HERRN zu loben mit den Liedern Davids und des Sehers Asaf. Und sie lobten mit Freuden und neigten sich und beteten an. (2.Chronik 29;30) Und als David am Morgen aufstand, kam des HERRN Wort zu Gad, dem Propheten, Davids Seher: Geh hin und rede mit David: So spricht der HERR: Dreierlei lege ich dir vor; erwähle dir eins davon, dass ich es dir tue. (2. Samuel 24;11-12)
Nathan diente ebenfalls König David, aber die Bibel nennt ihn einen Propheten: 29
Der Seher
„Sprach er zu dem Propheten Nathan: Sieh doch, ich wohne in einem Zedernhause, und die Lade Gottes wohnt unter Zeltdecken. Nathan sprach zu dem König: Wohlan, alles, was in deinem Herzen ist, das tu, denn der HERR ist mit dir. In der Nacht aber kam das Wort des HERRN zu Nathan: Geh hin und sage zu meinem Knecht David: So spricht der HERR: Solltest du mir ein Haus bauen, dass ich darin wohne? (2.Samuel 7;2-5)
Asaph war ein Seher ebenso wie Gad, Nathan aber war ein Prophet. Achte auch darauf, dass sich 2.Samuel 24;11 auf Gad als Propheten wie auch als Seher bezieht. In 1.Chronik 29;29 indet man einen interessanten Vers, der alle drei hebräischen Worte enthält: „Die Geschichte aber des Königs David, die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben in der Geschichte Samuels, des Sehers, und in der Geschichte des Propheten Nathan und in der Geschichte Gads, des Sehers,“
Eine weitere Bibelstelle verdeutlicht den Einluss von Propheten und Sehern im alten Israel und deren Stellung als Sprecher Gottes: Er (Hiskia) stellte die Leviten auf im Haus des HERRN, mit Zimbeln, mit Harfen und mit Zithern, nach dem Befehl Davids und Gads, des Sehers des Königs und des Propheten Nathan; denn der Befehl war durch den HERRN, durch seine Propheten ergangen.“ (2.Chronik 29;25)
Nabiy‘ Propheten und ra’ah und chozeh Seher sind rechtmäßige Ausdrucksformen von Gottes prophetischem Strom. Propheten und Seher sind mit ihrer Begabung gleichermaßen wertvoll. 30
Seher und Prophet, zwei prophetische Ströme
In 1. Samuel 9;9 heißt es, „Vor Zeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Gott zu befragen: Kommt und lasst uns zum Seher gehen! Denn den man heute Prophet nennt, nannte man früher Seher.“
Alle echten Seher sind Propheten, aber nicht alle Propheten sind Seher. Ein Prophet mag die besondere Begabung haben, das Wort des Herrn zu hören und auszusprechen. Er empfängt jedoch nicht unbedingt ofenbarende Visionen, wie das ein Seher tut. Der Seher mag auf der anderen Seite die herausragende Fähigkeit besitzen visionäre Träume zu empfangen, kann diese jedoch nicht so tiefgehend mit Worten ausdrücken. Beide operieren und bewegen sich dennoch im prophetischen Raum mit unterschiedlichen Befähigungen und auf verschiedenen Ebenen. Der geistliche Raum des Sehers beschreibt einen vollkommen anderen Aspekt der Umsetzung von Prophetie. Seher sind ganz allgemein Menschen, die immer wieder und regelmäßig Visionen sehen. Ihre prophetische Salbung liegt meistens mehr auf dem visionären Sehen als auf dem Hören. Statt Worte, die sie empfangen und versuchen wiederzugeben, sehen sie häuig Bilder, die sie dann beschreiben. Diese Bilder können die Form von Visionen im Wachzustand oder von Träumen im Schlaf haben. Ich kenne viele prophetische nabiy‘ Menschen, die überhaupt keine Seher sind und sich nicht im Raum der Träume bewegen und dennoch starke prophetische Gefäße sind. Wieder andere sind außerordentlich begabt mit der Gabe des „Sehens“, sie sehen Engel, Dämonen, Lichter und Farben,Träume und Visionen, haben aber nicht die inspirierende Fähigkeit, Menschen damit spontan mit ihren Worten zu ermutigen. 31
Der Seher
Einer der Unterschiede besteht darin, dass das prophetische Wort eines nabiy‘ häuig spontan und im Glauben aktiviert wird, das prophetische Wort eines ra’ah oder chozeh Sehers mehr von der manifestierten Gegenwart Gottes abhängt.Viele Seher sehen etwas Zukünftiges, beispielsweise empfängt ein Seher vielleicht schon vor einem Trefen oder einer wichtigen Verabredung das Bild einer bestimmten Person, die an diesem Trefen teilnehmen wird. Dem Seher wird eventuell sogar der Name dieser Person ofenbart und während des Trefens schaut er dann die Gruppe an und sucht nach dieser bestimmten Person. Wenn diese Person dann tatsächlich anwesend ist, ist dies für ihn die „grüne Ampel“ um weiterzugehen. Wenn sie im Natürlichen sehen, was sie schon vorher im geistlichen Raum gesehen haben, aktiviert das ihren Glauben und Mut. Diese Art prophetischer Salbung hat viel mit dem stillen Warten auf Gott zu tun. Paul Cain, ein außerordentlich gesalbter und empindsamer Seher unserer Zeit sprach einmal davon, wie schwer es manchmal sein kann, auf Gott zu warten. Es gäbe Zeiten, in denen er einen ganzen Tag auf Gott warte und dieser dann in letzter Minute auftauchte. Der Seher empfängt seine Botschaft häuig erst nach einer langen Zeit des geduldigen und kontemplativen Wartens auf den Herrn. Aber Gott sei Dank kommt er, wenn wir geduldig auf ihn warten!
HEUTIGE PROPHETISCHE STRÖMUNGEN Wir erleben heute die Wiederauferstehung zweier bestimmter prophetischer Ströme, die zum ersten Mal vor über fünfzig Jahren auftraten: der visionäre Strom des Sehers und der verbale nabiy‘ Strom. Paul Cain steht als eine Art geistlicher Vater vielleicht am besten für den ers32
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ten Strom, während Bill Hamon den zweiten Strom darstellt. Bill Hamon, der Gründer und Direktor von Christian International in Florida beschrieb das Aufkommen dieser beiden prophetischen Ströme, die in jüngster Zeit erkennbar wurden, folgendermaßen: 1947-1948 kamen zwei Ströme der Wiederherstellung. Zum einen die Latter-Rain-Bewegung, die die Praxis des Händeaulegens und das intensive Prophezeien im Gemeindekontext wieder neu entdeckte. Sie betonte den Glauben, die Gnade und die Gabe in Bezug auf Prophetie. Zum anderen die „Heilungsund Befreiungsbewegung“. Auch hier wurde das Auflegen der Hände bei Heilung und Befreiung betont. Weiterhin war Evangelisation mit mitfolgenden Zeichen und Wundern ein zentraler Bund dieser Bewegung. Beide anerkannte Bewegungen hatten ihren Ursprung in Gott.5 Einer der Leiter der Latter-Rain-Bewegung war David Shoch, während William Branham ein gesalbter Leiter der Heilung und Befreiungsbewegung war. Der eine war ein nabiy‘ Prophet und der andere ein chozeh Seher. Jede dieser beiden Bewegungen hatte unterschiedliche Manifestationen und Ausdrucksformen. Diese beiden gleichzeitig verlaufenden Ströme kamen Mitte der vierziger Jahre auf und ebbten in den frühen fünfziger Jahren wieder ab. Im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre tauchten beide jedoch wieder auf. 5 Aus Ern Baxter, Prophetic Seminar (teaching notes). (Mobile, Ala.: Integrity Communications, 1984).
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Die heutige moderne, prophetische Bewegung in Amerika kam Ende der achtziger Jahre auf. Man konnte sie an vielen verschiedenen Orten beobachten. Damals vielleicht am deutlichsten in der Kansas City Fellowship (später Metro Vineyard Fellowship und dann Metro Christian Fellowship) in Kansas City, Missouri und ihrem damaligen leitenden Pastor Mike Bickle zusammen mit Propheten wie Bob Jones, John Paul Jackson, Paul Cain und anderen. Ich selbst war damals gemeinsam mit anderen als einer der „Kansas City Propheten“ anerkannt. Im Mittelpunkt dieser neuen Betonung auf Prophetie standen drei Überzeugungen: • Die prophetische Gabe sollte in der Kirche wiederhergestellt werden, • Prophetie ist eine natürliche, biblische Form wie Gott mit seinem Volk spricht. • Die zunehmende prophetische Aktivität ist ein Zeichen, dass die siegreiche Gemeinde der Endzeit sichtbar wird.“6 Die heutige Prophetie in der Kirche besteht aus drei Elementen, Ofenbarung, Auslegung und Anwendung. Es muss hier immer mit größtmöglicher Sorgfalt gehandelt werden, da fehlbare menschliche Werkzeuge entweder die Auslegung oder Anwendung oder beides falsch angehen, was am Anfang relativ häuig geschah. Die Bewegung und auch ihre Praktiker sind seit den Anfängen jedoch sehr gewachsen, was an den vielen verschiedenen Ausdrucksformen und Orten abzulesen ist, an denen Prophetie geschieht. Die eindeutige zentrale prophetische Person in der prophe6 Michael G. Maudlin, “Seers in the Heartland: Hot on the Trail of the Kansas City Prophets,” Christianity Today, vol. 35, no. 1, January 14, 1991.
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Seher und Prophet, zwei prophetische Ströme
tischen Abteilung in Kansas City, war und bleibt Paul Cain. Als Sohn einer Mutter, die übernatürlich von tödlicher Tuberkulose, einer Herzkrankheit und Krebs kurz vor seiner Geburt geheilt worden war, erlebte er im Alter von acht Jahren seine erste Heimsuchung des Herrn. Schon als Teenager war er in Sachen Heilung unterwegs, prophezeite über Menschen, indem er ihnen ihre Namen und Krankheiten sagte und dass Gott sie heilen würde. In den fünfziger Jahren hatte er einen vollzeitlichen Reisedienst und ein Fernsehprogramm. Dann schien er, wie so viele Erweckungsprediger dieser Zeit, von anderen Dingen verdrängt zu werden. Er beendete seinen Reisedienst und seine Fernsehshow und zog sich mehr als zwanzig Jahre aus der Öfentlichkeit zurück. Paul Cain bezeichnete diese Zeit des Rückzugs als die „Beinahe-stillen-Jahre.“ 1987 war diese Stille beendet, er tauchte wieder auf und schloss sich der Kansas City Fellowship an. Gott richtete ihn innerhalb eines Jahres aus der Dunkelheit zu einem Propheten und Seher mit internationaler Bedeutung auf. Heute steht Paul Cain als Beispiel für den wieder aufgetauchten, visionären Strom des Prophetischen.7 Meiner Ansicht nach gibt es zusätzlich zu diesen beiden Strömen viele andere kleinere Strömungen prophetischer Salbung mit anderen Ausdrucksformen. Die Gemeinde erlebt heute ihre intensivste Phase der prophetischen Seher und Propheten: Die Weitergabe zweier prophetischer Strömungen aus dem ersten Jahrhundert. Dieser Fluss wird breiter, tiefer und nimmt zu. Möge dieser Fluss ließen. 7 Alle Informationen über Paul Cain und die Kansas City Fellowship sind dem Artikel „Seers in the Heartland“ von Michael Maudlin entnommen, Christianity Today , Ausgabe 35, Nr. 1, 14. Januar 1991.
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Der Seher
ZWEI PROPHETISCHE STRÖME: GEGENSÄTZE UND VERGLEICHE Wenn wir den Dienst des Propheten und des Sehers einander gegenüberstellen und miteinander vergleichen, gewinnen wir ein besseres Verständnis, wie beide zusammenarbeiten und sich ergänzen. Durch diese Ergänzung bringen sie Gottes prophetische Ofenbarung in ihrer Gesamtheit hervor. Wir haben schon festgestellt, dass die nabiy‘ prophetische Salbung sich mehr auf der kommunikativen Ebene bewegt. Propheten dieser Ausdrucksform arbeiten häuig in unterschiedlichen Formen von Leiterschaft. Erfahrene und begabte Männer und Frauen dienen durch das Aulegen der Hände, prophezeien über Einzelpersonen oder der Gemeinde. Dieser Dienst gebraucht häuig die geistlichen Gaben der Zungenrede und ihrer Auslegung, der Prophetie und des Wortes der Erkenntnis. Ein nabiy‘ Prophet „hört“ innerlich ein Wort und setzt dieses dann um. Diese Form von Prophetie ist häuig mehr spontan und ließt schneller als die „Seher“-Prophetie mit ihrer Inspiration. Ein ra’ah oder chozeh Seher neigt andererseits mehr zum Dienst als Einzelperson im Gegensatz zum Dienst in einem Team. Die Salbung des Sehers betont mehr Visionen und Ofenbarungsgaben in Verbindung mit der Gabe der Unterscheidung der Geister anstelle der hörbaren verbalen Gaben. In der visionären Dimension gibt es zwei grundlegende Ebenen von „Sehen“: visuell und real. Visuelles Sehen beinhaltet Einblicke, Ofenbarungen, Warnungen und Prophetien vom Geist Gottes, die in übernatürlichen visuellen Träumen kommen. In einem solchen Fall sieht ein Mensch die Ofenbarung Gottes, während sein 36
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Geist einfach beobachtet und diese Botschaft empfängt. Er sieht, selbst wenn er schläft, den Himmel ofen wie Hesekiel es in Hesekiel Kapitel 1;1 beschreibt oder Johannes es in Ofenbarung 4;1 erlebte. Die besondere Eigenschaft einer Vision des ofenen Himmels besteht darin, dass die höheren himmlischen Ebenen sichtbar werden und dem Seher einen himmlischen Einblicke gewährt. Im Gegensatz dazu beinhaltet reales Sehen übernatürliche Träume, in denen Gottes spürbare Gegenwart ofensichtlich oder anfassbar ist. Den Herrn in einem Traum zu sehen ist visuell, aber dass er sich einer Person im Traum persönlich ofenbart ist real. Seher prophezeien in erster Linie, indem sie das mitteilen was sie gesehen haben und handeln deshalb langsamer als nabiy‘ Propheten, weil sie versuchen, übernatürliche Bilder mit eigenen Worten zu beschreiben. Im Gegensatz zum allgemein spontanen Wesen der nabiy’Prophetie, empfangen Seher die Information häuig zu einem früheren Zeitpunkt, um sie dann später mitzuteilen. Seher sind oft abhängig von Besuchen von Engeln und der spürbaren Gegenwart Gottes. Deshalb scheinen diese prophetischen Gefäße solange mit gewissen Einschränkungen zu leben, bis sie die Salbung spüren. Dies war beispielsweise der Fall im Leben von William Branham, einem der Leiter der Heilungs- und Befreiungsbewegung der vierziger und fünfziger Jahre. Eines Tages hatte er eine Begegnung mit einem Engel, der ihm die Gabe der Heilung und des Wortes der Erkenntnis überbrachte. Von diesem Tag an bewegte sich William Branham auf sehr hohem Niveau, lebte jedoch mit einigen Begrenzungen. Manchmal konnte er nichts tun, bis die Engel Gottes auftauchten. Wenn dann 37
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der Engel kam, emping er die Freisetzung und die Ofenbarung begann zu ließen. Propheten und Seher stehen für die unterschiedlichen Aspekte prophetischer Salbung. Wie Dr. Bill Hamon es beschrieb: Beide sind wertvolle Dienste und werden heute in der Kirche gebraucht. Gott tut niemals etwas aus Zufall oder ohne Absicht. Wir sollten all denen Wertschätzung und Respekt entgegenbringen, die eine echte prophetische Begabung in sich tragen, unabhängig davon, wie sich diese Gaben zeigen. Der Prophet und auch der Seher sind im Grunde Diener des gleichen Herrn und haben das gleiche Ziel: Sie drücken das aus, was ihnen Gott gegeben hat, um damit den Leib Christi zu ermahnen, aufzubauen und zu trösten. Paul Cain kam einmal in einem Traum zu mir und sagte: „Der Seher hört genauso viel, wie er sieht; es ist nur eine unterschiedlich tiefe Berührung des gleichen liebevollen Jesus.“ Sei es nabiy‘ oder ra’ah, hörbar oder visuell, alle Prophetie kommt aus der gleichen Quelle: Gott der Vater, durch Jesus Christus, durch den Dienst des Heiligen Geistes in unserer heutigen Zeit. Das Ziel des Propheten und des Sehers ist die Ofenbarung der herrlichen Wunder von Jesus Christus, was die Absicht Gottes mit jeder Generation ist. Und ein Bewusstsein für die Ewigkeit, Himmel und Hölle und die großartige Gegenwart des Vaters zu schafen. Sei es auf hörbarem oder visuellem Weg, durch spontane Inspiration oder nachdenkliche Kontemplation.
BETE FÜR VISION Es gibt zwei biblische Gebete, die ich seit über zwanzig Jahren täglich bete, für mich selbst, meine Familie und im Laufe der Jahre auch für unzählige andere Menschen. Beide 38
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Gebete haben mit der Salbung des Sehers zu tun, der Fähigkeit im geistlichen Sinne zu „sehen“. Das erste dieser beiden Gebete ist das des Paulus im ersten Kapitel des Epheserbriefes: „Dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Ofenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hofnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. Die hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird.“ (Epheser 1;17-21)
Jeder wiedergeborene Christ besitzt zwei Arten von Augen. Einmal unsere körperlichen Augen, mit denen wir die sichtbare, geschafene Welt um uns herum sehen können. Paulus spricht an dieser Stelle jedoch von einem zweiten Paar Augen, den inneren Augen unseres Herzens, die erleuchtet werden können, um geistliche Wahrheit wahrzunehmen. Paulus sagte: „Ich bete, dass die Augen eures Herzens erleuchtet werden …“ Manchmal bete ich dieses Gebet folgendermaßen: „Herr, gib mir diesen Geist der Weisheit, gewähre mir diesen Geist der Ofenbarung, damit ich von Jesus Christus ergrifen werde.“ Dann bete ich für die Augen meines Herzens: „Setze Strahlen des Lichts der Ofenbarung in ihnen frei, damit ich die Hofnung deiner Berufung 39
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erkennen möge und so das herrliche Erbe wahrnehme, das in mir lebt und ich die alles übersteigende Größe deiner Kraft erkenne, die in mir wirkt.“ Ich bete so und ermutige dich, das Gleiche zu tun, denn ich bin davon überzeugt, dass jeder Gläubige die Fähigkeit des Sehers entwickeln kann. Prophetie ist einschließlich der Dimension des Sehers eine souveräne Gabe Gottes, aber ich glaube nicht, dass es eine exklusive Gabe nur für einige wenige ist. Das Gebet des Paulus macht deutlich, dass Gott, wenn du für die Augen deines Herzens betest, dir den Geist der Weisheit und Ofenbarung der Erkenntnis seiner selbst geben wird. Du kannst damit den Herrn in einer Weise kennenlernen, wie es aus dir und deiner eigenen Weisheit, niemals möglich gewesen wäre. Die zweite Bibelstelle, die ich über Jahre immer wieder gebetet habe, indet sich in 2. Könige, Kapitel 6. Folgende Situation: Aram, der König, möchte den Propheten Elisa verhaften und hat seine Armee ausgeschickt, um die Stadt Dothan zu belagern, in der Elisa lebt. Der Diener Elisas erblickt diese große Armee und reagiert verängstigt: „Und als der Diener des Mannes Gottes früh aufstand und hinausging, siehe, da umringte ein Heer die Stadt und Pferde und Kriegswagen. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach, mein Herr! Was sollen wir tun? Er aber sagte: Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind. Und Elisa betete und sagte: HERR, öfne doch seine Augen, dass er sieht! Da öfnete der HERR die Augen des Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum.“ (2 Könige 6:15-17).
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Diese Bibelstelle zeigt, dass wir für die Erleuchtung eines anderen Menschen beten können. Elisa war ein Seher, er sah etwas, das sein Diener nicht sehen konnte und betete: „Oh Herr…öfne seine Augen, damit er sehen kann.“ Ein derart einfaches Gebet und der Herr antwortete umgehend. Er ermöglichte es dem Diener, in den geistlichen Bereich hineinzuschauen. Durch das Gebet eines Sehers bekam ein Mensch die Fähigkeit zu sehen. Nabiy‘ und ra’ah, Prophet und Seher, beide tragen die prophetische Salbung und beiden hat der Herr einen wichtigen Dienst übertragen. Es wurde viel geschrieben über den nabiy‘ prophetischen Strom, über den ra’ah und chozeh Strom der mehr visionären Prophetie jedoch sehr viel weniger. Um dies besser verstehen zu können, müssen wir zuerst einen genaueren Blick auf die unterschiedlichen Ausdrucksformen der prophetischen Salbung werfen. Begib dich mit mir auf diese Reise und lass uns gemeinsam lernen, diese beide Strömungen der prophetischen Bewegung unserer Zeit, die gemeinsam den breiten Fluss Gottes bilden, zu segnen und von ihnen zu lernen.
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KAPITEL ZWEI
Dimensionen der prophetischen Salbung Er wurde als “Jahrhundertsturm” bezeichnet. Im März 1993 reiste ich gemeinsam mit einem Freund durch New England und sollte dort auf sechs Trefen in drei verschiedenen Städten sprechen. Unser Reiseplan umfasste New Haven in Connecticut, Providence in Rhode Island und Kingston in Massachusetts. Die Namen dieser Städte waren von Bedeutung, besonders mit Blick auf das, was geschah. New Haven ist ein Ort des Friedens, der Atempause und Ruhe. Providence hat mit dem Willen Gottes zu tun und Kingston (oder Kingstown) steht für den Ort, an dem ein König lebt und regiert. Wir waren gerade in New Haven, Connecticut, als das gesamte obere Drittel der Ostküste der Vereinigten Staaten von einem Schnee- und Eissturm getrofen wurde. Dieser hatte Windgeschwindigkeiten von 80 Meilen pro Stunde. Wir verkrochen uns in unserer kleinen Hütte in den Bergen und beobachteten, wie Schnee und Eisregen herunterkamen. Schließlich konnten nur drei der sechs vereinbarten Trefen stattinden und es kam nur ein Viertel der Besucher, die erwartet worden waren. Diese Reise wurde den43
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noch für uns zu einer echten geistlichen Begegnung. An dem Samstag fanden aufgrund des Sturms überhaupt keine Versammlungen statt, was mich jedoch sehr freute. Statt ein schlechtes Gewissen oder Sorge zu haben, wir hätten Gott in irgendeiner Weise verpasst und wären zur falschen Zeit am falschen Ort, wussten wir beide, dass wir genau am richtigen Ort waren.Wir waren eingeschneit und beobachteten die Ehrfurcht gebietende Macht der Natur und des Wesens Gottes und hatten eine wunderbare Zeit einfach auf den Herrn zu warten. Während wir warteten, gemeinsam beteten und in Gottes Gegenwart waren, führte er mich, dass ich begann, prophetisch zu reden, auch wenn außer meinem Freund niemand da war, um mir zuzuhören. Ich spürte, wie der Herr mir einen Teil seines Herzens mitteilte. Wir sahen im Fernsehen die Nachrichten und hörten die Geschichte einer schwangeren Frau dort vor Ort, die während des Sturms ihre Wehen bekam. Sie musste aus ihrem Haus ausgegraben werden, um ins Krankenhaus gehen zu können. Sie erreichte das Krankenhaus gerade noch rechtzeitig um einen gesunden Jungen zur Welt zu bringen, den sie Josua nannten. Die örtlichen Nachrichtensender bezeichneten daraufhin den Schneesturm als „den Josua-Sturm“. Ich dachte über diesen Namen nach und empfand, wie die Stimme des Herrn mir innerlich sagte: „Ja, es gibt eine neue Salbung für eine neue Generation, meine Josua-Generation.“ Wie Josua im Alten Testament, der Mose als Leiter folgte, empfängt eine „Josua-Generation“ den Stab von einer Generation, die vor ihr den Weg gebahnt hat. Es ist eine Generation, die die Verheißungen nimmt, die der vorherigen Generation zugesprochen worden waren und die damit in das „verheißene 44