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Kris hat eine klare prophetische Stimme, die zur Veränderung aufruft. In diesem Buch beauftragt er uns, die Erde nach dem Vorbild des Himmels zu gestalten. Auf der Reise durch dieses Buch lernen wir mit einem übernatürlichen Glauben und Mut zu leben und den Reich-Gottes-Auftrag, die Gesellschaft zu verändern, anzunehmen.

Ché Ahn

Senior Pastor, Harvest Rock Church Präsident und Gründer, Harvest International Ministries

Wie bereits Kaleb und Josua, so sind auch wir von Gott beauftragt, sein Reich mit Macht und Liebe, Integrität und einem Gefühl von Sieg zu bauen. „Wie im Himmel also auch auf Erden“ motiviert junge Christen und langjährige Gläubige gleichermaßen, die Dinge abzuschütteln, die sie daran hindern, Gott nachzufolgen. Ich habe in diesem Buch so viel gelernt, dass ich es noch einmal lesen werde.

John Arnott Toronto Airport Kirche

Unser sehr guter Freund, Kris Vallotton, vermittelt eine positive detaillierte Vision für die Gemeinde. Er beschreibt, wie wir einflussreiche Auslöser für Veränderung in der Welt werden und dies in Kraft und Liebe tun. Er und seine Gemeinde haben unsere eigene Familie durch echte Liebe und Freundschaft verändert und sehr ermutigt. Kris fordert unsere Denkweisen heraus und liefert die eine oder andere umstrittene Ansicht. Dabei fordert er die Gemeinde auf, die Welt zu verbessern, anstatt sich vom Teufel die Zukunft stehlen zu lassen. Dies ist die Aufgabe von uns Christen und


Leitern. Wir freuen uns auf die „Letzten Tage“, in denen Gott sich selbst verherrlichen und sein Sohn in wunderbarer Macht und Majestät zurückkehren wird.

Rolland und Heidi Baker Gründer und Vorsitzende, Iris Ministries Kris Vallotton lebt was er schreibt. Er ist ein Revolutionär und steckt mich mit seiner Begeisterung an. Er versteht menschliche Beziehungen und Dynamiken, die Erweckung auslösen. Ich bin froh, dass er auf unserer Seite ist. In diesem Buch gibt er Offenbarungen weiter, und noch viel wichtiger, er steckt uns mit Gottes Feuer an. Lies das Buch nicht nur, sondern lass dich von Gottes lebendigem Feuer anstecken.

Harold R. Eberle Gründer von Worldcast Ministries Die Perspektive, die dieses Buch auf die erlebbare geistliche Welt liefert, ist mit einem Blick auf die Erde durch „Google Earth“ vergleichbar. Dieses Buch vermittelt dem Leser, Kris‘s Kernbotschaften der letzten paar Jahre. Es gelingt ihm Momentaufnahmen von dem wiederzugeben, was der Heilige Geist in den „Letzten Tagen“ des apostolischen Zeitalters tut. Kris fordert uns heraus, unsere Denkmuster zu hinterfragen und neue Denkweisen, die für unsere Generationen entscheidend sind, zu entwickeln. Bitte lies dieses Buch mit einer Erwartung auf Veränderung.

Danny Silk

Familienpastor in der Bethelgemeinde Autor der Bücher Kultur der Ehre und Erziehung mit Liebe und Vision


Niemand kann ein Buch aus der Bethelgemeinde, Redding, Kalifornien, verstehen, ohne ein Bewusstsein der Kultur und Atmosphäre zu haben, in der das Buch entstanden ist. Vor Kurzem hatte ich das Privileg, eine Woche in der Bethelgemeinde mit ihren Leitern, ihren Mitgliedern, ihren Studierenden und lauter hingegebenen Nachfolgern zu verbringen. Die „Kultur der Ehre“ ist dort bekannt. Ich kann dir garantieren, dass das, was in diesem Buch beschrieben wird, Realität ist und tatsächlich gelebt wird. Kris Vallotton zu kennen bedeutet, eine Kultur zu erleben, in der Ehre gelebt wird. Der Autor dieses Buches lebt, was er schreibt, und ist dabei zielgerichtet, direkt, prophetisch und freundlich. Wenn man sich durch das, was auf diesen Seiten geschrieben wurde, beleidigt fühlt, liegt das sicher teilweise daran, dass man Kris nie persönlich kennengelernt hat. Ein anderer Grund ist, dass dieses Buch die Traditionen, die uns ein Leben lang beigebracht wurden, hinterfragt. Ehre ist nicht von Gunst, Respekt und Akzeptanz zu trennen. Wenn jemand sich dazu entscheidet, mit Ehre in seinem Leben zu leben, wie es das gesamte Bethelteam tut, werden diese Werte ein sichtbarer Teil seines Lebens sein. Ja, du wirst durch dieses Buch herausgefordert werden und schockiert sein. Das Buch „Wie im Himmel also auch auf Erden“ zu lesen, ist ähnlich wie im Regen zu stehen und kaltes Wasser über dein Gesicht fließen zu lassen. Zunächst mag der Blick auf dein Umfeld verschwommen sein, aber sobald sich der Himmel lichtet, der Regen vorüberzieht und dein Blick klar ist, wirst du für immer verändert sein.

Jack Taylor Präsident, Dimensions Ministries Melbourne, Florida


Die Gemeinde, an die wir normalerweise denken, kann einigen Individuen helfen, aber bietet wenig nötige Mittel, um unsere Gesellschaft zu erneuern. Warum? „Wie im Himmel also auch auf Erden“ ist das aufschlussreichste Buch, auf das ich je gestoßen bin, um diese Frage zu beantworten. Kris Vallotton bietet kreative Vorschläge, um die Schwächen unserer Vergangenheit anzugehen und unsere Gemeinden in kraftvolle, positive und produktive Orte zu verwandeln. Ich möchte Teil von dieser Art Gemeinde sein, von der wir hier lesen. Ich glaube, du wirst mir dabei zustimmen!

C. Peter Wagner Gründer und Vorsitzender, Emeritus, Wagner Leadership Institute


Verändere die Welt in der du lebst

Wie im

Himmel

also auch auf

Erden

KRIS VALLOTTON


Am

Ende der Zeit werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen. Apostelgeschichte 2,17 (NGÜ)


Ich widme dieses Buch den Kindern meiner Kindeskinder. Obwohl wir uns erst im Himmel treffen werden, möchte ich euch wissen lassen, dass ich bei jedem Wort dieses Buches an euch gedacht habe. Ich werde euch weiterhin im Herzen tragen. Ihr werdet die Antwort auf meine Gebete und die Erfüllung meiner Prophetien sein. Während ihr dieses Buch lest, werde ich euch aus dem Himmel zuschauen. (siehe Hebräer 12,1)


Copyright © 2010 by Kris Vallotton Originally published in English under the title: „Heavy Rain“ from 03.2012 „How heaven invades earth“ published by Regal from Gospel Light Ventura, California USA www.regalbooks.com All rights reserved Deutsche Ausgabe: © 2012 Grain-Press,Verlag des Fördervereins Grain-House e.V. Marienburger Str. 3 71665 Vaihingen/Enz eMail: verlag@grain-press.de Internet: www.grain-press.de Übersetzung aus dem Englischen: Übersetzung Lisa Pagel Satz: Grain-Press Cover: Grain-Press, Adaption der Originalvorlage. Druck: Schönbach Druck, Erzhausen. Bibelzitate sind, falls nicht anders angegeben, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985 entnommen. Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. ISBN 978-3-940538-21-5 (Amerikanische Originalausgabe: ISBN 978-0-8307-5664-3)


Inhaltsverzeichnis Vorwort von Bill Johnson

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Einleitungen: Das Gebet

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Die Kirche erneuern

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Das aufkommende apostolische Zeitalter

67

„Herr Gorbatschow, reiß die Mauern nieder!“

89

Unverschämter Mut

123

Im Land der Riesen leben

163

Eisen schärft Eisen

187

Vision entwickeln und Herzen gewinnen

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Den Kosmos beeinflussen

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Eine wunderbare Welt

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Wie im Himmel also auch auf Erden

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Vorwort von Bill Johnson Die Jünger erwarteten jeden Moment, dass Jesus sein Reich auf Erden bauen würde. Sie verließen sich auf denjenigen, der fähig war, Essen zu multiplizieren und Kranke zu heilen. Sie erwarteten von Jesus, dass Israel seinen rechtmäßigen, einflussreichen Platz wie zu Zeiten der Könige David und Salomo wieder einnehmen würde. Städte und Nationen würden dann, als Erfüllung eines lang erwarteten Versprechens, unter der glorreichen Herrschaft ihres Messias‘ leben. Diesem Gedanken galt ihre ganze Aufmerksamkeit, sodass sie sogar über ihre Stellung in seinem Reich wetteiferten. Sie versuchten manchmal sogar, Jesus durch ihre Mütter zu überzeugen, dass Jesus sie als Mitregenten einsetzen soll. Sie warteten auf ein konkretes Ereignis, durch das Jesus plötzlich zum König befördert werden würde. Ihr Denken und dementsprechend auch ihre Erwartungen, wiesen dabei einen entscheidenden Fehler auf. Deshalb erzählte Jesus ihnen eine Geschichte, oder genauer gesagt eine Parabel (siehe Lukas 19, 11-17). Er erzählte ihnen von einem Gutsbesitzer, der ein Pfund (einen Geldbetrag) an jeden seiner zehn Diener gab. Der Gutsbesitzer trug ihnen auf, dieses Geld zu investieren und einen Gewinn zu erzielen, sodass er diesen nach seiner Rückkehr erhalten würde. Als der erste Diener zu ihm kam, berichtete er, dass er zehn weitere Pfunde erwirtschaftet hatte. Daraufhin tat der Grundbesitzer etwas sehr Ungewöhnliches. Er sagte dem Knecht, dass er nun für 10 Städte zuständig sei. Von einem Moment auf den anderen wurde der Knecht vom treuen Diener zum Machthaber. Dieses Gleichnis macht mindestens zwei der Aspekte, die die Jünger nicht gesehen hatten, deutlich. Das erste war, dass 13


Wie im Himmel also auch auf Erden

sie ein plötzliches Ereignis erwarteten, um Jesus Herrscher über Städte und Nationen zu machen. Jesus nahm sie indes in einen Prozess des treuen Verwaltens hinein. Jesus lehrt uns mit dieser Parabel ganz einfach die Dinge treu zu verwalten, die Gott in unsere Hände legt. Das wiederum wird unseren Einfluss auf die Menschheit, in diesem Fall Städte, erweitern. Zweitens zeigt es, wie wir selbst befördert werden, und zwar, in dem wir treu erfüllen, was auch immer Gott uns aufträgt. Vom Bediensteten zum Stadthalter werden ist eine große Beförderung. Da diese Beförderung des Dieners als Verwalter einer ganzen Stadt den Einfluss des Königs der Könige herbeiführt, sehen wir eine praktische Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden. Diese Geschichte zeigt, wie einfach das Thema „Reich Gottes“ sein kann. Um diese Botschaft geht es in „Wie im Himmel als auch auf Erden“. Mein guter Freund und Autor, Kris Vallotton, leistete eine großartige Arbeit und betont das Herz Gottes für die Kirche in den „Letzten Tagen“ hervor. Du wirst in diesem Buch weder Diagramme noch Vorhersagen über den Antichristen oder Diskussionen über Schicksale und andere zentrale Streitpunkte finden. Stattdessen ist dies ein Buch über das Herz Gottes. Die Entdeckung des Herzens Gottes prägt unsere Haltung, unseren Fokus und unsere Prioritäten mehr als alles andere. Das ist es, was mich an diesem Buch begeistert. Kris‘ Aufmerksamkeit liegt nicht auf kuriosen Erkenntnissen, sondern auf der Auseinandersetzung mit den Bereichen, in denen wir Verantwortung tragen. Seine Erkenntnisse lehnen sich an den Grundsatz des Evangeliums an: „Was ihr ohne Glaube tut ist Sünde“. Wir müssen vorsichtig mit jeder Lehre von den „Letzten Tagen“ sein, die keinen Glauben an Gottes Versprechungen beinhaltet. Vor vielen Jahren hörte ich einen Mann Gottes sagen, dass 14


wenn die Werke des Teufels offensichtlich sind, dann deshalb, weil er dazu gezwungen wurde, sichtbar zu werden. Der Teufel zieht es vor, sich auf der hintersten Kirchenbank zu verstecken. Klar und offensichtlich identifizierbar zu sein ist für ihn keine Trumpfkarte. Es ist vielmehr seine letzte Karte. Wenn ich jemals eine Analogie gehört habe, die die Stunde in der wir leben beschreibt, dann ist es diese: Wir leben in einer Zeit, in der das Böse in der Welt immer stärker ausgeprägt scheint, während zugleich die Herrlichkeit Gottes in und an der Kirche glorreicher und offensichtlicher in Erscheinung tritt. Dick Joyce, ein Prophet und guter Freund von Kris und mir, teilte einmal ein prophetisches Wort mit uns. Das Wort lautete in etwa: „So wie ein Juwelier ein schwarzes Samttuch auf seiner Ladentheke ausbreitet, um dort seine kostbaren Edelsteine auszustellen, wird der Herr die Dunkelheit der Welt als Kulisse für seine eigene Herrlichkeit, die an der Gemeinde sichtbar wird, gebrauchen.“ Mir hilft dieses Wort die Spannung zu erklären, wenn wir hören, dass sowohl die Dunkelheit als auch das Licht zunehmen wird. Wir müssen lernen, unabhängig von den Umständen der Welt, Menschen mit großer Hoffnung zu sein. Jesus hat immer einen siegreichen Plan. Es liegt an uns, diesen Plan zu entdecken und umzusetzen. „Wie im Himmel also auch auf Erden“ wird sicher eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung des Volkes Gottes spielen, in der sie ihren bedeutsamen Platz in diesen glorreichen Tagen einnehmen werden.

Bill Johnson Sen. Pastor Bethel Church Autor von Der Himmel bricht herein, Gottes Angesicht sehen, Neues Denken neue Vollmacht 15


Wie im Himmel also auch auf Erden

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Einleitung: Das Gebet

Danksagungen Kathy: Du bist die Frau meiner Träume und meine beste Freundin. Danke, dass du an mich geglaubt hast, als ich so kläglich versagt habe und danke, dass du mich immer erinnert hast, dass ich zu Gott gehöre. Mama: Danke, dass du mich mein ganzes Leben lang unterstützt hast. Großvater: Du hast mir beigebracht, was es heißt ein Mann zu sein und hast mich geliebt, als mein Vater starb und ich erst drei Jahre alt war. Obwohl du nun schon bei Gott bist, lebt dein Leben durch mich weiter. Jamie und Marty: Ich liebe euch beide sehr. Ich bin sehr stolz, dass ihr beide ein Teil meines Erbes seid. Eure Ermutigung in meinem Leben ist unbezahlbar. Ihr seid beide Weltklasse-Leiter. Shannon und Cameron: Ich liebe euch. Ihr inspiriert mich auch an die Menschen zu glauben, die andere links liegen lassen würden. Eure Arbeit als Pastoren der Gemeinde „Mountain Chapel“, dem Ort an dem diese Bewegung begonnen hat, ist herausragend. Jason: Ich liebe deine Weisheit in meinem Leben. Dein Einblick in das Reich Gottes ist nichts anderes als übernatürlich. Deine Stärke hat mich in schweren Zeiten oft ermutigt weiterzumachen. Ich liebe dich, mein Sohn. Gene: Dein Leben inspiriert uns alle. Deine Fähigkeit unmögliche Hindernisse zu überwinden gibt mir Mut anderen Gottes Liebe weiterzugeben. Ich bin stolz auf dich, mein Sohn. Bill und Beni: Mit euch gemeinsam Gott zu dienen ist ein Traum, der wahr geworden ist. Euer Beispiel in meinem Le17


Wie im Himmel also auch auf Erden

ben und in der Gemeinde Christi inspirierte mich, dieses Buch zu schreiben. Bill Derryberry. Dein Leben inspiriert mich. Nicht zuletzt deine Liebe hat mich wieder gesund werden lassen. Danny, Dann, Charlie und Paul: Ihr habt mir geholfen, mein Leben, meine Ideen und meine Berufung zu gestalten. Ich liebe euch von ganzem Herzen. Bethel Team: Wow! Ihr seid unglaublich! Es ist ein Privileg, mit euch gemeinsam zu dienen.

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Einleitung: Das Gebet

Einleitung Das

Gebet

Inmitten der dunkelsten Epoche menschlicher Geschichte besaß Jesus die Kühnheit uns ein Gebet zu lehren, das so mächtig ist, dass es die menschliche Vernunft regelrecht herausfordert. Seine Worte, die vor dem Hintergrund großer Not gesprochen wurden, würden uns als „Vater Unser“ für immer in Erinnerung bleiben. Inmitten römischer Unterdrückung, kurz vor dem Beginn der Herrschaft des niederträchtigen Kaisers Nero, wandte sich Jesus an eine kleine Ansammlung von Nachfolgern und sagte: „Betet, dass meines Vaters Reich komme und sein Wille geschehe, auf Erden wie im Himmel.“ War dieses Gebet eine Art Wunschdenken, das dazu bestimmt war, von Milliarden gebetet, aber nur von wenigen in einer fernen Ewigkeit erlebt zu werden? Nein, ich denke nicht! Ich bin der Meinung, Jesus erwartete, dass wir glauben, wir können den Himmel auf die Erde holen. Doch der Planet scheint unter dem starken Druck drohenden Unheils zu stöhnen. Heutzutage ist jede Person durchschnittlich mehr schlechten Nachrichten in einer Woche ausgesetzt, als jemand vor hundert Jahren in seinem gesamten Leben gehört hat. Wird die Erde untergehen, oder entwickelt sie sich positiv? Ist die globale Erwärmung der Beginn einer unerträglichen Hitze, die unsere Erde schlussendlich auf einen heißen Stein reduzieren wird, der hoffnungslos durch das All fliegt? Wird das Böse schließlich über das Gute triumphieren, sodass Terroristen sogar das Leben der Gerechten angreifen, uns unserer unschuldigen Kinder 19


Wie im Himmel also auch auf Erden

berauben und diese missbrauchen werden? Wird ein wahnsinnig gewordener Diktator letztendlich auf den Knopf drücken und uns in die Luft sprengen, damit wir für immer in Vergessenheit geraten? Das sind die großen Fragen unserer Zeit. Diese drängenden Themen bedrücken unsere Herzen und erwarten echte, anspruchsvolle Antworten. Die Dringlichkeit dieser Fragen wird dadurch verschärft, da die Zukunft unserer Kinder davon abhängt, diese Fragen richtig zu beantworten.

Wenn der Himmel hereinbricht Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir eine Vielzahl von Wundern brauchen, um zu sehen, dass das „Vater Unser“ beantwortet und unsere Bestimmung erfüllt werden wird. In seinem Bestseller, „Der Himmel bricht herein“, ruft Bill Johnson den Leib Christi dazu auf, zu den Ursprüngen, in denen Übernatürliches zum Leben eines Christen dazugehörte, zurückzukehren. Er fordert alle Christen auf in Zeichen und Wundern zu wandeln. Nicht zuletzt Jesus stellt das in der Bibel, unter anderem im Markusevangelium, deutlich heraus: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird‘s ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird‘s besser mit ihnen werden. (Markus 16, 16-18)

Jesus wollte nie, dass Wunder ihren Zweck in sich selbst erfüllen. Stattdessen sollten sie eine Einladung in das überge20


Einleitung: Das Gebet

ordnete Reich Gottes sein und als Katalysator für kulturelle Transformation dienen. Jesus erzählte den Einwohnern der Stadt Kapernaum, „Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Taten geschehen wären, die in dir geschehen sind, es stünde noch heutigen Tages.“ (Matthäus 11,23)

Zu den Einwohnern der Städte Chorazin und Betsaida, sagte er. „Wehe dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wären solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen, wie sie bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche Buße getan.“ (Matthäus 11,21)

Die Botschaft unseres Herrn ist klar: Wunder sind dazu da, um eine Welt in Erweckung herbeizuführen. Heutzutage gibt es einige Leute, die uns daran erinnern wollen, dass Jesus ein Urteil über die drei neutestamentlichen Städte, die nicht umkehren wollten, gesprochen hat. Ich möchte auf ein paar Dinge im Zusammenhang mit den Urteilen Jesu hinweisen. Zunächst einmal waren die einzigen Städte, die Jesus zurechtwies, Städte, die seine unglaublichen Wunder erlebt hatten. Wenn Menschen die übernatürlichen Auswirkungen des Reiches Gottes erfahren, z.B. dass die Toten auferstehen, die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen geheilt und Menschen frei von dämonischen Einflüssen werden, dann erleben sie die Einflüsse zwei kontrastierender Reiche. Das wiederum bietet ihnen die Gelegenheit zur Umkehr. Eine Kirche, die die wunderbaren Wer21


Wie im Himmel also auch auf Erden

ke Christi nicht auslebt, versäumt es, der Welt die Chance zur Umkehr zu bieten. Diese Art von Kirche hat kein Recht, Menschen für ihren Lebenswandel zu verurteilen. Ohne Wunder wird das Reich Gottes auf bloße Worte, Bibelkonzepte und gute Werke reduziert. Wohltätigkeitsvereine wie der „Lions-Club“, der „Rotary-Club“ oder der „Mousse-Club“ streiten sich um den ersten Rang des besten Musterbeispiels für soziales Engagement. Was diese Vereine leisten, ist in der Tat wichtig und gut. Es ist jedoch außer Frage, dass wir als Christen in unserem Handeln nicht nur diesen Vereinen nacheifern, sondern außerdem die Kraft unseres himmlischen Königs aufzeigen. Dann erfüllen sich die Worte des „Vater Unsers“ und der Unterschied zwischen Dunkelheit und Licht wird deutlich. Es gibt noch einen Punkt, den ich bezüglich der Urteile Christi hervorheben möchte: Macht es nicht Sinn, dass ein Wunder vollbringender und sündlos lebender Retter, der die ganze Welt geschaffen hat, starke Gefühle gegenüber dem Schicksal von Städten hat? Meiner Meinung nach sollten Menschen wie du und ich etwas mehr Geduld mit denen haben, die noch in der Dunkelheit verloren sind. Schließlich haben wir den Eintritt in das Reich Gottes durch den geschundenen Rücken Jesu und seine vernarbten Hände erhalten (und nicht durch unsere eigenen Werke).

Mehr als Wunder Wunder, die Sodom, Tyre und Sidon möglicherweise verwandelt hätten, jedoch ausblieben, ereigneten sich in Städten wie Kapernaum, Chorazin und Betsaida. Dennoch führten sie in diesen Städten nicht zu städteweiter Transformation. Vielleicht sagte Jesus deshalb, „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; 22


Die Kirche erneuern

denn ich gehe zum Vater.“ (Johannes 14,12). Ohne dass Gläubige die Wunder Jesu ausüben, wird der Planet weiterhin in eine tiefere Dunkelheit geraten. Die Erdbevölkerung wird dann von dämonischen Kräften beeinflusst werden. Hoffnungslosigkeit wird die Erde wie eine dicke, schwarze Wolke umgeben. Es stimmt, dass übernatürliche Werke ein wichtiger Bestandteil von Erweckung sind. Wunder allein führen jedoch nicht immer und unbedingt zur Transformation einer Stadt. Das macht Jesus in den Evangelien deutlich. Deshalb bleibt die Frage: Wie kann der Himmel die Erde in einer Weise durchdringen, dass die Erde dem Himmel ähnlicher wird? Das ist das Thema dieses Buches. Möge der Herr dir beim Lesen dieses Buches begegnen und dich bevollmächtigen, die Welt zu verändern.

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Wie im Himmel also auch auf Erden

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Die Kirche erneuern

Kapitel 1: Die

Kirche erneuern

Bürokratie ist wie ein Gerüst um ein Haus errichtet, um es anzumalen, doch dann für 25 Jahre das Gerüst statt das Haus anzumalen, bis das Haus schließlich zu Boden fällt.

PAUL MANWARING Die Gemeinde ist die von Gott beauftragte Instanz für Transformation in der Welt. Doch der Leib Christi braucht eine erneute Reformation, damit er selbst, angesichts einer dunklen Welt voller Unterdrückung, zu einer Quelle des Lebens werden kann. Die Reformation, die wir brauchen, zeigt sich in dem Gleichnis der zwei Brüder, die verschiedene Entscheidungen trafen. Beide Entscheidungen führten jedoch zu dem gleichen Ergebnis, Trennung von ihrem Vater. Für einige von uns wird Veränderung dann kommen, wenn wir wie der verlorene Sohn die Schweinefarm des verarmten Denkens verlassen und uns stattdessen von der radikalen väterlichen Liebe erneuern lassen. Nur dann können wir die zerfetzten Lumpen ablegen, unser Waisenhaus hinter uns lassen und den prächtigen Mantel der königlichen Familie anziehen. Unser himmlischer Vater wartet gespannt darauf, jedem in seinen Träumen zu begegnen. Er ist bereit, uns mit seinem „Gewand der Identität“ wiederherzustellen, uns mit seinem „Ring der Autorität“ zu befähigen und unseren Ver25


Wie im Himmel also auch auf Erden

stand durch die „Sandalen der Reinheit“ zu erneuern. Die Riemen der Sandalen trennen uns von der Verunreinigung durch weltliches Denken. Sie stellen sicher, dass wir unser wahres ewiges Erbe erhalten. Währenddessen haben viele von uns, zurückgeblieben auf der Farm, vergessen wie man feiert, so wie es bei dem Bruder des verlorenen Sohns der Fall war. Sie haben ihr eigenes Erbe völlig aus den Augen verloren und ihr Leben als Söhne durch ein Leben, das vorwiegend aus Verzicht und Dienst besteht, eingetauscht. „Aufopferung“ und „Dienerschaft“ sind wichtige Attribute im Reich Gottes, solange sie die Werte von Familie einschließen, diese jedoch nicht ersetzen.Wenn die Gemeinde diesem Denken ein Ende setzen soll, dann muss sie alte religiöse Verhaltensmuster erkennen, die den Bau des Reich Gottes verhindern. Stattdessen müssen wir uns neu neben unserem Vater positionieren, um die gemeinsame Ernte willkommen zu heißen. Dieses Ziel verkörpert einen deutlichen Richtungswechsel im Gegensatz zu der Gemeinde, in der die meisten von uns groß geworden sind. Dieser Wandel vollzieht sich in einem neu anbrechenden Zeitalter.

UNSER HIMMLISCHER VATER WARTET GE-

SPANNT DARAUF, JEDEM IN SEINEN TRÄUMEN ZU BEGEGNEN.

Vom Konfessionsdenken zur Apostelschaft1 1998 zogen meine Frau, Kathy und ich nach Redding, Ka1 Anmerkung des Übersetzers: Apostelschat ist im deutschen Kontext ein weitestgehend unbekannter Ausdruck. Er bezeichnet die Gemeinden, die von einem Pastor geleitet werden, der das „apostolische Amt“ des fünfältigen Dienstes als seine Berufung und seinen Autrag ansieht. Auf den folgenden Seiten wird der Begrif mehr Gestalt gewinnen.

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Die Kirche erneuern

lifornien, um die „Bethel School of Supernatural Ministry“2 zu gründen. Noch im selben Jahr lag ich eines Morgens auf dem Boden und betete, als der Herr verblüffend deutlich zu mir sprach. Er sagte: „Es kommt eine neue Zeit, die jetzt beginnt. So ähnlich wie es die Reformation gegeben hat, die den Protestantismus einläutete, wird eine erneute Reformation kommen, die die Fundamente des Christentums neu ans Licht bringen wird. Diese durch den Heiligen Geist inspirierte Bewegung wird Ideologien und Philosophien bezüglich dessen, was Gemeinde ist und wie diese funktioniert, neu bestimmen.“ Ich fragte ihn „Wie wird diese Veränderung aussehen?“ Er sagte „Meine Gemeinde wird sich aus dem „Konfessionsdenken“ lösen und zu „Apostelschaften“ werden. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutete. Deshalb fragte ich ihn, was denn der Unterschied zwischen „Konfessionsdenken“ und „Apostelschaft“ sei. Er erklärte mir, dass sich Gläubige im Rahmen des Konfessionsdenkens aufgrund von gemeinsamen Ansichten bezüglich der Lehre versammeln, und sich trennen, wenn sie nicht mehr übereinstimmen. In „apostolischen“ Gemeinden versammelt sich die Gemeinde indes um Väter, Mütter und Familien. Der Herr benutzte den Begriff Konfessionsdenken, beziehungsweise „Konfessionalismus“ und nicht „Konfessionen“. Das Suffix „ismus“ weist darauf hin, dass es sich um eine Ideologie handelt, vergleichbar mit Ideologien wie Kommunismus, Sozialismus und Humanismus. Diese Ideologien basieren auf Verzerrungen der Wahrheit. Sie haben häufig einen bösartigen Ursprung und sorgen für Unterdrückung, wo auch immer sie an Einfluss gewinnen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass das „ismus“ des 2 Anmerkung des Übersetzers: Die „Bethel School of Supernatural Ministry“ ist die Jüngerschatsschule der Bethelgemeinde in Redding, Kalifornien.

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Wie im Himmel also auch auf Erden

Konfessionalismus so etwas wie ein „böser Geist“ ist. Die „Konfessionalismus-Ideologie“ findet sich nicht nur in konfessionsgebundenen Gemeinden, sondern genauso in konfessionslosen Gemeinden und einigen apostolischen Netzwerken.

WIR WURDEN EINST PROTESTANTEN GE-

NANNT; WEIL WIR AUS EINEM PROTEST GEGEN LEHRSÄTZE ENTSTANDEN SIND.

Es ist leicht erkennbar, dass Konfessionen in der Teilung wurzeln, die die protestantische Reformation des 16. Jahrhunderts mit sich brachte. Wir wurden einst Protestanten genannt, weil wir aus einem Protest gegen Lehrsätze entstanden sind (das Wort bedeutete ursprünglich „Pro-Testament“, nahm aber bald die Bedeutung Protestant an), der bis heute andauert. Sowohl die protestantische Reformation als auch die Bewegungen, die aus ihr hervorgegangen sind, betonen, dass die Übereinstimmung in der Lehre wichtiger als Beziehungen sind. Diese Priorität prägt eine Kultur, die ständig der Gefahr ausgesetzt ist, dass sich Menschen am Kernpunkt dessen, was sie zusammenhält, spalten.Viele Gläubige geben zu, dass beschädigte Beziehungen und Kirchenspaltungen kostspielig sind. Das Konfessionsdenken führt sie jedoch häufig zu dem Schluss, dass der Weg dies zu vermeiden ist, Wege zu einer Konformität in der Lehre zu erzwingen. So dass Meinungsverschiedenheiten nicht entstehen können. Deshalb schafft das Konfessionsdenken auch eine Kultur, die kritisch gegenüber jedem eingestellt ist, der über den Tellerrand hinaus blickt. Sie fürchtet jegliche neue Inspiration. Leiter, die diesem Geist unterliegen, haben mehr Vertrauen darin, dass der Teufel ihre Gläubigen verführen könn28


Die Kirche erneuern

te, als das sie dem Heiligen Geist vertrauen, der die Fähigkeit hat, die Gemeindemitglieder in alle Wahrheit zu führen. Pastorale Leiter, die in dem Konfessionsdenken gefangen sind, widerstehen neuen Denkweisen und Eindrücken. Sie wissen, dass neue Ideen Meinungsverschiedenheiten hervorbringen und dass daraus folgende Uneinigkeit das Zentrum der Gemeinde angreift. Wenn ich über Konfessionsdenken rede, vergleiche ich es oft mit dem Bild geteilter Nationen. Ich beziehe mich dabei auf die Art und Weise wie dieser Geist unsere Fähigkeit, Völker zu Jüngern zu machen beschränkt. Wir sind aufgerufen, Nationen zu Jüngern zu machen, statt Völker zu teilen.

Die Katholische Kirche Es hilft uns, die Katholische Kirche, als Mutter der Kirchen, mit der protestantischen Bewegung zu vergleichen, um einen wichtigen Einblick in verschiedene Kirchenmodelle zu bekommen. Lasst uns einmal die triviale Frage stellen: Wie oft hat sich die Katholische Kirche in den letzten 2000 Jahren geteilt? Die richtige Antwort ist drei Mal. Wie oft hat sich, im Gegensatz dazu, die Protestantische Kirche seit der Reformation geteilt? Vielleicht sollten wir die Frage vereinfachen: Wie oft hat sich die Protestantische Kirche diesen Monat geteilt? Noch eine Frage:Wie nennen die Katholiken die geistlichen Leiter einer lokalen Gemeinde? Die richtige Antwort lautet: Vater! Bekommst du bereits ein wenig Verständnis, worauf ich hinaus will? Der Apostel Paulus hat es folgendermaßen formuliert: „Denn selbst wenn ihr Tausende von Erziehern hättet, die euch in eurem Christsein voranbringen, hättet ihr deswegen noch lange nicht tausend Väter. Dadurch, dass ich euch

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Wie im Himmel also auch auf Erden

das Evangelium verkündet und euch zum Glauben an Jesus Christus geführt habe, bin ich euer Vater geworden.“ (1. Korinther 4,15, NGÜ)

In den 1960ern predigten katholische Priester auf Latein. Ich denke, es ist eindeutig, dass Katholiken einen Gottesdienst nicht in erster Linie wegen der Predigt besuchten. Offensichtlich konnte kaum jemand von ihnen auch nur die Sprache verstehen. Als Protestanten ist uns die Konsequenz des Weglassens der Predigt sehr bewusst. Daher schätzen wir sie besonders. Doch warum gehen Katholiken in die Kirche? Ich möchte vorschlagen, dass sie nicht in die Kirche gehen, um in allem übereinzustimmen, sondern um ihrer geistlichen Familie Treue zu erweisen. Ist es möglich, dass als die Protestanten sich gegen schlechte Lehre auflehnten, sie als Preis mit ihren Beziehungen bezahlten und sich so einen neuen Fluch auferlegten, der genauso zerstörerisch ist.

IST ES MÖGLICH, DASS ALS DIE PROTESTANTEN SICH GEGEN SCHLECHTE LEHRE AUFLEHNTEN, SIE ALS PREIS MIT IHREN BEZIEHUNGEN BEZAHLTEN UND SICH SO EINEN NEUEN FLUCH AUFERLEGTEN, DER GENAUSO ZERSTÖRERISCH IST?

Konlikt verarbeiten Jeder von uns spricht mit einem Akzent, obwohl wir das selber oft nicht wahrnehmen. Erst wenn wir uns mit jemandem unterhalten, der mit einem anderen Akzent spricht, wird es uns bewusst. Natürlich denken wir dann, dass es die andere Person ist, die einen Akzent hat. 30


Die Kirche erneuern

Die meisten von uns erkennen nicht, dass wir auch mit einem Akzent sehen. Dieser visuelle Akzent ist eine Art Verarbeitungs-Filter. Diese Linse, mit der wir Informationen verarbeiten, formt unsere Weltsicht und unsere Sicht auf das Reich Gottes und die Bibel. Sie sorgt dafür, dass wir die Dinge nicht so sehen, wie sie sind, sondern so wie wir glauben, dass sie sind. Folglich schauen wir auf unsere Erwartungen, wenn wir unseren Glauben ausleben und die Bibel lesen.Wir suchen nach dem, was das bestätigt, das wir ohnehin schon glauben. In anderen Worten: Wir sehen nur das, was wir erwarten. Dr. Lance Wallnau, ein angesehener Autor und Lehrer, machte diese Erkenntnis auf einer kürzlich stattfindenden Konferenz deutlich. Er brachte ein Fass, gefüllt mit Fähnchen mit verschiedenen Farben, auf die Bühne und gab uns 30 Sekunden Zeit alle goldenen Fähnchen zu zählen. Dann bat er uns, unsere Augen zu schließen und fragte, wie viele rote Fähnchen in dem Behälter waren. Natürlich konnte niemand diese Frage beantworten, weil alle nur die goldenen Fähnchen gezählt hatten. Dies ist ein gutes Bild dafür, wie sehr wir dazu tendieren, unsere eigenen Grundwerte, Lebenserfahrungen und theologischen Lehrsätze in das hineinzuinterpretieren, was die Bibel sagt. Die Gefahr ist, dass wir die Bibel manchmal falsch auslegen, weil wir unsere Inhalte bewusst wählen. Die Linse des Konfessionsdenkens besteht deshalb, weil die Übereinstimmung in der Lehre im Vordergrund steht. Das hat zur Folge, dass Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gemeinde negativ betrachtet werden. Dementsprechend studiert jemand mit der Linse des Konfessionsdenkens biblische Begriffe und Konzepte mit dem Ziel, Meinungsverschiedenheiten auszuschließen und individuelle Ansätze und 31


Wie im Himmel also auch auf Erden

Ansichten zu vermeiden. Wir können diesen konfessionellen Ansatz erkennen, wenn wir beispielsweise die Herangehensweise an Begriffe wie „Loyalität“ und „Einheit“ beobachten. Im Konfessionsdenken wird „Loyalität“ oft als „mit dem Leiter übereinstimmen“ verstanden. Meinungsverschiedenheiten werden dementsprechend als „Untreue“ oder „Respektlosigkeit“ betrachtet. Die Wahrheit ist jedoch, dass sich wahre Loyalität erst zeigt, wenn wir nicht übereinstimmen. Die Loyalität Davids König Saul gegenüber zeigte sich nicht, als er als beliebter Schwiegersohn im Königspalast lebte, sondern vielmehr als er in der Wildnis lebte und als Rivale des Königs gehasst und verfolgt wurde. Wenn wir mit unserem Leiter übereinstimmen, werden wir ohnehin das tun, was der Leiter sich von uns wünscht, weil wir übereinstimmen. Erst wenn wir nicht mehr übereinstimmen, zeigt sich, ob unsere Beziehung standhält und den Test übersteht.

Einheit im Geist Einheit im Geist ist ein weiteres Beispiel für eine tiefe Wahrheit, die mit der Ansicht „Wir sollen alle übereinstimmen, damit die Welt glaubt, dass es Gott gibt“, gedeutet wird. Wenn wir die Bibel durch die Brille des Konfessionsdenkens betrachten, ersetzen wir Einheit im Geist mit Einheit im Wort (Übereinstimmung über die Wahrheit).

W

ENN WIR DIE BIBEL DURCH DIE BRILLE DES KONFESSIONALISMUS BETRACHTEN, ERSETZEN WIR EINHEIT IM GEIST MIT EINHEIT IM WORT.

Lasst uns einen der wesentlichen Abschnitte zum Thema „Einheit“ in der Bibel betrachten: das Gebet Jesu in Johannes 17: 32


Die Kirche erneuern

Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. (Johannes 17,18-23, Hervorhebung des Autors)

Ich habe viele Predigten zum Thema „Einheit“ gehört, in denen der Pastor die Gläubigen dazu ermahnt miteinander auszukommen. Ist dir indes schon einmal aufgefallen, dass es hier, im Gegensatz zu der weit verbreiteten Meinung, nicht um die Einheit zwischen Gläubigen, sondern um die Einheit zwischen dem Gläubigen und Gott geht? Schau dir das Gebet noch einmal genau an. Jesus betet zu seinem Vater, „damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein“. Es ist ein Leichtes anzunehmen, dass sich „damit sie alle eins seien“ auf die zwischenmenschliche Ebene bezieht. Jesus definiert es jedoch als „eins mit Gott sein“. Nun schau dir den nächsten Vers noch einmal an: „damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien“. Wieder liegt der Hauptfokus auf „ich in ihnen“. Nirgends schreibt Jesus, dass wir „ineinander“ eins sein sollen! Es dämmert den meisten von uns nicht, dass Jesus es nicht einmal schaffte, dafür zu sorgen, dass seine zwölf Jünger miteinander auskamen. Doch wenn wir diese Verse mit unserem konfessionellen Vorverständnis lesen, ist es uns ein Anliegen 33


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herauszustellen, dass Jesus gegen Meinungsverschiedenheiten ist. Wir wissen, dass Meinungsverschiedenheiten heutzutage Gemeindespaltungen zur Folge haben. Das hat wiederum zur Folge, dass wir an einer wesentlichen biblischen Wahrheit vorbeigehen. Gott möchte mit seinen Nachfolgern eins sein! Das Gebet, welches Jesus in Johannes 17 betet, ist tatsächlich eine Fortsetzung von dem Gespräch, das Jesus kurze Zeit vorher mit seinen Jüngern führte. Lasst uns Johannes 14 betrachten: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: ›Zeig uns den Vater‹? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Was ich euch sage, sage ich nicht aus mir selbst heraus. Der Vater, der in mir ist, handelt durch mich; es ist alles sein Werk. Glaubt es mir, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist.Wenn ihr immer noch nicht davon überzeugt seid, dann glaubt es doch aufgrund von dem, was durch mich geschieht. Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater. (Johannes 14, 9-12)

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Wir können sicher sein, dass Jesus nicht sagte, dass er der Vater sei, weil eine Stimme vom Himmel sagte, als er getauft wurde: „Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich Freude (...)“(Matthäus 3,17). Jesus redete nicht mit sich selbst. Er machte lediglich den Punkt deutlich, dass er und sein Vater eine unzertrennbare Einheit bilden. Wenn du beispielsweise blaue und rote Farbe mischst, dann entsteht die Farbe Lila. Jedes Mal, wenn du die Farbe Lila siehst, weißt du, dass sie nur aus einer Kombination der beiden Primärfarben entstanden sein kann. Ich würde dir nicht raten, sie 34


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wieder zu trennen, sobald sie einmal gemischt worden sind. Der Vater und der Sohn sind eine himmlische Einheit, die unser menschliches Verständnis oder unsere menschlichen Erklärungen vollkommen übersteigen. Jesus sagte, dass seine Werke (Wunder), Zeichen der Gegenwart Gottes waren, Gott wirkte durch ihn.Wir sind nicht in der Lage, diese Art der Einheit zu erklären, können sie jedoch durchaus erfahren. Es wird noch besser. Jesu Aussage schockiert uns regelrecht: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun“ (Johannes 14, 12). Lasst uns nun noch einmal die genannten Elemente gemeinsam betrachten. Jesus betete in Johannes 17, dass der Leib Christi so mit Gott vereint sein soll, wie er mit dem Vater eins ist. Diese Einheit beinhaltet auch, dass wenn Menschen uns sehen, sie den Vater erkennen.Wenn sie unseren Worten nicht glauben, können sie den Vater dennoch an unseren Taten erkennen, weil wir sogar größere Werke als Jesus vollbringen. Diese Art von Einheit wird die Welt erkennen lassen, dass das Reich Gottes nah ist!

DIESE

EINHEIT BEINHALTET AUCH, DASS WENN MENSCHEN UNS SEHEN, SIE DEN VATER ERKENNEN!

Apostolische Paradigmenwechsel In apostolisch geleiteten Gemeinden sind die Beziehungen wichtiger als Übereinstimmung in theologischen Lehransichten. Die Gemeinden fördern Beziehungen, wo sie nur können. Apostel unterstützen Bündnisse und familiäre Beziehungen, weil die Gläubigen aufgrund von Vätern und Familie, anstatt aufgrund von Überstimmungen in der Lehre zusammenkommen. Das ermutigt Menschen frei und krea35


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tiv zu denken, zu träumen, sich Gottes Gegenwart bewusst zu werden und den Heiligen Geist einzuladen. Die Sicherheit, die aus Beziehungen resultiert, fördert eine Umgebung, die neue Offenbarungen und Einsichten hervorbringt. Die Natur von Offenbarungen ist, dass Menschen neue Perspektiven einnehmen, tiefere Einsichten gewinnen, und außergewöhnliche Berührungen mit dem übernatürlichen Reich Gottes haben.

OFFENBARUNG WAR SCHON IMMER MEHR

EIN KIND VON BEZIEHUNG ALS DAS ERGEBNIS INTENSIVER STUDIEN.

Meinungsverschiedenheiten sind ein Teil von apostolischen Kulturen. Man kann sogar behaupten, dass die Kultur Meinungsverschiedenheiten ermutigt oder zumindest zulässt, indem sie sich an neuen Offenbarungen freut. Auseinandersetzungen über Lehransichten gibt es immer wieder dann, wenn Gläubige neu gewonnene Einsichten und Wahrheiten weitergeben, die alte, traditionelle Denkmuster Infrage stellen. Die Herausforderung in einer apostolischen Kultur ist, einen starken, respektvollen und liebevollen Umgang miteinander aufrechtzuerhalten, während man sich mit neuen Einsichten auseinandersetzt. Offenbarung war schon immer mehr ein Kind von Beziehung als das Ergebnis intensiver Studien. Jesus drückte dies so aus: „Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan (Johannes 15,15).“ Solange wir uns vor Gott wie ein Sklave verhalten, bleiben wir im Dunkeln, wenn es darum geht, Einsicht in das zu bekommen, was der Vater tut. Doch Freundschaft 36


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mit Gott öffnet die himmlischen Schatzkammern seiner Geheimnisse und enthüllt die Schätze, die in ihm verborgen liegen.

THEOLOGISCHE LEHRSÄTZE SIND DAZU GE-

DACHT, DURCH BEZIEHUNGEN GETRAGEN ZU WERDEN, ANSTATT IN DEN IDEENFABRIKEN THEOLOGISCHER AUSBILDUNGSZENTREN ZU ENTSTEHEN.

Mose wies darauf hin, dass Offenbarung in einem Beziehungszusammenhang steht, als er schrieb: „Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich, dass wir tun sollen alle Worte dieses Gesetzes (5.Mose 29,29)! Wenn Gott uns die Geheimnisse über sein Reich offenbart, werden sie Teil des Erbes, was von einer Generation zur Nächsten weitergegeben wird. Das können wir mit einem Familienunternehmen oder vererbten Familiengrundstücken vergleichen. Theologische Lehrsätze sind dazu gedacht, durch Beziehungen getragen zu werden, anstatt in den Ideenfabriken theologischer Ausbildungszentren zu entstehen. Dies erkennen wir im Leben von Josua, dem Mose die Hände auflegte und ihn segnete. Mose forderte ihn weder zu mühevollen Studien auf, noch verlangte er den Nachweis von jahrelanger Erfahrung. In 5.Mose 34,9 heißt es: Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt. Und die Israeliten gehorchten ihm und taten, wie der HERR es Mose geboten hatte.

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Über die Absichten des Vaters Ich sagte nicht, dass Übereinstimmungen in der Lehre innerhalb der Gemeinde nicht wichtig sind. Das sind sie. Sie stehen, meiner Meinung nach, nur nicht an erster Stelle. Ich möchte die Bedeutung der angemessenen Anordnung der Prioritäten an einem Industrieunternehmen deutlich machen. In Unternehmen gibt es zwei wichtige Abteilungen, die gegensätzliche Grundwerte haben. Die eine Abteilung ist der Produktionsbereich, der in der Regel eine „0-Fehler-Quote“ zum Ziel hat. Die andere Abteilung ist der Forschung und Entwicklung gewidmet. Diese enthält die Grundwerte „ausprobieren und Fehler machen“, um dadurch zu neuen Entdeckungen zu gelangen. Nehmen wir einmal das Beispiel des Apple Unternehmens. Als Apple sein neu entwickeltes iPhone auf den Markt brachte, hatten die Hersteller das Ziel, möglichst fehlerfreie Handys zu verkaufen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die das iPhone erfunden hat, machte bei der Produktentwicklung möglicherweise Hunderte von Fehlern. Wenn Apple versuchen würde, die Grundwerte des Produktionsbereichs auf die Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu übertragen, würden diese niemals etwas Neues erfinden. Das wiederum hätte zur Folge, dass Apple nichts auf den Markt bringen könnte und dementsprechend früher oder später Insolvenz beantragen müsste. Mit anderen Worten ausgedrückt, sind beide Abteilungen Teil eines hervorragenden Unternehmens. Der Erfolg der jeweiligen Abteilung wird jedoch nach unterschiedlichen Kriterien beurteilt. Fehler sind ein unvermeidlicher Teil von Erfindungen, doch der Niedergang jeglicher Produktion. Die Priorität der Meinungsgleichheit im Konfessionalismus schafft eine Kultur ohne Mängel, die wenig oder keinen 38


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Raum für Entdeckungen, Innovation, Erfindungen und Offenbarung lässt. Wenn ein wahrer, neuer Ansatz nicht schon beim ersten Mal vorbildlich wirkt, gilt die gesamte Offenbarung in der Regel als „Irrlehre“ und wird als „gefährlich“ schlechtgemacht und verworfen. Eine christliche Bewegung, das so genannte „Shepherding Movement“3, bietet ein passendes Beispiel. Die Bewegung entstand aus erstaunlichen Offenbarungen und Einsichten in Themenbereichen wie „Vaterschaft“, „Jüngerschaft“, „Autorität“ und „Rechenschaft“. Doch viele Leiter innerhalb dieser Bewegung benutzten ihre Erkenntnisse dazu, Kontrolle und Macht auszuüben, anstatt die Gläubigen zu befähigen und zu stärken. Deshalb verwarf die Gemeinde ihre Erkenntnisse als nicht biblisch. Das wiederum hinderte die Weiterentwicklung dieser wichtigen Themen. Zwei weitere Beispiele sind die „Latter Day Rain“4 und die „Manifest Sons of God“5 Bewegungen. Christen, die Teil dieser Bewegungen waren, hatten echte Erkenntnisse über die wahre Identität von Gläubigen. Doch viele Leiter dieser Bewegungen missbrauchten ihre Erkenntnisse, um ein geistliches Elitedenken zu fördern. Deshalb wurden die gesamten Erkenntnisse dieser Bewegungen als „ketzerisch“ verurteilt. Die „Kultur ohne Mängel“, die im Konfessionsdenken gelebt 3 Das „Shepherding Movement“ (Hirtenschatsbewegung) bezeichnet eine US-amerikanische Bewegung aus den 60er Jahren, die eine besondere Betonung auf die Verantwortlichkeit der Gemeindemitglieder gegenüber der Leitung legten. Jedes Gemeindemitglied sollte durch ein meist älteres Gemeindemitglied angeleitet werden. 4 Das „Latter Day Rain Movement“ (Regen der letzten Tage) steht für eine US-amerikanische Bewegung, die in den 40er - 60er Jahren ereignete. Dabei handelte es sich um eine charismatische Bewegung, die einen großen Wert auf Heilung, Prophetie und den Fünfältigen Dienst legten. 5 Die Vertreter der „Manifest Sons of God“ (augenscheinliche Söhne Gottes) traten im „Latter Day Rain Movement“ auf und glaubten an das baldige Wiederkommen Jesu Christi

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wird, ist deshalb ein Problem, weil wir sie in dem falschen Bereich anwenden. Unser Charakter und unsere Beziehung zu Gott gehören, bildlich gesprochen, in den „Produktionsbereich“. Dies sind Gebiete, in denen wir uns bemühen sollten, keine Fehler zu machen. Im Gegensatz dazu sollte das „Forschungs- und Entwicklungszentrum“ einer Gemeinde neue Erkenntnisse hervorbringen, mit dem Heiligen Geist experimentieren, in den Geistesgaben wandeln, mutige Glaubensschritte wagen, mit Gott träumen, das Unmögliche probieren, das Unvernünftige glauben, und so weiter. Natürlich existieren beide Abteilungen im Innern der gleichen Personen. Deswegen hinkt der Vergleich etwas. Es ist wichtig, dass wir die zwei Prioritäten, „Risiko eingehen“ und „nach Vollkommenheit streben“, gesund ausbalancieren und das in allen Bereichen unseres Lebens, wie in der Charakterbildung, in unseren Beziehungen und unserem Umgang mit neuen Erkenntnissen. Das Problem ist, dass Risiken eingehen zugleich oft für Durcheinander sorgt, Schwachstellen enthüllt und uns zeigt, was nicht funktioniert. Gleichzeitig führt uns dieser Prozess zu echter geistlicher Reife. Es ist unumgänglich, dass der Leib Christi eine Einstellung entwickelt, die Risiken gutheißt, ansonsten wird es dazu kommen, dass wir altes, von Maden zerfressenes Manna essen. Wenn wir das Licht der Welt sein sollen, dann müssen wir anfangen, innovative Einblicke in das Reich Gottes zu gewinnen, anstatt überholte, veraltete Philosophien wiederzugeben, die in den meisten Fällen einfach neu verpackte traditionelle Denkweisen sind. Apostolisch geprägte Gemeinden bevorzugen den „Ruf der Wildnis“ vor dem „Zirkus“. Ihre Mitglieder entscheiden sich bewusst dazu, ihr Leben innerhalb des natürlichen Lebensraums des Reiches Gottes aufs Spiel zu setzen, anstatt 40


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Touristen in der künstlichen Umgebung eines geistlichen Zoos zu werden.

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POSTOLISCHE GEMEINSCHAFTEN BEVORZUGEN DEN RUF DER WILDNIS VOR DEM ZIRKUS.

Das Reich Gottes beinhaltet ein ständiges Risiko Wenn wir den Ursprung der Schöpfung genau betrachten, sehen wir, dass Gott selbst ein Risikoträger ist. Er baute keine „Kindersicherung“ in den Garten Eden ein. Stattdessen pflanzte er zwei Bäume, den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Der Letztere würde den Menschen innerhalb von 24 Stunden, nachdem er die Frucht gegessen hat, umbringen (siehe 1.Mose 2,17). Gott gab dem Menschen die Möglichkeit, für immer zu leben, doch das nur mit dem Risiko der Todesstrafe. Lasst uns ein weiteres großartiges Beispiel des risikoreichen Lebens des Reiches Gottes betrachten. Jesus ging mit seinen zwölf Jüngern und seiner Mutter zu einer Hochzeitsfeier. Nachdem sie eine ganze Zeit gefeiert hatten, ging der Wein aus. Maria drängte Jesus dazu, neuen Wein zu machen. (Ich habe mich immer gefragt, woher Maria wusste, dass Jesus Wein machen kann.Vielleicht hatte er es zu Hause schon ausprobiert.) Johannes beschreibt diese Begebenheit in seinem Evangelium: Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten‘s, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den

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geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. (Johannes 2,9-10)

Die Worte „betrunken werden“ stammen in diesem Abschnitt von dem griechischen Wort methuo. Dieser Wortlaut bedeutet betrunken, oder berauscht sein. Jesus machte Wein für Menschen, die bereits betrunken waren! Gott wollte Betrunkenheit hier sicher nicht stillschweigend gutheißen. In keinem Fall wollte er Menschen ermutigen sich zu betrinken. Die Bibel macht das in einigen anderen Passagen sehr deutlich (siehe Epheser 5,18; Galater 5, 21). Doch Gott kontrolliert Menschen nicht.Tatsächlich bietet er viele Möglichkeiten. Er befähigt Menschen dazu, gute Entscheidungen zu treffen. Wenn wir gute Entscheidungen treffen, belohnt er uns. Wenn Gott die Möglichkeit der schlechten Optionen wegnehmen würde, würde er gleichzeitig die Möglichkeit zur Belohnung aufheben. Konfessionsdenken führt zu einer „kulturellen Säuberung“, in der Auswahlmöglichkeiten durch „religiöse Kontrolle“ ausgeschlossen werden. Leitende Hirten, in dieser Kultur, bringen Menschen bei, was sie denken, und nicht wie sie denken sollen. Wenn Menschen ihre Fähigkeit zu wählen gebrauchen, wird das, was in ihnen steckt, sei es gut oder schlecht, sichtbar werden. Die meisten Kulturen, die durch das Konfessionsdenken beeinflusst werden, sind völlig unvorbereitet, wenn es darum geht, Menschen aufzuzeigen, wer sie sind. Sie haben nicht gelernt Menschen zu befähigen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ohne sie zu kontrollieren. Im Gegensatz dazu schätzen apostolische Gemeinden Risiken, weil sie wissen, dass Glaube immer ein Risiko beinhaltet. Lediglich eine Kultur, die einen risikofreudigen Glau42


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ben lebt, kann Leben hervorbringen. Apostolische Kulturen weisen viel Freiheit auf. Diese Freiheit erlaubt Menschen Einfluss zu nehmen. Gleichzeitig lässt sie Raum, dass Menschen sich zurückziehen können und somit ihren Platz vielleicht erst später einnehmen. Um eine Kultur der Freiheit zu fördern, schaffen apostolische Kulturen bewusst befähigende Strukturen, um Menschen zu helfen, Verantwortung für ihre Entscheidung zu übernehmen. Das beinhaltet zugleich auch immer, dass Menschen die Möglichkeit gegeben wird, bei Versagen ihr selbst verursachtes Durcheinander wieder aufzuräumen. Mir ist aufgefallen, dass man Leute, die mit einem Konfessionsdenken aufgewachsen sind, daran erkennen kann, dass sie sich weigern selbst zu denken. Sie sind es gewohnt, dass ihre Leiter das Denken für sie übernehmen. Vor einigen Jahren habe ich diese Erfahrung im Zusammenhang mit unserer „School of Ministry“ gemacht. Das Schuljahr hatte gerade begonnen. Ich unterrichtete eine neue Gruppe von mehreren Hundert Schülern. Als ich meine Einsichten weitergab, forderte ich die Schüler auf, mir Fragen zu stellen. Ich ermahnte die Schüler dazu, Risiken im Glauben einzugehen und sich keine Sorgen wegen möglichen Versagens zu machen. Ein junger Mann hob seine Hand und fragte: „Du redest aber nicht von moralischem Versagen, oder?“ „Natürlich nicht“, antwortete ich. Ich unterrichtete weiter, bis die Hand des besagten jungen Mannes ein wenig später wieder in die Höhe schnellte. „Johnny hast du noch eine Frage?“ „Ja“, sagte er und sah dabei aus wie ein verlorener Hund: „du meinst damit aber nicht, dass wir Dinge tun sollen, wie im Glauben von einem Dach herunterspringen, um zu se43


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hen, ob Gott uns auffängt, oder?“ „Nein“, sagte ich, dieses Mal ein wenig ungeduldig. „Ich möchte dich auch nicht dazu überreden, dass du ein vergiftetes Getränk trinkst, oder darauf wartest, von fliegenden Untertassen getroffen zu werden.“ Johnny hörte nicht auf und stellte nach meinem Vortrag etwa fünf weitere Fragen im gleichen Stil. Mit jeder Frage wurde ich ein wenig frustrierter. (Ich war der Meinung, dass es keine dummen Fragen gibt. Doch Johnny zeigte mir, dass ich mit dieser Meinung falsch lag.) Schließlich hielt ich in völliger Verzweiflung inne und sagte: „Na gut, ihr alle. Seid ihr soweit? Schaltet eure Köpfe ein! Ihr habt Erlaubnis zu denken! Wenn ich etwas sage, was auf fünf verschiedene Arten aufgenommen werden kann, dann verarbeitet es bitte in der Art und Weise, in der es als Christ Sinn macht.“ Im Laufe der Monate lernte ich Johnny besser kennen. Ich fand heraus, dass er in einer christlichen Familie aufgewachsen war, in der seine Eltern das Denken für ihn übernahmen. Zu allem Überfluss war er Teil einer Gemeinde, in der der Pastor so predigte, als seien seine Gemeindemitglieder dumm. Dieser Leiter erklärte jeden einzelnen seiner Punkte haarklein und gewissenhaft. Sein Ziel war es, alle falschen methodischen und philosophischen Türen zu schließen, weil er seine Zuhörer behandelte, als wenn sie Idioten wären. Infolgedessen beschränkte sich Johnnys Verstand darauf, Fakten auswendig zu lernen und zu wiederholen. Er hatte nie gelernt, wie man Informationen verarbeitet oder selber denkt. Die Angst falsch zu liegen hatte seinen Verstand gefangen genommen und seine Vorstellungskraft zerstört.

SCHALTET EURE KÖPFE EIN. IHR HABT DIE ERLAUBNIS ZU DENKEN!

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Leiter, die dem Konfessionsdenken unterliegen, predigen, um Leute von der Wahrheit zu überzeugen. Sie haben die Vorstellung, dass es ihre Aufgabe ist, Menschen von dem, was sie glauben, überzeugen zu müssen. Leiter in apostolischen Gemeinden hingegen predigen, um Menschen zu inspirieren und zu ermutigen. Sie verstehen dabei, dass es die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, Menschen in die Wahrheit zu leiten (siehe Johannes 16,13). Apostolische Leiter schätzen die Gemeinschaft, die Gläubige mit dem Heiligen Geist haben. Sie bringen Menschen bei, sich vom Heiligen Geist abhängig zu machen, weil er derjenige ist, der sie zu Reife in Christus führt.

Eine Beziehung zur Bibel entwickeln Das Ziel der Bibel war es schon immer uns in eine Begegnung und Beziehung mit Gott zu führen (siehe Johannes 17,3). Wenn „das Wort kennen“ und „Gott kennen“ identisch wären, wären Pharisäer und Schriftgelehrte, die das gesamte Alte Testament auswendig konnten, die ersten gewesen, Christus zu erkennen und anzunehmen. Doch ihr Ansatz die Schrift zu studieren, führte sie in geistige Blindheit. Sie verzichteten auf die wahre Absicht, die hinter dem Studieren des Wortes steht, indem sie die Beziehung zu Gott gegen theoretische Argumente austauschten und niemals beanspruchten, dass ihre Theologie zu einer Gottesbegegnung führt.

DAS ZIEL DER BIBEL WAR ES SCHON IMMER, UNS IN EINE BEGEGNUNG UND BEZIEHUNG MIT GOTT ZU FÜHREN.

Manche meinen, dass man, wenn die eigene Gottesbeziehung nur auf Erfahrungen beruht, irregeleitet werden kann. 45


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Das ist absolut richtig! Andererseits ist ein Bibelstudium, das nicht zu einer Begegnung mit dem Allmächtigen führt, ein Trugschluss. In dem Moment, in dem Theologen, oder wer auch immer, die Beziehung mit Gott als das wesentliche Ziel des Bibelstudiums außer Acht lassen, begeben sie sich auf einen Holzweg. Paulus beschrieb diese Menschen in seinem Brief an Timotheus sehr passend. Er sagte, sie haben einen „Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie“ und sind „immer auf neue Lehren aus“, können aber „nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (2.Timotheus 3,5,7). Die Bibel ist wie eine Gebrauchsanweisung von einem neuen Auto. Man liest die Gebrauchsanweisung und erwartet, dass man versteht, wie das Auto funktioniert und wie man es am Besten behandelt. Wenn man die Gebrauchsanweisung auswendig lernt und trotzdem noch nicht weiß, wie man das Auto fährt, welchen Sinn hätte das Lesen der Gebrauchsanweisung dann? Oft, wenn man die Gebrauchsanleitung liest, versteht man immer noch nicht, wie ein bestimmter Autobestandteil funktioniert, bis man es mit der Anleitung in der Hand selbst ausprobiert. Kannst du dir vorstellen, wie es dem Besitzer der Gebrauchsanleitung ergehen würde, wenn der Autor der Anleitung dieses Ziel völlig aus dem Blick verloren hätte?

EIN BIBELSTUDIUM, DAS NICHT ZU EINER BE-

GEGNUNG MIT DEM ALLMÄCHTIGEN FÜHRT, IST EIN TRUGSCHLUSS.

In einer apostolischen Kultur werden Irrwege vor allem durch das Verantworten voreinander und durch geistliches Urteilsvermögen und weniger mit Hilfe intellektueller Auseinandersetzungen verhindert. Als die Apostel in der frühen Kirchengeschichte beispielsweise um die richtige Lehre ran46


Die Kirche erneuern

gen, verglichen sie ihr Schriftverständnis mit ihrer Gotteserfahrung, um so zur Wahrheit zu gelangen. Lasst uns ein Beispiel in der Apostelgeschichte anschauen: Da traten einige von der Partei der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten. Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, über diese Sache zu beraten. Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hörten und glaubten. Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben. Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, ebenso wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge still und hörte Paulus und Barnabas zu, die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden. Danach, als sie schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, hört mir zu! Simon hat erzählt, wie Gott zum ersten Mal die Heiden gnädig heimgesucht hat, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen zu gewinnen. Und dazu stimmen die Worte der Propheten, wie geschrieben steht, (Amos 9,11-12) »DANACH WILL ICH MICH WIEDER ZU IHNEN WENDEN UND WILL DIE ZERFALLENE HÜTTE DAVIDS WIEDER BAUEN, UND IHRE TRÜMMER WILL ICH WIEDER

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AUFBAUEN UND WILL SIE AUFRICHTEN, DAMIT DIE MENSCHEN, DIE ÜBRIG GEBLIEBEN SIND, NACH DEM HERRN FRAGEN, DAZU ALLE HEIDEN, ÜBER DIE MEIN NAME GENANNT IST, SPRICHT DER HERR, DER TUT, WAS VON ALTERS BEKANNT IST. « Darum meine ich, dass man denen von den Heiden, die sich zu Gott bekehren, nicht Unruhe mache, sondern ihnen vorschreibe, dass sie sich enthalten sollen von Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und vom Blut. (Apostelgeschichte 15, 5-20, Hervorhebung des Autors)

Beachte, dass die Apostel Petrus‘ Erfahrung mit den Heiden einbezogen. Sie erwähnten die Zeugnisse der Wunder von Paulus und Barnabas in ihrer Auseinandersetzung, als sie darüber diskutierten, welchen Stellenwert das Gesetz für die bekehrten Heiden haben soll. Apostolische Gemeinden bewerten die Stimme des Heiligen Geistes (siehe Apostelgeschichte 15,28) und Gotteserfahrungen stärker als intellektuelle Auseinandersetzungen. Sie haben außerdem die Tendenz, Dinge zuerst aus ihrem Herzen und erst dann aus ihrem Verstand anzugehen. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass apostolische Gemeinden intellektuell oberflächlich sind oder leben, ohne den Verstand zu gebrauchen. Ich möchte lediglich sagen, dass der Heilige Geist Apostel aussucht und diese deshalb oft über die Grenzen menschlicher Logik und Vernunft hinaus gehen (aber natürlich nicht außerhalb der Schrift handeln). Ein Nachfolger, der von einem apostolischen Leiterschaftsteam angeleitet wird, ist dazu aufgefordert, ein großes Maß an Glauben und Vertrauen an den Tag zu legen, zugleich jedoch viel Urteilsvermögen mitzubringen. Der Grund ist, dass die Strukturen, Strategien, Visionen und die Mission 48


Die Kirche erneuern

von apostolischen Gemeinden eher geistgeleitet sind. Es entspricht der Natur von Aposteln, der Vernunft keine Vorrangstellung zu geben. Unter uns Mitarbeitern nennen wir diese innovative Herangehensweise in Bezug auf verschiedene Aspekte einer apostolischen Mission auch „Spirategies“. Damit meinen wir vom Heiligen Geist geleitete Strategien.

EINIGE LEITER ERWARTEN DAS UNMÖGLICH

ERSCHEINENDE EINGREIFEN GOTTES NICHT. DAS FÜHRT DAZU, DASS VIELE GLÄUBIGE NUR ZUM GEHORSAM ANGELEITET WERDEN.

Natürlich ist diese Herangehensweise an das Leben im Reich Gottes nichts Neues. Man findet es in der gesamten Bibel.Von Gideons Armee, der 300 mit Krügen ausgestatteten Soldaten, über Elisas schwimmende Axt, bis hin zu Josuas Sieben-Tage-Marsch um eine feindliche Stadt herum; das Wort Gottes ist voll von irrationalen Geschichten, die die menschliche Vernunft übersteigen. Gemeindeleiter die dem Konfessionsdenken unterliegen erwähnen diese Geschichten oft als geniale historische Ereignisse, die von einem Gott handeln, der das Unglaubliche, Irrationale und Unmögliche vollbringt. Doch einigen von ihnen wird nie bewusst, dass Gott das Vertrauen seiner Nachfolger benötigt, um sie in ein Leben zu führen, dass ihren Verstand übersteigt und sein wundervolles Eingreifen einlädt. Einige Leiter erwarten das unmöglich erscheinende Eingreifen Gottes nicht. Das führt dazu, dass viele Gläubige nur zum Gehorsam angeleitet werden. Sie tauschen Gottes Werke in ihre eigenen guten Werke ein und reduzieren „Jesusleute“ zu netten, angepassten Bürgern, anstatt sie als „Feuer speiende“ Weltveränderer zu betrachten. Sie haben den Löwen von Juda gezähmt und zu einem Zirkustier dressiert. 49


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Eine Wende von einer Hierarchie zu einer Erbgemeinschaft Die Wende vom Konfessionsdenken zu Apostelschaften wird einen natürlichen Wandel mit sich bringen. Dieser Wandel veranlasst, dass Gemeindemitglieder von einer konfessionsgebundenen Gefangenschaft loskommen und zu dem werden, was sie schon längst sind, Miterben Christi. Lasst mich das anhand eines Abschnittes aus dem Brief von Paulus an die Römer erklären: Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur (Römer 8, 14-17) Herrlichkeit erhoben werden.

Paulus zeigt auf, dass wir keine Sklaven, sondern adoptierte Kinder sind und wir deshalb mit Gott, als unserem Papa (aramäisch Abba) in Beziehung stehen! Unser himmlischer Vater ist zugleich der König der Welt. Deshalb sind wir durch unsere Abstammung auch Erben seines Throns. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass wir diese Beförderung durch unsere Adoption und nicht durch eigene Gaben und Fähigkeiten erhalten haben. Die Auswirkung dieses Wandels ist, dass wir uns von einem hierarchischen Leiterschaftsmodell zu einer Erbengemeinschaft bewegen, indem wir gemeinsam mit und durch Christus auf dem Thron sitzenden Erben werden. 50


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