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Rüste Dich zum Kampf Dr. Rebecca Brown


Rüste Dich zum Kampf

Dr. Rebecca Brown

Gilgal Publishing Ajoke Harewood


Originaltitel: Prepare for War Erschienen bei Whitaker House, 30 Hunt Valley Circle, New Kensington, PA 15068 © 1987, 1992 by Rebecca Brown, M.D. ISBN: 0-88368-324-5

Deutsche Ausgabe: © 2003, GILGAL Publishing, Ajoke Harewood, CH-5728 Gontenschwil/AG ISBN: 3-9522446-5-1 Soweit nicht anders angegeben, wurden die Bibelzitate der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen. © 1985/1991, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal Überarbeitet: Lotti Hirt Satz: Nicole Wiederkehr, CH-5734 Reinach Druck: Druckerei Altherr, CH-5057 Reitnau Printed in Switzerland


Inhaltsverzeichnis

Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 1. Verlass die Stadt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 2. Mit Gott im Bund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 3. Ein Jahr des Ringens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 4. Bleib stehen! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 5. Der Weisheit Anfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 6. Feuer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 7. Die Stimme Gottes hören . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 8. Das Gebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 9. Dämonen in Christen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 10. Einfallstore . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .103 11. Ist römischer Katholizismus Hexerei? . . . . . . . . . . . . . . . . .135 12. Prüfe die Geister in christlichen Gemeinden . . . . . . . . . . . .155 13. New Age . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .173 14. Ritueller Kindesmissbrauch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .197 15. Der doppelherzige Mensch oder der Zweifler . . . . . . . . . . .211 16. Der Geist und die geistliche Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231 17. Befreiung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .278 Schlusswort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .316


«Ruft dies unter den Nationen aus, heiligt einen Krieg, erweckt die Helden! Herankommen und heraufziehen sollen alle Kriegsleute! Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen! Der Schwache sage: Ich bin ein Held! Eilt und kommt her, all ihr Nationen ringsumher, und versammelt euch! Dahin, HERR, sende deine Helden hinab! Die Nationen sollen sich aufmachen und hinaufziehen ins Tal Joschafat! Denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsumher zu richten. Legt die Sichel an! Denn die Ernte ist reif. Kommt, stampft! Denn die Kelter ist voll, die Kelterkufen fliessen über. Denn gross ist ihre Bosheit. Scharen ‹über› Scharen im Tal der Entscheidung; denn nahe ist der Tag des HERRN im Tal der Entscheidung.» Joel 4, 9–14


Einleitung Mit grossem Ernst und schweren Herzens schreibe ich dieses Buch, wie Gott es mir aufgetragen hat. Der «Tag des HERRN im Tal der Entscheidung» ist angebrochen. Das Böse zeigt sich ganz offen in unserem Land und auf der ganzen Welt in einem Ausmass, das den Durchschnittschristen zutiefst erstaunen und erschrecken würde, würde er nur seine Augen aufmachen und es erkennen. Wir sind so beschäftigt damit, uns hinter unseren netten, behaglichen, kleinen Wohnungen, hinter unseren behaglichen, kleinen Gemeinden oder einer Vielzahl von Projekten zu verstecken; aber wir können gar nicht schnell genug davonlaufen, um nicht zu sehen und zu hören, was in unserem Land vor sich geht. In allen verfügbaren Medien und durch die Aktivitäten von Millionen von Menschen dringt Satans Erklärung laut und deutlich zu uns hindurch: «Diene mir, oder stirb!» Wer wird die Menschen im Tal der Entscheidung warnen? Wer wird um ihre Seelen kämpfen? Wer wird ihnen mitteilen, dass sie Satan nicht dienen müssen? Wer hat soviel Glauben, das Schwert des HERRN zu ergreifen und in den Kampf zu ziehen? Wir befinden uns mitten im Krieg, meine Lieben, ob es uns passt oder nicht, wir können ihm nicht entrinnen. Die Tage sind böse, und die Zeit ist kurz. Wir selbst sind vor die Entscheidung gestellt. Entweder dienen wir Satan oder wir ergreifen das Schwert und kämpfen. Viele von uns werden als Folge davon ihr Leben lassen. So werden wir mit der Frage konfrontiert: Wie sieht UNSERE Beziehung zu Gott aus? Kennst du Ihn persönlich? Spricht ER zu dir? Wandelst du mit Ihm? Bist du Ihm nahe genug, um blanker damönischer Macht, wenn du mit ihr konfrontiert wirst, in der Macht und Autorität Jesu Christi zu widerstehen? Oder hat Sünde in deinem Leben Satan legales Anrecht gegeben, dich anzugreifen? Wenn ja, dann hoffst du vergeblich, ihm entgegentreten zu können. Was wirst du tun, wenn du vor die Entscheidung gestellt wirst, entweder deine eigenen Kinder 7


Rüste Dich zum Kampf

oder dich selbst opfern lassen zu müssen? Bist du in der Lage, auch dieser Form des Bösen entgegenzutreten? Wie wird der Glanz der sogenannten «christlichen» Fernsehstars damit fertig werden, wenn er mit diesem Bösen konfrontiert wird? Er wird dem nichts entgegenzusetzen haben. Dieses Buch wurde geschrieben, um dich dazu auszurüsten, solcher Bosheit die Stirn zu bieten. Jesus hat alles für uns am Kreuz vollbracht, als er litt und starb. «... als er die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich bloss. In ihm hielt er über sie einen Triumph.» Kolosser 2,15

Jetzt ist es an uns, solch eine Beziehung zum HERRN zu haben, in der auch wir in dem kostbaren Namen und der wunderbaren Macht Jesu Christi über die Gewalten und Mächte triumphieren können. Aber ich sage dir die Wahrheit, wenn Sünde in deinem Leben ist, wenn du keine persönliche Beziehung zum HERRN hast, dann wirst du nicht bestehen, dann wird deine Entscheidung im «Tal der Entscheidung» die falsche sein. Dieses Buch ist die Fortsetzung von Er kam, um die Gefangenen zu befreien, in dem die Geschichte von Elaine und mir erzählt wird. Elaine, die Satan 17 Jahre lang diente und eine der obersten Hexen der Vereinigten Staaten war, stiess mit mir im ersten Jahr, nachdem ich mein Medizinstudium beendet hatte, zusammen. Unser Zusammenstoss endete beinahe mit meinem Tod, doch Elaine fand eine Macht und eine Liebe, die weit grösser war als alles, was ihr ihr Meister Satan bieten konnte. Sie wandte sich von Satan ab und machte Jesus Christus zu ihrem HERRN, Erlöser und Meister. Sieben lange Jahre ist es nun her, seit jenem wunderbaren Tag, an dem Elaine endgültig und vollständig von allen dämonischen Geistern befreit wurde, die in ihr waren. Was für Abenteuer haben wir seither erlebt! Unser Lauf ist fast vollendet; wir wissen, dass der HERR uns bald heimholen wird. Es ist unser Wunsch, dir, dem Leser, etwas von dem Wissen zurückzulassen, das Gott uns während unseres Kampfes gegeben hat. Unser Herz ist so betrübt über die vielen Menschen, die in die Hölle eilen. 8


Einleitung

Es ist mein Gebet, dass der HERR dieses Buch gebraucht, dir zu helfen, Sein Schwert zu ergreifen und in den Kampf zu ziehen. Bist du bereit dein Leben hinzugeben, damit eine Seele Jesus Christus kennenlernen kann? «Grössere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.» Johannes 15, 13

Zum Schluss; möchte ich dich herausfordern:

Wo stehst DU im Tal der Entscheidung?

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Kapitel 1

«Verlass die Stadt!» In der dunklen Halle war es ruhig. Man hörte nur das sanfte Abrollen der gummibesohlten Schuhe von zwei weiss gekleideten Gestalten, die müde in Richtung Bereitschaftsraum gingen. Eine von ihnen, Rebecca, befiel ein Druck und eine Art Vorahnung. Plötzlich wandte sich ihr Gefährte um, packte sie mit eisernem Griff an den Schultern und brachte sie beide abrupt zum Stehen. Die Luft war spannungsgeladen, als sich die beiden gegenüber standen. Rebecca bemerkte mit Erstaunen Angst im Gesicht des anderen Arztes. «Rebecca», sagte er mit einem rauhen, eindringlichen Flüsterton, «du musst noch diese Woche die Stadt verlassen! Sag meinetwegen, dass deine Mutter plötzlich krank geworden oder gestorben ist, egal was, aber du musst die Stadt verlassen, dein Leben hängt davon ab!» «Aber Tim, du weisst doch, dass ich in dieser Woche jede dritte Nacht Bereitschaftsdienst habe, ich kann unmöglich die Stadt verlassen. Warum sollte ich auch?» «Du musst mir glauben, sie werden dich umbringen, wenn du bleibst. Du musst über das Osterwochenende verschwinden. Mehr kann ich nicht sagen.» «Ach, ich dachte es mir schon, dass du im Vorstand der «Bruderschaft» bist. Ich soll in diesem Jahr eines der Opfer bei der Schwarzen Messe sein, nicht wahr? Du weisst, ich kann nicht weg, Elaine ist zu krank, als dass sie aus diesem Krankenhaus verlegt werden könnte. Egal was passiert, ich werde sie nicht alleine lassen.» «Ja, ich weiss, man wird auch sie töten, hier im Krankenhaus. Ihr Tod wird relativ einfach sein, aber deiner …» «Hör zu Tim, ich danke dir, dass du dein Leben aufs Spiel setzt, um mich zu warnen, aber ich kann nicht weg …» «Rebecca, sei kein Narr! Nichts kann dich retten, wenn du bleibst!» 10


1. Verlass die Stadt!

«Oh doch, mein Meister kann mich bewahren! Tim, begreifst du nicht? Du dienst dem falschen Meister. Satan wird dich vernichten! Jesus hat dich so geliebt, dass er für dich gestorben ist! Willst du es dir nicht überlegen und dich zu Ihm wenden?» «Unmöglich. Keiner kommt da lebend raus!» «Aber Elaine ist es gelungen.» Tims Gesichtsausdruck verhärtete sich, er richtete sich auf, und Kälte überzog sein Gesicht. «Ja, schau Elaine nur an. Sie hat nichts davon! Sie hat alles verloren, und wahrscheinlich wird sie nicht einmal am Leben bleiben. Ich habe zuviel investiert, meine Karriere, meine Familie, alles. Ich will das alles nicht verlieren! Wenn du so weitermachst, Rebecca, wirst du deine Karriere zerstören und alles verlieren, was du hast. Warum bist du so töricht. Du wirfst alles weg, wofür du so hart gearbeitet hast. Welch eine Dummheit!» «Gottes Weisheit ist für die Menschen Torheit, Tim. Was nutzt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst und schliesslich für alle Ewigkeit in der Hölle brennen musst? Du musst doch begreifen, dass Satan dich in Wirklichkeit hasst und plant, dich zu vernichten!» «Nun, man kann nicht gerade behaupten, dass dein Jesus so furchtbar viel für Elaine getan hat. Seit sie Satan verlassen hat, hat sie nicht nur alles verloren, sondern ist nun seit fast sechs Monaten im Krankenhaus, und dich wird man hier rausschmeissen, wenn du weiter um ihr Leben kämpfst! Gebrauch doch mal deinen gesunden Menschenverstand, Rebecca. Du weisst, dass du hier die besten Chancen hast, du konntest Karriere machen und sogar berühmt werden. Ich kann dich einfach nicht verstehen!» «Schade, ich weiss, dass du es nicht kannst. Aber ich werde weiter beten, damit du es eines Tages doch verstehst und dich dann an unser Gespräch von heute Nacht zurück erinnerst. Wenn du am Ende bist, Tim, dann denk daran, Jesus liebt dich, Satan hasst dich, er lügt immer!» Tims Gesichtsausdruck wurde eisig und seine Stimme ärgerlich. «Gut, lassen wir es dabei bewenden. An deinem Tod bist du ganz alleine schuld. Du kannst nicht mehr sagen, du wärst nicht gewarnt worden!» 11


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Mit diesen Worten liess er sie stehen und wandte sich schnell seinem Bereitschaftszimmer zu und schloss die Tür mit endgültiger Bestimmtheit. Rebecca schaute auf ihre Armbanduhr. Es war vier Uhr morgens. Sie seufzte. Noch zwei Stunden, dann würde sie sich für den nächsten Tag bereit machen müssen, es sei denn, sie würde vorher noch einmal gerufen werden. Das Gespräch mit Tim hatte sie stärker erschüttert, als sie es sich hatte anmerken lassen. Sie wusste, was er gesagt hatte, war todernst gemeint. Sie schwebte in Lebensgefahr. Tim, ein Arbeitskollege in dem Krankenhaus, wo Rebecca ihre Assistenzarztausbildung machte, war ein hoher Satanist. Heute Nacht hatte sich das bestätigt. Er hätte nicht wissen können, dass Rebecca eines der Opfer sein sollte, wenn er nicht der Ratsversammlung, dem regierenden Ausschuss des grossen und mächtigen, örtlichen Hexenzirkels angehört hätte. Sie wusste aus Erfahrung, dass ihr Leben keinen Pfifferling mehr wert war. Und seine Bemerkungen über Elaine hatten einen wunden Punkt berührt, um den ihre besorgten Gedanken schon seit Tagen kreisten. Warum hatten sie bezüglich Elaine keinen Sieg? Seit ihrer endgültigen Befreiung vor fast einem Jahr war sie so gut wie ständig im Krankenhaus, und im Moment befand sie sich in einem kritischen Zustand. Der Kampf war gnadenlos, und sie waren beide erschöpft und entmutigt. Liess sie sich zum Narren halten? Sie ging in ihren eigenen Bereitschaftsraum und fiel unter Tränen auf die Knie, mitten auf den kalten, harten Boden neben dem schmalen Bett. «Oh, Gott», weinte sie, «bin ich in Deinem Willen?» Als Rebecca ihre Zweifel und Ängste vor dem HERRN ausbreitete, wanderten ihre Gedanken zu den jüngsten Ereignissen in ihrem Leben zurück: Elaines Bekehrung aus einer der höchsten Positionen des Satanismus in den USA und dem acht Wochen andauernden schrecklichen Kampf mit den Dämonen in ihr, bis sie schliesslich ganz frei war. Sowohl sie als auch Elaine hatten gedacht, mit der endgültigen Befreiung von Elaine hätten ihre Schwierigkeiten ein Ende. Wie sehr hatten sie sich doch geirrt. Es schien, als ob der Kampf jetzt erst richtig anfangen würde. Sie wurden ständig von Dämonen, Menschengeistern und Personen belästigt, die sie von allen Seiten angriffen. Elaine ging es dauernd körperlich schlecht, und sie hatte sogar während der letzten sechs Monate in einem äusserst kritischen Zustand im Krankenhaus gelegen. 12


1. Verlass die Stadt!

«Soll nun alles so zu Ende gehen?» fragte Rebecca. «Vater, ist es Dein Wille für uns, dass wir jetzt unser Leben hingeben?» Plötzlich sprach der Heilige Geist ganz klar zu ihr: «Kind, denke an den Bund.» Der Bund! Wie konnte sie ihn nur vergessen? Der Vater hatte all das schon vor Monaten miteingeplant. Kein Wunder, dass der Kampf so hart gewesen war. Rebecca erhob sich und setzte sich auf die Bettkante, lächelnd wischte sie die Tränen fort; Friede durchflutete sie, ein Friede, den nur Jesus Christus geben kann. Ihre Gedanken wanderten zurück zu jener verhängnisvollen Nacht vor fast sechs Monaten. An jenem Wochenende schien Elaine ihren Eigensinn auf die Spitze zu treiben. Der HERR hatte an einem Freitag Abend zu Rebecca gesprochen und ihr erzählt, Er hätte Elaine befohlen, einen Bund mit Ihm zu schliessen, um sie vor einem bevorstehenden Angriff der ortsansässigen Satanisten zu schützen. Elaine hatte sich geweigert und eigensinnig darauf beharrt, selbst zu kämpfen, um sie beide zu beschützen. Ihr Stolz und Eigensinn, der sich während der 17 Jahre, in denen sie Satan gedient hatte, entwickelt hatte, waren noch nicht völlig gebrochen. Rebecca sprach Elaine nach dem Abendessen auf dieses Thema an. Sie sassen im Wohnzimmer auf der Couch und besprachen das Problem. «Elaine, der Vater hat mir heute gesagt, dass Er dir aufgetragen hat, wir beide sollen einen Bund mit Ihm schliessen, um uns vor einem bevorstehenden Angriff der hiesigen Satanisten zu schützen. Er hat mir gesagt, dass du dich geweigert hast. Stimmt das?» «Ja, für mich ist das eine Beleidigung. Ich kann kämpfen und uns beschützen. Ich kenne unseren Feind gut. Nachdem ich ihm 17 Jahre lang gedient habe, werde ich ihn wohl kennen. Ich bin doch kein Schwächling, warum sollte ich zu Gott rennen und um Schutz bitten?» «Elaine, du darfst dem HERRN nicht ungehorsam sein!» «Warum nicht? Wenn Satan mir etwas befohlen hat, was ich nicht tun wollte, dann habe ich es einfach nicht getan. Gott beleidigt mich. Warum sollte ich Ihn bitten, uns zu beschützen, wenn ich doch selber genau so gut kämpfen kann?» 13


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«Aber Elaine, Satan ist nicht Gott. Satan ist nur ein Geschöpf, Gott ist Gott. Du darfst Gott nicht ungehorsam sein!» Im Laufe der Auseinandersetzung wurde Rebecca immer frustrierter und Elaine immer eigensinniger. Plötzlich wurde das Zimmer mit einem hellen Licht erfüllt, als eine strahlende, mit einem weissen Gewand bekleidete Gestalt mit gezücktem Schwert in der Hand im Wohnzimmer erschien. Der Engel war gross, sehr gross. Sein Kopf berührte beinahe die Zimmerdecke. Er strahlte Macht aus, und sein Aussehen war grimmig. Seine Haut war bronzefarben, und das Schwert in seiner Hand leuchtete in einem reinen, weissen Licht. Als Rebecca das Wort ergreifen wollte, unterbrach er sie und sagte: «Friede sei mit dir, Frau, ich bin ein Diener Gottes, des Allerhöchsten, Jesus Christus von Nazareth, der von einer Jungfrau geboren wurde, 33 Jahre im Fleisch auf dieser Erde war und am Krenz für deine Sünden starb. Dieser Jesus, der jetzt in der Höhe zur Rechten des Vaters sitzt, ist mein Meister. Gott, der Vater, hat mich gesandt, um diese hier, die so rebellisch und ungehorsam ist, zu töten. Sie hat Gott erzürnt.»* Rebecca sass mit offenem Mund da, als Elaine aufsprang. Mit ihren 1.60 m wirkte sie zwergenhaft neben dem riesigen Engel, aber das konnte Elaine nicht aufhalten. Sie drohte ihm mit der Faust und sagte: «O.k., du Riese von einem Kerl, wir wollen doch mal sehen, was hinter deinem Mundwerk steckt!» Entsetzt sprang Rebecca von der Couch auf Elaine zu. Sie packte sie am Nacken und zog sie auf die Couch zurück. «Elaine, halt deinen Mund! Du bleibst jetzt gefälligst sitzen und hältst endlich mal deinen Mund!» * Mit dieser Erklärung über die Identität von Jesus Christus als seinem Meister, hat sich der Engel rechtsgültig ausgewiesen. Auf Grund dieser Erklärung akzeptierte ihn Rebecca als Engel des HERRN. Dies stimmt mit der Schrift überein, die sagt: «Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind … Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott.» 1. Johannes 4,1.2

Dämonen versuchen, als «Engel des Lichts» zu erscheinen (2. Korinther 11,14). Es ist sehr wichtig, diesen, von Gott gegebenen Test, bei jedem Geist anzuwenden.

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1. Verlass die Stadt!

Dann wandte sich Rebecca von Elaine und dem Engel ab und warf sich mit dem Gesicht auf den Boden, während die überraschte Elaine sie mit offenem Mund beobachtete. «O Vater,» schrie Rebecca, «Du bist ein Gott der Gerechtigkeit und Gnade. Ich bitte Dich, im Namen Deines Sohnes Jesus Christus, lass Deinen Zorn bitte auf mich kommen, statt auf Elaine. Du bist absolut gerecht, es ist Dein gutes Recht, Gericht über Deine Dienerin Elaine zu bringen, doch Vater, ich bitte Dich, dies eine zu bedenken. Wenn du Elaine tötest, werden Satan und seine Diener sagen, Dein Arm sei zu kurz, um jemanden aus Satans Königreich zu befreien. Bitte, Vater, schau auf die Bitte Deiner Dienerin und lass Deinen gerechten Zorn auf mich kommen, bitte töte Elaine nicht.» Der Engel steckte sein Schwert in die Scheide. «Erhebe dich Frau», sagte er, «deine Bitte ist gehört und gewährt worden.» Dann verschwand er. Als Rebecca sich langsam erhob, fragte Elaine: «Was war denn eigentlich los, warum ist der Engel so plötzlich verschwunden? Und was bedeutet das, dass Gott Seinen Zorn auf dich kommen lassen soll, statt auf mich?» Rebecca ging und holte ihre Bibel. «Ich möchte dir etwas zeigen, Elaine.» «Denn Widerspenstigkeit (Rebellion) ist eine Sünde wie Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.» 1. Samuel 15,23

«Schau dir den Vers vorher an, Elaine.» «Siehe, gehorchen ist besser als Schlachtopfer ...»

1. Samuel 15,22

«Rebellion ist Sünde, Elaine. Gott duldet bei Seinen Dienern keine Rebellion. Jedesmal, wenn du gegen Gott rebellierst, ist das genauso Sünde, wie es Sünde wäre, wenn du wieder Hexerei betreiben würdest.» «O.k., o.k., aber warum soll der Zorn des Vaters auf dich kommen statt auf mich?» «Nun, ich folgte nur dem Beispiel Moses. Während der Zeit, als er die Israeliten durch die Wüste führte, rebellierten sie oft gegen Gott. 15


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Jedesmal war Gott entschlossen, alle zu vernichten und an ihrer Stelle durch Mose eine andere Nation zu erwählen. Doch Mose trat für sie ein und bat den HERRN, sie nicht zu vernichten. In 2. Mose 32 bat Mose den HERRN sogar, seinen eigenen Namen aus Seinem Buch auszulöschen, wenn Er dem Volk nicht vergeben würde. Ich glaube, 4. Mose 14 fasst die Argumentation von Mose am besten zusammen: «Und der HERR sprach zu Mose: Wie lange will mich dieses Volk verachten, und wie lange wollen sie mir nicht glauben bei all den Zeichen, die ich in ihrer Mitte getan habe? Ich will es mit der Pest schlagen und es austilgen; und ich will dich zu einer Nation machen, grösser und stärker als sie. Und Mose sagte zu dem HERRN, ... Und wenn du dieses Volk wie einen Mann tötest, werden die Nationen, die die Kunde von dir gehört haben, sagen: Weil der HERR dieses Volk nicht in das Land bringen konnte, das er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste hingeschlachtet.» 4. Mose 14,11–16

«Du begreifst ja gar nicht, wie wichtig dein Gehorsam ist, Elaine. Du musst dich für den HERRN hinstellen, damit viele andere deinem Beispiel folgen und aus Satans Königreich heraus gerettet werden können. Deine Widerspenstigkeit muss gebrochen werden. Anders kannst du dem HERRN nicht dienen. Dieser Engel hätte dich wirklich getötet, er hat keinen Spass gemacht. Der HERR hat jedes Recht, dich umzubringen. Ich weiss, dass du gewohnt bist, mit Dämonen zu kämpfen, aber die Engel des HERRN sind ganz anders als Dämonen. Du kannst nicht gegen einen Engel kämpfen. Sie kämpfen mit der Macht des HERRN und gehorchen nur Seinem Willen!» «Und was geschieht jetzt?» «Ich weiss es nicht. Du lebst, und der Engel hat gesagt, dass meine Bitte gewahrt worden ist. Wir können nur auf den HERRN warten und zusehen, was geschieht.» «Genau diese dauernde Warterei auf den HERRN ist es, was mir auf die Nerven geht», murrte Elaine, als sie sich abwandte, um ins Bett zu gehen. Elaine war es gewohnt, einem Meister zu dienen, den sie sehen und mit dem sie direkt Verbindung aufnehmen konnte. Sie war auch daran gewohnt, Dämonen zu sehen und mit ihnen zu reden. Sie war ebenfalls gewohnt, so ziemlich alles zu tun, was sie wollte. 16


1. Verlass die Stadt!

Im Glauben zu wandeln, Befehle eines Gottes anzunehmen, den sie nicht sehen konnte, war etwas ganz anderes. Wie so viele andere hatte sie Satan gedient, um Macht zu erlangen, damit sie tun konnte, was sie wollte. Gott zu dienen und nur Seinen Willen zu tun, war ein völlig anderer Lebensstil, den sie nur sehr schwer akzeptieren konnte. Den nächsten Tag sollte Rebecca nie mehr vergessen. Sie hatte frei und war in der Küche, um das Frühstücksgeschirr zu spülen. Plötzlich überfiel sie die unglaublichste Krankheit, die sie je erlebt hatte. «HERR,» fragte sie, «kommt das von Satan?» «Nein, das ist meine Antwort auf deine Bitte», war die unmittelbare Antwort des Heiligen Geistes. Innerhalb weniger Minuten wurde Rebecca so krank, dass sie sich nicht mehr aufrecht halten konnte. Sie bekam plötzlich extrem hohes Fieber und litt grösste Qualen. Jeder Knochen, jedes Gelenk und jeder Muskel ihres Körpers krümmten sich unter brennenden Schmerzen. Jeder Atemzug war eine Anstrengung. Alles, was sie noch tun konnte, war, sich wie ein stilles Häufchen Elend auf ihrem Bett zusammenzukringeln. Kurz darauf kam Elaine herein, um nach ihr zu sehen. Sofort erhielt sie vom HERRN völlige Klarheit darüber, was mit Rebecca geschehen war. Vier Stunden später erholte sich Rebecca so weit von ihren Schmerzen, dass sie Elaine erkennen konnte, die neben ihrem Bett kniete und still vor sich hin weinte. Sie konnte gerade noch ihr leises Gebet verstehen: «O Vater, bitte vergib mir. Ich sehe, wie abscheulich meine Sünden sind. Jedesmal, wenn ich Dir ungehorsam bin, hat mein Verhalten eine Auswirkung auf jemand anderes, vor allem auf Jesus. O Gott, ich verdiene es nicht, aber bitte vergib mir und bewahre Rebecca vor dem Tod!» Endlich war Elaines Widerspenstigkeit gebrochen! Nie mehr hat sie gegen einen Befehl Gottes aufbegehrt. Als Antwort auf ihr Gebet nahm der HERR Seine Hand von Rebecca, und sie erholte sich im Laufe des restlichen Tages. Am nächsten Tag, einem Sonntag, schrieb Elaine in ihr Notizbuch: «Himmlischer Vater, im Gehorsam gegenüber Deinem Befehl schliessen Deine Dienerinnen Rebecca und Elaine einen Bund mit Dir, 17


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damit Du sie bei den bevorstehenden Angriffen durch die Diener Satans beschützt. Wir bitten Dich um diesen Schutz und danken Dir dafür im Namen Deines Sohnes, Jesus Christus.» Dann schrieb Elaine das Datum dazu. Nach dem Gottesdienst an diesem Morgen gingen beide zum Altar und breiteten das Notizbuch vor dem HERRN aus. Beide unterzeichneten es und legten es dem HERRN mit Gebet und im Gehorsam gegenüber Seinem Befehl hin. Als Rebecca fast sechs Monate später in dem dunklen Bereitschaftszimmer sass, erkannte sie, dass nun der Augenblick gekommen war, für den der HERR ihr und Elaine befohlen hatte, diesen Bund mit Ihm zu schliessen. Ein Schaudern überkam sie, als sie an die Konsequenzen dachte, falls sich Elaine damals geweigert hätte, dem HERRN zu gehorchen. Nun wusste Rebecca, was sie zu tun hatte. Früh am Morgen machte sie ihre Runde, und es gelang ihr, das Krankenhaus noch rechtzeitig zu verlassen, so dass sie zu der Gemeinde fahren konnte, in der Elaine befreit worden war. Sie kam während der zweiten Hälfte des Sonntagmorgen-Gottesdienstes an. Nach dem Gottesdienst lud Pastor Pat wie gewöhnlich einen jeden, der mit sich beten lassen wollte, ein, nach vorn zum Altar zu kommen. Rebecca hatte Elaines Notizbuch in ihrer Hand. Sie ging nach vorne, kniete nieder und legte das Notizbuch vor sich auf den Altar. Tränen strömten über ihr Gesicht, als sie leise zum HERRN betete: «O HERR, bitte schau auf Deine Dienerinnen. Du weisst, dass Satan uns töten möchte ...» Ehe sie weiterreden konnte, wurde ihr gestattet, in die geistliche Welt zu sehen. Sie wurde in einem Augenblick in den Thronsaal Gottes versetzt. Dort stand Satan vor dem HERRN und forderte von Ihm Elaine und ihr Leben. «Ich fordere das Leben Deiner Dienerinnen von Dir. Die eine hat Verrat an mir begangen, und beide sind übereingekommen, Dir sogar bis zum Tod zu dienen. Ich glaube ihnen nicht. Sie lügen. Ich werde das beweisen. Erlaube mir, dass meine Diener sie an dieser Schwarzen Messe opfern, dann wirst Du sehen, wie oberflächlich ihre Hingabe ist.»* * «Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen, denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.» Offenbarung 12,10

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1. Verlass die Stadt!

Dann wandte sich der HERR Rebecca zu. «Frau, was hast du zu dieser Forderung Satans zu sagen?» Rebecca hielt Ihm das Notizbuch hin. «Vater, Du kennst unsere Herzen. Ich möchte Dir den Bund vorlegen, den Du mit uns gemacht hast. Elaine und ich gehorchten Deinem Befehl, indem wir diesen Bund mit Dir schlossen, den ich Dir nun ehrfurchtsvoll vorlege, im Namen Jesu Christi, Deines Sohnes.» Rebecca hielt für einen langen Augenblick des Schweigens, wie ihr schien, den Atem an. Dann hörte sie, wie sich der Vater an Satan wandte und sagte: «Du weisst, Satan, dass ich meine Bündnisse immer einhalte. Ich habe mit diesen, meinen Dienerinnen, einen Bund geschlossen, um sie vor diesem Angriff deiner Diener zu beschützen. Du darfst ihr Leben nicht haben, und deine Diener dürfen sie nicht angreifen. Ich werde mein Wort halten. Weiche von mir.» Augenblicklich war sich Rebecca ihrer Umgebung wieder bewusst. Voller Freude erinnerte sie sich an die kostbare Schriftstelle im Hebräerbrief: «Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.» Hebräer 4,16

Gott hielt Sein Wort, sie würden bewahrt werden. Auf dem ganzen Heimweg pries sie den HERRN für Seine Güte.

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Kapitel 2

Mit Gott im Bund Wir haben einen wunderbaren Gott, dem es Freude macht, mit Seinem Volk Bündnisse zu schliessen. Die ganze Bibel erzählt von den Bündnissen, die Gott mit Seinem Volk geschlossen hat. Das vorherige Kapitel beschrieb nur eine der Gelegenheiten, bei denen Gott mit Elaine und mir ein Bündnis schloss. Wir haben einen Gott, der das Ende von Anfang an kennt. Er wusste, dass Satan sowohl Elaines als auch mein Leben fordern würde, deshalb bat Er uns schon sechs Monate zuvor, ein Bündnis mit Ihm zu schliessen. Satan erfuhr von diesem Bündnis erst an dem Tag, an dem er unser Leben forderte. Ich bin absolut sicher, dass wir von den Satanisten als Opfer in ihrer Schwarzen Messe getötet worden wären, wenn wir Gott ungehorsam gewesen wären und diesen besonderen Bund nicht mit Ihm geschlossen hätten. Oh, welche unerforschliche Weisheit doch unser wunderbarer und grosser Gott besitzt! Ich möchte hier näher auf dieses wichtige Prinzip eingehen. Viele Christen wissen gar nichts von der Sehnsucht Gottes, mit Seinem Volk Bündnisse einzugehen, und so sind sie auch nicht darauf gefasst, die Führung des Heiligen Geistes wahrzunehmen, wenn Gott mit ihnen einen Bund schliessen möchte. Betrachten wir einmal, was uns Gottes Wort zu diesem Thema zu sagen hat. Als die eigentliche Gabe Jesu Christi wird der «neue» Bund Gottes mit den Menschen angesehen. «Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät, als Diener des Heiligtums und des wahrhaftigen Zeltes, das der HERR errichtet hat, nicht ein Mensch. ... Jetzt aber hat er [Jesus] einen vortrefflicheren Dienst erlangt, wie er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf Grund besserer Verheissungen gestiftet worden ist.» Hebräer 8,1.2.6

Dieser «bessere Bund» bezieht sich auf Gottes Verheissungen, die erfüllt wurden, als Jesus den Preis für unsere Sünden am Kreuz bezahl20


2. Mit Gott im Bund

te, um uns in eine Beziehung von Söhnen und Töchtern Gottes und von Miterben mit Christus in Ewigkeit zu bringen. «Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.» Römer 11, 26.27

Gott schliesst mit jedem von uns einen Bund, wenn wir Jesus um die Vergebung unserer Sünden bitten und Ihn zum HERRN, Heiland und Meister machen. Die meisten Christen bleiben an diesem Punkt stehen, doch das ist nicht die Sehnsucht, die auf Gottes Herzen liegt. Wir haben solche Vorrechte! Gott hat für das Leben jedes einzelnen einen ganz bestimmten Plan und eine ganz bestimmte Aufgabe, die wir zu erfüllen haben. Wenn wir nur für Seinen Weg bereit wären, den Er für unser Leben bestimmt hat! Dann würde Gott oft durch Seinen Heiligen Geist zu uns reden und uns wissen lassen, dass Er so gerne mit uns einen Bund schliessen würde, so wie Er es mit Noah, Abraham, Moses, Josua usw. durch die ganze Schrift hindurch getan hatte. Bündnisse mit Gott zu schliessen, ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens, und das Allerwichtigste, das mir während der letzten sieben Jahre intensivsten Kampfes gegen Satan Stabilität verschaffte. Ich möchte euch von einigen dieser Bündnisse erzählen, in der Hoffnung, euch zu helfen, dieses wichtige Prinzip zu verstehen. Ich bin ein Kind, das aus einem Bündnis hervorgegangen ist. Meine Eltern waren beide 36 Jahre alt, als sie heirateten. Es war für beide die erste Ehe, und sie waren beide Christen. Mein Bruder kam zur Welt, als meine Mutter 40 Jahre alt war, und der Arzt teilte ihr mit, dass sie keine weiteren Kinder haben könnte. Doch mein Vater und meine Mutter waren nicht sehr glücklich über diesen Beschluss. So gingen meine Eltern etwa ein Jahr später gemeinsam auf die Knie und machten ein Bündnis mit Gott. Sie versprachen Ihm, es so zu verstehen, wenn Er ihnen ein weiteres Kind schenken würde, dass dieses Kind dann nur aus einem einzigen Grund auf die Welt kommen würde, nämlich dem HERRN sein ganzes Leben lang zu dienen. Sie erklärten dem HERRN, dass das Kind dann nicht ihnen, sondern dem HERRN gehören sollte, und dass sie es in den Bedingungen des Bündnisses unterweisen würden. 21


Rüste Dich zum Kampf

Sie hielten ihr Wort, und der HERR hielt Sein Wort. Ich war das Kind, das Er ihnen gab. Satan versuchte, mich von Anfang an zu töten. Meinen Eltern wurde gesagt, dass ich meinen ersten Geburtstag nicht erleben würde, doch Gott hielt Seinen Bund. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mir auch nur einmal in meinem ganzen Leben gesundheitlich gut gegangen wäre. Der Kampf begann gleich zu Beginn, weil Satan entschlossen war, mich zu töten. Den grössten Teil meiner Kindheit verbrachte ich in Krankenhäusern. Ich weiss nicht, wie meine Mutter damit fertig wurde, ständig ein krankes Kind zu haben, aber meine Eltern vertrauten dem HERRN ganz einfach, dass Er Seinen Teil des Bündnisses halten würde, und Er tat es auch. Ich blieb am Leben. Einige meiner frühesten Erinnerungen sind die, wie meine Mutter mir ganz nüchtern von dem Bündnis erzählte, das sie mit dem HERRN um meinetwillen geschlossen hatten. Viele, viele Male hielt sie mich an der Schulter fest, sah mir geradewegs in die Augen und sagte: «Meine Tochter, du gehörst nicht uns, sondern Gott. Du bist aus einem einzigen Grund auf diese Welt gekommen, nämlich um dem HERRN, unserem Gott, dein ganzes Leben lang zu dienen. Vergiss das niemals.» Seit ich denken kann, erzählten sie mir vom Evangelium. Ich erinnere mich, wie ich bereits im Alter von vier Jahren dermassen unter meinen Sünden litt, dass mich der Heilige Geist überführte, wie sehr ich einen Heiland brauchte. Ganz deutlich erinnere ich mich, wie ich in meinem Schlafzimmer Abende auf meinen Knien zugebracht und über meine Sünden geweint habe, bis schliesslich der HERR mir eines Tages bestätigte, dass es Ihn und Jesus Christus wirklich gibt und dass Er am Kreuz für mich gestorben ist, um meine Sünden abzuwaschen. Welch ein Freuden- und Jubeltag war das für mich und meine Eltern, als der HERR mir Frieden darüber gab, dass Jesus mein Heiland geworden war. Das war kurz vor meinem fünften Geburtstag. Die Jahre vergingen und Probleme entstanden. Die religiöse Gruppe, in der meine Eltern waren, wandte sich dem Bösen zu und wurde von Dämonen beherrscht. Sie behaupteten, die einzigen Leute in der ganzen Welt zu sein, die die Wahrheit kennen und in den Himmel kommen würden. Trunkenheit und Ehebruch wucherten in der Gruppe. Ich war eine Ausgestossene in und ausserhalb der Gruppe, was mir 22


2. Mit Gott im Bund

viele Tränen bereitete, aber der HERR hielt Seinen Bund und bewahrte mich vor sündigen Beziehungen. In dieser Gruppe wurden die Gedanken derart von Dämonen beherrscht, dass jeder voller Angst war, meine Eltern eingeschlossen. In diesem Kult wurde man immer mehr überwacht. Den Mitgliedern wurde gelehrt, dass sie ihre Errettung verlieren würden, wenn sie die Gruppe verlassen oder den Leitern nicht gehorchen würden. Meine Mutter hatte mich jedoch schon in jungen Jahren gelehrt, dass ich immer vor Gott für alles, was ich tun oder sagen würde, verantwortlich wäre. Ich durfte nicht einfach einer Gruppe zustimmen, sondern ich musste immer Gottes Wort (die Bibel) studieren und selbst entscheiden, was gemäss Gottes Wort richtig oder falsch war. Sie ahnte nicht, dass sie mich durch ihre Belehrung regelrecht aus der Gruppe herausführte, die ja ihr ganzes Leben beinhaltete. Es ist interessant, wenn ich im Nachhinein auf die Jahre zurückblicke, so erkenne ich jetzt, dass mir der HERR in dem jungen Alter, als ich Ihn annahm, bereits die Gabe der Geisterunterscheidung gegeben hatte. Ich verstand es damals nur noch nicht, weil wir gelehrt wurden, dass es in unserer Zeit die Gaben des Heiligen Geistes nicht mehr geben würde. Ich erinnere mich, wie ich viele Male von den Gruppenversammlungen nach Hause kam, mir die Augen ausweinte und schluchzte, «Papa, Papa, es war etwas Böses dort, ich hab’ es gespürt!» Ich wurde jedes Mal buchstäblich körperlich krank, wenn wir in eine Versammlung gingen. Aber meine Eltern verstanden nicht, was da vor sich ging. Während der Schwierigkeiten, die ich als Teenager hatte, vergassen meine Eltern und ich den Bund, nicht aber Gott. Gott hielt den Bund! Als ich 26 Jahre alt war, brach ich meine Verbindung zu der Gruppe in der ich gross geworden war ab, ging zum ersten Mal von zu Hause fort und begann mit meinem Medizinstudium. Ich wohnte auf einem grossen Universitätsgelände und war natürlich sehr begeistert über all die Möglichkeiten, die sich mir da boten. Ich hatte vor, sie alle zu erforschen. Aber Gott hatte den Bund, den Er mit meinen Eltern geschlossen hatte, nicht vergessen. Bereits in der ersten Woche meines Studiums legte der HERR Seine Hand so schwer auf mich, dass ich mich ganz elend fühlte. Ich wusste, dass ich nicht richtig vor dem 23


Rüste Dich zum Kampf

HERRN stand, doch wusste ich nicht, was ich dagegen tun konnte. Ich hatte Todesängste davor, eine andere Gemeinde zu besuchen, weil die Gruppe, in der ich aufgewachsen war, lehrte, dass herkömmliche Gemeinden mit eingesetzten Pastoren, gegen den Heiligen Geist sündigen würden. Wenn nun irgendjemand von uns in eine solche Gemeinde gehen würde, würde der HERR uns auf der Stelle töten oder der Folter (durch Satan) übergeben. Dies war eine totale Irrlehre, doch ich war mir dessen nicht so sicher, und so hatte ich Angst, mich einer anderen Gemeinde anzuschliessen. Nach zwei qualvollen Wochen fragte ich schliesslich meine zwei Zimmerkolleginnen, ob sie mit mir in eine Gemeinde gehen würden. Sie hatten keine Angst mitzugehen. Sie waren beide in einer Gemeinde aufgewachsen, doch war keine von beiden eine Christin. Wir gingen schliesslich zu einer kleinen Zeltmission, und ich war erleichtert, dass der HERR mich nicht auf der Stelle tötete, obwohl ich sogar mit dem dortigen Prediger redete! Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich von diesem Prediger, dass es möglich sei, eine persönliche Beziehung zum HERRN zu haben, und zwar in der Art, dass Er mit mir sprechen und Gemeinschaft haben würde, genauso wie Er es mit den Personen in der Bibel gehabt hatte. Er betonte jedoch, dass wir so eine Beziehung nur unter der Bedingung einer völligen Hingabe an den HERRN haben könnten. Noch nie hatte ich so eine Lehre gehört. Zum ersten Mal in meinem Leben sah und erlebte ich die Liebe Gottes durch diese Gruppe christlicher Studenten. Ich sah, wie der Pastor und andere einen engen Wandel mit dem HERRN hatten, und mein Herz schrie nach einer solchen Beziehung zu Gott. Es war die völlige Hingabe, die mich zögern liess. Ich fand das sehr erschreckend, doch hatte ich keine andere Wahl. Nach dem ersten Semester hielt ich es schliesslich nicht länger aus. Vor meiner Abschlussprüfung in Histologie verbrachte ich die ganze Nacht unter Qualen und in Tränen aufgelöst, anstatt für meine Prüfung zu lernen. Als der Morgen schliesslich anbrach, nahm ich ein Stück Papier und schrieb jeden Bereich meines Lebens nieder. Meine Karriere, meine Familie, Menschen, die mir lieb waren, die Frage, wo ich leben und arbeiten sollte, ob ich je Freunde haben würde, meinen Körper, meinen Ruf und der für mich schwierigste Bereich, meinen Wunsch zu heiraten. Das gab ich alles dem HERRN hin. Ich versah das Papier mit 24


2. Mit Gott im Bund

dem Datum und unterschrieb es. Ich war der festen Überzeugung, dass, wenn ich eine solche weitreichende und völlige Übergabe machen würde, mich der Blitz treffen, ich auf mein Angesicht fallen und in Zungen sprechen würde – jedenfalls hatte es sich so in all den Büchern ereignet, die ich gelesen hatte. Zu meinem Schrecken geschah nichts! Ich fühlte mich nicht einmal anders! Ich hatte eine schrecklich grosse Hingabe an den HERRN vollzogen in der Erwartung, dass Er als Gegenzug etwas Übernatürliches geschehen lassen würde; es war sein Wille, es nicht zu tun. Das nahm mich sehr mit. Irgendwie gelang es mir, durch meine Prüfungen zu kommen, und ich fuhr während der zweiwöchigen Weihnachtspause nach Hause. Die gesamten zwei Wochen verbrachte ich unter Tränen und Fasten in meinem Schlafzimmer. Ich war verzweifelt. Ich war an einen Punkt angelangt, an dem ich vollständig von der Sehnsucht nach einer persönlichen Beziehung mit dem HERRN verzehrt war. Ich konnte einfach nicht ohne sie weiterleben! Meine armen Eltern waren ausser sich. Sie dachten, ich wäre durch den schulischen Druck verrückt geworden. Sie konnten einfach nicht verstehen, was in mir vorging. Zwei Tage vor Ferienende packte ich schliesslich meine Sachen und kehrte zur Universität zurück. Den nächsten Tag werde ich nie vergessen. Ich ging zu dem Prediger der Gruppe, setzte mich weinend in sein Büro und erzählte ihm von meiner Hingabe und dass daraufhin überhaupt nichts passiert wäre. Der HERR hatte nicht ein einziges Mal zu mir gesprochen, und ich fühlte mich kein bisschen anders! Er schmunzelte. «Du hast bestimmt gedacht, dass du von einem starken Blitz getroffen und anfangen würdest, in Zungen zu sprechen, stimmt’s?» «Ja, warum, geschieht es etwa nicht so?» «Nein, Gott ist Gott, und Er handelt, wie Er will, Er geht mit jeder Person anders um. Die Schrift befiehlt uns «… werdet erfüllt mit dem Heiligen Geist!» (Epheser 5, 18). Du hast den HERRN gebeten, dich mit Seinem Heiligen Geist zu füllen, und du hast eine völlige Übergabe an Ihn vollzogen. Nun musst du auf deine Knie gehen und Ihm im Glauben danken, dass Er Seine Versprechen hält und Ihn bitten, dass Er in deinem Leben wirkt, so wie Er will. Dann mach’ weiter, und du wirst sehen, wie der HERR dein Leben verändert.» 25


Rüste Dich zum Kampf

Ich danke Gott für die Weisheit dieses Pastors. Ich befolgte seinen Rat, und nach drei Wochen war ich ein anderer Mensch. Die erste Verwandlung, die ich bemerkte, war ein unglaublicher Hunger danach, Gottes Wort zu lesen und zu durchforschen. Zum ersten Mal in meinem Leben las ich die Bibel ganz durch. Sehr schnell machte der HERR mich auf zahlreiche Gebiete in meinem Leben aufmerksam, die Ihm nicht gefielen. Und etwa einen Monat nachdem ich diese völlige Übergabe an Ihn vollzogen hatte, sprach Er zum ersten Mal zu mir. (Kapitel 7 geht auf dieses Thema «Hören auf Gott» tiefer und gründlicher ein). Danach wuchs meine Beziehung zum HERRN schnell. Meine Erwartungen auf ein intensives, gefühlsmässiges Erlebnis, begleitet vom Sprechen in Zungen, bringt mich an einen wichtigen Punkt. Satan hat den Bereich der Gaben des Heiligen Geistes, oder, wie einige es nennen, der «Taufe im Heiligen Geist», härter als jeden anderen angegriffen, besonders in diesen letzten Tagen. Die meisten Charismatiker wollen die Kraft ohne das Kreuz. Sie spezialisieren sich leider auf gefühlsmässige Erlebnisse. Die Fundamentalisten lehnen das Kreuz auch ab, indem sie sagen, die Kraft gelte nicht mehr für unsere Tage. Beide Positionen sind verkehrt. Das Problem, das wir Menschen haben, immer hatten und auch in Zukunft haben werden, ist, wir müssen begreifen, dass Gott Gott ist. Er ist uns nicht zu einer Antwort verpflichtet, und wir können Ihn in keiner Weise herum kommandieren. Er braucht nichts so zu tun, wie wir es für richtig halten. Die Gaben des Heiligen Geistes sind das, was sie sind, nämlich Geschenke, die gegeben werden, und sie wirken wann und wie der Heilige Geist es will, nicht wie wir wollen. Wir können nicht einfach eine Gabe abrufen oder erzwingen, damit sie in unserem Leben wirkt, wenn wir es wollen. Sie wirkt nur, wenn Gott es will. Wir müssen im Gehorsam und Glauben wandeln. Ein Teil dieses Glaubens ist das Verständnis und das Anerkennen, dass die Gaben nur dann tätig sind, wenn der HERR das will. Christen scheinen den Hauptteil ihrer Zeit damit zu verbringen, Lehren aufzustellen, um die Souveränität Gottes zu umgehen. Das geht einfach nicht! Je eher wir das akzeptieren, umso eher werden wir in eine engere persönliche Beziehung zu unserem HERRN treten. Meinen ersten Bund mit dem HERRN schloss ich bei meiner Errettung. Meinen zweiten, als ich durch diese völlige Übergabe Jesus zum 26


2. Mit Gott im Bund

alleinigen Meister meines Lebens machte. Ich war der Initiator dieser zwei Bündnisse. All die übrigen Bündnisse, die sich in den Jahren danach anschlossen, waren von Gott initiiert. Ich glaube, Gott will, dass jede Person diese ersten zwei Bündnisse selbst abschliesst. Alles Weitere wird dann Gott übernehmen. Meine Eltern baten den HERRN um ein Bündnis, zu dem Er Seine Zustimmung gab, indem Er dieses Wunder der zweiten Schwangerschaft bei meiner Mutter vollbrachte (sie hatten nur zwei Kinder). Den dritten wichtigen Bund mit dem HERRN schloss ich zu der Zeit, als ich Seinem Ruf, in den geistlichen Kampf zu treten, gehorchte. Ich habe darüber in meinem ersten Buch, Er kam, um die Gefangenen zu befreien, geschrieben. Diesen dritten Bund schloss ich fünf Jahre nach dem Zweiten. Auf Befehl des HERRN liess ich Elaine in meine Wohnung ziehen, um sie vor den Angriffen der Satanisten abzuschirmen. Unter seiner Bewahrung hatten wir eine kurze Verschnaufpause, bevor der Kampf mit den Dämonen in Elaine weiter ging. Während ich auf diese Zeit zurück blickte, wurde mir klar, dass ich einen weiteren Bund mit dem HERRN nötig hatte, damit ich in diesem Kampf weiter machen konnte; genauso wie Josua mit Gott einen Bund geschlossen hatte, bevor er den Jordan überquerte, um Jericho einzunehmen. Gott hielt die Dämonen für etwa zwei Wochen zurück, bis ich mich für diesen neuen Bund entschieden hatte. Während dieser Zeit sprach der HERR sehr deutlich zu mir und sagte, dass Er gerne einen Bund mit mir machen wolle. Die Bedingungen für diesen Bund waren folgende: Erstens sollte ich Gott mein Leben übergeben, um von Ihm in jeder Hinsicht, wie Er es für richtig hielt, gebraucht zu werden, damit ich direkt gegen Satan und seine Dämonen kämpfen konnte. Zweitens sollte mir bewusst sein, dass solch eine Hingabe einen sehr hohen Preis kosten würde. Ich würde am Ende meine Karriere, meine Familie, alle meine Freunde und beinahe alles, was mir lieb war, verlieren. Ich würde auch ausserordentlich viel körperliches und seelisches Leid durchzumachen haben. Aber Gott versprach, an meiner Seite zu stehen und sich mir auf eine tiefe und persönliche Art zu offenbaren, wie es durch keinen anderen Weg in meinem Leben möglich wäre. Viele Seelen würden gerettet werden und 27


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