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JUDY FRANKLIN MIT

BENI JOHNSON

Den Himmel erleben

WIE WIR IN GOTTES DIMENSION EINTRETEN KÖNNEN

GLORYWORLD-MEDIEN


Copyright © 2011 by Judy Franklin and Beni Johnson Originally published in English under the title „Experiencing the Heavenly Realm – Keys to Accessing Supernatural Experiences“ by Destiny Image, 167 Walnut Bottom Rd., Shippensburg PA 17257-0310, USA. All rights reserved. 1. Auflage 2013 © der deutschen Ausgabe 2013 GloryWorld-Medien, Bruchsal, Germany Alle Rechte vorbehalten Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen. Weitere Bibelübersetzungen: NGÜ: Neue Genfer Übersetzung, 2009 SLT: Schlachter 2000 LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984. Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. Übersetzung: Lisa Pagel Lektorat: Thilo Niepel / Manfred Mayer Satz: Manfred Mayer Umschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.de Foto: photocase Druck: Schönbach-Druck, Erzhausen Printed in Germany ISBN: 978-3-936322-83-5 Bestellnummer: 359283 Erhältlich beim Verlag: GloryWorld-Medien Postfach 41 70 D-76625 Bruchsal Tel.: 07257 903396 Fax: 07257 903398 info@gloryworld.de www.gloryworld.de oder in jeder Buchhandlung


STIMMEN ZUM BUCH

Wenn es Ihnen wie mir geht, dann wird Sie dieses visionäre Buch dazu anregen, Ihr Zelt der Begegnung zu reparieren und noch eifriger und bewusster in das leuchtende Gesicht von Abba Vater zu blicken. Ich empfehle dieses Werk sehr; es ist voller Weisheit und Offenbarung, wie es nur aus einer persönlichen Begegnung kommen kann. Dr. Mark Stibbe The Father’s House Trust, Watford, UK

Wir leben in der Zeit der größten Ausgießung des Geistes, die die Welt je erlebt hat. Ohne Frage ist Gott in der Welt am Wirken und spornt seine Gemeinde an, ihn noch viel tiefer kennenzulernen. Mitten in dieser Ausgießung erweckt Gott Einzelne, die seine Kinder dafür zurüsten, ermutigen und berufen, noch tiefere Dimensionen der Vertrautheit mit ihm zu erleben. Judy Franklin ist eine davon. Sie schreibt nicht nur mit der Offenbarung des Himmels, sondern mit der Autorität eines Menschen, der Gott auf neue und einzigartige Weise erfahren hat. Ich habe selbst die Frucht dieser Erfahrungen gesehen und die Auswirkungen, die das auf unsere Gemeinde hat. Ihre Geschichte ist nicht an den Rändern der Gemeinde angesiedelt, sondern fest in der Gemeinde gegründet, während sie Gott nachjagt. „Den Himmel erleben“ wird alle Leser dazu inspirieren, sich einem Gott völlig hinzugeben, der seine Kinder über alles liebt. Ich bete, dass Sie dieses Buch nicht nur lesen, um zu erfahren, was möglich ist, sondern um selbst Ihre einzigartige Reise zu beginnen, die Sie in die Arme des Vaters führt. Banning Liebscher, Leiter von Jesus Culture


DEN HIMMEL ERLEBEN

Der große Apostel Paulus schrieb an die Korinther: „Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit lassen“ (1 Kor 12,1). Im griechischen Text findet sich das Wort „Gaben“ nicht, da uns Paulus nicht nur etwas über geistliche Gaben lehren wollte. Er wollte uns erklären, wie die geistliche Welt funktioniert. Die christliche Gemeinde hat den Zugang zur geistlichen Welt verloren. Wir haben das Wertvolle gegen das Sichtbare eingetauscht und sind an den Ufern des Logischen, Greifbaren und Vorhersehbaren gestrandet. Die Unfähigkeit der Gemeinde, Menschen in eine echte geistliche Erfahrung mit dem Vater zu führen, hat dazu geführt, dass die Suchenden in die Klauen aller Art finsterer Geister geraten können. Judy Franklin hat es meisterhaft verstanden, die Gemeinde zu ihrem ursprünglichen Auftrag, im Geist zu leben, zurückzuführen. Ihr Buch liest sich wie eine Schatzkarte und führt uns vom Schrecken dieser Welt zu übernatürlichen Erfahrungen. Judy überreicht uns die Schlüssel zum geheimnisvollen Königreich und zeigt uns den Weg zum Vaterhaus. Wenn Sie sich schon lange danach gesehnt haben, durch den Vorhang hindurch die verborgenen Bereiche des Himmels zu betreten, dann ist dieses Buch für Sie! Kris Vallotton

Judy Franklin hat nicht nur ein Buch geschrieben, sondern ihr Leben. Als ich dieses Buch las, konnte ich tatsächlich den Himmel spüren. Ich lehnte mich einfach zurück und schüttelte den Kopf. „Sie hat es getan“, sagte ich. Es ist ihr gelungen, ihn und all seine Güte mit Worten zu erfassen. Sie hat meinen Freund erfasst und wie viel Freude es macht, in seiner Nähe zu sein. Toll gemacht, Judy, meine Freundin! Du hast ihm Ehre bereitet; er lächelt über dieses Buch. Ich mag dich so sehr. Jenn Johnson Anbetungsleiterin in der Bethel Church


Ich kenne Judy Franklin nun schon einige Jahre. In dieser Zeit bin ich jedes Mal bereichert worden, wenn sie mir von ihren übernatürlichen Begegnungen mit dem Vater erzählt. Mystiker werden von denen, die gerne in ihren sicheren und seichten Bereichen des geistlichen Verständnisses verharren, abgewiesen. Man wirft ihnen vor, sie würden den Bogen überspannen mit ihren himmlischen und als esoterisch empfundenen Erfahrungen. Ich weiß, dass Judy sehr vorsichtig und verantwortlich mit ihren Erfahrungen umgeht, da sie jene, die sie als Bibelkenner ansieht, um eine biblische Prüfung bittet. Mit diesem Erstling, was das Schreiben angeht, lädt sie uns alle ein, in die himmlischen Bereiche aufzusteigen, um die frische Luft der bedingungslosen Liebe des Vaters einzuatmen. Sie werden weit über die kontaminierte Atmosphäre engstirniger religiöser Ideen hochgehoben werden. Die Transparenz ihres Zeugnisses und die anschließenden Entdeckungen, wie unbeschreiblich mitfühlend der Vater ist, werden in Ihnen einen Hunger nach mehr bewirken. Randall Worley Headwaters Ministries, Ft. Mill, SC

Dieses Buch kommt zur rechten Zeit und ist aus den vielfältigen Erfahrungen von Judy Franklin mit Gott entstanden. Es steckt voller Offenbarung, die unkompliziert ist und doch tiefer göttlicher Weisheit entspringt. Mehr noch, dieses Buch spiegelt den Hunger eine Frau wider, die alles erfahren möchte, was der Himmel zu bieten hat. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wurde ich an das Herz des Vaters für die Menschheit erinnert und an seinen Wunsch, uns in den himmlischen Bereichen zu sehen. Vorsicht! Dieses Buch ist sehr ansteckend mit der Liebe Gottes und könnte für einen oberflächlichen Christen gefährlich sein. Larry Randolph Larry Randolph Ministries, Franklin, TN


DEN HIMMEL ERLEBEN

Judy Franklins Buch „Den Himmel erleben“ ist eine sehr persönliche geistliche Reise, auf der wir die Realität der Gegenwart Gottes entdecken und ihn buchstäblich in großer Freundlichkeit sprechen hören. Ihre Ermutigung, unsere „geistlichen Augen“ und „geistlichen Ohren“ aufzuwecken, ist für die Absicht des Buches entscheidend. Judy erzählt ihre persönliche Geschichte und führt den Leser gleichzeitig auf seinen eigenen Weg, vom Geist inspirierter Vorstellung. Das Buch zu lesen ist ein echtes Erlebnis, wobei die Erzählund Lehrstränge parallel verlaufen und miteinander verflochten sind. Die Leser, die nur auf Informationen aus sind, werden durch den auf Erfahrung basierenden Gedankenfluss herausgefordert werden, der unsere Vorstellungskraft aktivieren möchte. Und diejenigen, die nur die Erfahrung suchen (das offensichtliche Hauptziel des Buches), werden auch durch seinen Lehrinhalt zum Nachdenken angeregt werden. Sie sind zu einer Reise der persönlichen Offenbarung eingeladen. David Crabtree DaySpring Church, Castle Hill, NSW, Australia


INHALT

Dank ................................................................................ 13 Vorwort ............................................................................. 15 Einführung ........................................................................ 17 1 Ganzheitliche Heilung ................................................. 21 2 Reine Liebe ................................................................. 29 3 Zu dumm, um geliebt zu werden ................................. 33 4 Liebe über alles ........................................................... 37 5 Befähigt zu sehen ........................................................ 43 6 Hindernisse auf dem Weg zum Sehen ......................... 49 7 Er wird Sie niemals ablehnen ...................................... 55 8 Auf dem Schoß des Vaters sitzen ................................ 59 9 Ins Licht laufen ........................................................... 63 10 Der wunderschöne Garten ........................................... 67 11 Von Festungen befreit ................................................. 71 12 Die Stadt Gottes .......................................................... 79 13 Gegenstandslektion des Erinnerns .............................. 83 14 Mehr Gegenstandslektionen ........................................ 87 15 Geheime Liebe ............................................................ 95 16 Das Kreuz der Liebe und des Gehorsams .................... 99


DEN HIMMEL ERLEBEN

17 Noch mehr Gegenstandslektionen ............................ 103 18 Zutiefst mit ihm vereint ............................................. 117 19 Herzen ...................................................................... 111 20 Spaß im Garten ........................................................ 117 21 Zur innigen Gemeinschaft mit Gott zurückfinden ....... 125 22 Segen und andere Gartenerfahrungen ....................... 133 23 Der Brunnen ............................................................. 143 24 Der Weg zum Schicksal ............................................ 147 25 Andere in den Himmel führen ................................... 155 26 Wie ich Krystal in den Himmel führte ........................ 165 27 Zeugnisse ................................................................. 171 28 Loslassen und Gott machen lassen ........................... 185 Zusammenfassung ......................................................... 195


Ich widme dieses Buch meinen Kindern (und deren Ehepartnern) Jonathan, Daniel und Greta, Susanna und Jay, und meinen Enkelkindern Kendra, Jesse, Erik, Elyas, Asher, Jordan und Tobin sowie meinem Urenkel Harlan. Ich wĂźnsche mir, dass ihr auf dem aufbaut, was Gott mir geschenkt hat. Mein Erbe an euch soll sich wie ein Vorsprung auswirken, sodass ihr mit Gott weitergehen kĂśnnt, als ich es jemals konnte. Ich bete, dass dieses Buch jeden von euch zu tieferer Gemeinschaft mit dem wunderbaren Gott der Ewigkeit anspornen wird. Ich liebe euch alle sehr! Mama und Oma Juju.


DANK

Bill und Beni Johnson: Ihr beide seid für mich die allererstaunlichsten Leute. Ihr habt mir geholfen, Gott mehr zu lieben, ihr habt mir beigebracht, was Gnade ist, und ihr habt mir nichts als Gnade entgegengebracht. Ohne eure Liebe und Unterstützung wäre ich nicht, wo ich bin und wer ich bin. Vielen Dank. Beni: Herzlichen Dank für deine Bereitschaft, das erste und letzte Kapitel dieses Buches zu schreiben. Kris Vallotton: Ich habe so vieles von dir gelernt. Danke, dass du mir geholfen hast, mein Leben zu gestalten. Ich staune über dich. Randall Worley: Gott hat mir Flügel gegeben, und du fügst ständig neue Federn hinzu, sodass ich noch höher aufsteigen kann. Danke! Bob Jones: Du hast immer wieder in mich investiert und mir Gaben und Fähigkeiten übertragen. Du warst es, der mich dazu angeregt hat, immer höher zu steigen. Danke. Vanessa Chandler, Dianne Brown, Julia Loren, Allison Armerding und Pam Spinosi: Danke für eure Beiträge zu diesem Buch. Banning Liebscher: Danke für dein Wort der Weisheit, dass dieses Buch eine Anleitung sein soll, wie man es macht, und nicht nur meine Erfahrungen enthalten soll. Dann Farrelly: Deine Anregungen sind unschätzbar. Ganz herzlichen Dank. An alle, die zugestimmt haben, dass ich ihr Zeugnis berichten darf: Danke. Julie Winter: Ganz ehrlich, ohne dich wäre dieses Buch nie fertig geworden. Dein Engagement und deine Freundschaft bedeuten mir so viel. Danke, dass du an dieses Buch geglaubt hast, selbst als ich das nicht tat. 13


VORWORT

Der Satte tritt Honig mit Füßen; aber dem Hungrigen ist alles Bittere süß (Spr 27,7). Vielleicht mehr als jeder andere Vers beschreibt dieser, warum einige Menschen leichter als andere in die Dimensionen Gottes eintreten. Wenn wir satt und zufrieden sind, werden wir zu Kritikern, während sich die Hungrigen meist über alles freuen, was sie haben können. Die Fähigkeit, etwas wahrzunehmen, schwindet nämlich, wenn der Hunger fehlt. Aus diesem Grund erkannten viele Gebildete Jesus nicht, als er kam. Sie waren mit ihrem religiösen System zufrieden und hatten den Hunger nach den größeren Dingen verloren. Aber nun ist ein neuer Tag angebrochen. Noch nie war ich so begeistert über das, was ich Gott im Leib Christi tun sehe, wie heute. Zwar sind auch wir mit gewissen Herausforderungen konfrontiert, doch der Hunger, der ein wahres Geschenk Gottes ist, war noch nie so stark, wie er mir heute begegnet. Und er breitet sich weltweit aus. Hunger bringt Menschen hervor, die bereit sind, Risiken einzugehen. Sie glauben an einen großen Gott und einen kleinen Teufel. Dieser Hunger nach dem authentischen Evangelium, wie es in der Bibel gepredigt und erlebt wurde, brennt zunehmend in den Herzen so vieler. Und unser vollkommener himmlischer Vater wartet nur darauf, dem Hunger zu begegnen, indem er denen, die ihn bitten, den Heiligen Geist und keinen Stein gibt. Wenn der Hunger stark wird, erfahren die Menschen die Dinge Gottes auf neue Weise. Judy Franklin und Beni Johnson haben ein Buch geschrieben, das sehr aktuell ist, weil es Antworten auf einen Herzensruf des Volkes Gottes gibt. Wir haben Hunger nach ihm. Aber oft verpassen wir um Haaresbreite eine Begegnung mit Gott, weil wir uns mit guter Theologie zufriedengeben. Theologie ist 15


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wunderbar, aber nicht dasselbe wie die Einladung von Gott, ihm auf neue und tiefere Art zu begegnen. Das „Mitsitzen in der Himmelswelt in Christus“ (vgl. Eph 2,6) war beispielsweise nie dazu gedacht, auf eine Lehre reduziert zu werden. Es war immer als Gottes Einladung gemeint, ihm zu begegnen und aus der himmlischen Perspektive zu leben. Aber wenn wir es nicht erfahren haben, können wir es uns nur vorstellen. Das ist aber zu wenig, da Gott keine Idee, Formel oder ein Ritual ist. Er ist eine Person zum Kennenlernen und jemand, mit dem wir in Beziehung treten. Diese beiden Autorinnen gehören meiner Meinung nach mit zu den geeignetsten Leuten für die Aufgabe, ein Buch darüber zu schreiben, wie man Gott praktisch erfährt. Die eine ist meine Ehefrau und die andere meine Sekretärin. Und ja, ich bin voreingenommen. Aber ich habe beobachtet, wie sie das fruchtbringende Leben, das für solch ein Buch benötigt wird, sowohl öffentlich als auch privat gelebt haben. Was mir dabei am meisten Spaß macht, ist, mitzuerleben, wie ihre Geschichten und Erfahrungen die Herzen der Leute anregen, nach mehr von dem zu verlangen, was Gott uns in unseren Tagen zur Verfügung stellt. Sie informieren nämlich viele von uns über einen Teil unseres Erbes in Christus: das Erbe, dass wir schon heute Gott begegnen und die himmlischen Dimensionen erleben können. Die Erkenntnisse der Autorinnen sind voller Hoffnung und Verheißung. Beim Lesen dieses Buches muss man sich unwillkürlich fragen, wie viel mehr uns Gott noch in diesem Leben geben wird. Es ist, als gäben sie uns die Erlaubnis, Gott nachzujagen und dabei davon auszugehen, dass er uns nichts vorenthält, wenn wir nur bitten. Es ist nicht zu schön, um wahr zu sein. Es ist so schön, dass es wahr ist. Beten, lachen und singen Sie während des Lesens. „Den Himmel erleben“ ist ein Erlebnis, das Sie so schnell nicht vergessen werden. Bill Johnson

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EINFÜHRUNG

Vor Kurzem sagte Bill Johnson: „Eine der größten Notwendigkeiten in der Gemeinde heute ist eine Offenbarung über den Himmel. Der Grund dafür ist, dass Gott die Ressourcen der Erde einem Volk anvertrauen möchte, das sein Herz in einer anderen Welt verankert hat.“ Wenn in diesem Buch von „ich“ die Rede ist, bezieht sich das auf Judy Franklin, die Autorin. Kapitel 1 und Kapitel 28 bilden die Ausnahme – diese beiden wurden von Beni Johnson geschrieben. Um himmlische Erfahrungen geht es in diesem Buch … das heißt, um ein Herz, das in einer anderen Welt verankert ist. Hoffentlich werden Sie erkennen, wie Sie eine innigere Beziehung mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist haben können. Ich werde sowohl einige meiner eigenen HimmelsErfahrungen erzählen als auch Geschichten anderer. Außerdem werde ich Hindernisse aufzeigen, die uns davon abhalten, zu sehen, und Ihnen zeigen, wie Sie selber himmlische Erfahrungen machen können. Meine Hoffnung und mein Gebet ist, dass Sie – während Sie die Geschichten über diese Erfahrungen lesen – mehr darüber lernen, wie Sie selbst eine innigere Beziehung mit dem Herrn entwickeln können. Jesus sehnt sich so sehr danach, eine tiefere Beziehung mit Ihnen zu haben. Er möchte, dass Sie ihn und seine Wege kennen, anstatt nur etwas über ihn zu wissen. Der Definition nach ist eine Beziehung eine Verbindung, ein Verhalten oder ein Gefühl jemandem gegenüber – das heißt, es geht um Freundschaft. Eine solche Beziehung möchte Gott mit Ihnen haben. Wir können jemanden nicht kennen, indem wir lediglich ein Buch über ihn oder sie lesen. Um eine 17


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Beziehung zu haben, müssen wir mit der jeweiligen Person in Kontakt treten und mit ihr Umgang pflegen. Eines Tages sprach der Herr zu mir. Er sagte lediglich: „Ronald Reagan“ (zur damaligen Zeit unser Präsident). Das war alles, was er sagte. Ich wartete, aber er fügte nichts hinzu. Also sagte ich: „Ja, er ist unser Präsident.“ Dann sagte Gott: „Jeden Tag kannst du über ihn lesen.“ „Ja, ich kann über ihn in Zeitschriften und Büchern lesen“, antwortete ich. Er sagte: „Jeden Tag kannst du über ihn hören.“ Natürlich, dachte ich. Ich könnte im Fernsehen, Radio und durch die Gespräche von Leuten, die über ihn und sein Handeln reden, über ihn hören. Er fuhr fort: „Und was er tut, wirkt sich auf dich aus.“ „Oh ja, er unterzeichnet Gesetzesentwürfe und Gesetze, die mein Leben beeinflussen.“ Dann fragte er: „Wie gut kennst du ihn?“ Wow! Ich fühlte mich ertappt. Ich kannte Ronald Reagan kein bisschen. Ich wusste tatsächlich nur etwas über ihn. Der Herr sagte: „Jeden Tag kannst du über mich lesen.“ Ich antwortete: „Ja, in der Bibel und in anderen Büchern.“ Er sagte: „Jeden Tag kannst du über mich hören.“ Darauf antwortete ich: „Ja, im Fernsehen, Radio und in der Gemeinde.“ Dann sprach der Herr: „Und was ich tue, wirkt sich auf dich aus.“ „Oh ja.“ Ich wusste jetzt, worauf dieses Gespräch hinauslief. Schließlich fragte der Herr: „Wie gut kennst du mich?“ Dann wurde mir bewusst, dass ich zwar viel über ihn wusste, ihn aber eigentlich gar nicht persönlich kannte. Er möchte aber, dass wir ihn kennen. Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe (Joh 15,15). 18


Einführung

Der Herr hat uns Freunde genannt. Nun, es braucht mehr als Lesen, Hören oder vom Handeln des anderen beeinflusst zu werden, um ein wahrer Freund zu sein. In der Himmelswelt wartet eine neue Ebene der Freundschaft auf uns. Es handelt sich um ein Geheimnis. Wie können wir mit dem Gott des Universums, dem Gott der Ewigkeit, dem Gott der Kraft und Macht befreundet sein? Jesus sagte: … Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den Übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen (Lk 8,10). Ich möchte nicht jemand sein, der lediglich die Gleichnisse kennt. Ich möchte stattdessen die Geheimnisse kennen. Sie nicht auch? Aus dieser Beziehung heraus kommen Visionen, die unsere natürliche Welt mit Gottes himmlischem Reich verbinden. Diese Visionen setzen uns nicht nur frei, eine reine Liebe zu erleben, sondern bringen uns in eine innige Verbindung mit Gott. Diese Erfahrungen mit Gott werden Hindernisse beseitigen, die uns davon abhalten, mehr von ihm zu empfangen, mehr über ihn zu lernen sowie geheilt, heil und mit ihm vertraut zu werden. Während Sie seine reine Liebe erfahren, entdecken Sie, dass Sie den Weg Ihrer Bestimmung betreten haben. Einmal habe ich ein Zitat gelesen, das dem deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer zugeschrieben wird, der im Zweiten Weltkrieg von den Nazis umgebracht wurde: „Wahrheit, die von Erfahrung getrennt ist, muss immer im Zweifel verweilen“. Denken Sie darüber nach. Wahrheit ohne eine Erfahrung kann ein plagendes Gefühl von Zweifel in Ihren Gedanken hervorrufen. Sie wissen möglicherweise, dass Gott fähig und willig ist, Menschen zu heilen, weil es so in der Bibel steht. Sie haben auch gelesen, dass Jesus jeden geheilt hat, der zu ihm gekommen ist. Trotzdem haben Sie möglicherweise mit Gedanken zu kämpfen, dass Gott nicht heilen möchte, weil Sie 19


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noch nie erlebt haben, dass Sie selbst oder jemand, für den Sie gebetet haben, geheilt worden ist. Es ist wichtig, dass Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit Gott machen. Unser Gott ist liebevoll und gütig und möchte eine innige Beziehung zu uns haben. Randall Worley sagte einst: „Wenn Gott lediglich wollte, dass wir Dinge tun, dann hätte er uns als Engel erschaffen. Er will aber eine Beziehung zu uns haben.“ Wenn Sie nun die folgenden Seiten lesen, ist mein Gebet, dass Sie einen Weg finden, einen liebenden und gütigen Gott kennenzulernen, der sich eine Beziehung zu Ihnen wünscht und möchte, dass Sie aufsteigen wie ein Adler.

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KAPITEL 1

Ganzheitliche Heilung von Beni Johnson

Es ist die Sehnsucht und Absicht Gottes, uns zu begegnen, zu heilen und zu lieben. Er wird alles in seiner Macht Stehende tun, damit diese Begegnung zustande kommt. Er wird den Himmel weit öffnen, damit wir zu ihm kommen können. Er sehnt sich mehr nach uns, als wir uns nach ihm sehnen. Es gibt nichts Begeisternderes, als eine Person zu sehen, die sich mit dem Herzen des Himmels verbindet. Vor Jahren sprachen mein Mann und ich einmal mit einem Pastor. Er war am Ende seines Lateins und erzählte uns, er habe alles versucht, um Antworten und Richtungsweisung zu erhalten. Er war müde und ausgebrannt und wusste nicht, was er noch tun konnte. Wir redeten eine Weile. Schließlich schaute ich ihn an und sagte: „Du musst dich von Gottes Gegenwart durchdringen lassen.“ Er schaute mich an und erwiderte: „Erzähl mir, was du damit meinst.“ Ich sagte ihm, er solle sich auf den Fußboden legen, eine gute Lobpreis-CD einlegen und einfach dort liegen bleiben. Ich sagte ihm weiter, er solle Gott weder etwas fragen noch mit ihm reden, sondern sich einfach von Gottes Gegenwart durchdringen lassen und zuhören. Er starrte mich für einen Moment an und meinte: „Das ist tatsächlich das, was ich brauche.“ Es war irgendwie lustig, sein Gesicht zu beobachten, als er kapierte, was ich meinte. Es ergab Sinn. Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott mehr mit uns in Verbindung treten möchte als wir mit ihm. Wir müssen innehalten und all die Dinge, in die wir verstrickt sind, niederlegen, 21


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um in seine Ruhe einzutreten. Und zu allem Überfluss kann jemand, der zerbrochen ist, sehr viel Heilung erfahren, wenn er eine himmlische Begegnung hat. Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, um an der rechten Hand seines Vaters zu sitzen, gab er uns einen Auftrag: … Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe … (Mt 28,18-20). Was ist mit „alles“ in Vers 20 gemeint? Matthäus 10,8 fordert uns auf: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.“ Das bedeutet, dass Jesus Vollmacht gegeben wurde und dass er sich an uns, seine Jünger, wendet und uns auffordert, loszugehen und all die Dinge zu tun, für die er Vollmacht erhalten hatte. Wenn wir Matthäus 10,8 betrachten und den Teil über die Heilung Kranker lesen, denken viele von uns automatisch an körperliche Heilung. Im Griechischen bedeutet das Wort krank (asthen-eo) „schwach, krank, gebrechlich sein“1. Wenn ich diesen Vers betrachte, dann sehe ich, dass er sich auf alle Leiden bezieht, innerlich und äußerlich. Gott möchte, dass es allen Männern, Frauen und Kindern gut geht, von innen nach außen und von außen nach innen. Jeder, der auf irgendeine Weise schwach ist, jede Person, die nur beschränkt leistungsfähig ist, kann geheilt werden. Man muss nicht lange suchen, um zu erkennen, dass viele an einem Punkt sind, an dem sie die heilende Gegenwart Gottes brauchen, die uns die Schwäche nimmt – diese Kraftlosigkeit, die uns davon abhält, die Fülle und Kraft des Lebens zu genießen. Viele Menschen kommen zu uns Christen und brauchen diese Begegnung mit Gott. Sie brauchen dringend Kraft, 1

Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel, R. Brockhaus, Wuppertal 2005 (762).

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um durch den Tag zu kommen. Sie kommen gebrochen und suchen nach etwas, das ihnen helfen kann. Ist es nicht erstaunlich, dass Jesus uns seine Autorität anvertraut hat, damit wir sie an notleidende Menschen weitergeben? Er möchte, dass wir sie dafür einsetzen, andere in eine Begegnung mit dem heiligen Gott zu führen und ihnen zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Ich habe einmal eine kleine Studie über Jesaja 61,1-9 gemacht und dabei einige interessante Dinge herausgefunden: 1 Der Geist des Herrn, HERRN, ist auf mir; denn der HERR hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, 2 auszurufen das Gnadenjahr des HERRN und den Tag der Rache für unsern Gott, zu trösten alle Trauernden, 3 den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche zu geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes, damit sie Terebinthen der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung des HERRN, dass er sich durch sie verherrlicht. 4 Sie werden die uralten Trümmerstätten aufbauen, das früher Verödete wieder aufrichten. Und sie werden die verwüsteten Städte erneuern, was verödet lag von Generation zu Generation. 5 Dann werden Fremde dastehen und eure Schafherden weiden, und Ausländer werden eure Bauern und eure Weingärtner sein. 6 Ihr aber, ihr werdet Priester des HERRN genannt werden; Diener unseres Gottes wird man zu euch sagen. 23


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Ihr werdet den Reichtum der Nationen genießen und mit ihrer Herrlichkeit euch brüsten. 7 Weil ihre Schande doppelt war und sie Schmach besaßen als ihr Erbteil, darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen; ewige Freude wird ihnen zuteil. 8 Denn ich, der HERR, liebe das Recht, ich hasse den Raub mitsamt dem Unrecht. Und ich werde ihnen ihren Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. 9 Und ihre Nachkommen werden bekannt werden unter den Nationen und ihre Sprösslinge inmitten der Völker. Alle, die sie sehen, werden erkennen, dass sie Nachkommen sind, die der HERR gesegnet hat. Vor einigen Jahren arbeitete ich mit einem unserer Pastoren zusammen, der Menschen mit sehr zerrütteten Vergangenheiten half. Einige dieser Menschen waren als kleine Kinder derart traumatisiert worden, dass sie aus einem Schutzbedürfnis vor Missbrauch ihre Persönlichkeit aufgespalten hatten. Ihre Seelen waren wirklich zersplittert. Wir haben mit ihnen gebetet, sie seelsorgerlich begleitet und ihnen geholfen, einen Ort zu finden, an dem sie sich geborgen fühlten, damit sie wieder zu einer intakten Persönlichkeit werden konnten. Während dieser Zeit las ich eines Tages diesen Abschnitt in Jesaja, der ein prophetisches Wort über Jesus ist. Ich schlug die Bedeutung einiger der darin vorkommenden Wörter nach. In Vers 1 heißt es: „die zu heilen, die ein gebrochenes Herz haben“ (Neues Leben), womit gemeint ist „zu verbinden“. Ich fand außerdem heraus, dass die Worte gebrochenes Herz „zersplitterte Seele“2 bedeuten. Das heißt, dass dieser prophetische Vers in Jesaja das Kommen Jesu auf die Erde voraussagte, das erst viele Jahre später geschehen sollte. Dies war 2 Brown, Driver, Briggs and Gesenius. “Hebrew Lexicon entry for Shabar.” The KJV Old Testament Hebrew Lexicon. Zugriff 2010. http://www.biblestudytools.com/lexicons/hebrew/kjv/shabar.html.

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eine seiner Aufgaben: Die zersplitterten Seelen zu nehmen und sie wieder zusammenzufügen bzw. zu verbinden, so wie man eine Wunde verbindet, damit sie heilt. In diesem Abschnitt stellen wir außerdem fest, dass die Trauernden getröstet und ermutigt werden sollen und dass ihnen Kopfschmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer und ein Ruhmesgewand anstelle eines verzagten Geistes gegeben wird. Dann, in Vers 3, sehen wir eine Veränderung. Gott gibt diesen Menschen ihre Identität (zurück). Diejenigen, die erschüttert worden waren und zersplittert sind, werden nun zu Bäumen der Gerechtigkeit, die Gott selbst zu seiner Verherrlichung pflanzt. In den Versen 4-7 sehen wir, dass Gott denen, die nun eine Identität haben, eine Bestimmung gibt. Lesen Sie diesen Abschnitt noch einmal: Und sie werden die verwüsteten Städte erneuern, was verödet lag von Generation zu Generation. Dann werden Fremde dastehen und eure Schafherden weiden, und Ausländer werden eure Bauern und eure Weingärtner sein. Ihr aber, ihr werdet Priester des HERRN genannt werden; Diener unseres Gottes wird man zu euch sagen. Ihr werdet den Reichtum der Nationen genießen und mit ihrer Herrlichkeit euch brüsten. Weil ihre Schande doppelt war und sie Schmach besaßen als ihr Erbteil, darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen; ewige Freude wird ihnen zuteil. Jetzt sehen wir, wie Gott heilt und wiederherstellt. Zugleich stellt er sie nicht nur wieder her, sondern er führt sie auch hinein in das, wer sie sind und was sie tun sollen.

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In einer anderen Übersetzung heißt es: „Die erlittene Schmach wird euch doppelt vergolten, und zum Ausgleich für die Schande werden sie frohlocken über ihr Teil; denn sie werden in ihrem Land ein doppeltes Erbteil erlangen, und ewige Freude wird ihnen zuteil werden“ (Jes 61,7 SLT). Es ist offensichtlich, was dieser Abschnitt uns sagt: Diejenigen, die aus der Gebrochenheit kommen, können und werden in eine großartige Bestimmung hineinfinden. Sie werden diese zerstörten Teile und Orte, die über Generationen in Trostlosigkeit brachlagen, nehmen und wiederherstellen. Nicht nur das, sie werden andauernde und immerwährende Freude haben! Es ist, als würde ihnen ein großes Maß an Autorität gegeben. Der Teufel versucht uns zu zerstören und uns in unserer Gebrochenheit festzuhalten. Doch dann kommt Jesus daher und sagt: „Hier, nimm mich. Lass mich dir zeigen, wer du wirklich bist. Lass mich dir deine Zukunft zeigen.“ Wenn Gott Sie von einem körperlichen, seelischen oder geistlichen Leiden befreit, glaube ich, haben Sie nun die Vollmacht, anderen dabei zu helfen, Heilung in genau dem Bereich zu erfahren, in dem Sie selbst heil geworden sind. Vor vielen Jahren wurde ich von Depression geplagt. Selbstmitleid war mein Freund. Ich spreche von der qualvollen Art Depression, die einen förmlich auffrisst, eine Hoffnungslosigkeit, die das innere Wesen angreift. Als ich mich in meinen späten Teenagerjahren befand, setzte Gott mich augenblicklich von jeglicher Depression frei. Ich werde den Tag nie vergessen. Ich kam gerade aus dem Badezimmer und schrie innerlich: „Gott, wenn du mich nicht von dieser Sache befreist, weiß ich nicht, was mit mir geschehen wird.“ Damit wollte ich Gott nicht herumkommandieren; es war einfach ein sehr verzweifelter Hilfeschrei. Als ich durch die Badezimmertür ging, wurde ich frei. Die Depression hob sich hinweg und ist auch nach all den Jahren nie wieder zurückgekehrt. Das ist wirklich der beste Weg, frei zu werden! Ich wünschte, es wäre so bei uns allen.

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Als ich älter und in Christus reifer wurde, wurde mir bewusst, dass mir eine Vollmacht gegeben worden war, anderen dabei zu helfen, frei zu werden. Wenn Gott zu einer Person kommt und sie freisetzt, wird diese in ihre Bestimmung eingesetzt. Wenn Sie miterleben, wie Menschen, die geschändet, zerrüttet und gebrochen sind, frei werden, ist das ein unvergesslicher Anblick voller Gnade und Schönheit. Dann tritt diese freie Person in ihre Salbung und Bestimmung ein und Sie beobachten, wie sie eine andere gebrochene Person an die Hand nimmt. Sie hat ein starkes Mitgefühl mit anderen, dass auch diese frei werden. Das ist der Weg der Liebe – und das ist der Weg unseres Vaters. Mit all dem möchte ich Folgendes sagen: Es gibt viele, die heute aus dem Zerbruch heraus in ihre Bestimmung hineinfinden. Diese Personen werden besondere Begabungen und Salbungen besitzen. So wie Judy wird jede von ihnen überaus einzigartig sein. Und sie brauchen einen Platz im Leib Christi, damit sie ihre Gaben gebrauchen können. Sie brauchen Hirten, die sie begleiten und ihnen Sicherheit geben. Ich habe so viele Menschen gesehen, die freigesetzt wurden und – was das Beste an allem ist – sich durch eine bloße himmlische Begegnung in den dreieinen Gott verliebt haben. In eine solche Begegnung führt Judy Menschen hinein. Für die von uns, die aus der Gebrochenheit kommen und wahrhaftig mit Gott, nicht nur mit Menschen, eins sein möchten, steht die himmlische Dimension offen. Ich glaube, dass Gott es liebt, uns seine Wirklichkeit zu zeigen, und sich danach sehnt, dass wir sehen und fühlen, wie es ist, mit ihm zusammen zu sein. Sollten wir nicht anfangen, seine himmlische Dimension zu erleben, während wir auf seine Wiederkunft und unser eigenes Heimgehen warten?

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KAPITEL 2

Reine Liebe

In Gottes Gegenwart, in seiner Herrlichkeit, besteht eine Liebe, die unbegreiflich erscheint. Diese Liebe geht über die Liebe, die in 1. Korinther 13 beschrieben wird, sogar noch hinaus. Es ist die Liebe, die wir uns von jeher ausgemalt und erhofft haben. Sie ist größer, besser und großartiger als alles, was wir je für möglich gehalten hätten. Eines Tages habe ich sie intensiv gespürt, als ich eine vom Himmel veranlasste Begegnung hatte. Ich weiß, dass diese Liebe für mich … für Sie … für alle Menschen gilt. Egal, wie bösartig oder gut wir sind, er liebt uns dennoch. Seine Liebe ist vollkommen. Er liebt nicht den einen mehr als die andere. Sein Herz schlägt voller Liebe. Er ist wahrlich Liebe. Ich weiß es. Ich habe sie gespürt, gesehen und eingeatmet.

Von Liebe überwältigt Wie fühlt sich diese Liebe an? Lassen Sie es mich beschreiben: Sie ist mehr als wunderbar. Das erste Mal, als ich diese Liebe spürte, war ich in meiner Heimatgemeinde, der BethelGemeinde in Redding, Kalifornien. Ich war gebeten worden, auf die Bühne zu kommen, um von einer Gottesbegegnung zu erzählen, die ich kurz vorher auf einer Reise zur „Toronto Airport Christian Fellowship“1 erlebt hatte. Ich erzählte darüber, dass ich Jesus gesehen hatte, weiß aber nicht genau, was passiert ist, nachdem ich meine Erfahrung mitgeteilt hatte. 1

Die Gemeinde in Toronto (Kanada), von der der sogenannte „TorontoSegen“ ausging; heißt inzwischen „Catch the Fire Toronto“.

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DEN HIMMEL ERLEBEN

Allerdings fand ich mich plötzlich vor der gesamten Gemeinde auf dem Boden liegend wieder. Aus irgendeinem Grund fand ich das komisch. Diese Erfahrung war neu für mich und deshalb wusste ich nicht, was ich nun tun sollte. Sollte ich schnell aufspringen und so tun, als sei nichts geschehen? Sollte ich von der Bühne herunterrollen oder krabbeln? Während der Gottesdienst weiterging, entschloss ich mich schließlich, mich aufzusetzen. Vielleicht würde ja Karen, die neben mir saß, mir sagen, was ich als Nächstes tun sollte. Ich musste aber feststellen, dass ich nicht aufstehen konnte. Es war, als würde ich am Boden festkleben. Dann dachte ich: Ich kann ja auch einfach hier liegen bleiben und den Rest des Gottesdienstes von hier aus mitbekommen. Doch Gott hatte eine andere Idee. Während ich da lag, hatte ich eine Vision: Ich sah Gott, der in der einen Hand einen großen Stein hielt. Dann fing er an, mit der anderen Hand auf den Stein zu klopfen, wobei dieser allmählich wie eine Eierschale aufbrach. Während die Stückchen des Steins wegbrachen, wurde mir bewusst, dass er ein Herz in seiner Hand hielt. Das Herz war dunkel und fast bewegungslos. Doch während er das Herz hielt, kehrte dessen Farbe langsam zurück und es begann kräftiger zu schlagen. Dann sagte er: „Das ist, was ich im Leib Christi, der Gemeinde, tue. Ich sorge dafür, dass die Härte von ihr abfällt und sie wieder heil wird.“

Das Licht Dann blickte ich auf und sah das hellste und schönste Licht. Ich war von seiner Schönheit ganz überwältigt. Wiederholt sagte ich zu Karen: „Schau! Es ist so schön.“ Das „Licht“ kam auf mich zu und wurde größer. Ich verstehe nicht wie, aber ich wusste, dass es sich bei dem Licht um Gottes Herrlichkeit handelte, seine wahrhaftige Gegenwart. Ich hatte vorher schon göttliche Begegnungen im Gebet gehabt, in denen er gesehen hatte, wie sich eine große Burgtür öffnete und ein Licht herauskam, das mich bedeckte. Das Licht, das ich nun 30


Reine Liebe

wahrnahm, fühlte sich wunderbar an und ich konnte nicht anders als anzubeten. Mir wurde bewusst, dass dieses schöne Licht Gottes Gegenwart, seine Herrlichkeit, darstellte. Es hatte mich über drei Monate hinweg jeden Tag besucht und ich hatte nicht gewusst, was es war. Während ich auf der Bühne lag, sank die Herrlichkeit Gottes so tief, dass ich meine Hand ausstrecken und sie berühren konnte. Oh, wie sanft und wunderbar sie doch war. Sie kam immer tiefer und wurde so hell, dass ich meine Augen kaum noch offen halten konnte. Ich hielt mir die Hand über die Augen und spähte durch meine Finger, bis ich meine Augen schließlich ganz geschlossen halten musste, um nicht zu erblinden. Das Licht kam dennoch immer näher. Ich atmete es mit jedem meiner Atemzüge ein. Es füllte meine Lungen und durchdrang mein ganzes Wesen. Die Herrlichkeit war schwer und es fühlte sich an, als würde ich heruntergedrückt, obwohl ich bereits auf dem Boden lag. Schließlich wusste ich, dass mein Körper diese Herrlichkeit nicht mehr länger ertragen konnte. Ich fühlte mich, als würde ich sterben, aber ich hatte keine Angst. Ja, es war mir sogar völlig egal. Was für eine Art zu gehen! Sehr gelassen sagte ich zu Gott: „Nun gut, jetzt werde ich sterben.“ Während ich in seiner Gegenwart verharrte, zog sich die Herrlichkeit allmählich zurück. Zuerst fiel es mir gar nicht auf, aber irgendwann merkte ich, dass ich meine Augen wieder öffnen konnte. Ich konnte das Licht der Herrlichkeit immer noch sehen und konnte meine Hand durch das Licht bewegen, aber es verschwand langsam. Ich rief zu Gott: „Gehe nicht! Doch wenn du gehst, lass mich mit dir gehen!“ Ich wollte ohne diese Gegenwart nicht mehr leben, eine Gegenwart, die sich wie reine Liebe anfühlte, die reinste Liebe, die mir je begegnet war und die alle meine Sinne in Beschlag nahm. Als es mir dann wieder möglich war, von der Bühne aufzustehen, war der Gottesdienst vorbei. Etwa einen Monat später bekam ich die Gelegenheit, meiner Gemeinde mitzuteilen, was mir passiert war. 31


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