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VERTRAUT MIT JESUS
Jesus wartet auf uns Wenn ein Mensch auf einer Parkbank sitzt, dann lässt er für einen Moment einmal alle seine unmittelbaren Ziele los und entspannt sich ein wenig. Vielleicht scheint sogar die Sonne, von der er sich dann bescheinen lassen kann. Jesus Christus möchte für unser ganzes Leben ein Hirte sein, der auf solch einer Bank schon auf uns wartet. Wir können uns vorstellen: Er sitzt schon da und wir können zu jeder Zeit, in der es uns möglich ist, in seine Gegenwart kommen und einfach loslassen. Wie bei allen Abläufen des Tages gehört dazu auch eine Entscheidung: Ja, ich möchte ganz regelmäßig meine gewohnten Termine unterbrechen und mich mit meinem besten Freund, Jesus, treffen. Ich möchte ganz in Ruhe mit ihm über alles reden. Ich möchte auf ihn hören und ich möchte seine Gaben empfangen. Das Beste an einer solchen Zeit mit Jesus ist eigentlich gar nicht unbedingt das, was im Einzelnen gesprochen wird. Das Schönste ist einfach, dass er da ist. Wenn Kinder im Garten mit Wasser spielen, dann nehmen sie vielleicht einen Gartenschlauch in die Hand, um sich damit einmal kräftig zu bespritzen. Oder sie waten durch einen knietiefen Tümpel. Und vielleicht sind sie auch einmal so ausgelassen, dass sie sich einen Eimer voll Wasser einfach über den Kopf schütten. Die Bibel gebraucht für den Heiligen Geist auch das Bild von den Strömen lebendigen Wassers, die von unserem Leib fließen sollen. Wenn das so sein soll, dann müssen wir in den gemeinsamen Zeiten mit Jesus mit diesem Wasser in Berührung kommen. Und so können wir uns vorstellen, dass 11
Auf Gottes Stimme hören
Jesus etwas von diesem Wasser nimmt, sobald wir auf der gemeinsamen „Bank“ angekommen sind und uns damit berührt, besprengt oder sogar überschüttet.
Loslassen und Empfangen Je mehr wir von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt sind, umso mehr sind wir innerlich bereit, mit Jesus einen Weg des Gebetes zu gehen, der von echter Kommunikation geprägt ist. Wir tragen im Gebet unsere Anliegen vor, und wir nehmen uns Zeit, in der Stille auf ihn zu hören, auf das, was er uns sagen möchte. Vielleicht sagt er: „Meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn, ich möchte dich noch viel mehr an mein Herz ziehen. Spürst du, wie es für dich schlägt und wie es mit denen fühlt, die in Gefahr sind, verloren zu Ohne Schritte gehen? Lass los und lehne dich an der Versöhnung meine Brust an, dann empfängst du können wir nicht diese Liebe. Wie ein Feuer wird sie in in die Fülle eidir brennen, und es wird dir leicht fallen, andere Menschen zu lieben.“ ner vertrauten Im Gleichnis vom verlorenen Sohn Beziehung zu war der jüngere Sohn an einem Punkt unserem himmangelangt, wo er sich nach seinem lischen Vater Vaterhaus zurücksehnte. Er war begelangen. reit, dort als Tagelöhner zu dienen und den Vater um Vergebung zu bitten. Und auch der Vater feierte mit seinem Sohn ein Fest der Versöhnung. Nur der ältere Sohn haderte und wollte zunächst seinem Bruder nicht vergeben. Dieses Gleichnis macht sehr nachdrücklich deutlich, dass wir ohne Schritte der Versöhnung nicht in die Fülle einer vertrauten Beziehung zu unserem himmlischen Vater gelangen können. Und ohne diese Vertrautheit werden wir niemals sein Reden zu uns klar vernehmen können. 12
2. VERTRAUT
MIT
JESUS
Die Liebe, die er uns schenkt, fließt gewissermaßen durch uns hindurch, bis sie übersprudelt und nicht mehr an sich halten kann. Dann müssen wir einfach von Jesus weitererzählen und engagieren uns für ihn. Wenn ich mich noch nicht so überfließend fühle, kann ich versuchen, mich zu entspannen. Dann kann ich mir bewusst machen, dass der Heilige Geist in mein Herz ausgegossen ist und in mir lebt. Den Platz, an dem ich gerade versuche, zur Ruhe zu kommen, kann ich mit der Hand Gottes vergleichen, die mich tragen möchte, und vielleicht stelle ich mir vor, dass Jesus mir ein Kreuz auf die Stirn zeichnet.
Seinen Rat suchen In unserem christlichen Lebenszentrum Wörnersberger Anker bieten wir gelegentlich in Gottesdiensten oder Seminaren eine Segnung mit Salbung an. Dabei wird jedem, der es möchte, mit ein wenig Salböl ein Kreuz auf die Stirn oder auch in die Hände gezeichnet. Eines der Worte für Salbung in der Bibel, das hebräische Wort maschach (Wurzel des Wortes maschiach = Messias, Gesalbter), bezeichnet vor allem eine heilige Handlung an Menschen oder Gegenständen, z. B. wenn jemand zum König oder Priester geweiht wurde. Wenn wir das hörende Gebet einüben, verbindet sich damit ebenfalls ein Schritt in eine neue Ebene der Verantwortlichkeit. Übergebe ich mein Leben und mit ihm auch meine Selbstbestimmtheit noch einmal neu dem Herrn? Darf er mich als ein „geheiligtes Gefäß“ in seinem Heiligtum füllen und benutzen? Gehe ich bei jeder wichtigen Entscheidung – allein oder mit anderen – in die Stille, um seinen Rat zu suchen? Und bleibe ich hier ganz geduldig, treu und beharrlich, bis ich wirklich etwas empfangen habe? Dann wird deutlich, dass ich nicht nur „Herr“ sage, sondern dass ich Jesus wirklich als Herrn in allen wichtigen 13
Auf Gottes Stimme hören
Situationen meines Lebens haben möchte. Ich werde immer bereiter, mich seinem Willen zu unterstellen, und werde dadurch Autorität und Vollmacht empfangen. Dabei geht es auch um einen wichtigen Aspekt meiner Berufung. Wenn ich Jesus die Frage stelle, welche meiner Gaben besonders zum Einsatz kommen sollen, was er für mich vorbereitet hat und wie er mich gebrauchen will, dann besteht bei dieser Frage immer auch die Gefahr, dass es noch sehr um meine Selbstverwirklichung geht. Ich verknüpfe meine Identität womöglich noch zu sehr mit dem, was mir Jesus aufträgt, und nicht mit Jesus selbst. Wenn Jesus mir einen Auftrag gibt, dann geht es jedoch zuerst immer darum, in einer bestimmten Form die Botschaft des Evangeliums zum Ausdruck zu bringen. Um diese Botschaft weitersagen zu können, brauche ich ein volles Herz, das nicht verzagt ist und sich nicht zurückzieht, sondern offensiv den Plan Gottes zu erfüllen sucht.
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2. VERTRAUT
MIT
JESUS
Geistliche Übung Immer wieder stehen wir vor größeren oder kleineren Lebensentscheidungen. Wird mir der Rat meines Herrn dabei zur wichtigsten Hilfe? Breiten Sie einmal eine anstehende Entscheidung vor Gott aus. Schreiben Sie auch Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen auf. Notieren Sie das Für und Wider. Werden Sie nun einmal still und spüren Sie nach, in welche Richtung Sie der Herr lenken möchte. Hier werden wir manchmal schnell mit der Frage konfrontiert, ob wir bereit sind, uns auch vom Heiligen Geist korrigieren und führen zu lassen. Wenn Sie im Hören noch unsicher sind, suchen Sie sich jemand, mit dem Sie die Frage gemeinsam prüfen können. Gott liebt es, wenn wir uns in dieser Weise öffnen, demütig sind und andere mit einbeziehen.
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