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PAUL MANWARING

Die Herrlichkeit Gottes

WAS SIE IST UND WIE UNSER LEBEN DAVON GEPRÄGT SEIN KANN

GLORYWORLD-MEDIEN


Copyright © 2011 by Paul Manwaring Originally published in English under the title „What on Earth is Glory“ by Destiny Image, 167 Walnut Bottom Rd., Shippensburg PA 17257-0310, USA. All rights reserved. 1. Auflage 2014 © 2014 GloryWorld-Medien, Bruchsal, Germany Alle Rechte vorbehalten Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985 entnommen. Weitere Bibelübersetzungen: HFA: Hoffnung für alle, Basel und Gießen, 1983 LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984 NEÜ: Neue evangelistische Übersetzung NGÜ: Neue Genfer Übersetzung, 2009 SLT: Schlachter 2000 Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. Übersetzung: Julia Dickerson Lektorat: Elisabeth Mühlbauer / Manfred Mayer Satz: Manfred Mayer Umschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.de Foto: fotolia Druck: CPI books GmbH, Leer Printed in Germany ISBN: 978-3-936322-15-6 Bestellnummer: 359215 Erhältlich beim Verlag: GloryWorld-Medien Postfach 41 70 D-76625 Bruchsal Tel.: 07257-903396 (ab 1.12.14: 02801-9874200) Fax: 07257-903398 (ab 1.12.14: 02801-9874201) info@gloryworld.de www.gloryworld.de oder in jeder Buchhandlung


STIMMEN ZUM BUCH

Das eben gelesene Buch versetzt mich in zunehmende Aufregung. Dieser Mann ist wirklich von der Herrlichkeit Gottes ergriffen und hat dadurch ein so klares Verständnis von ihr, wie mir es noch nie begegnet ist. Vor Kurzem war ich dabei, als jemand den Inhalt dieses Buches vorstellte, und konnte so aus erster Hand die gewaltige Wirkung dieses Buches erleben. Ich bin nun mehr als gespannt, wenn ich mir vorstelle, welch massiven Einfluss dieses Buch in den kommenden Jahrzehnten auf die Welt haben könnte. Möge der Leser es mit Begeisterung in einem Zug verschlingen, dann zurückkehren und es langsam verdauen und danach immer wieder von seinen Seiten zehren. Jack Taylor, Präsident von „Dimensions Ministries“ in Melbourne, Florida

Seit den Tagen Moses haben Mystiker in die unaussprechliche Dimension der Herrlichkeit hineingespäht. So wie Fotografen ihr Teleobjektiv auf etwas in der Ferne einstellen, das man kaum erkennen kann, justieren sie immer wieder die Blende, um etwas schärfer zu sehen. Bei Paul Manwaring ist es so, dass er die scheinbar unwirklichen Eigenschaften der Herrlichkeit Gottes in den Fokus rückt und klar beschreibt. Er lässt uns die tiefgründigen Elemente der Herrlichkeit verstehen und praktisch anwenden. Wenn Sie dieses Buch bis zum letzten Wort des letzten Kapitels lesen, werden Sie am Ende nicht nur schlauer, sondern auch verwandelt sein. Prof. Randall Worley, Headwaters Ministries


Dieses ungewöhnliche Buch enthüllt die absolute Summe der Eigenschaften Gottes – seine Herrlichkeit –, zeigt jedoch auf leicht lesbare und praktische Weise, wie man Gott mit seinem eigenen Leben hier auf der Erde Ehre erweisen kann. Dieses Buch sollte Sie lehren, wie Sie Jesus ähnlicher werden können und in Ihnen das Verlangen wecken, ihm mehr Ehre zu erweisen. R. T. Kendall Ehem. Pastor der Westminster Chapel in London

Wenn wir an Gottes Herrlichkeit denken, haben wir mystische Bilder vor Augen wie zum Beispiel, dass ein violetter Nebel über dem Volk Gottes schwebt. Paul Manwarings Buch: Die Herrlichkeit Gottes schließt unseren Geist für neue Dimensionen von Gottes Wesen auf. Dieses Buch ist nicht in erster Linie eine theologische Abhandlung, eine hebräische oder griechische Wortstudie, oder eine geschichtliche Beschreibung von Herrlichkeit; es ist vielmehr ein offenbarender Bericht von Gottes Majestät, die in den täglichen Handlungen seiner Menschen sichtbar wird. Pauls einzigartige Erfahrungen als Krankenpfleger in einer psychiatrischen Abteilung, als Leiter eines Gefängnisses und als Pastor bescheren ihm aufschlussreiche Perspektiven darüber, wie Gott auf übernatürliche Weise seine Herrlichkeit offenbart. Dieses Buch ist ein Wegweiser zu den himmlischen Sphären und ein Reiseführer zu den Aussichtspunkten der Höhen in Gottes Königreich. Die Herrlichkeit Gottes könnte Ihr Leben revolutionieren! Ich empfehle dieses Buch jedem Gläubigen. Kris Vallotton Stellvertretender Leiter der Bethel Church, Redding, Kalifornien (USA)


In letzter Zeit wurde die Herrlichkeit Gottes auf das Sichtbarwerden von Gold, Federn und anderer äußerlicher Zeichen reduziert. Paul Manwaring ist darauf bedacht, sich über die kleinsten Äußerungen von Gottes Gegenwart und Herrlichkeit zu freuen, jedoch auch tiefer darin einzutauchen, wenn sie sich in größerem Maße zeigt. Pauls Buch erweitert unser Verständnis von Herrlichkeit und wie diese das nächste Kapitel der Menschheitsgeschichte beeinflussen wird. Gottes Herrlichkeit wird sich nicht zu einem Nebeneffekt irgendeiner Konferenz beschränken, sondern letztlich ganze Städte verändern. Für alle, die sich nach „mehr vom Herrn“ sehnen, gibt uns Paul eine Landkarte in die Hand, die uns zu Orten führt, an denen wir Gottes Herrlichkeit nicht erwartet hätten. Lesen Sie selbst, folgen Sie diesen Wegen und werden Sie zu einem Gefäß seiner überfließenden Herrlichkeit! Steve Witt, Hauptleiter von Bethel in Cleveland

Mein lieber Freund Paul hat ein lebensveränderndes Buch geschrieben. Ich musste weinen, als mir aufging, wie herrlich dieser Gott ist, der seine Kinder in die Herrlichkeit führen will. Mein Herz brannte, mein Denken wurde erneuert und meine Augen sahen aus der Perspektive des Himmels viel klarer. Die gesamte Schöpfung wartet auf die herrliche Freiheit der Söhne Gottes (vgl. Röm 8,21 f.). Sie sind herrlich, weil das Maß der Herrlichkeit in Ihnen liegt! Seien Sie, wozu Sie bestimmt sind, und tun Sie das, wofür Sie erschaffen wurden … das ist Herrlichkeit! Aus der Herrlichkeit zu leben, nicht zu ihr hin – das ist eine Offenbarung des Königreiches Gottes, die eine herrliche Verwandlung zur Folge hat. Schauen Sie in dieses Buch hinein, und es wird Sie durchschauen! Leif Hetland Präsident von Global Mission Awareness


Es ist zu einfach, sich mit dem Zweitbesten zufriedenzugeben. Wir geben uns oft damit zufrieden, es besser machen oder Gott besser kennenlernen zu wollen oder von der Wahrheit, die wir glauben, überzeugt zu sein, doch haben wir Angst davor, diesem Gott wirklich zu begegnen. Paul Manwaring lüftet den Schleier und ruft uns aus unserem Schattendasein heraus. Er besteht darauf, dass man Gott mehr als nur vom Hörensagen erfahren kann. Paul verlangt von uns, dass wir Begegnungen mit seiner Gegenwart suchen, mit der echten Herrlichkeit Gottes – in der bunten Vielfalt der persönlichen Erfahrung. Einige Bücher werden Ihre Ansichten erweitern, andere verändern vielleicht sogar Ihr Denken – dieses Buch aber verspricht, Ihr Leben zu verändern. Wenn Sie in diesem Jahr nur ein Buch kaufen wollten, um es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen, dann dieses eine. Denn dieses Buch fordert jeden, der sich nicht mit dem Zweitbesten zufriedengeben will, zu einer völlig neuen Lebensweise heraus. Clive Calver, Leitender Pastor der Walnut Hill Community Church in Bethel, Connecticut, Autor des Buches „Dying to Live“


INHALT

Vorwort ............................................................................. 13 Einführung ........................................................................ 15 1 Was um alles in der Welt ist Herrlichkeit? .................... 19 2 Die große und kühne Bitte .......................................... 35 3 Güte und Herrlichkeit .................................................. 47 4 Jesus bittet um Herrlichkeit ........................................ 59 5 Wenn die Herzen der Väter zu den Söhnen umkehren .. 71 6 Herrliche Söhne und Töchter ....................................... 87 7 Die Herrlichkeit von Beziehungen ............................... 95 8 Was ist der Mensch? ................................................. 103 9 Schönheit und Herrlichkeit ........................................ 115 10 Ehre .......................................................................... 129 11 Shekinah .................................................................. 145 12 Weisheit: Herrlichkeit verwalten ................................ 159 13 Herrlichkeit durch Perlen-Tore .................................. 177 14 Die Herrlichkeit der Freiheit, des Bundes und der Gerechtigkeit ............................................................ 187 15 Herrlichkeit und Herrschaft ....................................... 207 16 Wie wir Herrlichkeit zum Ausdruck bringen können .. 227 17 Nichts als Herrlichkeit ............................................... 245 Nachwort ........................................................................ 257


WIDMUNG

Sue, du bist die Liebe meines Lebens. Dein Mut gab unserer Familiengeschichte einen neuen Verlauf, und deine Liebe gab ihr eine neue Gestalt. James, mein Sohn: Deine aufopfernde Liebe ließ mich der sein, der ich bin, und ich freue mich sehr über deinen wachsenden Erfolg. Luke, mein Sohn: Deine unermüdliche Begabung, mich in jeder Situation zum Lachen zu bringen, und deine Hingabe an unseren gemeinsamen Weg sind unbezahlbar. Amy, meine Schwiegertochter: Ich kann mir unsere Familie nicht mehr ohne dich vorstellen. Du bist James’ vollkommene Ergänzung und eine wunderbare Ehefrau, Lehrerin und Mutter für Aidan. Douglas Edward Manwaring, mein Vater (12.10.1921– 28.02.1973): Du hast mir ein Fundament gelegt; deine DNA brachte mich ins Management, zu den Zerbrochenen und auf die Kanzel. Ruth, meine Mutter: Danke, dass du stets an mich glaubst und nie an Gott zweifelst. Ivor, mein jüdischer Gefängnischef: Du hast mich gelehrt, die Familie an erste Stelle zu setzen. Pastor Bill und Pastor Kris: Euer Glaube und Vertrauen haben mir diesen unglaublichen Zugang zur Herrlichkeit gegeben. Ich bin euch ewig zu Dank verpflichtet. Meine Töchter: Ihr wisst, wer ihr seid! Ihr habt mich unbeschreiblich ermutigt. Und an die zahllosen Leiter, die mir vertraut und mir ihr Herz geöffnet haben, während ich auf dieser neuen „Dienstreise“ unterwegs bin. 11


DIE HERRLICHKEIT GOTTES

SchlieĂ&#x;lich widme ich dieses Buch meinem himmlischen Vater: Ich kann nicht glauben, welchen Weg du mit mir gegangen bist, aber du hast es getan!

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DANK

Angefangen von der Liebe meiner Familie und Gemeindefamilie, dem Bethel-Leitungsteam in Redding, bis hin zu den Hunderten von Freunden, Kollegen und Glaubensgeschwistern auf der ganzen Welt: durch eure Unterstützung und Ermutigung bin ich ein gesegneter Mann. Mein besonderer Dank gilt unseren beiden Hauskreisen in Redding: der erste ermöglichte unseren Umzug, der zweite wurde für uns zur Familie. Ein Buch zu schreiben, ist eine seltsame und wunderbare Erfahrung zugleich – besonders, wenn es um Grammatik und Rechtschreibung geht! Viele haben mir dabei geholfen, aber besonderen Dank bin ich Charity Reed und Chelsea Moore schuldig, die ihre Verantwortung darin sahen, mir Tag für Tag in diesem Projekt zu helfen und mich zu ermutigen. Danke an Ken Williams und an mein Global-Legacy-Team, die mich in diesem und allen anderen Projekten in meinem Leben ermutigt und unterstützt haben und wahrscheinlich mehr getan haben, als nötig gewesen wäre. Ich danke auch meinen Söhnen für meine beiden Lieblingsgeschichten mit den Titeln „Nie und nimmer!“ und „Mir ging’s wie dir, Dad“. Einen geradezu herausragenden Beitrag leistete Allison Armerding, die das Buch bearbeitete. Ohne sie gäbe es dieses Buch schlichtweg nicht. Du bist ein Genie! Und schließlich – Danke an Dann Farrelly und Pam Spinosi für eure Bereitschaft, mein nahezu fertiges Schriftstück zu lesen und zu vollenden. Ein ganz besonderer Dank geht an meinen Vater, Douglas Edward Manwaring (12.10.1921–28.02.1973). Das Manuskript einer seiner Predigten habe ich als Kapitel 13 eingefügt. Es ist mir eine Ehre, seinen Namen weiterleben zu lassen, denn er ist 13


DIE HERRLICHKEIT GOTTES

durch die himmlischen Tore geschritten, bevor diese Welt wirklich erkennen konnte, wer er war.

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VORWORT

Die Nachfrage nach Selbsthilfe-Büchern ist groß und wächst ständig. Sogar christliche Buchhandlungen sind voll davon. Manche sind gut und nützlich; sie vermitteln uns Prinzipien des Königreiches Gottes, die uns helfen, uns in bestimmten Lebensbereichen zu verändern. Wir alle müssen uns verändern. Manchmal erreichen wir jedoch das, was wir wollen, am besten, indem wir etwas anderes anstreben. Es geht um die Frucht, nicht um das Ziel. Das gilt, so glaube ich, für den gesamten Prozess der Selbstfindung. Am meisten lernen wir über uns selbst, wenn wir nach Gott streben. Gott zu finden, ist der beste Weg, sich selbst auf eine Weise zu finden, die Ewigkeitswert hat. Viele Gläubige machen vom wahren Nutzen der Guten Nachricht keinen Gebrauch und leben weiterhin in seelischer Armut. Diese Defizite muss es bei uns nicht geben – nicht, wenn wir entdecken, wie sehr Jesus uns wertschätzt und was er tatsächlich um unseretwillen vollbracht hat. Weil sie das nicht wissen, leben viele in Gefangenschaft, obwohl sie doch völlig frei sind. Als Kind erzählte mir mein Vater die Geschichte, wie früher Hühner von einer Farm zur anderen transportiert wurden. Man band sie an den Läufen zusammen und setzte sie auf einen Laster. Nach der Ankunft wurden sie wieder auseinandergebunden. Seltsamerweise lagen die Hühner dann weiter auf dem Boden, obwohl sie frei waren. Sie dachten, ihre Füße seien immer noch gefesselt. Viele Gläubige tun es den Hühnern gleich – sie sind frei, und leben doch noch wie in Fesseln. Menschen erkennen meist gut, dass sich ihr Herz nach mehr Leben sehnt. Oft verbirgt sich dahinter ein innerer Schrei 15


DIE HERRLICHKEIT GOTTES

nach Identität und Lebenssinn. Doch durch die Wege, die manche wählen, um diese Leere zu füllen, sind sie nach der Heilung oft schlimmer dran als mit der Krankheit. Manche rufen die Hotline eines Hellsehers an, andere jagen nach einem gefährlichen Kick – und das alles in der Hoffnung, etwas zu finden, wofür es sich zu leben lohnt. Identität und Sinn fehlen in unserer Kultur weitgehend. Die Versuche, uns gegenseitig zu stimulieren, damit wir an uns selbst glauben, sind bestenfalls kurzlebig und vergrößern auf lange Sicht das Problem nur. Es ist schwierig, auf Dauer so aufgeputscht zu leben. Deshalb ist der Bedarf an echten Vätern so groß wie nie zuvor. Gesunde Väter rufen dieses Element von wahrer Identität ins Leben. Wir sind in Wirklichkeit eine Nation von Waisenkindern. Wir brauchen geistliche Väter (und Mütter), die den Vater kennen. Gott zu finden, ist der Anfang echter Selbstfindung. Deshalb lässt Gott gesunde Väter aufstehen: dass sie uns helfen, unsere wahre Identität zu finden, indem wir den wahren Vater erkennen. Diese Väter sind von Gott verändert worden und sind sich ihrer Rolle sicher. Das begeistert mich ohne Ende, denn während diese neue Jesus-People-Bewegung beginnt, werden Väter da sein, die mithelfen können, das zu heilen, was uns so lange gefehlt hat. Auf diese Weise werden wir einer Bewegung Langlebigkeit verleihen können. Genau an dieser Stelle kommen Paul Manwaring und sein wunderbares Buch Die Herrlichkeit Gottes ins Spiel. Paul ist ein echter geistlicher Vater. Er spricht zu uns, als wären wir seine Familie, die sich um den Weihnachtsbaum versammelt. Großzügig verschenkt er die wunderbarsten Geschenke an jedes seiner Kinder: Identität und Sinn, verpackt in einer unvorstellbaren Bestimmung. Er ist dazu in der Lage, weil er selbst entdeckt hat, was sich der Vater im Himmel für seine Kinder erdacht und was er für diesen Planeten vorgesehen hat – und es ist etwas Gutes! Vielleicht ist dies das ermutigendste Buch, das Sie je lesen werden. Die folgenden Seiten sind gespickt mit Reich-Gottes16


Vorwort

Prinzipien, die den Leser fest in einer biblischen Perspektive des Lebens verankern. Klingt das vertraut für Sie? Ich wünschte, es wäre so. Denn leider wird dies meist versäumt. Die Herrlichkeit Gottes steckt voller Einblicke, spannender Möglichkeiten und befreit bei alledem das Herz, erneut zu träumen. Dieses Buch ist eine Einladung, dem Vater des Lebens zu begegnen. Sie werden sich zweifellos selbst in diesem Prozess wiederfinden – nur wird Ihnen dieses Mal sogar gefallen, was Sie entdecken. Kommen Sie mit auf dieses große Abenteuer – sagen Sie ja zu der Reise Ihres Lebens! Bill Johnson Pastor der Bethel-Gemeinde Redding, Kalifornien

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EINFÜHRUNG

Die Herrlichkeit Gottes ist nicht gerade ein Buch, das man von einem ehemaligen Krankenpfleger für Psychiatrie und Allgemeinpflege, der auch Gefängnisse geleitet hat, erwarten würde. Wer mit meinem Dienst vertraut ist, würde zudem zurecht erwarten, dass ich über Organisationsmanagement, Persönlichkeitsentwicklung oder strategisches Planen schreibe. In diesem Buch geht es aber darum, was hinter alldem steckt, was ich tue und lehre. Es ist, wenn man so will, eine Veranschaulichung der großen Idee Gottes – sein strategischer Plan, seine Vision und Mission. Ich habe auf meinem Weg mit Gott, beginnend mit meiner Errettung mit 15 Jahren, stets ein großes Bild von ihm und der Welt, die er erschaffen hat, gehabt – ein Bild, das sich langsam mit Farbe gefüllt hat. Als Krankenpfleger habe ich mich um sterbende Krebspatienten gekümmert und Gottes Werk darin gesehen, dass er Menschen die Fähigkeit gab, medizinische und chirurgische Fertigkeiten zu entdecken. Als ich in meiner kleinen Wohnung im Krankenhaus-Wohnheim nach der Arbeit ein Buch von Kathryn Kuhlman las, erfuhr ich, dass Gott auch noch ohne Ärzte heilt. Als psychiatrischer Fachkrankenpfleger lernte ich, dass er sich in gleicher Weise auch um psychisch Kranke kümmert. In meiner dann folgenden Laufbahn in der Chefetage eines Gefängnisses führte ich viele soziologische Debatten und bekam zahllose Geschichten von Gefangenen mit. Dadurch wurde dieses Bild von der menschlichen Zerbrochenheit auf der einen und Gottes Barmherzigkeit, seiner Kraft, uns wiederherzustellen, und seinen Wegen, uns als Partner in diesen Wiederherstellungsprozess einzubinden, auf der anderen Seite klarer und detaillierter. 19


DIE HERRLICHKEIT GOTTES

Und heute, da ich im pastoralen Dienst stehe, wurden diese Erkenntnisse und meine Sehnsucht nach Lösungen, die dem Herzen und Wort Gottes entsprechen, durch weiteres Studieren, Beobachten und Training zusammengeführt, wodurch ich Gottes großen Plan klarer erkennen konnte: den nahtlosen Plan von Schöpfung, Erlösung und Wiederherstellung. Im Zentrum dieses Planes steht die Person Jesus Christus, in dessen Angesicht wir „die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“ (2 Kor 4,6) sehen, wie Paulus schreibt. Dies ist dieselbe Erkenntnis, die laut Habakuk die ganze Erde erfüllen wird, so „wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt“ (Hab 2,14). Natürlich ist es unmöglich, auch nur einzelne Aspekte der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu vollständig in einem Buch zu behandeln; das habe ich hier auch überhaupt nicht versucht. Mein Ziel ist es, allen, die sich danach sehnen, diese Erkenntnis tiefer zu ergründen, einen Ausgangspunkt zu geben und viele der biblischen Verweise auf die Herrlichkeit Gottes zusammenzubringen, sodass Herrlichkeit auf umfassendere Weise definiert werden kann. Denn unsere Definition von Herrlichkeit wird bestimmen, wo wir erwarten, ihr zu begegnen. Ich glaube, dass eine eingeschränkte Definition von Herrlichkeit viele Gläubige davon abhält, die Herrlichkeit zu erkennen, die sie umgibt. Definieren wir Herrlichkeit nur auf die Kirche bezogen, wird sich unsere Erwartung bezüglich Herrlichkeit auch auf die Kirche beschränken – entweder auf alte Traditionen mit Prunk und Zeremonien oder auf moderne Anbetung mit dem Schwerpunkt auf die momentane Erfahrung der Gegenwart Gottes. Jesaja sagt jedoch, dass die gesamte Erde mit seiner Herrlichkeit erfüllt ist (vgl. Jes 6,3). Diese Aussage verlangt nach einer neuen Definition, die uns erwarten lässt, Gottes Herrlichkeit überall zu sehen. Ich bezweifle, dass es – außer Gott selbst – ein größeres Wort als Herrlichkeit gibt. Denn es fasst die Gesamtheit der grandiosen Wesensäußerungen Gottes zusammen, die er im Lauf der Zeit enthüllt. Während ich mich mit dem Thema Herrlichkeit befasste, veränderten sich die Unterteilungen und 20


Einführung

Kategorien, die ich vorher vertreten hatte, und die innewohnende Einheit und enge Wechselbeziehung von allem, was Gott ist und tut, wurde mir immer deutlicher. Letztendlich erwarte ich –, wenn die Erkenntnis Gottes zunehmend die Erde erfüllt –, dass Kategorien wie „geistlich/heilig“ und „weltlich“ vergehen werden, und uns „Natürliches“ und „Übernatürliches“ in unserem Denken weniger gegensätzlich erscheinen. Wenn wir Gottes Herrlichkeit widerspiegeln und auch praktisch zum Ausdruck bringen, wird jeder Aspekt unseres Lebens von der dadurch entstehenden Synergie geprägt sein. Wie Sie auf den folgenden Seiten sehen werden, befassen sich die meisten Kapitel mit einer bestimmten Facette der Herrlichkeit, und ich hoffe, dass Sie erkennen, dass alle Facetten eng miteinander verbunden sind und in Beziehung stehen. Wir können die einzelnen Elemente weder getrennt von den anderen noch getrennt vom Ganzen verstehen. Gottes Herrlichkeit verlangt, dass wir lernen, sie alle zusammenzuhalten. Schließlich erhoffe ich mir, Schüler der Herrlichkeit anzuwerben, denn im großen Plan Gottes sind wir die Träger seiner Herrlichkeit. Ja, Christus ist das Zentrum seines Planes, aber damit hat er auch uns ins Zentrum gestellt, weil Gott uns in ihn hineinversetzt hat und ihn in uns. Als sein Leib spiegeln wir gemeinsam sein unermessliches, unergründliches Wesen wider, indem wir unseren eigenen persönlichen Ausdruck seiner Herrlichkeit in allen Aspekten unseres Lebens und unserer Beziehungen dazu beitragen. Dies ist die Herrlichkeit eines überwältigenden Gottes. Ich denke oft darüber nach, dass seine Stimme „wie das Rauschen vieler Wasser“1 ist, und dass sein Ohr wohl jeden Tropfen hören kann, der über die Niagarafälle fließt. Dieses Ohr und das damit verbundene Herz können gleichzeitig die Schreie des Opfers und des Täters eines Vergehens hören. Etwas, das unser Denken und Fühlen so auf die Probe stellt, fordert uns bestenfalls heraus, schlimmstenfalls polarisiert es 1

Vgl. Offb 1,15; Anm. d. Übers.

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DIE HERRLICHKEIT GOTTES

unsere Ansichten. Je mehr wir uns aber mit Gottes Herrlichkeit beschäftigen, mit seinen Wesensäußerungen, desto mehr werden wir fähig, uns von seinen vielen Facetten in ein tieferes Verständnis seiner Größe führen zu lassen und sie widerzuspiegeln. Und letztlich führt es uns in ein Leben voller Staunen, Freude und Anbetung – in ein Leben der Herrlichkeit! Wie Sue und ich bei unserer Hochzeit sangen: 1. Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die du geschaffen durch dein Allmachtswort. Wenn ich auf alle jene Wesen achte, die du regierst und nährest fort und fort. Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher, zu: Wie groß bist du! Wie groß bist du! Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher, zu: Wie groß bist du! Wie groß bist du! 2. Blick’ ich empor zu jenen lichten Welten und seh’ der Sterne unzählbare Schar, wie Sonn’ und Mond im lichten Äther zelten, gleich gold’nen Schiffen hehr und wunderbar. Dann jauchzt … 3. Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet, wenn ich die großen Gnadentaten seh’, wie er das Volk des Eigentums gesegnet, wie er’s geliebt, begnadigt je und je. Dann jauchzt … 4. Und seh’ ich Jesus auf der Erde wandeln in Knechtsgestalt, voll Lieb’ und voller Huld, wenn ich im Geiste seh’ sein göttlich Handeln, am Kreuz bezahlen vieler Sünder Schuld. 22


Einführung

Dann jauchzt … 5. Wenn schwerer Bürden Last mich niederbeuget, wenn meine Seel betrübt ist bis zum Tod und er in Lieb und Huld sich zu mir neiget, mich tröstet und errettet aus der Not, Dann jauchzt …2

2

Manfred von Glehn, 1867–1924 (nach einem Gedicht Carl Bobergs, 1859– 1940); Quelle: http://www.creation2creator.de/Seite17.html

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KAPITEL 1

Was um alles in der Welt ist Herrlichkeit?

Die ganze Erde ist erfüllt mit seiner Herrlichkeit. Jesaja 6,3

Was fällt Ihnen als Erstes bei dem Wort Herrlichkeit ein? Vielleicht kommen Ihnen Bilder von Gold und Licht, Kronen und Juwelen in den Sinn. Womöglich denken Sie an große menschliche Errungenschaften und Heldentaten. Für manche spricht es von dem, was allein zum Himmlischen gehört, von einem Zustand der Vollkommenheit und Ruhe, weit weg von den Strapazen des Alltags auf der Erde – dem Zustand, den wir uns nach dem Ende unseres irdischen Lebens erhoffen. Andere denken an das, was wir wegen der Sünde verloren haben (vgl. Röm 3,23). Die Seiten der Bibel sind gefüllt mit Herrlichkeit. Ich befürchte jedoch, dass uns Herrlichkeit – wie viele der großen, bedeutungsschweren Wörter der Bibel – eher abstrakt erscheint. Wir können nicht sofort etwas in unserem Denken oder unseren Erfahrungen damit in Verbindung bringen. Die gedanklichen Bilder, die es hervorruft – seien es Kronjuwelen oder Heldentaten – scheinen uns keine große Hilfe zu sein, die biblische Bedeutung des Wortes zu begreifen. In seinem berühmten Vortrag „Das Gewicht der Herrlichkeit“ beschreibt C. S. Lewis die geistige Armut, die viele von uns daran hindert,

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DIE HERRLICHKEIT GOTTES

Herrlichkeit zu verstehen, und sie sogar merkwürdig und verwirrend erscheinen lässt: Es lässt sich nicht verleugnen, dass Herrlichkeit im Neuen Testament und den frühen christlichen Schriften ein bedeutsames Thema war … Dies alles spricht mich jedoch unmittelbar überhaupt nicht an. Ich schätze, dass ich in diesem Sinne typisch für den modernen Menschen bin. Herrlichkeit wirft in mir zwei Ideen auf, die eine boshaft, die andere lächerlich. Herrlichkeit bedeutet für mich entweder Ruhm oder Leuchtkraft. Was die erste betrifft: Da berühmt zu sein heißt, bekannter zu sein als andere Menschen, erscheint mir das Verlangen nach Ruhm eine Leidenschaft des Wetteiferns zu sein, und so eher der Hölle als dem Himmel zugehörig. Was die zweite betrifft: Wer möchte schon eine Art lebende Glühbirne sein?1 Aber Lewis erklärt weiter: als er seine eigene anfängliche Verwirrung beiseite geschoben habe, um tiefer in die Sprache der Heiligen Schrift einzudringen, und dieser gestattete, sein Denken herauszufordern und zu erweitern, habe er den Grund dafür gefunden, weshalb Herrlichkeit als Wort und Verheißung in der Heiligen Schrift so oft vorkommt. Er erkannte, dass wir für Herrlichkeit erschaffen wurden (vgl. Jes 43,7). Dieses Buch beschreibt meine eigene Entdeckungsreise, was die Sprache der Bibel angeht, als ich Herrlichkeit besser verstehen und erfahren wollte. Ich begann diese Reise, genau wie Lewis, eher durch Zufall, fand mich aber schnell in einer Schatzsuche wieder, auf der zahlreiche interessante Anhaltspunkte von einer Entdeckung zur nächsten führten. Schließlich stellte ich fest, dass sich Herrlichkeit in meinem Herzen und Verstand als das Wort entfaltete, das meine tiefste Sehnsucht, meine höchsten Prioritäten und meine Bestimmung

1

C. S. Lewis, The Weight of Glory & Other Addresses (New York: Macmillan Publishers, 1980), 11.

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Was um alles in der Welt ist Herrlichkeit?

beinhaltete – und ich kam zu der Überzeugung, dass dies für jeden anderen Menschen auf der Welt auch gilt. Als Ergebnis dieser Entdeckung gewann die Verheißung von Habakuk 2,14 für mich an Gewicht und Bedeutung: „Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des HERRN zu erkennen, wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt.“ Interessanterweise wird dieser Vers oft fehlerhaft wiedergegeben, nämlich ohne das Wort erkennen. Diese Unterlassung führt zu einer Vorstellung, dass die Erde Stück für Stück von einer Art Nebel eingehüllt wird, der vom Himmel tropft und den Planeten schließlich in leuchtendes Gold taucht. So wunderbar diese Vorstellung auch sein mag, kann sie dazu führen, dass wir auf eine Herrlichkeit warten, die völlig außerhalb von uns liegt, und uns von der mächtigen Einladung ablenken, die dem Vers innewohnt – der Einladung zu erkennen, was Herrlichkeit ist, und schlussendlich in einer Welt zu leben, in der jeder diese Erkenntnis teilt. Ein weiterer Grund dafür, warum wir es uns nicht erlauben können, das Wort erkennen oder Erkenntnis aus der Verheißung in Habakuk wegzulassen, ist der, dass dadurch die Fülle der Herrlichkeit Gottes auf der Erde in die Zukunft verlegt wird, anstatt diese als eine gegenwärtige Realität anzuerkennen. Als der Prophet Jesaja den Herrn in einer Vision auf dem Thron sitzen sah, hörte er die Engel verkünden: „Die ganze Erde ist erfüllt mit seiner Herrlichkeit!“ (Jes 6,3). Die Herrlichkeit Gottes ist in Wahrheit nicht weit entfernt von uns. Sie ist vielmehr die Wirklichkeit, die uns umgibt. Dass dabei in der ganzen Menschheitsgeschichte „die Herrlichkeit Gottes verloren“ ging, hat dieselbe in keiner Weise verringert. Auch unser Versagen, sie wahrzunehmen, hat sie nicht gemindert. Es ist uns unmöglich, Gottes Herrlichkeit aus dem Universum zu verbannen. „Ein Mensch vermag, indem er sich weigert, ihn anzubeten, ebensowenig Gottes Glorie zu mindern, wie ein

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DIE HERRLICHKEIT GOTTES

Wahnsinniger die Sonne auslöschen kann, indem er das Wort ‚Dunkelheit‘ auf die Mauern seiner Zelle kritzelt.“2 Angesichts der Vision Jesajas, dass die Erde schon jetzt mit der Herrlichkeit des Herrn erfüllt ist, ist die Prophetie Habakuks die Verheißung Gottes, dass die Kluft zwischen der immanenten Realität der Herrlichkeit Gottes im Universum und unserer Wahrnehmung dieser Herrlichkeit einmal geschlossen wird. Die Fülle von Gottes Herrlichkeit wird mit der Fülle unserer Erkenntnis übereinstimmen. Um diese Verheißung zu verstehen, müssen wir zuerst verstehen, was Erkenntnis überhaupt ist. Das hebräische Wort für erkennen in diesem Vers ist yada, dasselbe Wort, welches in 1. Mose 4,1 beschreibt, dass Adam Eva „erkannte“. Yada bezeichnet ein intimes, auf Erfahrung beruhendes Kennen, das darüber hinaus in Vermehrung mündet.3 Es liegt also in der Wesensart von yada, dass die Verheißung in Habakuk nicht gleich auf einmal erfüllt wird, sondern sich in einem fortwährenden Prozess von Begegnungen in einer Beziehung entfaltet, so wie es Adam und Eva in einem lebenslangen Bund erfahren haben. In der Welt des Internets und des viralen Marketings wird uns mehr und mehr bewusst, wie schnell sich Erfahrungen multiplizieren können. Ich bin der Meinung, dass diese Technologien ein Gleichnis darstellen, was die oben genannte Vermehrung von Erkenntnis teilweise bedeuten könnte. Es kostet heutzutage kaum noch Zeit oder Anstrengung, etwas Erlebtes in Bild und Ton festzuhalten und mit der Welt zu teilen. Durch soziale Netzwerke kann ein Video über Nacht von einer Person zu einer Million Menschen gelangen. Eine einzelne Person lacht noch über die Faxen eines Kindes und einen Mausklick später ist die Szene schon in Tausenden von Haushalten quer über den Erdball verteilt. Diese Informationsvervielfältigung ist Teil unseres Alltags geworden.

2

Lewis, C. S., Über den Schmerz, Brunnen, Gießen 2009, S. 51.

3

Nach der gebräuchlichen engl. Strong-Konkordanz.

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Was um alles in der Welt ist Herrlichkeit?

Wie es geschieht, ist dabei zweitrangig gegenüber der Tatsache, dass es geschieht. Wir haben die Verheißung, dass wir nicht nur etwas über die Herrlichkeit Gottes wissen werden, sondern dass wir sie erfahren, in ihr leben und ihr begegnen werden. Und weil Gottes Herrlichkeit eine gegenwärtige Realität ist, ist sie auch eine Verheißung, die wir heute erleben dürfen.

Gottes Wesensäußerungen Wie Lewis und viele andere habe ich entdeckt, dass Worte wie Schlüssel zu neuen Erfahrungen sein können. Ein Exkurs in die Sprache der Herrlichkeit ist unbedingt notwendig, um uns für die Wahrnehmung und Erfahrung der Herrlichkeit vorzubereiten, welche die Erde erfüllt. Ich möchte deshalb in diesem Buch verschiedene Begriffe und ihren Beitrag für unsere Wahrnehmung der Herrlichkeit beleuchten und mit dem Wort Herrlichkeit selbst beginnen. Gottes Herrlichkeit ist das, was sichtbar bzw. wahrnehmbar ist, wenn er sich zum Ausdruck bringt. Mit anderen Worten: Alles, was er gemacht hat und noch tut sowie die Eigenschaften, das Wesen und die Kraft hinter jenem Tun, sind seine Herrlichkeit. Man sagt über Künstler, dass sie stets zweierlei machen: Sie kopieren andere und bringen sich selbst zum Ausdruck. Gott hingegen ist der einzige Künstler, der nichts zu kopieren hat (zumindest nicht am Anfang) und sich deshalb nur selbst zum Ausdruck bringt. „Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts, was ohne ihn entstanden ist“ (Joh 1,3). Er ist der Urheber aller Dinge. Diese Wahrheit ermöglicht uns, die Offenbarung der Herrlichkeit in den verschiedenen Weisen, wie Gott sich zum Ausdruck bringt, zu suchen und auch, dass sowohl seine Herrlichkeit als auch seine Wesensäußerungen Teil unserer Wahrnehmung werden. Wenn wir Gott erforschen, werden wir damit vertraut, wie Herrlichkeit aussieht, und wenn wir seine Wesensäußerungen erforschen, werden wir immer mehr mit ihm vertraut. Wie ist Gott? Was sagt Er? Was tut Er? 29


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