CHRIS DAZA
Gebet für das Land EIN LEITFADEN
Reihe: Wie unser Land geheilt werden kann (Band 2)
GLORYWORLD-MEDIEN
1. Auflage 2003 © 2003 by GloryWorld-Medien, Gröbenzell, Germany Alle Rechte vorbehalten Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985 entnommen. Weitere Bibelübersetzung: [LU]: Luther Bibel, Revidierte Fassung von 1984 Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. Übersetzung und Satz: Manfred Mayer Cover: Oliver Häberlin, OHA! Werbeatelier, www.oha-atelier.ch Druck: Schönbach-Druck GmbH, Erzhausen ISBN: 3-936322-07-4 Printed in Germany Bestellnummer: 359207 Erhältlich bei: GloryWorld-Medien Manfred Mayer Postfach 4170 D-76646 Bruchsal Tel. 07257-903396 Fax: 07257-903398 E-Mail: info@gloryworld.de www.gloryworld.de oder in jeder Buchhandlung
Inhalt
Vorbemerkung .......................................................... 7 Einführung ............................................................. 10 1 Nicht nur Manna ................................................. 15 2 Wie der Herr mich beten lehrte ............................ 22 3 Wo beginnen wir? – „Juble, du Unfruchtbare!“ ..... 28 Juble, du Unfruchtbare ...................................... 31 Erweitere den Raum deines Zeltes ...................... 33 Fürchte dich nicht! ............................................. 34 Eine Warnung..................................................... 36 4 Was Jesus tat und lehrte ..................................... 39 5 Der effektivste Weg, um Gebet zu mobilisieren ..... 45 Meine persönliche Begegnung mit der unsichtbaren Welt .............................................. 50 Was hat das mit Gebet zu tun? ........................... 51 6 Wenn geistliche Leiter beten ................................ 57 7 Lassen Sie mich eine Lüge erzählen ..................... 63
Vorbemerkung
Ich möchte gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass mein Ansatz für diese Arbeit nicht theologischer Natur ist und dass ich sie auch nicht auf intellektuelle Weise präsentiere. Ich möchte dagegen einen einfachen Blick auf die Grundlagen für die Art von Gebet werfen, die ganzen Ländern bzw. Nationen völlige Heilung bringen und sie auf den Weg zu einer Transformation führen wird. (Mit Transformation meine ich hier einen Veränderungsprozess nach Römer 12,2, wo es heißt: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes …“ Das bedeutet eine Abwendung von den Maßstäben der Welt hin zu den Maßstäben Gottes, so dass die Furcht Gottes anfängt zu regieren. Die christlichen Normen werden dann zu den Normen der Gesellschaft, was darauf hinweist, dass das Reich Gottes gekommen ist.) Ich bitte Sie deshalb, dass Sie an diese Schrift mit jener einfachen, kindlichen Gesinnung herangehen, die auf dem europäischen Kontinent so dringend benötigt wird. Auf diese bezieht sich Jesus, als er sagt: „Lasst die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel.“ Das Evangelium und dieses ganze Geschäft des „Menschenfischens“ war als etwas so Einfaches gedacht, dass unser Herr zu der Überzeugung gekommen sein musste, die dafür geeigneten Leute sollten aus den ungebildeten Fischern aus Galiläa rekrutiert werden. Diese Menschen waren so einfach, dass sich der Hohe Rat in Apostelgeschichte 4,13 verwunderte: „Als sie aber die Freimütigkeit des Petrus und Johannes sahen und bemerkten, dass es ungelehrte und ungebildete Leute seien, verwunderten sie sich; und sie erkannten sie, dass sie mit Jesus gewesen waren.“ Dieser Aussage, „dass sie mit Jesus gewesen waren“, habe ich ein ganzes Kapitel gewidmet. Ich glaube nämlich, dass dies tatsächlich der springende Punkt ist, 7
Gebet für das Land
das, was den Unterschied macht. Es geht darum, MIT JESUS ZU SEIN. Es geht in erster Linie nicht um das Tun, sondern um das Sein. Wenn ich in der Welt umherreise, fragen mich viele, insbesondere in Europa, wo wir jetzt leben: „Was müssen wir tun, um in unseren Ländern eine Transformation zu erleben?“ Das klingt sehr nach Johannes 6,28: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?“ Das ist eine sehr wichtige Frage, und es ist tatsächlich die andere Seite der Medaille. Die Antwort Jesu war: „Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“ Glauben ist ein Zustand des Seins, und nicht des Tuns. Die Art des Glaubens, auf die er sich hier bezieht, wird nicht von den sichtbaren Fakten beeinflusst. Sie hält sich an die Wahrheit des Wortes. Und oft vertragen sich diese beiden Glaubensarten nicht miteinander. Dem geliebten Leib Christi in Europa sage ich: „Beginnen Sie damit, die Fakten, die Sie jeden Tag anstarren, zu verachten, ebenso wie die Umgebung, die jeden Tag immer lauter so betäubende Stimmen erhebt, wie: ‚Es ist unmöglich, in Europa Erweckung zu erleben.‘ Beginnen Sie, die Verheißungen Gottes anzuschauen und natürlich auch die entsprechenden Bedingungen, die er uns in 2. Chronik 7,14 mitteilte.“ Ich habe keinen Zweifel daran, dass es in Europa neben der Braut Christi keine äußere Macht gibt, die den Transformationsprozess behindern könnte, der diese Länder die ihnen von Gott zugedachte Rolle in der Erlösung einnehmen lassen wird. Wir dürfen die Schuld dafür, dass wir das Wirken Gottes so wenig erleben, nicht ständig auf Satan schieben. So schuldig und böse er ist, „größer ist er, der in uns ist, als er (Satan), der in der Welt ist“. Selbst wenn man alle dem Voranschreiten des Evangeliums widerstehenden Kräfte zusammennimmt, so bleiben doch Sie und ich das größte Hindernis für die Kraft Gottes. Sind wir bereit, mit dem Herrn zu SEIN? Wir alle müssen an diesen Ort der Demut kommen, wie ich im ersten Band dieser Reihe geschrieben habe, der 8
Vorbemerkung
sich jetzt im Umlauf befindet. Jemand muss den Preis bezahlen, mit dem Herrn zu sein, und das müssen die Nachkommen des Bodens sein, die Söhne und Töchter des Landes. Ich glaube, dass die schweizerische Erweckung aus der Schweiz kommen und schweizerisch sein wird. Dasselbe gilt für die deutsche. Sie muss deutsch schmecken. Entsprechendes gilt auch für die britische, die skandinavische usw. Wir müssen in der Tat wie der verlorene Sohn in allem nach Hause zurückkehren Wir müssen in der und anfangen, uns zu demütigen und für unsere Länder zu beten – Tat wie der verlorenicht nur für unsere Gemeinden, ne Sohn in allem unsere Familien, unser Eigentum nach Hause zurückusw. Diese Sache geht über solche kehren und anfanBegrenzungen hinaus. Lassen Sie gen, uns zu demütiuns zusammen „sein Angesicht suchen“, „mit ihm sein“ und unter gen und für unsere allen Umständen in allen Bereichen Länder zu beten. unseres Lebens „von unseren bösen Wegen umkehren“. Die mangelnde Versöhnung zwischen Leitern muss angegangen werden. Der Geist der Verleumdung und des Rufmords, der hier so stark ist, muss konfrontiert werden. Lassen Sie uns die Entscheidung treffen, Freunde und Partner zu sein. Wir müssen nicht alle die gleichen Hüte tragen. Je größer die Vielfalt, desto besser ist es, solange sie aus dem Herzen Gottes kommt. Schließlich ist unser Gott ein Gott großer Vielfalt. Haben Sie bemerkt, dass es sich hier um die Geschichte aus 2. Chronik 7,14 handelt und dass hier festlegt wird, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, welcher Preis bezahlt werden muss und welche Hausaufgaben wir erledigen müssen? Alle seine Verheißungen, dass er vom Himmel her hören, unsere Sünde vergeben und unser Land heilen wird, sind heute genauso gültig wie damals, als sie bei der Einweihung des Tempels zu dem jungen und enthusiastischen König Salomo gesprochen wurden. Gottes Handeln mit Nationen hat sich nicht verändert. 9
Einführung
Diese Schrift ist ein Beitrag zu den vielen Anstrengungen, die zur Zeit unternommen werden, um die Gemeinde in Europa zuzurüsten. Es gibt in diesen Ländern ja schon gewisse Fortschritte in Richtung Transformationsprozess. Durch die Europäische Union sind große Teile Europas heute schon auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Von den politischen bis zu den sozialwirtschaftlichen Sektoren erhalten diese Länder langsam eine einheitliche Identität. Diejenigen unter Ihnen, die die Zeichen der Zeit lesen können, erkennen allerdings, dass unsere Welt wieder zum gleichen „Globalen Dorf“ wird, das sie einmal war, mit einer Sprache und einem Volk. Apostelgeschichte 17,26 sagt uns: „Und er hat aus Einem jede Nation der Menschen gemacht.“ Am Turm von Babel in Mesopotamien wurde die Menschheit über die ganze Erde verstreut. Neben Nordamerika, das schon längere Zeit so vereint ist, hat auch Afrika Schritte unternommen, die Länder im Namen der Afrikanischen Union zu vereinigen. Während sich dies im Natürlichen offenbart, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass dies die übernatürliche Welt widerspiegelt, die die natürliche Welt direkt beeinflusst, die wir sehen, berühren, fühlen, schmecken und riechen, denn all das ist zeitlich. Die wirklich bleibende Welt, die wir nicht sehen können, ist, was jederzeit am meisten zählt, da sie von bleibender Natur ist. Die Bibel sagt: „Das Sichtbare ist zeitlich, und das Unsichtbare ist ewig.“ Ich behaupte, dass sich der Vorhang vor unseren eigenen Augen schnell schließen wird, insbesondere, wenn man miterlebt, wie die Berliner Mauer gebaut und wieder eingerissen wird, große Führer aufsteigen und fallen, der religiöse Fundamentalismus aufsteigt und fällt, der Eiserne Vorhang kommt und geht. Die ganze Welt wird dazu gebracht, sich auf die Ursprünge der Menschen auf der Erde entlang der Ufer der großen Flüsse Euphrat und Tigris, die Daniel die Ströme von Babylon 10
Einführung
nennt, zurückzubesinnen. Und ist dies nicht auch der Ort, an dem der große Vater des Glaubens berufen wurde, dem Auftrag nachzukommen, die Es ist klar, dass Erde wieder aufzufüllen? Und jetzt, unsere traditionelam Ende, wird dieses Gebiet wieder len Methoden, für zu einem Brennpunkt. Es ist klar, dass unsere traditionelunsere Nationen len Methoden, für unsere Nationen zu zu beten, nicht beten, nicht länger funktionieren länger funktioniewerden, denn wir befinden uns in ren werden, denn einem Wettlauf mit der Zeit. Satan versucht eifrig, die Regierungssystewir befinden uns me unserer Welt zusammenzuführen, in einem Wettlauf um eine Weltregierung zu bilden, die mit der Zeit. das Tier dann kontrollieren kann. Auch der Herr bereitet seine Braut zu, um von hier herausgenommen zu werden. Wir werden sicherlich die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die nach Jesaja 25,7-8 die Territorien, Städte und Länder bedeckt, identifizieren und gegen sie vorgehen müssen. Wir brauchen ein klares Verständnis darüber, wie wir die Verblendung entfernen können, die der Gott dieser Weltzeit erfolgreich über die Sinne der Ungläubigen gestülpt hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums nicht sehen, wie 2. Korinther 4,3-4 zeigt. Wir brauchen ebenfalls eine klare Erkenntnis über das Ausmaß des Einflusses des Thrones des Geistes des Herrschers der Lüfte, der nun in den Kindern des Ungehorsams wirkt, wie Epheser 2,2 zu erkennen gibt. Wir müssen lernen, den Marschbefehlen des Herrn unseres Heils zu folgen. Er sagt uns, wie wir Gottes Kampfrüstung anziehen sollen, was sowohl in Jesaja 59,16-17 als auch in Epheser 6,10-17 beschrieben wird. Der wahrscheinlich entscheidendste Punkt wird sein, den Weg von Jesus zu meistern. Damit meine ich, dass wir eine Transformation in einem Haus, einem Ort, einer Stadt, einer Nation und ganzen geografischen Gebieten herbeiführen. Sie soll alles einschließen, vom kleinsten Weiler über Kontinente bis hin zu diesem Globalen Dorf. 11
Gebet für das Land
Unser Herr Jesus hat in Lukas 11,21-22 auf eine sehr geordnete und dynamische Weise demonstriert, wie das aussehen kann: Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist seine Habe in Frieden; wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er. Hier sehen wir klar, dass das Austreiben von Dämonen aus Individuen, Familien, Städten und Nationen im Brennpunkt der Verwirklichung des Hier sehen wir Reiches Gottes steht. Er zeigt, dass klar, dass das der Starke (der dämonische Agent) Austreiben von identifiziert werden muss. Hier tritt Dämonen aus das Prophetische ins Spiel. Der Starke muss zuerst attackiert und entwaffnet Individuen, Fami(entthront) werden. Hier geht es um lien, Städten und den gesamten Prozess der Fürbitte Nationen im und des geistlichen Kampfes, denn er Brennpunkt der besitzt die Massenvernichtungswaffen. Er muss sofort gestoppt werden. Verwirklichung Nach dem Entwaffnungsprozess des Reiches Gotkommt es zur Landeinnahme und tes steht. zum Verteilen der Beute, was klar eine apostolische Errichtung von Gottes Reich, Gottes Herrschaft und Gottes Thron aufzeigt. Dies bedeutet tatsächlich, dass man in den Städten und Nationen nicht nur ein paar Gemeinden mit braven Mitgliedern errichtet, sondern dass man familienähnliche Jüngerschaftszentren aufbaut, die die Heiligen zurüsten, damit diese die Medien, die Bildung, die Wirtschaft und das Geschäftsleben, die Regierung und die Politik durchdringen, einschließlich aller „Einfallstraßen“, durch die Änderungen in Ländern herbeigeführt werden. Damit verhindern wir, dass sich wiederholt, was in Kleinasien (der heutigen Türkei) passierte, das einstmals durch das Predigen „dieser Männer, die die ganze Welt auf den Kopf gestellt haben“, d. h. durch Paulus und seine Mitarbeiter, transformiert wor12
Einführung
den war. Nach ein paar Jahrhunderten kehrte das Dämonische zusammen mit anderen Mächten, die stärker als das ursprünglich Dämonische waren, zurück. Heute gilt die Türkei als weltweit am wenigsten erreichte Nation, mit etwa 2000 Gläubigen bei 70 Millionen Einwohnern. Was ist mit Europa, dem Kontinent, der jahrhundertelang das Weltzentrum für die Aussendung von Missionaren war? Über sechzig Prozent der Universitäten waren hier einmal christlich und bildeten in verschiedenen Berufen christliche Fachleute aus, die den Ländern der Welt dienen sollten. Heute ist nur noch etwa ein Prozent dieser Universitäten und Hochschulen christlich, während der Rest säkular geworden ist. Ich persönlich glaube, dass im Zentrum all dieser Rückschläge das Thema der Inbesitznahme und Besetzung des Landes steht, damit, wenn der stärkere dämonische Einfluss zurückkehren will, der Ort vollständig mit dem Geist des Reiches Gottes besetzt ist. Ich glaube deshalb, dass durch das Zusammenkommen der prophetischen Initiativen, der Gebets- und Fürbittedienste und des apostolischen Ansatzes für Evangelisation und Mission alle Hintertürchen verschlossen werden und dadurch das zweite Kommen unseres Jesus Christus bewirkt wird. Der Herr Jesus sagte in Matthäus 24,14: „Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.“ Das ist das letzte Zeichen, das sich erfüllen muss, bevor das Ende kommt. Und wie schon vorher angedeutet, muss dies nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie es gebraucht hat, damit es so weit kam. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass es nur ein paar Jahrzehnte dauern wird, um die restlichen gut 50 Prozent der Menschheit zu erreichen, auch wenn es Hunderte von Jahren gedauert hat, das Evangelium weniger als der Hälfte der Weltbevölkerung zu bringen. Mehr als je zuvor in der Geschichte der Kirche wurde Gebet so stark und in einem so globalen Maßstab mobilisiert. Ich werde nie vergessen, wie im letzten November der Internationale Gebetsrat (International Prayer Council) ein 13
Gebet für das Land
globales Gebetstreffen organisierte, zu dem buchstäblich Leute aus fast allen Ecken der Erde zusammenkamen, die einstimmig zum Herrn riefen und ihn anflehten, unsere Nationen zu transformieren. Es ist jetzt kein Geheimnis mehr, dass sich heute auch in Afrika ganze Sportstadien füllen und überquellen, nicht nur mit Fußballfans, sondern mit der Braut Jesu, die heilige Hände zu dem erhebt, der fähig ist, bis zum Äußersten zu retten. Hier ist eine Gebetserweckung am Entstehen, die der Endzeiternte in Europa vorausgehen muss, so wie in anderen Teilen der Welt auch. Das ist das Geheimnis von Afrika und den anderen Teilen der Welt, neben den Problemen in Afrika, die ebenfalls dazu beitragen, dass es seine Hoffnung allein auf Gott setzt.
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1 Nicht nur Manna
Das Wort Manna stammt vom hebräischen „man“, das wiederum von dem Wort „mah“ kommt, das „was“ bedeutet. Als die Israeliten zum ersten Mal das Manna sahen, fragten sie: „Was ist das? (2. Mose 16,15).“ Mir scheint, dass der Herr dazu neigt, ungebildeten Völkern Gunst zu gewähren, sie zu segnen und ihnen Erweckungen zu schenken, wenn sie auf seinen Ruf mit einfachem Glauben antworten. Die Erweckungen in der Welt und während der Kirchengeschichte scheinen diese Tendenz zu bestätigen. Diejenigen, die jünger im Glauben sind, sind mit vielen Aspekten kirchlicher Politik und kirchlicher Systeme noch nicht belastet. In ihrem Herzen gibt es nur ein Programm: dass das Reich Gottes kommt. Und für dieses Ziel sind sie bereit zu sterben. Es sind diejenigen, die auch mit den vielen theologischen Feinheiten und Deutungsmöglichkeiten, die doch mehr verwirren als bestärken, nicht verunreinigt wurden. Paulus sagte: „Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war.“ Nach diesem Muster scheint Gott mit seinem Volk zu allen Zeiten gehandelt zu haben. Haben wir einmal ein gewisses Maß an Verständnis und Erkenntnis erreicht, dann erwartet Gott von uns, diesen Standards zu entsprechen. Es kann nur einen, und keine zwei Standards, zwei Maßstäbe geben. „Wem viel gegeben ist, von dem wird viel erwartet.“ Der Herr versorgte die Israeliten während ihrer Wüstenwanderung mit dieser seltsamen Nahrung. Ursprünglich erschien das Manna als etwas Körniges, wie Reif am Boden, um das Lager der Israeliten herum (2. Mose 16,14-15) und schmeckte wie Kuchen mit Honig (2. Mose 16,31). Es konnte gerieben, gemahlen, gebacken oder gekocht werden (2. Mose 16,23). 15
Gebet für das Land
Die Regelmäßigkeit und die Fülle des Manna können nur als Wunder erklärt werden. Es hörte auf, als Israel nach Kanaan gekommen war. Die poetische Literatur nannte es Himmelsgetreide (Psalm 78,24). Nur eine kleine Portion, die Aaron in die Bundeslade legte (Hebräer 9,4), blieb nach dieser vierzigjährigen Zeit übrig. Gott sagte den Israeliten, sie sollten sich auf ihn und sein Wort verlassen, statt „auf Brot allein“ (5. Mose 8,3), um sie und uns zu lehren, „dass der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht“. Es ist sehr interessant, dass Jesus sich in Johannes 6,25-59 selbst als das Manna bezeichnet, das wahre Brot, das von oben kommt, das die Menschen, die es essen, bis zum ewigen Leben ernähren würde. Es gibt eine Art von Gebet, die einem Land Heilung bringt. Die Bibel gibt uns eine klare Anleitung, wie eine Nation in diese intensive Fürbitte für Gleich zu Bedas Land eintreten kann, damit dieses ginn muss ich geheilt wird. Gleich zu Beginn muss ich aber dem widersprechen, bestimmaber dem widerte Leute hätten so etwas wie eine Gabe sprechen, bedes Gebets. Zumindest ist mir in der stimmte Leute Bibel noch keine Stelle begegnet, die hätten so etwas diese Behauptung stützen würde. Sie hat lediglich viele Gläubige in einen wie eine Gabe Zustand geistlicher Faulheit gebracht, des Gebets. was natürlich schwache Gläubige zur Folge hat. Die neutestamentliche Gemeinde hat die Berufung, ein Königreich von Priestern und Königen zu sein. Dies symbolisiert eine doppelte Funktion: die der Fürbitte und die des Regierens. Als Priester sind wir alle dazu berufen, für unser Leben, unsere Familien, unsere Gemeinde, unsere Städte und Länder im Riss zu stehen. Unser Hoher Priester, der zur Rechten des Vaters sitzt, hat uns darin ein Beispiel gegeben. Die Bibel sagt: „Er lebt, um Fürbitte für uns zu tun.“ Das bedeutet es, im Riss zwischen dem Reich Gottes und dem Reich Satans zu stehen. Es bedeutet, dass wir auf unseren Knien aktiv kämpfen, indem wir Gefan16
1. Nicht nur Manna
gene im Geist freisetzen, bevor wir ihre Freisetzung im Natürlichen erleben. Diese Aufgabe geht weiter bis zum Ende dieses Zeitalters, wenn die Reiche dieser Welt die Reiche unseres Gottes werden. Der einzige Grund, weshalb andere erfolgreich sind, ist der, dass sie sich uneingeschränkt dieser edlen Aufgabe widmen. Ich glaube, dass ganze Familien und Gemeinden, ganze Städte und Länder zum Gebet mobilisiert werden müssen. Es ist auch interessant, dass Gott in gewisser Weise den prophetischen Dienst gesalbt und beauftragt hat, die Fürbitter zu mobilisieren. Diesem Gedanken widme ich ein ganzes Kapitel. Als Könige sind wir wiederum dazu berufen, mit ihm in den hohen Örtern zu regieren. Es wird ohne Zweifel ein Regieren im Himmel geben. Und doch ist das Reich Gottes hier und jetzt schon da und aktiv. Wo es kommt, wird das Reich des Feindes zur Räumung gezwungen. Die beiden können nicht nebeneinander existieren. Die wirkliche Macht, einen Thron zu errichten, von dem aus Gott mit uns regiert, hat keine andere Quelle als das Gebet. Wenn wir mit Gott regieren sollen, dann kann der Feind nicht gleichzeitig im selben Territorium regieren. Mit anderen Worten ruft Fürbitte den Mit anderen König der Könige herbei, damit dieser Worten ruft Fürmit der Sünde ein Ende macht und die Finsternis vertreibt. An diesem Punkt bitte den König fangen dann die Blinden zu sehen an. der Könige herWenn es wahr ist, dass der Mensch bei, damit dieser nicht vom Brot allein lebt, dann ist die mit der Sünde greifbare, sichtbare Versorgung nur ein Ende macht dazu da, uns zeitlich zu stärken, während wir zum verheißenen Land weiterund die Finsterziehen. Einmal war die Wüstenerfahnis vertreibt. rung dann aber zu Ende, die Zeit des Reisens und Wanderns, um die ungläubigen Generationen loszuwerden, die gerne das Alte mit dem Neuen verglichen und die gerne in der Vergangenheit lebten, ja, in den Erfahrungen von gestern schwelgten. Sie waren auf 17
Gebet für das Land
die Vergangenheit fixiert, statt auf das zu schauen, was Gott heute tut. Das klingt nach dem, was die meisten von uns tun. Solange wir im Glauben nicht sehen, was Gott für uns vorbereitet hat, „was kein Auge gesehen noch kein Ohr gehört hat“, sind wir anfällig für die Erfahrungen von gestern. Und so gehen wir in unser Morgen hinein und leben doch noch immer in unserem Gestern. Es gibt aber nichts von gestern, was mit dem verglichen werden könnte, was Gott für uns heute und morgen bereithält. Das kann nicht beschrieben werden. Alles, was wir je hatten, erlebten wir in einer gewissen Gebundenheit. Heute ist jedoch ein neuer Tag. Ein Tag des Gebetes, ein Tag der Rache, ein Tag, an dem der Herr ganz Europa besucht. Es ist wie ein Stolpern in die Verheißungen Gottes hinein, so unglaublich und doch so real. Erinnern Sie sich an den Tag, als die Israeliten ihren Fuß in das verheißene Land setzten? „Am selben Tag hörte das Manna auf.“ Warum? Weil Gott von ihnen erwartete, dass sie wie Adam den Boden bebauten und bearbeiteten und aus ihm alle ihre Nahrung bekämen. Er hatte ja zuvor alles in den Boden hineingetan. Alles, was ein Mensch braucht, um ein sehr gesundes körperliches Leben zu führen, ist im Boden, und es muss seinen Weg in uns hineinfinden, da Gott es gesegnet und beauftragt hat, genau das zu tun. Unser Teil ist, zu graben und die Schätze zu finden, die reichen Mineralien, die im Boden verborgen sind. Der Weg nach oben ist zuerst der Weg nach unten. Ich glaube, dass die Art von Gebet, die Nationen in ihre Bestimmung für die Erlösung bzw. Wiederherstellung freisetzt und die so sehr benötigte Heilung herbeiführt, die ist, tiefer in eine vertraute Gebetsbeziehung mit Gott einzutreten und den entsprechenden Preis zu bezahlen. Das heißt, wir müssen alle unnötigen persönlichen und gemeindlichen Programme aussetzen, hinter verschlossenen Türen auf unsere Knie gehen und den Namen des Herrn anrufen. Es wird nötig sein, ganze Gemeinden, ganze Familien, die Gläubigen ganzer Städte und Nationen in eine Zeit des Fastens, des Gebets und der Buße zu 18
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führen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie schon genug Buße getan haben, dann haben Sie in Wirklichkeit noch überhaupt nicht damit begonWenn Sie den nen. Diejenigen, die meinen, sie hätEindruck haben, ten genug gebetet, sind noch weit dass Sie schon davon entfernt, zu beginnen. Wo sind die TRÄNEN? Wo sind die zerbrochegenug Buße getan nen Herzen, die Gott suchen wollen, haben, dann habis er sich uns zeigt. Wo sind diejeniben Sie in Wirkgen, die ihre Bequemlichkeit opfern lichkeit noch überwerden? Wo sind die Gemeindeleiter, die bereit sind, ihre Programme auf haupt nicht damit die Seite zu legen, und anfangen, begonnen. „zwischen der Vorhalle und dem Altar zu weinen und zu sagen: HERR, BLICKE MITLEIDIG AUF DEIN VOLK“ (Joel 2,17). Ich weiß, das klingt verrückt. Wenn Sie diesen Abschnitt lesen, werden sich die meisten von Ihnen fragen: „Weiß dieser Kerl überhaupt, wovon er redet? Wie können wir ein so hochentwickeltes Programm aufgeben, das wir all diese Jahre ausgearbeitet haben?“ Und das ist das erste Problem. „Wir haben hart daran gearbeitet, an diesen Punkt zu gelangen, und jetzt kommt dieser schwarze, prophetische Missionar daher und sagt, wir sollten alle unsere Programme auf die Seite tun.“ Können Sie sich vorstellen, wie es in den himmlischen Bereichen aussehen würde, wenn aus allen unseren sogenannten Gemeindeversammlungen Fürbittegebete aus zerbrochenen Herzen emporsteigen würden, statt dass jemand zu beweisen versucht, dass er die Bibel besser versteht, indem er sonntagmorgens eine intellektuelle Predigt abliefert. Können Sie sich vorstellen, was am Altar vor dem Thron geschehen würde, wo der Engel die Gebete der Heiligen mit Räucherwerk vermengt und sie als Antwort zurück auf die Erde gießt (Offenbarung 8,1-4)? Haben Sie eine Vorstellung davon, wie sehr wir dadurch den Himmel in Atem halten könnten, unsere Gebete zu beantworten und unsere Nationen zu retten, während die Finsternis von unserem Kontinent verdrängt wird? 19
Gebet für das Land
Dass wir noch keine Transformation erlebt haben, liegt nicht daran, dass Gott dies nicht zu Wege bringen könnte. Der Grund ist allein der, dass wir Dass wir noch unser eigenes Vergnügen nicht dem keine Transformavon Gott opfern wollen. Stellen Sie sich vor, wie es aussetion erlebt haben, hen würde, wenn wir wirklich unsere liegt nicht daran, Jugendlichen in all den Jugendarbeidass Gott dies ten in Europa in diese Art von Gebet nicht zu Wege und in diesen radikalen, gereinigten bringen könnte. Lebensstil hineinführen würden, statt ihnen Unterhaltung und KompromisDer Grund ist se anzubieten. Es gibt ein ständiges allein der, dass wir Abdriften vom echten Ruf in etwas unser eigenes sehr Weltliches, weil man das EvanVergnügen nicht gelium der unerretteten Jugend atdem von Gott traktiv machen möchte. Je mehr wir das tun, desto mehr stellen die Uneropfern wollen. retteten fest, dass wir um ihretwillen Kompromisse schließen, und desto weniger werden sie uns ernst nehmen, und manche werden sich auch betrogen fühlen. Überall auf der Welt ist es dasselbe. Man nennt es Kompromiss. Es ist eine Alternative, weil wir nicht wirklich bereit sind, den erforderlichen Preis zu zahlen, uns selbst zu verleugnen und jeden Tag das Kreuz auf uns zu nehmen. Nachdem ich nun 25 Jahre mit dem Herrn gegangen und in der ganzen Welt herumgereist bin, sehe ich immer wieder die gleichen Trends. Aber wenn und falls Gott diejenigen findet, die ein williges Herz haben und bereit sind zu gehen, ohne Rücksicht darauf, was dies von ihnen verlangt, war er noch immer seinem Wort treu und beginnt die Verheißungen, das zu Land heilen, zu erfüllen. Ich wage, Ihnen zu sagen: „Die Tage des Manna sind vorbei!“ Es ist Zeit, Brunnen zu graben und den Boden zu bearbeiten, tiefer in die Person Gottes und in sein Herz zu graben, so dass wir seine Absichten für unser Leben und unsere Länder verstehen können. Es ist Zeit, zu Gott zu schreien, dass er die prophetischen Dienste und die pro20
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phetische Salbung in unseren Ländern erweckt, die eine nationale Gebetsbewegung aufbauen werden, bis Gott sagen wird, was er zu den Israeliten sagte, als sie im Land Goschen in der Nähe des Nildeltas zu ihm schrien. Damals sagte der Herr: „GESEHEN habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei … habe ich GEHÖRT … darum bin ich HERABGEKOMMEN, um es … zu erretten (2. Mose 3,7).“ Gott sieht die Person nicht an. Was er für den einen getan hat, kann er auch für den anderen tun. Was er für die Hebräer getan hat, kann er für die Europäer tun. Alles hängt davon ab, wie wir auf seine Bedingungen reagieren. Und wenn wir uns hier mit Gebet, der zweiten Bedingung, beschäftigen, dann achten Sie insbesondere auf die Tiefe des Gebets, zu der er uns ruft. Ich wiederhole, was ich im ersten Band, Demut, schon gesagt habe. Demut ist, wenn wir intuitiv sagen: „Herr, ich weiß überhaupt nichts über Gebet. Lehre mich zu beten.“ Wenn Sie glauben, Sie wüssDie Zeit für Manna ten alles über Gebet, dann betrügen ist vorbei. Es ist Sie sich selbst und nähren außerZeit, Frucht zu prodem den Stolz. Passen Sie auf, dass Sie nicht fallen, denn an diesem duzieren und die Punkt geschieht es. guten Dinge des Die Zeit für Manna ist vorbei. Es Landes zu essen. ist Zeit, Frucht zu produzieren und die guten Dinge des Landes zu essen. Dies braucht Zeit, Opfer, Unterordnung und Selbstverleugnung, und dass wir täglich unser Kreuz auf uns nehmen und Jesus folgen.
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