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Entrückung

Vor oder nach der großen Bedrängnis?

1. Auflage 2025

© 2025 Karl Kirsch

© 2025 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Revidierten Elbfelder Bibel, Brockhaus Verlag Wuppertal, 7. Auflage 1996 bzw. der Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen (ELB 2006) entnommen.

Weitere Bibelübersetzungen:

LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017

SLT: Schlachter 2000

In eckigen Klammern steht die Fußnote der Übersetzung [kursiv]bzw. eigene Ergänzungen zum Verständnis [ ] Hervorhebungen im Text (Fettdruck) wurden vom Autor vorgenommen

Lektorat: Klaudia Wagner-Diehl, www.wortwirkt.de

Umschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.de

Printed in the EU

ISBN: 978-3-95578-655-7

Bestellnummer: 356655

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Mein besonderer Dank gilt meiner Schwiegertochter Alicia für die Abschrift des Textes zu diesem Buch

Kapitel 1

Sei nicht sorglos, sondern vorbereitet

Mir persönlich ist kein biblischer Themenbereich bekannt, über den derart häufig und heftig diskutiert wird, wie über das Thema Entrückung. Die Mehrheit derer, die sich darüber eine Meinung gebildet haben, legen sich auf einen Entrückungszeitpunkt vor der großen Bedrängungszeit durch den Antichristen fest. Leider kenne ich bisher niemand persönlich, der sich wirklich die Mühe gemacht hätte, dieses Thema tatsächlich gründlich zu studieren, und zwar anhand von Gottes Wort. Stattdessen übernimmt man Meinungen und Aussagen von außen und macht sie ungeprüft zur eigenen Überzeugung. Vielleicht, weil man von einer bestimmten Person beeindruckt oder überzeugt ist, die eine Aussage darüber gemacht hat, oder weil ein vorzeitiger Entrückungszeitpunkt den eigenen Wünschen, Hoffnungen und Neigungen entspricht und dadurch Ängste beiseitegeschoben werden können. So ist man schnell bereit, sich einer Aussage anzuschließen, die dem entgegenkommt, was man sich selbst wünscht.

Es ist erschreckend, wie viele Christen es gibt, die Zukunftsängste haben und nicht wahrhaben wollen, dass ihre sicheren und vergnüglichen Lebensumstände, ihr kleines Paradies, das sie um sich herum geschaffen haben, erschüttert werden könnten. Versteift in ihre Vorstellung von einer ruhigen, sicheren, bequemen Zukunft, gesichert durch erarbeiteten Besitz, Ersparnisse und die erhoffte Rente, weigert man sich hartnäckig, überhaupt den Gedanken zuzulassen, dass unser Gott vielleicht ganz andere Pläne und Wege beschlossen hat. Und natürlich weigert man sich infolgedessen auch, sich mit biblischen Aussagen zu befassen, die die letzte Zeit betreffen.

Viel zu viele Sorgen und Ängste melden sich da, und man ist bereit, den Kopf in den Sand zu stecken, wobei man hofft, dass die ganze Angelegenheit schon irgendwie vorübergehen möge und die Sache

gut ausgehe, zumindest zu den eigenen Lebzeiten. Man macht es ungefähr so wie ein kleines Kind, das sich die Augen zuhält und dann glaubt, nicht gesehen zu werden. Wer solche Menschen ermahnt, hört diese Antwort: „Schau doch nicht immer auf das Negative, sei doch nicht immer so pessimistisch!“

Ob allerdings Ängste durch Ignoranz zu beseitigen sind, ist fraglich. Und was passiert wohl, wenn das Hinterteil dann plötzlich heiß wird und der Kopf doch aus dem Sand herausgezogen werden muss?

Noch erstaunlicher und trauriger ist, dass dieses Verhalten auch Personen betrifft, die im alltäglichen Leben sehr vorausschauend, planend, gewissenhaft und vernünftig handeln – doch seltsamerweise nicht an diesem Punkt. Wenn im Natürlichen Herausforderndes auf sie zukommt, bereiten sie sich durchaus sorgsam vor. Warum dann nicht auch im geistlichen Bereich? Wenn es um das Thema Endzeit geht, drückt man sich davor, sich damit zu beschäftigen.

Viele reagieren sehr ungehalten, und andere schieben alles, was damit zu tun hat, mit dem Satz beiseite: „Ach, wichtig ist, dass ich nah am Herrn bleibe; dann kann mir nichts passieren, und er bringt mich schon durch.“ Das ist einerseits wahr: Wenn wir ihn wirklich kennen und eine innige Beziehung mit ihm pflegen, wenn wir in seinem Wort bleiben und im Gebet und uns auch unseres Seins in ihm mit allen Konsequenzen bewusst sind, dann können wir uns seines Schutzes und seiner Versorgung gewiss sein. Allerdings schließt das nicht aus, dass wir durch schwierige und unbequeme Zeiten gehen werden. Auch Josua und Kaleb, die dem Herrn wahrhaftig vertrauten, mussten mit den anderen 40 Jahre durch die Wüste. Und die Plagen in Ägypten hat das ganze Volk bis zu einem gewissen Grad miterlebt, doch ab der vierten Plage machte Gotte einen Unterschied zwischen den Ägyptern und den Israeliten. Wir haben also einerseits Schutz, aber andererseits müssen wir durch einiges hindurch. Und darauf sollte man schon vorbereitet sein.

Im Wort Gottes gibt es jedenfalls sehr viele Mahnungen und Warnungen, die überlebenswichtig sind – im Natürlichen wie im Geistlichen –, aber auch viel Ermutigendes und Hoffnungsvolles, wodurch Vertrauen, Hoffnung und Glaube gestärkt werden und unser Herz, geborgen im Vertrauen zu Gott, zur Ruhe kommen kann; jedoch nicht durch Ignoranz, sondern durch Vorbereitung, und zwar dem Willen Gottes gemäß. Im Übrigen muss man sich fragen: Wie nah kann

nicht sorglos, sondern vorbereitet

jemand am Herrn sein, der sich ihm doch offensichtlich widersetzt, indem er sich sträubt, die Dinge zu hören, von denen der Herr möchte, dass wir sie hören? Jesus sagt in Offenbarung 1,3:

Glückselig, der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe.

Wir sollen also lesen und hören und bewahren, denn die Zeit ist nahe. Steht hier etwa: Wer möchte, kann sich damit beschäftigen? Lesen wir, was er in Offenbarung 22,6-7 spricht:

Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Engel gesandt, seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Und siehe, ich komme bald. Glückselig, der die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt.

Er sendet extra seinen Engel, um uns wichtige Dinge zu überbringen, damit wir das Ziel erreichen. Da ist es schon dreist, zu sagen: „Ach Herr, mag sein, dass du Knechte hast, die es nötig haben; ich aber –wozu brauche ich deine Warnung? Du bist doch bei mir.“ Wenn wir so sprechen, sind wir da nicht solche geworden, die von den Worten dieses Buches der Weissagung weggenommen haben? Lesen Sie selbst, wie die Antwort des Herrn darauf lautet:

Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist (Offenbarung 22,18-19).

Kapitel 2

Das prophetische Wort verachtet nicht

Lesen wir einmal die Endzeitrede Jesu in Markus 13,9-23:

Ihr aber, seht auf euch selbst! Euch werden sie an Gerichte überliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und ihr werdet vor Statthalter und Könige gestellt werden um meinetwillen, ihnen zu einem Zeugnis; und allen Nationen muss vorher das Evangelium gepredigt werden. Und wenn sie euch hinführen, um euch zu überliefern, so sorgt euch vorher nicht, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet! Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist. Und es wird der Bruder den Bruder zum Tod überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich gegen Eltern erheben und sie zu Tode bringen. Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen; wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.

Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht sollte – wer es liest, merke auf! –, dann sollen die in Judäa auf die Berge fliehen; wer auf dem Dach ist, soll nicht hinabsteigen und nicht hineingehen, um etwas aus seinem Haus zu holen; und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren, um seinen Mantel zu holen. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Betet aber, dass es nicht im Winter geschehe! Denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, bis jetzt nicht gewesen ist und nicht sein wird. Und wenn nicht der Herr die Tage verkürzt hätte, würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt

Und wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus! Siehe dort!, so glaubt nicht! Es werden aber falsche Christusse

Wort verachtet nicht

und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten zu verführen. Ihr aber, seht zu! Ich habe euch alles vorhergesagt (Siehe auch Matthäus 24,15-25; Lukas 21,20-23).

Wie viel verschiedenartig Wichtiges allein in diesen Versen zu finden ist!

Die Verse 9-11 des Markusevangeliums reden davon, dass man uns um unseres Glaubens willen vor Gericht bringen wird. Doch Jesus sagt dazu, dass wir uns keine Sorgen darüber machen sollen, wie wir uns dort verteidigen, denn der Heilige Geist wird durch uns sprechen. Wie will der zur Ruhe kommen, der diese Zusage nicht kennt? Er wird in Ängsten vergehen.

In den Versen 12-13 macht Jesus klar, dass wir niemandem mehr vertrauen können und sollen. Es kann sehr gefährlich sein, selbst nahestehenden Personen in dieser Zeit alles zu sagen, was man denkt; sie könnten uns ausliefern, um ihr eigenes Leben zu retten; oder sie hassen uns, weil die Gesinnung unseres Gottes in uns wohnt. Für Gottlose und Unechte können die Wahrheiten Gottes eine Qual sein (siehe Offenbarung 11,10).

Auch die folgenden Bibelstellen sprechen in diese Zeit hinein und lassen uns erahnen, in welch verwerfliche Richtung sich der menschliche Charakter am Ende der Zeit entwickeln wird, und wie wichtig deshalb die Warnungen unseres Herrn sind, wenn er uns anweist: Vertraue niemandem.

Eine Generation, die dem Vater flucht und die Mutter nicht segnet; eine Generation, die in ihren Augen rein ist und doch nicht gewaschen von ihrem Unflat; eine Generation – wie hochmütig ihre Augen und überheblich ihre Wimpern –; eine Generation, deren Zähne Schwerter sind und Messer ihr Gebiss, um wegzufressen die Elenden von der Erde und die Armen weg aus der Mitte der Menschheit! (Sprüche 30,11-14).

Hütet euch, ein jeder vor seinem Freund, und setzt auf keinen Bruder Vertrauen! Denn jeder Bruder treibt Hinterlist, und jeder Freund geht als Verleumder umher Und sie betrügen einer den andern, Wahrheit reden sie nicht. Sie lehren ihre Zunge, Lügen zu reden, sie mühen sich ab, böse zu handeln (Jeremia 9,3-4).

Glaubt nicht dem Gefährten, verlasst euch nicht auf den Vertrauten! Vor der, die an deinem Busen liegt, hüte die Pforten deines Mundes! Denn der Sohn behandelt den Vater verächtlich, die Tochter erhebt sich gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter, die Feinde eines Mannes sind seine eigenen Hausgenossen (Micha 7,5-6).

Kinder werden also ihre Eltern ans Messer liefern und umgekehrt, und man wird uns um seines Namens willen hassen. Hier sind wir gefragt, bis ans Ende auszuharren. Wer ein Ohr hat, der höre diese Warnungen. Die Bedrängnis wird so heftig, dass unser Herr sagt: „Wenn jene Tage nicht verkürzt würden, könnte kein Fleisch gerettet werden“ (siehe Markus 13,19-20). Doch er verspricht, diese Tage der Bedrängnis einzuschränken.

Bei solchen Worten, sollte man da denken, man habe nicht nötig, sich vorzubereiten, sich darauf einzustellen, es im Voraus im Herzen festzumachen, wie man auf all dies reagieren will? Wer kann standhaft bleiben und ausharren, was auch immer Gott für uns bestimmt hat, ohne diese Dinge gelesen und sich darauf eingestellt zu haben?

Gott wird sein Volk prüfen, reinigen und läutern, um die zu erkennen, die würdig erachtet werden, das ewige Leben zu empfangen.

Wenn jemand ein Ohr hat, so höre er! Wenn jemand in Gefangenschaft geht, so geht er in Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwert getötet wird, so muss er mit dem Schwert getötet werden Hier ist das Ausharren und der Glaube der Heiligen (Offenbarung 13,9-10).

Viele werden geprüft und gereinigt und geläutert werden. Aber die Gottlosen werden weiter gottlos handeln. Und die Gottlosen werden es alle nicht verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen. Und von der Zeit an, in der das regelmäßige Opfer abgeschafft wird, um den verwüstenden Gräuel einzusetzen, sind es 1.290 Tage. Glücklich, wer ausharrt und 1.335 Tage erreicht! Du aber geh hin auf das Ende zu! Und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am Ende der Tage (Daniel 12,10-11).

Und diejenigen, die sich am Bund schuldig machen, wird er durch glatte Worte zum Abfall verleiten. Aber das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln. Und die

verachtet nicht

Verständigen des Volkes werden die Vielen unterweisen; aber sie werden stürzen durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Beraubung – eine Zeit lang. Und während sie stürzen, wird ihnen mit einer kleinen Hilfe geholfen werden. Doch viele werden sich ihnen heuchlerisch anschließen. Und von den Verständigen werden einige stürzen, damit unter ihnen Läuterung, Prüfung und Reinigung bewirkt wird bis zur Zeit des Endes. Denn es verzögert sich noch bis zur bestimmten Zeit (Daniel 11,32-35).

Wir werden Prüfungen zu bestehen haben, um uns zu bewähren, damit Gott uns der Berufung nach oben für würdig erachtet, das heißt, das ewige Leben zu empfangen.

Glückselig ist der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben (Jakobus 1,12)

Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen [oder: Prüfungen] betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi (1. Petrus 1,6-7).

Wir müssen Gott allezeit für euch danken, Brüder, wie es angemessen ist, weil euer Glaube reichlich wächst und die Liebe zueinander bei jedem Einzelnen von euch allen zunimmt, sodass wir selbst uns euer rühmen in den Gemeinden Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und Bedrängnissen, die ihr erduldet; sie sind ein Anzeichen [o. Beweis] des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr des Reiches Gottes [o. der Königsherrschaft Gottes] gewürdigt werdet, um dessentwillen ihr auch leidet, so gewiss es bei Gott gerecht ist, denen, die euch bedrängen, mit Bedrängnis zu vergelten, und euch, den Bedrängten, mit Ruhe, zusammen mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer.

Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen; sie werden Strafe leiden, ewiges Verderben vom Angesicht des

Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die geglaubt haben; denn unser Zeugnis an euch ist geglaubt worden.

Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig erachte der Berufung und dass er alles Wohlgefallen an der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft vollende, damit der Name unseres Herrn Jesus in euch verherrlicht wird und ihr in ihm nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus (2. Thessalonicher 1,6-12; ELB 2006).

Gedenkt aber der früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Leidenskampf erduldet habt, als ihr teils durch Schmähungen und Bedrängnisse zur Schau gestellt und teils Gefährten derer wurdet, denen es so erging! Denn ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt

Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. Denn noch eine ganz kleine Weile, und der Kommende wird kommen und nicht säumen. „Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben“; und: „Wenn er sich zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.“ Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen zum Verderben, sondern von denen, die glauben zur Gewinnung des Lebens (Hebräer 10,32-39).

Wieder zurück zu Markus 13,14-16 Der Herr spricht hier zum jüdischen Volk und gibt den dringenden Rat, in die judäischen Berge zu fliehen, wenn sie sehen, wie im Tempel der „Gräuel der Verwüstung“ aufgerichtet und die heilige Stätte damit entweiht wird.

Hier sieht man: In den endzeitlichen Worten des Herrn findet sich auch sehr viel Ermutigendes und Hoffnungsvolles. Er weiß die Seinen zu retten, diejenigen, die er dazu bestimmt hat. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind zur Rettung bestimmt, zum Beispiel auf die Berge zu fliehen. Aber weil Sie Teile des Wortes Gottes ignoriert haben, wissen Sie nicht, wie Ihre Rettung aussieht, und deshalb fliehen Sie nicht. Gott wird Widerspenstigkeit nicht mit einer Extraeinladung belohnen.

In den Versen 17 und 18 lesen wir außerdem, dass Gott dem jüdischen Volk in dieser harten Zeit gestattet, um erleichternde Umstände zu beten. Tun sie es nicht, weil sie es nicht wissen, werden diese wohl kaum eintreten.

Die Verse 21 und 22 berichten über gewaltige Verführungen, auch untermauert durch mächtige Zeichen und Wunder. Wenn gesagt wird: „Schaut mal, hier ist der Christus; schaut dort“, dann sind wir aufgefordert, uns an Jesu Worte zu erinnern: „Geht nicht hin! Ich werde nicht dort sein; es ist eine Falle, wie sie auch aussehen mag. Wenn ich komme, wird mein Zeichen am Himmel erscheinen und jeder wird den Sohn des Menschen kommen sehen mit Macht und Herrlichkeit; und dann wird er seine Auserwählten versammeln“ (siehe Matthäus 24,29-31).

Wenn man aber das prophetische Wort nicht kennt, läuft man Gefahr, ihn dort zu suchen, wo er nicht ist. Doch ein anderer oder etwas anderes könnte dort auf den Ahnungslosen warten.

Und dann ein entscheidender Satz in Vers 23: „Ihr aber, seht zu! Ich habe euch alles vorhergesagt!“ Ausdrücklich ermahnt er noch einmal: „Habt ihr dies alles gehört? Vergesst es nicht, seid gewarnt, handelt danach, seid nicht nur Hörer (oder nicht einmal das), sondern Täter meines Wortes.“ Warum sollte er es so dringlich machen, wenn wir ohne seine Worte genauso ans Ziel kämen?

Petrus schreibt in seinem zweiten Brief Folgendes:

Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht (2. Petrus 1,19).

Das prophetische Wort ist wie eine Leuchte, die an einem finsteren Ort leuchtet. Möchten Sie an einem fremden, unbekannten Ort, an dem es zudem stockdunkel ist, ohne Lampe unterwegs sein müssen?

Stellen Sie sich das einmal vor! Sie würden nur sehr langsam vorwärtskommen und auch von Ängsten gepackt werden. Es wäre wohl nur eine Frage der Zeit, bis Sie den ersten Unfall hätten, wenn nicht Schlimmeres. Wir sollten Gottes warnende, ermahnende, hilfreiche und hoffnungsvolle Worte nicht geringschätzen, sondern sie sehr ernst nehmen und wachen, damit wir nicht wie von einem Dieb überrascht werden.

Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot Wach auf und stärke das Übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden. Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde (Offenbarung 3,1-3).

Seien Sie kein Sorgloser oder Spötter, bereiten Sie sich vor! Gottes Warnungen sind ernst; lesen Sie selbst:

Ihr aber, Geliebte, gedenkt der von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagten Worte! Denn sie sagten euch, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren gottlosen Begierden wandeln. Diese sind es, die Trennungen verursachen, irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht haben. Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist, erhaltet euch in der Liebe Gottes, indem ihr die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus erwartet zum ewigen Leben. Und der einen, die zweifeln, erbarmt euch, rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt; der anderen aber erbarmt euch mit Furcht, indem ihr sogar das vom Fleisch befleckte Kleid hasst! (Judas 17-23).

Steht auf, ihr sorglosen Frauen, hört meine Stimme, ihr Töchter, die ihr so sicher seid, nehmt zu Ohren meine Rede! Über Jahr und Tag, da werdet ihr zittern, ihr Sicheren. Denn die Weinlese ist dahin, die Obsternte kommt nicht. Bebt, ihr Sorglosen; zittert, ihr Sicheren! (Jesaia 32,9-11).

Mit diesem Aufruf warnt der Prophet Jesaja das Volk, dass die trügerische Sicherheit schnell vorbei sein kann, dass das reiche Land plötzlich verödet daliegen wird. Deswegen sollen sie wachsam sein, damit die Erschütterungen sie nicht unvorbereitet treffen. Jetzt ist nicht die Zeit, naiv und unachtsam zu sein. Wie gut aber, dass wir eine sorglose Zeit erwarten dürfen, wie Jesaja sie in Vers 15-18 (ELB 2006) ankündigt:

… bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird und die Wüste zum Fruchtgarten wird und der Fruchtgarten dem Wald

gleichgeachtet wird. In der Wüste wird das Recht sich niederlassen und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen. Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig. Dann wird mein Volk wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an sorgenfreien Ruheplätzen

Das ist eine Verheißung für die Zukunft, das Friedensreich, in dem Jesus als König herrschen wird. Diese sorglose Zeit dürfen wir mit Freude erwarten. Doch jetzt gilt es noch, die Augen aufzuhalten und sich nicht betrügen oder verführen zu lassen.

In jener Zeit wird es geschehen, dass ich Jerusalem mit Leuchten durchsuche und die Männer heimsuche, die auf ihren Hefen festsitzen, die in ihrem Herzen sagen: Der HERR wirkt nichts Gutes und wirkt nichts Böses. Ihr Vermögen wird der Plünderung verfallen und ihre Häuser der Verödung. Sie werden Häuser bauen und sie nicht bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein nicht trinken (Zefania 1,12-13).

Alle Sünder meines Volkes werden durchs Schwert sterben, die da sagen: Du wirst das Unglück nicht herbeiführen, und bis zu uns wirst du es nicht herankommen lassen (Amos 9,10).

Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte

Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.

Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen offenbart wird. An jenem Tag – wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich ebenso wenig zurück. Denkt an Lots Frau! Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten.

Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und der andere gelassen werden. Zwei werden

zusammen mahlen; die eine wird genommen, die andere gelassen werden. Und sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler (Lukas 17,26-37).

Wir sehen also schon allein anhand dieser kurzen Texte, wie wenig wir es uns leisten können, Gottes Worte und Warnungen für diese letzte Zeit zu ignorieren, und es gäbe noch vieles mehr dazu zu lesen.

Es findet sich aber auch noch eine andere Gruppe von Christen: solche, die die prophetischen Worte nicht ignorieren. Es sind diejenigen, die sich durch diese so geheimnisvollen, irgendwie aufregenden und faszinierenden Schriften sogar angezogen fühlen, das Buch der Offenbarung allem voran. Sie scheuen sich nicht wie die erste Gruppe, sondern sie reden gerne über diese Texte. Das Buch der Offenbarung übt eine magische Faszination und Anziehungskraft auf sie aus. Sie lieben es, etwas darüber zu erfahren.

Sogleich schnappen sie aus Unterhaltungen zum Thema oder aus Büchern einige Inhalte und Aussagen auf, machen sie ungeprüft zu ihren Überzeugungen, zu ihrer eigenen Wahrheit, und wann immer zukünftig über dieses Thema Endzeit geredet wird, geben sie weiter, was sie meinen zu wissen, und fühlen sich groß und wichtig dabei. Es tut ihnen gut, anderen etwas erzählen zu können. Die Faszination am Geheimnisvollen, gepaart mit einer gewissen Jagd nach erhoffter Bewunderung und Anerkennung für das eigene Wissen, treibt diese Gespräche an – nicht eine Besorgnis um Menschen oder ein wirkliches Interesse an den Worten des Herrn, um sich und andere vorzubereiten. Und auch dies ist unvernünftig und gefährlich. Erstens sagt unser Herr: Ein kluger Mann hört meine Worte nicht nur, sondern tut sie auch (siehe Matthäus 7,24). Zweitens sagt er: Wer zu größerer Erkenntnis gelangt ist und doch nicht danach handelt –sich also zum Beispiel nicht vorbereitet – wird umso schuldiger. Genau darüber redet Lukas 12,45-48:

Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit mit dem Kommen, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil festsetzen bei den Ungläubigen.

Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wusste und sich nicht bereitet noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden; wer ihn aber nicht wusste, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.

Vers 47 spricht ausdrücklich von einem Knecht, der den Willen seines Herrn kannte, sich aber trotzdem nicht vorbereitete! Das Kommen des Herrn ist ernst zu nehmen und man muss sich darauf einrichten. Erkenntnis verpflichtet; das geht aus den folgenden Bibelstellen hervor.

Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie sie gesehen und doch sowohl mich als auch meinen Vater gehasst (Johannes 15,22-24).

Und Jesus sprach: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden.

Einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, hörten dies und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde. Nun aber sagt ihr: Wir sehen. Daher bleibt eure Sünde (Johannes 9,39-41).

Manchmal kommen mir, wenn ich solchen Menschen begegne, Gottes Worte an Hesekiel in den Sinn. Gott sagte zu ihm sinngemäß: „Sie hören dir zwar gern zu, (wenn du ihnen die Offenbarung auslegst), aber sie tun nicht, was du sagst; sie hängen letztendlich doch mehr an den Dingen dieser Welt als an mir. Du bist für sie nur ein guter Unterhalter; und sie werden ganz schön überrascht sein, wenn das eintrifft, was du sagst.“ Wer nur zuhört, um Geheimnisvolles zu erfahren, aber nicht danach handelt, ist unvernünftig und auf gefährlichen Wegen unterwegs. Genauso geht es übrigens dem, der nur um der Bewunderung Willen erzählt.

Und du, Menschensohn, die Söhne deines Volkes reden über dich an den Wänden und in den Türen der Häuser; und einer redet mit dem anderen, jeder mit seinem Bruder, und sagt: Kommt doch und

hört, was das für ein Wort ist, das vom HERRN ausgeht Und sie kommen zu dir, wie eben Volk zusammenkommt, und sitzen vor dir als mein Volk und hören deine Worte, aber sie tun sie nicht, denn Liebesverlangen ist in ihrem Mund; danach handeln sie, ihr Herz läuft ihrem unrechten Gewinn nach. Und siehe, du bist ihnen wie einer, der ein Liebeslied singt, der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht. Wenn es aber kommt – siehe, es kommt! –, so werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte war (Hesekiel 33,30-33).

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