Persönliches Vorwort
Am 1. Januar 1999 begegnete mir Jesus Christus durch sein Wort, die Bibel. Mein Leben war von einer tödlichen Krankheit stark gezeichnet. Mir blieben vielleicht noch zwei Jahre ... In der Dunkelheit dieser Zeit redete Jesus durch folgenden Vers zu mir:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! (Jesaja 43,1 SLT).
Diese Worte trafen mich mitten ins Herz und ließen mich nicht mehr los. Innerhalb weniger Tage war ich geheilt. Jesus Christus hatte mich von meinem Leiden befreit. Von Herzen dankbar lud ich ihn in mein Leben ein. Es wurde hell in mir, augenblicklich spürte ich, dass sich mein Leben radikal veränderte. Man kann es als Neugeburt bezeichnen, Gott schenkte mir seinen Heiligen Geist (ich werde diese Erfahrung noch genauer beschreiben). Seit Beginn meiner Freundschaft mit Jesus sind viele Jahre vergangen. Als Jesusnachfolger habe ich Tausenden von Menschen durch seine Liebe und Kraft geholfen. Unterschiedlichste Menschen haben erfahren, dass Gott sie heilt, befreit, wiederherstellt und erneuert. Was ich erlebt habe, machte mir klar: Die Worte der Bibel haben Kraft. Sie schenken Leben. Und das Beste: Diese Ressourcen sind allen Menschen zugänglich!
Der Auslöser für dieses Buch
Während all der Jahre, in denen ich Menschen gedient habe, bin ich vielen begegnet, die es ernst mit Gott meinen. Sie glauben, dass er existiert, und suchen ihn aufrichtig. Manche sind schon lang mit ihm unterwegs, andere spüren: Es muss mehr geben im Leben … Bei vielen habe ich ein tiefes Ringen wahrgenommen, ein inneres Sehnen. Aber auch Unsicherheit, Ablehnung, das Gefühl von Mangel. Es hat mich erschüttert, wie oft das persönliche Bild von Gott und seiner Haltung
uns gegenüber verzerrt ist, und wie stark das unsere Identität prägt. In der Bibel findet sich eine kraftvolle Aussage:
Denn in ihm [Jesus Christus] wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist (Kolosser 2,9-10 SLT).
Dennoch leben viele nicht aus dieser Fülle heraus. Was mich besonders betroffen macht: Immer weniger Menschen nehmen sich Zeit, über Gottes Wort, die Bibel, nachzudenken, deren Wahrheiten zu verinnerlichen, sich darin wiederzufinden. Sie wissen manches über Gott, aber sie leben weder aus der Wahrheit, die er über sie ausspricht, noch aus der Freiheit, die ihre neue Identität in Jesus Christus bedeutet. Das hat mein Herz bewegt. Und deshalb ist dieses Buch entstanden: als Einladung, Gottes Gedanken über dich neu zu entdecken. Es ist die Bibel, durch die wir zum Leben finden! Die folgenden Verse sprechen unmissverständlich davon:
Dein Wort leuchtet mir dort, wo ich gehe; es ist ein Licht auf meinem Weg (Psalm 119,105).
Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt (Matthäus 4,4).
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch ist dazu nicht fähig. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben (Johannes 6,63).
Identität ist eine zentrale Kraft im Leben jedes Menschen
Unsere Identität, deren wir uns bewusst sind und in der wir leben, bestimmt, wie wir denken, fühlen, Entscheidungen treffen und Herausforderungen begegnen. Wenn wir nicht wissen, wer wir sind, werden wir, wie Jakobus es beschreibt:
„… denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die – vom Wind aufgepeitscht – einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird“ (Jakobus 1,6b).
Auch der Baum ist ein starkes Bild für Identität. Was wir von ihm sehen, ist nur die Hälfte seiner Wirklichkeit. Unter der Erde entfaltet sich sein Wurzelwerk oft genauso weitreichend wie seine Krone. Wenn ein Baum tief verwurzelt ist, kann er Stürmen standhalten. Fehlt diese Tiefe, genügt ein kräftiger Wind, und er fällt. Der erste Psalm greift dieses Bild auf. Dort heißt es:
Glücklich zu preisen ist, wer Verlangen hat nach dem Gesetz des HERRN und darüber nachdenkt Tag und Nacht. Er gleicht einem Baum, der zwischen Wasserläufen gepflanzt wurde: Zur Erntezeit trägt er Früchte, und seine Blätter verwelken nicht. Was ein solcher Mensch unternimmt, das gelingt (Psalm 1,2-3).
Mit dem „Gesetz des Herrn“ ist die Bibel gemeint, Gottes Wahrheit für unser Leben. Identität, die im Wort Gottes, der Bibel, gegründet ist –für uns, die wir im Neuen Bund leben, vor allem im Neuen Testament –gleicht einem Baum, dessen Wurzeln ständig mit lebensspendendem Wasser versorgt werden. Sie bringt Standfestigkeit, Fruchtbarkeit und Leben hervor. Ist es nicht das tiefe Verlangen jedes Menschen, ein gelingendes Leben zu führen, das Frucht bringt? Wer in Gottes Wort verwurzelt ist, wird nicht nur einen starken Stand haben, sondern zur richtigen Zeit auch Gutes hervorbringen, das bleibt. In diesem Buch wollen wir uns gemeinsam auf den Weg machen, diese Identität in Jesus Christus zu entdecken, zu verstehen und zu leben. Nicht bestimmt von Meinungen oder Gefühlen, sondern verwurzelt in Gottes Wahrheit.
Am Anfang meines Dienstes habe ich Jesus einmal gefragt: „Wie soll ich den Menschen dienen? Wie hast du ihnen gedient, sie unterrichtet?“ Er antwortete mir durch einen Vers aus dem Johannesevangelium:
Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben (Johannes 14,6).
Ich war verblüfft. Die Worte schienen mir einfach und doch unverständlich. Je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr begriff ich: Gott führt uns auf unserem Weg. Dort begegnen wir den Wahrheiten aus seinem Wort, die wiederum Leben in uns schaffen.
Dies zu erkennen, hat mich in meinem Dienst geprägt und beflügelt. Wie schön, dass ich Menschen auf ihrem Weg begleiten, sie zu den Wahrheiten aus Gottes Wort führen und mich mitfreuen darf, wenn sie dadurch zum Leben finden. Ich stellte zudem fest: Je mehr ich Gott vertraue und in den Wahrheiten seines Wortes verankert bin, desto mehr Leben setzt er frei. Es ist oft herausfordernd, den Worten der Bibel über uns und unser Leben zu glauben. Sie spricht sehr direkt und unverblümt über die Geschenke, die wir in Jesus Christus erhalten haben. Allen Erfahrungen und Umständen zum Trotz steht es uns nicht zu, Gottes Wort zu schmälern oder abzumildern, denn dann verliert es an Kraft. Erst, wenn wir es unverfälscht und in seiner Gesamtheit annehmen, wird es sich in unserem Leben vollumfänglich entfalten. Jesus hat gesagt:
Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Johannes 8,32).
In diesem Buch teile ich meine Einsichten in die Wahrheiten der Bibel. Diese Wahrheiten haben mein eigenes Leben verändert und geformt. Sie besitzen die Kraft, auch dich ganzheitlich in die Freiheit und in das Leben zu führen, das Gott für dich bereithält. Ich finde das großartig! In all den Jahren durfte ich erleben: Gott ist gut – so gut, dass dies unsere kühnsten Vorstellungen sprengt.
Ich bete, dass du durch die biblischen Wahrheiten über dich und dein Leben …
Befreiung von Angst, Sorge und Not erlebst;
Heilung und Wiederherstellung erfährst; ein tieferes Verständnis deiner Identität in Jesus Christus erlangst; die ganze Fülle dessen, was Gott dir bereits geschenkt hat, entdeckst.
Die Suche nach Identität
Jeder Mensch trägt eine tiefe, oft unausgesprochene Sehnsucht in sich: Die Suche nach seiner Identität, seinem Wert und seiner Bestimmung. Wir wollen wissen: Wer bin ich wirklich? Weshalb lebe ich? Wodurch erhält mein Leben Bedeutung? Was kommt nach dem Tod? Diese Fragen begleiten uns bewusst oder unbewusst oft ein Leben lang. Sie tauchen in stillen Momenten auf, in Lebenskrisen, in Erfolgen, die sich leer anfühlen, oder in unerfüllten Beziehungen. Wir wollen wissen, dass wir mehr sind als ein Produkt des Zufalls. Wir sehnen uns danach, dass unser Leben zählt, dass wir gewollt sind, geliebt und gesehen werden und dass unser Dasein einen tieferen Sinn hat. Diese Suche nach Sinn und Ziel ist kein Zufall, sondern von Gott selbst in uns hineingelegt:
Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist (Prediger 3,11 Hfa).
Wir tragen also eine Sehnsucht nach etwas Höherem, Tieferem, Ewigem in uns. Auch wenn viele Menschen versuchen, dieses Verlangen durch Erfolg, Beziehungen, Besitz oder Selbstverwirklichung zu stillen, bleibt das Herz leer, solange es nicht bei seinem Schöpfer angekommen ist.
Die Suche nach Identität ist eng verbunden mit der Frage nach unserem Ursprung und unserer Zugehörigkeit. Ohne zu wissen, woher wir kommen und wozu wir auf der Welt sind, irren wir rastlos umher –geprägt von Konkurrenzdenken, Unsicherheit, Leistungsdruck oder Ablehnung. Unser wahres Selbst finden wir nur in seinem Ursprung: bei Gott, der uns geschaffen hat. Schon der Kirchenvater Aurelius
Augustinus (354–430) brachte es in seinen Bekenntnissen auf den Punkt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“
Auf dem Areopag (Versammlungsort in Athen zur Diskussion religiöser und philosophischer Themen) sprach Paulus zu den Menschen, die viele Götter kannten, aber den wahren Gott nicht: „Gott hat euch genau deshalb geschaffen, damit ihr ihn sucht.“ Konkret:
Mit allem, was er tat, wollte er die Menschen dazu bringen, nach ihm zu fragen; er wollte, dass sie – wenn irgend möglich – in Kontakt mit ihm kommen und ihn finden. Er ist ja für keinen von uns in unerreichbarer Ferne. Denn in ihm, dessen Gegenwart alles durchdringt, leben wir, bestehen wir und sind wir. Oder, wie es einige eurer eigenen Dichter ausgedrückt haben: „Er ist es, von dem wir abstammen.“ (Apostelgeschichte 17,27-28).
Nicht fern und theoretisch, sondern lebendig und real: Gott ist uns nahe. Unsere Sehnsucht nach Sinn und Identität ist kein Zufall. Gott möchte, dass wir ihn suchen. In ihm allein gründet unsere Identität. In ihm finden wir unsere Bestimmung.
Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet (Lukas 11,10).
Denn wer mich findet, hat das Leben gefunden, und der Herr hat Freude an ihm (Sprüche 8,35).
Mehr als Schatten
Der Mensch hat sich seit jeher gefragt: „Gibt es mehr als das, was ich sehen kann?“ Die Welt der Sinne, also alles, was wir anfassen, messen oder beobachten können, ist real. Doch kann das tatsächlich alles sein? Oder verbirgt sich hinter dem Sichtbaren eine tiefere Wirklichkeit? Der griechische Philosoph Platon (427–347 v. Chr.) beschrieb in seinem Höhlengleichnis Menschen, die in einer dunklen Höhle leben. Sie sehen nur Schatten an der Wand, weil sie gefesselt sind und den Ursprung der Schatten nicht erkennen können. Für sie sind die Schatten die ganze Wahrheit. Erst als einer von ihnen befreit wird und ans Licht kommt, erkennt er: Es gibt eine viel größere, hellere und wahrhaftigere Welt außerhalb der Höhle. Die anderen jedoch glauben ihm nicht, sie halten weiter an ihren Schatten fest. So leben viele
Menschen auch heute noch, gefangen in einem Weltbild, das nur das Sichtbare gelten lässt. Doch tief im Inneren spüren wir: „Da muss es mehr geben!“
Die Bibel bestätigt dieses Empfinden und geht noch weiter. Sie sagt uns, was hinter dem Sichtbaren liegt.
Wir richten unseren Blick nämlich nicht auf das, was wir sehen, sondern auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare ist vergänglich, aber das Unsichtbare ist ewig (2. Korinther 4,18).
Und in Hebräer 11,3 (Hfa) heißt es:
Durch unseren Glauben verstehen wir, dass die ganze Welt durch Gottes Wort geschaffen wurde, dass alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist.
Gott selbst ist unsichtbar, aber real. In Jesus Christus hat er sich sichtbar gemacht. Er ist das Licht, das in unsere Höhle scheint. Er zeigt uns, wer wir wirklich sind und wer Gott wirklich ist. Unsere wahre Identität liegt nicht im Schatten von Meinungen oder Erfahrungen, sondern in der Wirklichkeit Gottes und seinem Wort, der Bibel.
Auch die Wissenschaft erkennt die geistliche Sehnsucht im Menschen
Nicht nur die Bibel spricht von der tiefen Sehnsucht nach Gott – auch viele Denker, Ärzte und Psychologen haben diese Wahrheit erkannt:
Gott hat uns mit einem Vakuum im Herzen erschaffen, das sich durch nichts füllen lässt, außer durch ihn selbst.
Blaise Pascal (1623 – 1662) französischer Mathematiker, Physiker, Literat und religiös inspirierter Philosoph
Nichts Geschaffenes kann die Sehnsucht des Menschen stillen. Nur Gott allein.
Thomas von Aquin (1225 – 1274) Theologe und Philosoph
Die Sehnsucht nach Gott ist das Urbild, das in der Seele des Menschen angelegt ist.
Carl Jung (1875–1961), Psychologe und Psychiater
Wenn ich in mir ein Verlangen finde, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann ist die einzige logische Erklärung, dass ich für eine andere Welt geschaffen wurde.
C. S. Lewis (1898–1963), Schriftsteller und Theologe
Diese Aussagen machen deutlich: Die Suche nach Identität ist die Suche nach Gott. Sie ist tief im Menschen verankert, weil wir nach Gottes Bild geschaffen wurden. In der Gegenwart unseres Schöpfers und Vaters im Himmel erkennen wir nicht nur, wer er ist, sondern auch, wer wir in Wahrheit sind. Dort finden wir Annahme, Bedeutung und ein ewiges Zuhause für unsere Seele.
Viele Psychiater und Psychotherapeuten, darunter der bekannte existenzielle Therapeut Irvin D. Yalom (*1931), sind überzeugt: „Die Angst vor dem Tod ist die Wurzel vieler anderer Ängste. Sie wirkt oft unbewusst, doch sie beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Diese verborgene Angst offenbart eine noch tiefere Sehnsucht: die Sehnsucht nach Ewigkeit, nach Sicherheit, nach einem festen Halt, der über dieses Leben hinausreicht. Und genau diese Sehnsucht führt uns letztlich zu Gott.“
Jesus Christus beantwortet die tiefsten Fragen unseres Herzens
Erstaunlich ist, dass Jesus in der Bibel auf die grundlegenden Fragen der menschlichen Identität auf eine einfache, aber gleichzeitig tiefgreifende Weise eingeht. Fragen, die Philosophen, Psychologen und Generationen von Menschen beschäftigt haben, werden durch seine Worte klar und lebensverändernd beantwortet. Diese Worte von Jesus sind allerdings nicht nur Antworten, sondern auch eine Einladung, aus der Unsicherheit herauszutreten und in der Wahrheit unserer göttlichen Identität zu leben. In Jesus Christus erfährst du, wer du wirklich bist, wofür du lebst, was dich erfüllt und wohin dein Leben führt.
Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen und zu schlachten und um Verderben zu bringen. Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle (Johannes 10,10).
Die Einladung von Jesus Christus: „Komm, so wie du bist!“
Jesus kennt die tiefste Sehnsucht des menschlichen Herzens. Er sieht die Zerbrochenheit, die innere Leere und Orientierungslosigkeit vieler Menschen. Und er lädt uns ein, mit ihm eine persönliche, lebendige Freundschaft zu beginnen.
Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen (Matthäus 11,28).
Diese Worte sind eine liebevolle Einladung an alle, die müde sind vom Leistungsdruck, von den Lebensängsten, von der Suche nach Anerkennung, vom Ringen um Identität. Jesus sagt nicht: „Komm, wenn du perfekt bist.“ Er sagt: „Komm, so wie du bist!“
Auch vergleicht er uns mit verirrten Schafen auf der Suche nach Nahrung, die nicht wissen, wohin sie gehören. Er sagt von sich selbst:
Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte ist bereit, sein Leben für die Schafe herzugeben (Johannes 10,11).
In einer Welt voller Stimmen, die uns verwirren, ist Jesus Christus der Hirte, der führt, schützt, versorgt und liebt. Er sucht die Verlorenen. Er ruft die, die sich selbst verloren haben. Er ist der Weg zurück nach Hause, zum Vater, zum Leben, zur wahren Identität – nicht nur ein Überleben, nicht ein Leben im Modus „irgendwie durchhalten“; nein, ein Leben in Fülle, voller Sinn, Annahme, Frieden, Hoffnung und ewiger Perspektive. Komm zu ihm! Dort findest du das Leben, nach dem du dich im Tiefsten sehnst.
Die Suche nach Identität – und warum wir das Ziel oft verfehlen
Interessant ist, dass uns die Bibel eine klare Diagnose über den Zustand der Menschheit stellt:
Alle sind schuldig geworden und spiegeln nicht mehr die Herrlichkeit wider, die Gott dem Menschen ursprünglich verliehen hatte (Römer 3,23 Hfa).
Viele Menschen reagieren auf diese Aussage mit Ablehnung oder fühlen sich verurteilt. Sie denken: „Gott will mich bestrafen, er zeigt mit dem Finger auf mich.“ Doch wenn wir diese Aussage mit Gottes liebenden
Augen sehen, erkennen wir: Es geht nicht um Verurteilung, sondern um eine Einladung für ein Leben mit ihm.
Das Wort Sünde wird heute oft missverstanden. In der Bibel bedeutet es wörtlich: „das Ziel verfehlen“ oder „danebentreffen“ – wie ein Bogenschütze, der am Ziel vorbeischießt. Es bezeichnet den Zustand, getrennt von unserer Lebensquelle zu sein, zwar unabhängig und selbstbestimmt, aber ausgetrocknet und leer. Es beschreibt nicht nur moralisches Versagen, sondern vor allem, dass der Mensch die Bestimmung seines Lebens, die Gemeinschaft mit Gott, verfehlt.
Stell dir vor, du läufst einen Marathon. Plötzlich siehst du einige Läufer, die eine Markierung übersehen haben und in die falsche Richtung laufen. Was tust du? Du rufst ihnen hinterher: „Stopp! Ihr müsst hier abbiegen, sonst kommt ihr nicht ins Ziel!“ Du machst das nicht, weil du denkst, besser zu sein, sondern aus Liebe. So auch Gott. Er ruft uns Menschen zu: „Ihr verfehlt das Ziel – kommt zu mir!“
Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn (Römer 6,23).
Und zu der Frau am Jakobsbrunnen sagt Jesus:
Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird niemals mehr Durst haben. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt – bis ins ewige Leben (Johannes 4,13-14).
Hier bezeichnet sich Jesus selbst bzw. das, was er gibt, als lebensspendende Quelle, die ins ewige Leben mündet. Diese Worte treffen den Kern unserer tiefsten Sehnsucht. Jesus Christus allein stillt den Durst unserer Seele. Er ist das lebendige Wasser, das uns nicht nur kurz erfrischt, sondern innerlich dauerhaft erfüllt. Die Frau am Brunnen suchte wie viele von uns nach Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit. Erst in der Begegnung mit Jesus Christus begann sie zu erkennen, wer sie wirklich ist.
Auch du darfst entdecken: Deine Identität liegt nicht in dem, was du erlebt oder getan hast. Genauso wenig in dem, was du fühlst, sondern in dem, was Jesus für dich getan hat und wer du in ihm
bist. Im weiteren Verlauf dieses Buches wirst du mehr und mehr verstehen, was diese Aussage bedeutet:
Christus in euch – die Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit! (Kolosser 1,27).
„… wird niemals mehr Durst haben“: Wem der Durst für immer gestillt ist, der hat erkannt, was er in Jesus Christus bereits empfangen hat – und darin kommen Jesusnachfolger zur Ruhe. Dies verändert alles.
Die Suche nach Identität – Vier Kurzgeschichten
Annemarie: Die spirituell Suchende
Annemarie spürte schon als Kind, dass es mehr gibt als das, was man sehen und anfassen kann. In ihrer Familie war Spiritualität allgegenwärtig, allerdings nicht im biblischen Sinn. Ihre Mutter führte sie früh in verschiedenste spirituelle Praktiken ein: Pendeln, Energiearbeit, Astrologie, Räucherungen, Tarot und Meditationen gehörten bald zu ihrem Alltag. Je älter Annemarie wurde, desto intensiver wurde ihre Suche. Sie war überzeugt, dass irgendwo „dort draußen“ die Wahrheit auf sie wartete, sie musste sie nur finden.
Sie besuchte Workshops bei bekannten spirituellen Lehrern, reiste nach Indien und Bali, investierte Tausende von Schweizer Franken in Seminare, Zeremonien, Bücher und Gegenstände, die Glück, Heilung oder Erkenntnis versprachen. Doch je mehr sie suchte, desto leerer fühlte sie sich.
„Ich war wie in einem Labyrinth“, sagt sie heute. „Jedes neue Seminar öffnete mir eine neue Tür, aber hinter jeder war nur ein weiterer Gang, der wieder in die Leere führte.“
Eines Tages sprach eine Freundin mit ihr über Jesus Christus. Sie zitierte dessen Worte aus Johannes 14,6 (Hfa): „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.“ Diese Worte trafen Annemarie mitten ins Herz – nicht wie eine neue Theorie, sondern wie die Wahrheit. In diesem Moment spürte sie zum ersten Mal echten Frieden. Keine diffuse Energie, keine Technik, keine Versprechung, sondern eine lebendige Person: Jesus
Christus. Noch in derselben Woche vertraute sie ihm ihr Leben an. Und alles änderte sich. „Ich musste nicht mehr leisten, nicht mehr suchen, nicht mehr kontrollieren. Ich durfte einfach glauben und empfangen.“
Heute sagt Annemarie: „Jesus Christus hat mich aus dem Labyrinth meiner spirituellen Suche befreit. Ich bin angekommen. Ich bin geliebt. Ich bin zu Hause.“
Frank: Vom Tellerwäscher zum Millionär
Frank wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Schon als Jugendlicher träumte er davon, einmal Millionär zu werden. Inspiriert von Hollywood-Filmen und der Idee des „American Dream“ – vom Tellerwäscher zum Millionär –, war er fest entschlossen, aus seinem Leben etwas Großes zu machen.
Kurz nach seiner Ausbildung in der Schweiz zog er nach Amerika, voller Visionen, Tatendrang und Ambitionen. Und tatsächlich: Seine Karriere nahm schnell Fahrt auf. Frank gründete mehrere Firmen, verdiente viel Geld, besaß luxuriöse Häuser, schnelle Autos, hatte viele Frauenbekanntschaften; kurz: alles, was die Welt als Erfolg definiert.
Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Inmitten seines äußerlichen Erfolgs überkam ihn eine tiefe innere Leere. Er hatte alles erreicht und fühlte sich dennoch nicht angekommen. „Ich hatte das Leben gewonnen – und mich selbst verloren“, sagt er rückblickend.
In einem persönlichen Gespräch mit einem alten Freund kam er zum ersten Mal bewusst mit dem christlichen Glauben in Berührung Dieser Freund sprach nicht über Religion oder Regeln, sondern über Jesus Christus als Fundament des Lebens, als Retter, als Freund.
Ein Satz ließ Frank nicht mehr los:
Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus (Johannes 17,3).
Frank begann zu verstehen, dass das wahre Leben nicht im Haben, sondern im Erkennen von Gott liegt. Er vertraute Jesus Christus sein Leben an und fand Frieden. Nein, er musste sein Geld nicht abgeben. Aber Jesus wurde zur ersten Priorität in seinem Leben. Die Leere wich einem tiefen Sinn. Die Ruhelosigkeit wurde durch Gottes Gegenwart ersetzt.
Frank bekennt: „Ich dachte, ich hätte das Leben. Doch erst als ich Jesus Christus fand, begann ich, wirklich zu leben.“
Heute nutzt er seine Ressourcen, seine Zeit und seine Erfahrungen, um vielen Menschen zu dienen – mit dem, was Gott ihm geschenkt hat: nicht nur Erfolg, sondern echtes, bleibendes Leben in Jesus Christus.
Mike: Sex, Drugs and Rock 'n' Roll
Schon in der Schulzeit fühlte sich Mike wie von einem unsichtbaren Seil zu einer bestimmten Gruppe von Schülern hingezogen, es waren die „Coolen“, wie man sagte: Die, die Drogen nahmen, rauchten, Beziehungen mit Mädchen führten, laut Musik hörten und einen Lebensstil hatten, der für Mike „Freiheit“ bedeutete. „Ich wollte dazugehören. Ich wollte leben – frei, ohne Regeln, ohne Grenzen.“
Mike begann mit Alkohol und leichten Drogen, doch schnell wurde mehr daraus. Bald prägten Drogen, Partys, schnelle Beziehungen und Kriminalität seinen Alltag. Was als jugendlicher Reiz begann, wurde ein Sog, ein Teufelskreis aus Abhängigkeit und Rebellion. Mehrmals landete Mike im Gefängnis. Doch selbst dort suchte er immer weiter nach einem Funken Hoffnung, nach einem Ausweg. „Ich war gefangen in einem Leben, das ich einst für Freiheit gehalten hatte.“
Eines Tages – es war ein dunkler, verzweifelter Moment – überreichte ihm eine nahestehende Person eine kleine Karte. Darauf stand ein Vers aus der Bibel:
Fürchte dich nicht, ich habe dich befreit! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! (Jesaja 43,1, GNB).
Diese Worte trafen ihn wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit. Er glaubte eigentlich nicht an Gott, aber etwas in ihm wusste plötzlich: „Das ist Wahrheit.“ Gott sprach direkt zu seinem Herzen. Dieser Moment war der Anfang einer radikalen Veränderung. Mike lud Jesus Christus in sein Leben ein.
Es wurde nicht auf einen Schlag alles leichter, aber er spürte zum ersten Mal echte Freiheit. Nicht das schrankenlose Leben war wahre Freiheit, sondern das Leben in der Gegenwart dessen, der ihn geschaffen und gerufen hatte. Heute sagt Mike: „Ich dachte, Freiheit bedeutet, das zu tun, was ich will. Aber wahre Freiheit ist, das zu empfangen, wofür ich geschaffen bin.“
Mike lebt heute clean, heil und versöhnt und hilft anderen Menschen, diesen Weg zu finden.
Susan: Fragen unter den Sternen
Susan war schon immer eine lebendige, fröhliche und neugierige junge Frau. Doch trotz ihres offenen Wesens trugen ihre Gedanken oft eine stille Schwere. Besonders abends, wenn der Himmel klar war und sie die unzähligen Sterne betrachtete, überkam sie eine tiefe, kaum greifbare Angst. Fragen wie „Warum bin ich hier?“, „Wer hat das alles erschaffen?“ oder „Was ist der Sinn meines Daseins?“ ließen sie nicht los. In den stillen Momenten unter dem weiten Nachthimmel fühlte sie sich klein, verloren und allein im großen Universum. Die Schönheit der Schöpfung machte sie gleichzeitig ehrfürchtig und ängstlich.
Eines Tages hörte sie ein Referat über den christlichen Glauben und erfuhr erstmals von einem Schöpfer, der nicht distanziert oder kalt, sondern liebevoll und persönlich ist, den Menschen nah. Die Referentin sprach von einem Gott, der das Universum erschaffen hat und den Menschen als Krönung seiner Schöpfung. Ein Gott, der Beziehung sucht, der Vater genannt wird und in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Diese Botschaft traf Susan im Herzen. Sie spürte: „Das ist die Antwort, nach der ich mich gesehnt habe!“
Noch am selben Abend, allein in ihrem Zimmer, sprach sie ein einfaches Gebet und lud Jesus Christus in ihr Leben ein. Die Angst, die sie so oft geplagt hatte, wich einer tiefen Ruhe. „Ich bin nicht zufällig hier. Ich bin gewollt. Ich bin Teil eines größeren Plans“, weiß Susan. Heute strahlt sie Dankbarkeit aus. Sie liebt es, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, draußen in der Natur zu sein und Sport zu treiben. Sie ist nun nicht mehr auf der Flucht vor der Leere, sondern erfüllt mit Sinn und Geborgenheit.
Jede Geschichte ist einzigartig – auch deine!
Vier Menschen, vier völlig unterschiedliche Lebenswege: Annemarie, die spirituell Suchende, die in Jesus Christus das Ende ihres Labyrinths fand. Frank, der Erfolgreiche, der sich trotz Reichtum innerlich leer fühlte und in Jesus Erfüllung entdeckte. Mike, der Rebell, der Freiheit suchte und in Wahrheit gefangen war, bis Jesus ihn wirklich befreite. Susan, die Fragende, die angstvoll zu den Sternen aufsah und im
Schöpfer Geborgenheit fand. So verschieden ihre Wege waren, sie alle trieb eine gemeinsame Sehnsucht: Die Sehnsucht nach Wahrheit, nach Zugehörigkeit, nach Frieden, nach Identität.
Vielleicht hast auch du solche Fragen in dir getragen. Vielleicht spürst du manchmal diese Leere, Unsicherheit oder Unruhe. Dann möchte ich dir sagen: Auch du hast eine Geschichte. Und sie ist noch nicht zu Ende. In diesem Kapitel „Die Suche nach Identität“ haben wir gesehen, dass Gott selbst der Ursprung unserer Sehnsucht ist und uns in Jesus Christus die Antwort geschenkt hat. Er will dir Beziehung, Leben, Identität und Erfüllung schenken. Was du in Jesus Christus empfangen hast, wer du in ihm bist und wozu du in Jesus berufen bist: darum geht es im weiteren Verlauf dieses Buches. Du bist eingeladen, deine eigene Geschichte mit Gott zu entdecken – vielleicht beginnt sie genau hier.