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Klaudia Wagner-Diehl

Von Gott getarnt

Warum wir bei Verfolgung nicht hilflos ausgeliefert sind

Mit Illustrationen von Susann Stoebe

1. Auflage 2025

© 2025 Klaudia Wagner-Diehl

© 2025 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006, entnommen Weitere BibelĂĽbersetzungen:

HfA: Hoffnung für alle, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc

JdM: „Jesus der Messias“ (GloryWorld-Medien 2024)

LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017

NeÜ: Neue evangelistische Übersetzung © 2013 Karl-Heinz Vanheiden

NLB: „Neues Leben. Die Bibelübersetzung“, Holzgerlingen, 2017

SLT: Schlachter 2000

JNT: David H Stern, Das jüdische Neue Testament (Hänssler Verlag 1994)

In eckigen Klammern kursiv: FuĂźnoten der Ăśbersetzungen

In eckigen Klammern: Ergänzungen der Autorin

Fettdruck: Hervorhebungen durch die Autorin

Der in den Bibelübersetzungen gewöhnlich mit HERR wiedergegebene Name Gottes, JHWH (gesprochen: JaHWeH), ist in diesem Buch in die Bibelzitate wieder übernommen worden, denn die Bibel fordert uns wiederholt auf, seinen Namen zu preisen und zu verkündigen. Wer bin ich, dass ich den Namen Gottes – JaHWeH, ICH BIN – einfach durch HERR ersetze?

„satan“, „teufel“, „feind“ usw. werden in diesem Buch klein geschrieben, denn gemäß 1. Johannes 4,4 lebt der Größere (Jesus) in uns und nur der Kleine (satan) in der Welt. satan ist ein besiegter Feind – und das soll auch in der Schreibweise zum Ausdruck kommen

Etliche Namen, wie Jeschuah oder Elijah, wurden der hebräischen Schreibweise wieder angenähert, da diese eine tiefe geistliche Bedeutung haben

Satz: Manfred Mayer

Illustrationen: Susann Stoebe; www s-stoebe de Umschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.de

Umschlagmotiv: Susann Stoebe

Druck: CPI books GmbH, Leck

Printed in Germany

ISBN: 978-3-95578-651-9

Bestellnummer: 356651

Erhältlich beim Verlag:

GloryWorld-Medien

Beit-Sahour-Str. 4

D-46509 Xanten

Tel.: 02801-9854003

Fax: 02801-9854004

info@gloryworld.de www.gloryworld.de

oder in jeder Buchhandlung

Stimmen zum Buch

Der größte Teil des Inhalts dieses Buches wurde von der Autorin zuerst als Vortrag in einem Livestream gesprochen und bereits tausende Male aufgerufen. Es gab eine Welle von Rückmeldungen, die zeigten, wie präsent das Thema Verfolgung bei vielen Christen tatsächlich ist, und auch, dass es oftmals mit einer gewissen Furcht verbunden ist. Durch den Vortrag fühlten die meisten sich von dieser Angst befreit und ermutigt. Viele Zuschauer brachten den Wunsch zum Ausdruck, die Ausführungen gerne in gedruckter Form vorliegen zu haben, u. a. ein Grund, weshalb dieses Buch entstanden ist. Hier in Auszügen einige Stimmen zu dem Livestream zum Thema „Die kommende Verfolgung – sind wir schutzlos ausgeliefert?“

Heute habe ich die Predigt von Klaudia über „Verfolgung“ der Jünger Jesu gehört und damit auch, dass diese Verfolgung Realität für jeden Jünger Jesu zu jeder Zeit ist. Ich bin betroffen von Klaudias Ausführungen, die uns geistgewirkt vor Augen gebracht haben, wie Jesus diese Realität sieht und uns lehrt, damit umzugehen und ohne Furcht zu sein, weil wir im Schatten Gottes stehen und ein verborgener Pfeil in Seinem Köcher sind. Wir stehen und bewegen uns unter dem Radar des Feindes. Ich fühle mich durch Gottes Geist reich gestärkt. Liebe Klaudia, Gott hat Dich zu Seinem Boten gemacht, der mich unendlich froh gemacht hat. Es ist Stärke und Freude in mir gewachsen. Danke! … – Schwester F.

Vielen Dank für den starken Gottesdienst zum Thema Verfolgung! Sehr ermutigend, die biblischen und aktuellen Zeugnisse zu übernatürlichen Bewahrungen und dem Einsatz des geistlichen „Tarn-Capes“. Wir werden garantiert in jedem Bereich immer mehr auf das Zusammenwirken

mit dem Himmel angewiesen sein, auch was Versorgung, Kommunikation und Fortbewegung angeht. – R. F.

Ich danke dem Vater so sehr für diese Predigt! Ich hatte in den letzten Tagen immer wieder mit Furcht „davor“ zu kämpfen, auch wegen dem, was in Aschaffenburg passiert ist. Und am Anfang der Predigt dachte ich noch: „Hilfe ich möchte genau mit diesem Thema jetzt nicht konfrontiert werden, nachdem ich die letzten Tage voller Angst war …“ Und je mehr ich deine Predigt hörte, desto mehr Frieden habe ich jetzt gerade bekommen! So gut. Ich glaube Gott hat heute durch dich zu mir gesprochen. Die Proklamation des göttlichen Tarn-Capes ist der Hammer! Halleluja!

Amen! – E. J.

Vor ca. drei Jahren hatte ich bei Open Doors nachgefragt, ob sie auch für Deutschland Seminare zur Vorbereitung auf Verfolgung parat hätten. Die Antwort war leider abschlägig. Jetzt bin ich sehr, sehr froh über dieses „Seminar“! Das sollte in alle Gemeinden, die auch Verfolgung kommen sehen! DANKE!! – H. M.

Sehr wertvoll, sehr hilfreich, sehr ermutigend! Das Umfassendste und Tiefgehendste, was ich bisher zu diesem Thema gehört habe. Vielen Dank. Wie gut, dass der Heilige Geist uns vorbereitet. Und wie gut, dass es da für jeden von uns noch mehr zu entdecken gibt ...! – D. R.

Das war ein sehr ermutigender Vortrag! Tatsächlich habe ich mir auch schon die Frage gestellt, ob ich bereit bin für Jesus zu sterben, wenn es hart auf hart kommt. Deine Botschaft werde ich mir mehrmals anhören, denn sie ist sehr reichhaltig und hilfreich, um eine Antwort zu finden und einen sicheren Stand einnehmen zu können. Vielen herzlichen Dank! – E. W.

Absolut großartig! Danke Klaudia! Das hat mir enorm viel gebracht & weitergeholfen. Seit gefühlt ewig in meinem Leben schlage ich mich mit diesem Thema herum! – C.

Das war sehr hilfreich und inspirierend. Die Botschaft der Bewahrung und des Schutzes hat mich sehr ermutigt und beruhigt. Dankeschön. – G. T.

So eine umfangreiche Zusammensetzung von Gottes Wort und so ermutigend. Das war echt von oben und sollte sich jeder Christ mindestens 1 x anhören! Das tat soo gut! – B.

Du hast das Thema Verfolgung wirklich ermutigend rübergebracht. Die Möglichkeit des geistlichen Tarn-Capes hat mir einige Fragen beantwortet. – H.

Danke liebe Klaudia, du hast eine große Last von mir genommen. Ich muss sagen, dass ich gar keine so große Angst habe, doch der Feind versucht mir so oft, welche zu machen. – P. J.

Ein ganz wunderbarer Beitrag, der die Lügen des Feindes aufdeckt und Hoffnung schenkt! – E. Z.

Das ermutigt mich extrem! Hatte immer Angst, wie mit Verfolgung wohl umzugehen wäre, jetzt bin ich zuversichtlich und entschlossen! – J.

Das heutige Live fand ich vom Thema herausfordernd, aber sehr ermutigend dargestellt. Danke, war echt wertvoll fĂĽr mich!!

Sehr gute Lehre!! Das können wir in dieser Zeit gar nicht genug hören! Es war authentisch und voller wertvoller Wahrheiten. – J. R.

…

Ich glaube es ist für die nächste Zeit sehr wichtig für uns. – I. F.

Diese andere Sicht der Verfolgung finde ich sehr ermutigend.

Beste Predigt ever! Herzlichen Dank dafür! Pure Ermutigung! – A.

Vorwort

Verfolgung von Christen ist ein Thema, das wir eher mit fernen Ländern verbinden. Wir kennen den Weltverfolgungsindex von Open Doors, beten und spenden für unsere verfolgten Glaubensgeschwister in Asien oder Afrika, bewundern ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen, ihre Standhaftigkeit und leiden von Weitem mit ihnen, wenn ihre Dörfer zerstört und ihre Kirchen abgebrannt werden, oder wenn sie in den Gefängnissen unter Folter leiden müssen. Bei uns selbst können wir uns das nur schwer vorstellen.

Wir wundern uns, dass gerade dort, wo Verfolgung stattfindet, auch die Gemeinde rasant wächst, sind aber trotzdem ganz froh, dass wir nicht betroffen sind, sondern in Ruhe unser normales Gemeindedasein vor uns hinleben können. Erweckung und Gemeindewachstum würden wir lieber aus unseren ansprechenden Gemeindeprogrammen heraus erfahren als durch zunehmenden Verfolgungsdruck.

Nun, ein paar Unruhen, ein paar Streitigkeiten, ein paar Spaltungen gab es während der Corona-Zeit, als im Lockdown der Gemeindebetrieb eingestellt wurde und manche Jesusnachfolger damit nicht einverstanden waren. Da wurde der Ton rauer, sowohl von Regierungsseite und der Welt als auch von andersdenkenden Geschwistern. Da gab es schon einiges an Drohungen, Denunzierung sowie hin und wieder einen Polizeieinsatz. Wer sich nicht impfen ließ, wurde „verbal verfolgt“ – und manchmal mehr als das –, aber das betraf nicht nur Christen. Und insgesamt

wĂĽrden das die meisten noch nicht unter Christenverfolgung verbuchen.

Ist Verfolgung also fĂĽr uns ĂĽberhaupt ein Thema? MĂĽssen wir uns denn damit auseinandersetzen, es betrifft uns ja nicht, oder?

Es gibt natürlich auch die andere Meinung, die uns mit endzeitlichen Horrorszenarien gräuliche Angst einjagt. Manche Prediger und Internetdienste sehen in der vor uns liegenden Zeit jeden ernsthaft Gläubigen in den Fängen des Antichristen, schutzlos ausgeliefert, gefangen, gefoltert und als Märtyrer endend. Und überhaupt, Christen hätten dann ihrer Meinung nach gar nichts mehr zu lachen, nur ein kläglicher Überrest von uns werde sich mühsam durch die Apokalypse schlagen. Erweckung? Ernte? – Fehlanzeige. Es geht nur noch ums Überleben, und am Ende wird Jesus eine lädierte, zerpflückte Gemeinde, eine Braut mit einem blaugeschlagenen Auge und hässlichen Blessuren abholen. Verfolgung? Na klar! Da müssen wir durch, und dem werden wir schutzlos ausgeliefert sein. – Doch ist das wirklich so?

Verfolgung – das ist ein „Stressthema“, oder? Wir verdrängen es gerne, es ist unangenehm. Da kommt eine diffuse Angst auf und die Fantasie entwickelt Szenarien … Wenn es uns wirklich einmal trifft, was dann? Kann ich damit umgehen?

Bei uns zu Hause kam das Thema das erste Mal intensiver auf, als mein Mann mich morgens am Tisch plötzlich fragte: „Sind wir eigentlich bereit, für Jesus zu sterben?“

Das hat mich irgendwie unvorbereitet getroffen. Ich überlegte. Um ehrlich zu mir selbst zu sein: „Nee, irgendwie nicht –oder?“ Ich hatte keinen klaren Standpunkt, war mir nicht sicher. Würde mein Glaube dafür ausreichen? Ich begann, mich damit auseinanderzusetzen.

Etwa zeitgleich kam 2021 das Buch „Denken ist heute überhaupt nicht mehr Mode“ heraus, das Tagebuch 1940–1945 von Anna Haag. Bis dahin war ich kein Freund von Literatur über die Zeit des Nationalsozialismus; das nahm mich alles zu sehr mit, war für mich kaum zu ertragen. Aber aus

irgendeinem Grund – ich denke, der Heilige Geist steckte dahinter – war es mir auf einmal wichtig, dieses Tagebuch zu lesen. Anna Haag berichtet von ihren Alltagserlebnissen in den letzten Jahren der Hitlerzeit und des Krieges, von ihren Gesprächen mit dem Apotheker und den Nachbarn, von einer Fahrt in der Straßenbahn, von den „ganz normalen“ Leuten und wie sie in dieser Zeit gedacht und sich verhalten haben; ebenso davon, was in der Zeitung stand. Und es hat mich nicht nur erschüttert, sondern mir auch die Augen geöffnet: Die Menschen haben sich nicht verändert; diese Dinge könnten heute genauso wieder passieren wie damals.

Dann begann ich Bücher von und über verfolgte Christen zu lesen; es würde zu weit führen, hier auf alle einzugehen. Bruder Yun („Heavenly Man“) mag z. B. vielen Lesern ein Begriff sein.

Und ich fragte mich natürlich, was denn eigentlich in der Bibel dazu steht. Was ich dort fand, kam mir allerdings widersprüchlich vor. Auf der einen Seite spricht das Wort Gottes immer wieder von dem umfassenden Schutz, den wir durch unseren liebenden Gott und Vater genießen dürfen, auf der anderen Seite wird aber ganz unmissverständlich klar gemacht, dass Verfolgung normal ist. Alle Jünger und Apostel Jesu erlebten sie.

Trotz allem, was ich so las, wurde das Thema Verfolgung einfach nicht rund für mich – bis ich einen prophetischen Traum hatte, den mir der Heilige Geist durch das Wort Gottes nach und nach entschlüsselte …

Zu den Illustrationen

Das Herz denkt in Bildern, deshalb ist die Bibel voll damit –Gott will unser Herz erreichen.

Bilder verankern die Wahrheiten in unserem Denken. Kommt man in bestimmte Umstände, tauchen sie wie auf einem inneren Bildschirm wieder auf und der Geist Gottes erinnert uns an das, was er uns offenbart hat. So fällt es uns leichter, diese Wahrheiten zu verinnerlichen.

Dies ist auch das Ziel der Zeichnungen von Susann Stoebe in diesem Buch. Durch die innige Freundschaft und geistliche Verbindung zwischen der Autorin und der Illustratorin entsteht eine „himmlische Synergie“, sodass sie sich gegenseitig in ihrer Botschaft verstärken.

Susann Stoebe1 hat die Fähigkeit, auch tiefsinnige Botschaften lebendig und mit Charme darzustellen. Ihr schneller Strich und ihr Faible für Cartoons vermitteln Leichtigkeit und Freude. Mit der ihr eigenen Prise von Humor und der Kraft ihrer Bilder gewinnt man selbst auf schwierige Themen eine neue Sicht.

1 Web: https://www.s-stoebe.de | Mail: hallo@s-stoebe.de Instagram: susannstoebe | LinkedIn: Susann Stoebe

Kapitel 1

Ist das normal?

Wenn wir uns mit dem Thema Verfolgung beschäftigen, was ist das Erste und Wichtigste überhaupt? Ja – natürlich das, was Jesus selbst dazu sagt. Schauen wir uns also einmal einige Bibelstellen an, wo wir Jesus dazu sprechen hören, zunächst in der sogenannten Bergpredigt:

Glückselig, die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich [die Königsherrschaft] der Himmel.

Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren (Matthäus 5,10-12).

Diese Zusammenhänge, wie Jesus sie hier nennt, erscheinen uns nicht auf den ersten Blick logisch. Verfolgung um Gerechtigkeit willen, das bekommen wir noch in den Kopf; aber was hat Verfolgung mit Herrschaft zu tun? Verfolgte kommen uns mehr als Opfer vor und nicht als Herrschende eines Königreiches. Oder wie passt Verfolgung mit Jubel und Glückseligkeit zusammen? Wir haben eher keine Lust auf Verfolgung. Oder würden wir jubeln und uns freuen, wenn man hinter uns her ist? Aber tatsächlich haben die ersten Jünger Jesus beim Wort genommen – und sich wirklich gefreut und glücklich

geschätzt, als man sie wegen Jeschuah1 und dem Evangelium schlug und schmähte. Sie fühlten sich gewürdigt und für wertgeachtet, denn sie wussten: „Wenn wir verfolgt werden, folgen wir ihm auf die richtige Weise.“ Und sie achteten es als Ehre, um des wahren Königs willen verfolgt zu werden und an seinen Leiden teilzuhaben. Wir kommen darauf noch zurück.

Die meisten von uns sehnen sich nach dem urgemeindlichen Leben voller Heilungen, Zeichen und Wunder und nach dem gewaltigen Wachstum der ersten Gemeinden – 3000 neue Gläubige plus Familien an einem Tag, wer träumt davon nicht? Dabei übersehen wir allerdings häufig die Begleiterscheinungen. Jesus bringt in diesen Worten ganz klar zum Ausdruck, dass es normal ist, wenn wir Verfolgung erleben, so wie Jeschuah selbst sie erlebt hat. Wenn also auch wir Jesus beim Wort nehmen, wie es die ersten Jünger taten, müssen wir mit Verfolgung in irgendeiner Art rechnen, ja, wir dürfen uns sogar darüber freuen, weil wir zum einen daran erkennen, dass wir richtig unterwegs sind, und außerdem noch einen besonderen Lohn im Himmel zu erwarten haben.

Schauen wir uns noch eine weitere prägnante Bibelstelle an, aus der wir erkennen, dass Verfolgung normal ist. Wieder redet hier Jesus selbst:

Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.

Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave [einer, der dem Herrn gehört] ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch

1 Jeschuah ist der jüdische, d. h der originale Name Jesu, den ich immer wieder gerne verwende Ich freue mich ja auch, wenn man mich Klaudia nennt, denn die französische Version „Claudine“ z. B. wäre nicht mein wirklicher Name. Da Jeschuah im Hebräischen mit dem Buchstaben „He“ am Ende geschrieben wird, der den Geist/Atem Gottes symbolisiert, habe ich das „h“ am Ende seines Namens beibehalten.

verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. (Johannes 15,18-21 HfA)

Wen meint Jesus eigentlich hier mit „Welt“? Es sind die, die ihn hassen. Doch wer war das? Erstaunlicherweise waren es nicht die Ungläubigen, nicht die römische Besatzungsmacht in Judäa, die hinter Jesus her war. Die interessierte sich zunächst gar nicht für ihn. Es war viel mehr die religiöse Obrigkeit, die ihn hasste, als er immer bekannter wurde und das Volk ihm nachlief. Es waren die eigenen Leute aus der eigenen Glaubensgemeinschaft, die anfingen, ihm nachzustellen. Es war eine Verfolgung aus den eigenen Reihen!

Wenn Jesus also von der Welt bzw. dem Weltsystem sprach, dann meinte er die Religionsführer, die Leiter des jüdischen Volkes, solche, die die Gläubigen anleiteten. Ihr Problem mit ihm bestand darin, dass sie ihre Macht, ihre Einnahmen und Posten gefährdet sahen, wenn tatsächlich ein Messias auftreten würde.

Wir mĂĽssen uns darĂĽber im Klaren sein: Wer die Welt liebt, und seien es unsere eigenen Glaubensgenossen, der wird uns hassen, denn wir werden ihm ein Dorn im Auge sein, so wie Jeschuah den damaligen FĂĽhrern und Theologen ein Dorn im Auge war. Wenn wir es aber selbst sind, die faule Kompromisse mit dem Weltsystem eingehen, werden auch wir von der Welt geliebt, denn der Kopf dieses

Weltsystems ist satan2 , und er freut sich, wenn wir an den Dingen der Welt hängen, weil wir dann unwirksam für das Reich Gottes sind.

Ihr Treulosen! Ist euch denn nicht klar, dass Freundschaft mit der Welt zugleich Feindschaft gegen Gott bedeutet? Wer also ein Freund dieser Welt sein will, der wird zum Feind Gottes (Jakobus 4,4 HfA).

Jakobus ist darin ganz klar: Entweder kungelst du mit der Welt oder du lebst konsequent im Reich Gottes – das Hinken auf beiden Seiten ist ungesund bis gefährlich. Aber sobald wir Jesus folgen, der uns aus dem Weltsystem herausgerufen hat, werden wir irgendeine Art von Verfolgung erleben, und zwar auch (und möglicherweise vor allem) aus den Reihen der Gemeinden und „Christen“ – insoweit sie mit dem religiösen Geist infiziert sind, so wie auch das jüdische Umfeld von Jeschuah mit dem religiösen Geist durchsetzt war. Jesus nennt das „den Sauerteig der Pharisäer“3 , der außerordentlich ansteckend ist und leicht „den ganzen Teig durchsäuert“.

Was verstehe ich unter dem „religiösen Geist“? Es ist ein verführender Geist vonseiten des feindes, der bewirken will, dass wir in einer Art Scheinheiligkeit zwar frommen Regeln und Verhaltensweisen folgen, aber ohne im Herzen auf wahrhaftige Weise mit der Liebe Gottes verbunden zu sein. Während echter Glaube in einer authentischen Beziehung und Kommunikation mit Gott lebt – von Herz zu Herz –, kommt es der Religiosität mehr auf die Form eines „frommen“ Lebens an, auf das, was man nach außen hin sieht. Man spielt eine

2 „satan“, „teufel“, „feind“ usw. werden in diesem Buch klein geschrieben, denn gemäß 1. Johannes 4,4 lebt der Größere (Jesus) in uns und nur der Kleine (satan) in der Welt. satan ist ein besiegter Feind – und das soll auch in der Schreibweise zum Ausdruck kommen.

3 Z. B. Lk 12,1 ff.; Mk 8,15; Mt 13,33; Mt 16,6; Gal 5,9; 1 Kor 5,5-7.

christliche Rolle und erfĂĽllt die Erwartungen anderer, zum Beispiel des Pastors.

Paulus warnt Timotheus, seinen Ziehsohn im Glauben, vor solchen Leuten, die besonders in den letzten Tagen (also in unseren!) auftreten werden, und betont dabei, dass er mit ihnen keine Gemeinschaft pflegen soll. Beim folgenden Text, den Paulus in einem Brief an Timotheus schrieb, muss man im Hinterkopf haben, dass Paulus von denen spricht, die sich Christen nennen!

Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, schändlich, haltlos, zuchtlos, dem Guten feind, Verräter, unbedacht, aufgeblasen. [Wie gesagt: Es geht hier um „Christen“, wie man im nachfolgenden Satz eindeutig sieht!]

Sie lieben die Ausschweifungen mehr als Gott; sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide!

Zu ihnen gehören auch die, die sich in die Häuser einschleichen und gewisse Frauen einfangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Begierden getrieben werden, die immer auf neue Lehren aus sind und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. Wie Jannes und Jambres [die Zauberer des Pharao] dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit: Es sind Menschen mit zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. Aber sie werden damit nicht weit kommen; denn ihre Torheit wird allen offenbar werden, wie es auch bei jenen geschah (2 Tim 3,1-9 LUT).

Was ist der markante Kernsatz in diesem Text? Meines Erachtens ist es dieser Satz, der alles auf den Punkt bringt:

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