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Michael Stahl

53 MÄNNER

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53 Männer


Michael Stahl

53 MÄNNER

GloryWorld-Medien


 Inhalt Einführung ......................................................................6 JONATHAN, der schwäbische Polizist ..............................16 GERD, die gute Seele ......................................................20 ALEXANDER, der „Große“ ..............................................23 DIETMAR, der Befreite ....................................................26 UWE, der Tätowierer ......................................................31 Der freundliche FRANZ ..................................................39 JOHNNY, der 53.............................................................44 FRITZ, ein guter Freund ..................................................55 LUKAS, der Lebensfrohe ................................................58 LORENZ, der Beschenkte ................................................66 ARNO, der gute Sohn ....................................................70 WILFRIED, der Freie ........................................................75 HELMUT, der Franke ......................................................76 WOLFGANG, der Kämpfer ..............................................80 JOHANNES, der Getaufte................................................85 NORBERT, der Lebensfrohe ............................................88 ERICH, der Kommissar ....................................................91 MATTHIAS, der Dankbare ..............................................96 TOM, das Supertalent ....................................................98 GERD, der mit dem Wolf tanzt ......................................110 … und noch ein MICHAEL STAHL :-) ..............................113 DANIEL, der Liebevolle ..................................................118 PETER, der ganz Große ................................................123 GERHARD, der Weise....................................................126 HELMUT, der coole Reiseleiter ......................................130 Nachwort ....................................................................139

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 Einführung Israel, das Land meiner Sehnsüchte. Schon als kleiner Bub verspürte ich den Drang, einmal dorthin zu reisen. Doch letztendlich dauerte es dann 47 Jahre. Unerfüllte Sehnsucht, so sagt man, macht uns Menschen krank. Doch was ist Sehnsucht? Ich glaube, es ist das Begehren zu sehen, wonach wir suchen, und zwar mit dem Herzen. So habe ich in meinem Leben in viele sehnsüchtige Augen geschaut, besonders bei Menschen, denen ich in ihrem Sterben nah sein durfte. Sehr oft erzählten sie mir Dinge vom Grunde ihres Herzens. Aber auch Drogensüchtige, Einsame, Verletzte und viele andere gewährten mir einen Einblick mitten in ihr Herz. Als kleiner Junge wurde ich oft von dieser Welt verletzt. Liebe – nach der ich mich sehnte – bekam ich nicht. Verletzungen – die ich nicht wollte – bekam ich zuhauf. Mitten in all dem lernte ich schon als kleiner Junge JESUS kennen oder, wie man in Israel sagt, JESHUAH. Bei ihm und von ihm fühlte ich mich verstanden. Wenn ich Ablehnung erfuhr, wusste ich, auch er war abgelehnt worden. Wenn man mich auslachte und entwürdigte, konnte ich mich ihm anvertrauen, denn er hatte dasselbe erlitten. Selbst als man mir ins Gesicht spuckte, fand ich Trost bei ihm, den man auch bespuckt hatte. Im Leiden, im Schmerz, mit einem Herz voller Sehnsüchte, in all dem fühlte ich mich mit ihm verbunden. In der Bibel steht, dass er der Allerverachtetste war. Nie zuvor und nie danach wurde ein Mensch mehr verachtet als Jesus. Abgelehnt von Anfang an bis zum Tod am Kreuz. Nackt im Dreck geboren und nackt im Dreck gestorben. Als mir das schon im Grundschulalter bewusst wurde, war mir klar, dass ich nie allein bin. Gott hat uns nie versprochen, dass unser Leben einfach wird, aber dass er da ist. 6


Obwohl ich ein Kind war, welches jede Gelegenheit nutzte, rauszugehen, saugte ich bereits damals sämtliche Bibelfilme in mich auf: „König der Könige“, „Jesus von Nazareth“, „Ben Hur“ oder „Die Zehn Gebote“. Das Evangelium – in Filmen, in der Bibel, im Religionsunterricht – gab mir Zuversicht, Hoffnung und Trost. Mit jedem Film und jedem gelesenen Wort wuchs die Sehnsucht in mir, einmal nach Israel zu reisen. Mit neunzehn Jahren stand ich kurz vor der Erfüllung dieser Sehnsucht, doch dann machte ein Autounfall diesen Traum zunichte. Sterbende bereuen oft am meisten die Dinge, die sie nie getan haben. Auch wenn es sich verrückt anhört, ich wollte nie aus dieser Welt gehen, ohne davor in Israel gewesen zu sein. Einmal im Garten Gethsemane zu sein, um dort zu weinen, wo Jesus geweint hatte. Wo er so große Angst hatte, dass er Blut schwitzte. Wo er im Staub gelegen und sich dafür entschieden hatte, diesen fürchterlichen Weg aus Liebe zu mir und zu dir weiterzugehen. Eines Tages betete ich: „Lieber Jesus, wenn du möchtest, dass ich einmal nach Israel gehen darf, dann lege ich das in deine Hände.“ Ja, er wollte – und wie! Als ich eines Tages zu

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Gast auf einer Männerfreizeit war, kam ich mit dem Veranstalter, Helmut, ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Helmut Inhaber eines Reisebüros war bzw. ist und er schon etwa dreißigmal in Israel war. Mein Herz hüpfte vor Freude, als ich dies hörte, und so beschlossen wir unsere Männertour. 52 waren wir. Und warum trägt dieses Buch im Titel die Zahl 53? Weil wir vor Ort Johnny kennenlernten. Er gab uns ein Stück Heimat in Israel. Mit ihm saßen wir am Tisch, und er öffnete uns nicht nur seine Türen und seinen Kühlschrank, sondern auch sein Herz. Mir war es nicht wichtig, möglichst lange in Israel zu sein, sondern nur, überhaupt einmal dort sein zu dürfen. Es fällt mir immer schwer, längere Zeit von zu Hause weg zu sein, da meine Familie vor sieben Jahren einen grauenhaften Autounfall hatte, der unser Leben total veränderte. Dieses Trauma habe ich immer noch nicht ganz überwunden. Meine Frau rang damals um ihr Leben, und auch meine sechzehn Monate alte Tochter entrann nur knapp dem Tod. Nur mühsam hat sich meine Frau ins Leben zurückgekämpft. Zwischen meiner Tochter und mir entstand in dieser Zeit ein noch tieferes Band. Seit dieser traurigen Zeit waren wir nie mehr als zwei oder drei Tage voneinander getrennt, und es fällt uns schwer, auch nur für wenige Tage voneinander Abschied zu nehmen. Die Seele hat noch ihre Verletzungen, doch was für einen großen Trost hinterließ uns Jesaja: „Durch seine (Jesu) Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53) Weil ich also nicht so lange von zu Hause fort sein wollte, bat ich Helmut, die Reise so kurz wie möglich zu machen, aber so viel wie möglich hineinzupacken. Ich sehe heute noch seinen leicht verwunderten Blick. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns auf eine Woche. Es wurden mit die schönsten Tage meines Lebens. In Israel angekommen, verspürte ich einen Frieden, den ich nicht genauer erklären kann. Unsere Reise begann an der Grenze zum Gazastreifen. Was für eine Spannung, was für 8


eine Zerrissenheit! Soviel Liebe und doch auch so viel Hass! Tragen wir nicht alle ein bisschen Israel in uns? In dieser Woche durfte ich so viel lernen, so viel erleben. Und viele meiner Sehnsüchte wurden gestillt. Wir waren an dem Ort, an dem Jesus um Jerusalem weinte und ich weinte mit ihm. Wir gingen den Weg, den er am Palmsonntag nahm. Dort wurde er noch bejubelt, und wenige Tage später wurde aus Jubel Geschrei des Hasses. Im Garten Gethsemane angekommen, war auch mein Herz angekommen, wo es sein wollte. Ich durfte vor diesen wunderbaren Männern, die mir zu Freunden und Brüdern geworden waren, eine Andacht halten. An diesem Tag und an diesem Ort habe ich so viel geweint wie nie zuvor in meinem Leben. Ich spürte, wenn auch nur einen Bruchteil davon, was Jesus gespürt hatte. Ein Leben lang hatte ich hier sein wollen, und nun war ich da. Meine Stimme versagte, Tränen liefen, ich musste mich an den großen Ölbäumen abstützen.

Am Ölbaum hsemane im Garten Get 9


Was für ein Gott, der Mensch sein wollte wie wir! Der die Herrlichkeit des Himmels verließ, um in einem kleinen, schäbigen Stall zur Welt zu kommen. Der vor seinem Tod seinen Freunden den Staub von den Füßen wusch. Hände, welche die Sterne geformt und den Planeten ihre Bahn gegeben hatten, reinigten Füße, von denen er wusste, dass sie weglaufen würden. Was für ein Gott, was für ein Mensch, der sich mit 39 Hieben auspeitschen ließ, den man ohrfeigte, der sich anspucken ließ, dem man einen Stock auf den Kopf schlug und der nackt an einem römischen Holzkreuz starb. Unbeschreiblich, unfassbar! Mit dem Verstand nie zu begreifen! In diesem Garten hier hatte er im Staub gekniet, aus Liebe zu dir und mir. Oft zweifeln wir an unserem Wert. Und Profifußballer messen sich an ihrem Marktwert. Wer wirklich wissen will, wieviel er wert ist, sollte sich bewusst machen, was Gott im Garten Gethsemane und auf Golgatha für ihn persönlich getan hat! So wertvoll bist du, so wertvoll bin ich. Dies waren und sind wir ihm wert. „Er hat auch an dich gedacht, als er sprach es ist vollbracht“ (Pfarrer Wilhelm Busch). Am Abend vor seinem Tod, bevor er in den Garten ging, gab er uns einen Auftrag: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe – niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben gibt für seine Freunde“ (Johannes 13,34; 15,13). Er nennt dich und mich Freund. Seine Freundschaft war es ihm wert, sein Leben zu geben. Mehr geht nicht. Ein Freund, den ich im Sterben einmal besuchte, bat mich, den Menschen, also auch dir, Folgendes zu sagen – dabei hielt er meine Hand und schaute mir ernsthaft und entschlossen in die Augen; er war Polizist, Anfang 50. Ein toller der Typ! „Bitte sag den Menschen dort draußen, dass, auch wenn alle gegangen sind, JESUS bleibt. Er ist derjenige, zu dem wir gehen können, so wie wir sind – mit allem, was uns belastet, mit allem, was uns schwer ist und traurig macht. Ob ich nun lebe oder sterbe, ich habe das Leben gewonnen, weil ich Jesus in meinem Herzen trage!“ 10


Jesus war fünf Jahre zuvor sein Freund geworden. Weil dieser Freund sein Leben gegeben hatte, wusste mein Freund, dass er das ewige Leben vor sich hatte. Beim Schreiben dieser Zeilen füllen Tränen meine Augen. Tränen der Trauer, aber auch der Dankbarkeit. Im Garten Gethsemane wurde mir neu und noch viel intensiver bewusst, was für eine unbegreifliche Liebe Gott für uns Menschen hat. Ich glaube, die ganze Ewigkeit reicht kaum aus, um das begreifen zu können, wenn überhaupt. In Israel wurden die Herzen nicht nur berührt, sondern Männer packten mitten aus ihrem Herzen heraus aus. Viele berichteten mir, dass sie zu Hause keinen anderen Mann haben, mit dem sie sich austauschen können. In Israel wurden Mauern des Schweigens eingebrochen und etwas Neues entstand. Acht Männer luden während dieser Reise Jesus in ihr Herz ein. Und wenige Tage später ließen sich elf Männer im Jordan taufen, als Zeichen für die sichtbare und unsichtbare Welt: Wir gehören zu Jesus! 53 Männer, eine Woche wie die Ölsardinen aufeinander und doch kein böses Wort. Hitze, Fußmärsche, Lachen, Weinen, so viele Emotionen, aber kein Streit. So durften wir Bethlehem erleben, Jericho, Jerusalem, das Tote Meer, Massada und schließlich den See Genezareth. Über 50 Männer auf einem Boot mit einem Bootsführer, der uns auf Hebräisch mitten auf dem See ein paar Lieder vorsang. Dort, wo Petrus das Unfassbare getan hatte: Er war auf dem Wasser gegangen. Er hatte alle bisher bekannten Gesetze der Physik und Natur überwunden, um auf den Urheber aller Naturgesetze zuzugehen. Er war aus dem Boot gestiegen und hatte auf Jesus geschaut. Wohin schaust du im Leben? Was ist dein Ziel? Wo landest du, wenn deine Lebensflugreise zu Ende ist? Solange Petrus auf seinen Herrn und seinen Gott schaute, vollbrachte er das Unmögliche. Doch als er nach Wind und Wellen sah, ging er unter. Allerdings ist auch hierbei 11


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Jeschuas Name Programm – seine Bedeutung ist „Rettung“. Und „Jahwe“ heißt: „Ich bin für dich da.“ Wie genial, wie kostbar: „Ich bin für dich da und rette dich!“ Dort, auf diesem See, mit meinen Freunden und der Musik, spürte ich etwas, das ich nie zuvor in meinem Leben so intensiv wahrgenommen hatte – den Frieden, den diese Welt nicht geben kann. Eine Liebe, die mich bedingungslos angenommen hat, obwohl ich so bin, wie ich bin. Als ich damals den schrecklichsten Anruf meines Lebens bekam, meine Familie sei schwer verunglückt, hatte ich eine zweistündige Autofahrt in die Klinik vor mir und keine Ahnung, ob meine Frau und meine Tochter noch leben. Zu wem würdest du in dieser Verzweiflung schreien? Was gäbe dir Hoffnung, Halt, Trost? Wohin mit dem Schmerz und den Klagen?  Horoskope? Nein sie könne dir nicht helfen!  Glücksbringer? Woher soll das Glück denn kommen?  Fernöstliche Mediation? Oh nein! All das Atmen, die Verrenkungen von Armen und Beinen können hier auch nicht helfen.  Das Universum? Nein, denn es ist nur ein „Es“. 12


In diesen Stunden, in denen es uns die Beine wegzieht, den Boden entreißt, brauchen wir stets das „DU“ als Gegenüber. Denn aus Beziehung sind wir entstanden. In Beziehung lebten wir unter dem Herzen unserer Mama. In Beziehungen wachsen wir. Ohne sie würden wir verhungern, verdursten und vereinsamen. In Beziehungen leben wir im Kindergarten, in der Schule und in der Arbeit, ja, bis zum Ende unseres Lebens. Selbst da brauchen wir eine Hand, welche unsere hält. Deshalb haben wir auch diese tiefe Sehnsucht nach gesunden Beziehungen, nach dem DU, das da ist, das uns bedingungslos liebt. Was wirklich zählt, war ganz zum Schluss auch den Leuten auf der Titanic bewusst geworden. Das letzte Lied, das die Bordkapelle spielte, war: „Näher, mein Gott, zu dir.“ Ja, dieser Gott, der alle Sehnsüchte in unser Herz legte, kam ganz nah zu uns. Doch wir wollten ihn nicht haben. Jemand fragte einmal: „Warum kommt Gott nicht und zeigt sich?“ Er war doch da, aber sie verachteten ihn und schlugen ihn ans Kreuz. Dieser Gott betrat mit seinen Füßen unsere von ihm geschenkte Erde. So viele Menschen wollen und wollten Gott sein, aber nur ein Gott wollte Mensch werden, und all das geschah in Israel. An vielen Stätten spürte ich seine einzigartige Liebe, aber ganz besonders im Garten Gethsemane und auf dem See Genezareth. Vielen Männern erging es ähnlich. Selbst der Heimflug hatte es in sich, denn im Flugzeug hatte ich zwei wunderbare Sitznachbarn, eine Dame und einen Mann. Sie waren dienstlich unterwegs und ich durfte in der Mitte der beiden verweilen. Nach einiger Zeit kamen wir tiefer ins Gespräch, sehr tief. Beide waren Polizeibeamte und waren zu einer Fortbildung in Israel gewesen. Ich erzählte den beiden von unserer Israelreise, und sie wollten wissen, was ich in meinem Dienst so alles erlebe. Dann kamen wir auf Gott zu sprechen. Der Mann bekannte sich als Agnostiker. Er war sich sicher, dass es etwas Höheres gibt. Aber wie man dieses 13


höhere Wesen nennt, sei nicht so wichtig. Daraufhin fragte ich ihn, ob er Kinder habe. Begeistert berichtete er mir von seiner kleinen Tochter. Ich fragte ihn: „Angenommen, wir flögen über deine Heimat, über dein Haus, wäre deine Tochter glücklich darüber zu wissen, dass hoch droben, in über 10.000 Metern Höhe, der Papa ist?“ „Nein“, meinte er und fuhr fort: „Damit das Glück perfekt wäre, müsste ich herunterkommen und landen und sie in meinen Armen halten!“ Dann fragte ich, wie es für ihn wäre, wenn seine Tochter eines Tages sagte, dass es nicht wichtig für sie sei, wie ihr Papa heißt und wo er gerade ist, und dass sie keine persönliche Beziehung mehr mit ihm pflegen möchte. Daraufhin meinte er, dass dies entsetzlich für ihn wäre. Ich sagte: „Nun hast du es verstanden! So hat es Gott gemacht! Damit unser Glück perfekt wird, kam er herunter und breitete die Arme aus. Er zwingt keinen, sich darin geborgen zu fühlen, sich hineinfallen und sich führen zu lassen. Er stellt es jedem frei. Wie muss es allerdings sein Vaterherz schmerzen, dass die Welt ihn so ablehnt und verachtet. Bis zum Schluss hing er mit ausgebreiteten Armen am Kreuz. Es ist nicht zu spät, sich in seinen Armen geborgen zu wissen.“ Ich sah in die Augen dieses wunderbaren Vaters, sein Herz wurde berührt. Ich bin mir sicher, dass er eines Tages diese Zeilen liest. Ich bete für dich, mein Lieber! Es war kein Zufall, dass wir denselben Flug zur selben Zeit hatten und dass wir nebeneinandersaßen. Ich glaube, Gott sehnt sich nach dir und nach dem Rest der Welt, danach, euch alle in seine Arme zu schließen, damit euer Glück perfekt wird. Ich bin mir sicher, dass, als der Beamte zu Hause seine Lieben umarmte und die Vollkommenheit des aus der Liebe geborenen Augenblicks spürte, er im Grunde seines Herzens verstand. Ach ja: „Rein zufällig“ hatten wir noch einen gemeinsamen Bekannten, der „rein zufällig“ mit mir in Israel und mit an Bord war. Er verbrachte die restlichen zwei Stunden mit ihnen auf der Heimreise. 14


Ein höheres Wesen? Über den Wolken? Das genügt mir nicht! In den Katastrophen meines Lebens brauchte ich stets den Einen, der mir versprach: „Ich bin bei Dir“, den „Ich bin für Dich da“-Gott. Gott landete vor 2000 Jahren, doch in der Empfangshalle herrschte wenig Begeisterung. Kein roter Teppich, keine Willkommensschilder! Im Schmutz geboren und im Dreck dieser Welt gestorben! Abgelehnt! Und bis heute hat sich nicht viel daran geändert. Sie wollten ihn nie und wollen ihn noch heute nicht. Aus Sehnsucht und bedingungsloser Liebe kam er, um mitten in unserem Herzen zu landen. SEHNSUCHT ist die Suche nach dem Paradies, nach Anerkennung, nach Heimat, nach Schönheit, nach Ewigkeit – nach Gott. Mit Jesu Landung kam das Paradies zu uns. Mehr Anerkennung, als er gab und gibt, kann einer aus Liebe nicht schenken. Er verschenkte sich selbst und gab sein Leben. Im Himmel gibt es für uns alle eine Heimat. Eine Wohnung für jeden, die schöner ist, als wir sie selbst je gewählt hätten. Schönheit, nichts als Schönheit wird uns umgeben. Wir werden leben in Ewigkeit. Der Himmel kam zu uns! Nicht nur nach Israel, sondern auch zu dir und zu mir. Was nun folgt, sind ein paar Eindrücke von einigen Männern, welche die Reise miterlebt haben. Es sind Menschen wie du und ich, keine großen Autoren. Es sind zum Beispiel Polizisten, Handwerker und Rentner. Aber sie berichten mitten aus ihrem Herzen für dein Herz. Ich wünsche dir, dass ihre Worte zum Segen für dich werden. Herzlichst Dein Michael Stahl

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 JONATHAN, der

schwäbische Polizist

Mein Name ist Jonathan. Ich bin 26 Jahre alt und arbeite als Polizeibeamter in Baden-Württemberg. Kennengelernt habe ich Gott in erster Linie über meine Eltern. Ich hatte das Privileg, in einem christlichen Umfeld aufzuwachsen und Gott erleben zu dürfen. In meiner Kindheit und auch im Jugendalter habe ich viel Liebe und Wertschätzung von meinen Eltern erfahren dürfen und somit auch gute Werte von ihnen übernommen. Als Jugendlicher habe ich oft Geschichten von Menschen gehört, die eine schwierige Kindheit oder ein „echt heftiges Leben“ als Erwachsener hatten. Dann haben sie Jesus kennengelernt und ihr Leben hat sich radikal verändert. Davon konnten sie ein starkes Zeugnis geben. Weil ich das Gefühl hatte, dass in meinem Leben alles einfach zu glatt lief und ich nicht eine so krasse, aufregende Geschichte erzählen konnte, habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn dafür gebetet, dass mir schlimme Dinge passieren und ich total abstürze. Dann hätte Jesus mich gerettet und ich hätte eine starke Geschichte erzählen und Zeugnis geben können! Ich bin froh, dass Gott mein Gebet nicht erhört hat, sondern besser weiß, wo mein Weg hingeht und was mir guttut! Ich danke Gott, dass er mir die Einsicht geschenkt hat, für all das Gute dankbar zu sein, das ich erleben durfte und darf, und für die Momente, in denen er mich vor all dem Schlechten bewahrt hat. Ich habe lernen dürfen, dass meine Geschichte, so langweilig ich sie auch finden mag, doch genau die Geschichte ist, die Gott mit mir schreiben möchte und noch schreibt, und die ich erzählen darf, um andere dadurch zu berühren und vielleicht näher zu Gott zu führen. Es ist eben die Geschichte, die mich zu dem Mann gemacht hat, der ich heute bin! In meinem Leben gab es aber auch schlechte Zeiten. Ich habe bei meinem Vater Depressionen und Selbstmordversuche 16


miterlebt. Verluste von wichtigen und geliebten Menschen und auch Dinge, die geliebten Menschen angetan wurden. Streit in der Familie und zwischen den Eltern. Ich denke, dass davon niemand verschont bleibt und diese Erfahrungen entweder bei Menschen in der Nähe oder bei sich selbst macht. Bei allen diesen Erlebnissen konnte ich mich aber immer an Gott wenden und von ihm Kraft und Hoffnung beziehen. Er war und ist immer da! Auch, wenn es manchmal den Anschein hat, dass er es nicht ist. Er ist der Stecken und Stab (Psalm 23), der uns stützt, wenn wir schwach sind! Bei der Polizei habe ich immer wieder mit schlimmen Schicksalsschlägen zu tun oder mit Menschen, die auf die schiefe Bahn geraten sind und ihren Wert vergessen haben – ob selbstverschuldet oder durch andere Personen. Die Welt, die ich als Polizist kennenlerne, ist eine andere, als die behütete und wertschätzende Welt, die ich aus meiner Kindheit und Jugend kenne. Es ist eine Welt, in der Gott für die Menschen nicht greifbar oder relevant ist. Eine Welt, in der es oft keine Hoffnung und Liebe gibt oder ein anderes Verständnis von Liebe besteht. Deshalb ist es mir wichtig, den Menschen von Gott zu erzählen. Ich meine damit nicht, sie mit Bibelversen und tollen Sprüchen, Belehrungen und Regeln zu „erschlagen“. Ich spreche davon,  dass man ein lebendiges Beispiel dafür ist, Gottes Ebenbild zu sein;  dass man mit seinem Leben Gott den Menschen näherbringt und ihnen mit Wertschätzung und Liebe begegnet;  dass sie erkennen, dass es mehr im Leben gibt als das, was sie bisher kannten;  dass es jemanden gibt, der sich für sie interessiert und bei ihnen ist, genau in der Situation, in der sie momentan stehen, und sie darin versteht und nicht verlässt. Jetzt haben Sie einen kleinen Einblick in mein Herz und mein Leben bekommen. Nun zu der Israel-Männer-Reise. Ich bin durch meinen guten Freund Wolfgang dazu gekommen. Wir 17


haben beide zusammen bei Michael Stahl die Selbstverteidigungs-Trainerausbildung gemacht und uns dadurch kennengelernt. Er hatte von der Reise gehört, und für mich war sofort klar: Israel, Michael Stahl, nur Männer – das kann nur gut werden und da muss ich dabei sein. Ich bin mit der Erwartung in die Reise gegangen, Gott stärker und intensiver zu erleben als bisher, und ich wollte das Land, welches Gott seinem Volk gegeben hat, sehen; dort sein, wo Jesus und andere Männer und Frauen der Bibel gelebt und gewirkt haben. Ich war gespannt darauf, ob ich Gott an diesen Plätzen, wie dem Garten Gethsemane, dem See Genezareth oder am Gartengrab, stärker spüren und erleben würde. Wir waren dann in Israel an vielen Orten, wo Jesus gelebt hatte und so viel passiert war. Ich betete und erwartete Gottes Wirken und Reden, aber ich spürte … fast nichts. Ich spürte eigentlich sogar weniger, als in meinem Alltag. Verstehen Sie mich nicht falsch, es waren schöne Orte, und viele aus der Gruppe hatten hier tiefe Erlebnisse mit Gott und haben ihn gespürt. Das hat bei vielen der Männerherzen die Mauern zerstört, die über Jahre aufgebaut worden waren. Aber bei mir war fast nichts. Ich war enttäuscht, Gott nicht stärker erlebt zu haben, wo ich es mir doch so sehr gewünscht hatte. Aber als ich in den darauffolgenden Tagen mehr darüber nachdachte, bemerkte ich, dass ich Gott zwar an den Orten nicht so stark gespürt und erlebt habe, dafür aber umso mehr in den Geschichten, Erzählungen, Beziehungen, Erlebnissen 18


und Gesprächen mit den anderen Männern. Jeder Einzelne hatte seine eigene Geschichte und eigene Probleme, aber auch Offenbarungen und Gaben von Gott erhalten, die er mit den anderen teilte. An einem Vormittag zum Beispiel haben Michael Stahl und Gerhard Wittig Sprachnachrichten von ihren Töchtern erhalten. Als sie sie vorspielten, merkte ich, wie viel Liebe, Wertschätzung und Anerkennung für ihre Väter in diesen Nachrichten lag, und ich durfte Gottes Liebe für mich und für jeden Einzelnen so stark spüren, wie schon lange nicht mehr. Ich begriff, dass Gott nicht an Orte gebunden oder auf sie beschränkt ist, sondern in mir lebt und überall und jederzeit zu mir spricht, und dass Gott sich jedem Menschen auf eine andere Art und Weise mitteilt. Er redet zu jedem so, wie er es verstehen kann. Zum einen spricht er in der Person eines Vaters, einer Mutter, eines Bruders oder eines guten Freundes. Den Nächsten berührt er durch Musik, Kunst oder die Schönheit der Natur. Wieder ein Anderer braucht die Stille oder einen besonderen Ort oder erlebt ihn durch sein geschriebenes Wort der Liebe. Jesus will Kontakt, Freundschaft, Beziehung mit jedem Einzelnen von uns haben und leben! Er spricht seine Liebe und Wertschätzung JEDEM zu! JEDERZEIT! Wir müssen nur lernen, darauf zu hören und zu reagieren, und das Geschenk der Liebe annehmen. Jonathan Weiblen

Im Toten Meer

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 GERD, die gute Seele Ich bin Gerd, gehöre zur Generation 50+ und habe vor einigen Jahren die Trainerausbildung bei Michael Stahl gemacht. Als junges Ehepaar haben meine Frau und ich einige Zeit in Israel verbracht. Vom Land und den biblischen Stätten fasziniert, war mir sofort klar: Auf diese besondere Reise muss ich einfach mit, auch wenn es diesmal ohne die beste Ehefrau von allen sein sollte. Dafür mit 52 anderen Männern, von denen ich nur Einige kannte. Von jung bis alt, von sportlich bis Couch-Potato war alles dabei. Von Anfang an passte die Stimmung. Was für eine Hammertruppe sind wir im Laufe dieser Woche geworden! Die Gemeinschaft wuchs jeden Tag. Wir waren viel und schnell unterwegs. „Yalla Yalla“, ein Begriff aus dem Arabischen, der so viel wie „schnell schnell“ bedeutet, wurde für uns zum geflügelten Wort. Trotzdem fand sich immer wieder Zeit, gute, ehrliche und tief gehende Gespräche zu führen. Einige waren gefühlt schon immer Christen, andere hatten mit dem Glauben an Jesus Christus nie oder nur sehr wenig tun. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die sich offen und ohne Vorbehalte begegnete. Eine absolute Ausnahme! Mann zeigte nicht nur seine Stärken, sondern gab auch offen zu, wo man verletzt und verwundet war. Vor anderen Männern, die man einige Tage zuvor noch nicht mal kannte, sein Herz zu öffnen, Gefühle zu zeigen, und/oder Fehler oder Schwäche einzugestehen, so etwas macht „Mann“ nicht, denn das bedeutet angreifbar, verletzlich zu sein. Aber genau dies geschah, und so konnte Gott Heilung und Vergebung schenken. Wenn wir unsere geballten Fäuste öffnen und leeren Hände hinhalten, kann ER sie füllen. Ich bin absolut 20


davon überzeugt, dass Gott selbst diesen wunderbaren Haufen von Chaoten zusammengestellt hat. Auch an mir ging diese Woche nicht spurlos vorüber. Was diese Tage mit mir gemacht haben, kann ich immer noch nicht wirklich in Worte fassen. Es ist etwas aufgebrochen, aber es braucht Zeit zum Reifen. Gottes Timing ist aber immer perfekt. Die Reise kam zur richtigen Zeit für mich, und so wird es auch mit der Ernte sein. Vertrauen auf den unsichtbaren und doch jederzeit spür- und greifbaren Vater – das hat mich diese Woche wieder neu gelehrt. Wir durften viele Höhepunkte erleben, Gottes Gegenwart im Garten Gethsemane spüren, Abendmahl am Gartengrab feiern. Viel gäbe es zu berichten, aber es ist nahezu unmöglich, alles zu erwähnen: Einblick in eine Spezialeinheit direkt am Gazastreifen, Ausflug in die Negev-Wüste, Totes Meer, Massada … Obwohl ich schon auf vielen Meeren dieser Welt mit dem Schiff unterwegs war, war die Fahrt auf dem See Genezareth

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Vor der Klagema

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im Lobpreisboot von Daniel Carmel etwas Besonderes. Der Wind, die Wellen, die Sonne und natürlich die Songs, von Daniel live gesungen. Gottes Gegenwart, sein Geist, war so nah und greifbar, nicht nur ich hatte Tränen in den Augen. Am Ende aber standen nicht die Sehenswürdigkeiten und Highlights im Vordergrund, sondern die BeSänger l gegnungen mit den Menschen in Danie Israel und denen innerhalb der Gruppe. Wie zum Beispiel die Taufe von elf Männern im Jordan, in der Gegend, in der auch Jesus getauft wurde. Wir erlebten eine Woche Gänsehaut pur. Gott schrieb Geschichte vor unseren Augen. Er schrieb in unsere Herzen, so wie nur er es kann. Wir nahmen uns in die Arme, lachten, weinten, tranken auch mal ein Glas Wein zusammen. Auch wenn ich noch nicht alles fassen kann, aber diese Woche hat mir persönlich echt gutgetan. Gerne wieder, dann aber mit der besten Ehefrau von allen, wie Ephraim Kishon sagen würde. Auch wenn die Reise dann eine andere sein wird. Gerd Burkhardt

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ALEXANDER, der „Große“ Hallo Freunde, ich heiße Alexander und war Europameister im Boxschwergewicht. Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich die aktuelle Nummer Eins in Deutschland. Ich komme aus einer gläubigen Familie. Von klein auf wurden wir im Glauben an Gott erzogen. Wir gingen regelmäßig in die Kirche und das gemeinsame Gebet war auch immer ein festes Ritual bei uns. Als ich vierzehn Jahre alt war, fing ich plötzlich an, gegen all das zu rebellieren. Ich wollte das einfach nicht mehr, den Glauben an Gott, das Gebet … Ich fand alles blöd und es gehörte nicht mehr in mein Leben. Erst als Probleme auftauchten, fing ich plötzlich wieder an zu beten. Meine Mutter hatte mir als Kind immer wieder gesagt, dass ich beten solle, wenn ich Probleme hätte. Und genau das machte ich dann. Einige Sätze der Eltern bleiben einfach fest im Herzen und man erinnert sich noch Jahre später daran – selbst an Worte, die man damals lächelnd abgewinkt hat! Der Glaube an Gott ist mittlerweile ein Teil meines Lebens geworden. Früher wirkte ich zwar nach außen wie ein Christ, war aber nur ein Scheinchrist. Ich habe mir und allen anderen etwas vorgemacht. Bis ich mich ganz bewusst dazu entschied, ein Leben mit Jesus zu führen. Es ist immer noch nicht alles einfacher geworden, aber so ist das Leben eben. Es ist nie einfach. Früher war mir der Glaube peinlich, doch heute schäme ich mich deswegen nicht mehr. Deshalb erzähle ich gerne und offen anderen Menschen davon. Besonders Jugendliche liegen mir am Herzen. Letztes Jahr bekam ich von meinem Freund Michael Stahl eine Einladung. Er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit nach Israel zu kommen. Natürlich hatte ich Lust! Gar keine 23


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