Don Atkin
Eine verzweifelte Welt in der Hand der Neuen Schรถpfung
GloryWorld-Medien
1. Auflage 2017 © 2010 Don Atkin; Originaltitel: „A Desperate World in the Hands of a New Creation“ © der deutschen Ausgabe: 2017 GloryWorld-Medien, Bruchsal, Germany Alle Rechte vorbehalten Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, für das Neue Testament der Neuen Genfer Übersetzung, 2009, entnommen, für das Alte Testament der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985 (ELB). Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. Übersetzung: rde Lektorat/Satz: Manfred Mayer Umschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.de Fotos: photocase Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN: 978-3-95578-330-3 Bestellnummer: 356330 Erhältlich beim Verlag: GloryWorld-Medien Beit-Sahour-Str. 4 D-46509 Xanten Tel.: 02801-9854003 Fax: 02801-9854004 info@gloryworld.de www.gloryworld.de oder in jeder Buchhandlung
STIMMEN ZUM BUCH
Um die Veränderungen wahrzunehmen, die sich Gott für sein Volk wünscht, müssen wir zurückschauen auf seine ursprüngliche Absicht für die Menschheit. In diesem Buch zeigt uns Don praktische Beobachtungen und Schritte auf, die nötig sind, damit wir für eine Not leidende Welt, die ihn dringend braucht, zu Repräsentanten Gottes werden. Don knüpft an sein Buch „Die Sehnsucht der Schöpfung“ an. Er führt uns hinein in eine Bereitschaft, alles zu sein, wofür wir erschaffen wurden, die zur Folge hat, dass wir den Generalplan des Vaters für die Schöpfung erfüllen. Betrachten Sie dieses Buch als ein praktisches Handbuch aus dem Wort Gottes und richten Sie sich ohne Wenn und Aber darauf aus, Gottes Bestimmung für Ihr Leben in die Tat umzusetzen. Dann werden Sie zur Ehre Gottes für immer ein Motor der Veränderung sein. Robert Ricciardelli Gründer von Converging Zone Network und Visionary Advancement Strategies Don Atkin umreißt mit seinem Buch auf sehr kompakte und leichtverständliche Weise eine solide Theologie und allgemeingültige Weisheit, wodurch sowohl erfahrene als auch neuentschiedene Christen ein Gesamtbild dessen erhalten, worum es im Christsein geht. Wenn Sie dieses Buch ganz durcharbeiten, werden Sie sehr viel mehr vom Denken Christi verstehen. Es ist eine Pflichtlektüre für alle. In der Auseinandersetzung, die heutzutage um die Wahrheit tobt, ist dieses Buch ein zuverlässiger Wegweiser zum richtigen Denken im Kampf. James P. Beck Mitglied des apostolischen Teams Master Builders Fellowship
INHALT
Zum Geleit ...................................................................................... 9 Vorwort: Wesen und Genius der Kirche ....................................... 11 Einführung .................................................................................... 13 1 Heul nicht wegen verschütteter Milch! .................................. 17 2 Die Gemeinde in ihrem Kontext begreifen ............................. 23 3 Gottes heiligem Vorsatz dienen .............................................. 33 4 Die Prostituierung von Pfingsten ............................................ 37 5 Flüchtige Blicke auf seine Herrlichkeit .................................. 43 6 Kanzel-Pathologie .................................................................. 49 7 Intuitive und kognitive Fähigkeiten ........................................ 55 8 So einfach ist es, ein Zeuge zu sein ........................................ 61 9 Für jedes Gesicht eine Familie ............................................... 65 10 In Grabtüchern geboren .......................................................... 71 11 Metamorphose und der Sinn Christi ....................................... 75 12 Das fleischgewordene Wort ................................................... 81 13 Lernen, von innen nach außen zu leben ................................. 85 14 Erhelle den Winkel, in dem du lebst ...................................... 89 15 Die neue Schöpfung dient der alten ........................................ 95
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16 Sterben, um zu leben – leben, um zu sterben .......................... 99 17 Die Nation der neuen Schöpfung .......................................... 107 18 Die von Gott erwählte Generation ........................................ 113 19 Begünstigte des Kreuzes ....................................................... 121 20 Ich bin, also tue ich ............................................................... 125 21 Kein Konkurrenzdenken ....................................................... 129 22 Den Schleier lüften ............................................................... 133 23 Weisheit beachtet den Zusammenhang ................................ 137 24 Ein Widerspruch in sich: christliche Menschengefälligkeit . 143 25 Das Schlusskapitel ................................................................ 147 Anhang: Sein Leib, die Fülle seiner selbst .................................. 153
ZUM GELEIT
Mit diesem Buch spricht Don Atkin scharfsichtig in den Zustand der Kirche/Gemeinde unserer Tage hinein. Aber anstatt diesen Zustand nur zu kritisieren, führt er uns die neue Schöpfung in Christus vor Augen. Eingebettet in den Mutterleib eines jungen hebräischen Mädchens, wurde das ewige Wort Mensch. Ja, als der letzte Adam wurde er zum Schlusspunkt der alten Schöpfung. In Christus wurde die Dominanz des Irdischen, die den ersten Adam charakterisierte, abgeschafft. Die durch eine selbstbestimmte Tat Adams verdorbene alte Schöpfung ist wie durch Feuer zerstört. Gottes Urteile, die am Kreuz vollzogen wurden, haben ein für alle Mal die Tyrannei des natürlichen Menschen beseitigt. Das ist aber noch nicht alles! Als zweiter Mensch in einem völlig neuen Leben auferstanden, initiiert Christus an Pfingsten die neue Schöpfung. Eine neue Welt nimmt ihren Anfang. In Christus, dem Prototyp eines Sohnes, wird die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott und auch die Schöpfung wiederhergestellt. Frei vom Gesetz der Sünde und des Todes und durch die Kraft des ewigen Lebens erweckt, ist die neue Menschheit nunmehr als Ganzes mit Christus vereint. Diese neue Gesellschaft, die sich von den auf eigenen Bemühungen beruhenden Systemen der Menschen abgekehrt hat, wird der Welt gemeinsam die Weisheit Gottes vor Augen führen. Ja, im Augenblick ihrer Enthüllung als Söhne Gottes wird die ganze Schöpfung von der Knechtschaft befreit werden. Überzeugend stellt Don Atkin dar, dass das Alte diese neue Schöpfung nicht zu erklären vermag. Sie ist eine heilige Nation, die mit natürlichen Kriterien, ob ethnisch, politisch, institutionell oder religiös, nicht beschrieben werden kann. Sie besteht ausschließlich im Herrn, welcher der Geist ist. Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben. 9
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Für die heutige, mit menschlichen Mitteln aufrechterhaltene Kirche hat das radikale Folgen. Lesen Sie weiter, so Sie es denn wagen, um durch Gottes neue Schöpfung befreit zu werden. David Orton lifemessenger.org; Melbourne, Australien
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VORWORT
WESEN UND GENIUS DER KIRCHE von T. Austin Sparks
Alles, was die neue Schöpfung ausmacht, ist in Christus bzw. liegt außerhalb des Menschen selbst. Es ist getrennt vom Menschen und wird auch immer so sein. Auch wenn Christus, die Summe der neuen Schöpfung, in uns sein mag, bleibt jene neue Schöpfung doch in Christus, und wir sind ausschließlich durch unsere Verbundenheit mit ihm in ihr. Er wird zur Fülle von allem, was in uns ist, aber die praktische Umsetzung dieser Fülle wird stets und allezeit rein und ausschließlich auf der Basis des Glaubens beruhen. Könnte man von der Sache jemals sagen, sie habe ihren Ursprung in uns, würde man den Glauben abtun. Trügen wir sie in uns selbst, wäre sie Teil unserer Natur, so wäre der Glaube entbehrlich. Dabei würde immer wieder nur unser Eigenes herauskommen. Das Problem, das uns überall auf dem Weg begegnen wird, sind wir selbst. Das Haupthindernis, der Hauptfeind unserer Fülle in Christus, von allem, was die neue Schöpfung ausmacht, sind auf die eine oder andere Art immer wir selbst. Entweder ist es unser Beschäftigtsein mit uns selbst – was nichts anderes ist als ein Versuch, etwas Gutes zu sein, selbst etwas zu sein, das Gott zufriedenstellen könnte – oder es ist unsere eigene Anstrengung im „geistlichen“ Dienst. Es ist dieses eigene, natürliche Leben, in welcher Ausprägung es auch immer auftaucht, das einen sauberen Schnitt zwischen uns und „alle Dinge Gottes“ macht; und wir müssen uns bewusst sein, dass wir selbst es verursachen, wenn wir zum Stillstand kommen, und auch selbst unsere Gefangenschaft kreieren. 11
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Wenn wir in uns selbst nach mehr Gutem suchen, wird das umsonst sein. In uns selbst werden wir nie etwas anderes als Verderben finden. Ist uns das wirklich klar? Die Menschen, die eine positive Meinung von sich selbst hegen, sollten sich das ein für alle Mal eingestehen, genauso wie diejenigen, die es schon erkannt haben, aber immer noch so sehr mit ihrem alten Menschen beschäftigt sind, als würde sich das lohnen. Tun Sie den alten Menschen dahin, wo der Herr Jesus ihn hingetan hat, ins Grab, und tanzen Sie weder um ihn herum, noch drehen Sie ihn um, als könnten Sie vielleicht doch noch etwas Gutes finden. Machen Sie Ihren Glauben am Sohn Gottes nietund nagelfest und lassen Sie sich selbst für immer in Ruhe. Nur so werden Sie ihre Befreiung finden.
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EINFÜHRUNG
Ich bin so dankbar, dass Sie dieses Buch zur Hand genommen und mit dem Lesen angefangen haben! In „Die Sehnsucht der Schöpfung“ habe ich die Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse eines ganzen Lebens einfließen lassen, und nun möchte ich den Kontext all dessen aufzeigen, wovon jenes Buch handelt. „Die Sehnsucht der Schöpfung“ ist die Botschaft meines Lebens. „Eine verzweifelte Welt in der Hand der neuen Schöpfung“ bringt einige wesentliche praktische Punkte zur Sprache, welche die Gemeinde Jesu beherzigen muss, damit wir die Salbung des Herrn in aller Gnade und Rechtschaffenheit tragen können. Der Heilige Geist ist gekommen, um das Leben Jesu Christi in Ihrem Fleisch real werden zu lassen. G. W. North Der Moment der Offenbarung der Söhne Gottes in Reaktion auf die Sehnsucht der Schöpfung liegt voll und ganz in den Händen unseres liebenden und langmütigen Gottes. Wir müssen keine Sorge haben, er könne es zulassen, dass wir der Schöpfung ein entstelltes Bild Christi vorführen. Unser Leben ist noch „verborgen mit dem Christus in Gott“, und wenn die Fülle der Zeit kommt, werden wir „mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit“ (Kol 3,3 f. ELB). In einem großen Haushalt gibt es nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch solche aus Holz oder Ton. Die einen sind für ehrenvolle Anlässe bestimmt, die anderen dienen weniger ehrenvollen Zwecken. Wenn sich jemand von Menschen fernhält, die einem Gefäß mit unreinem Inhalt gleichen, wird er ein Gefäß sein, das ehrenvollen Zwecken dient. Er steht Gott zur Verfügung und ist ihm, dem Hausherrn, nützlich, bereit, all das Gute zu tun, das dieser ihm aufträgt (2 Tim 2,20 f.). 13
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In der Heiligen Schrift stehen „Gold“ und „Silber“ für das göttliche Wesen, während „Holz“ und „Lehm“ die menschliche Natur repräsentieren (vgl. 1 Kor 3,12-17). Wir haben in Christus die Gnade empfangen, „Anteil an seiner göttlichen Natur zu bekommen“ (2 Pt 1,4). Aber das geschieht nicht automatisch. Die Forderung des Gesetzes ist erfüllt, und die Gnade ist uns gegeben, damit wir sie ausleben. Das geschieht im Glauben, durch die Kraft des Heiligen Geistes – und zwar Schritt für Schritt, wie wir geleitet werden. Während Christus „uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung“ (1 Kor 1,30 ELB), müssen auch wir für unseren Teil Verantwortung übernehmen. Das tun wir im Glauben, wenn unsere Lebensführung unserem Zeugnis entspricht. Lass dich nicht von den Leidenschaften fortreißen, die besonders junge Menschen in Gefahr bringen! Dein Ziel soll ein Leben sein, das von Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden erfüllt ist. Verfolge dieses Ziel zusammen mit allen, die den Herrn aufrichtig und mit reinem Gewissen anbeten. Mit törichten Spekulationen hingegen, die nur von Unverstand zeugen, gib dich nicht ab. Du weißt ja, dass sie zu nichts anderem führen als zu Streitigkeiten. Und wer ein Diener des Herrn sein will, darf nicht streiten, sondern soll zu allen freundlich sein. Er muss fähig sein, die Lehre des Evangeliums weiterzugeben, muss es gelassen ertragen können, wenn ihm Unrecht zugefügt wird, und soll denen, die sich gegen das Evangelium stellen, geduldig den rechten Weg zeigen (2 Tim 2, 22-25a). Diese einführende Erkenntnis ist grundlegend dafür, den wahren Kern des Folgenden erfassen zu können. Was in diesem Buch steht, ist reichlich herausfordernd. Der Unterschied zwischen Erschrecken und Erfassen hängt davon ab, inwieweit wir es erreichen, beim Lesen jeden Punkt im rechten Zusammenhang zu sehen. Ja, liebe Freunde, wir sind Gottes Kinder, wir sind es hier und heute. Und das ist erst der Anfang! Was darin alles eingeschlossen ist, ist uns vorläufig noch nicht enthüllt. Doch eines wissen wir: Wenn Jesus in seiner Herrlichkeit erscheint, werden wir ihm gleich sein; denn dann werden wir ihn so sehen, wie er wirklich ist. Wer 14
Einführung
diese Hoffnung hat – eine Hoffnung, die ganz auf Jesus ausgerichtet ist –, hält sich von jeder Sünde fern, um so rein zu sein wie er (1 Joh 3,2 f.). Ich gebe nicht vor, mit meinem Verstand die volle Bedeutung dieses Geheimnisses zu erfassen. Aber ich glaube es. Jesus ist rein. Jesus ist in uns. Reinheit in ihrer ganzen Vollkommenheit ist in uns. Weil er lebt, leben auch wir (vgl. Joh 14,19). Indem wir es lernen, uns seiner absoluten Herrschaft zu unterwerfen, sollen wir uns durch die Kraft seines Auferstehungslebens in uns reinigen. Wenn wir nun ein Thema nach dem anderen untersuchen, werden wir sehen, dass sie sowohl individuelle als auch gemeinschaftliche Auswirkungen haben. Die gemeinschaftlichen Herausforderungen sind uns vielleicht neu, aber die individuellen sind nicht weniger real. Ja, der Geist bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind (Röm 8,16). Er wird sich in uns verherrlichen (vgl. Röm 8,18), und die ganze Schöpfung wird sich freuen (vgl. Jes 55,12). Wir müssen den Prozess erfassen, der sich darin erfüllt, dass die Schöpfung zu Recht und in Gerechtigkeit in reinen, geheiligten Händen ruht, eingetaucht in den lebensspendenden Strom von Golgatha: Hände, die durch gereinigte, hingegebene Herzen würdig gemacht sind. Greg Austin
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KAPITEL 1
Heul nicht wegen verschütteter Milch!
Mein Großvater besaß zwei Kühe. Für einen kleinen Jungen war es eine spannende Erfahrung, melken zu lernen. Ich weiß, wie es ist, wenn einem ein Kuhschwanz ins Gesicht knallt oder die Kuh den Melkeimer umstößt, kaum dass man mit dem Melken fertig ist. Der Schwanz im Gesicht ärgerte mich, die verschüttete Milch ärgerte meinen Großvater! Vielleicht rührt daher das (amerikanische) Sprichwort: „Heul nicht wegen verschütteter Milch!“ Diese Milchmetapher gibt uns ein paar interessante Lektionen auf. Lässt man Milch eine Zeitlang stehen, setzt sich oben der Rahm ab.1 Man kann den Rahm von der Milch abschöpfen und Butter daraus machen. Die Kurbel am Butterfass zu drehen, bis aus dem Rahm Butter geworden war, stellte für mich als kleinen Jungen eine echte Herausforderung dar. Ich weiß noch, wie meine Großmutter mich liebevoll anleitete und mir Mut zusprach, bis der Erfolg zu sehen war – die Butter. Was übrigblieb, nachdem das Butterfett abgeschöpft war, war entrahmte Milch. Wenn wir das Butterfett nicht abschöpften, verarbeiteten wir die Milch zusammen mit dem Rahm so, dass beide sich mischten und man sie nie wieder voneinander scheiden konnte. Bei dieser Durchmischung wurden die Fettpartikel so lange zerrieben und emulgiert, dass der Rahm sich nicht mehr absetzte. Endprodukt dieses Prozesses ist homogenisierte Vollmilch. Wir können entrahmte, fettarme oder Vollmilch kaufen. Wir können auch Schlagsahne oder Kaffeesahne erstehen, die halb aus Milch, 1
Paulus ließ manchmal Städte hinter sich zurück, in denen es Gruppen von Menschen gab, die noch am Anfang ihres Glaubens standen, und kam zwei Jahre später wieder, um in diesen Gruppen Älteste einzusetzen. Ich frage mich, ob wir heute nicht durch die Tendenz, alles bis ins Detail regeln zu wollen, das pulsierende geistliche Leben aus den Heiligen herauspressen.
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halb aus Sahne besteht. Fast alle Milch, die heute auf den Markt kommt, ist homogenisiert. Im Duden findet man unter dem Stichwort „homogen“: 1. „gleichartig” 2. „gleichmäßig zusammengesetzt“2 In der westlichen Kultur und dem, was man als westliche Christenheit kennt, hat sich eine derartige Homogenisierung vollzogen, dass Weltanschauung und Werte der meisten Kirchenmitglieder sich zumeist nicht von den Einstellungen derer unterscheiden, die der westlichen Lebensart nachjagen. Mag sein, dass wir einmal andere Werte festgelegt haben, aber was wir wirklich ausleben unterscheidet sich im Grunde nicht von dem, was die Leute unserer Zeit um uns herum leben. Unter denen, die sich als Christen bezeichnen, gibt es meist so gut wie keinerlei Reich-Gottes-Kultur und -Vision. Sobald Milch einmal homogenisiert ist, kann man Milch und Rahm nicht mehr auseinanderhalten. Beide sind voll und ganz emulgiert. „Emulgieren“ bedeutet: 1. aufschwemmen; einen Stoff ~ in einem anderen fein verteilen 2. zu einer Emulsion verbinden.3 Diese Milchmetapher versagt in mindestens zweifacher Weise: 1. Es ist unmöglich, das Leben Christi mit Weltlichkeit zu emulgieren. Wenn es drauf ankommt, werden wir das eine lieben und das andere verabscheuen. 2. Gott kann die Seinen „deemulgieren“, heiligen (vgl. Joh 17,1519), wie sehr wir uns auch immer mit der Welt verstrickt haben mögen. Aber er übergeht dabei unseren Willen nicht – wollen müssen wir es selbst (Joel 2,32). Es sind für gewöhnlich diejenigen, die alles mitnehmen möchten, was die westliche Lebensart verspricht, und dennoch „in den Himmel kommen“ wollen, wenn sie sterben, die unwissentlich paradoxen Versuchen Vorschub leisten, die Kultur der Welt mit der des Reiches 2 3
(c) Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 26. Aufl. Berlin 2013. wissen.de
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Heul nicht wegen verschütteter Milch!
Gottes zu vermischen. Vielleicht tun sie das einfach nur, weil sie nichts anderes kennen. Das Christentum ist nicht als Subkultur innerhalb einer Kultur angelegt. Die Christen sollen eine Gegenkultur zur vorherrschenden Kultur bilden, indem sie durch die Kraft des Heiligen Geistes die „höheren“ Gedanken und Wege Gottes zur Anwendung bringen (vgl. Apg 1,8; Jes 55,8 f.). Die Hauptstrategie dazu muss die Inkarnation Christi in uns sein, „Christus in euch, die Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit“ (Kol 1,27b). Die erste Offenbarung, mit der es jeder zu tun bekommen sollte, ist die Liebe. Jesus sagte den Israeliten, das Königreich werde von ihnen genommen „und einem Volk gegeben werden, das die rechten Früchte hervorbringt“ (Mt 21,43). Die Frucht des Reiches Gottes stellt die Echtheit des „von Gott erwählten Volkes“ unter Beweis, „einer königlichen Priesterschaft, einer heiligen Nation, eines Volkes, das ihm allein gehört“ (1 Pt 2,9; vgl. Offb 5,9 f.) und für das Christus starb – eben des Volkes, in dem er wiederkehrte, um in ihm zu bleiben und zu wohnen (1 Joh 2,27). Die Frucht des Lebens Christi während seines ersten Aufenthaltes auf der Erde bewies, dass Gott, der Vater, in ihm war (Joh 14,10 f.). In seinem gegenwärtigen irdischen Leib erwartet er nicht weniger Frucht, ja, er erwartet sogar mehr Frucht: „Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun“ (Joh 14,12). „Folgende Zeichen werden die begleiten, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen sprechen; wenn sie Schlangen anfassen oder ein tödliches Gift trinken, wird ihnen das nicht schaden; Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden“ (Mk 16,17 f.). Noch grundlegender als diese übernatürlichen Zeichen und Wunder ist der anhaltende Lebensstil der Gläubigen. Wir sollen nicht nur seine Kraft zum Ausdruck bringen, sondern – zuerst und hauptsächlich – seine Gegenwart und Herrlichkeit in uns. Die übernatürlichen Manifestationen können imitiert werden. Das innere Leben Christi (vgl. Kol 1,27) jedoch zeigt, dass wir echt sind. Die herrliche Gegenwart des Bräutigams bezeugt die Authentizität einer neuen Schöpfung.
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Erst wenn wir der Sünde und uns selbst absterben, können wir in Christus leben. Es ist nicht möglich, Jesus unserem Leben bloß hinzuzufügen oder es ihm, als dem Überbringer einer überlegenen Philosophie, gleichtun zu wollen: Solange wir nicht der Sünde und uns selbst abgestorben sind, können wir nicht verwandelt werden, und erst wenn wir verwandelt sind, können wir leben. Die Annahme biblischer Prinzipien, die Hinzufügung gottgemäßer Wesenszüge zu unserem Leben oder die Übereinstimmung mit einem Gefüge religiös akzeptabler Lebensregeln wird sich letztlich als vergebliche Liebesmüh’ und enttäuschende Übung erweisen: Solange ein Mensch nicht umgewandelt ist, durch den innewohnenden Christus von innen her verändert, ist er bloß ein Schauspieler und ein dürftiger obendrein. Greg Austin Die Frucht … die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Gegen solches Verhalten hat kein Gesetz etwas einzuwenden. Nun, wer zu Jesus Christus gehört, hat seine eigene Natur mit ihren Leidenschaften und Begierden gekreuzigt (Gal 5,22 ff.). Wenn wir gemeinsam nach praktischen Erkenntnissen und Anwendungen suchen, müssen wir das in einem Geist der Liebe und Demut tun. Wir sollten sehr darauf achten, wo wir hintreten, wenn wir uns anschicken, einander Zutritt zu unseren Herzen zu gewähren. Unterlassen wir es jedoch, einander unsere Herzen zu öffnen, so werden wir den Dingen, um die es geht, nie auf den Grund kommen. Wäre ich vor einigen Jahren in diese Debatte geraten, hätte ich mich womöglich ziemlich unsicher und defensiv verhalten. Ich bete darum, dass sich auf diesen Seiten absolut kein kritischer oder richtender Geist finde. Erst wenn wir in der Einheit zusammentreten, „die Gottes Geist … geschenkt hat“, in dem Frieden, der uns verbindet (Eph 4,3), als gleichgestellte Unterhirten, wird Gottes Reich in unseren Städten und Regionen voll erblühen. Sind wir die Generation auf Erden, welche
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Heul nicht wegen verschütteter Milch!
die Verantwortung auf sich nimmt, in der Gegenwart Christi vernünftig miteinander zu rechten? (vgl. Jes 1,18). In Sprüche 31,10-39 finden wir ein wunderbares Bild über Christus und seine Braut. Lassen wir einen Vers davon zu uns reden und dabei die überführende Kraft des Heiligen Geistes auf uns wirken! Diese Aussage gehört zu den innersten Schlüsselwahrheiten, die ich in meinem Herzen trage. Ihr Mann wird von allen geachtet, sein Wort zählt im Rat der Gemeinde (Spr 31,23 NEÜ). Es bringt nichts, wegen verschütteter Milch zu heulen. Im Blick auf die Vergangenheit können wir nichts tun, außer umzukehren. Ziehen wir einen Strich unter den Nebel der Vergangenheit und machen uns klar, dass wir am Beginn einer neuen Epoche stehen. Dank der langmütigen Gnade Gottes können wir in Neuheit des Lebens vorwärtsgehen und als vertrauensvoll Gehorchende neue Entdeckungen machen. Wir dürfen uns mit Begeisterung auf Jesus einlassen, während er den Thron unserer eigenen Herzen einnimmt. Wir dürfen in seinem Geist miteinander eins werden und ihm so erlauben, uns darauf vorzubereiten, dass wir die „Sehnsucht der Schöpfung“ beantworten. Dieser Not kann nur eine neue Schöpfung begegnen.
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