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Frank Krause und Klaus Herrmann

Du sollst leben! Ein aktueller Bericht Ăźber eine ganzheitliche Heilung

Band 1 der Reihe: Wie Menschen heute Gott erleben

GloryWorld-Medien


1. Auflage 2017 © 2017 Klaus Herrmann und Frank Krause © 2017 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany Alle Rechte vorbehalten Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen. Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst. Lektorat/Satz: Manfred Mayer Umschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.de Foto: fotolia Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN: 978-3-95578-325-9 Bestellnummer: 356325 Erhältlich beim Verlag: GloryWorld-Medien Beit-Sahour-Str. 4 D-46509 Xanten Tel.: 02801-9854003 Fax: 02801-9854004 info@gloryworld.de www.gloryworld.de oder in jeder Buchhandlung


INHALT

Vorwort ................................................................................ 7 1 Berufungen ................................................................... 9 2 Der Dienst beginnt ...................................................... 23 3 Das dunkle Tal ............................................................ 29 4 Wo das Wort Gottes wohnt .......................................... 35 5 Loslassen und frei sein ................................................ 41 6 Das Wunder beginnt .................................................... 49 7 Das Wunder entfaltet sich ........................................... 55 8 Das Wunder vollendet sich .......................................... 65 9 Das himmlische Gericht .............................................. 69 10 Der Dienst der Liebe ................................................... 77 11 In der Besenkammer ................................................... 85 Nachwort ........................................................................... 89


VORWORT

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen. Titus 2,11

Dies ist eine Geschichte, die das Leben geschrieben hat. Ganz aktuell. Aber nicht so, wie man diese Worte im Allgemeinen versteht. Es ist eine sowohl göttliche als auch menschliche Geschichte, die uns etwas darüber zeigt, wie Gott heute heilt. Die Betonung dieses Buches liegt auf dem „Wie“ und lässt uns tief in die Geschichte von Tragödie und Triumph blicken, die mit der „Heilung des Unheilbaren“ einhergeht, denn eine wirkliche Heilung kuriert nicht nur Symptome, sondern geht dem Problem an die Wurzeln und heilt ganzheitlich: Körper, Seele und Geist. Alles gehört zusammen und ist miteinander verbunden, und so wird auch alles gemeinsam behandelt. Viele Christen meinen, Gott könne doch „ganz einfach“ heilen, wenn er nur wollte. Sie sehen in der Wiederherstellung der Gesundheit ein punktuelles Geschehen und keinen Prozess, der das ganze Leben umkrempelt und immer fortschreitet. Wir glauben, Gott wollte tatsächlich schon viele heilen und vieles wiederherstellen, aber nur wenige haben sich darauf eingelassen und sind den Weg der Heilung gegangen! Es stimmt: In der Bibel lesen sich die wunderbaren Heilungsgeschichten schnell und werden meist in nur wenigen Versen dargestellt. Welche Geschichten und Schicksale wirklich dahinterstecken, das kann uns nur der Heilige Geist offenbaren, der all die Worte der Heiligen Schrift für uns belebt und aktualisiert. 7


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Eines Tages rief Klaus Herrmann bei mir an. Er hatte mein Buch „Die Armee“1 gelesen und war davon so berührt, dass er den Kontakt mit mir suchte. Seit langem habe er auf ein Buch wie dieses gewartet, meinte er. Kurze Zeit später sprach ich auf einer in der Nähe stattfindenden Veranstaltung und es bot sich an, dies mit einem Besuch bei Klaus und Elfriede Herrmann zu verbinden. Die Gemeinschaft mit den beiden war überaus herzlich und wir spürten, dass daraus mehr werden wollte! Und so kam es, dass der Besuch erwidert wurde und die Herrmanns ihr außergewöhnliches Zeugnis in unserem Gebetskreis erzählten. Da die beiden bewährte Seelsorger sind, fanden wir uns bald im gemeinsamen Dienst wieder. Auf wie vielen Tagungen haben wir nun schon erlebt, wie die Kombination aus Vortrag, Zeugnis und Seelsorge jede Veranstaltung unglaublich bereichert! Der Bedarf an Seelsorge ist, ganz egal wo wir hinkommen, ausgesprochen groß. In diesem Buch erzähle ich anhand von Berichten, E-Mails und persönlichen Gesprächen mit Klaus und Elfriede die Geschichte der Heilung einer unheilbaren Krebserkrankung in fortgeschrittenem Stadium, die eine große Ermutigung für alle sein möge, die durch das „tiefe Tal“ und die „dunkle Nacht“ gehen, um Hoffnung zu schöpfen, denn „die Hoffnung ist es, die uns nicht zuschanden werden lässt“ (Römer 5,5). Dieser Bericht verzichtet auf allzu detaillierte Orts- und Zeitangaben. Ich greife eine ganze Reihe von Umständen und Entwicklungen auf, angefangen mit Notizen zur persönlichen Historie sowohl von Klaus als auch von Elfriede. Es zeigt sich, dass hier neben dem Wunder der Heilung noch viele interessante „Nebengeschichten“ voller bemerkenswerter Befreiungen und göttlicher Interventionen zu finden sind, die uns insbesondere auch etwas von einer geistlich starken Ehebeziehung zeigen, die ihren Weg durch Höhen und Tiefen geht. Frank Krause 1

Frank Krause, Die Armee – Impulse zur aktuellen geistlichen Revolution, GloryWorld-Medien 2012.

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KAPITEL 1

Berufungen

Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid … Epheser 4,1

Wer sich die Geschichte der Bekehrung von Klaus anhört, wird aus dem Staunen darüber nicht herauskommen, wie Gott eine „finstere Seele“, die heftig an dunkle Mächte gebunden war, auf seine ganz eigene und abenteuerliche Art und Weise befreit hat. Immer wieder schien die Situation völlig verfahren und einfach nur irrsinnig und jedenfalls ausweglos zu sein, aber Gott ist ein guter Steuermann, der auch durch Wind und Wellen zum Ziel kommt. Die Evangelien berichten uns, wie Jesus im Sturm über das Wasser ging und Petrus aufforderte, es ihm gleich zu tun. Auf das Wort Jesu hin wagte er es – und es funktionierte! So wurde auch Klaus durch eine Menge unwägbarer Lebenssituationen mit ihrem heftigen Auf und Ab „hindurchgelotst“ und dadurch trainiert, auf die Stimme Jesu zu hören. Sie ist in vielen Unwettern der einzige Halt, den es gibt. Es ist eine immer wieder festzustellende Erfahrung, dass der Augenblick der Bekehrung und die Situation, in der sie sich ereignet, einen prägenden Moment für das ganze weitere Leben darstellen. Es ist, als würde die „Saat des Anfangs“ sich 9


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immer weiter entfalten, bis sich die Geschichte in das Leben anderer hinein auswirkt und dort wieder den gleichen Effekt erzielt. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von „Frucht“, die durch den Prozess des Wachstums und der Entfaltung schließlich den ursprünglichen Samen vervielfältigt und weitergibt. So ist es also nicht verwunderlich, dass Klaus von Anfang an in Beziehung zu Themen wie „Seelsorge“ und „Befreiung“ stand. Lassen wir ihn seine Geschichte selbst erzählen: Geboren wurde ich im April 1949 in Augsburg, und Weihnachten 1970 habe ich mich zu Jesus Christus bekehrt. Aber beginnen wir mit einer Offenbarung Gottes aus dem Jahre 2002. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits 32 Jahre lang gläubig, als Gott ein Geheimnis lüftete, das in meinem Leben bisher verborgen war und das für mein geistliches Wachstum ein Hindernis darstellte, um mit Gott in eine intimere Beziehung zu kommen. Durch einen prophetischen Dienst in einem christlichen Werk offenbarte Gott, dass meine Vorfahren Satanisten gewesen waren und einer Satanskirche angehört hatten. Jeder männliche Nachkomme in dieser Familienlinie wurde verflucht und sollte von Geburt an ein Eigentum Satans sein. Diese Tatsache war mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt gewesen. Weder ich noch meine Familie hatten von diesen Ereignissen eine Ahnung. Infolge dieser Geschichte war die ganze Familie vorbelastet und lebte das, was alles mit zum Satanismus gehört, durch einen entsprechenden Lebenswandel aus: Sünden – wie Hurerei, Ehebruch, Zügellosigkeit, Götzendienst und Okkultismus – waren an der Tagesordnung. Wenn ich nur an meinen Vater denke, dann ist das ein Beispiel dafür: Viermal war er verheiratet. Mit meiner Mutter lebte er in Bigamie, denn zu dem Zeitpunkt, als er mit ihr verheiratet war, war er gleichzeitig noch mit einer anderen Frau verheiratet! Als das herauskam, musste er dafür ins Gefängnis gehen, und die Ehe mit meiner Mutter wurde für ungültig erklärt, während ich aber 10


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als ein ehelich geborenes Kind galt. Zu dem Zeitpunkt, als meine Mutter mit mir schwanger war, war auch gleichzeitig eine andere Frau von ihm schwanger, weshalb er meine Mutter verließ und die andere heiratete. Zwei Frauen waren von ihm also gleichzeitig schwanger. Aus all diesen „Ehen“ gibt es neun Halbgeschwister, wobei niemand weiß, wie viele es sonst noch gibt, da er auch einige Zeit in Südamerika geschäftlich unterwegs war. So wuchs ich ohne Vater allein bei meiner Mutter auf. Der Vater kümmerte sich in keiner Weise um mich. Ich hatte noch eine Halbschwester, mit der ich aufwuchs, die aber einen anderen Vater hatte. Als ich später meine Mutter nach meinem Vater fragte, bekam ich zur Antwort, er sei gestorben. Mit 15 Jahren begann ich eine Lehre als Großhandelskaufmann. Nach meiner Konfirmation war für mich auch die „Sache mit Gott“ abgeschlossen und ich begann, mich ganz auf die Welt und ihre Vergnügungen zu konzentrieren. Mit der Pubertät kam dann langsam das Familienerbe mit seinen sexuellen Zügellosigkeiten zum Vorschein. Ich begann, in den Fußstapfen meiner Vorfahren und ihren Sünden zu laufen. Es war ein gut ausgetretener Weg, der für mich leicht und einfach zu gehen war. Mit 18 Jahren befand ich mich in einer anhaltenden Abwärtsspirale. Mein Freundeskreis, eine Clique, bestand aus Alkoholikern und vorbestraften Kriminellen. Später dann, als ich mich in eine verheirate Frau verliebte, wollte ich diese heiraten und ihrem Mann ausspannen. Ohne Wissen ihres Mannes begann sie mit mir eine sexuelle Beziehung. Sie hatte aber nicht nur mit mir allein eine Beziehung, sondern auch noch mit andern Männern. Ich lief also in den Spuren meiner Vorfahren und tat das Gleiche, was mein Vater tat. Ja, wo war denn Gott in alledem? Gab es überhaupt einen Gott? Und wenn ja, interessierte es ihn, was aus mir wurde? Als ich Gott später einmal danach fragte, erklärte er mir seine Absichten mit mir und meiner Familie folgendermaßen: „Ich sah mir deine Familie an, wie sie mich über all 11


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die Jahrhunderte zum Zorn reizte mit ihren Sünden der Hurerei, des Ehebruchs, der Abgötterei, des Satanismus, mit all dem Okkulten und all ihren anderen Sünden. Ich überlegte mir, was ich mit dieser Familie machen sollte. Und dann sah ich dich! Und mit dir wollte ich in dieser Familie etwas Neues beginnen. Und so nahm ich mir vor, dich mit mir zu konfrontieren. Und ich sah mir die Gemeinden in Deutschland alle an, wohin ich dich führen könnte. Und so entschloss ich mich, dich in eine Gemeinde in Oberbayern zu führen, um dich dort mit mir zu konfrontieren.“ Zu dieser Zeit gesellte sich zu unserer Clique ein junges Ehepaar, das aber eher am Rande stand. Die Eltern der Frau waren ein Predigerehepaar aus jener Gemeinde in Oberbayern. Die Tochter selbst war jedoch nicht gläubig. Eines Abends war ich voller Enttäuschung darüber, dass aus einer geplanten Sauftour nichts wurde. Da sagte die junge Frau zu mir, ich könne doch ersatzweise mit ihnen mit zu ihren Eltern fahren. Dort könne ich auch übernachten, kein Problem. Die Gegend sei wunderschön. Der Ort liege in den Bergen und wir könnten gemeinsame Spaziergänge unternehmen. Allerdings warnte sie mich vor: „Klaus, ich muss dir noch eines sagen: Meine Eltern sind gläubig, und die beten.“ Meine Antwort war kurz und einfach: „Das ist mir doch wurscht!“ Mit „gläubig“ und „beten“ konnte ich gar nichts anfangen. So wurde aus einer Sauftour also eine Fahrt zu gläubigen Christen … Gottes Plan begann sich zu erfüllen, und ich hatte keine Ahnung davon, auch nicht von der Konfrontation mit Gott, die auf mich wartete. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich mit Christen und Christus konfrontiert. Dieses Predigerehepaar entwickelte eine wahre und echte Liebe zu mir. Es war nichts Gemachtes oder Geheucheltes. Zum ersten Mal im Leben spürte ich Annahme und Liebe. Das drang tief in mich ein. Wir genossen die schöne Berglandschaft und die Natur mit Spaziergängen, aber ich hörte mir auch alles an, was diese Leute mir von Jesus und ihrem Glauben erzählten. Nach dem Wochenende 12


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fuhren wir wieder zurück. Durch dieses Erleben von Annahme und Liebe baute sich in mir eine Sehnsucht nach mehr davon auf. In dieser Zeit war ich ein gehetzter und rastloser Mensch. Ich lebte zwar mein bisheriges Leben weiter wie gehabt, aber die Sehnsucht nach dieser Liebe, die ich bei jenen gläubigen Eltern meiner Bekannten gespürt hatte, blieb. So fuhr ich eines Tages erneut zu diesem Predigerehepaar. Ich erinnere mich heute noch ganz genau daran. Sie setzten mich zuerst in einen Anbau ihrer Wohnung, während sie etwas in der Küche vorbereiteten. Im Hintergrund lief ein Tonband mit christlicher Musik. Ich saß da und hörte mir die Lieder an. Es waren so liebliche Lieder und der Geist Gottes begann, an mir zu arbeiten. Plötzlich fing ich aus unerklärlichen Gründen zu weinen an. Ich weinte und weinte und konnte gar nicht mehr damit aufhören! Schon viele Jahre hatte ich nicht geweint und wusste gar nicht mehr, was es heißt, zu weinen. Die Tränen rannen mir nur so herunter. Dann, nach vielleicht einer halben Stunde ununterbrochenem Weinens, holte mich der Prediger rüber in die Küche. Dann geschah etwas Eigenartiges. Wie ich von dem Prediger hinterher erfahren habe, sah dieser, dass das Weiß aus meinen Augen verschwand und diese kohlrabenschwarz wurden. Er erkannte sofort, dass ein Dämon ihn ansah. Ich saß da und hörte ihn fragen: „Wie ist dein Name?“ Es war eigenartig – als würde ich neben mir sitzen und als würde etwas in meinem Brustkorb nach oben steigen. Dieses Etwas benutzte meine Zunge, und ein tiefer dunkler Ton drang aus mir heraus und sagte einen Namen. Der Prediger fing an, diesen Geist bei seinem Namen zu nennen, ihn zu binden und auszutreiben. Nach einiger Zeit und etlichem Widerstreben fuhr er tatsächlich aus. Ich spürte eine Erleichterung und kam dann langsam zu mir. Das war der erste Befreiungsdienst, den ich an mir selber erlebte. Ich wurde hinterher über diesen Vorgang von der biblischen Seite her aufgeklärt. Nach diesem Wochenende wurde 13


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mein Leben immer turbulenter und unruhiger. Die Dämonen fingen an, sich mehr und mehr zu regen. Diese Vorgänge wiederholten sich mehrmals. Die letzte Befreiung sollte dann allerdings nicht in der Wohnung des Predigerehepaares, sondern im Gottesdienst der Gemeinde stattfinden. Ich sehe mich noch heute da vorne am Rednerpult stehen, die Ältesten der Gemeinde vor, hinter und neben mir. Ich schrie und tobte, und sie hatten alle Mühe, mit mir fertig zu werden. Viele Geschwister lagen der Länge nach auf dem Boden und schrien zu Gott um Befreiung. Andere knieten vor ihren Stühlen und riefen ebenfalls zu Gott. Die ganze Gemeinde war aus dem Häuschen. Endlich war der Sieg Jesu gewonnen und ich war frei. Anschließend sagte die Predigerfrau zu mir, und ich höre heute noch die Worte der Bibel, welche sie zitierte: „Nun ist das Haus leer und geschmückt. Die Dämonen durchziehen dürre Steppen und kommen wieder zurück. Wenn das Haus leer ist, kommen sie wieder und holen sieben andere, die schlimmer sind als sie und gehen wieder in das Haus zurück, und mit dem Menschen wird es hinterher ärger sein als vorher.“ Dies war eine Warnung für mich. Die Tragweite all dieser kuriosen Erlebnisse begriff ich damals nicht. Heute weiß ich, dass sie mich nicht so hätten gehen lassen dürfen. Sie hätten Wert darauf legen müssen, dass ich mein Leben Jesu übergebe. Ich selbst würde heute, aufgrund meiner Erfahrungen, keinen Befreiungsdienst an Menschen durchführen, die sich nicht klar zu Jesus bekehrt haben. Die Besitzverhältnisse müssen geklärt sein. Solange nicht Jesus der Herr im Leben eines Menschen ist, wird der Feind immer versuchen, zurückzukehren. Nun, sie ließen mich also mit einem „leeren Haus“ zurück nach Hause fahren. Ein äußerst gefährlicher Zustand. Nach diesem Erlebnis trieb ich es immer bunter. Das ging so weit, dass ich aus Zorn von zu Hause auszog. Auf der Arbeit konnte ich mich nicht konzentrieren und mir wurde schließlich gekündigt. Das Auto ging kaputt und ich hatte kein Geld 14


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mehr zum Reparieren. Das Sparbuch war geplündert und das Konto leergefegt. Zum Schluss hatte ich nichts mehr, außer der Kleidung, die ich trug. In dieser Situation wurde ich von Selbstmordgedanken geplagt. Ich hatte doch alles ausprobiert im Leben und nichts konnte mir etwas geben und mich befriedigen. Aber da waren doch diese Christen, die so voller Leben und Liebe waren. Die waren glücklich – und ich? In dieser Situation sagte ich mir: „Mein Leben hat keinen Sinn und keinen Wert mehr. Ich habe alles ausprobiert und nichts hat geholfen. Ich werde mich umbringen. Bevor ich das tue, will ich noch ein letztes Mal zu diesen Christen fahren. Wenn das wirklich stimmt, was sie mir erzählt haben, dass man mit dem Heiligen Geist getauft werden kann und dann in neuen Sprachen spricht, wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann muss auch ich das ganz real erleben können. Und wenn nicht, dann haben die alle gelogen und das Ganze mit Gott ist nicht wahr und dann mach ich Schluss.“ Mit mir und der Tochter des Predigers mit ihrem Ehemann fuhren noch zwei andere aus der Clique mit. Der eine ein Alkoholiker und der andere ein Vorbestrafter. Als wir alle in der Küche versammelt waren, bat uns das Predigerehepaar, zu einem gemeinsamen Gebet auf die Knie zu gehen. Aus Anstand machten wir das mit. Ich kniete vor der Couch und hatte meinen Kopf in den Händen. Und dann kam eine lange prophetische Botschaft von der Predigerehefrau, inspiriert durch den Heiligen Geist. In dieser Botschaft, und das habe ich mir bis heute gemerkt, kam ein Wort aus dem Alten Testament vor, welches sagt: „Öffne deinen Mund, dass ich ihn füllen möge“ (Psalm 81, 11). Dieses Wort drang so tief in mein Herz ein, dass es mich nicht mehr losließ. Aufgrund dieses Wortes entstand in mir ein Kampf. Auf der einen Seite sagte mir Gott, ich solle meinen Mund auftun und zu ihm beten, auf der anderen Seite hatte ich Angst davor, was die anderen, die mit mir mitgekommen waren, von mir denken würden. „Wenn ich jetzt anfange zu 15


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beten, dann denken die doch, jetzt ist der Klaus verrückt geworden, jetzt fängt er an zu spinnen!“ So sah ich mich immer wieder unsicher um, was die anderen wohl machten. Aber das Wort ließ mich einfach nicht los. Immer wieder hörte ich die Stimme: „Öffne deinen Mund. Öffne deine Mund!“ Ich war hin und her gerissen. Plötzlich stand es ganz klar vor meinen inneren Augen, und ich wusste von einer Sekunde zur anderen mit völliger Sicherheit, dass alle die bösen Geister, die ausgetrieben worden waren, tatsächlich zurückkehren würden. Ich wusste, dass das Ende dieser Sache bestimmt die Irrenanstalt wäre, in welcher ich den Rest meines Lebens verbringen würde. Und noch etwas anderes war mir ganz klar: Dies ist jetzt meine letzte Chance. Wenn ich jetzt meinen Mund nicht öffnete, dann wäre sie vertan. Der Geist des Herrn machte es mir in diesem Moment ganz klar: Dies ist heute das letzte Reden Gottes zu mir. In mir tobte ein fürchterlicher Kampf! Schließlich rang ich mich durch und öffnete zaghaft meinen Mund und fing leise an zu beten. Ich kam vielleicht bis zum dritten Wort, als etwas mit mir geschah. Obwohl ich auf den Knien war, wurde ich plötzlich hochgerissen und dann wieder nach unten geworfen. Dann nach rechts und nach links, dann nach hinten, nach vorne und wieder hoch in die Luft und zurück auf die Couch. Das wiederholte sich; ich hatte meinen Körper nicht mehr im Griff. Als ich merkte, was da mit mir vorging, schrie ich zu Jesus, nein, ich brüllte zu Jesus wie ein Ochse am Spieß! In diesem Moment war mir alles egal. Meine Freunde hatten sowieso schon fluchtartig das Zimmer verlassen. Ich hörte nicht auf, nach Jesus zu brüllen, und zwar so lange, bis der Durchbruch kam und ich in neuen Sprachen redete. Als ich an jenem Tag von diesem „Gebet“ aufstand, war ich ein neuer Mensch. Es war eine Drehung um 180 Grad geschehen. Mein Leben veränderte sich schlagartig in eine andere Richtung. Ja, Gott wollte mich mit sich selbst konfrontieren 16


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und er tat es mit Erfolg. Nun wusste ich, dass die Bibel die reine Wahrheit ist, denn ich hatte es persönlich erlebt. Jetzt war ich erlöst, errettet, ein Kind Gottes und glücklich. Worüber ich aber nichts wusste, war meine Herkunft, die Geschichte meine Vorväter und die Sache mit dem Satanismus. An dieser Stelle wäre es gut gewesen, wenn die Christen dort in der Gemeinde, die mir so sehr geholfen hatte, den Herrn danach gefragt hätten, warum das alles so bei mir gewesen ist und woher die Dämonisierung bei mir kam. Einfach ausgedrückt: Was ist die Ursache bei Klaus, dass er dermaßen gebunden ist? Darauf kam aber niemand, auch ich selber nicht, und so blieb die Ursache weiter verborgen und ich sollte noch viele Jahre warten müssen, bis Gottes Zeitpunkt kam, das Verborgene ans Licht zu bringen. An diesem Punkt werden in den Gemeinden und in der Seelsorge die meisten Fehler gemacht. Man lehrt im Allgemeinen, dass mit der Bekehrung alles erledigt sei. Man ist Christ geworden, die Sünden sind alle vergeben, man gehört jetzt zu Jesus und kommt in den Himmel. Das ist zwar nicht falsch, jedoch ist die Bekehrung lediglich der Anfang, der erste Schritt im Ablegen des „alten Lebens“ und Anziehen des „neuen Lebens“ mit Jesus. Ein Prozess der Heiligung beginnt, in dem das Haus „gründlich gekehrt“ wird. Die Vergangenheit wird aufgearbeitet. Sünden werden bekannt, Licht in die dunkelsten Ecken gebracht und bittere Wurzeln gezogen. Mögliche Anrechte Satans werden gelöst und Flüche gebrochen. Es ist ein umfassender Reinigungs- und Ablösungsprozess, der sich nicht nur auf das eigene Leben, sondern auch auf die Familie und deren Vorgeschichte erstreckt. Ohne eine solche „Generalreinigung“ bleibt vieles beim Alten und wird weder verwandelt noch überwunden. Das Glaubensleben wird dadurch gebremst und möglicherweise ganz zum Stillstand gebracht. Viele Christen fragen sich, warum ihr Leben so beschwerlich, so negativ, bedrückend und belastet ist. Sie haben ihr Leben doch dem Herrn gegeben, es müsste ganz anders sein. 17


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Warum sind so viel Unsegen, Krankheit und Fluch in ihrem Leben? Die Ursachen dafür liegen, so wie bei mir, oft in der familiären Vergangenheit. Mit der Bekehrung werden diese „Gewordenheiten“ nicht einfach aufgehoben. Sie sind nicht einfach so nebenbei erledigt. Sie müssen ans Licht gebracht und vor dem Herrn bereinigt und in Ordnung gebracht werden. Nach 32 Jahren im Glaubensleben mit Jesus offenbarte der Herr durch das prophetische Wort einer bewährten Leiterin eines Missionswerkes das Geheimnis, warum ich noch nicht so richtig zu ihm durchbrechen konnte, welches Hindernis da noch im Weg stand. Als das alles ans Licht kam, da konnte ich mich davon lossagen und Buße tun für mich und die Familie. Auch Elfriede löste ich im Gebet von diesen Belastungen und ebenso die Kinder. Es war ein gehaltvolles Gebet mit großer Tragweite. Jetzt war ich endlich wirklich frei! Als die Zeit dort im Missionswerk zu Ende ging, war ich schon etwas traurig, dass sich der eigentliche Grund, weshalb ich zu jenem Werk gekommen war, nämlich um meine Berufung zu erfahren, nicht erfüllt hatte. Die Leiterin sagte mir zum Abschied, ich würde meine Berufung erfahren, wenn ich wieder zu Hause sei. Und sie gab mir noch Folgendes mit auf den Weg, und für diese weisen Worte bin ich sehr dankbar. Sie sagte, da ich mit Elfriede ein Fleisch geworden sei, sei auch etwas von meinen Vorfahren und meiner Vergangenheit auf ihr Leben gekommen und ich solle über ihr beten und auch sie davon lösen. Das war ein sehr wichtiger seelsorgerlicher Hinweis und er sollte sich als richtig erweisen. Ich hatte dann am nächsten Tag Zeit, mit Elfriede über alles zu sprechen und sagte ihr auch, dass ich über ihr beten solle, um sie zu lösen. Als sie damit einverstanden war, fing ich ganz harmlos an zu beten, wie man das halt so macht. Während des Gebetes, in dem ich anfing, Elfriede von meinen Vorfahren zu lösen und von den Anrechten des Feindes abzuschneiden, machte sich ein Dämon in ihr bemerkbar und Elfriede spürte, wie sich dieser in den Arm und in ihr Handgelenk zurückzog. Sie teilte mir mit, was sie gerade spürte und 18


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ich sah, dass ihr Handgelenk völlig verformt, verkrüppelt und ganz steif war. Ganz automatisch legte ich meine Hand auf ihre Hand und gebot dem Geist, auszufahren, und er tat es. Elfriede konnte ihre Hand wieder bewegen. Das war, wenn man es so sehen will, meine erste Dämonenaustreibung. Die Leiterin in dem christlichen Werk hatte Recht gehabt. Elfriede und ich waren natürlich sehr verwundert über diese Erfahrung. In den darauffolgenden Tagen und Wochen passierte es immer öfter, dass, wenn ich mit Menschen um Heilung betete, diese plötzlich hin und her geworfen wurden oder husteten oder zu keuchen anfingen. Dann geschah es, dass plötzlich Dämonen aus den Menschen sprachen, und im Namen Jesu wurden sie ausgetrieben. Nachdem diese Dinge immer häufiger auftraten, erzählte ich bei einem der nächsten Treffen in dem christlichen Werk der Leiterin diese Begebenheiten. Diese lachte nur und sagte, nun kennst du deine Berufung. So fand ich mich also im Befreiungsdienst wieder und musste vieles lernen. Der Herr hat mich einfach ins Wasser geworfen, nach dem Motto: „Und jetzt schwimm!“ Ich kann heute wirklich sagen, dass ich nicht von Menschen in diesen Dienst der Befreiung und Seelsorge gerufen worden bin, auch nicht durch ein Seminar oder eine Bibelschule, sondern wirklich ganz allein von Jesus. Der Herr liebt die Praxis und das Leben durch und in der Praxis. Oft kam ich in Situationen, wo ich nicht weiterwusste und den Herrn um Hilfe anrief, aber er hat mir immer geholfen, wenn es darum ging, Dämonen auszutreiben. In dieser Zeit habe ich den Herrn auch gefragt, was wäre, wenn ich Fehler machte? Die Antwort war einfach: „Bei mir darfst du Fehler machen. Aber dann komm mit deinen Fehlern zu mir und ich werde dich bei der Hand nehmen und mit dir gemeinsam das Ganze noch einmal durchgehen. Klaus, du wolltest doch immer Abenteuer erleben, und mit mir kannst du Abenteuer erleben!“ 19


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Das ist ein erster Bericht von Klaus selbst über seine Befreiung und seinen Weg in den Befreiungsdienst. Eine ungewöhnliche Geschichte! Im weiteren Verlauf der Gespräche über den Werdegang von Klaus und Elfriede erfuhr ich, dass Elfriede – ganz anders als Klaus – aus einem recht behüteten und christlichkonservativ geprägten Umfeld stammt. Allerdings hatte sie einen schweren Anfang. Elfriede kam in Löpsingen bei Nördlingen auf die Welt, wo ihre Eltern eine Landwirtschaft betrieben. Als Baby war sie schwer krank und im Gesicht stark eingefallen, weil sie keine Nahrung behalten konnte. Wenn die Leute in dem Dorf, in dem Elfriede geboren wurde und aufwuchs, dieses Baby sahen, waren sie überzeugt davon, dass es sicher sterben würde. Aber die Wege des Herrn sind oft sonderbar. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs und mit der Vertreibung aus dem Osten war damals ein Flüchtlingsehepaar aus Schlesien in dieses Dorf gekommen, das in der Nachbarschaft von Elfriede lebte. Dieses Ehepaar, Elfriede nannte sie später Tante und Onkel Krause, nahmen sich diesem todkranken Kind an. Später wurden sie für Elfriede regelrechte Ersatzeltern. Nachdem sie als Baby nichts mehr behalten konnte und alles erbrach, gab „Tante Krause“ Elfriede viel Zuwendung und fütterte ihr über einen langen Zeitraum geduldig kleine Portionen Haferschleim, bis das dem Tode geweihte Kind wieder auflebte und langsam genas. Später wäre Elfriede zweimal fast ertrunken, konnte aber jedes Mal gerade noch gerettet werden. Elfriede war die zweitälteste von vier Kindern. Ihr älterer Bruder und sie erfuhren vom Vater, der jähzornig und dem Alkohol ergeben war, massive Ablehnung, während der jüngere Bruder und die jüngere Schwester bevorzugt wurden. Wenn Elfriede als Kind nach der vielen Feldarbeit nach Hause kam, wurde sie von ihrem Vater oft mit den Worten weggeschickt: „Ich kann dich nicht mehr sehen. Ich kann dich nicht ertragen. Geh doch zu deiner Krause!“ So wurde dieses schlesische Ehepaar für Elfriede mit der Zeit wie richtige Eltern, die sie mehr lieben und schätzen lernte als ihre eigentlichen Eltern. 20


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Elfriede hatte somit also quasi zwei Elternpaare und zwei Elternhäuser. Bei Elfriede entwickelte sich zunehmend Angst vor ihrem leiblichen Vater. Sobald er den Raum betrat, verließ sie diesen augenblicklich. Schließlich wollte er sie ja auch nicht sehen. Die Mutter war zwar herzensgut, aber durch einen landwirtschaftlichen Unfall schwer gehbehindert und mit der Arbeit im Hof völlig überfordert. Das war jedoch nicht das Ende vom Lied … In Löpsingen entstand ein Hauskreis, welcher von der Volksmission betreut wurde. Dort diente ein älterer Bruder, der eine wirkliche Beziehung zu Jesus hatte. Die Eltern von Elfriede besuchten wegen einer persönlichen Einladung einmal diesen Hauskreis. Als sie sich während einer Stubenversammlung bekehrten und ihr Leben Jesus übergaben, kam die große Wende in der Familie: Der Vater ging nicht mehr ständig in die Wirtschaft, auch rauchte er nicht mehr und der Ton in der Familie wurde anders. Man besuchte jetzt Versammlungen und ging in die Gemeinde. Selbst auf die Landwirtschaft wirkte sich der Segen Gottes aus. Waren zuvor viele Tiere krank, sodass häufig der Tierarzt kommen musste, was viel Geld kostete, verschwand die Krankheit aus dem Stall. Aufgrund all dieser positiven Veränderungen und der Versammlungsbesuche gab Elfriede mit zwölf Jahren ihr Leben Jesus, wodurch ihr Werdegang ab diesem Zeitpunkt recht behütet verlief und durch ihren neuen christlichen Glauben geprägt wurde. Der Herr wurde Elfriedes „Ein und Alles“, und ihr Leben richtete sich zunehmend auf Gott aus. Sie wollte nur noch für Gott da sein und ließ sich auf dem Weg der Nachfolge von nichts und niemandem beirren. Alles was mit Sünde, der „Welt“ und gottlosen Wegen zu tun hatte, wurde strikt von ihr gemieden. Für sie gab es nur die konsequente Nachfolge. Sie hielt sich fern von Unreinheiten, unheiligem Lebenswandel, negativem Gerede usw. Man kann sagen, sie führte ein reines und heiliges Leben. Ihre Absicht war, nur für den Herrn da zu sein, für ihn zu leben und zu wirken. Ein Mann und eine Ehe 21


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waren für Elfriede zunächst gar keine Option. Aber es sollte anders kommen. Bei Klaus war es zunächst ähnlich wie bei Elfriede. Auch er wollte nach seiner Bekehrung und Taufe nur für Gott leben. An eine Frau und Heiraten war für ihn nicht zu denken. Es begab sich jedoch, dass Klaus auf einer christlichen Versammlung in der Schweiz von dem dortigen Sprecher, einem bekannten Bibellehrer aus Deutschland, überraschend persönlich beiseite genommen wurde. Er erklärte Klaus anhand der Bibel, dass es wohl eine Gabe Gottes gäbe, ehelos zu bleiben, aber das könne man sich nicht einfach eigenmächtig aussuchen. Wenn man diese Gabe nicht habe und Gott einen Ehepartner für einen bestimmt habe, solle man nicht einfach „nein“ sagen. Er erläuterte Klaus die Zusammenhänge, und dabei wurde ihm klar, dass sein Entschluss, ehelos zu bleiben, für ihn vielleicht tatsächlich unangemessen war, und so sagte er sich: „Nun, wenn Gott für mich eine Partnerin hat, dann wird sie auf irgendeine Art und Weise schon in mein Leben kommen, aber sie suchen werde ich nicht!“ Nicht lange danach saß Klaus in einer Bibelstunde in einer anderen Gemeinde Elfriede gegenüber. Und es hat sofort gefunkt! Nachdem ihnen Jesus persönlich zeigte, dass sie füreinander bestimmt waren, und dies durch mehrere andere Geschwister bestätigt wurde, war ihnen die Sache klar. Was sollte dann die lange Warterei? Im April hatten sie sich das erste Mal gesehen, im Mai verlobt und im August heirateten sie. Das war im Jahr 1972.

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