Steffi Baltes
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir
Liebe Leserin , lieber Leser ! »Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!« (Jesaja !1,10) Mit dieser starken, wundervollen Zusage Gottes beschäftigen sich die Andachten in diesem Geschenkheft. Die Bibeltexte und Impulse beleuchten menschliche Erlebnisse, Ängste, Zweifel und Fragen an Gott. Und als verständnisvolles, heilsames, hoffnungsvolles Gegenüber bieten sie auch die Antworten und Verheißungen Gottes, die er seinen Menschenkindern schenkt – wie er uns halten, befrieden, behüten und umfangen will. Viele Male, so lesen wir es in der Bibel, spricht Gott seinen Menschenkindern das »Fürchte dich nicht!« zu – nicht immer im gleichen Wortlaut, aber mit derselben Bedeutung. Vielleicht, weil er weiß, dass so manches in unserer Welt, damals und heute, zum Fürchten ist. Doch er will treu und stark und fest an unserer Seite stehen – das wird in den Bibeltexten und Auslegungen deutlich. Manchmal müssen wir ein »Alles wird gut!« hören. Auch, wenn wir vielleicht denken, das sei doch etwas zu einfach gesagt – letztlich ist es die Botschaft der Bibel. Wenn wir uns von Gott finden lassen, wenn wir unseren Lebensweg mit Christus gehen, dann wird alles gut werden. Nicht immer schon im Hier und Jetzt. Aber in der ewigen Gemeinschaft mit Gott. Die englische Mystikerin Juliana von Norwich (13!&–1!16), die sich viele Gedanken um den Zustand der Welt machte, berichtete einmal davon, wie Jesus ihr auf ihre Gebete antwortete: »All shall be well, and all shall be well, and all manner of thing shall be well – Alles wird gut. Alles jeglicher Art wird gut werden.« In diesem Sinne wünsche ich Ihnen hoffnungsvolle und behütete Wege auf den Spuren Jesu und viel Freude beim Lesen,
Ihre Steffi Baltes
Von Gott gehalten »Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich habe dich stark gemacht, ja ich habe dir geholfen und dich gehalten.« Jesaja !1,10
Ich war sehr aufgeregt. Zum ersten Mal durfte ich im großen Abendgottesdienst unserer Gemeinde predigen. Langsam rückte der Tag näher und meine Furcht wurde größer. Da kam mir plötzlich dieser Vers in den Sinn. Und ich hatte das starke Gefühl, dass Gott jene Worte direkt in meine ängstlichen Gedanken hineinspricht. Schließlich kam der bewusste Abend. Ich hatte mich gut vorbereitet und auch gebetet, doch ohne durchschlagenden Erfolg für meinen Seelenfrieden. Vor dem Gottesdienst kam eine Freundin auf mich zu. Sie umarmte mich herzlich und sagte: »Ich habe für dich gebetet. Und ich glaube, Gott hat mir einen Bibelvers für dich gegeben: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst …« Ich war sprachlos. Gott hatte mich mitten in meinen Zweifeln noch einmal an seine Zusage erinnert! Ich weiß heute nicht mehr genau, wie der restliche Abend verlief. Auf alle Fälle habe ich die Predigt überlebt und die Gottesdienstbesucher auch. Was ich aber noch genau weiß: Dieser Abend wurde für mich zu einem Meilenstein in Sachen Gottvertrauen. Vielleicht zweifeln auch Sie mitunter daran, ob Gott in Zeiten von Sorgen und Ängsten wirklich vertrauenswürdig ist. Meine Erfahrung ist: Gott steht uns bei und hält uns in seiner Hand. Vertrauen Sie ihm.
Durch Gott behütet sein »Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der dich behütet, schläft nicht.« Psalm 1&1,1–3
Diese Worte wurden in alten Zeiten von den Israeliten gesungen, wenn sie zu den großen biblischen Festen nach Jerusalem pilgerten, um dort gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Da Jerusalem rund (00 Meter hoch im Judäischen Bergland liegt, mussten die Pilger zur Stadt und zum Tempel hinaufsteigen. Dabei bewegten sie die unterschiedlichsten Gefühle. Was würde sie auf der Reise erwarten? Räuber? Wilde Tiere? Gefährliche Wege? Und sicher haben sie auf ihrer Reise vieles »im Gepäck« gehabt, was wir heute auch noch kennen: Freude und Trauer, Hoffnung, Enttäuschung, Angst, Zuversicht … So, wie sie waren, machten sie sich auf den Weg, um ihren Gott anzubeten. Dabei haben sie – wie Psalm 1&1 es ausdrückt – ihre Augen hoffnungsvoll zum Tempel, zu Gott erhoben. In der Gegenwart des Herrn würden sie ihre mitgebrachten inneren Lasten ablegen. Dort würden sie – im Vertrauen darauf, dass Gott sich ihrer erbarmt – gemeinsam mit anderen feiern und beten. Ganz gleich, was wir selbst an innerem Reisegepäck mit uns herumschleppen: Auch wir dürfen auf Gott schauen, unseren Blick auf Jesus richten. Er hilft uns gerne. Er möchte uns unsere Lasten abnehmen. In seiner Gegenwart können wir zur Ruhe kommen, neuen Lebensmut und Freude finden. Er, unser Hüter, wacht über uns.
In Jesus Frieden erleben »In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.« Johannes 16,33
Diese Worte Jesu kommen mir oft in den Sinn, wenn ich mir mal wieder Sorgen mache – um kranke Familienmitglieder, um meinen Beruf und um das Morgen. Oder wenn mich Angst beschleicht, während ich die Nachrichten höre und ich mich frage: Werden wir Menschen irgendwann lernen, in Frieden miteinander zu leben? Haben wir Gottes guter Schöpfung einen dauerhaften Schaden zugefügt? Es gibt viele Gründe, ängstlich zu sein. An sich ist die Angst auch gar nichts Schlechtes, sondern ein Warnmechanismus, den unser Schöpfer in uns hineingelegt hat. Wenn die Angst jedoch überhandnimmt und uns daran hindert, unser Leben zu gestalten, unserer gottgegebenen Berufung zu folgen, mit unseren Mitmenschen in einem guten Austausch zu stehen, den neuen Tag hoffnungsvoll zu begrüßen und die Welt mit einem zuversichtlichen Blick zu betrachten – dann ist die Angst zu etwas geworden, das uns beherrscht. Das braucht nicht so zu sein, denn unser Gott ist größer als alles, was uns Angst macht. »In der Welt werdet ihr von allen Seiten bedrängt«, sagt Jesus. »Doch fasst wieder Mut, denn ich habe den Sieg über diese Welt!« Ich möchte auf die Macht Jesu vertrauen und darauf, dass Gott mein Herz und meine Gedanken befriedet, denn: »Der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.« (Philipper !,))