Solidarisch sein
Manchmal frage ich mich, wie überwältigend es für Maria gewesen sein muss, einen Engel zu treffen, der ihr etwas Lebensveränderndes mitgeteilt hat. Sie lauschte den Worten des Engels und erfuhr, dass ihr Kind Gottes Sohn sein wird. Was ich zutiefst beeindruckend finde, ist Marias Antwort. Sie hat sofort Klarheit. Sie ist bereit, sich auf ungewisses Terrain zu begeben. Mit Überzeugung sagt sie: »Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen« (Lukas 1,38). Maria überlässt es Gott, über ihre Zukunft und auch über ihre Paarbeziehung zu verfügen. Sie rechnet mit Gottes Solidarität.
Doch eins war klar: Ein herausforderndes Gespräch mit Josef würde anstehen. Wird er Solidarität zeigen? Wird er ihr glauben? Wird er sie unterstützen? Ist er bereit dafür, dass auch sein Leben förmlich umgekrempelt werden wird? Josef muss ganz schön überrumpelt gewesen sein. Erst überlegte er, die Verlobung im Stillen aufzulösen. Doch Gott erklärt ihm in einem Traum, dass alles genau so von ihm gedacht war und er bei Maria bleiben soll. Was mich an dieser Liebesgeschichte so berührt: Dass Josef zu seiner Verlobten steht, die unverheiratet schwanger geworden ist. Das war für seine Zeit und sein Umfeld sehr ungewöhnlich.