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LOUIE GIGLIO

AM

des Guten Hirten GIB NEGATIVEN GEDANKEN KEINEN PLATZ


Inhalt

Kapitel 1 ‒ Acht Worte, die Ihr Leben verändern können ...... 7 Kapitel 2 ‒ Psalm 23 ‒ Remix .................................................... 18 Kapitel 3 ‒ Darf ich Platz nehmen? ....................................... 39 Kapitel 4 ‒ Tödliche Lügen enttarnen ................................... 48 Kapitel 5 ‒ Die Sündenspirale ............................................... 66 Kapitel 6 ‒ Die Revolution der Freiheit ................................. 85 Kapitel 7 ‒ Unsere Gedanken Christus unterstellen ............ 104 Kapitel 8 ‒ Gottes Gnade befreit von Schuld und Scham .... 126 Kapitel 9 ‒ Vom Berg überwältigt .......................................... 144 Kapitel 10 ‒ Der Garten unseres Denkens ............................. 160 Anmerkungen ........................................................................... 172


Kapitel 1

Acht Worte, die Ihr Leben verändern können

Ich fühlte mich angegriffen. Falsch dargestellt. Im Stich gelassen. Verletzt. Meine Frau Shelley und ich befanden uns mitten in einem heftigen Sturm – in einer der schwersten Zeiten, die wir als Leiter je erlebt hatten. Aus jeder Richtung flogen die Pfeile auf mich zu. Mein Herz war schwer und voller widersprüchlicher Gefühle. Vor Jahren, als wir den Entschluss fassten, eine Gemeinde zu gründen, beschrieb ein Freund mit klaren Worten, wie er den Weg sah, den wir einschlagen wollten: Das wird das Schwerste sein, was ihr je unternommen habt. Damals wischte ich diese Worte beiseite. Wir haben ja schon so manche Schwierigkeiten bewältigt, dachte ich. Doch jetzt kamen mir seine Worte wieder in den Sinn. Er hatte recht gehabt. Es war meinem Optimismus geschuldet, aus einem Haufen zumeist fremder Menschen eine Reich-Gottes-Familie, eine örtliche Gemeinde zu gründen (insgeheim dachte ich,

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wir würden nie solche internen Probleme haben wie andere Gemeinden). Doch die Gemeindegründung stellte mich mit immerhin fünfzig Jahren vor Schwierigkeiten, die ich mir nicht im Traum hätte vorstellen können. Nun also waren die internen Probleme real. Intensiv. Persönlich. Bitterkeit und Frustration gaben sich die größte Mühe, in meinem Denken Fuß zu fassen. Mehr als einmal fragte ich mich, ob es das wert sei und ob ich nicht lieber meine Koffer packen und verschwinden sollte. Als dieser ganze Tumult schon Monate andauerte, stand ich eines Abends in unserer Einfahrt und tippte in Höchstgeschwindigkeit eine SMS an einen Freund, dem ich vertraute. An jenem Nachmittag hatte ich etwas herausgefunden, das mir recht gab. Bisher hatte ich immer gedacht: Du musst deine Sicht der Dinge nicht verbreiten; das wird mit der Zeit schon von alleine geschehen. An diesem Tag aber kam es mir so vor, als sei dieser Zeitpunkt gekommen, an dem die Welt erfuhr, dass ich recht hatte, und ich wollte diese gute Nachricht nicht für mich behalten. Ich wollte, dass auch die anderen wussten, dass ich im Recht war. Also nahm ich Kontakt mit jemandem auf, der mir in diesem Kampf beigestanden und sich mehrmals für mich eingesetzt hatte. Wow, was für eine SMS das war. Lang. Voller Furcht und Selbstrechtfertigung. Sie klang im Ton ungefähr so: Du glaubst gar nicht, was gerade passiert ist. Ich will ja nicht sagen, dass ich recht hatte, aber ehrlich gesagt ist genau das der Fall! Hältst du das für möglich? Ich meine, wenn man nur lange genug abwartet, zeigen die Leute schließlich ihr wahres Gesicht, oder? Weißt du, schlussendlich … bla, bla, bla. Ich drückte auf Senden und wartete. Ich starrte auf das Display und hoffte, dass die Unterstützung bald käme. Ich wollte eine Antwort voller herzlicher Worte wie »Hey, Louie, ich stehe voll hinter dir! Ich habe ja schon immer gewusst, dass du recht hast!« Ich wollte eine Schulter, an der ich mich ausweinen konnte. Einen feierlichen High Five oder einen Faustcheck

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(aber nicht in Form von Emojis). Was ich brauchte, waren echte Worte, und zwar viele davon. Ein Augenblick verging. Dann noch einer. Ich wartete. *** Halten wir einen Moment inne und richten den Fokus auf Ihre Geschichte. Haben Sie schon einmal eine solche Textnachricht verschickt? Sie brauchen keine Gemeinde gegründet zu haben, um in einer schwierigen Phase zu sein. Jeder von uns erlebt angespannte Situationen, in denen unsere Gedanken belastet sind und wir uns unter Beschuss fühlen. Zeiten, in denen wir ausholen und uns verteidigen oder aufgeben wollen. Was tun Sie? Wie gewinnen Sie die Schlacht, die um Ihr Denken tobt?

DIE NACHRICHT, DIE ALLES VERÄNDERTE Wenn wir uns in einer schwierigen Phase befinden, die voller Konflikte und Widersprüche ist, dann müssten wir eigentlich unsere Gedanken ordnen, um herauszufinden, wie es weitergehen soll. Aber einen kühlen Kopf zu bewahren ist schwerer, als es sich anhört. Vielleicht sind wir die Zielscheibe des schädlichen Verhaltens oder der verletzenden Worte anderer. Vielleicht kommt der Konflikt auch von innen. Wir fühlen uns alleingelassen. Zu Unrecht angegriffen. Verletzt. Besiegt. In Versuchung geführt. Verloren. Unsere Stimmung ist am Tiefpunkt. Unsere Gedanken sind belastet. Wir sind erschöpft von den endlosen Gesprächen, die wir in unserem Kopf mit Freunden, Kollegen, Familienmitgliedern und Anklägern führen. Gespräche, in denen wir immer gerechtfertigt und die Fehler der anderen hervorgehoben werden.

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In solchen Zeiten kann es leicht passieren, dass Furcht oder Verzweiflung einsetzen. Wir ertappen uns dabei, wie wir uns ständig umschauen und fragen, ob jemand uns etwas antun will. Wir haben mit unseren Emotionen zu kämpfen. Wir drehen fast durch vor Zorn. Wir brechen in Tränen aus. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man diesen dunklen Gedanken nachgibt, vor allem, wenn man nachts um zwei an die Decke starrt und verzweifelt darüber nachdenkt, was man gegen Verleumdungen und falsche Narrative tun kann. Wir fühlen uns, als stünden wir mit dem Rücken zur Wand und stehen in der Gefahr, dass Verfolgungswahn zu unserem ständigen Begleiter wird. Wir sind ununterbrochen in Verteidigungsstellung. Und wir suchen nach Verbündeten. Nach jemandem – egal wer –, der die Dinge so sieht wie wir. Wir fühlen uns von allen angezogen, die unsere Sicht der ganzen Geschichte anhören wollen und Mitgefühl zeigen. An diesem Punkt war ich auch, als ich vor meinem Haus stand und meinen Blick auf den kleinen Kreis heftete, der sich auf dem Display meines Smartphones drehte und mir zeigte, dass eine Antwort unterwegs war. Wie gesagt: Ich wünschte mir, dass mein Freund sich mit seiner Antwort genauso viel Mühe gab wie ich mit meiner Nachricht an ihn. Ich sehnte mich nach etwas Starkem und Kühnem. Nach viel Bestätigung und Solidarität. Nach vielen Worten. Und dann kam sie, die Antwort. In einem einzigen Satz. Genauer gesagt in acht Worten. »Das kann doch wohl nicht wahr sein!«, platzte ich enttäuscht heraus. Doch als ich mich auf diese acht Worte einließ und mich näher mit ihnen befasste, veränderten sie mein Leben. Die Botschaft lautete: Gib dem Feind keinen Platz an deinem Tisch.

Ich schob meinen Ärger beiseite und fing an, über diesen Satz nachzudenken. Schnell merkte ich, dass mein Freund den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Ich hatte es meinem Feind –

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dem Teufel – gestattet, die Gespräche, die in meinen Gedanken abliefen, zu beeinflussen. Mein Kampf richtete sich nicht gegen Menschen. Diese waren zwar daran beteiligt, aber ich kämpfte in Wirklichkeit gegen die »Mächtigen und Gewaltigen, die über diese Finsternis herrschen«. (Epheser 6,12) Es war nicht mein Vater im Himmel, der mich furchtsam und paranoid machte. Es war nicht mein Hirte, der mir die Gedanken der Verzweiflung einpflanzte. Diese schädlichen Gedanken kamen von jemand anderem. Der Feind hatte an meinem Tisch Platz genommen, und ich ließ es zu, dass ich den Worten eines Mörders lauschte. Noch dort in der Einfahrt meines Hauses beschloss ich, meinen Tisch zurückzu- Der Feind hatte an meierobern. Der Teufel würde fliehen müs- nem Tisch Platz genommen, und ich ließ es zu, sen. dass ich den Worten In den folgenden Tagen drehten sich eines Mörders lauschte. meine Gedanken immer wieder um diese acht Worte. Wenn sich negative Gedanken in meinem Kopf breitmachen wollten, sagte ich zu mir selbst: Biete dem Teufel keinen Platz an. Gib seinen Ideen keinen Raum. Diese Gedanken kommen nicht von einem guten und vertrauenswürdigen Hirten. Lass sie hinter dir. Kurz danach ergab es sich, dass ich mich mit Psalm 23 beschäftigte – einem Text, der das Volk Gottes seit Jahrhunderten tröstet und stärkt, wenn es durch unruhige Gewässer segelt. Nun sah ich ihn mit ganz neuen Augen. Vor allem die Zeile, in der es heißt: »Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde«. (Vers 5) Ich sah mich an einem Tisch sitzen und den Guten Hirten mir gegenüber. Er hatte mich durch finstere Täler bis zu diesem Tisch geführt, und ich brauchte keine Angst zu haben, selbst wenn die schweren Anfechtungen noch nicht vorüber waren. Dass ich meinen Platz am Tisch des himmlischen Vaters hatte, bedeutete nicht automatisch, dass meine Feinde in dieser Gleichung nicht mehr vorkamen. Ja, der Tisch war sogar

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inmitten meiner Feinde gedeckt. Das regte mich zum Nachdenken an und ich widmete dieser Tatsache meine ganze Aufmerksamkeit. Ich brauchte mich nicht selbst zu rechtfertigen. Ich musste meinen Namen nicht reinwaschen. Weder sollte ich die Gleichung überprüfen noch mir die größte Mühe geben, sie zu verbessern. Meine Aufgabe bestand darin, mich auf den Guten Hirten zu konzentrieren, auf den Einen, dem dieser Tisch gehörte. Ich war eingeladen, mein Vertrauen auf ihn zu setzen, der wollte, dass ich auf der grünen Aue ruhte, der mich zum frischen Wasser führte und meine Seele erquickte. Der Gute Hirte führte mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Finstere Täler und schwere Zeiten gehörten zu diesem Weg, und doch würde er bei mir sein und mich durch jede bedrohliche Finsternis geleiten. Der Gute Hirte würde mein Leben mit seiner Gunst salben und meinen Becher bis zum Überfließen füllen. Was mir verheißen war – Gutes, Barmherzigkeit und Liebe –, würde mich jeden einzelnen Tag meines Lebens begleiten. Meine Bestimmung war klar. Ich brauchte mich nicht zu fürchten. Der Hirte saß mit am Tisch und er würde dafür sorgen, dass ich für immer im Haus des Herrn bleiben konnte. Tag für Tag beschäftigte ich mich weiter mit Psalm 23 und ließ ihn tief in meine Seele einsinken. Aus 1 Petrus 5,8 wusste ich, dass eine der Haupttaktiken des Teufels darin besteht, in meinem Leben »wie ein brüllender Löwe« umherzustreifen. Vielleicht würde ich ihn also nicht davon abhalten können, um meinen Tisch herumzuschleichen, aber im Namen Jesu hatte ich definitiv die Wahl, ob ich es ihm erlaubte, Platz zu nehmen, oder nicht. Gottes Wort veränderte mein Denken und wirkte sich deutlich auf meinen inneren Zustand und den Frieden in meinem Herzen aus. Gib dem Feind keinen Platz an deinem Tisch wurde bald zu mehr als nur einem hilfreichen Zitat. Die acht Worte wurden zu einer Waffe, die mich befreite.

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WIE DIE BOTSCHAFT FAHRT AUFNAHM … Ein paar Wochen später hielt ich für die Trainer eines Profisport-Teams eine morgendliche Bibelstunde. Die Saison war für das Team von Kämpfen und Niederlagen gekennzeichnet gewesen und entsprechend deprimiert war die Stimmung im Raum. Sie fühlten sich von Kritikern umzingelt. Vermutlich gab es auch intern Spannungen und Misstrauen. Man konnte ihnen ihre Furcht und Verzweiflung ansehen. Den Trainern ging es ähnlich wie mir an dem Abend, als ich die Textnachricht an meinen Freund schickte. Während ich zu der Gruppe sprach, hatte ich den Eindruck, der Heilige Geist wolle mich dazu bewegen, Psalm 23 zu thematisieren – was Gott mich dadurch gelehrt hatte und wie er vor uns einen Tisch im Angesicht unserer Feinde bereitet. Ich beschrieb also, wie ich meinem Freund die lange SMS mit (sinngemäßen) Worten wie »Ich Armer, bitte bau mich wieder auf« geschrieben und was er mir darauf geantwortet hatte. Als ich den Satz Gib dem Feind keinen Platz an deinem Tisch ausgesprochen hatte, veränderte sich die Atmosphäre im Raum. Viele der Anwesenden zeigten plötzlich einen anderen Gesichtsausdruck. Später erfuhr ich von mehreren, dass diese acht Worte bei ihnen einen ähnlich tiefen Eindruck hinterlassen hatten wie bei mir. Am selben Tag fuhr ich zu unserer Gemeinde, der Passion City Church in Atlanta, zurück, wo ein Treffen des gesamten Teams stattfinden sollte. Noch unterwegs rief ich ein paar Leute an und bat darum, in der Mitte des Raumes einen Tisch aufzustellen, auf dem sich ein paar Kleinigkeiten zu essen und mit Wasser befüllte Trinkgläser befanden. Ich führte das Thema, das ich am Morgen mit den Trainern besprochen hatte, weiter aus und verwandelte dessen Botschaft in ein visuelles Erlebnis: Ich saß an dem Tisch, auf dem das Essen stand, und sprach über die Verheißung von Psalm 23. Auch hier hinterließ diese Botschaft einen tiefen Eindruck.

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So sehr, dass ich am darauffolgenden Sonntag eine ganze Predigt darüber hielt. Dieses Mal war das Essen ein wenig üppiger und die Tischdekoration aufwendiger. Wir hatten eine reiche Auswahl an Obst sowie Käseplatten. Bratenaufschnitt. Brot. Desserts. Und wieder trafen die acht Worte die Zuhörer tief ins Herz. Eine Mutter von drei Kindern, die sich mitten in einer konfliktreichen Trennung von ihrem Partner befand, sagte mir, diese Worte seien genau das gewesen, was sie gebraucht habe. Eine College-Studentin, die sich mit Selbstmordgedanken trug, äußerte sich ähnlich. Es wurde deutlich, dass ich nicht der Einzige war, der Probleme hatte, und dass die Botschaft nicht nur für mich bestimmt war. Sie sollte mit so vielen Menschen wie möglich geteilt werden. Bald schon hatte ich das Vorrecht, in vielen Ländern der Welt über dieses Thema zu sprechen, und dies wurde für mich als Redner zu einem erfrischend interaktiven Erlebnis. Ich fing immer oben auf der Bühne an, endete dann aber an dem Tisch, der bereits vorher mitten unter den Zuhörern aufgestellt worden war. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich das Essen an die umliegenden Reihen weiterreichte und die Leute ermutigte, sich doch ein Croissant, einen Brownie oder ein Stück Karotte zu genehmigen und die Platte an ihre Sitznachbarn weiterzugeben. Lecker aussehende Desserts lösten immer die größte Begeisterung aus. Aber es ging bei dieser Veranschaulichung ja nicht in erster Linie darum, möglichst viel Aufsehen zu erregen. Die größte Kraft entfaltete die Erkenntnis, dass der König des Universums Sie und mich einlädt, mit ihm an seinem Tisch Platz zu nehmen! Jene acht Worte waren nicht nur denkwürdig, sondern in ihnen steckte bewiesenermaßen eine große Kraft. Die Geschichte, die sie erzählten, war befreiend und sofort im eigenen Leben umsetzbar. Es ist die Geschichte vom Guten Hirten, der uns sieht und mit uns durch das Tal geht. Sie handelt davon, wie Gott uns

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Die größte Kraft mitten in Schwierigkeiten einen Tisch volentfaltete die Erkenntler Nahrung und Erfrischung deckt. Diese nis, dass der König des Botschaft lässt uns erkennen, dass wir den Universums Sie und Gedanken in unserem Kopf nicht einfach mich einlädt, mit ihm an freien Lauf lassen dürfen. Die acht Worte seinem Tisch Platz zu sind letztendlich eine Siegesbotschaft. nehmen!

DEN FÜR MICH GEDECKTEN TISCH ZURÜCKEROBERN Darum habe ich dieses Buch geschrieben. Ich möchte Ihnen zeigen, dass Sie durch Jesus Christus die Autorität haben zu bestimmen, wer bei Ihnen am Tisch sitzen darf – wer Ihre Gedanken beeinflusst. Sie können Ihre Freiheit zurückgewinnen und Ihre Gedanken und Gefühle wieder unter Kontrolle bekommen. Sie müssen sich nicht von Furcht, Verzweiflung oder Wut gefangen nehmen lassen. Sie brauchen nicht mehr gegen belastende oder schädliche Gedanken anzukämpfen. Sie sind zu einer engen, persönlichen Beziehung mit dem allmächtigen Gott eingeladen. Der Tisch, den er für Sie gedeckt hat, ist ein Tisch des Friedens, der Klarheit und der Fülle. Sie müssen dem Feind dort keinen Platz anbieten. Eines möchte ich jedoch betonen: Die acht Worte, die auf meinem Smartphone eintrafen, wurden von Gott gebraucht, um eine Reihe von Ereignissen in Gang zu setzen, die zu diesem Buch führten. Das Potenzial aber, das diese Seiten für Sie bereithalten, ist in etwas verwurzelt, das weit größer ist als die Textnachricht von einem Freund. Die Verheißung dieses Buches basiert auf einer Botschaft Ihres Schöpfers an Sie. Seine Worte an Sie in der Bibel sind lebendig und machtvoll. Seine Worte können die Bollwerke zertrümmern, in denen Sie seit Jahren gefangen gehalten werden. Sie können Ihnen helfen, wieder klar zu denken. Seine Worte schenken Ihnen eine brandneue Perspektive.

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Auf den folgenden Seiten werden wir uns Psalm 23 auf eine ganz neue Weise erschließen. Dabei wird unser Augenmerk besonders auf Vers 5 ruhen: »Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.« Wir werden uns mit den Lügen beschäftigen, mit denen der Teufel uns füttert, um sich einen Platz an dem Tisch zu erschleichen, der doch nur für uns und unseren König bestimmt ist. Ich möchte aufzeigen, wie wir diese Lügen entlarven und mitten in herausfordernden Lebensumständen oder Situationen Sieg, Frieden und Geborgenheit finden können. Praktische, hilfreiche Ermutigungen sollen uns helfen, in Jesus standhaft zu bleiben und wieder die Kontrolle über unsere Gedanken und Ängste zu gewinnen. Der Teufel will nichts anderes, als uns zu vernichten. Er will uns all das nehmen, was für uns von Wert ist. Alles, was in unserem Leben gut ist, möchte er zerstören – letztendlich uns selbst. Wenn er den Sieg über unser Denken erringt, kann er schlussendlich auch den Sieg über unser ganzes Leben erlangen. Doch die Botschaft von Psalm 23 lautet, dass der Gute Hirte einen Tisch für uns vorbereitet. Es ist ein Tisch für zwei Personen und der Teufel ist nicht eingeladen. Dieses Buch vermittelt eine umfassende Botschaft, die für alle erdenklichen schweren Situationen anwendbar ist. Sie hilft uns, Der Gute Hirte bereitet mitten in unserem persönlichen finsteren einen Tisch für uns vor. Tal Mut, Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Es ist ein Tisch für zwei Wir brauchen nicht auf die Stimmen der Personen und der Teufel Furcht, Wut, Begierde, Verunsicherung, ist nicht eingeladen. Sorge, Verzweiflung, Versuchung oder Niederlage zu hören. Ich befinde mich in demselben Kampf wie Sie. Ich predige mir selbst diese Botschaft immer und immer wieder und ich bin zuversichtlich, dass unser Guter Hirte verherrlicht wird, weil er uns in dem Kampf um unser Denken zum Sieg führt. Lassen Sie uns also gemeinsam aufbrechen. Sie und ich. Es wird Zeit, sich das zurückzuholen, was der Feind uns gestoh-

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len hat. Lesen Sie also weiter und schauen Sie sich genauer an, was es mit diesem Tisch des Guten Hirten auf sich hat.

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Kapitel 2

Psalm 23 – Remix Jay und Katherine Wolf, zwei gute Freunde von uns, lernten sich vor vielen Jahren als Studienanfänger an der Samford University in Homewood im US-Bundesstaat Alabama kennen und verliebten sich schon bald. Jay strebte eine juristische Karriere an und Katherine wurde im wahrsten Sinne des Wortes zur Miss Samford gekrönt – weil sie so klug, schön und selbstbewusst war. Im Jahr 2004, kurz nach dem Abschluss ihres Studiums, heirateten die beiden und schworen einander ihre Liebe und Treue in guten und in schweren Zeiten. Bald darauf zogen sie von Atlanta nach Malibu in Kalifornien, wo Jay an der Pepperdine University Jura studierte und Katherine eine Karriere als Schauspielerin und Model begann. Ein paar Jahre lang lief alles glatt. 2007 bekamen sie ihr erstes Kind, einen Jungen. Auch hier ging alles gut. Eines Nachmittags, etwa sechs Monate nach der Geburt, wurde Katherine plötzlich schwindelig und übel. Sie hatte kein Gefühl mehr in Händen, Armen und Beinen. Gerade war sie auf dem Weg ins Wohnzimmer gewesen, um den Fernseher abzuschalten. Sie schwankte und brach zusammen. Jay war zu Hause und rief den Notarzt. Katherine wurde schnell ins Krankenhaus gebracht, wo man einen schweren Schlaganfall

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feststellte. Ihre Überlebenschancen waren gering. Um sie zu retten, wurde mehr als die Hälfte ihres Kleinhirns entfernt. Die Operation dauerte über sechzehn Stunden. Katherine war erst sechsundzwanzig Jahre alt. Wie durch ein Wunder überlebte sie ihr plötzliches Martyrium, aber das war für das junge Ehepaar erst der Anfang einer »neuen Normalität«. Zwei Monate lang war Katherine bewusstlos. Vierzig Tage lag sie auf der Intensivstation. Sie musste das Sprechen und das Essen erst wieder lernen. Es dauerte achtzehn Monate, bis sie wieder gehen konnte. Es folgten Jahre der Rehabilitation und Genesung, dazu zehn weitere Operationen. Katherines Körper erholte sich nie wieder vollständig von dem Schlaganfall. Heute lebt sie mit dauerhaften Einschränkungen. Sie ist teilweise gehörlos, kann nicht normal schlucken und nicht gut sehen. Ein Teil ihres Gesichts ist immer noch von der Lähmung gezeichnet. Sie spricht undeutlich und ist die meiste Zeit auf den Rollstuhl angewiesen. Dennoch leben Katherine und Jay ihren Glauben auf bemerkenswerte Weise. Er ist tief verwurzelt in der Überzeugung, dass auch das Leid einen Sinn hat. Folglich entwickeln die beiden eine enorme Strahlkraft im Reich Gottes. Durch ihre Bücher und Vorträge bringen sie vielen leidgeprüften Menschen nah und fern Hoffnung.1 Nur wenige von uns haben so Schweres durchgemacht wie Katherine und Jay. Aber wir haben sicher schon erfahren, dass das Leben alles andere als perfekt ist. Wenn wir dem Feind keinen Platz an unserem Tisch geben wollen, dann müssen wir damit beginnen, dieser harten Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Das Leben ist schwierig, und trotzdem lädt Jesus uns ein, ihm nachzufolgen.

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DER »DENNOCH-GLAUBE« Seite um Seite treffen wir in der Bibel auf Menschen, die in ihrem Leben in Bedrängnis geraten sind. Es mag uns folgerichtig erscheinen, den Glauben in einer solchen Situation aufzugeben. Wir wären nicht überrascht, wenn sich diese Menschen mitten in ihren Schwierigkeiten von Gott abwenden oder sich irgendeiner Sucht hingeben würden, um sich besser zu fühlen. Leider ist es ja genau das, was so viele tun, wenn es hart auf hart kommt. Wenn unser Leben schwer wird, geraten wir fast immer in Versuchung, den Feind an unserem Tisch willkommen zu heißen. Doch sobald wir erkennen, dass Jesus uns einlädt, ihm zu folgen, obwohl das Leben schwer ist, entdecken wir die grundlegende Wahrheit, durch die wir den Kampf um unser Denken gewinnen. Das ist die Tiefe des Glaubens, die wir überall in der Bibel finden. Drei junge Hebräer namens Schadrach, Meschach und Abed-Nego verehrten Gott in einer Zeit, in der König Nebukadnezar befohlen hatte, dass alle eine riesige goldene Statue seiner selbst anbeten sollten. Die drei hatten es sich zum Ziel gesetzt, der Berufung Gottes für ihr Leben zu folgen. Als die Musik ertönte (das Signal für alle niederzufallen und die goldene Statue anzubeten), blieben Schadrach, Meschach und Abed-Nego standhaft. Wegen ihrer aufrichtigen Haltung wurden sie in einen brennenden Ofen geworfen. Was dachte sich Gott dabei? Das machte doch bestimmt keinen Sinn! Sie hatten nichts Böses getan. Hätten sie nicht für ihr gerechtes Leben belohnt werden müssen? Müsste Gott nicht für sie statt gegen sie sein? Der Glaube Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos brach nicht in sich zusammen. Er wurde nur noch größer. Selbst angesichts des brennenden Ofens konnten sie zum König sagen: »Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. Aber auch wenn er es nicht tut, musst du

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wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden«. (Daniel 3,1718) Ganz gleich, ob Gott sie aus dieser Situation rettete oder ob sie durchs Feuer gehen mussten – sie würden Gott auf jeden Fall treu bleiben. Oder nehmen wir Paulus und Silas als Beispiel. Sie landeten im Gefängnis. Worin bestand ihr Verbrechen? Sie hatten eine Sklavin von dämonischer Besessenheit befreit. Sie hatten das Richtige getan. Trotzdem bildeten die Einwohner von Philippi einen wütenden Mob und schleiften Paulus und Silas vor die Behörden. Sie wurden brutal ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen. Die beiden wollten mit ihrem Leben Gott ehren. Sie befanden sich auf einer Missionsreise und das kam dabei heraus? Niemand hätte ihnen einen Vorwurf gemacht, wenn sie sich vom Glauben abgewandt, sich heftig beklagt oder von irgendetwas abhängig geworden wären, um ihren Schmerz zu betäuben. Aber nein. Es war Mitternacht. Ihre Füße waren in einem Holzblock eingeschlossen, ihr Rücken blutig und wund. Doch Paulus und Silas beteten und sangen Loblieder. (Apostelgeschichte 16,16-40) Das ist ein Glaube, der in schweren Zeiten wächst. Ich schaue mir Paulus und Silas, Schadrach, Meschach und Abed-Nego an und all die anderen aus der Bibel, die Zeiten großer Not erlebten und deren Glaube daran wuchs. Es versetzt mich in Staunen. Der Prophet Habakuk beschreibt diese Art von Haltung, wenn er ruft: Noch trägt der Feigenbaum keine Blüten, und der Weinstock bringt keinen Ertrag, noch kann man keine Oliven ernten, und auf unseren Feldern wächst kein Getreide; noch fehlen Schafe und Ziegen auf den Weiden, und auch die Viehställe stehen leer. Und doch will ich jubeln, weil Gott mich rettet, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude! Habakuk 3,17-18

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Der letzte Satz ist das Kennzeichen eines riesigen Glaubens. Haben Sie die vier wichtigen Worte bemerkt, mit denen er beginnt? Und doch will ich … Im Grund genommen sagt Habakuk: »Auch wenn es keine Ernte gibt, auch wenn nichts auf unseren Feldern wächst, auch wenn unsere Vorratskammern leer sind, will ich dennoch fröhlich sein und mich freuen, weil Gott, der Herr, mein Retter ist. Ich habe meinen Glauben nicht verloren. Im Gegenteil – er ist gewachsen. Ich werde immer noch über Gott jubeln. Ich werde ihn weiter anbeten. Ich lasse mich nicht vom Weg abbringen durch Einstellungen oder Handlungen, die mir schaden. Wenn ich durch schwere Zeiten gehe, wird mein Glaube nur noch größer.« Diese beiden Sätze beschreiben ein Verhältnis von Ursache und Wirkung, das uns zum Vorbild werden kann. Obwohl etwas Schlimmes passiert, will ich dennoch weiter den Herrn preisen. Obwohl etwas Schlimmes passiert, will ich dennoch die Hoheit über meine Gedanken nicht dem Feind überlassen. Einen solchen Glauben sehe ich auch bei Jay und Katherine Wolf. Während ich dieses Kapitel schrieb, erhielten sie die Nachricht, dass neue Untersuchungen nötig würden, um verschiedene neurologische Probleme zu klären, die bis dahin unentdeckt geblieben waren. Je nachdem, was dabei herauskam, würde dies neue Herausforderungen für die beiden mit sich bringen. Sie baten meine Frau Shelley und mich um Fürbitte, bevor die Untersuchungen stattfanden. Als wir unser Gebet beendet hatten, betete Katherine für uns, denn Shelley und ich befanden uns gerade auch mitten in einem Sturm. In ihrem Gebet zitierte Katherine Habakuk 3,17-18. Wir sagten Amen und ich erzählte Katherine, dass ich gerade etwas über genau diese Verse schrieb. Sie sagte: »Ich liebe besonders den letzten Vers des Kapitels: ›Ja, Gott, der Herr, macht mich stark; er beflügelt meine Schritte, wie ein Hirsch kann ich über die Berge springen‹. (Vers 19) An diese Worte habe ich mich geklammert, als ich wieder lau-

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fen lernte.« Im Jahr 2009, als Katherine von ihren Ärzten eine ziemlich pessimistische Diagnose erhielt, formulierte sie diese Bibelverse um und bezog sie auf ihre persönliche Situation: Obwohl ich nicht laufen kann und an den Rollstuhl gefesselt bin, obwohl meine eine Gesichtshälfte gelähmt ist und ich nicht einmal lächeln kann, obwohl ich extrem eingeschränkt bin und mich nicht um mein Kind kümmern kann, will ich dennoch jubeln, weil Gott mich rettet, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude!

Das ist nicht der Glaube eines Menschen, der nur dann auf Gott vertraut, wenn die Sonne scheint. Es ist kein Glaube, der unter Belastungen zusammenbricht. Dieser Glaube blüht auf, selbst wenn der Druck groß ist. Dieser Glaube sagt: Auch wenn etwas Schlimmes passiert, werde ich dennoch den Herrn preisen. Wie könnten Sie das Gebet von Habakuk an Ihre persönliche Situation anpassen? Auch wenn ich finanziell stark unter Druck stehe … Auch wenn mein Ehepartner gerade mit jemand anderem zusammen ist … Auch wenn wir uns in einer globalen Krise befinden … Auch wenn ________________________ … will ich dennoch jubeln, weil Gott mich rettet, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude!

Diese Art von »Dennoch-Glaube« verändert das Klima und den Verlauf unseres Lebens zum Positi- Ein »Dennoch-Glaube« ven. Wenn der Druck steigt, bricht dieser verändert das Klima Glaube nicht in sich zusammen. Er wird und den Verlauf unseres stärker. Er wird kühner. Entschlossener Lebens zum Positiven. und unerschrockener. Widerstandsfähi- Wenn der Druck steigt, wird er stärker. ger.

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Ob wir einen solchen »Dennoch-Glauben« entwickeln, hat viel damit zu tun, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Wir können in Jesu Namen und Kraft zu einem solchen Glauben gelangen. Dieser ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir dem Feind keinen Platz an unserem Tisch anbieten. Damit das gelingt, müssen wir unser Denken in einer wohlbekannten, aber meist nicht in Anspruch genommenen biblischen Verheißung verankern.

EIN ALTES LIED SCHENKT NEUE KRAFT Wenn ich Sie fragen würde, welcher der bekannteste Bibeltext ist, würden Sie vielleicht Johannes 3,16 anführen. Vielleicht haben Sie diesen schon auf Plakaten oder auf den Trikots von christlichen Sportlern gesehen. Ich selbst bin jedoch der Auffassung, dass Psalm 23 noch berühmter ist. Man hört ihn bei Hochzeiten und Beerdigungen. Es wird über ihn gepredigt, er wird in Gemälden und Skulpturen verewigt. Er taucht in allen sozialen Medien in Form von Memes auf. Anspielungen auf ihn finden sich in Filmen wie Pale Rider und Titanic. Zahlreiche Lieder beschäftigen sich mit ihm – von Bach und Schubert über Choräle und modernen Lobpreis bis hin zu Coolios »Gangsta’s Paradise«. Psalm 23 ist tief mit unserer Kultur verwoben. Und doch: Wenn Sie einen ähnlichen kirchlichen Hintergrund haben wie ich, werden Sie wahrscheinlich erst einmal die Spinnweben beseitigen müssen. Denn die Erwähnung von Psalm 23 führt in der Regel dazu, dass wir die berühmten Worte herunterrattern, ohne viel darüber nachzudenken. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Ja, alles klar. Die grüne Aue. Das frische Wasser. Das finstere Tal. Der Stecken und der Stab. Das Öl auf dem Kopf. Hab ich alles verstanden.

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Wir müssen jedoch alle unsere zahmen, vielleicht noch vom Kindergottesdienst geprägten Gedanken hinsichtlich dieses Psalms über Bord werfen, denn er ist in Wirklichkeit von höchster Bedeutung für das, was wir heute in unserer Kultur erleben. Genau hier, genau jetzt. Und vielleicht sollten wir Gott bitten, die Erinnerung an das liebliche Bild von Jesus und der Schafherde, das im Schlafzimmer unserer Großmutter hing, aus unseren Gedanken zu verbannen. Denn weniger Liebliches als vielmehr eine unglaublich kraftvolle Verheißung steckt im Psalm vom Guten Hirten. Der Psalm beschreibt Gott als unseren persönlichen, aufmerksamen Hirten, der sich behutsam um seine Schafe kümmert, aber robust genug ist, sie gegen Angriffe zu verteidigen. Dieser Hirte sorgt dafür, dass wir zur Ruhe kommen und gut versorgt sind. Aber er schlägt auch all jene zurück, die unsere Sicherheit und unser Wohlergehen bedrohen. Am deutlichsten erkennen wir ihn in der Person von Jesus Christus. In Johannes 10,1-16 legt Jesus dar, dass er selbst der Gute Hirte ist. Er kennt seine Schafe – uns. Er schützt uns vor Dieben und Räubern. Sogar sein Leben opfert er für uns. Er führt uns und wir können seiner Stimme lauschen und sie erkennen. Johannes 10 stellt Jesus als den Guten Hirten aus Psalm 23 dar. Was dort für die Eigenschaften und das Handeln des göttlichen Hirten gilt, das gilt auch für Gestatten wir es den Hirten Jesus. Das wissen wir deshalb, Jesus, uns wie ein Hirte weil es in Hebräer 13,8 klar heißt: »Jesus zu führen. Denn wenn Christus ist und bleibt derselbe, gestern, wir unser eigener Hirte heute und für immer.« Und so lautet die sein wollen, leiden wir unglaubliche Einladung von Jesus an uns: Mangel. Ich möchte dein Guter Hirte sein. Er ist ein persönlicher Gott, der in unser Leben eingebunden sein und für uns sorgen will. Sollten wir nicht einmal innehalten und uns diese Realität vor Augen halten? Der Gute Hirte, der rein zufällig auch Gott ist, bietet uns an, uns in jedem Augenblick unseres Lebens zu führen!

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Es geht also vor allem darum, dass wir es Jesus gestatten, uns wie ein Hirte zu führen. Denn wir alle werden von irgendetwas oder irgendjemand geleitet, ob wir es wissen oder nicht. Es kann sein, dass unser Hirte nicht Jesus ist. Aber wir werden trotzdem von irgendetwas geführt. In 2. Petrus 2,19 heißt es: »Von wem ich mich überwältigen lasse, dessen Gefangener werde ich.« Vielleicht ist es unsere Kultur, die uns führt. Wir lassen uns von den Hymnen dieser Welt regieren. Wir gehen mit allem mit, was in den sozialen Medien gerade angesagt ist, und lassen uns davon bestimmen. Manche unter uns meinen: Nein, ich habe keinen Hirten. Niemand führt mich. Ich sage, wo es langgeht. Die Entscheidungen treffe ich allein. Na schön – in diesem Fall sind wir unser eigener Hirte. Wir führen uns selbst. Wir verlassen uns darauf, dass wir allein den Weg zum frischen Wasser und zur grünen Au finden. Doch eines ist klar: Wenn wir unser eigener Hirte sind, dann leiden wir sehr wahrscheinlich Mangel. Wenn Menschen die Zügel ihres Lebens selbst in die Hand nehmen, endet es leider damit, dass für sie Psalm 23 so klingt: Ich bin mein eigener Hirte, und es läuft gar nicht gut für mich. Mir mangelt es an allem Möglichen. Das steht fest. Ich würde das frische Wasser nicht einmal erkennen, wenn ich es direkt vor der Nase hätte. Ich habe schon lange auf keiner grünen Aue mehr geruht. Ich gehe nicht auf rechter Straße, aber ich weiß, was Furcht und Bosheit bedeuten. Ich lasse mich von allem trösten, was ich finden kann. Meine Feinde kann ich nicht ausstehen. Ich will sie am liebsten verletzen. Voll eingeschenkt ist mein Becher auf jeden Fall, denn ich bin randvoll mit Angst und werde von Zorn, Trauer und Wut verzehrt. Ja, ich bin so voll, dass ich leicht überlaufe. Ich bin so geladen, dass es nicht viel braucht, damit ich explodiere.

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Ich habe keine Ahnung, was mir mein Leben lang folgen wird, aber eines kann ich dir sagen: Um meine Seele steht es nicht gerade gut.

Wenn wir es aber zulassen, dass Jesus unser Hirte ist, dann kommt er in unseren stressvollen Alltag und in unsere ruhelose Kultur hinein und führt uns so, dass wir neu gestärkt und erfüllt werden. Er leitet uns, er wacht über uns und schenkt uns Ruhe. Jesus gibt unserem Leben Sinn. Er zeigt uns, wie wir mit unseren Feinden so umgehen können, dass sie uns nicht innerlich zerreißen. Jesus schenkt uns Hoffnung und eine Zukunft; er heilt unsere Seele. Er schenkt uns seine Güte und Liebe für heute, für morgen und für alle restlichen Tage unseres Lebens. Ja, er schenkt uns sogar die Ewigkeit mit ihm zusammen im Paradies. All dies findet sich in den Verheißungen von Psalm 23. Wenn Sie sich bisher noch nicht von Jesus haben führen lassen, warum nicht heute damit anfangen? Wenn Sie es tun, wird es Ihnen an nichts mangeln. Und Ihr Leben wird sich zum Guten verändern. Doch eines sollte noch erwähnt werden: Wenn Sie Jesus gestatten, Sie zu leiten, geht es nicht nur darum, dass Jesus Ihnen Gutes schenkt oder etwas Hilfreiches für Sie tut. In Psalm 23 sehen wir: Wenn der Gute Hirte Sie führen soll, bedeutet dies, dass Sie zunächst etwas tun müssen.

WARUM ES GUT IST, GEFÜHRT ZU WERDEN Kommt gar nicht infrage, werden Sie vielleicht sagen. Hier steige ich aus. Wir sind gerade erst im zweiten Kapitel angekommen, und schon will Jesus, dass ich etwas tue. Doch warten Sie erst einmal. Der Auftrag, den wir bekommen, zeigt nämlich ganz grundlegend auf, was es bedeutet, wenn Jesus für uns sorgt. Er liebt uns so sehr, dass er von uns

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etwas Wichtiges verlangt, obwohl wir selbst gar nicht so genau wissen oder wissen wollen, wie das geht. Aber es wird uns gefallen. Wörtlich heißt es nämlich in Vers 2: »Er lagert mich auf grünen Auen.« Natürlich können wir uns auch auf einen felsigen Untergrund legen, wenn wir das wollen. Oder in die Hitze und den Dreck. Aber Jesus sagt: Leg dich auf die grüne Wiese. Ruh dich aus. Versuch nicht, all die Ergebnisse selbst zu beeinflussen. Mach eine Pause mitten in deinem verrückten Alltag und erkenne an, dass ich ein Guter Hirte bin und dein Bestes im Sinn habe. Und übrigens, wo du schon daliegst, iss doch auch ein bisschen von dem grünen Gras. Gestatte mir, dass ich deiner Seele Nahrung gebe. Denn das ist die Art, wie ich wirke. Ich liebe dich und kümmere mich um dich, und alle Weisungen, die ich dir gebe, sind gut für dich. Wenn Gott uns als seine Schafe bezeichnet, dann spiegelt sich darin wider, wie wir gestrickt sind. Es ist nicht unbedingt ein Kompliment. Schafe brauchen Führung. Gott will uns mit diesem Vergleich nicht sagen, dass wir süß und kuschlig sind, sondern dass wir die Dinge nicht mit dem nötigen Urteilsvermögen betrachten. Wir ruhen uns nicht einmal aus, wenn wir es sollten. Wenn es um Entscheidungen geht, die unserem Wohlbefinden dienen, sind wir nicht gerade wahnsinnig intelligent. Der Gute Hirte führt uns zum frischen Wasser. Wörtlich übersetzt hieße es »zum stillen Wasser«. Ahnen Sie, warum er das tut? Weil Schafe sich selbst nicht gut einschätzen können. Wenn ein Schaf einen Fluss mit starker Strömung sieht, meint es, dies sei ein guter Ort, um den eigenen Durst zu stillen. Es denkt nicht darüber nach, dass es sozusagen in fünf dicke Wollpullover gekleidet ist. Der Anblick von Wasser versetzt es in solche Begeisterung, dass es sofort seinen Kopf in den reißenden Fluss steckt. Die fünfzehn Pfund Wolle saugen sich mit Wasser voll. Und platsch – landet das Schaf im Fluss und treibt auf die Stromschnellen zu. Hilfe suchend schaut es sich nach dem Hirten um – määääh!

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Glücklicherweise hat der Gute Hirte einen Hirtenstab dabei, einen langen, dicken Stock mit einem Haken am Ende. Sobald wir uns auf etwas zubewegen, das auf den ersten Blick gut aussieht, uns aber schlussendlich ins Verderben führt, zieht Jesus uns wieder dorthin zurück, wo wir in Sicherheit sind. Vorausgesetzt natürlich, wir lassen ihn das tun. Gott zwingt uns nicht dazu, ihm zu folgen. Manchmal bekommen wir am reißenden Fluss nur eine nasse Nase, weil Jesus uns schnell wieder einfängt. Manchmal wehren wir uns gegen den Hirtenstab und springen, ohne zu zögern, in den Fluss. Und dann geraten wir in die Stromschnellen, sind mit unserem vollgesogenen Fell viel zu schwer und werden vom Gewicht unserer törichten Entscheidungen hinuntergezogen. Wir haben dem Hirten schon so lange den Rücken gekehrt, dass der Fluss uns nun fortspült und ins Verderben reißt. Wir treiben aufs offene Meer zu. Ich weiß, dass ich einen Guten Hirten brauche. Ich bin zwar seit vielen Jahren Christ, aber ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich die Führung meines Lebens immer wieder an Gott abgeben muss. Viel zu sehr neige ich dazu, meinen Kopf in irgendeinen reißenden Fluss zu stecken, der für mich verlockend aussieht. Die Entscheidungen, die ich treffe, sind nicht immer so intelligent, wie ich meine. Ich ruhe mich meistens nicht auf grünen Wiesen aus, darum bin ich dankbar, dass mein Guter Hirte mich dazu auffordert. Ich brauche seine Nähe und ich habe es nötig, auf seine Stimme zu hören, wenn er sagt: Nein, Louie, hier trinken wir nicht. Wir begeben uns nicht an den Rand der Niagara-Fälle, um dort unseren Durst zu stillen. Komm lieber hierher zu diesem ruhigen Teich. Trink an diesem stillen Gewässer – und lebe. Uns zu einem ruhigen Gewässer zu führen ist eine der Hauptaufgaben des Hirten, und das ist ein wichtiger Punkt, den ich in diesem Buch ausführen möchte – denn es geht darum, die Schlacht zu gewinnen, die um unser Denken tobt. Darum erwähne ich diesen Gedanken bereits in diesem Kapitel. Um es mit einem einzigen Wort auszudrücken: Der Gute

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Hirte ist … gut. Weil Jesus uns so sehr liebt, hat er bei allem, was er tut, letztendlich immer unser Wohlergehen im Blick. Die Güte Gottes findet sich in allem, was er ist, sagt und tut. Allerdings möchte ich mich in meinen Ausführungen eher auf den mittleren und letzten Teil von Psalm 23 konzentrieren, weil wir hier auf den bereits erwähnten »Dennoch-Glauben« hingewiesen werden. Wenn dieser Glaube in uns wächst, verändert sich unser Leben zum Guten. In Vers 4 finden wir diesen Gedanken und er gibt den Tenor der folgenden Verse vor: »Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück.« Erkennen Sie den »Dennoch-Glauben« in diesem berühmten Vers wieder? Es ist erstaunlich, dass der Gute Hirte mit uns durch das finstere Tal des Todes geht. Gott ist bei uns auch in höchster Not. Er steht uns bei, wenn ein geliebter Mensch krank wird. Wenn wir jemanden, der uns sehr wichtig war, beerdigen müssen. Er ist uns nahe, wenn unser Herz gebrochen wird. Wenn wir etwas Gutes verlieren, auf das wir gehofft haben. Vielleicht erleben wir, wie eine Beziehung zerbricht oder ein Traum zerplatzt. Wir haben uns für einen Ausbildungsplatz beworben, aber es hat nicht funktioniert. Wir wollten einen bestimmten Job, aber wir haben ihn nicht bekommen. Wir dachten, jemand interessiere sich für eine feste Beziehung mit uns, aber dann stellte sich heraus, dass die Person einfach nur so mit uns befreundet sein wollte. Wir wünschten uns ein Kind mit unserem Ehepartner, doch dann schloss sich das Zeitfenster. Im finsteren Tal können wir jeden erdenklichen Verlust erleiden. Verluste sind Teil unserer Lebensgeschichte. Wir alle durchleben Zeiten der Trauer, Enttäuschung und Entmutigung. Und deshalb ist es so entscheidend, dass König David, obwohl er so große Not durchlebte, dennoch sagte: »Ich fürchte kein Unglück.« Der Gute Hirte war da, um ihn zu leiten und ihn zu trösten. So wie wir das Gebet Habakuks für unser persönliches Leben formulieren können, dürfen wir es auch mit diesem Psalm tun.

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Wie aber können wir ehrlich sagen, dass wir uns nicht fürchten? Die Antwort finden wir im zweiten Teil von Vers 4. Wir werden nicht alle unsere Probleme lösen können. Wir können nicht alle Schwierigkeiten vermeiden, die uns begegnen. Dennoch brauchen wir kein Unglück zu fürchten, denn der Gute Hirte ist mit uns. Sein Stecken und Stab trösten uns. Diesen Gedanken sollten wir nicht rasch überfliegen. Wir sollten ihn uns genauer anschauen. Sorgfältig. Gott der Allmächtige ist bei uns. Ganz gleich, welche Schwierigkeiten Sie gerade durchleben, die gute Nachricht lautet nicht nur, dass Gott Ihnen helfen wird. Die Botschaft lautet vielmehr, dass Gott bei Ihnen ist. Er ist bei Ihnen in Krankheit. Er steht neben Ihnen am Grab. Er ist bei Ihnen, wenn Gott, der Allmächtige, ‒ Ihr Guter Hirte ‒ ist Ihre Bewerbung abgelehnt wird. Wenn bei Ihnen mitten in den Sie eine schlechte Nachricht bekommen. Schwierigkeien, die Sie Bei der Chemotherapie. In jedem Sturm, durchleben müssen. bei jedem Windstoß, in der Anfechtung, im tiefen Tal. Gott, der Allmächtige, – Ihr Guter Hirte – ist bei Ihnen mitten in den Schwierigkeiten, die Sie durchleben müssen. Diese Erkenntnis verändert einfach alles, sie verändert auch unser Gebet. Wir müssen dann nämlich nicht mehr bitten: Gott, ich befinde mich mitten im Sturm – bitte hilf mir, sondern: Gott, ich befinde mich mitten im Sturm. Danke, dass du bei mir bist. Du stärkst mir den Rücken. Wie können wir das gemeinsam bewältigen? Friede, ein innerer Sieg und Freiheit stellen sich nicht ein, wenn wir nur dasitzen und uns wünschen, wir hätten keine Probleme und kein Leid. Nein, die Realität ist, dass wir alle durch ein finsteres Tal geführt werden, wie auch immer dieses aussieht. Jesus verspricht uns in Psalm 23, dass wir Frieden, den inneren Sieg und die Freiheit mitten in Problemen, Leid und Verlust erfahren werden. So entwickelt sich unser »Dennoch-Glaube«. Wir leben, indem wir wissen, dass Gott, der Allmächtige, mitten in einer zerbrochenen Welt bei uns ist.

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EIN GEDECKTER TISCH MITTEN IN KONFLIKTEN Der fünfte Vers von Psalm 23 ist einer der kraftvollsten in der ganzen Bibel. Wir werden uns ihm in weiten Teilen dieses Buches widmen, und zwar in immer größer werdenden Kreisen. Ein paar Gedanken, die zu diesem Punkt führten, möchte ich Ihnen hier schon einmal vor Augen führen. Der Vers nimmt nämlich eine schöne Wendung. Es heißt hier ja: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Ich bin mir sicher, dass ich diesen Vers anders formuliert hätte, wenn der Psalm von mir wäre. Dass Gott einen Tisch für mich deckt, finde ich einfach wunderbar. Allerdings müsste es meiner Meinung nach ein Tisch im Angesicht Gottes sein. Nicht im Angesicht meiner Feinde. Also wirklich, Gott – wenn ich das geschrieben hätte, dann hättest du mir einen Tisch am Fenster gedeckt, damit ich während des Essens zuschauen kann, wie du meine Feinde besiegst! Wirf sie hier raus. Ich will meine Feinde nicht in der Nähe haben, wenn ich esse – schon gar nicht beim Dessert. Aber so steht es nicht in Psalm 23,5. Gott hat den Tisch mitten in der Schlacht gedeckt. Er ist beladen mit den herrlichsten Delikatessen – alles wirklich gute Nahrung für uns –, und doch steht der gedeckte Tisch mitten in dem Raum, wo die Chemotherapie stattfindet. Gott hat das Silberbesteck aufgelegt und uns eingeladen, mit ihm zu speisen – und doch steht der Tisch genau dort, wo unsere Familie gerade auseinanderbricht. Dort, wo die beruflichen Belastungen sind. Die spannungsreichen Beziehungen. Mitten im Zentrum des Leids und der Konflikte, der Missverständnisse und Anfeindungen, der Depression und des Todes. Was auch immer es ist, womit wir zu kämpfen haben – der gedeckte Tisch steht mitten im Geschehen, im Epizentrum des Konflikts. Haben Sie den Tisch jetzt gerade vor Augen? Manchmal verwendet die Bibel den Begriff Tisch als bild-

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haften Ausdruck für Gottes Heil, seinen Frieden und seine Gegenwart. Jeder jüdische Zuhörer wusste sofort, was es bedeutete, von jemandem an dessen Tisch eingeladen zu werden, vor allem wenn es sich dabei um den Tisch des Herrn handelte. In früheren Zeiten, bevor Jesus Mensch wurde und uns als Retter und Freund begegnete, wurde Was auch immer es ist, Gottes Gegenwart auf verschiedene Weiwomit wir zu kömpfen sen deutlich. Als Wolke. Als Feuer. Als haben ‒ der gedeckte Rauch, der den Raum erfüllte. Im Verlauf Tisch steht mitten im der Geschichte Gottes mit seinem Volk Geschehen, im Epizenwies er dieses an, ihm ein heiliges Zelt zu trum des Konflikts. errichten. An diesem Ort durfte der sündige Mensch dem heiligen Gott begegnen. In diesem Zelt stand unter anderem ein Tisch und darauf befand sich das Brot der Gegenwart Gottes. »Und du sollst auf den Tisch Schaubrote legen, die vor meinem Angesicht sind allezeit.« (2 Mose 25,30) Heute lädt uns derselbe heilige Gott dazu ein, mit ihm zu speisen, und diese Einladung hat einen hohen Preis: Jesus. Die Erlösung ist vollendet, wenn die Abtrünnigen von nun an Gemeinschaft mit Gott haben und das Fest mit ihm gemeinsam genießen. In Jesaja 25,6 heißt es: »Auf dem Berg Zion wird der Herr, der allmächtige Gott, alle Völker zu einem Festmahl mit köstlichen Speisen und herrlichem Wein einladen.« Und in Lukas 13,29 lesen wir: »Aus der ganzen Welt, aus Ost und West, aus Nord und Süd, werden die Menschen kommen und in Gottes Reich das Freudenfest feiern.« Alle sind am Tisch des Heils Gottes willkommen. Der Tisch, der in Psalm 23,5 beschrieben wird, ist jedoch ein Tisch der Gemeinschaft. Er ist nur für Sie und den Guten Hirten bestimmt. Doch keine Sorge! Diese Einladung ist nicht so exklusiv, dass nur eine einzige Person von Gott zu Tisch gebeten wird. Sie ist nur in dem Sinne exklusiv, dass jeder, der vom Guten Hirten geführt wird, an Gottes Tisch zum Essen eingeladen wird. Der Feind ist hier nicht willkommen. Wenn Sie

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Christus nachfolgen, dann hat Gott einen solchen Tisch für Sie gedeckt. Stellen wir uns diesen Tisch einmal gemeinsam vor. Zwei Plätze befinden sich einander gegenüber. Der Gute Hirte steht auf der einen Seite des Tisches, Sie auf der anderen. Bevor Sie beide Platz nehmen, lassen Sie Ihren Blick über das Mahl gleiten, das vor Ihren Augen aufgetragen ist. Ihr Tisch wird anders gedeckt sein als meiner. Natürlich ist es der Tisch des Herrn, aber er hat ihn extra für Sie gedeckt. Mit all dem, was Sie besonders gern essen. Ein gutes Essen. Ein gesundes Essen. Reichhaltig. Mehr als genug. Sie müssen nicht alles aufessen. Es ist keine Einladung zur Völlerei, sondern ein wahres Fest, das Ihre tiefsten Sehnsüchte stillt. Auf dem Tisch befindet sich ein Mahl, das Sie satt und zugleich frei macht. Die Ihnen am nächsten befindliche Platte ist mit leckeren Früchten als Vorspeise beladen. Sie sehen sonnenverwöhnte Erdbeeren vor sich. Saftige Wassermelonen. Reife Trauben. Frische Äpfel. In einer Schüssel werden Salate angeboten. Ein knackiger Romana mit einem Dressing aus nativem Olivenöl, fein gehobeltem Parmesan und frisch gemahlenem Pfeffer. Bestreut mit knusprigen Croutons, die von einem frisch gebackenen Brotlaib stammen. Sie mögen keinen Caesar-Salat? Vielleicht lieber einen nach Art des Hauses mit frischen Tomaten und Gurken? Daneben eine üppige Wurstplatte? Ein himmlisches Aroma breitet sich aus und steigt Ihnen in die Nase. Auf einer weiteren Platte befindet sich das Hauptgericht. Für die Fleischesser ist es ein gegrilltes Steak – goldbraun, außen knusprig, innen medium, einfach verführerisch. Oder eine frische Forelle, wenn Ihnen das lieber ist. Für die Vegetarier ist Pasta angerichtet: Orecchiette in Broccoli-Rahmsoße. Oder gefüllte Paprika nach mexikanischer Art. Leckere Enchiladas mit schwarzen Bohnen. Heiß serviert und appetitlich dekoriert. Ach ja, hatte ich das Dessert schon erwähnt? Käsekuchen.

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Heißer Apfelstrudel mit cremigem Vanilleeis. Schwarzwälder Kirschtorte. Brownies. Donuts mit verschiedenen Glasuren. Kokos-Cremetorte. Gerade wollen Sie sich auf das leckere Essen stürzen – Sie und der Gute Hirte stehen noch hinter Ihren Stühlen –, da merken Sie plötzlich, dass Sie nicht allein sind. Am Tisch befinden sich zwar nur Sie selbst und der Gute Hirte, aber um Sie herum stehen eine Menge Leute. Sie gehören zu den Besonderheiten des Festmahls, denn es handelt sich hier um Ihre Feinde, die anscheinend immer noch in Sichtweite sind. Und ganz und gar nicht glücklich darüber, dass Sie hier sind. Sie schauen finster drein. Beschimpfen Sie. Kritisieren Sie. Sagen Dinge über Sie, die nicht wahr sind. Sie wollen Ihre Bemühungen untergraben. Sie sind voller Hass. Manche würden Sie am liebsten von hinten erstechen. Diese Leute, von denen Sie umringt sind, stehen stellvertretend für Ihre Not. Ihre Probleme. Ihre Belastungen. Sie sind umzingelt von Katastrophen, Druck, Angst, Abhängigkeiten, Trennungen, Depressionen, zerbrechenden Familien, von allen Arten des Schmerzes. Und dann geschieht das Undenkbare. Mitten in all dem Unglück und Stress ruft der Gott des Himmels Sie mit Namen und sagt: »Bitte, nimm doch Platz.« An diesem Punkt denken wir vielleicht, es sei doch völlig klar, dass wir das Angebot des Guten Hirten annehmen. Aber heutzutage, in dieser schnelllebigen Gesellschaft, können Sie und ich uns da nicht mehr so sicher sein. Es ist sogar viel wahrscheinlicher, dass wir uns für ein großartiges Social-Media-Foto in Szene setzen. Wir klettern auf einen Stuhl, um den richtigen Winkel zu bekommen, und posten das Bild dann in unserem Feed unter dem Titel: »Hatte heute ein krasses Dinner mit meinem König.« Wir haben nur die Zeit für diesen kurzen Schnappschuss, dann holen wir uns schnell einen Coffee to Go und eilen zu unserem nächsten Termin. »Vielen Dank, Jesus! Du bist echt der Beste. Ich liebe dich dafür. Aber das ist alles

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wirklich viel zu viel. Ich muss schnell los zu einem Meeting, ich ruf dich später noch mal an. Versprochen.« Aber es könnte auch anders verlaufen. Der Gute Hirte und Sie nehmen Platz. »Hast du Durst?«, fragt er und füllt Ihr Glas mit dem frischesten Wasser. Verblüfft und verwundert versuchen Sie zu verarbeiten, was da gerade passiert. Schenkt der Gott des ganzen Universums mir hier gerade ein Glas Wasser ein? Sie beißen in eine Erdbeere. Sie nehmen sich von dem heißen Kartoffelgratin und probieren den ersten Bissen von dem saftigen Steak. Das ist das Bild des »Dennoch-Glaubens«. Obwohl ich von Feinden umgeben bin, hat Gott dennoch für mich den Tisch gedeckt und ich werde mit ihm gemeinsam dort Platz nehmen. Gott ist nicht knauserig. Er besitzt keine geizige Mentalität, sondern eine äußerst großzügige, und alles schmeckt so wunderbar, wie es aussieht. Sie essen und essen und essen, und es ist eine herrliche Mahlzeit. Das ist eine Erfahrung, die Sie immer wieder machen dürfen, in jedem Moment, für den Rest Ihres Lebens. Diese Mahlzeit steht im Mittelpunkt Ihrer persönlichen Beziehung zu Gott dem Allmächtigen. Er verspricht uns nicht, den Konflikt zu beseitigen. Er entreißt uns nicht der Realität unserer Schwierigkeiten. Aber er hat versprochen, vor uns einen Tisch im Angesicht unserer Feinde zu bereiten. Doch eines sollten wir dabei nicht vergessen: Trotz des herrlichen Essens, auf das wir uns stürzen dürfen, geht es hier nicht um das, was auf dem Tisch steht. Das wahre Wunder dieser Mahlzeit ist nicht das Essen. Es ist derjenige, der mit uns am Tisch sitzt.

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EINE MAHLZEIT MIT DEM ALLMÄCHTIGEN GOTT Auf den folgenden Seiten soll es darum gehen, wie sich unser Leben zum Positiven verändert, wenn wir erkennen und annehmen, dass Gott uns an seinem Tisch versorgt. Das Gute, das daraus entsteht, Das größte Geschenk ist real und von großer Bedeutung, zum für uns besteht nicht in Beispiel der Sieg über die Sünde und ein dem, was Gott uns gibt. Es ist Gott selbst. klarer Verstand; Freiheit von Zwängen und die Fähigkeit, unsere Ängste zu kontrollieren. Dennoch ist es wichtig, sich von Anfang an klarzumachen, dass das größte Geschenk für uns nicht in dem besteht, was Gott uns gibt. Es ist Gott selbst. Das ist die starke Botschaft, die im Zentrum dieses Buches stehen soll. Gott sitzt mit uns am Tisch. Gott geht mit uns durch das finstere Tal. Wir sind zu einer Beziehung mit dem allmächtigen Gott eingeladen. Das hier ist kein Ratgeber, der ihnen den Weg in ein schmerzfreies Leben in drei Schritten aufzeigt. Es ist ein Buch der Anbetung, wo wir Jesus auf eine neue und biblische Art zu sehen lernen und ihm, dem großen König, mit neuer Ehrfurcht begegnen. Wir erkennen, dass unsere Identität in Jesus verwurzelt und gegründet ist, und unser Leben verändert sich, weil der Gute Hirte uns bei jedem Schritt auf diesem Weg führt. Wie schnell vergessen wir oder erkennen es erst gar nicht, mit wem wir hier Tischgemeinschaft haben. Wissen Sie, wer Ihnen hier gegenübersitzt? Lassen Sie uns bei diesem Gedanken eine Zeit lang verweilen, damit wir dessen enorme Bedeutung erfassen können. Denn in 1 Timotheus 1,17 wird Gott als »der ewige König, der unsterblich und unsichtbar ist, der alleinige Gott« beschrieben. Und er sitzt mit Ihnen am Tisch. Der Apostel Paulus beschreibt unseren Tischpartner in Römer 11,33 und 36 mit folgenden Worten: »Wie groß ist doch

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Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen und wie undurchdringlich seine Pläne! … Denn alles kommt von ihm, alles lebt durch ihn, alles vollendet sich in ihm. Ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit! Amen.« Und er sitzt mit Ihnen am Tisch. Hiob, ein geistlicher Leiter aus der Antike, beschreibt Gott mit dem Hinweis auf die Weite des Weltraums. Er sagt, die Erde sei wie über dem Nichts aufgehängt, Gott habe die Wolken mit Wasser gefüllt, und er verhülle den Vollmond mit Wolken. Gott spanne den Horizont wie einen Bogen über dem Meer und lasse die Säulen des Himmels erzittern; er bewirke, dass die Wellen des Meeres tosen, aber auch, dass der Himmel wieder klar werde. »Das alles sind nur kleine Fingerzeige«, fährt Hiob fort, »ein leises Flüstern, das wir von ihm hören! Die Donnersprache seiner Allmacht aber – wer kann sie begreifen?« (Hiob 26,14) Und er sitzt mit Ihnen am Tisch. Unser wahrer Lohn ist, dass wir gemeinsam mit Jesus speisen dürfen. Das Wunder und die Kraft von Psalm 23,5 liegen darin, dass es sich hier nicht nur um einen schönen Text handelt, den wir malen oder sticken und uns an die Wand hängen können. Mit uns am Tisch sitzt Gott, der Allmächtige! Doch wie geht es nun weiter? Die Mahlzeit ist wunderbar. Nur Sie und Jesus. Sie feiern mit ihm und genießen die unbeschwerte Gemeinschaft. Ihnen gegenüber sitzt der Große König; er und nur er allein ist Ihr wahrer und bester Lohn. Sie wissen, dass er Sie liebt. Doch wie bereits erwähnt will noch jemand – Ihr größter Feind nämlich – dazukommen; er arbeitet beständig und voller Hinterlist daran, mit Ihnen an diesem Tisch zu sitzen. Definitiv ist er nicht eingeladen, aber er weiß: Wenn er die Schlacht um Ihr Denken gewinnen kann, dann kann er Sie vernichten.

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