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lOUIE gIGLIO

Den Kampf gegen die eigenen Riesen gewinnen


Prolog

Ihr Riese wird fallen Der König bückte sich unter der Tür durch und schlurfte aus dem Zelt. Er starrte auf den Hügel gegenüber dem Heerlager. Das Frühstück lag ihm schwer im Magen. Aus dem Lager hörte man noch Kochgeschirr klappern. Feuer waren angezündet. Die Männer aßen Brot und Käse. Bald würde er wiederkommen. Der König seufzte tief auf. „Wie viele Tage sind das jetzt?“, fragte er. „Vierzig, Majestät“, antwortete sein Berater. Wachen standen rings um das königliche Zelt. Der Berater hätte gar nichts sagen müssen, der König kannte die Zahl genauso gut wie er – doch sein Leben hing davon ab, dass er dem König korrekte Antworten gab. „Siehst du ihn schon?“, fragte der König. Der Berater blinzelte, legte die Hand über die Augen und nickte. „Pünktlich wie immer, Majestät.“ Der König brummte etwas vor sich hin und warf sich die königlichen Gewänder über. Dann war er still und ließ die Schultern hängen. „HEY!“ Der Ruf hallte über das Tal. „Warum habt ihr euch nicht zum Kampf aufgestellt? … Habt ihr etwa Angst?“ Alle Soldaten im Lager der Israeliten sahen hinüber, manche mit zitternden Knien. Dieser Spott war ihnen nicht neu, aber sie

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reagierten nicht darauf. Sie erhielten keine Befehle, also konnten sie auch keine Befehle befolgen. Und es gab keine Freiwilligen. Auch wenn sie den hassten, der da vor ihnen stand, die Augen konnten sie nicht von ihm abwenden, denn keiner von ihnen hatte den Mut, ihm entgegenzutreten. Der Rufer war ein Schrank von einem Mann. Behaart, hässlich, stinkend. Sonnenverbrannt und voller Narben aus Hunderten von Schlachten. Auf seinem Kopf trug er einen Bronzehelm. Ein massiver Schuppenpanzer schützte ihn und jedes Bein steckte in einem Bronzeschaft. Ein bronzener Wurfspeer hing über seiner Schulter. In der Hand des Rufers lag ein Speer, dicker als ein Weberbaum. Vor ihm stand sein Schildträger, breit grinsend, voller Vorfreude auf den Kampf. Bei dieser Verteidigung würden nicht einmal die Pfeilschützen eine Chance haben. Hinter ihm stand eine ganze Armee. Angriff mit dem Schwert war zwecklos. Speerkämpfer und Streitwagen wären vernichtet, bevor sie etwas hätten ausrichten könnten. Der Riese war unbesiegbar. Nichts zu machen. Und das wusste er selbst am allerbesten. „Da seid ihr ja, ihr Milchbubis!“, höhnte der Riese. „Ich stehe hier für uns Philister, und ihr dient dem König Saul, nicht wahr? Mein Vorschlag ist derselbe wie gestern: ein Kampf Mann gegen Mann. Ihr wählt einen Mann. Wir wählen einen Mann. Die beiden kämpfen gegeneinander. Wer den Kampf gewinnt, gewinnt den Krieg. Ich kämpfe für die Philister. Und wer kämpft für euch?“ Und er lachte sein rohes, lautes Lachen. Der Riese kannte die Antwort. Niemand würde gegen ihn antreten. Jetzt wurde sein Lachen von Spottrufen und Pfiffen aus dem Lager der Philister begleitet. Der Berater sah zu König Saul: „Majestät, gibt es heute eine Antwort für Goliat?“ Der König überhörte die Frage. Nein, auch heute gab es keine Antwort. Gestern hatte es keine gegeben und vorgestern auch nicht. Der Berater wusste das. Die ganze Woche über hatte es keine Antwort gegeben, auch die Woche zuvor nicht – fast

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sechs Wochen lang war dieser Spott unbeantwortet geblieben. Es gab keine Antwort, weil niemand aus dem Heer der Israeliten diesen Riesen besiegen konnte. Und das wussten sie alle. Keiner wusste das besser als Saul, der größte, stärkste und erfahrenste Kämpfer der ganzen Armee. „Ist das ein ‚Nein?“, schrie Goliat. „Oder höre ich da nur Vogelgezwitscher?“ Er spuckte verächtlich aus und setzte noch eins drauf: „Ihr seid Dreck, ihr alle. Memmen. Schwächlinge. So wie euer Gott. Ich verachte euch. Ich verachte euren Gott … so lange, bis ihr gewillt seid, wie Männer zu kämpfen … Also dann bis morgen, ihr Waschlappen.“ Damit drehten sich Goliat und sein Schildträger um und kehrten ins Lager der Philister zurück. König Saul sah seinen Berater mit einem langen Seitenblick an. Er kannte die Antworten auf seine Fragen schon, bevor er sie aussprach: „Du hast im gesamten Lager nach den stärksten und mutigsten Kämpfern gesucht, nicht wahr? Wie viel Belohnung hast du ihnen versprochen?“ „Großen Reichtum“, murmelte der Berater. Jeden Tag gingen der König und er diese Punkte erneut durch. „Noch etwas?“ „Steuerfreiheit für seine Familie.“ „Stimmt. Haben wir noch etwas vergessen?“ Der Berater räusperte sich. „Die Ehe mit eurer Tochter, Majestät. Die Soldaten wissen alle, dass sie Teil der Belohnung ist.“ Der König seufzte wieder. Er sah zu Boden. „Du kannst gehen.“ Er drehte sich um und schlurfte in sein Zelt zurück. Wieder ein Tag der Niederlage.

Der Weg zum Titel dieses Buches Viele von uns sehen sich jeden Tag ähnlichen Problemen gegenüber, auch wenn das nicht Riesen im wörtlichen Sinn sind. Wir sehen uns einem unüberwindlichen Problem gegenüber,

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das uns schier zerreißt. Vielleicht ist es die Angst. Oder eine Sucht. Vielleicht unser Hang zur Aggression. Vielleicht auch ein Gefühl der Ablehnung, das jeden Bereich unseres Lebens durchzieht. Vielleicht ist es auch der heimtückische Riese der Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit. Haben Sie sich schon einmal so gefühlt wie König Saul und das israelitische Heer? Die Riesen stehen vor Ihnen, voller Spott, Hohn und Häme. Tag für Tag nehmen diese Riesen Ihnen Ihre Kraft. Sie haben schon viel versucht, um dieser Angriffe Herr zu werden, aber Sie fühlen sich wie gelähmt. Als würde etwas Sie zurückhalten. Als würden Sie ausgebremst und könnten nicht mehr vorwärtsgehen. Und im Grund wissen Sie, dass dies nicht das Leben ist, das Sie sich wünschen. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann ist dieses Buch für Sie geschrieben. Aber vielleicht sagen Sie ja wie viele andere: „Nein, ich habe keinen Riesen in meinem Leben. Ich bin in meinem Element. Das ist genau das Leben, das ich wollte.“ Doch vielleicht haben Sie ja nach diesem Buch gegriffen, weil Sie wissen, welcher Riese Ihnen täglich ins Gesicht lacht, und Sie wollen wissen, wie Sie diesen Riesen besiegen können. Ich halte es für wahrscheinlich, dass jeder von uns irgendetwas hat, das uns die Freude nimmt. Vielleicht eine Gewohnheit oder eine Erinnerung – oder Gedanken, an die wir uns gewöhnt haben. Es muss nicht gleich Alkoholismus oder Magersucht oder eine Depression sein. Riesen gibt es in allen Größen und Formen, manche eher feingliedrig und andere plump. Aber hier kommt die gute Nachricht: Gott will nicht, dass irgendetwas Ihr Leben bestimmt und Sie Tag für Tag demoralisiert. Diese Riesen schaden nicht nur Ihnen. Sie nehmen auch Gott die Ehre, die ihm in Ihrem Leben zusteht. Gott möchte, dass Sie frei sind. Er will, dass Ihre Riesen zu Boden gehen. Er möchte, dass Sie frei werden von dem, was Sie fesselt, und dass Sie sich keine neuen Fesseln anlegen lassen. Er will, dass Sie frei sind. Und Sie können frei sein! Egal, wie oft Sie schon versucht haben, sich zu befreien. Egal, wie laut die Stimme in Ihnen sagt, dass

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sich nie etwas ändern wird. Gott sagt etwas völlig anderes: Du. Kannst. Frei. Sein. Dieses Buch ist nicht einfach voll von leeren Versprechungen. Hier lesen Sie etwas von einem altbewährten Weg für ein anderes Leben. Ich weiß das, weil ich es selbst erlebt habe. Ich stand meinen Riesen Auge in Auge gegenüber. Und dann habe ich Gottes Kraft erlebt, die stärker war als alle meine Bemühungen. In den folgenden Kapiteln werde ich davon erzählen. Gleichzeitig beleuchte ich dabei die Geschichte von David und Goliat genauer. In dieser Geschichte können Sie neue Perspektiven entdecken und vielleicht sogar neue Gewohnheiten finden – und eine neue Art zu leben. Der Weg in die Freiheit ist einfach und machbar. Ich bin sicher, Sie können ihn bewältigen. Aber zuerst einmal müssen wir uns bewusst machen, dass es nicht nur ein Wunsch ist, dass Ihr Riese eines Tages zu Boden gehen wird. Nein, es ist ein Muss: Goliat muss fallen. Ja, klar, werden Sie denken – das ist ja auch der Titel des Buches. Das stimmt. Aber jedes Wort des Titels ist mit Bedacht gewählt, besonders das zweite. Wir haben lange darüber nachgedacht und viele Varianten abgewogen. Und dann haben wir uns für diesen Titel entschieden, weil damit ein Gedanke Gottes betont wird, den ich für enorm wichtig halte – für uns alle. Mit „Gedanke Gottes“ meine ich einen theologischen Grundsatz. Aber lassen Sie sich von dem Wort theologisch nicht abschrecken. Stellen Sie sich das einfach wie den Rohbau Ihres Hauses vor. Manche Balken oder Bretter sind länger oder stärker als andere, sie tragen das Gewicht. Der Grundgedanke dieses Buches ist wie ein tragender Balken in einem Haus. Er trägt Gottes Gedanken für Ihr Leben und gleichzeitig für die Ehre Gottes hier auf der Erde. Ich gehe davon aus, dass Jesus für mein Leben und für Ihr Leben einen Wunsch hat: dass wir das Leben in seiner ganzen Fülle haben sollen. Wenn wir dieses Leben haben, dann wird Gott alle Ehre gegeben, weil er uns mit dem Allerbesten versorgt.

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Wenn also das alles nach Gottes Plan geht, dann leben wir in Freiheit – und er bekommt die Ehre als derjenige, der die Riesen besiegt. Wir hatten ganz andere Titel erwogen, und zwar aufgrund des Gedankens, dass Goliat bereits gefallen ist. Das ist Vergangenheit. Und das gilt auch für alle unsere Riesen. Alles, was zu tun ist, das hat Jesus Christus bereits getan. Er hat schon alle unsere Feinde besiegt. Also haben wir überlegt, das Buch Goliat ist gefallen zu nennen. Und dann schlug jemand Goliat wird fallen vor. Eine Hoffnung für die Zukunft. Denn obwohl Christus schon alles für uns getan hat, gibt es für uns noch etwas zu tun. Das wäre ein hoffnungsvoller, glaubensvoller Titel gewesen, eine Hoffnung für die Zukunft: Es wird etwas Gutes geschehen. Aber wir sind doch dabei geblieben, dass der Titel diesen Zwang ausdrücken muss: Goliat muss fallen. Das ist ein Titel, der Kraft in sich trägt. Dieser Titel sagt: „In meinem Leben gibt es einen Riesen, der über mir steht, und er muss fallen. Jetzt. Heute. Nicht in zehn oder zwanzig Jahren. Nein, unmittelbar jetzt. Eigentlich ist mein Riese schon besiegt, weil Christus ihn besiegt hat. Und er wird besiegt werden, weil ich das, was Christus getan hat, in meinem Leben umsetzen werde. Der Riese muss fallen und wird fallen und ist bereits gefallen. Er hat mir nichts mehr zu sagen, denn Gott will, dass ich frei bin. Gott will mich befreien. Und er will die Ehre haben, dass er mein Befreier ist. Dieser Riese wird mich nicht mehr belästigen. Gott wird der Herr über meinem Leben sein. Deshalb muss Goliat fallen.“ Und doch müssen auch wir etwas für unsere Befreiung tun. Wir müssen uns Jesus ganz hingeben – im Glauben und im

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Leben, in unseren Taten. Und das werden nicht kleine, behutsame Taten sein. Das werden gnadenvolle, starke und vielleicht drastische Maßnahmen sein. Und wenn in Ihrem Kopf eine Stimme sagt: Niemals. Dein Riese wird immer bei dir sein. Das schaffst du nicht. Du musst immer so weiterleben wie bisher. Dein Leben wird sich nie ändern. Dann will ich sagen: Das ist nicht die Stimme Jesu. Deshalb kann und wird diese Stimme zum Schweigen gebracht. Jesus kam in die Welt, um ein wunderbares Werk zu vollenden. Er nahm am Kreuz für uns die Hölle auf sich, damit unsere Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden kann. Jesus stand wieder auf von den Toten, damit wir die Perspektive eines Lebens in der Verdammung abschütteln können. Damit wir aus derselben Kraft leben können, die ihn wieder zum Leben erweckt hat. Sie müssen nicht mehr mit dem hämischen, spottenden Riesen leben. Ihr Riese wird fallen. Besser gesagt: Ihr Riese muss fallen. Jesus wird ihn für Sie besiegen. Auf den folgenden Seiten werden wir sehen, wie das geschieht. Sie sind eingeladen, sich ganz auf das Werk von Jesus Christus zu verlassen und aus dem zu leben, was er für Sie gewonnen hat. Sie sind dem Leben in Fülle viel näher, als Sie denken. Das Leben in echter Freiheit ist zum Greifen nah. Ein Leben, das die Schönheit der Ehre Gottes ausstrahlt. Louie Giglio

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Kapitei 1

Größer als Ihr Riese Vor Kurzem kam eine Frau durch ihren eigenen Haus-Tiger zu Tode. Das tat mir sehr leid. Aber ich dachte auch, was die meisten klar denkenden Menschen gedacht haben müssen, als sie davon hörten: Warum sollte sich ein vernünftiger Mensch einen Tiger als Haustier halten? (Nichts für ungut, falls Sie einen bengalischen Tiger im Garten haben.) Tiger sind Fleischfresser. In der Wildnis überleben sie, indem sie ihre Beute erjagen und töten. Und ein Tiger bleibt immer ein Tiger. Warum sollte ein Mensch die Natur so weit herausfordern und versuchen, einen Tiger zu zähmen – einen geborenen Killer? Ich kann mir das lebhaft vorstellen: Als die Frau den Tiger das erste Mal sah, war er klein und verspielt. Das Tigerjunge war süß und handzahm. Drollig. Reizend. Sie hielt das Junge im Arm, und es schnurrte behaglich. So entstand eine Bindung. Sie gab dem kleinen Tiger einen Namen. Vielleicht Schuschu, oder Bubi oder Streifchen oder Fluffi. Sie nahm ihn mit nach Hause und gab ihm einen warmen Schlafplatz und einen sicheren Platz zum Spielen. Alles war gut, Tag für Tag für Tag für Tag. Bis. Fluffi.

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Groß war. Da zeigte sich das verspielte Haustier als das, was es in Wirklichkeit war. Es war kein kuscheliges Junges mehr. Es war eine wilde Bestie. Der Tiger griff an, mit dramatischen Folgen. Mit Ihren Riesen ist es nicht viel anders: mit Gewohnheiten, mit dem, was wir glauben oder was sich einfach so in unser Leben geschlichen hat. Diese „Haustiere“ sind besonders süße und knuffige Tierkinder. Zu Anfang sehen sie gar nicht so aus, als könnten sie uns schaden. Sie haben uns getröstet und uns Sicherheit gegeben. Und wir haben uns an sie gewöhnt und ihnen einen festen Platz in unserem Herzen und Denken und Leben gegeben. Aber Tierkinder wachsen. Sie werden groß. Und dann zeigen sie, was sie wirklich sind: Sie sind keine Haustiere mehr. Sie sind wilde Bestien. Drei Meter große Riesen. Sie wollen uns zerfleischen und zermalmen. Und dann wollen wir sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Aber wie?

Mein ganz eigener Haus-Riese Goliat war nicht von Geburt an drei Meter groß. Und das, was Sie gefangen hält, stand wahrscheinlich auch nicht plötzlich vor Ihnen und drohte damit, Sie zu vernichten. Vielleicht war es am Anfang irgendwie tröstlich oder stillte ein Bedürfnis tief in Ihnen. Ihr Mörder verkleidete sich als Freund, ohne den man nicht leben kann. Aber eines Tages nahm er die Samthandschuhe ab, legte seine riesigen Hände um Ihre Kehle und drückte mit aller Kraft zu. Bei mir kam dieser Punkt, als ich plötzlich in das schwarze Loch von Depression und Angst fiel. (Wenn es also in Ihrem Leben einen Riesen gibt, der Ihr Leben unerträglich macht – kann ich das verstehen.) Eine Weile nahm ich das als „Angststörung“ hin. „Angststörung“ ist schließlich eine ziemlich allgemeine und weithin akzeptierte Diagnose.

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Aber mit der Zeit konnte ich die Riesen genauer identifizieren, die mich mit aller Macht in das tiefe Loch gestürzt hatten. Als ich verstand, dass die Angst nicht irgendetwas ist, sondern ein Symptom für eine Sache (oder mehrere), hat das meinen Blick auf die Feinde von Gottes Ehre in meinem Leben grundlegend verändert. Aber an diesem Tag hatte ich, vorsichtig gesagt, einen Zusammenbruch. Für meine Umgebung war das ganz offensichtlich – und für mich nur allzu real. Das Tigerbaby war plötzlich erwachsen. Der Tiger holte zum Schlag aus und die Folgen waren verheerend – fast tödlich. Es hat mir sehr geholfen zu verstehen, warum es dazu kam. So ein Zusammenbruch kommt nicht von einem Moment auf den anderen. Er ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die uns eine ganze Weile hin und her zerren, bis wir plötzlich das Gleichgewicht verlieren. Aber wie kam ich eigentlich in das schwarze Loch von Angst und Depression? Durch genetische Veranlagung? Sicher. Dadurch, dass ich bis an meine Grenzen und oft auch darüber hinaus arbeitete und aktiv war? Zweifellos. Sorgen? Auf jeden Fall. Aber wenn ich auf die Zeit zurückblicke, sehe ich da auch die Fußabdrücke meiner beiden ganz eigenen Hausriesen: Kontrolle und Anerkennung. Egal wo ich bin, will ich meine Umgebung verändern. Ich will sie besser machen. Ich sehe das, was da ist, aber gleichzeitig stelle ich mir auch all das vor, was da sein könnte. Das passiert einfach, wenn ich durch die Stadt fahre oder an einer roten Ampel warte, wenn ich in einem Restaurant bin oder in Haiti durch einen Slum gehe, wenn ich im Transferbereich eines Flughafens sitze oder im Wartezimmer eines Arztes. Egal wo. Egal wann. Ich denke darüber nach, was ich anders machen könnte. Wie ich eine Vision entwickeln oder andere von dieser Vision überzeugen könnte. Natürlich ist es gut, wenn jemand Veränderungsbedarf sieht und bei Veränderungen vorangeht. Aber da kann sich leicht der Mini-Riese Kontrolle einschleichen. Vielleicht wissen Sie ja, was ich meine: Wir würden gern alles genau planen, vor

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allem die Zukunft unserer Kinder. Wir wüssten gern, wie sich die Aktien entwickeln. Zu gern würden wir die Gespräche unter unseren Mitarbeitern steuern, damit alle das Richtige denken und zu den richtigen Schlüssen kommen. Und vielleicht liegen Sie, wie ich, nachts wach (wenn wir eigentlich schlafen sollten) und grübeln, wie Sie am besten an das Problem herangehen, damit sich das gewünschte Ergebnis einstellt. Es ist durchaus lobenswert, wenn man ein großes Ziel vor Augen hat. Aber wenn wir versuchen, alles zu kontrollieren, endet das in einer Katastrophe. Denn irgendwann brechen alle Kontroll-Freaks zusammen, weil in Wirklichkeit keiner von uns die Kontrolle über irgendetwas hat. Und dann gibt es da den Riesen der Anerkennung. Wenn das Bedürfnis nach Kontrolle und das Bedürfnis nach Anerkennung zusammenkommen, ist die Katastrophe schon vorprogrammiert. Ich habe das gemerkt, als wir mitten in einer Gemeindegründung steckten. Bevor wir die Passion City Church gründeten, hatte ich als Prediger und Redner auf Konferenzen und mit vielen Diensten schon genug zu tun. Im Grunde mehr als genug. Wir haben Großveranstaltungen in Sportstadien organisiert und ein Plattenlabel gegründet, um christliche Musik in alle Welt zu bringen. Ich habe hier und da und überall gesprochen. Und wenn mich die Leute an einem Ort nicht wollten, gab es gleich eine Möglichkeit, woanders zu sprechen. Auf einer anderen Konferenz. Vor anderen Menschen. Mit neuer Entschlossenheit, dort etwas Neues anzufangen. Wenn man aber eine Gemeinde gründet, schlägt man Wurzeln. Und wenn man Woche für Woche vor denselben Leuten steht, merkt man schnell, dass man es nicht allen recht machen kann. Das war traurig, denn ich dachte, dass ich alle glücklich machen könnte (hier spricht die Kontrolle). Und das wollte ich unbedingt, mehr als ich mir selbst eingestand. Ganz am Anfang dieser Zeit bekamen meine Frau Shelly und ich eine E-Mail von einem Freund. Und diese E-Mail räumte sofort auf mit der Annahme, dass eine Gemeindegründung etwas Sim-

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ples ist, oder dass gute Absichten immer anerkannt werden. Als der Riese der Kontrolle auf den Riesen der Ablehnung traf und die beiden schließlich heirateten, griffen sie mich gemeinsam an, fesselten mich und stürzten mich in den Abgrund. Und daran war niemand anderes schuld als ich selbst. Einst kleine und beherrschbare Charakterschwächen waren groß geworden und überragten mich. Sie verspotteten mich. Und sie verspotteten meinen Gott. Ich war ein Kontroll-Freak, der feststellen musste, dass er nichts mehr kontrollieren konnte. Ich suchte Anerkennung und musste feststellen, dass die anderen nicht alles gut fanden, was ich tat. Die kleinen Tiger waren zu ausgewachsenen Feinden geworden, mit denen ich zu kämpfen hatte. Das sind (ich hätte fast waren geschrieben, aber das trifft es leider nicht ganz) zwei meiner persönlichen Riesen. Und wie ist das mit Ihnen?

Was uns zum Schweigen bringt Einige von Ihnen haben sicher nach dem Buch gegriffen, weil Sie sofort wussten, was ich meine. Sie kennen Ihre Riesen ganz genau. Sie mussten nicht einmal darüber nachdenken, denn Sie kämpfen ja jeden Tag gegen sie an. Andere wissen nicht genau, wie sie ihr Problem beschreiben sollen. Sie wissen nur, dass etwas nicht stimmt und dass sie etwas dagegen tun möchten. Wie dem auch sei, es ist auf jeden Fall gut, wenn man weiß, welche Arten von Riesen uns am meisten schaden können. • Vielleicht wird Ihr Leben ja vom Riesen der Angst regiert. Das bedeutet nicht, dass wir ständig mit den Knien schlottern. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass die Angst in unserem Leben eine große Rolle spielt. Sie bringt uns durcheinander. Wir haben vielleicht Angst vor der Nacht. Die Angst fängt an, uns zu bestimmen. Und wir

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bemerken, wie dadurch Gott die Ehre genommen wird, die er in unserem Leben haben könnte. Vielleicht haben Sie auch mit Ablehnung zu kämpfen. Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Deshalb denken wir, dass wir alles perfekt hinkriegen müssen – sonst bekommen wir nicht die Anerkennung, nach der wir uns so sehr sehnen. Wir haben Angst, dass uns die anderen nur dann lieben, wenn wir das gewünschte Ergebnis liefern. Wenn wir mal eine Pause machen oder etwas abliefern, was nicht perfekt ist, wenn wir etwas Falsches sagen oder nicht passend gekleidet sind, wenn wir mal nicht ganz so schnell sind wie bisher – dann wird sich die schöne Anerkennung schnell in Luft auflösen. Vielleicht hat Sie auch der Riese Bequemlichkeit im Griff. Es ist nicht falsch, sich etwas zu gönnen, das uns wirklich hilft zu entspannen. Aber Bequemlichkeit kann ganz schnell zum Problem werden, wenn sie zu Anspruchsdenken oder gar Gleichgültigkeit gegenüber anderen führt. Wenn wir die Wahl haben, entscheiden wir uns oft für den leichten Anstieg, das Minimum an Aufwand, die leichteste Aufgabe oder für die schönen Dinge des Lebens. Aber es könnte sein, dass der Weg des geringsten Widerstandes nicht der ist, auf dem Jesus uns haben möchte. Vielleicht macht uns der Riese Wut zu schaffen. Das ist nicht unbedingt Jähzorn. Aber da brodelt etwas in uns. Und manchmal lässt sich das nicht unter dem Deckel halten. Ab und zu gehen wir ohne erkennbaren Grund in die Luft. In der Wut rutscht uns etwas heraus, und dann wünschen wir, wir könnten es zurücknehmen. Wir merken, dass diese Wut nicht zur Ehre Gottes dient, aber wir können scheinbar nichts dagegen tun. Vielleicht hat uns eine Sucht im Griff. Es gibt viele verschiedene Süchte und die meisten Menschen haben mit mindestens einer von ihnen zu kämpfen. Das kann eine Substanz sein oder ein Verhalten, das uns kontrolliert: Alkohol, Dro-

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gen, Pornos, Glücksspiel, Shopping oder Frustessen. Vielleicht ist es aber auch etwas viel Subtileres: die falsche Art Freunde. Die falsche Art von Gedanken. Vielleicht denken wir, wir müssen immer die Verantwortung für andere übernehmen und das tun, was sie eigentlich selbst tun sollten. Oder wir fühlen uns als Opfer, wenn wir nicht den Respekt oder die Liebe bekommen, die uns unserer Meinung nach zusteht. Vielleicht sind wir immer in einer Verteidigungshaltung. Oder ständig voller Kritik. Oder wir manipulieren andere. Oder wir geben ihnen die Schuld für alles Mögliche. Unsere Gefühle beeinträchtigen die Beziehungen, die uns wichtig sind, und wir wissen nicht, was wir dagegen tun sollen. Na ja, so bin ich eben, sagen wir – und manchmal glauben wir diese Lüge sogar. Vielleicht tolerieren wir dieses schädliche Element zuerst, auch wenn wir wissen, dass Gott so etwas nicht in unserem Leben haben möchte. Vielleicht versuchen wir, seine Existenz zu rechtfertigen. Wir ringen damit und wünschten, es wäre weg. Es ärgert uns, dass dieses schädliche Element überhaupt in unserem Leben ist, aber wir lassen es auf jeden Fall mietfrei bei uns wohnen. Und ehe wir uns versehen, hat dieses schädliche Element sich dauerhaft bei uns eingenistet. Es wächst und wird ein Riese. Routine schleicht sich ein. Unser Riese wird zur Gewohnheit: Wir gewöhnen uns an, so zu denken oder zu handeln. An manchen Tagen kämpfen wir dagegen an, doch das Problem scheint nie vollständig zu verschwinden. Aber wie werden wir unsere Riesen los? Jesus bietet allen seinen Nachfolgern das Leben in Fülle an. „Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“, sagt Jesus. Und er setzt dagegen: „Ich aber bringe Leben – und dies im Überfluss.“ (Joh 10,10) Jesus ist nicht auf die Erde gekommen, am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden, damit wir uns mit einem kleinen Teil von dem zufriedengeben, was Gott uns zu bieten hat. Jesus wollte, dass wir aufleben (siehe 1

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Thess 3,8). Jesus wollte also, dass wir echtes Leben haben. Das bedeutet, dass wir in Freiheit leben können – in der Kraft dessen, was er für uns getan hat. Das beginnt damit, dass wir sehen und glauben: Egal, wie groß der Riese ist, gegen den wir kämpfen – Jesus ist immer noch größer. Drei Meter sind für Jesus nicht sehr viel. Und Jesus will uns aus der Macht des Riesen retten. Wenn wir die Geschichte von David und Goliat betrachten, werden wir uns das vor Augen malen. Sicher kennen Sie die Geschichte schon. Wenn nicht, machen Sie sich auf etwas gefasst. Das ist Action pur – und eine Geschichte, die unter die Haut geht. Ich kenne sie seit meiner Kindheit. Aber in den letzten Jahren habe ich diese Geschichte ganz neu für mich entdeckt. Und das hat mein Leben verändert. In dieser Geschichte können wir Jesus sehen. Wir sehen, wie er gegen unsere Riesen kämpft und sie besiegt.

Ein Junge kommt ins Tal des Todes An dieser Stelle etwas zum Hintergrund der Geschichte von David und Goliat: Die Philister waren in den Krieg gezogen gegen die Israeliten, das Volk Gottes. Und das nicht nur einmal. Die Philister griffen Israel immer wieder an und so kam es oft zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Philister hatten ihren eigenen Gott – einen Götzen, den wir noch kennenlernen werden. Sie waren verbissen und grausam. Und sie hassten das Volk, das dem einen wahren Gott diente. Bei diesen Auseinandersetzungen behielten die Philister oft die Oberhand. Und so war es auch am Ausgangspunkt dieser Geschichte. Das kann man in 1. Samuel 17 nachlesen. Und damit steigen wir direkt in die Geschichte ein. Wir befinden uns in einem Tal im alten Israel. Der Fluss Elah durchfließt das Tal, ein Tal voller Gras, Bäume und Felsen. Hier gibt es sogar Eichen. Deshalb wird das Tal auch „Ei-

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chental“ genannt. Das mag vielleicht idyllisch und einladend klingen. Ist es aber nicht. Denn dieses Tal wird in Kürze das Tal des Todes sein. Auf beiden Seiten des Flusses erheben sich Hügel. Die Philister hatten ihr Lager auf den Hügeln auf der einen Seite des Flusses aufgeschlagen, die Israeliten auf der anderen Seite. Nachts schliefen die Soldaten in ihren Zelten und morgens begaben sie sich zum jeweiligen Kampfplatz. Von Hügel zu Hügel konnten sie sich direkt in die Augen starren. Zu Beginn unserer Geschichte wird aber nicht wirklich viel gekämpft. Das Heer der Israeliten konnte nicht weiter vorrücken – und dafür war dieser Grobian von Goliat verantwortlich: ein riesiger Philister, fast drei Meter groß, ein ausgezeichneter Kämpfer, finster und Furcht einflößend, mit einem mächtigen Bart und undurchdringlicher Rüstung. Jeden Tag stellte sich Goliat auf und brüllte den Israeliten Beleidigungen zu. Er marschierte mit seiner Armee einfach ins Tal hinab, sah wütend auf die Israeliten auf dem gegenüberliegenden Hügel und brüllte voller Verachtung: „Feiglinge! Ihr und euer Gott seid zu schwach, um es mit uns aufzunehmen. Ich fordere euch und euren Gott heraus. Wenn irgendwer den Mumm hat, mit mir zu kämpfen, soll er herkommen. Wer diesen Kampf gewinnt, gewinnt den Krieg. Ist doch ganz einfach – ihr müsst mich nur besiegen.“ (Zugegeben, in 1. Samuel steht es etwas anders, aber Sie können sich nun vorstellen, wie die Stimmung war.) Und das brüllte Goliat Tag für Tag. Eine Woche verging. Zwei Wochen. Drei Wochen. Vier. Und jeden Tag beschimpfte Goliat die Israeliten. Und Tag für Tag wagte es keiner der Israeliten, gegen ihn zu kämpfen. So ging das vierzig Tage lang. Und auch dann war noch keiner aus der gut ausgebildeten Armee von Israel bereit, allein gegen Goliat zu kämpfen. Goliat muss inzwischen eine Menge Beleidigungen losgeworden sein. Er brüllte und drohte. Er beschimpfte und verspottete Israel. Er machte Propaganda, versuchte es mit Überredungs-

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kunst und Hohn. Und immer noch wollte keiner gegen ihn antreten. Die israelitische Armee war eingeschüchtert. Demoralisiert. Gelähmt. Am Ende. Und das alles wegen einer Stimme. Eine einzige Stimme hatte ausgereicht, um die Israeliten völlig zu lähmen. Können Sie das nachvollziehen? Die Israeliten hatten den Kampf schon verloren, obwohl sie noch gar nicht gekämpft hatten. Schauen wir uns das noch einmal an. Man kann gar nicht genau sagen, warum die Israeliten sich so einschüchtern ließen. Sie hatten eine wunderbare Geschichte mit Gott. Gott hatte sie als sein Volk erwählt. Er wohnte unter ihnen. Sie mussten nur ihre eigene Geschichte ansehen. Gott hatte sie wunderbar aus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt. Er hatte das Meer vor ihnen geteilt, sodass sie trockenen Fußes hindurchgegangen waren. Als sie in Sicherheit waren, stürzten die Wassermassen über ihren Feinden zusammen und vernichteten diese. Gott hatte Israel durch die Wüste Sinai geführt – am Tag durch eine Wolkensäule und in der Nacht durch eine Feuersäule. Wenn sie durstig waren, brachte Gott Wasser aus Felsen hervor. Als sie Hunger hatten, gab er ihnen Manna zu essen. Er hatte sie über den Jordan geführt und in das verheißene Land gebracht. Sie hatten die stark befestigte Stadt Jericho eingenommen – durch Gottes Kraft. Der Jubelruf des Volkes hatte die Stadtmauern einstürzen lassen. Immer und immer wieder hatte Gott wunderbare Dinge für sein Volk getan. Aber sie hatten das vergessen. Sie dachten nicht mehr daran, dass ihr Gott allmächtig war. Es kam ihnen nicht in den Sinn, dass sie diesem Gott nur vertrauen und folgen mussten – und dann würden sie seine Kraft in ihrem Leben wieder genauso erfahren wie ihre Vorfahren damals. Doch ich denke, wir müssen das den Israeliten nachsehen.

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Ich selbst habe noch nie gegen einen Mann gekämpft, der fast drei Meter groß ist. Ich habe überhaupt noch nie gegen einen Menschen gekämpft – und so kann ich auch nicht behaupten, dass ich den Mut hätte, gegen einen Krieger anzutreten, der eine volle Rüstung trägt und dazu noch einen Meter größer ist als ich. Was aber, wenn dieser Krieger das Volk bedroht, das ich liebe? Dann würde ich vielleicht doch mein Glück versuchen. Besonders, wenn ich auch eine Rüstung hätte und ein Schwert dazu. Und doch war kein einziger Israelit bereit, sich diesem Kampf zu stellen. Jeden Tag ließ sich das Volk Gottes von dieser höhnischen Stimme lähmen. Wie deprimierend. Ein fluchender Schreihals lähmte die gesamte Armee des Volkes Gottes. Aber Hilfe war schon unterwegs. Und zwar von einer Seite, von der man sie nicht erwartet hätte. Am vierzigsten Tag kam ein junger Mann namens David ins Lager der Israeliten. Niemand hielt ihn für etwas Besonderes. Niemand außer dem alten Propheten Samuel. Der war einmal zum Hof der Familie gekommen und hatte David mit Öl gesalbt. Aber das war schon eine ganze Weile her. David war der jüngste von vielen Brüdern. Seine Brüder waren alle größer als er. Waren kräftiger. Sahen besser aus als er. Die Brüder waren in den Krieg gezogen. David musste zu Hause bleiben und auf den Vater und die Schafherden aufpassen. An diesem Tag war David zum Heerlager geschickt worden, um seinen Brüdern Proviant zu bringen. Im Grunde war David nur ein Laufjunge – sozusagen ein Pizzabote. Er war der, den man rief, wenn man noch etwas zu essen haben wollte.

Denk an deine Ausbildung David begrüßte gerade seine Brüder, da tauchte Goliat drüben auf dem Hügel auf und begann damit, seine tagtäglichen Beschimpfungen auf die Armee des Gottesvolkes loszulassen. Das traf David wie ein Schlag. Er dachte, er traute seinen Au-

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gen und Ohren nicht: „Sagt mal … was schreit uns dieser überwucherte Affe so an?“ Jetzt wurde die Stimme von Goliat deutlicher. Der Riese brüllte: „Ihr Idioten vertraut wohl wirklich auf den Gott Israels? Euer Gott ist doch wertlos. Ein Schwächling. Ein Nichts – so wie ihr. Unser Gott kann euren Gott zermalmen.“ David kniff seine Augen zusammen. Er presste die Lippen aufeinander. Ungläubig fragte er seine Brüder: „Wer ist dieser Komiker? Wie kann er so etwas über unseren Gott sagen? Warum sagt niemand etwas? Warum kämpft niemand gegen ihn?“ Davids Brüder stammelten: „Also … ja … schau dir den Kerl doch mal an. Er heißt Goliat. Jeden Tag kommt er raus und macht das. Niemand will gegen ihn kämpfen. Das ist ein Himmelfahrtskommando, Junge. Der sichere Tod. Halt den Mund und bring mir noch ein Stück Brot.“ David starrte hinüber auf die andere Seite des Tales. „Ich werde gegen ihn kämpften“, sagte er. „Ich werde ihn zum Schweigen bringen.“ Wie bitte? Stellen Sie sich mal vor, wie Davids Brüder das wohl aufgenommen haben. Ich meine, stellen Sie sich das mal als Boxkampf vor – auf wen würden Sie setzen? In der einen Ecke ein kümmerlicher Junge namens David. Er trägt nur Sandalen und eine Tunika. Keine Rüstung. Kein Schwert. Keinen Schild. Keine militärische Ausbildung. In der anderen Ecke ein erfahrener Kämpfer mit einer Rüstung, die mehr als einen Zentner wiegt. Er ist sogar noch größer als die größten Basketballspieler, die wir kennen. Und offensichtlich jeden Tag im Fitness-Studio. Jeder Muskel scheint durchtrainiert zu sein. Er ist in allen möglichen Kampfsportarten ausgebildet. Mit Speer. Und Schwert. Und einem großen Helm. Munition scheint er auch in Unmengen zu haben. Er hat einen Gehilfen, der ihm den Schild und sonstige Waffen trägt. Und hinter ihm steht eine ganze Armee. Er spuckt Feuer. Sein Blick scheint töten zu können.

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Das verspricht nicht gerade ein fairer Kampf zu werden. Davids Brüder sagten wohl: „Junge, blamier uns nicht. Es gibt jede Menge erfahrener Kämpfer in diesem Heer. Keiner von ihnen will es mit Goliat aufnehmen und du willst das machen? Du hast wohl den Verstand verloren. Verschwinde, bevor wir das Vater erzählen.“ Aber David hatte nicht den Verstand verloren. Er hatte in seinem Leben schon viele Lektionen gelernt. Es wäre nicht sein erster Kampf. Viele Jahre hatte er die Schafe der Familie gehütet. Und diese ausgezeichnete Ausbildung sollte ihm jetzt zugute kommen. Er war von Gott selbst ausgebildet worden. Und Gott hatte ihm in dieser Zeit auch nach und nach sein Wesen offenbart – seine Gerechtigkeit und Macht. Ein Teil dieser Ausbildung bestand darin, dass David Lieder über Gott schrieb. Er vertiefte sich in die Geschichte seines Volkes und erforschte genau, was Gott getan hatte und wer Gott eigentlich war. Ein anderer Teil der Ausbildung war weniger akademisch oder poetisch. Das war etwas für echte Männer. Eines Tages war ein ausgewachsener Bär in Davids Herde eingedrungen und hatte ein wertvolles Lamm erwischt. David war allein. Es war niemand da, den er zu Hilfe rufen konnte. Also rannte David dem Bären hinterher und rettete das Lamm aus seinem Maul. Vielleicht haben Sie so etwas schon einmal in einem Film gesehen, dann können Sie sich das in etwa vorstellen. David rettete also das Lamm, aber da ging der Bär auf David los. Der Hirtenjunge packte den Bären beim Fell, schlug zu und tötete ihn. Und das war nicht der einzige Kampf dieser Art. Eines Nachmittags kam ein brüllender Löwe auf die Herde zu und wollte ein Lamm reißen. David nahm seinen Hirtenstab und schlug den Löwen zu Boden. So hatte David im Laufe der Jahre einige Kämpfe auf Leben und Tod gehabt – und sie nicht nur überlebt, sondern er hatte sie gewonnen. Doch David wusste, wem er diese Siege zu verdanken hatte: der Kraft Gottes.

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Egal, wie groß der Riese ist, gegen den wir kämpfen – Jesus ist immer noch größer.

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Und während Goliat seine Tiraden herüberbrüllte, erzählte David im Lager der Israeliten von diesen Kämpfen. Seine Erzählungen müssen seinen Zuhörern Respekt eingeflößt haben, denn kaum hatte er angeboten, gegen Goliat zu kämpfen, drang das auch schon zu König Saul durch, und David wurde zum Zelt des Königs gebracht. Auch ihm erzählte David diese Geschichten und gab Gott die Ehre für die Siege, die er errungen hatte. David sagte: „So habe ich mehrere Löwen und Bären erschlagen. Und diesem Philister soll es nicht anders ergehen, denn er hat sich über das Heer des lebendigen Gottes lustig gemacht. Der Herr, der mich aus den Klauen von Löwen und Bären gerettet hat, der wird mich auch vor diesem Philister beschützen.“ (1 Sam 17,36-37) Saul stand einen Moment wie angewurzelt da. Dann sagte er: „Hm. Beeindruckender Lebenslauf. Du hast einen Bären getötet? Und einen Löwen?“ Er musterte David von oben bis unten. „Niemand sonst will gegen ihn kämpfen, aber wenn du dir sicher bist, kannst du es gern versuchen. Wir geben dir die Gelegenheit, gegen Goliat zu kämpfen. Aber warte – leg wenigstens eine Rüstung an. Ach, du hast keine? Hier, nimm meine.” David legte einige Stücke von der Rüstung des Königs an. Sie war sehr stabil und glänzte – das Feinste vom Feinen. Aber David war nicht daran gewöhnt und konnte sich kaum darin bewegen. „Das funktioniert nicht“, sagte er. „Ich kann so nicht kämpfen. Gott hat wohl einen anderen Plan.“ Also ging David an den Fluss und suchte sich fünf glatte Steine aus dem Flussbett. Er legte sie in seine Hirtentasche, nahm seine Steinschleuder und ging los, um gegen den Riesen zu kämpfen. Der Kampf dauerte nicht lange. Wenn Sie ein Ticket für die erste Reihe gekauft hätten, wären Sie enttäuscht gewesen. Aber der Schuss war super – blitzschnell und sehr effektiv. Goliat und David wechselten ein paar Worte, entscheiden-

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de Worte. Dann nahm David einen Stein, schleuderte ihn nach dem Riesen und der fiel zu Boden. Bumm. Erledigt. Das war K.O. in der ersten Runde. Zehn Sekunden nach Beginn war alles vorbei – Zeit, den Saal zu fegen.

Ein Riese, zwei Riesen, drei, ein Dutzend Warum ist diese Geschichte für den christlichen Glauben so wichtig? Damit wir auf Jugendfreizeiten coole Messages sagen oder den Kindern im Kindergottesdienst krasse Geschichten erzählen können? Oder will Gott uns sagen, dass richtig große Riesen einfach tot umfallen können? Vielleicht haben Sie so etwas wie einen Drei-Meter-Riesen in Ihrem Leben, der Sie Tag für Tag verspottet. Aber durch Gottes Kraft wird dieser Riese fallen. Egal, wie groß das Problem ist – Gottes Macht ist immer noch größer. Vielleicht kämpfen Sie ja gegen eine ganze Reihe von Riesen. Vielleicht gibt es von allen Seiten Probleme und Versuchungen, die Ihnen das Leben schwer machen. So ist es in der Bibel auch. Goliat ist nicht der einzige Riese, der in der Bibel erwähnt wird. Er stammt aus einer Familie von grausamen und brutalen Riesen. Lesen Sie mal 1. Chronik 20 – die Namen der anderen Riesen lesen sich wie Ergebnisse von Fehlversuchen im Genlabor: Sibbechai, Saf, Elhanan und Lachmi, und dann gab es noch einen Riesen mit sechs Fingern an jeder Hand und sechs Zehen an jedem Fuß. Gott will nicht, dass wir den Mut verlieren, wenn wir uns mehreren Riesen gegenübersehen und gegen sie kämpfen müssen. Er kann sie alle besiegen. Und wir werden sehen, dass er das schon getan hat. Wenn Ihr Leben von einem Zwang bestimmt wird, wenn Sie eine bestimmte Verhaltensweise scheinbar nicht ablegen können, wenn Ihnen die Angst das Leben schwer macht oder wenn ein Problem Sie fest im Griff hat und Sie es einfach nicht

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abschütteln können, dann dürfen Sie wieder hoffen, denn für Jesus sind alle diese Riesen kein Problem. Diese Riesen können und werden fallen. Glauben Sie das auch? Möchten Sie auch frei sein? Jesus versichert uns, dass er die Riesen in unserem Leben vollständig besiegen kann. Vielleicht denken wir ja, dass diese furchterregenden, feuerspeienden und scheinbar übermächtigen Ungeheuer nicht besiegt werden können. Aber durch die Kraft von Jesus kann und wird alles besiegt werden, was fallen muss.

Der entscheidende Punkt der Geschichte In den nächsten Kapiteln schauen wir uns eine Reihe von Riesen an – Probleme, die riesig und unbesiegbar erscheinen und mit denen viele Menschen zu kämpfen haben. Und wir werden sehen, wie diese Riesen fallen. Aber ich werde Sie nicht einfach alleinlassen mit dem Mantra „Sie schaffen das, wenn Sie nur wollen.“ Sie werden jemanden kennenlernen, der das kann, was Sie selbst nicht können: die Riesen besiegen. Das ist eine sehr wichtige Vorbemerkung, denn dies ist kein Selbsthilfebuch, das man in zehn Minuten überfliegt, und dann weiß man, wie man im Leben reicher und glücklicher wird. Ich sage nicht, dass Sie nur die Ärmel hochkrempeln müssen, um mit neuer Entschlossenheit ihr Leben zu ändern. Ich rede davon, dass Gott uns seine Gnade schenkt, damit wir seine übernatürliche Kraft erleben können. Es geht mir darum, dass wir nach Gottes Willen leben und den Heiligen Geist in unserem Leben wirken lassen, damit wir auf den rechten Weg kommen – in unserem Denken und in unserem ganzen Leben. Und hier kommt der entscheidende Punkt der Geschichte zum Tragen. Viele kennen die Geschichte von David und Goliat sicher

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schon. Aber es gibt da einen Punkt in der Geschichte, von dem ich hoffe, dass er Ihnen zu Herzen geht. Möglicherweise ist dieses Buch deshalb etwas völlig anderes als das, was Sie bisher zur Geschichte von David und Goliat gehört haben. Ich werde diesen Punkt später näher beleuchten, aber ich möchte ihn hier schon kurz umreißen, damit Sie sehen, was diese Geschichte mit uns zu tun hat und warum sie immer aktuell ist. Der Punkt ist: Wir sind nicht David. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer christlichen Konferenz. Der Redner spricht über David und Goliat und kommt so richtig in Fahrt. Er sagt: „Also, Leute. David war jung, und das seid ihr auch – wenigstens im Herzen. David hat den Kampf gewonnen, also könnt auch ihr gewinnen. David nahm seine Steinschleuder. Er wählte fünf glatte Steine. David ging zum Kampfplatz und besiegte den Riesen. Wenn ihr euren eigenen Riesen besiegen wollt, macht es wie David: Nehmt eure Steinschleuder. Wählt eure Steine. Und dann zielt auf das große Ziel!” Eine solche Rede würde uns wohl auch mitreißen. Wir denken: Ja, stimmt, das bin ich. Ich schaffe das. Ich muss nur mehr Mut haben. Und ich muss das richtige Ziel haben. Ich kann meinen Riesen mit einem Schuss besiegen und diesmal werde ich das schaffen. Und was passiert? Vielleicht sind wir eine Weile besonders mutig. Wir sind doppelt entschlossen, das Problem anzupacken. Aber das ist eigentlich so, als würden wir die Rüstung von Saul anlegen. Und die passt nicht. Am Ende des Tages, nach der Konferenz oder nach einer Woche ist der Riese immer noch da und verspottet uns und wir leben weiter damit. Slogans wie „Du schaffst das“ oder „Sei mutig wie David“ oder „Nur Mut!“ funktionieren in unserem Leben einfach nicht – und so bleibt unser Riese quicklebendig. Und wissen Sie, warum? Weil wir in dieser Geschichte eben nicht David sind. Denn das ist eine Auslegung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wissen Sie, wer David ist?

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Jesus. Jesus ist David. Jesus ist der, der die Riesen besiegt. Haben Sie das gehört? Wir sind nicht David. Sie sind nicht David. Ich bin nicht David. Jesus ist David! Jesus kämpft für uns. Jesus stellt sich den unbesiegbaren Mächten. Jesus nimmt die Steinschleuder. Jesus wählt fünf glatte Steine. Jesus zielt auf den Riesen. Und der Riese fällt, weil Jesus ihn besiegt hat. Jesus ist David. Jesus ist der, der die Riesen besiegt. Natürlich sollen wir bei Jesus mitarbeiten, klar. Wir sollen ihm nachfolgen und uns ganz auf ihn ausrichten – wir sollen in die Richtung gehen, in die er geht. Aber menschliches Denken und menschliche Kraft allein können niemals ein übernatürliches Ergebnis hervorbringen. Vielleicht denken Sie jetzt: Wollen Sie sagen, dass wir die Geschichte die ganze Zeit falsch verstanden haben? Wie kann das sein? Das nicht. Ich möchte zeigen, dass uns dieser Hirtenjunge zwar Mut für unser Leben machen kann (und sollte), aber die ganze Bibel weist nicht auf unsere Fähigkeiten hin, sondern auf Jesus, den Retter der Welt. In dieser Geschichte und in jeder anderen Geschichte des Alten Testaments ist Jesus zu sehen. Jesus ist zu sehen als Sieger – mit festem Stand, voller Macht, Kraft und Liebe. Jesus ist der Sieger, dem wir vertrauen können und dem die Ehre gehört. Solange Sie immer auf das Problem schauen und es selbst lösen wollen, werden Sie Tag für Tag vom Kalender abstreichen – und der Kampf dauert immer noch an. Nichts ändert sich (oder fast nichts). Aber sobald Jesus ins Eichental kommt, ändert sich alles. In dem Moment, wo wir aufhören, auf die Riesen zu schauen, in dem Moment, wo wir anfangen, auf Jesus zu schauen, da ändert sich alles. In diesem Moment setzen wir unsere Hoffnung nicht mehr auf uns selbst, sondern auf ihn.

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In der Geschichte von David und Goliat hat David nicht gesiegt, weil er die bessere Rüstung hatte oder weil er ein Schwert hatte und sich todesmutig auf den Riesen stürzte, mit einer ganzen Armee im Rücken. Gott gab David den Sieg, weil dieser junge Mann auf ihn vertraute.

Die Macht der Blickrichtung Der Hintergrund dieser Geschichte ist die Anbetung. Anbetung ist die Hintergrundmusik zu diesem Kampf. Sie ist also unsere Siegesmusik. Deshalb ist das eigentlich ein Buch über Anbetung. Wenn Sie jetzt denken: Moment mal, ich brauche ein Buch, das mir hilft, meine Feinde und schlechten Angewohnheiten zu bekämpfen – nicht ein Buch über Kirchenlieder und Musik! – Keine Panik. Anbetung bedeutet einfach, unsere Blickrichtung so zu verändern, dass wir Gott besser sehen können. Etwa so wie Kontaktlinsen, die das verschwommene Sehen unserer Seelen korrigieren, damit wir Gott klar erkennen können. Und das ist für uns alle sehr wichtig, besonders dann, wenn unser Leben aus den Fugen geraten ist. Bei der Anbetung steht Gott im Mittelpunkt. Wenn wir uns auf den Allmächtigen konzentrieren, dann verliert unser Riese die Macht über unser Denken. Und damit fängt der Sieg über den Riesen an – so als würde die Flamme einer Kerze im Luftzug flackern, bevor sie schließlich ganz verlischt. Als die Riesen der Kontrolle und Anerkennung mich aus der Bahn geworfen hatten, war ich körperlich und seelisch ein Wrack. In der schlimmsten Zeit war ich jede Woche bei einem anderen Arzt. Nachts konnte ich nicht schlafen. Die Ärzte halfen mir aus dem dunklen Loch heraus. Und das Lob Gottes brachte mich ins Licht. Mein Leben begann sich langsam grundlegend zu ändern, als den beiden Riesen Kontrolle und Anerkennung der sichere Stand genommen wurde.

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Diese Veränderung geschah nicht auf einmal (ich bin heute immer noch dabei zu wachsen und heil zu werden). Aber ich merkte den Unterschied, als ich damit begann, meinem Denken jeden Abend vor dem Schlafengehen eine andere Richtung zu geben. Wenn ich dann alles das aufzählte, was ich unter Kontrolle haben wollte, sagte ich mir: Das gehört Gott. Ich erinnerte mich daran, dass alles das passieren würde, was ich wollte, wenn auch Gott das wollte. Wenn er es nicht wollte, warum sollte ich es dann wollen? Und ich begann auf den zu schauen, der wirklich alles unter Kontrolle hat. Das Ergebnis war, dass meine Riesen schweigen mussten. Wenn sie trotzdem weiterredeten, dann hörte ich ihnen einfach nicht mehr zu. Damit ich meine Blickrichtung ändern kann, brauche ich jemanden, der größer ist als meine Riesen. Sonst höre ich weiter dem toten Goliat zu – und das, obwohl mich der Schöpfer von Himmel und Erde in seinen Händen hält. Ich weiß nicht, was Sie nachts wach hält oder warum Sie sich morgens wieder die Bettdecke über den Kopf ziehen wollen. Aber ich weiß, dass Jesus an Ihrer Seite ist. Er kämpft für Sie, und er hat schon gewonnen. Das ist kein Werbeslogan. Das ist auch kein leeres Gerede. Jesus hat wirklich jeden Feind besiegt. Und er lädt Sie ein, zu ihm zu kommen und zu sehen, was er getan hat. Deshalb freue ich mich schon auf die nächsten Seiten. Denn da werden wir sehen, dass Jesus mehr ist als nur ein schöner Gedanke. Er ist die Quelle, aus der wir alles bekommen, was wir brauchen. Die Quelle, die für uns ständig verfügbar ist – bei jedem Schritt des Weges und in jeder Minute des Kampfes. Aber es ist immer noch ein Kampf, denn wir können unsere Riesen auch dann noch brüllen hören, wenn sie schon tot sind.


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