Über die Autorin: Sarah Sundin ist Krankenhausapothekerin im Bereitschaftsdienst und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Nordkalifornien. Ihr Großonkel war mit der 8. US-Luftflotte in England stationiert. Sundin hat an der UCLA Chemie studiert und an der University of California in San Francisco in Pharmazie promoviert. In ihrer Gemeinde engagiert sie sich in der Sonntagsschularbeit und leitet Bibelgruppen für Frauen.
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. ISBN 978-3-86827-455-4 Alle Rechte vorbehalten Copyright © 2011 by Sarah Sundin Originally published in English under the title Blue Skies Tomorrow by Revell, a division of Baker Publishing Group, Grand Rapids, Michigan, 49516, USA All rights reserved. German edition © 2014 by Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH 35037 Marburg an der Lahn Deutsch von Julian Müller Original cover design by James W Hall, JWH Graphic Arts Cover Photography by Steve Gardner, Pixelworks, and iStock © shutterstock.com / Victor Torres Umschlaggestaltung: Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH / Christian Heinritz Satz: Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH Printed in Czech Republic www.francke-buch.de
Kapitel 1 Antioch, Kalifornien Mittwoch, 1. März 1944 Helen Carlisle lief die G Street hinunter und gab sich Mühe, bekümmert auszusehen. Es gab Tage, an denen ihr diese zur Schau gestellte Trauer leichter fiel, aber das war sie ihrem Sohn nun einmal schuldig. Sie hievte den zweijährigen Jay-Jay auf ihrer Hüfte etwas höher und sog die frische Brise ein, die von der Bucht von San Francisco ins Sacramento River Delta wehte. Die Luft war vom Regen gereinigt und roch nach frischem Gras. Mit einem Hüftstoß öffnete sie die Tür zu Dellas Boutique und ließ ihre Notizbücher auf den Tisch am Eingang fallen. Aus einem schwarzen Bilderrahmen lächelte Jim Carlisle sie an – groß, schlank und in der schicken blauen Uniform der Navy. Der Held der Kleinstadt. Ob er diese Uniform getragen hatte, als sein Zerstörer vor Guadalcanal von einem japanischen Torpedo getroffen worden war? Helen küsste ihre Fingerspitzen und drückte sie auf das kalte Glas über Jims Gesicht. Dann ließ sie den Blick durch das Geschäft schweifen, aber ihre Schwiegereltern waren nirgendwo zu sehen. Als aus dem Hinterzimmer Schritte erklangen und der Vorhang schwungvoll zur Seite geworfen wurde, wiederholte sie die Prozedur schnell und hob das Bild dann für ihren Sohn hoch. „Gib Daddy einen Kuss.“ Jay-Jay patschte sich das Händchen auf den Mund, woraufhin irgendetwas knirschte, und gab den Kuss an den Vater weiter, an den er sich nicht erinnern konnte. Es knirschte? Jay-Jays eines Bäckchen sah voller aus als sonst. „Schätzchen, was hast du da im Mund?“ Der Kleine schüttelte die blonden Locken und presste die Lippen aufeinander. „Lass Mama mal sehen.“ Helen hockte sich hin, setzte sich den Jungen auf den Schoß und versuchte, seinen Mund zu öffnen. Jay-Jay heulte auf und schlug mit seinen Ärmchen nach ihr. 5