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Maria auf der Spur

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aria, die Mutter von Jesus – wenn ich diesen Namen höre, dann gehen mir die unterschiedlichsten Vorstellungen durch den Kopf. Mein Bild von ihr setzt sich zusammen aus dem, was ich in der Bibel und in anderen Büchern über sie gelesen, welche Filme ich über sie gesehen und was ich in Predigten über sie gehört habe. Manches davon, besonders das, was über die biblischen Berichte hinausgeht, kommt der historischen Persönlichkeit Maria nicht so nahe, wie wir meist glauben. Sicherlich denken wir über Maria oft in Klischees und Vorurteilen und werden wahrscheinlich, bis wir ihr eines Tages in Gottes neuer Welt begegnen, eine Menge falscher Vorstellungen über sie mit uns herumtragen. Deswegen lohnt es sich, diese faszinierende und außergewöhnliche Frau immer wieder von neuen Seiten zu beleuchten und dabei zuallererst die biblischen Berichte und auch die alten christlichen Traditionen zu Rate zu ziehen. In diesem Buch wollen wir Maria etwas näher kommen und uns fragen: Was hat sie mit unserem Leben als moderne Frauen von heute zu tun? Kann Maria uns Freundin und Vorbild werden? Und können wir in Maria vielleicht sogar ein Stück von uns selbst er-

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kennen – in unserem Verhalten im Alltag und in unserer Beziehung zu Jesus?

Wer war sie?

Was für ein Mädchen ist sie gewesen, wie als Mutter eines Teenagers, wie als Frau in mittleren Jahren? Was hätte es wohl bedeutet, sie zur Schwester oder Freundin zu haben? Welche Sehnsüchte, Wünsche, Stärken und Schwächen hatte sie?

Maria – eine Frau wie du und ich?

So wenig weiß ich von ihr, der Frau, der Gott doch immerhin seinen Sohn anvertraut hat. Wie schade! Gibt es vielleicht etwas, das wir gemeinsam haben, sie und ich? Wo unterscheiden wir uns? Was kann ich von ihr für meinen Glauben an Gott und Jesus lernen? Vielleicht gelingt es uns, durch dieses Buch Maria ein wenig näher zu kommen – der jungen Frau, die plötzlich mit Gottes Sohn schwanger war; der Mutter, die mit einem Mal ihr Kind nicht mehr verstand; der reifen Frau, die ihren Sohn loslassen musste, damit er seinen eigenen Weg gehen konnte ...

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Ich lade Sie ein, mit mir auf diese Entdeckungsreise zu gehen und aus der Geschichte, die Gott mit einer jungen Frau namens Maria gemacht hat, zu lernen. Vieles von Maria, erstaunlich vieles, steckt nämlich auch in uns. Wir werden Maria durch verschiedene Phasen ihres Lebens begleiten und darauf achten, wie sie mit den großen Herausforderungen umgegangen ist, die Gott ihr immer wieder vor die Füße gelegt hat. Maria war eine Frau mit großen Stärken, aber auch mit Unzulänglichkeiten und Schwächen. Eine Frau, mit der Gott einen ungewöhnlichen, spannenden und guten Weg gegangen ist. So, wie Gott es auch mit uns tun will.

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1. Marias Wünsche und Sehnsüchte

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ür junge Frauen in Marias Zeit und Kultur gab es nicht viele Optionen. Eine gute Ehefrau und Mutter zu sein, das Leben der Familie nach den jüdischen Gesetzen und Gebräuchen zu gestalten, den Haushalt zu führen, die religiösen Feste zu feiern, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen und ihren Beitrag zum Gelingen der Dorfgemeinschaft zu leisten – das war es, worauf sich im Grunde genommen jedes jüdische Mädchen vorbereitete. Wenn das gelang, wenn die Familie genug zu essen und zum Anziehen hatte und die Kinder in Gesundheit und Frieden und im Glauben an den Gott Israels aufwachsen konnten, dann war das ein gelungenes, gesegnetes Leben. Frauen, die keine Nachkommen bekamen, hatten es hingegen schwer und wurden bemitleidet. Ähnlich erging es Frauen, die keine Söhne zur Welt brachten. Obwohl Mädchen und Jungen gleichermaßen von ihren Eltern geliebt wurden, war männlicher Nachwuchs doch mehr geschätzt, da die Söhne ihren Eltern im Falle einer Heirat erhalten blieben und weiterhin für die Großfamilie sorgten. Viele Frauen wünschten sich daher nicht nur Töchter, sondern Söhne. Vielleicht hat auch Maria gehofft, dass ihr erstgeborenes Kind ein Sohn werden würde und dass sie mit Josef eine liebevolle, von Respekt geprägte Beziehung verbinden würde.

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Wenn wir das so lesen, ist jede Frau unter uns wahrscheinlich froh, dass wir heute in einer anderen Zeit leben als Maria damals. Wir haben als moderne Frauen viele Optionen – manchmal zu viele. Die Erwartungen an eine junge Frau wie Maria waren von der Gesellschaft her recht klar umrissen. Und auch für die jungen Frauen in Marias Alter und Kultur war klar, was sie im besten Fall vom Leben erwarten durften. Als moderne Frauen leiden wir heute dagegen manchmal unter der Vielzahl der Erwartungen, die die Gesellschaft oder wir selbst an uns stellen: möglichst erfolgreich sein im Beruf und in der Partnerschaft, gesund und fit sein, immer nach dem neuesten Trend gekleidet, immer auf dem aktuellen Stand der Technik, medial und sozial gut vernetzt, möglichst auch eine gute Mutter sein, die mit Leichtigkeit Karriere und Erziehung unter einen Hut bringt ... Fast beneide ich Maria ein wenig, die nicht die Qual der Wahl hatte und nicht unter einem so enormen Leistungsdruck stand wie Frauen heute. Auch wenn unsere Möglichkeiten und Herausforderungen andere sind als zur Zeit Marias, haben wir doch ähnliche Sehnsüchte. Die meisten wünschen sich doch eine gelingende, liebevolle Partnerschaft. Und mir sind selten Menschen begegnet, die freiwillig kinderlos geblieben wären. Gelingende Beziehungen, wertvolle Freundschaften, Familie, eine sinnstiftende Arbeit, Gesundheit – das sind heute wie damals die grundlegenden Sehnsüchte von Frauen und Männern. Doch was ist, wenn die glückliche Beziehung ausbleibt oder/

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und der Kinderwunsch nicht erfüllt wird? Was passiert, wenn wir keine gute Arbeitsstelle finden oder uns in unserem Beruf nicht wohl fühlen? Dann bleibt uns nur, Gott mit unseren Bitten und Wünschen in den Ohren zu liegen und auf die Führung durch seinen Geist zu vertrauen. Und öfter als wir denken – das habe ich schon selbst erlebt und auch bei vielen meiner Freunde gesehen – zeigt Gott gute Wege auf, mit denen wir niemals gerechnet hätten.

Impulse zum Nachdenken: Was sind meine Wünsche, Sehnsüchte und Träume? Wo lasse ich mich zu sehr von den Erwartungen anderer an mich bestimmen? Was wünsche ich mir von Gott?

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