1 In Stonerâs Crossing wurde ein Galgen errichtet. Die beiden MĂ€nner schwitzten unter der sengenden Sonne von Texas und brummten vor sich hin, wĂ€hrend sie Nagel fĂŒr Nagel einschlugen. An jenem Hochsommertag war es fast vierzig Grad heiĂ, und eine stechende gelbe Sonne hob sich scharf vom dunkelblauen Himmel ab. Mit einem schmutzigen roten Taschentuch wischte sich der Ă€ltere der beiden MĂ€nner die Stirn. Sein struppiges braunes Haar und sein Bart ergrauten schon. Er richtete sich auf und betrachtete das Resultat seiner Arbeit. âSollten rechtzeitig fertig seinâ, bemerkte er. âHoffentlich kriegen wir auch den versprochenen Whisky, wenn wir das hier erledigt haben. Das ist alles, was ich dazu sagen kannâ, erwiderte der jĂŒngere Mann. Sie sollten jeder zwei Dollar und eine Flasche Whisky fĂŒr ihre Arbeit bekommen, und das war fĂŒr zwei Tramps wie sie ein kleines Vermögen. Aber fĂŒr diese schĂ€ndliche Arbeit hĂ€tten sie jeden Lohn verlangen können, denn niemand in dieser staubigen, schĂ€bigen kleinen Stadt wollte sie tun. Sie waren erst vor ein paar Tagen nach Stonerâs Crossing gekommen und hatten nie etwas von Leonard Stoner gehört. FĂŒr sie war er nur ein Toter, in der BlĂŒte seiner Jahre ermordet. FĂŒr sie war klar, dass der Mörder gehĂ€ngt werden musste, so wollte es das Gesetz. Sie kannten das Opfer nicht, sie kannten den Mörder nicht, und es war ihnen auch ziemlich egal. Dennoch waren sie nicht ganz gefĂŒhllos. Der Ă€ltere Mann wischte noch einmal seine nasse Stirn ab. âWeiĂt du, Tom, ganz wohl ist mir bei dem Gedanken nicht, dass wir hierfĂŒr Geld nehmen.â âMir auch nicht, Wash.â ,Washâ, auch bekannt als Eli Washburn, schĂŒttelte langsam den
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