1. Aprilblau England 1844 âIsabelle sagt, morgen kommt ein Mann zu uns, Mutter. Wer ist er?â Annie Carraway spĂ€hte vom Dachboden, auf dem sie und ihre jĂŒngeren Schwestern schliefen, in die Wohnstube hinunter. Ihre flachsblonden Locken lagen wie ein Kissen unter ihren goldbraunen Wangen. Ein dĂŒnner Strahl der Aprilsonne hatte sich durch das Loch im Dach gezwĂ€ngt. Sie lag einen Augenblick ruhig da und lieĂ sich an diesem Mittwochmorgen von der Sonne die rechte Wange wĂ€rmen, bis sie so heiĂ glĂŒhte wie der Ărger, der sich in ihr angestaut hatte. âNur ein Bauer, der uns einen Höflichkeitsbesuch abstattet.â âAber er kommt doch, um dich zu sehen?â âAnnie, hast du heute morgen schon die Eier geholt?â âJa, Mutter. Sie sind in der KĂŒche.â Sie setzte sich auf und schaute zur ihrer Mutter Constance hinunter in den Wohnraum unter sich. âIch wĂŒnschte, ich wĂŒrde mich nicht die ganze Zeit so mĂŒde fĂŒhlen.â Ihre Mutter seufzte. âIst dieser Bauer verheiratet?â âWorauf willst du hinaus, Annie?â âIch wollte nur wissen, warum ein vollkommen Fremder zu uns ins Haus kommt.â Annie, die in London geboren war, sprach ihre Worte immer gesto7