Skip to main content

330817

Page 1

1 Das Schrillen einer Trillerpfeife zerriss die Stille des Aprilmorgens. Der Tau hatte sich vom Fußballfeld verzogen, aber in den Kronen der Bäume neben dem Feld hing immer noch Nebel. Paul und die anderen Spieler seiner Fußballmannschaft gingen in die Hocke und bereiteten sich auf den Sprint zum gegenüberliegenden Tor vor. Der Trainer stieß wieder in seine Trillerpfeife, und Paul rannte mit den anderen los. Sein Bruder Andy hatte schnell alle überholt. Andy und Paul waren Zwillinge, aber das konnte kaum jemand glauben. Paul war klein und dünn, hatte dunkle, glatte Haare und eine dunkle Haut. Andy war ein ganzes Stück größer, hatte rote, lockige Haare, eine helle Haut und jede Menge Sommersprossen. Weil er so groß und kräftig gebaut war, dachten die meisten Leute, Andy sei mindestens zwei Jahre älter als Paul – und nicht nur zwei Minuten. Er rasierte sich sogar schon – nicht regelmäßig, aber immerhin manchmal. Paul sah jeden Morgen in den Spiegel und hielt nach den ersten Bartstoppeln Ausschau, aber bis jetzt hatte er noch keine entdeckt. Das Einzige, was sie gemeinsam hatten, war ihre Augenfarbe: mandelbraun. Heute war es das erste Mal seit drei Jahren, dass die beiden zusammen Fußball spielten. Früher hatten die Leute Paul oft gefragt, wie das eigentlich war, einen Zwillingsbruder zu haben. „Keine Ahnung“, hatte er dann immer gesagt. „Wie ist es denn, keinen zu haben?“ Paul hatte sich ein Leben ohne Andy nie so recht vorstellen können. Sie hatten sich gut verstanden, 5


hatten zusammen Burgen gebaut, Fußball gespielt und ihre Spielzeugautos um die Wette fahren lassen. Und welches Kind wünschte sich das nicht, den besten Freund immer in der Nähe zu haben? Sie hatten sich natürlich auch gestritten, aber meistens waren sie gut miteinander ausgekommen. Doch vor drei Jahren hatte sich irgendetwas verändert. Paul wusste immer noch nicht so recht, was es eigentlich war. Ihm fiel nur auf, dass er mit Andy keinen rechten Spaß mehr hatte. Für seinen Bruder war alles plötzlich ein einziger Wettkampf, und Paul war immer der Verlierer. Also erklärte Paul seiner Mutter, er wolle mit Fußballspielen aufhören und aus dem Team aussteigen. Sein Vater war ärgerlich gewesen, aber seine Mutter hatte ihn in seiner Entscheidung unterstützt. „Es macht mir einfach keinen Spaß mehr“, hatte er zu seiner Mutter gesagt, als er sicher sein konnte, dass Andy ihn hörte. Aber das stimmte nicht. Er fand Fußball immer noch toll. Er hatte es nur satt, ständig mit Andy verglichen zu werden. Aber in diesem Jahr hatte Paul beschlossen, es doch noch einmal mit Fußball zu versuchen. Er war jetzt in der siebten Klasse – seine letzte Chance, in der Bezirksliga mitzuspielen. Danach waren die Auswahlverfahren härter und es wurde viel schwieriger, in eine Mannschaft hineinzukommen. Also machte Paul sich selbst Mut. Er würde das schon schaffen. Schließlich war Fußball nicht nur eine Frage der Kraft; es ging auch um Technik und Geschicklichkeit. Also trainierte Paul im Geheimen, ohne Andy etwas davon zu sagen, und ging zum Auswahltraining. Er schaffte es in die Mannschaft. Und so verbrachte er wieder einen Samstagmorgen


auf dem Fußballfeld und musste erleben, wie sein größerer, rothaariger Bruder an ihm vorbeizog. Ihr Trainer ließ sie einen Sprint nach dem anderen laufen. An manchen Tagen hätte Paul ihm am liebsten die Pfeife aus dem Mund gerissen. Stattdessen versuchte er nur noch schneller zu sprinten. „Na los, Steward, ein bisschen schneller, wenn ich bitten darf“, schrie der Trainer. Paul war sofort klar, welcher Steward hier gemeint war. Andy, der schon auf der anderen Seite angekommen war, grinste hämisch zu ihm herüber. Dann lach halt, wenn es dir Spaß macht, du Idiot, dachte Paul. Du kannst ja vielleicht rennen, aber ich spiele mit Köpfchen und mach die Punkte. Wenn der Trainer das doch bloß nicht vergessen würde! Einen Augenblick später schrillte die Trillerpfeife erneut, und das ganze Team sprintete wieder über das Fußballfeld. Paul sprintete, so schnell er konnte, und trotzdem zog Andy mühelos an ihm vorbei. Er war schon wieder auf dem Rückweg, bevor Paul überhaupt am Ende der Strecke angekommen war. Paul hasste diese Trainingseinheiten. Er wandte sich an seinen Freund Mike, der ungefähr so groß war wie er und an seiner Seite keuchte. „Weißt du noch, wie wir früher tatsächlich beim Training mit einem Fußball gekickt haben?“ „Fußball?“, grunzte Mike. „Was ist denn ein Fußball?“ „Okay, Jungs“, sagte der Trainer in diesem Moment. „Das habt ihr gut gemacht. Bis nächste Woche dann!“ „Ich habe einen irren Durst, aber ich glaube, ich kann mich gar nicht bewegen“, stöhnte Mike und setzte sich am Rand des Felds ins Gras. Der Schweiß tropfte ihm von den kurzen, hellbraunen Haaren in 7


die blaugrauen Augen. Wenn er lachte, hatte er Grübchen in den Wangen, die es seiner Mutter fast unmöglich machten, ihm einen Wunsch abzuschlagen. „Du, Paul.“ „Hm?“ „Holst du mir meine Wasserflasche?“ „Och, nö.“ Paul lehnte sich ins Gras zurück. Er war schon zu erschöpft, um seine eigene Flasche von der Seitenlinie zu holen. Mike war eigentlich sein einziger Freund in der Mannschaft. Die anderen Jungs wollten alle mit Andy befreundet sein. „Vielleicht haben wir Glück, wenn wir hier noch ein bisschen rumhängen, und der Rasensprenger geht an“, fügte Paul hinzu. „Dann müssen wir zum Trinken nur den Mund aufmachen.“ Paul schloss die Augen, und plötzlich war ihm nicht mehr so heiß. Eine Wolke musste sich vor die Sonne geschoben haben, die heute für einen Frühlingstag ungewöhnlich heiß auf sie alle niedergebrannt hatte. „Hallo, Schwesterherz“, flötete eine Stimme neben ihm. Der Schatten war keine Wolke, sondern Andy. Paul öffnete langsam die Augen. „Was ist denn?“, fragte Andy. „War wohl zu viel für dich, was, Paula?“ „Ach, hau doch ab“, sagte Paul. „Keine Sorge. Mama ist schon auf dem Weg hierher und bringt ihrem kleinen Schätzchen ein kleines Schlückchen kaltes Wasser mit“, lästerte Andy und malte sich schon aus, wie er seinen Eltern vom Training erzählen würde: „Du Papa, du hättest heute hier sein sollen! Weißt du, was ich für einen Rekord im Sprinten aufgestellt habe …“ „Hey, Andy! Wer ist denn diese halbe Portion dahinten?“ 8


Paul wusste, dass Jimmy von ihm sprach. Er ignorierte den Kommentar, weil er wusste, von wem er kam. Jimmy war Andys bester Freund. Manche in der Schule nannten ihn den Schubser, weil er die jüngeren Kinder oft gegen Getränke- oder Süßigkeitenautomaten schubste, um kostenlos an die Sachen heranzukommen. „Ach, der. Der ist niemand“, sagte Andy und wandte sich von seinem Bruder ab. Paul setzte sich auf, als seine Mutter näher kam. Alle Leute sagten, dass Paul genauso aussah wie sie, und Andy genauso wie Papa. Also glichen sie sich nicht gerade wie ein Ei dem anderen. Mama gab Paul und Mike zwei Wasserflaschen. „Danke, Frau Steward.“ „Ja, danke, Mama“, sagte Paul und leerte gierig in einem Zug die halbe Flasche. „Hier draußen ist es viel zu heiß“, sagte sie. „Ihr solltet nicht in dieser Hitze euer Training abhalten. Das ist ungesund!“ „Geht schon, Mama“, sagte Paul. „Ist doch erst April.“ „Aber heiß ist es trotzdem“, fand sie. „Hast du Lust auf Taco Casa, Paulie?“ Mike schnitt eine Grimasse, so dass sich seine Grübchen zeigten, und feixte lautlos Paulie. Paul stieß seinem Kumpel einen Ellbogen in die Rippen und sagte: „Klingt super, Mama.“ Er mochte das mexikanische Schnellrestaurant, an dem sie nach dem Training meistens vorbeifuhren. „Möchtest du mitkommen, Mike?“ „Nein danke, Frau Steward. Ich muss meiner Mutter noch helfen, eine Geburtstagsparty für meinen kleinen Bruder vorzubereiten“, erklärte er. „Er wollte was mit Piraten haben, also muss ich irgendwie eine Augenklappe basteln.“ 9


In diesem Moment schrie Pauls Vater über den Platz: „Komm jetzt endlich, Theresa!“ „Einen Moment noch!“, rief sie zurück. „Paul ruht sich gerade aus.“ „Sag ihm, er soll sich ein bisschen sputen“, rief er. „Andy und ich kommen um vor Hunger!“ *** Paul sagte auf dem Weg zum Taco Casa kein Wort. Andy erzählte Papa in aller Ausführlichkeit vom Training und wie toll alles gewesen war – für Andy. Paul starrte nur aus dem Fenster. Als sie endlich am Taco Casa ankamen, hatte auch Paul einen Riesenhunger. Er bestellte das Übliche – ein Taco mit Spezial-Doppelfüllung und einer Extraportion Sauce. Nachdem er sich die Hände gewaschen hatte, glitt er neben Andy auf die Bank. Er kam gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie er und Papa eine extrascharfe Sauce über ihr Essen kippten. „Willst du auch was?“, fragte Andy und sah zu Paul hin. Dabei kannte er Pauls Antwort ganz genau. „Nee, danke“, sagte er. Das letzte Mal, als Andy und Papa ihn zur extrascharfen Sauce überredet hatten, hatte ihm die Zunge noch drei Tage lang gebrannt. „Ich weiß gar nicht, wie ihr das Zeug aushaltet.“ „Davon wachsen dir Haare auf der Brust“, witzelte Papa. „Vielleicht sieht Andy ja deswegen aus wie ein Orang-Utan“, murmelte Paul. Andy knuffte ihn ins Bein. „Das reicht jetzt, Paul“, sagte Papa. Paul öffnete den Mund, um etwas zu sagen, und 10


schloss ihn dann wieder. Es war sowieso zwecklos. Papa stand immer auf Andys Seite. Mama kam mit einem Tablett, auf dem vier große Gläser Eistee standen. Sie stellte sie auf dem Tisch ab wie eine richtige Kellnerin. „Na“, fragte sie. „Wie war das Training?“ „Super!“, sagte Andy. „Ging so“, sagte Paul. „Was war denn los, Paul?“, fragte Mama. „Ach, nichts. Ich hab halt nur gedacht, als ich mich zum Fußballtraining angemeldet habe, dass wir da auch tatsächlich Fußball spielen und nicht immer nur sinnlos auf dem Feld hin und her sprinten.“ „Und was stimmt daran nicht, du Zwerg? Das Training ist wohl zu schwer für dich, was?“, spottete Andy. „Benedict ist der beste Trainer in der ganzen Umgebung. Ein paar Sprints hier und da bringen dich schon nicht um.“ „Hör auf, Andy“, sagte Mama. „Paul ist anders gebaut als du. Da muss man ein bisschen nachsichtig sein.“ „Das ist aber Pauls Problem, Theresa“, meinte Papa. „Du hast mit dem Jungen sein ganzes Leben lang Nachsicht gehabt. Kein Wunder, dass er es kaum schafft, über ein Fußballfeld zu sprinten.“ Paul wusste nicht, was er schlimmer fand: dass seine Mutter ihn ständig in Schutz nahm oder dass sein Vater ihn so beleidigte. Ihnen war doch allen klar, dass Andy der Sportlichere von ihnen beiden war – er war stärker, mutiger und seinem Bruder in fast jeder Sportart überlegen. An ihrem Tisch mitten in dem lauten Restaurant war es still bis auf das Knirschen der Tacos. Paul leerte sein Glas und ging zur Theke, um es aufzufüllen. Als er zurückkam, nahm er sein drittes Taco in Angriff. 11


„Aah!! Scharfe Sauce!“, keuchte er. „Wasser! Wasser!“ Andy hielt sich den Bauch vor Lachen, und sein Gesicht war unter den Sommersprossen ganz rot angelaufen. „Du findest das wohl komisch?“, fragte Paul. „Kein Wunder, dass du über so was lachen kannst – mit deinem prähistorischen Straußenhirn.“ „Paul, wir beleidigen einander nicht in unserer Familie“, sagte sein Vater streng. „Entschuldige dich auf der Stelle bei deinem Bruder.“ Paul merkte, wie sich das Brennen in seinem ganzen Körper ausbreitete; er war wütender als je zuvor. Andy konnte sich immer alles erlauben. Und jetzt sollte sich Paul auch noch entschuldigen! Er war doppelt wütend über die Tränen, die ihm in die Augen traten. Daran war natürlich die scharfe Sauce schuld, aber Andy würde bestimmt denken, dass er weinte. „Entschuldige dich“, wiederholte sein Vater. Paul wandte sich an Andy. „Tut mir Leid, dass ich gesagt habe, dass du ein prähistorisches Straußenhirn hast“, sagte er laut. Und dann fügte er leise hinzu: „Damit habe ich ja alle Strauße beleidigt.“ Er sah Andy an, dass er das gehört hatte, aber seinen Eltern war es entgangen, und erstaunlicherweise hielt sein Bruder den Mund. „Und du entschuldigst dich dafür, dass du scharfe Sauce über Pauls Taco geschüttet hast, Andy“, sagte seine Mutter streng. „Tut mir Leid, Paulie“, sagte Andy. „Ich hätte dran denken sollen, dass du das nicht verträgst.“ ***

12


Als sie heimkamen, hievte Paul seinen abgetragenen blauen Rucksack auf den Küchentisch und zog sein Erdkundebuch hervor. Er hatte für den nächsten Freitag etwas auszuarbeiten und wollte mit den Vorbereitungen lieber jetzt schon anfangen. Paul sah hoch und bemerkte, wie Andy es sich mit einem Energiedrink in der einen Hand und der Fernbedienung in der anderen auf dem Sofa im Wohnzimmer gemütlich machte. Sie hatten Kabelfernsehen mit sechs verschiedenen Sportkanälen, und Andy und sein Vater verbrachten oft das halbe Wochenende damit, durch all diese Kanäle zu zappen. Wenn sie nicht gerade draußen Fußball spielten natürlich. Oder wandern gingen. Oder irgendwo zelteten. Andy und Papa waren eher Freunde als Vater und Sohn. Paul dagegen hatte schon immer seiner Mutter näher gestanden. Das lag mit daran, dass sein Vater geschäftlich viel weg war, aber auch daran, dass er sich einfach gerne ein bisschen um sie kümmerte. Er fand es herrlich, am Küchentisch seine Hausaufgaben zu machen, wenn sie kochte. Fast jeden Abend roch es in der Küche nach Paprika, Zwiebeln und in Öl angebratenem Knoblauch. Die Familie seines Vaters kam aus Schottland, und Papa hatte seine ersten Jahre in England verbracht, in Manchester. Als er acht war, war die Familie in die USA gezogen. Seine Mutter hingegen stammte aus einer riesigen italienischen Familie. In ihrem Garten wuchsen sechs verschiedene Sorten Tomaten und zehn Sorten Paprika. Sie kochte ihre eigene Marinarasauce ein, und alle Nachbarn und Freunde hofften um die Weihnachtszeit herum, ein Glas davon geschenkt zu bekommen. Ihre Welt war die Küche, und manchmal fragte sich Paul, ob sie überhaupt bemerkte, was 13


draußen vorging – ob sie zum Beispiel merkte, wie mies sein Bruder ihn ständig behandelte. „Woran denkst du grade, Paulie?“, fragte Mama. „Wie?“ Er schrak auf. „Du starrst schon seit zehn Minuten in die Luft“, sagte sie. Sollte er ihr erklären, woran er gedacht hatte. „Weißt du noch, als Andy und ich gute Freunde waren?“, fragte er. „Was soll das heißen, Paul – ‚Freunde waren‘? Ihr beide seid doch immer noch gute Freunde.“ Paul hatte sich schon gedacht, dass sie genau das sagen würde. „Ach komm schon, Mama“, sagte er. „Wir sind früher gut miteinander klargekommen. Wir hatten sogar jede Menge Spaß zusammen. Und jetzt haut er mir eher eins über die Rübe als mich auch nur anzusehen. Der hasst mich regelrecht, Mama.“ „Aber Schatz, du weißt, dass das nicht stimmt. Du und Andy seid schließlich Zwillinge …“ „Jaja“, unterbrach Paul sie. „Zumindest sagst du das immer.“ „… und das bedeutet, dass ihr enger verbunden seid, als die meisten Leute überhaupt verstehen würden“, fuhr sie fort, als hätte sie ihn gar nicht gehört. „Soll das etwa heißen, dass er mich wie einen Sandsack herumboxen kann, und ich soll das dann als brüderliche Liebe auffassen?“ „Ich glaube, du bist ein bisschen unfair Andy gegenüber“, sagte Mama. „Ich?“, fragte Paul fassungslos. Er traute seinen Ohren nicht. „Ich bin unfair ihm gegenüber?“ „Ist ja gut, Paulie. Reg dich nicht so auf.“ Paul wusste, dass es sinnlos war, das Gespräch fortsetzen zu wollen. Seine Mutter fand es furchtbar, 14


wenn irgendjemand sich aufregte. Sie ging eher aus dem Haus, als sich mit Papa zu streiten. Und Paul merkte, dass sie sich jetzt über ihn aufregte. „Ich reg mich ja gar nicht auf“, sagte er. „Gut. Soll ich dir ein Brot schmieren?“, fragte sie. Mama dachte immer, dass sich alle Probleme der Welt mit gutem Essen lösen ließen. „Nein danke“, wehrte Paul ab. „Ich bin noch pappsatt von den Tacos eben.“ *** An diesem Abend lag Paul noch eine Weile wach, während Andy im Bett neben ihm leise schnarchte. Was ist bloß in mich gefahren, dass ich mich in diesem Jahr für Fußball entschieden habe? Er konnte sich noch gut an das allererste Mal erinnern, als er und Andy zum Fußballtraining gegangen waren. Sie waren sieben gewesen, und Andy hatte furchtbare Angst gehabt. Paul hatte ihn bei der Hand gehalten und war das ganze Training hindurch bei ihm geblieben. Damals waren die beiden schwerer auseinander zu halten gewesen, und der Trainer hatte sie ständig miteinander verwechselt. Einmal hatte Andy den Ball ins falsche Tor geschossen, und der Trainer hatte ihn angeschrien. „Na hör mal, Andy!“, hatte er gerufen. „Was hast du dir denn dabei gedacht?“ Paul hatte von der anderen Seite des Fußballfelds her gerufen: „Ich bin Andy! Das ist Paul!“ Paul wollte nicht, dass Andy sich schlecht fühlte. Aber danach hatte der Trainer immer, wenn einer von ihnen etwas falsch machte, gedacht, dass es Paul war. Er konnte sich noch erinnern, wie er am Ende der Spielzeit zu Papa gesagt hatte: „Also, der Andy, in 15


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
330817 by Fontis-Shop - Issuu