REINHARD BONNKE
In den vergangenen 24 Jahren haben rund 140 Millionen Menschen die großen Evangelisationsveranstaltungen besucht. Allein seit dem Jahr 2000 haben sich mehr als 62 Millionen Menschen für Jesus entschieden und dies mit ausgefüllten Entscheidungskarten dokumentiert.
Vorsicht beim Lesen dieses Buches! Das Feuer Gottes, das im Herzen Reinhard Bonnkes brennt, lodert Ihnen buchstäblich aus den Seiten entgegen. Sie können es nicht lesen, ohne davon zu einer erneuten Hingabe inspiriert zu werden. Bonnkes tiefe Liebe zum Wort Gottes und seine Last für die Verlorenen sind ansteckend. Dr. Bill Bright
Auf der Suche nach dem Gottesbeweis findet der Leser hier einen glaubwürdigen Zeugen, der mit eigenen Augen zahllose Wunder Gottes und seine übernatürliche Hilfe an Menschen in Not gesehen hat. Weltweit verkündet zur Zeit kein Missionar noch Evangelist die Gute Nachricht von Jesus Christus den Menschenmassen in solch einer Dimension. Dabei geht die geistliche Qualität am Einzelnen nicht verloren. Durch Reinhard Bonnke bin ich als zehnjähriger Junge selbst zum christlichen Glauben gekommen. Ingolf Ellßel
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REINHARD BONNKE
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WENN DAS FEUER FÄLLT
Der Name Reinhard Bonnke ist auf der ganzen Welt gleichbedeutend mit riesigen Veranstaltungen in Afrika, bei denen nicht nur Tausende, sondern buchstäblich Millionen für Jesus gewonnen werden. Seine Hingabe, an einigen der abgelegensten Orte unseres Planeten den Menschen das Evangelium zu bringen, hat – unbemerkt von westlichen Medien – eine moderne Erweckung ausgelöst.
WENN DAS
FEUER FÄLLT EVANGELISATION IN DER KRAFT DES HEILIGEN GEISTES WIRD DIE WELT GRUNDLEGEND VERÄNDERN!
Titel der Originalausgabe: Evangelism by Fire Erste deutsche Ausgabe: Mai 1991 6. Auflage: April 2013
Umschlaggestaltung: Tabitha Hess Foto: iStockphoto © David Edwards
Copyright © Reinhard Bonnke 1989 Copyright © der überarbeiteten deutschen Neuauflage 2000: Full Flame GmbH ISBN 978-3-935057-02-8
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise sowie Vervielfältigung in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren) oder Verarbeitung durch elektronische Systeme ohne schriftliche Einwilligung des Autors und des Verlages sind verboten! Die Bibelstellen wurden – soweit nicht anders vermerkt – der revidierten Elberfelder Bibel entnommen.
Herausgeber:
E-R Productions GmbH Postfach 60 05 35 60335 Frankfurt am Main Deutschland
info@e-r-productions.com www.e-r-productions.com
Inhalt
Vorwort Einführung
1. 2. 3. 4.
Wenn Brandstiftung kein Verbrechen ist Gesalbt von Gott – gegen alles gewappnet Sterbliche Menschen mit unsterblichen Taten Der Schrei nach dem Evangelium
5. 6. 7. 8.
Gottes neue Elisa-Generation Eine Botschaft ohnegleichen Den ganzen oder den halben Jesus? Warum das Wunder zum Stillstand kam
Teil III: Die persönliche Motivation
85 101 111 125
9. 10. 11. 12.
Hesekiels Schwimmunterricht Die Leidenschaft göttlicher Liebe Der gesalbte Unprofessionelle Die Waffen unseres Kampfes
Teil IV: Der Erfolg
147 159 171 185
13. 14. 15. 16.
Ohnmächtig oder allmächtig? Sieben Schritte zum Erfolg Die Initiative ergreifen Kein Kompromiss mit dem Teufel
Teil V: Die Praxis
201 205 223 233
17. 18. 19. 20.
Die Falle Die Weltgeschichte am Seil Integrität – die Zielscheibe Satans Fürbitte – der Zünder
249 263 273 287
Teil I: Die himmelschreiende Not
Teil II: Das zündende Evangelium
5 9 21 39 51 69
Vorwort Flammende Quelle der Herrlichkeit Zu welcher Art von Christen gehören wir? Jesaja stellt die Frage: „Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann?“ Er brachte als Erster die Botschaft des Herrn der Heerscharen nach Jerusalem (Jesaja 33,10.13). „Jetzt stehe ich auf, spricht der Herr, jetzt erhebe ich mich, jetzt richte ich mich auf. Ihr in der Ferne, hört, was ich tue; ihr in der Nähe, erkennt meine Kraft.“ Diese Worte sind eine Zusammenfassung der Vision Jesajas, in der er sah, wie Gott in seiner Majestät und in seinem Eifer Himmel und Erde durchzieht und die Völker wie ein verzehrendes Feuer heimsucht. Jesaja erzitterte vor dieser glühenden Leidenschaft. Das Wesen Gottes offenbarte sich ihm als ewiges Feuer, glühende Wahrheit, Heiligkeit und Entschlossenheit. Mit diesem Gott haben wir es zu tun. Jesaja hatte es selbst gesehen, aber er erinnerte sich an das, was im 2. Mose 24,17 berichtet wird: „Die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn auf dem Gipfel des Berges zeigte sich vor den Augen der Israeliten wie verzehrendes Feuer.“
Diese göttliche Glut strahlt derart intensiv, dass Paulus schreibt: „Gott lebt in unzugänglichem Licht“ (1. Timotheus 6,16). In 2. Mose 33,18-34,8 wird in einzigartiger und packender Weise die Herrlichkeit seiner Güte beschrieben, die selbst das Felsgestein des Horeb transparent machte. Obwohl Mose hinter einer Felsspalte versteckt war, wurde er auch dort noch von dieser Herrlichkeit erfasst. Bereits im 2. Mose 24,10 lesen wir, wie unter Gottes Fußspuren die Bergspitze wie ein blauer Edelstein und so klar wie der Himmel aufleuchtete. 2. Mose 19,18 sagt: „Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.“
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Wenn das Feuer fällt
Hesekiel hatte eine ähnliche prophetische Schau (Hesekiel 1,13). Das Aussehen der „Lebewesen“, die von Gott kamen, war „wie brennende Feuerkohlen; wie ein Schein von Fackeln war das, was zwischen den lebenden Wesen hin- und herfuhr; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze hervor.“ Gott schickt seine Boten nicht wie erkaltete Totengeister aus, sondern „er macht seine Engel zu Stürmen und seine Diener zu flammendem Feuer“ (Hebräer 1,7). Die Begegnung mit der Herrlichkeit Gottes hatte bei Mose sichtbare körperliche Auswirkungen: Die Haut seines Gesichtes strahlte. Sind Gottes Diener heute auch flammende Feuer? Erkennt man den göttlichen Glanz bei den Gläubigen? Wenn wir irgendetwas von Gott brauchen, dann ist es seine „ewige Glut“. „Feuer läuft vor ihm her und verzehrt alle seine Feinde. Seine Blitze erhellen die ganze Welt, die Erde sieht es und zittert. Die Berge zerfließen wie Wachs vor dem Herrn, dem Herrscher der ganzen Erde“ (Psalm 97,3f). Das ist unser Herr Jesus. Ein Jünger sah den Auferstandenen mit „Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht“ (Offenbarung 1,14ff). Selbst während er als Mensch über diese Erde ging, gab es eine Gelegenheit, bei der drei seiner Jünger sahen, wie „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ (Matthäus 17,1ff).
Es ist bemerkenswert, dass sie bei diesem Ereignis „von einer lichten Wolke überschattet“ wurden. Der brennende Geist Gottes wirkt immer wieder derart intensiv, dass er, wie wir lesen, von einer Wolke bedeckt werden muss. Das Volk Israel wurde 40 Jahre lang von einer Wolkensäule und einer Feuersäule durch die Wüste geführt. „Wer kann bei ewiger Glut wohnen?“ Gott ist ein flammender Quell der Herrlichkeit, der sich uns nur in stark gefilterter Form offenbart, so wie Jesaja es im Tempel erlebte (Jesaja 6,1-5). Wer kann mit ihm auf seinem feurigen Wagen fahren, mit dem er wie ein Krieger voranprescht? Christus zu predigen heißt,
Vorwort
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zu verkünden was er ist. Ohne Feuer gibt es kein Evangelium, sondern nur tiefgekühlte Worte. Gott will in seinem Haus einen brennenden Altar und keine Tiefkühltruhe haben. Das Neue Testament beginnt mit Feuer. Christus wurde von seinem ersten Zeugen, Johannes dem Täufer, der selbst „ein brennendes und scheinendes Licht“ war (Johannes 5,35), so vorgestellt: „Der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (Matthäus 3,11). Die Wassertaufe ist wichtig, aber der Brennpunkt des Christentums ist Feuer. Es gibt wahrhaftig sehr viel verwässerte Religion, manchmal sogar mit Eis vermischt. Wasser und Feuer, der Kontrast könnte kaum stärker sein. Welcher Art ist unsere Religion? Ist sie eine Kaltwasser- oder eine Feuer-Religion? Symbolisch oder dynamisch? Johannes, der Täufer, kündigte Jesus, den Täufer, an. Johannes stand in einem Wasserstrom, aber Jesus in einem Feuerstrom. Christus tauft auch heute noch mit Heiligem Geist und mit Feuer.
Reinhard Bonnke Frankfurt am Main, Juni 2000
EINFÜHRUNG Erweckung ist kein Zufall Vor 25 Jahren predigte ich als junger Missionar manchmal zu nur fünf Leuten. Damals war für mich endlich die Gelegenheit gekommen, das herrliche Evangelium mit den „bewährten“ Mitteln der Mission weiterzugeben – doch an nur fünf Leute? Vor uns lag schließlich die Aufgabe, die 450 Millionen Seelen Afrikas zu retten, Menschen, von denen die meisten keine Ahnung hatten, was die Errettung durch Jesus Christus bedeutete. Natürlich hätten wir sie wie gewohnt evangelisieren können – aber nur, wenn es uns vergönnt wäre, 5.000 Jahre zu leben! Nun, auch eine kleine Zuhörerschar hat uns nicht entmutigt. Trotzdem hätte Erweckung kommen und uns viel Mühe ersparen können. Gott selbst hätte die Schlacht für uns schlagen können. Die Hoffnung darauf verlieh uns weiter Geduld und ließ uns das Ziel im Auge behalten. Hatten sich denn nicht auch unsere geistlichen Vorväter mit unerschütterlichem Glauben danach gesehnt?
Ein ungepredigtes Evangelium ist nutzlos
Doch später kamen mir Zweifel darüber, ob diese Haltung tatsächlich richtig sei. Mir ließ der Gedanke einfach keine Ruhe, dass das Evangelium keine gute Botschaft für die sein kann, die sie gar nicht hören – ein Evangelium, das nicht gepredigt wird, ist überhaupt keine Botschaft! Dann durchdrang ein weiterer, noch kleinerer Lichtstrahl mein Herz: Das Neue Testament sagt nichts davon, dass Gott alles selbst erledigt, vielmehr ist klar, dass die Jünger „auszogen und überall predigten, während der Herr mitwirkte“ (Markus 16,20. Hervorhebung vom Verfasser). Gott handelte, weil
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die Jünger ihrerseits handelten. Smith Wigglesworth hat das einmal so formuliert: „Die Taten der Apostel wurden beschrieben, weil sie etwas taten.“ „Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten.“ (1. Korinther 1,21) Also wartete Gott auf uns, und – dem konnte ich nicht ausweichen, auch auf mich. Ich begann mit einem Bibelfernkurs, an dem insgesamt 50.000 Personen teilnahmen. Ich war begeistert! Ich empfand, als blickte ich durch ein Periskop über das weite Meer auf eine nach Erlösung hungernde Menschheit. Außerdem hatte ich eine Vision, die mich ständig begleitete. Jede Nacht sah ich ganz Afrika vor meinen inneren Augen; ein Land nach dem anderen wurde im Blut Jesu gewaschen.
Sollten wir noch länger auf die Erweckung warten? Wir hatten doch schon so lange darauf gewartet! Jahrhundertelang war darauf gewartet worden, andauernd, geduldig und mit ernstem Gebet. Wann würde Gott antworten, wenn nicht jetzt? Und noch eine andere Tatsache gab mir zu denken: Nie hatte es eine Erweckung ohne vorangehende, eindringliche Evangelisation gegeben. Das alles bewog mich, einem ziemlich spontanen Impuls folgend, der aber offensichtlich von Gott kam, ein Stadion zu mieten, das gut 10.000 Menschen fasste. Man stelle sich vor: Eine kleine Gemeinde von 40 Mitgliedern mietet ein großes Stadion – und 10.000 Menschen kommen! Es war die Ernte des ersten reifen Weizens. Zum ersten Mal erlebte ich mit, wie Tausende dem Aufruf zur Errettung folgten und nach vorne strömten. Gott öffnete mir die Augen. Ich sah buchstäblich vor meinem geistigen Auge, wie eine unsichtbare, mächtige Welle der Kraft des Heiligen Geistes durch das Stadion wogte. Massenhaft empfingen die Menschen die Geistestaufe, oft begleitet von Heilungswundern.
Einführung
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Ich weinte wie ein kleiner Junge und schwor dem Herrn, dass ich im Gehorsam des Glaubens durch ganz Afrika ziehen würde, damit die Vision der Erweckung sich erfülle. Mir war einfach klar: Was Gott mit 10.000 Menschen tun kann, das kann er auch mit 450 Millionen tun. Was wir heute in Afrika vom Handeln Gottes miterleben, ist atem beraubend. Den Fußstapfen geistlicher Riesen folgend, ernten wir nun mit Freude, was sie seinerzeit mit Tränen gesät haben. Wir kamen z. B. nach Bukavu, einem tief im Regenwald Zaires gelegenen Ort, der erstmalig von dem Missionar C. T. Studd aufgesucht worden war. Dort erlebten wir, wie 70.000 Menschen dem Ruf der Liebe Gottes folgten. David Livingstone hatte einst prophezeit, dass sich Tausende bekehren würden, wo er selbst nur eine Hand voll Bekehrter gesehen hatte. Und genauso ist es geschehen. In Blantyre, einem Ort in Malawi, der den Namen der Stadt trägt, in der Livingstone geboren wurde, antworteten mehrere Hunderttausend Menschen auf den Ruf zur Errettung.
Den Erweckungsschuss abfeuern
Heute ist angesichts von Zauberei, Okkultismus und allem erdenk lichen Bösen das Evangelium genauso überlebensnotwendig wie eine Schrotflinte für den, der in eine Schlangengrube gerät. Satan ergreift die Flucht, wenn Jesus Massen von Gefangenen befreit. Eine gleichg ültige und unterkühlte Christenheit wird das jedoch nicht zuwege bringen. Die Völker der Welt brauchen jetzt die flammende Botschaft des Kreuzes – nicht irgendwann, wenn es uns gerade passt! Staatsoberhäupter stellen fest, wie positiv und segensreich sich das Evangelium auf die Bevölkerung auswirkt, und heißen uns persönlich willkommen. Im März 1990 sind wir bei unserem Evangelisationseinsatz beinahe bis zur Sahara, nämlich bis nach Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso (ehemals: Obervolta), vorgedrungen. Dieses Land ist wegen des dort
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herrschenden Okkultismus berüchtigt. Während der Evangelisation wurden wir zweimal vom Präsidenten privat in seinem Haus empfangen. In 6 Versammlungen kamen insgesamt 800.000 Menschen zusammen; die abschließende zählte fast eine Viertelmillion Teilnehmer. Unzählige entschieden sich für Jesus Christus, darunter viele Muslime und Animisten. Ganz ähnlich geschah es im August 1990 in der nigerianischen Stadt Kaduna, wo ich in den 6 Gottesdiensten zu insgesamt 1.670.000 Menschen sprach – einer halben Million in einer einzigen Versammlung! Was jedoch seit November 1999 geschieht, übertrifft bei weitem alles bisher Erlebte. Als wir nach 8-jähriger Abwesenheit erstmals wieder in Nigeria evangelisierten, versammelten sich in der ersten Veranstaltungsreihe, die in Benin City stattfand, wieder bis zu 500.000 Menschen, in 6 Tagen insgesamt 2 Millionen. Danach folgten Evangelisationseinsätze in den nigerianischen Städten Port Harcourt, Calabar und Aba. In Aba drängten sich 600.000 Besucher auf einem Schulgelände, um an einer Versammlung teilzunehmen. Allein in diesen vier Evangelisationen entschieden sich insgesamt 4 Millionen Menschen für Jesus. Diese Reaktion auf das Evangelium der Kraft Gottes ist absolut umwerfend!
Ich trage die göttliche Verheißung in meinem Herzen, dass wir eines Tages die Bekehrungen einer ganzen Million Menschen in einer einzigen Versammlung erleben werden. Wir haben uns Lautsprecheranlagen angeschafft, mit denen wir mehr Menschen erreichen können, als vielleicht je zuvor auf der Welt von einem Einzelnen erreicht worden sind. Arrogante Vermessenheit? Wenn es stimmt, dass der Gekreuzigte „um der Mühsal seiner Seele willen Frucht sehen und sich sättigen“ wird, wie es in Jesaja 53,11 heißt, dürfen wir dann in geringeren Dimensionen denken? Würde er sich denn mit weniger sättigen? Warum sollten die Diener Gottes wie Zwerge planen?
Einführung
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Eine Sturzflut Gott sagt: „Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.“ (Habakuk 2,14) Wie bedeckt Wasser den Meeresgrund? So vollständig, dass nicht einmal ein winziger Fleck am Meeresgrund trocken bleibt. Hier haben wir ein klares Bild über den Plan Gottes vor uns. Die Erkenntnis seiner Herrlichkeit, Kraft und Rettung wird sich wie eine Sturzflut über die Erde ergießen. Dann wird es keinen einzigen trockenen Flecken mehr geben, kein Land, keine Stadt, keinen Ort, kein Dorf, keine Familie, ja, nicht einen einzigen Menschen, der diese Erkenntnis nicht haben wird. „Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit! riefen die Engel des Herrn.“ (Jesaja 6,3)
Dieses Jahrzehnt sollte zum Höhepunkt eines Jahrhunderts der weltumfassenden Evangelisation und Erweckung werden und zur Vollendung dessen führen, was die Mühsal und die Tränen früherer Generat ionen gesalbter Christen vorbereitet haben. Schließlich ist die Gemeinde Jesu ein Rettungsboot und kein Vergnügungsdampfer. Entertainer sind nicht gefragt, sie werden auch nicht gebraucht. Vom Kapitän bis zum Küchenjungen werden alle Hände an Deck gebraucht, um Seelen zu retten! Die Kirche, die nicht die Verlorenen sucht, hat bereits verloren – sich selbst und ihre Aufgabe. Manche reden sich damit heraus, dass in der pluralistischen Gesellschaft unserer Tage die christliche Seite nicht in die unchristliche Hälfte eindringen dürfe. Aber hat Gott unsere Situation etwa nicht vorausgesehen? Viele fragen: „Was hat Gott seiner Gemeinde heute zu sagen?“ Wieso muss man diese Frage eigentlich stellen? Redet Gott denn so unverständlich? Er sagt heute doch nichts anderes, als was bereits in seinem Wort steht. Ich höre immer wieder nur eines von Gott. Wenn unsere Propheten echt sind, dann werden sie mit der gleichen Dringlichkeit wie Jesus Christus sprechen und den Missionsbefehl wiederholen: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Markus 16,15)
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Evangelisten gesucht! Evangelisten? Tausende von ihnen sind in Gemeindejobs eingespannt, zu denen Gott sie nie berufen hat. Es ist an der Zeit, dass der Leib Christi den Dienst des Evangelisten wieder mit Nachdruck fördert! Einige Pastoren werden recht ungehalten, wenn man sie fragt, warum Gott eigentlich Evangelisten gewollt hat. Tatsache ist, dass Gottes Hauptanliegen heute wie damals auf Golgatha dasselbe ist: die Rettung kostbarer Seelen. Als Jesus Christus gen Himmel auffuhr, hat er der Kirche den Dienst des Evangelisten gegeben, damit er dazu beiträgt, diese große Aufgabe zu erfüllen (Epheser 4,8-16).
In der Vergangenheit hat es leider oft tragische Vorkommnisse gegeben. Wenn sich irgendwo für den Dienst von Evangelisten die Türen öffneten, kam es vor, dass einige Reichgottesarbeiter ihren Herrschaftsbereich so eifersüchtig bewachten wie Goldschürfer ihren Claim. Rivalitäten haben schon so manche Erweckung ruiniert. Es darf nicht sein, dass die Ernte nicht eingebracht werden kann, nur weil die Erntearbeiter sich darauf konzentrieren, ihr eigenes Stück Feld zu verteidigen. Christus ist nicht gestorben, um einigen eine kirchliche Karriere zu ermöglichen, sondern um die Verlorenen zu retten. In diesem Buch geht es nicht um Mittel und Methoden, sondern um geistliche Prinzipien. Gott will dir Einfallsreichtum schenken. Es gibt so viele Methoden wie es Führungen gibt. Nur Mut! Wir brauchen Christen, die etwas Neues wagen. Leute, die mit bekannten und bewährten Methoden arbeiten, gibt es schon genug. Damit meine ich auch die Methoden, die ich selbst ausprobiert und als bewährt erlebt habe. Evangelistische Methoden, die in der Vergangenheit wenig bewirkt haben, werden auch heute nicht viel mehr ausrichten. Einfach mechanisch vor sich hinzutrotten, mag von manchen Treue genannt werden, aber unser Hauptziel beim Evangelisieren ist Effektivität, nicht irgendeine verschrobene Form von Treue.
Einführung
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Während meiner langjährigen Tätigkeit als Evangelist und Missionar habe ich eine Anzahl von Faktoren entdeckt, die die Ausbreitung und Verkündigung des Evangeliums behindern können. Wenn ich sie in diesem Buch auch nicht extra aufführe, so weiß ich doch aus Erfahrung, dass viele der bewährten und akzeptierten Evangelisationsmethoden seit Generationen unverändert geblieben sind. Andere Hemmschuhe sind Lehren und Meinungen, die uns raten wollen, alles Gott zu überlassen. Einige beharren nachdrücklich auf ihrer Sicht, dass nur Gott Erweckung schenken kann; doch während sie darauf warten, versäumen sie, den Missionsbefehl auszuführen. Und manche sind sogar der Ansicht, dass Menschen schon irgendwie gerettet werden, wenn sie denn gerettet werden sollen. Was aber, wenn alle diese Theorien falsch sind? Welch ein unerhörtes Risiko, die ewige Bestimmung von Menschenseelen vom Ausgang kontroverser Schriftauslegung abhängig machen zu wollen, von der grammatikalischen Form eines griechischen Verbs!
Man kann zwar todsicher sein, aber dennoch tot! Wir dürfen es nicht wagen, deswegen die Aufgabe der Evangelisation zu vernachlässigen. Ich würde mich lieber einer Methode bedienen, die zwar von Menschen verachtet, aber von Gott gutgeheißen wird, als eine Methode zu benutzen, die bei Menschen zwar hoch im Kurs steht, aber keine Ergebnisse, keine geistliche Frucht zuwege bringt. Daher entschuldige ich mich auch nicht für dieses Buch. Ich schreibe nicht, um Beifall zu erheischen. Ich schreibe, weil ich Gottes Salbung denen vermitteln möchte, die bereit sind, echte Glaubensschritte zu wagen. Die Temperatur dieses Buches ist heiß, sehr heiß. Es will Leser entzünden. Manche, die die folgenden Seiten lesen, wären gut beraten, eine Feuerversicherung abzuschließen, denn ich garantiere ihnen, dass viele alte Methoden dem Feuer übergeben werden. Meine Botschaft ist mit aufrichtigem, zielgerichtetem Herzen geschrieben, aber sie ist nicht einseitig. Ich werde immer wieder
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den Missionsbefehl betonen, ja, einhämmern, weil ich weiß, dass man ihn nicht oft genug betonen kann. Tag und Nacht bete ich zu Gott, er möge eine noch größere Effektivität im Gewinnen dieser Generation schenken. Evangelisation im Feuer und in der Kraft des Heiligen Geistes ist die einzig wirksame Lösung!
Ständig halte ich Ausschau nach anderen gesalbten Männern und Frauen, die ebenfalls die Herausforderung des Wortes Gottes annehmen und sich der Evangelisation in der Kraft des Heiligen Geistes hingeben. Ich glaube, dass die größte Ernte noch vor uns liegt. Bald wird die Zeit kommen, in der die ganze Welt widerhallen wird vom Lob unseres Herrn und Erlösers. In allen Ländern und Sprachen wird schon bald jede Zunge bekennen, „dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2,11) Dieses Buch ist voll von den Dingen, die Gott mich gelehrt hat und mich über die Jahre hat erfahren lassen. Ich schreibe nur aus einem einzigen Grund – ich möchte andere inspirieren, sie ermutigen und dafür gewinnen, „das Werk eines Evangelisten zu tun“ (2. Timotheus 4,5). Du findest in diesem Buch all die Prinzipien, die es zu beachten gilt, wenn man einen Dienst in der Kraft des Heiligen Geistes tun will. Lies alle, aber nicht, um herauszufinden, wie ich meine Evangelisationen durchführe, sondern um zu entdecken, dass Gott durch jeden wirken kann, der bereit ist, seinem Plan zu folgen.
Das wunderbare Vorrecht
Dem Engel, der Kornelius erschien (Apostelgeschichte 10), war es nicht erlaubt, den Namen Jesu zu erwähnen; er durfte auch nichts über die Errettung sagen. Dieses heilige Vorrecht war und ist Menschen wie uns vorbehalten. Alles, was der Engel sagen durfte, war: „Jetzt sende Männer nach Joppe und lass Simon holen, der den Beinamen Petrus hat.“ (Apostelgeschichte 10,5) Dieser mächtige Seraph, der aus dem höchsten Himmel kam, musste sich dem größeren Vorrecht eines Petrus beugen. Gott hat Gefallen daran, Menschen wie dich und mich zu rufen und zu schicken.
Einführung
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Und das ist schon immer so gewesen. Allein vier Evangelisten hat Gott gebraucht – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes –, um das Evangelium Jesu Christi niederzuschreiben. Dies ist meiner Meinung nach ein typologischer Hinweis auf die vier Männer, die im Alten Testament die Bundeslade trugen. Die Träger des Evangeliums sind in jeder Generation andere Menschen, doch das Evangelium bleibt das Gleiche. Jetzt leben wir, und nun sind wir an der Reihe. Gott hat dich und mich berufen. Das Evangelium muss bis an die Enden der Erde verkündigt werden. Das ist der Missionsbefehl, den uns der Herr gegeben hat – und im Dienst des Königs gibt es kein Zögern.
Wie groß ist die Hölle?
Die Kapitel dieses Buches wurden geschrieben, weil ich einfach nicht glaube, dass Gott will, dass mehr Menschen in der Hölle landen als im Himmel. Zwar spricht die Schrift davon, dass „viele“ auf dem Weg in die ewige Verdammnis sind (Matthäus 7,13), aber eben diese Menschen sollen von Männern und Frauen durch die Verkündigung des wahren Evangeliums aufgehalten werden. Gott hat alles Nötige getan, damit „viele Söhne zur Herrlichkeit“ kommen (Hebräer 2,10) und – Gott sei Dank! – spricht Offenbarung 7,9 von einem erfolgreichen Ausgang. Jesus hat uns aufgefordert: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern …“ (Matthäus 28,19). Es gibt auch keine alternativen Rettungspläne, falls das Evangelium versagen sollte – weil es nicht versagen wird! Mehr Menschen als je zuvor in der Geschichte werden errettet, geheilt und empfangen die Geistestaufe, und das mit zunehmender Geschwindigkeit! Das kann nur bedeuten: Jesus kommt bald!
Wir gehen nicht in eine Schlacht, deren Ausgang noch völlig offen ist. Sie wurde auf Golgatha bereits gewonnen. Jesus wies die Jünger an: „Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!“ (Matthäus 9,38) und er fügte hinzu:
„Geht!“ Er sagt es immer noch; der Auftrag wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Gott schenkt Erweckung – ja! Aber wann? Dann, wenn wir Buße tun über unserem offensichtlichen Ungehorsam und die wichtigste, grundlegende Aufgabe wieder erfüllen – die der Evangelisation. Jede Tätigkeit der Kirche sollte sich auf die Rückgewinnung der Welt für Gott beziehen. Worauf warten wir denn noch? Rettet die Verlorenen – oder wir werden es nötig haben, uns zu retten.
Teil I Die himmelschreiende Not
KAPITEL 1
Wenn Brandstiftung kein Verbrechen ist Gott setzt Treibholz in Brand. Alte, vertrocknete Äste können für Gott brennen, so wie es der brennende Dornbusch tat! Halleluja!
Ich bete nicht: „Herr, ich möchte für dich verbrennen!“ Ich möchte schließlich nicht zu einem Häufchen Asche werden. Das Verblüffende am brennenden Dornbusch war ja, dass er nicht verbrannte. Nur zu viele Diener Gottes leiden an einem Burn-out-Syndrom. Der Grund dafür ist so manch andere Art von Feuer. Ich bitte vielmehr: „Herr, lass mich immer weiter für dich brennen!“ Die Flamme auf dem Altar sollte nie verlöschen.
Ohne das Feuer des Heiligen Geistes kann das Evangelium nicht vollmächtig weitergegeben werden. Schon am Anfang des Neuen Testamentes lodert die Flamme Gottes. Das Erste, was einer der allerersten Zeitzeugen über Christus sagte, deutete schon auf dieses göttliche Feuer hin. Johannes der Täufer, selbst brennend im Geist und ein weithin sichtbares Licht, rief aus: „Er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen; seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.“ (Matthäus 3,11f)
Johannes der Täufer stellte Jesus als den Täufer vor, der sich grundlegend von ihm selbst unterschied. Johannes taufte mit Wasser, einem natürlichen Element, aber Christus sollte ein übernatürliches, ein geistliches Element zum Taufen benutzen, nämlich heiliges Feuer.
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Wenn das Feuer fällt
Wasser und Feuer – welch ein Kontrast! Nicht, dass Johannes der Täufer eine verwässerte Religion anpries (die heutzutage leider ziemlich oft angeboten wird, manchmal sogar mit Eisstücken versetzt). Johannes der Täufer stand im kalten Jordanwasser und taufte, aber Jesus der Täufer stand in einem Strom aus flüssigem Feuer.
Das herausragende Zeichen des Dienstes von Johannes dem Täufer war, wie sein Name verrät, dass er die Menschen taufte. Zugleich macht er den Dienst eines anderen Täufers namens Jesus bekannt. Auch er wird daran erkannt, dass er tauft. Jesus ist der Täufer im Heiligen Geist.
Brandstifter
Das Evangelium gleicht einem Feuerzeug. Der Heilige Geist wird niemandem gegeben, nur um ausdrucksvolle Predigten halten zu können. Er entzündet im Herzen eines Menschen ein ewiges Feuer. Nur wenn Christus dich in Flammen setzt, kannst du andere geistlich entzünden. „Getrennt von mir könnt ihr nichts tun“, sagt der Herr Johannes der Täufer (Johannes 15,5). Jesus hat den Jüngern stand im kalten eingeschärft, nichts zu tun, ehe sie nicht Jordanwasser und „bekleidet werden mit der Kraft aus der taufte, aber Jesus Höhe“ (Lukas 24,49). Als diese Kraft dann der Täufer stand in kam, offenbarte sich der Heilige Geist in einem Strom aus Form von Feuerzungen, die sich auf jeden flüssigem Feuer. Einzelnen von ihnen setzten. Schon vorher hatte Jesus seine Jünger jeweils zu zweit ausgesandt (Lukas 10,1). Das erinnert mich an Simson, der Füchse paarweise zusammenband und sie mit einer brennenden Fackel in die Kornfelder und Weinberge der Feinde laufen ließ (Richter 15). Genauso wurden die Jünger zu zweit ausgesandt – Träger der göttlichen Fackel, Brandstifter für Gott, die das Land des Teufels mit dem Feuer des Evangeliums in Brand setzten. Sie waren neue Elias, die das Feuer des Himmels zur Erde brachten.
Kapitel 1 • Wenn Brandstiftung kein Verbrechen ist
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Ohne das Feuer des Heiligen Geistes wird jede evangelistische und kirchliche Aktivität zur langweiligen Routine. Wohlgeformte, lang atmige und moralisierende Predigten oder gar politische Reden darüber, wie sich die Wirtschaftspolitik eines Landes entwickeln sollte, vermitteln nur Eiseskälte. Da springt kein göttlicher Funke über, der dieses Eis zum Schmelzen bringt. Und niemand geht von Gottes Geist entflammt nach Hause. Den beiden Emmaus-Jüngern hingegen, die Jesus auf ihrem Weg begleitete, „brannte das Herz“. Ich bin sicher, dass Jesus mit ihnen nicht über Politik geredet oder sie mit Vermutungen oder banalen Ratschlägen gelangweilt hat. Das alles hätte ihr Herz nicht zum Brennen gebracht. Nein, Jesus kam, um „Feuer auf die Erde zu werfen“ (Lukas 12,49). Jesu Auftrag ist kein Picknick-Vergnügen im Urlaub, denn Satan weiß das zu verhindern. Er ist der Zerstörer. Der Herr sendet seine Diener aus und warnt sie vor möglichen Angriffen auf ihre Gesundheit: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann“ (Matthäus 10,28). Aber was bedeuten schon körperliche Beeinträchtigungen und Schmerzen, verglichen mit einem Leben, das mit der Freude und Begeisterung Jesu entzündet wurde? Was bedeuten schon Gefahren für den Körper, verglichen mit der Krone des Lebens oder der buchstäblich wundervollen Arbeit, die er uns zu tun aufträgt? „Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt!“ (Matthäus 10,8)
Das Zeichen des Menschensohnes
Feuer ist das Kennzeichen des Evangeliums, das Zeichen des Menschensohnes. Nur Jesus tauft mit dem Feuer des Heiligen Geistes. Wenn wir eine solche Taufe beobachten oder an uns selbst erleben, dann ist sie das Zeichen dafür, dass Gott allein, und nur er, am Werk ist. Sie kennzeichnet sein Wirken und sie ist der wahre Ausdruck christlichen Glaubens. Wer den Dienst eines geisterfüllten Christen
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Wenn das Feuer fällt
berührt, fühlt das Brennen. Genau das meinte auch Elia: „Der Gott, der mit Feuer antwortet, der ist der wahre Gott.“ (1. Könige 18,24) Nur der einzige Gott vermag das. Elia war sich sicher, dass Baal dazu nicht in der Lage war.
Welche Temperatur zeigt dein geistliches Thermometer? Rührt es sich überhaupt? Bist du unterkühlt? Ist es nicht so, dass es viele erkaltete Herzen und Altäre in der Kirche gibt, Gebet ohne Herzenswärme, und Lehre, die nur durch Streitpunkte angeheizt wird? Mir scheint, dass es theologische Lehrmeinungen gibt, die so feuerfest sind wie Asbest. Es gibt religiöse Bücher, die nur dann Hitze entwickeln, wenn man sie buchstäblich verbrennt. Alles, was den Glauben erkalten lässt, hat nichts mit dem Christus zu tun, der die Jünger Pfingsten erleben ließ. Alles, was er berührt, fängt Feuer. Jesus bringt den Eispanzer um unser Herz zum Schmelzen. Manch kirchliche Bemühung, ein wenig Begeisterung für den christlichen Glauben zu wecken, gleicht geistlich gesehen dem Versuch, Feuer durch das Aneinanderreiben zweier Hölzer zu erzeugen.
Platzpatronen
Das Feuer Gottes ist etwas Einzigartiges. Auf dem Altar des Moses durfte nur göttliches Feuer brennen, kein Feuer von Menschenhand. Nadab und Abihu machten selbst ein Feuer, um ihr Opfer darauf zu verbrennen. Dieses Feuer wurde „fremdes Feuer“ genannt. Daraufhin schoss das göttliche Feuer aus dem Allerheiligsten heraus, verzehrte das fremde Feuer und tötete die eigenmächtigen Priester (3. Mose 10,1f). Heute wird uns viel fremdes Feuer angeboten: merkwürdige Evangelien, die wahrhaftig keine gute Nachricht bringen, sondern vom Unglauben durchsetzte Theologie, menschliche Philosophien, unangemessene Kritik und reine Theorien bieten. Sie alle haben nicht die Spur der himmlischen Herrlichkeit, nichts von göttlichem Feuer. Das Einzige, was sie entfachen, sind Streitereien.
Kapitel 1 • Wenn Brandstiftung kein Verbrechen ist
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Dem allen liegt etwas zugrunde, was mein Freund Paul C. Schoch einmal mit dem Hinweis auf Matthäus 16,23 erklärte, wo Jesus direkt den Satan anspricht, obwohl er sich an den Apostel Petrus wendet. „Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.“
Es gibt Gedanken unterschiedlicher Qualität, Gedanken, die sozusagen auf unterschiedlichen Ebenen gedacht werden. Es gibt Gedanken Gottes und Gedanken der Menschen, „hohe“ und „niedrige Gedanken“, wie es in Jesaja 55,8f heißt. Satan denkt so, wie die Menschen denken. Es ist wohl tatsächlich so, dass der Satan Gottes Sicht nicht mehr überblicken kann. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er mal Luzifer war, ein Engel am Thron Gottes. Jesus zertrat der Schlange den Kopf, und ich denke, dass er dadurch dem Teufel irgendeine Art von Gehirnschaden zugefügt hat. Er hat die Orientierung verloren. Einst war Satan voller Weisheit, aber heute wird er, der Fürst des Bösen, der in der Luft herrscht, nur noch verwirrt durch das, was Gott tut, vor allem aber durch das, was der Herr am Kreuz vollbracht hat. Alles, was den Diese Verwirrung ist die Folge seiner Glauben erkalten lässt, Rebellion gegen Gott. hat nichts mit dem Christus zu tun, der die Jünger Pfingsten erleben ließ. Alles, was er berührt, fängt Feuer.
Satan denkt so, wie die Menschen denken. Das heißt umgekehrt aber auch, dass die Menschen so denken wie der Satan denkt. Auch für sie ist das Kreuz eine Torheit; sie können die Dinge Gottes nicht begreifen, wie der Apostel Paulus feststellt. Auch Paulus konnte – als Saulus – noch nicht sehen. Sein Herz wurde von nackter Wut auf die Gläubigen zerfressen. Er war ein „Drachenmensch“, der nur „Drohung und Mord“ schnaubte (Apostelgeschichte 9,1). Er war äußerst klug und zielstrebig, doch voller Unglauben. Aber als er zum Glauben fand, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.
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Ich kann mir gut vorstellen, dass die Hölle sehr gerne Spione in das Reich Gottes einschleusen würde, nur um einmal zu sehen, welche Geheimnisse es dort gibt. Aber selbst wenn ihr dies gelänge, die Dämonen würden diese Geheimnisse nicht begreifen. Die Hölle ist vollkommen verwirrt. Für Satan ist das Erlösungswerk Christi ein undurchschaubarer Plan Gottes, den Gott zu seinem eigenen Vorteil ausgetüftelt hat. Satan kann nur betrügen, es ist seine böse Natur, die ihn dazu zwingt. Wenn wir den Teufel nur auf der Ebene der menschlichen Gedanken angreifen, sollten wir uns klar darüber sein, dass er so wie die Menschen denkt. Satans Kriegsführung gegen uns gleicht einem riesigen Schachspiel; er hat es nicht nur erfunden, sondern er hat es bereits mehrere tausend Jahre lang gespielt. Der Teufel kennt jeden unserer Züge, plant mindestens zehn seiner Schachzüge voraus und setzt uns unweigerlich schachmatt. Bis in Adams Zeiten reicht seine Erfahrung zurück, er kennt jede nur mögliche menschliche Reaktion. Noch so kluge Worte können keinen Glauben erwecken. Zu allem, was du sagst, hat der Teufel immer ein Gegenargument. Aber das Evangelium ist keine menschliche Kopfgeburt eines Universitätsprofessors. Wir müssen uns in der göttlichen Dimension bewegen, damit uns der Feind nicht mehr folgen kann. Gegen den Verstand und die Weisheit des Heiligen Geistes kann der Teufel nichts ausrichten. Wenn wir nur mit menschlichen Möglichkeiten planen, predigen, Zeugnis geben oder evangelisieren, wird der Satan unsere Bemühungen zunichte machen. Er weiß genau, wie man mit Psychologie und Propaganda umgeht und wird dies gegen uns einsetzen. Was sollen wir tun? Die Antwort lautet: Bewege dich im Geist Gottes voran und predige das Evangelium unverkürzt, so wie es ist. Dann wird der Erzverwirrer derart verwirrt, dass er dem Spiel nicht mehr folgen kann. Der Teufel kennt nämlich nicht einmal das Alphabet des Heiligen Geistes. Dass das so ist, erleben wir ständig bei unseren Evangelisationen. Wir überlassen die Versammlungen völlig dem Heiligen Geist – mit
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erstaunlichen Ergebnissen. Ganze Länder werden von der mächtigen Kraft Christi gepackt. Falsche Religionen und Lehren von Dämonen, die dort zuvor geherrscht haben, werden erschüttert und zerstört! Kein Prediger könnte das mit eigener Kraft bewirken, egal, wie bekannt oder beredt er auch sein mag. Solch ein Ergebnis kommt nur zustande, wenn Gott selbst am Werk ist. Wenn er das Kampffeld betritt, erringt er einen gewaltigen Sieg. Er kann und er wird immer dann siegen, wenn wir ihm das Feld überlassen. Diese geistlichen Durchbrüche gehören zu den endzeitlichen Segnungen, die der Herr angekündigt hat. Der Tag des Pfingstfestes ist noch längst nicht zu Ende, er endete nicht in Jerusalem, er dauert „bis ans Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1,8). Lieber Leser, ich fordere dich heraus: Wenn du beginnst, auf der Ebene des Heiligen Geistes zu arbeiten, dann wirst du erleben, dass der Herr selber Menschen rettet und befreit. Diese Art der Evangelisation wird weltweit dem Satan das Rückgrat brechen, er wird vernichtend geschlagen und vertrieben werden – durch das Feuer des Heiligen Geistes, das durch nichts und niemanden kopiert werden kann.
Scharfe Munition und Volldampf voraus
Wenn man ein Gewehr mit Platzpatronen lädt, dann ist der Knall des Schusses und der Rückstoß genauso laut und stark wie bei scharfer Munition. Die Wirkung der Munition ist verschieden, aber der Knall ist der gleiche. Eine Platzpatrone wird keinen Einschlag verursachen, weil sie das Ziel überhaupt nicht erreicht. Das ist bei scharfer Munition ganz anders. Wenn man dieses Bild nun auf die Situation der Evangelisation überträgt, so gilt, dass wir nicht am bloßen Knall oder an einem Rückstoß interessiert sind, am Unterhaltungswert spektakulärer Darbietung des Evangeliums – selbst wenn dadurch Hunderttausende von Menschen angezogen würden. Nein, uns interessiert, ob das Evangelium ins Schwarze trifft. Es kann schon sein, dass Scharen von Menschen zusammenkommen. Aber wir müssen durch den Glauben eine Breitseite der Feuerkraft des Heiligen Geistes abfeuern, damit Menschen im
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Herzen erreicht werden. Dann werden große Menschenmengen von Neuem geboren, das Leben vieler wird vollkommen verändert, Kirchen werden überfüllt sein, die Hölle wird geplündert und der Himmel bevölkert. Halleluja! Der eigentliche Sinn von Pfingsten ist es, in jeder Gemeinde die Räder zum Rollen zu bringen, damit das Evangelium in die ganze Welt hinaustransportiert werden kann.
Das Feuer Gottes fällt nicht auf Menschen herab, damit sie sich an einigen wenigen emotionalen Erlebnissen erfreuen. Gott sei Dank hat das Feuer Gottes auch den Nebeneffekt, dass die Kraft des Heiligen Geistes Versammlungen wirklich lebendig macht. Aber diese ausgelassene Fröhlichkeit ist längst nicht alles, was Gott mit seinem Geist erreichen möchte. Der Heilige Geist verfolgt mit seiner Arbeit ewige Ziele.
Daran muss ich denken, wenn ich eine dieser alten Dampflokomotiven sehe, die es heute kaum noch gibt. Diese eisernen Rosse sind wie lebende Kreaturen, sie stoßen schnaubend Dampf aus den Nüstern und haben Feuer im Bauch. Der Heizer einer solchen Lokomotive muss das Feuer am Brennen halten und dafür sorgen, dass der Kessel voll unter Dampf steht. Wenn der Druck stark genug ist, kann der Lokomotivführer zweierlei tun. Entweder zieht er das Seil der Signalpfeife oder er legt den Hebel um, der die Dampfkraft auf die Kolben der Räder lenkt. Die Pfeife wird mit lautem Getöse solange Dampf ablassen, bis der Kessel leer ist und jedem in weitem Umkreis die Ohren gellen. Aber wird die Dampfkraft auf die Kolben gelenkt, dann wird sie die Räder zwar weniger geräuschvoll, aber um so effektiver in Bewegung setzen, wobei der Dampf kaum mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Zug nimmt Fahrt auf und trägt seine Last durch das Land. Die Signalpfeife ist gut und wichtig. Aber wenn Dampf nur eine Pfeife zum Tönen bringt, dann wäre es die Mühe nicht wert, einen Kessel anzuheizen und das Feuer zu schüren. Bei einer Evangelisation ist es der Heilige Geist, der die Kraft schenkt. Auch wenn es geräuschvoll zugeht, sollte sich niemand
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vor dieser Kraft scheuen, denn sie bringt die Menschen zu Gott. Um im Bild eines Gewitters zu sprechen: Erst muss der Blitz sich entladen, dann hat auch der Donner seine Berechtigung. Der eigentliche Sinn von Pfingsten ist es, in jeder Gemeinde die Räder zum Rollen zu bringen, damit das Evangelium in die ganze Welt hinaustransportiert werden kann. „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Markus 16,15)
Die Gemeinde Jesu ist eine Geh-Gemeinde, keine unbewegliche Sitz-Gemeinde. Wir sollten nach vorne schauen, dorthin, wo unser Herr überall in allen Kontinenten aktiv ist. Doch viele Christen begnügen sich mit geistlicher Nabelschau. Sie messen unentwegt nur den eigenen geistlichen Puls. Diese überzogene Selbstprüfung legt sie völlig lahm. Du brauchst keine Angst haben, Jesus ist und bleibt dein Retter. Fange einfach damit an, ihm zu helfen, andere Menschen zu retten. Wenn der Heilige Geist wirklich gekommen ist – und er ist es! – dann steh auf und geh voran. Er tut die Arbeit, nicht du oder ich. „Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9,16) Und wehe denen, denen es durch unser Versäumnis nicht verkündigt wird.
Wahres Christsein heißt, vom Geist entzündet zu leben
Lass mich dir eine Frage stellen: Warum wurde Jesus zur Rechten des Vaters erhöht? Selbst in den großen exegetischen Kommentaren findet sich nur sehr wenig dazu. Die Himmelfahrt Christi scheint kein Thema zu sein. Aber ist sie so wenig bedeutsam? Jesus wies darauf hin, dass seine Himmelfahrt nötig sei (Johannes 16,7). Wenn er nicht zum Vater ginge, so sagte er, könnten wir eine äußerst wichtige Erfahrung überhaupt nicht machen. Ohne Jesu Himmelfahrt gibt es nämlich keine Geistestaufe.
Betrachten wir das, was Jesus tat. Johannes schrieb, dass Jesus so viele Werke getan hat, dass die ganze Welt all die Bücher nicht fassen
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könnte, wenn die Taten Jesu vollständig verzeichnet würden. Was also konnte er nicht tun, solange er auf der Erde weilte? Das, was Johannes der Täufer angekündigt hatte: mit Geist und Feuer taufen. Jesus tat dies während seines irdischen Dienstes nicht. Er war vom Himmel herabgekommen und dorthin zurückgekehrt, nachdem er das Kreuz und das Grab hinter sich gelassen hatte, bevor der letzte Teil seiner Mission erfüllt werden konnte. Nichts, was Jesus auf Erden tat, könnte man als „Taufen mit Heiligem Geist und mit Feuer“ bezeichnen. Bei keiner seiner großartigen Taten – seinem Predigen, seinem Lehren, seinen Heilungen, seinem Tod oder seiner Auferstehung – taufte er mit dem Heiligen Geist. Jesus tat viel für seine Jünger. Er verlieh ihnen Vollmacht, Menschen zu heilen, aber er ging von ihnen, ohne sie im Heiligen Geist getauft zu haben.
Solch eine Taufe hätte vor seiner Rückkehr zum Vater nicht geschehen können. Das hat Jesus nicht nur beiläufig erwähnt, sondern mit Nachdruck betont. Er kam in die Herrlichkeit Gottes zurück, um dort seine neue Aufgabe als Täufer im Heiligen Geist wahrzunehmen. Deshalb ging er zu seinem Vater zurück. Das Alte Testament weiß nichts von einer Geistestaufe. Sie ist Gottes neutestamentliche „Erfindung“. Jesus hat uns natürlich durch den neuen Bund auch noch viele andere Segnungen geschenkt. Er ist unser Hoherpriester, unser Fürsprecher, der vor dem Vater für uns eintritt. Aber diese Dienste hat Jesus nicht im Einzelnen erwähnt. Was er den Jüngern versprach, war, dass er ihnen den Heiligen Geist senden würde.
Erst nach seiner Himmelfahrt kam der Heilige Geist herab: „Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.“ (Apostelgeschichte 2,3) Viele Jahre zuvor erglänzten die Altäre der mosaischen Stiftshütte und des salomonischen Tempels im himmlischen Feuer. Das Feuer, das sich zu Pfingsten ausbreitete, hatte dieselbe himmlische Quelle. Alle Macht und Autorität ist Jesus übergeben. Er sitzt in der Kommandozentrale.
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Feuerzungen Wenn Jesus in den Heiligen Geist tauft Wenn Jesus in den – was heißt das genau? Das heißt, dass Heiligen Geist tauft alles, was mit Jesus und dem Evangelium – was heißt das genau? zu tun hat, von geistlichem Feuer entzünDas heißt, dass alles, det und durchdrungen sein muss. Es was mit Jesus und dem muss brennen! Es braucht Feuer in denen, Evangelium zu tun hat, die Jesus bezeugen und ihm dienen: Feuer von geistlichem in der Wahrheit, die wir predigen. „Ist Feuer entzündet mein Wort nicht brennend wie Feuer?“ und durchdrungen (Jeremia 23,29) Feuer in dem Herrn, sein muss. den wir verkündigen. „Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer“ (Hebräer 12,29). Feuer in der Kraft zu predigen, mit „Zungen wie von Feuer“ (Apostelgeschichte 2,3). Feuer im Geist, durch den wir predigen. „Mit Heiligem Geist und Feuer“ (Matthäus 3,11). Lass mich nun einige wichtige Aussagen über das Feuer Gottes zusammenfassen: 1. Das ganze Opfer muss vom Feuer verzehrt werden.
Auf dem Berg Karmel wurden zwei Opfer dargebracht, eines von den Baalspriestern, das andere von Elia. Das erste, das Opfer für Baal, brannte nicht, weil kein Feuer da war. Das Opfer war zwar vorhanden und die Opfernden meinten es wirklich ernst. Den ganzen Tag beteten sie zu Baal und ritzten sich die Haut mit Messern, um zu zeigen, wie verzweifelt ernst sie es meinten. Sie verausgabten sich völlig, und doch wurde ihr Opfer nicht vom Feuer verzehrt. Bestimmt hätte der Teufel, wenn er es gekonnt hätte, nur zu gern ein oder zwei Funken aus der Hölle geschickt, um das Feuer zu entfachen, doch der Altar blieb kalt. Das Feuer Gottes fiel nicht, weil Elia ein Opfer vorbereitet hatte, sondern es fiel, als Elia im Glauben betete. Der Glaube ist der Sieg.
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Natürlich hatte Elia alles vorschriftsmäßig vorbereitet. Er hatte die Anweisungen Moses genau befolgt, aber das Feuer wurde nicht allein aufgrund des Gehorsams entzündet. Erst der Glaube ließ das Feuer vom Himmel fallen.
Nur auf das Opfer sandte Gott sein Feuer. Ohne Opfer hätte es kein Feuer gegeben! Schaukelstuhl-Christen werden nicht vom Feuer Gottes entzündet. Es gibt keine gesalbten Schlaftabletten, also Christen, die meinen, sie könnten den Geist Gottes ohne Hingabe an Gott empfangen. Sie bitten zwar um das Feuer Gottes, geben sich Gott aber nicht völlig hin und tun entsprechend wenig für ihn. Sie setzen wenig Zeit ein, halten ihr Geld zurück und geben sich auch wenig Mühe. Wenn sie tatsächlich vom Feuer Gottes entzündet würden – was würden sie denn damit anfangen? Zu Hause rumsitzen und sich einfach daran freuen? Das Feuer Gottes ist nicht dazu da, um uns Mühen und Probleme beim Evangelisieren der Welt zu ersparen; es befähigt uns, das Evangelium trotz vieler Probleme mit Vollmacht zu predigen.
Auf das Feuer Gottes kommt es an. Die Darbringung eines Opfers reicht nicht. Zwar würde Gott durch uns keine Seelen retten und keine Kranken heilen, ehe wir als Diener Gottes nicht unser ganzes Leben auf den Altar gelegt haben – das ist richtig. Aber unsere Lebenshingabe ist nicht die Bedingung seines Rettungswerkes. Die Wunder, die er wirkt, indem er Menschen rettet und heilt, rühren einzig und allein von seiner großen Gnade und Barmherzigkeit her. Es war nicht Elias Frömmigkeit, die den furchterregenden Blitz herabzwang, der das Opfer mitsamt dem Altar und allem Drumherum verzehrte. Das Feuer fiel auch nicht, weil Elia so heilig war. Auch unser Zehnter oder unsere Opfer können das himmlische Feuer nicht erkaufen – nicht einmal eine winzige Kerzenflamme davon. Nur auf das Opfer Das Feuer Gottes kommt nicht aufgrund sandte Gott sein Feuer. unseres Opfers; es kommt, weil Christus Ohne Opfer hätte es kein Feuer gegeben! sich geopfert hat. Und darum will dieses Feuer – Gott sei Dank! – auch alle Menschen
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entzünden. Das Feuer einer Erweckung ist keine Belohnung für anständige Leute. Es ist ein Geschenk Gottes. Also lässt es sich auch nicht verdienen. Oft hört man in diesem Zusammenhang fälschlicherweise, dass „man den Preis zahlen muss“. Aber hier zahlen tatsächlich viele zuviel für das, was ihnen umsonst gegeben wird: Das Feuer des Heiligen Geistes wird dem geschenkt, der glaubt. 2. Auch die Wahrheit muss im Feuer Gottes geläutert werden.
Man kann durchaus mit seiner Meinung todrichtig liegen und doch geistlich tot sein. Wir können uns auf die Wahrheit berufen, aber sie darf nicht leblos sein. Jesus hat nicht nur von sich behauptet, dass er der Weg und die Wahrheit sei. Er sagte vielmehr: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6, Hervorhebung vom Verfasser). Gott kündigte an, dass er über Zion den „Glanz eines flammenden Feuers“ (Jesaja 4,5) scheinen lassen würde. Jesus bezeugte, dass Johannes „die brennende und scheinende Lampe“ war (Johannes 5,35). Alle diese Bilder sprechen von Licht und Hitze. Das Evangelium ist brennend heiß, auch wenn die Welt es belächelt. Ich weiß nicht, wie man die „lebendigen Aussprüche“ (Apostelgeschichte 7,38) Gottes weitergeben kann, ohne selbst geistlich lebendig zu sein. Es wäre einfach lächerlich, das Evangelium zwar formal richtig, doch kühl und unbeteiligt zu predigen. Eine Frau erzählte mir einmal, dass ein Dämon auf ihr sitze, obwohl sie doch ein wiedergeborener Christ sei. Ich antwortete ihr: „Fliegen können nur auf einem kalten Ofen sitzen, und da können sie sehr lange hocken. Doch wenn Sie dem Heiligen Geist erlauben, sein Feuer in Ihrem Leben zu entzünden, dann wird dieser Dämon es nicht mehr wagen, Sie zu berühren, andernfalls wird er sich die Finger verbrennen.“ Im Evangelium lodert geistliches Feuer, darum ist es eigentlich selbstverständlich, dass auch vom Prediger des Evangeliums dieses Feuer ausgeht.
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In Jesus brennt das Feuer Gottes Das göttliche Feuer lässt Menschen zu leidenschaftlichen Persönlich keiten werden – eine Leidenschaft, wie sie an Jesus beobachtet werden konnte. Sicher hat Jesus nicht immer mit dem Pathos der Leidenschaft gesprochen, doch dieses innere Feuer ließ ihn konsequent auf seinem Weg vorangehen. Als Jesus das letzte Mal nach Jerusalem wanderte, ging er, so lesen wir, seinen Jüngern voran. Sie konnten sehen, wie er sich selbst regelrecht antrieb: „Sie waren aber auf dem Weg und gingen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging vor ihnen her; und sie erschraken. Die ihm aber nachfolgten, fürchteten sich.“ (Markus 10,32)
Warum fürchteten sie sich? Das Feuer, das Schaukelstuhl-Christen in seiner Seele brannte, war an der Art werden nicht vom Feuer wie er ging sichtbar geworden. Als sie in Gottes entzündet. Jerusalem ankamen, bemerkte Jesus, wie Es gibt keine gesalbten entsetzlich der Tempel entweiht worden Schlaftabletten. war. Die Jünger erhielten einen weiteren Beweis seiner leidenschaftlichen Gefühle. Seine Reaktion ließ ihn in ihren Augen zu einer furchterregenden Gestalt werden. Das erinnerte die Jünger an die Worte aus Psalm 69,10: „Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“ Doch es war ein aus Liebe geborener Zorn, keine kalte Wut. Jesus war kein schäumender Fanatiker. Er liebte seines Vaters Haus – das war alles! Wie sehnlich wünschte er sich, dass die Menschen im Tempel zusammenkämen, um dort voller Freiheit und mit großer Freude Gott anzubeten. Doch der ganze kommer zielle Rummel hatte das unmöglich gemacht. Und so barst es aus seinem Herzen heraus wie aus einem Vulkan. Mit brennendem Herzen reinigte er den Tempel. Seine Handlungsweise war für die Leute erschreckend und viele verließen den Ort in panischer Flucht. Die Kinder, die Blinden und die Lahmen blieben – und er heilte sie (Matthäus 21,14-16).
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Und genau das wollte er; darum verbrannte sein inneres Feuer alles, was dies verhindern wollte. Sein Zorn wollte wieder die Freude Gottes ermöglichen. Das spürten die Kinder, darum riefen sie immer wieder laut und lauter: „Hosanna! Gelobt sei Gott!“ Das ist die einzige Stelle in der Bibel, wo lautes Lob Gottes untersagt wurde – und zwar von den Pharisäern. Das laute Lobgeschrei übertönte nämlich das Klingeln ihrer Kassen: Das Klimpern der Münzen war nicht mehr zu hören. All das sind Auswirkungen des Feuers Gottes!
Wie Marmorskulpturen im Museum
Eine brennende, in Brand setzende Botschaft Gottes soll die Welt hören, nichts anderes. Die Verkündigung muss kein rhetorisches Feuerwerk sein. Und vom Heiligen Geist Entflammte dürfen keine Hitzköpfe sein. Doch sollte alles, was Kirche und den Leib Christi ausmacht, das warme Licht Gottes reflektieren – bis hinauf zur Kirchturmspitze, zur Leitung der Kirchen. In Psalm 29,9 heißt es: „In seinem Tempel ruft alles: Herrlichkeit!“ Und im Hebräerbrief lesen wir, dass Gott seine Diener zu einer Feuerflamme macht (Hebräer 1,7). Diener Gottes sollen Fackeln sein. Das gilt nicht nur für Evangelisten. Auch Pastoren, Gemeindeälteste, Leiter, Mitarbeiter, Lehrer und Verwaltungsfachleute sollen durch den Heiligen Geist glühen, hell leuchten wie Fackeln in einer dunklen, kalten Straße. Wenn sich Geschäftsleute treffen, dann sollte das Feuer des Heiligen Geistes dort genauso brennen wie auf einer Erweckungsveranstaltung, ja, vielleicht sogar noch intensiver. Ein Fisch hat die gleiche Körpertemperatur wie das Wasser, das ihn umgibt. Viele Christen sind wie Fische, die die Temperatur der sie umgebenden kalten Welt angenommen haben. Da ist keine Hitze des Heiligen Geistes mehr in ihnen. Doch Menschen sind Warmblüter, so hat Gott uns erschaffen. Und genau in dieser Temperatur sollen wir auch das Evangelium weitergeben, mit Herzenswärme!
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Der Herr hat uns nicht in die Welt gesandt, weil wir so kühle Köpfe und ach so würdige Leute sind. Auch unsere Gemütsruhe hat ihn nicht bewogen, uns zu erwählen. Er sandte und sendet uns zu den Menschen, um die Auferstehung zu bezeugen, zu bekennen, dass wir dem lebendigen Gott des Pfingstfestes begegnet sind und nun die heißen Kohlen göttlichen Lebens vom Altar Gottes in Händen halten. Ich habe Predigten gehört, die vermittelten den Eindruck, als wären sie eine Anweisung zum Einbalsamieren von Leichen. Wie sollte eine solche Predigt an den lebendigen Jesus Christus erinnern? Wenn Jesus oder Paulus zu einer Gruppe von Menschen sprachen, dann verhielt sich keiner der Zuhörer so, als gehöre er zu einer Ansammlung von Marmorskulpturen eines Museums. Logisches Denken bleibt auch dann logisch, wenn es von Gottes Geist entzündet wurde, man denke nur an die scharfsinnige Sprache eines Jesaja oder Paulus. Logisches Denken muss nicht notwendigerweise mit Herzenskälte verbunden sein. Geistliches Feuer bedeutet Inbrunst, nicht Ignoranz. Man kann theologisch immer dazulernen, doch sollte dieses Lernen nicht dazu führen, dass es das Feuer Gottes im Lernenden zum Erlöschen bringt. Denk dran, geistliche Ausstrahlung kommt vor Klugheit. „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ (Markus 12,30) Der Herr will, dass wir ein brennendes Herz haben, das Freude, Barmherzigkeit und Liebe ausstrahlt.
Man bekommt eine ganz andere Vorstellung von Menschenwürde, wenn man miterlebt, wie Menschen aus ganzem Herzen Gott loben und preisen. Warst du schon einmal dabei, als 50.000 Menschen vor Freude weinten, Luftsprünge machten und Gott zujubelten? Was sonst würdest du denn erwarten, wenn eine Mutter vor einer großen Menschenmenge davon berichtet, dass ihr von Geburt an blindes Kind gerade das Augenlicht wiederbekommen oder von Taubheit geheilt worden ist oder dass seine verkrüppelten Glieder heil wurden? Wie oft bin ich Zeuge solch herrlicher Wunder Gottes gewesen! Es ist ein fantastischer Anblick, ein Höhepunkt menschlichen Erlebens.
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Wir sollten uns nichts darauf einbilden, wenn wir unberührt und kühl miterleben, wenn Lahme gehen und Blinde wieder sehen. Solch eine Zurückhaltung ist nicht klug, sie ist dumm. Ein Freudentanz ist in solchen Augenblicken angemessener. Wir sollten voller Freude sein in der Gegenwart des Herrn! Jesus sagte, dass in solchen Momenten sogar die Steine schreien würden (Lukas 19,40).
Ich sehe all diese kostbaren Menschen vor mir, schwarze und weiße Männer und Frauen, von denen viele kurz zuvor noch so traurig gewesen waren. Jetzt stehen sie mitten in unserer Evangelisationsveranstaltung, die Hände ergriffen gegeneinander gepresst oder anbetend erhoben, die Augen voller Freudentränen, den Blick zum Himmel gerichtet und über ihre Lippen kommen deutlich wahrnehmbare Dankgebete. Dann sage ich mir: „Wie schön sie sind!“ In solchen Augenblicken wünsche ich mir oft, ein Maler zu sein, um die ganze Szene im Bild festhalten zu können. Wenn die sogenannte Würde wichtiger ist als die Freude an Gott, dann ist das schon katastrophal! Wenn Gott nicht unsere Gefühle berühren darf, dann wird es der Teufel tun. Wie kann Gott Sünder überführen und sie zur Buße leiten, wenn er sie nicht auch in ihren Empfindungen und Gefühlen berührt? Wie könnte er ihnen die Freude über die Sündenvergebung schenken, wenn er nicht ihre Seelen so geschaffen hätte, dass sie tief empfinden können? Ich glaube, dass es die Aufgabe eines Evangelisten ist, göttliches Feuer im menschlichen Geist zu entzünden.
Wenn Menschen gerettet werden, dann ist das weit mehr, als ihre Namen auf einer Liste zu vermerken. Wer Christ wird, tritt keinem Klub bei. Die Erlösung ist eine geistliche Operation, die einen Menschen vollkommen verändert. Was ist denn das für eine Vergebung, die wir proklamieren? Was für eine Vergebung war es, die Jesus damals geschenkt hat? Sie ist ein echtes Werk seiner Gnade! Seine Vergebung bewirkte, dass ein Gelähmter wieder aufrecht gehen konnte, dass das harte Herz einer Hure schmolz und sie die Füße Jesu mit ihren Tränen netzte. Es war eine Vergebung,
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die Menschen dazu brachte, andere wieder intensiv zu lieben. Sie veranlasste sie, etwas Außergewöhnliches zu tun, so wie Levi, der ein großes Fest gab. Weil ihr vergeben worden war, zerbrach Maria eine unendlich kostbare Salbölflasche und Zachäus warf buchstäblich sehr viel Geld zum Fenster hinaus. Die Jünger Jesu waren voller Freude, als sie erlebten, dass die Dämonen auf ihren Befehl hin ausfuhren, doch Jesus machte ihnen klar, dass es noch etwas viel Besseres gab: „Darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen im Himmel angeschrieben sind. In dieser Stunde jubelte Jesus im Geist.“ (Lukas 10,20f) Petrus hörte, wie Jesus diese Worte sprach, und er nahm sie sich zu Herzen. Später schrieb er anderen Christen über diese Erfahrung: „Jesus, den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt; und so erlangt ihr das Ziel eures Glaubens: die Rettung der Seelen.“ (1. Petrus 1,8f)
Wie könnte man in gedämpfter Tonlage jubeln? Wie flüsternd anbeten? Wie still und stumm den Herrn feiern? Das ist nicht gemeint, wenn die Bibel von Jubel und Frohlocken spricht. Nein, es heißt vielmehr „jubeln, jauchzen, in Verzückung geraten“. Versuch das einmal ohne jede Gefühlsregung, ohne das Feuer des Heiligen Geistes! Das Feuer Gottes ist erfahrbar. Es muss sich durch die Kirche Jesu Christi ergießen wie das Blut, das durch die Adern fließt. Wenn das Feuer Gottes Christen in Brand setzt, ja, die ganze Kirche im Feuer des Geistes Gottes lebt, dann wird eine verlorene Generation für Gott gewonnen.