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ISBN 978-3-941124-62-2 Copyright © 2013 Christus für alle Nationen e. V. 1. Auflage, 1. Druck

Englischer Originaltitel: Live Before You Die – Daniel Kolenda Copyright © 2013 Daniel Kolenda ISBN 978-1-61638-716-7 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Vervielfältigung in irgendeiner Form, einschließlich Fotokopien, Mikrofilmen oder anderen Verfahren, oder Verarbeitung durch elektronische Systeme sind ohne schriftliche Einwilligung des Verlages verboten.

Verwendete Bibelübersetzungen Sofern nicht anders vermerkt: Elberfelder – Revidierte Elberfelder Bibel (Rev. 26) © 1985/1991/2008 SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten Ansonsten verwendete Ausgaben: Luther (L) – Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984. Durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung. © 1984 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Schlachter (S) – Bibeltext der Schlachter. Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft

Neues Leben (NL) – Neues Leben. Die Bibel © 2002 und 2006 SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) – Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen. Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft Basisbibel (www.basisbibel.de)

Gute Nachricht (GN) – © 1997 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Übersetzung: Umschlaggestaltung: L ayout: Lektorat: Gedruckt in Deutschland

Sabine Njock Bill Johnson Tabitha Hess Siglinde Sarge


MEINUNGEN ANDERER Wir leben in der wichtigsten Periode unserer Geschichte. Gott wirkt auf noch nie dagewesene Weise unter den Nationen dieser Welt. Gleichzeitig sucht eine ganze Generation verzweifelt nach ihrem Lebenssinn. Du selbst bist ein entscheidendes Element in der Ausführung von Gottes Plan für die Nationen dieser Welt. Deshalb ist es genauso entscheidend, dass du gemäß deiner Berufung lebst und in Übereinstimmung mit seinem Willen für dein Leben bist. Vergleichbar mit einer Straßenkarte ist „Lebe – bevor es zu spät ist“ eine Orientierungshilfe für jeden Gläubigen, der herausfinden möchte, was Gott für ihn geplant hat und welche Rolle er in dieser wichtigen Stunde der Geschichte zu spielen hat. In einer sehr inspirierenden und gleichzeitig sehr praktischen Art geht Daniel Kolenda mit bemerkenswerter Einsicht und Offenbarung die Fragen an, die wir uns alle bei der Suche nach unserer Bestimmung stellen. Mit seinem engagierten und motivierenden Stil ruft Kolenda die Gläubigen auf, sich voll und ganz der Berufung Gottes hinzugeben. Dieses Buch ist nichts für Verzagte, es ist ein radikaler Ruf zu einer Hingabe mit ganzem Herzen. Gott möchte, dass du ihm dein ganzes Leben auslieferst, doch erst wenn du dich völlig auf ihn einlässt, wirst du deine Bestimmung erkennen. Dein Leben soll den Lauf der Weltgeschichte beeinflussen. Alles andere reicht nicht an das heran, was Gott für dich vorgesehen hat. Banning Liebscher Direktor von Jesus Culture

„Lebe – bevor es zu spät ist“ wird für jeden Leser zu einem überaus großen Segen werden. In meinem über 50-jährigen christlichen Dienst habe ich festgestellt, dass die Frage, die mir die Leute am häufigsten stellen, die Frage nach dem Willen Gottes für ihr Leben ist. Daniel Kolenda hat in einem Buch alles zusammengefasst, was jeder, der wirklich danach sucht, über den Willen Gottes für sein Leben wissen muss. Seine inspirierenden Worte erklären in einzigartiger Einfachheit, worum es geht, und weisen ganz konkret den Weg, wie man Gottes Willen entdecken, sich daran freuen und ihn ausführen


kann. Ich empfehle dieses Buch voll und ganz dem gesamten Leib Christi, ob Alt oder Jung. Bereiten Sie sich auf eine Lektüre vor, die Ihr Leben völlig umkrempeln wird. Dr. Tony Stone Internationaler Evangelist und Lehrer Daniel Kolenda weiß, wie man im Willen Gottes lebt und wandelt! Er war im Zentrum des Willens Gottes, als er vor dreizehn Jahren an unserer Bibelschule studierte, und er ist auch heute im Zentrum des Willens Gottes, indem er Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu Jesus führt. Die ganz praktischen Weisheiten in diesem Buch werden Ihnen helfen, den wunderbaren Willen Gottes für Ihr Leben zu entdecken und Sie befähigen, mit Leidenschaft darin zu wandeln. Wer weiß, was der Herr noch alles für Sie geplant hat? Dr. Michael Brown Vorsitzender der “Fire School of Ministry” Concord, North Carolina

Wie viele Schriftsteller, bringt auch Daniel Kolenda in diesem Buch etwas zum Ausdruck, in einer Weise, wie nur Künstler es vermögen. Es handelt sich nicht einfach nur um eine Bleistiftskizze, völlig abstrakt und ohne Definition. Sein neustes Buch lässt mich eher an eine Leinwand denken, auf der jeder Pinselstrich eine neue Farbexplosion hervorruft, in der man das Innerste seiner Seele erkennen kann. Jedes Kapitel führt uns tiefer in das hinein, was er uns über die Berufung und den Willen Gottes für unser Leben mitteilen möchte. Daniel Kolenda hat an der Brownsville Revival School of Ministry studiert, und ich verfolge seinen Weg schon seit einiger Zeit. Ich glaube, dass er eine neue Stimme ist, die dazu beitragen wird, Evangelisation im 21. Jahrhundert zu definieren. Pastor John Kilpatrick Gründer und Präsident von John Kilpatrick Ministries Daphne, Alabama


Daniel Kolenda hat eine glühende Leidenschaft dafür, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen, und eine wahre Berufung als Evangelist. Sein Leben und sein Dienst demonstrieren die kraftvolle Dynamik eines Mannes, der ganz der Stimme des Heiligen Geistes gehorcht. Ich kenne Daniel Kolenda schon seit einigen Jahren und habe aus erster Hand miterlebt, wie er sich selbst aufgegeben hat, um in die ganze Welt zu gehen und das Evangelium zu predigen, indem er Menschenmassen aufruft, der rettenden Gnade von Jesus Christus zu vertrauen. In diesem gewaltigen und trotzdem sehr leicht lesbaren Buch offenbart Daniel Kolenda das Herz Gottes für alle, die die Stimme des Heiligen Geistes hören und ihr gehorchen wollen. Mit viel Einsicht und ausdrucksvoller Autorität wird dieses Buch Sie dahin führen, die ewige Bestimmung zu verstehen, die darin liegt, auf den Ruf Gottes für Ihr Leben und Ihren Dienst einzugehen. Evangelist Nathan Morris Gründer und Präsident von Shake the Nations Ministries Rotherham, Großbritannien

Ich kann mir kein relevanteres Thema vorstellen als den Willen Gottes! So viele Menschen verbringen ihr gesamtes Leben in ständiger Unsicherheit darüber, was Gottes Willen für ihr Leben ist. Als junger Mann, der offensichtlich sehr wohl herausgefunden hat, was Gottes Plan für sein Leben ist, ist Daniel Kolenda genau der Richtige, um über dieses Thema zu schreiben. Dieses Buch wird zweifellos viele Unklarheiten beseitigen und Ihnen helfen, die Bestimmung Ihres Lebens zu erkennen. Ich schätze und liebe sowohl diesen Mann als auch seinen Dienst und dieses Buch! Pastor Jonathan Stockstill Bethany World Prayer Center Baton Rouge, Louisiana


Es begeistert mich zutiefst zu sehen, wie eine neue Generation heiliger, demütiger und gesalbter Männer und Frauen Gottes sich erhebt und ihren Platz einnimmt. Daniel Kolenda trägt in seinem Herzen eine Begeisterung und eine Leidenschaft für Jesus, und auch eine Salbung, die Botschaft des Evangeliums mit Feuer mitzuteilen. Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen getroffen, die von sich behaupten „Evangelisten“ zu sein, doch nur selten habe ich den Weg von Menschen gekreuzt, die so wie dieser junge Mann wirklich verstehen, welches Gewicht diese Berufung hat. Daniel Kolendas Buch Lebe – bevor es zu spät ist ist ein Weckruf und ein praktischer Wegweiser für alle, die aus der Bedeutungslosigkeit ihres Lebens heraustreten und sich auf den Weg machen wollen, damit ihr Leben für die Ewigkeit zählt. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Gott zu Ihnen spricht. Und seien Sie bereit zu handeln! Evangelist Steve Hill Gründer und Präsident von Steve Hill Ministries Irving, Texas

Ich habe schon sehr viel Material studiert, um Predigten über das Thema „Wie finde ich Gottes Willen“ vorzubereiten, doch dieses Buch ist bei Weitem das umfassendste und praktischste Werk, das ich je gelesen habe. Daniel Kolenda behandelt dieses lebenswichtige Thema in aller Tiefe und schafft trotzdem, es für den Leser verständlich zu schreiben. Es ist vollgepackt mit lebendigen Illustrationen aus der Bibel und mit persönlichen Erlebnisberichten. Das einzige Problem für mich war, das Buch sehr schnell durchlesen zu müssen. Immer wieder musste ich innehalten, um über eine neu gefundene Einsicht oder eine neue Herausforderung nachzudenken.

Pastor Wayne Hilsden King of Kings Community Jerusalem


[ Gottes Willen für dein Leben entdecken ]

LEBE

bevor es zu spät ist

DANIEL KOLENDA


WIDMUNG Für meine vier wunderbaren Kinder, an denen ich meine Freude habe: Elijah, Gloria, London und Lydia Jemand hat mich gefragt, welches meine Zielgruppe für dieses Buch ist. Die Wahrheit ist, dass ich es für euch geschrieben habe. Ich habe immer an euch gedacht, während ich Kapitel um Kapitel mit der Entstehung dieses Buches gerungen habe. Ich habe gebetet, dass Gott mir hilft, das aufzuschreiben, was ich euch von ihm ausrichten soll, wenn ihr euch jetzt auf den lebenslangen Weg macht, Gottes Willen für euer Leben zu entdecken und auszuführen. Ich kann es gar nicht erwarten zu sehen, was er für euch bereithält. Denkt immer daran: „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert.“


INHALTSVERZEICHNIS

Danksagung

12

Vorwort

17

Hinweis

Einleitung

15

23

TEIL 1

FÜNF GRUNDLEGENDE FRAGEN ÜBER GOTTES WILLEN

Kapitel 1

Hat Gott wirklich einen Plan für mein Leben?

Kapitel 3

Wie erkenne ich Gottes Willen?

35

Kapitel 2

Habe ich Gottes Willen missverstanden?

Kapitel 4

Und wenn Gott mich zu etwas beruft, was ich nicht tun will? 79

TEIL 2

FÜNF GEHEIMNISSE, UM GOTTES WILLEN HERAUSZUFINDEN

Kapitel 5

47

63

Und wenn ich den Willen Gottes schon verpasst habe? 87

Kapitel 6 1. Geheimnis: Das Reich Gottes an erster Stelle 97 Kapitel 7 2. Geheimnis: Ein hingegebener Wille 117 Kapitel 8 3. Geheimnis: Gottes Stimme hören 131 Kapitel 9 4. Geheimnis: Der Weg nach oben führt nach unten 143 Kapitel 10

5. Geheimnis: Werde aktiv! 147


TEIL 3

FÜNF FEINDE DES WILLENS GOTTES FÜR UNSER LEBEN

Kapitel 11

1. Feind: Der Schurke der Faulheit 159

Kapitel 12 2. Feind: Der Friedhof der Angst 169 Kapitel 13 3. Feind: Das Gift des Unglaubens 175 Kapitel 14 4. Feind: Das Beruhigungsmittel der Ausreden 183

Kapitel 15 5. Feind: Die Zauberei des Ungehorsams 197 TEIL 4

FÜNF BLEIBENDE FRAGEN BEZÜGLICH GOTTES WILLEN

Kapitel 16

Bedeutet Widerstand, dass ich nicht im Willen Gottes bin? 205

Kapitel 18

Was sollte ich tun, während ich Gottes Willen suche? 219

Kapitel 17

Kapitel 19

Wie komme ich von dort, wo ich bin, dahin, wo Gott mich haben will? 213 Und wenn ich schon sehr lange warte?

Kapitel 20

Wie kann ich im Willen Gottes bleiben?

227

Fußnoten

255

237


DANKSAGUNG Bücher werden nicht aus einem Vakuum heraus geschrieben. Viele waren daran beteiligt, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden konnte. Ich möchte mich bei folgenden Personen aus tiefstem Herzen bedanken:

Meine wunderhübsche Frau Rebekah: Du bist für mich die Inspiration, die mich vorantreibt, der sichere Hafen, der mich schützt und der Anker, der mich festhält. Ich danke dir für all die Opfer, die du für die Arbeit des Evangeliums bringst. Ich bin sicher, dass dein Lohn im Himmel noch größer sein wird als meiner. Ich liebe dich, mein Schatz!

Meine vier wunderbaren Kinder: Elijah, Gloria, London und Lydia. Ich sehe, dass die Hand Gottes auf jedem eurer kostbaren Leben ruht. Ich habe dieses Buch in erster Linie als einen Brief an euch geschrieben, und viele der Lektionen, die darin enthalten sind, habe ich von euch gelernt. Ihr seid für mich ein Schatz, der mir mehr wert ist als das Leben!

Meine Eltern, die sich in mich investiert und mich mehr als irgendjemand sonst beeinflusst haben. Eure Worte und eure Weisheit sind mir immer gegenwärtig. Danke für euer makelloses Vorbild der Integrität, der Aufrichtigkeit und der rückhaltlosen Hingabe an Christus. Meine vier Schwestern: Sarah, Stephanie, Kimberly und Michelle. Ich habe mein Leben mit euch geteilt, wie mit niemandem sonst und habe so viel von euch gelernt. Ihr seid mir sehr kostbar. Am liebsten würde ich jeder von euch ein Buch widmen.

Mein Mentor, Freund und geistlicher Vater Reinhard Bonnke. Du hast dein eigenes Leben an mich weitergegeben. Ich verdanke dir so viel, dass mein Leben nicht ausreicht, um dir diese Schuld der Dankbarkeit zurückzuzahlen. Dieses Buch enthält unzählige Lektionen, die ich von dir gelernt habe. Ich habe dich und Annie von Herzen lieb. Danke! 12


Meine Helden Peter und Evangeline van den Berg. Was ihr für CfaN und für mich getan habt, kann man mit Worten nicht ausdrücken. Eure Selbstaufopferung und Demut sind unvergleichlich. Danke für den tiefen Eindruck, den ihr in meinem Leben hinterlassen habt. Mein bester Freund Russell Benson. Seit dem Tag, an dem wir uns als Teenager bei Burger King zum ersten Mal getroffen haben, sind wir so unzertrennlich wie David und Jonathan. Du hast eine sehr wichtige Rolle dabei gespielt, dass ich den Willen Gottes für mein Leben gefunden habe. Danke für deine treue Freundschaft.

Das CfaN-Team auf der ganzen Welt. Ich liebe euch wie meine eigene Familie. Wir sind vereint durch eine gemeinsame, alles verzehrende Leidenschaft für die Ernte. Wir werden nicht aufhören, „um Golgathas willen die Hölle zu plündern und den Himmel zu bevölkern“. Die Mitarbeiterschaft von Charisma Media. Es war so angenehm, mit euch zu arbeiten. Danke für eure herausragende Tatkraft und Initiative.

John Shiver, für deine unschätzbare Hilfe bei diesem Buch. Unsere Partnerschaft ist von Gott gestiftet worden. Meinem Herrn und Erlöser Jesus Christus. Worte sind nicht genug, deshalb gebe ich dir mein Leben, um dir ganz einfach zu sagen: „Ich liebe dich!“

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HINWEIS An verschiedenen Stellen in diesem Buch wirst du QR-Codes finden.

Zu den Inhalten dieser mobilen Strichcodes haben Smartphone-Benutzer Zugang. Jeder Code wird dich direkt zu Videos und zusätzlichen Lehreinheiten bringen, in denen die Konzepte aus dem Buch „Lebe – bevor es zu spät ist“ noch eingehender behandelt werden. Scanne den QR-Code

oder besuche www.kolendabuch.de

Selbst wenn du mit QR-Codes noch nicht vertraut bist, ist es ganz einfach, Zugang zu diesen Informationen zu bekommen. Wenn du ein Smartphone besitzt, kannst du einen QR-Code-Reader deiner Wahl (es gibt viele Gratisprogramme) herunterladen und einfach die Codes einscannen, um Zugang zu dem zusätzlichen Material zu bekommen. Wenn du kein Smartphone hast, dann ist das nicht weiter tragisch. Unter jedem QR-Code ist auch eine Internetadresse aufgeführt, auf der du das gleiche Material einsehen kannst. Ansonsten kannst du auch die Internetseite www.kolendabuch.de besuchen und auf die verschiedenen Links klicken.

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Vorwort

VORWORT … damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Römer 12,2 (S)

D

ie kommunistische Doktrin wurde auch als dialektischer Materialismus (Diamat) bezeichnet. Karl Marx und Friedrich Engels, die Begründer des Sozialismus, lehrten, dass die Geschichte ein nie endender, durch die menschlichen Konflikte bestimmter Prozess sei. Ein Ereignis würde ein entgegengesetztes Ereignis hervorbringen, die beiden würden sich bekämpfen, um sich dann zu vereinen, und dann würde der Prozess wieder von Neuem beginnen. Sie glaubten, dass am Ende ein perfekter Staat daraus entstehen würde. Dort wären keine Gesetze mehr nötig, die Perfektion würde erreicht sein. Wer die kommunistische Lebensart nicht akzeptierte, würde als Reaktionär abgestempelt und durch die unabwendbare Entwicklung der Dinge zurückgelassen werden. Allerdings ist der Diamat genau das Gegenteil von dem, was man im wahren Leben beobachtet.

Auch Christen glauben, dass die Geschichte ein Prozess ist, aber nicht im Sinne des Diamat. Die Geschichte spielt sich gemäß dem Willen Gottes ab. Alles ist beständig seiner Herrschaft und Autorität unterworfen – auch das Rebellische. Obwohl Menschen sich innerhalb gewisser Grenzen dem Willen Gottes widersetzen, schreitet die Geschichte als Ganzes unaufhaltsam „nach dem Rat seines Willens“ voran (Epheser 1,11 – eigene Hervorhebung). Niemand kann dem ausweichen. Diese Welt ist Gottes Welt, und die Geschichte ist seine Geschichte. Sie funktioniert so, wie er sie geschaffen hat.

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LEBE – bevor es zu spät ist

Und doch hat Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, was bedeutet, dass wir die Fähigkeit besitzen zu wählen, zu entscheiden und die Richtung festzulegen. Unser Wille ist unabhängig, frei, souverän. Diese Willenskraft unterscheidet uns von den Tieren und kennzeichnet uns als menschliche Wesen.

Es war Gottes Plan, dass Männer und Frauen sich dafür entscheiden sollten, mit ihm zu wandeln – nicht nur im physischen, sondern auch im moralischen Sinn. Gott hat uns gemacht, damit wir sein wunderbares Wesen widerspiegeln, und die Bibel sagt uns: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,8). Er ist völlig uneigennützig, er gießt sich aus für immer und ewig, so wie die Sonne, die unaufhörlich Licht und Wärme schenkt. Hätte der Mensch sich an diesem Bild orientiert, hätte er auf der ganzen Welt nur Harmonie geschaffen, denn Adam hatte die Herrschaft über Gottes Schöpfung.

Gott hat Adam in seinem Bilde geschaffen mit dem Potenzial, einen gottähnlichen Charakter zu entwickeln, und zwar aus freiem Willen, nicht aus Zwang. Gott wollte die Menschen nicht dazu zwingen zu lieben, sie nicht so formen, dass es ihnen unmöglich wäre zu hassen, oder sie automatisch davor schützen, selbstsüchtig zu sein. Er wollte, dass der Mensch seinen freien Willen einsetzt und selbst seinen Weg wählt. Gottes Absicht war, dass der Mensch seinen freien Willen als eine Gabe einsetzt, um auf der Erde in seinem Namen zu regieren. Wenn jedoch dieser freie Wille falsch eingesetzt wird, entwickelt er sich zu einer Gefahr. Leider wurde Adam das Opfer seiner eigenen Wahlfreiheit: Er traf eine Entscheidung entgegen dem Willen Gottes. Der Wille Gottes und der Wille des Menschen gerieten in Konflikt, und so entstand eine gefallene und ungerechte Welt. Das ist im Grunde das, was wir Sünde nennen. Es ist diese Spannung zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen. Heute leben wir mitten in diesem Konflikt zwischen dem Willen Gottes und dem Willen des Menschen. Sehr oft stellen Leute die folgende schwierige Frage: Wenn Gottes Wille souverän ist, wie können wir dann frei sein? Wenn Gott schon alles weiß, was je sein wird, wie können wir die Zukunft durch 18


Vorwort

unseren eigenen freien Willen beeinflussen? Für manche ist die Antwort schlichtweg, dass der Mensch im Grunde keinen freien Willen hat. Andere sagen sogar, dass es überhaupt keine Freiheit gibt, denn egal was passiert, es ist Gott, der es so will. Das nennt man Fatalismus. Mit dieser Philosophie fährt man so lange gut, bis man selbst vom Schicksal geschlagen wird. Die Muslime nennen es Kismet, und meinen damit, dass alles nach dem Willen Allahs geschieht. Jedes Schicksal ist festgelegt. Die Griechen der Antike sprachen auch davon, dass die Zukunft aus den Schicksalen der Menschen gesponnen wird. Andere frühe Denker meinten, dass alles schon vorherbestimmt sei und sich in alle Ewigkeit wiederholen würde. Auf diese Weise haben die Menschen mit der Frage nach der Koexistenz von „Gottes Willen“ und dem „freien Willen“ der Menschheit gerungen.

Die Antwort der Bibel auf diese Frage ist jedoch eher einfach. Gott selbst hat dem Menschen einen freien Willen gegeben, und die Art und Weise, wie er seinen Willen neben dem freien Willen des Menschen ausübt, stellt für ihn kein Problem dar. Nur für uns ist es ein Problem, weil wir nicht den Überblick über Zeit und Ewigkeit haben, so wie Gott ihn hat. Gott ist vollkommen, er ist voller Freude, sein Wille ist der Ursprung der Schöpfung, und durch seinen Willen wird sein Plan zur Vollendung gebracht. Er dirigiert die sündhafte menschliche Geschichte hin zu seiner sündlosen Perfektion und der vollkommenen Freude in Christus. Gottes Wille ist, die gesamte Schöpfung zurück in die herrliche Harmonie mit seinem Sohn Jesus zu bringen! Jesus wird als König aller Könige regieren. Das bedeutet, dass sein Ratschluss für immer bestehen wird: Seine Gnade, Güte und Liebe werden alles auf Erden durchdringen und wieder in Einklang bringen. Könige werden sich um die alltäglichen Dinge kümmern, doch der König aller Könige wird diese Könige regieren und darauf achten, dass es keiner Gesetzgebung an seiner Weisheit und Gerechtigkeit mangelt. Wir freuen uns auf diesen Tag, an dem Gottes Wille vollkommen „auf Erden wie im Himmel“ (Matthäus 6,10) geschehen wird. Doch bis dieser Zeitpunkt kommt, geschieht der Wille Gottes nicht vollkommen auf dieser Erde. Sogar Jesus hat gesagt, dass er

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LEBE – bevor es zu spät ist

Jerusalem gerettet hätte, aber dass die Menschen es nicht wollten (Matthäus 23,37). Deshalb hat er uns gelehrt zu beten, dass sein Wille auf Erden geschehen soll.

Wir wissen, was sein Wille ist, weil er ihn uns offenbart hat. Gott macht daraus kein Geheimnis. Er hat uns seinen Willen in seinem Wort offenbart. Obwohl wir Gottes wundersame Wege einerseits nicht verstehen können, ist er doch in unsere Welt gekommen und ließ sich von uns genau betrachten und erforschen. Er trat durch seinen Sohn in eine Beziehung zu uns und zeigt uns seine Pläne durch sein Wort. Wie Paulus sagte: „In aller Weisheit und Einsicht [hat] er … uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben“ (Epheser 1,8-9). Der wahre Gott möchte nicht, dass sein Wille für uns ein Geheimnis bleibt.

Doch Gott überlässt uns die freie Wahl. Es gibt Leute, die meinen, Gott hätte einen ganz genauen Plan und Entwurf für das Leben eines jeden Menschen. Ich weiß nicht, wo diese Vorstellung herkommt, aber sie ist sehr weit verbreitet, fast wie eine Epidemie. Eine solche Denkweise hat viele Christen dazu veranlasst, sich hinzusetzen und nichts zu tun, in der Erwartung, dass Gott ihnen seinen genauen Plan „offenbart“. Es stimmt, er führt uns, aber nur, wenn wir in Bewegung sind. Er leitet uns auf unseren Wegen, nicht auf seinen. Er respektiert unseren Willen. Ich kann Menschen nicht verstehen, die meinen, es sei schwierig, Gottes Willen für ihr Leben zu kennen. Ist Gott so? Wenn man einen Klempner bestellt, damit er für uns eine bestimmte Arbeit erledigt, würde man ihm nicht sagen, um welche Arbeit es sich handelt? Oder würden wir nur schweigen und ihn jedes Mal, wenn er kommt, raten lassen, was er zu tun hat? Manche fragen sich, warum Gott ihre Gebete nicht erhört und ihnen seinen ganz spezifischen Willen für ihr Leben zeigt. Sie verstehen nicht, dass sie vielleicht schon genau das tun, was Gott von ihnen möchte. Sie nehmen an, dass er etwas anderes für sie hat, etwas Wichtigeres oder Aufregenderes. Doch was er wirklich von uns möchte, ist, dass wir werden wie er, dass wir lieben wie er und dienen wie er, wo immer wir uns befinden. 20


Vorwort

Gott hat uns seinen Willen gezeigt. Nun möchte er, dass wir uns aufmachen und ihn tun, indem wir für ihn und mit ihm arbeiten. Er bietet uns die gleiche Freude und Begeisterung bei all den guten Werken, an denen auch er sich freut. Denn Gottes Wille ist gut, ist immer ein „Wohlwollen“, immer besorgt um das ewige Wohlbefinden und bringt immer gute Frucht im Leben der Menschen, die wir berühren, hervor.

Daniel Kolenda hat die Wahrheit über Gottes Willen wirklich auf sehr eindrückliche Weise dargelegt. Er ist einer dieser jungen Männer, von denen Joel gesagt hat, sie würden „prophezeien“ (Joel 2,28). Er hat eine starke Salbung für die Kraft und die Kenntnis des Evangeliums. Dafür ist dieses Buch ein lebendiges Beispiel. Es ist eine „Prophetie“ für diese Generation, die dich – ja, auch dich! – ruft aufzustehen und den Willen dessen zu tun, der in Zeit und Ewigkeit regiert. Ich empfehle dir Daniel Kolenda von ganzem Herzen. Lies dieses Buch öfter durch. Du wirst dadurch reich gesegnet werden, und Gott wird es gebrauchen, um dich „völlig auszurüsten zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut“ (Hebräer 13,21 – S). Reinhard Bonnke

Reinhard Bonnke ist der Gründer des internationalen Werks „Christus für alle Nationen“, in dem Daniel Kolenda als Präsident dient. Seit den frühen 1980er Jahren hat Pastor Bonnke überall in Afrika Großevangelisationen durchgeführt, mit bis zu 1,6 Millionen Teilnehmern pro Veranstaltung. Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches hat CfaN 72 Millionen Entscheidungen für Christus dokumentiert, seit 1987 damit begonnen wurde, Entscheidungskarten zu registrieren.

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oder besuche lebe.kolendabuch.de/intro

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Einleitung

EINLEITUNG

T

ausende hatten sich versammelt, um das kurze Schauspiel zu beobachten, das sich zwischen dem weißen Sand und dem blauen Himmel – der größten Theaterbühne der Welt – abspielen sollte. Uns kam das Warten wie eine Ewigkeit vor, die Augen gespannt auf den Horizont gerichtet. Keiner wollte den entscheidenden Augenblick verpassen. Und dann geschah es. Was für ein fantastischer Anblick! Sogar aus dieser großen Entfernung war die Explosion von Energie absolut beeindruckend. Die Feststoffraketen wurden gezündet und erzeugten dabei eine Explosion, die eine Startschubkraft von 1,3 Millionen Kilogramm generierte.1 Der Boden begann zu beben, während das Space Shuttle gen Himmel raste und eine dicke Rauchspur hinter sich ließ. Innerhalb von Sekunden hatte es die Begrenzungen der Schwerkraft überwunden und war außer Sichtweite. Ich stand mit meiner Frau und meinen Kindern voller Staunen auf dem Strand in Titusville in Florida, während direkt vor unseren Augen Geschichte geschrieben wurde: Es war der letzte Start der Raumfähre Atlantis. Nachdem die Raumfähre die Mesosphäre durchlaufen und eine Höhe von etwa 50 Kilometern erreicht hatte,2 wurden die ausgebrannten Raketen, sogenannte Booster, nicht mehr benötigt und abgeworfen, um auf die Erde zurückzufallen. Während Atlantis zum letzten Mal in den Weltraum raste, erkannte ich in diesen beeindruckenden Boostern eine eindrückliche Metapher. Die Raketen besaßen zwar eine riesige Kraft, aber sie hatten keinen eigenen Existenzgrund. Sie sind dafür konzipiert, etwas voranzutreiben, was größer ist als sie selbst. Ihr Ruhm liegt darin, völlig zu verbrennen – für ein höheres Ziel. Noch lange, nachdem sie abgefallen sind, bewegt sich das Shuttle weiter voran. Das Shuttle und seine Mission sind der Grund und die Bedeutung für die Existenz dieser Raketen.

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LEBE – bevor es zu spät ist

DEIN LEBEN ALS SCHLAGZEILE Der 25. Juni 2009 ist einer jener Tage, die ich nie vergessen werde. Zwei berühmte Ikonen meiner Generation starben am gleichen Tag, nur wenige Stunden zeitversetzt. Farrah Fawcett war die hübsche Schauspielerin aus der TV-Serie „Drei Engel für Charlie“, und Michael Jackson war der unbestrittene „King of Pop“. Beide starben einen frühzeitigen Tod, was die Welt überraschte und die gesamte Nachrichtenwelt wochenlang mit Schlagzeilen versorgte. Ich glaube, ich habe an diesem Tag stundenlang in den Nachrichten immer wieder die gleichen Reportagen angeschaut, in der Hoffnung, mich dadurch von dem überwältigenden Gefühl irdischer Vergänglichkeit abzulenken, das mich etwas nachdenklicher und sentimentaler stimmte als sonst.

Das Leben, das Farrah Fawcett und Michael Jackson geführt hatten, war so gewaltig, so einflussreich, in der Öffentlichkeit so bekannt, und doch war das, wofür sie berühmt waren, im Licht der Ewigkeit so unbedeutend. Es stimmt, Michael Jackson hat das meistverkaufte Album aller Zeiten produziert. Es stimmt, Farrah Fawcett war wunderschön und besitzt einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Doch was bewirkt das wirklich im Blick auf die Ewigkeit? Wenn man ein wenig Abstand nimmt, liest, was in den Gedenkschriften steht, die über diese beiden Personen verfasst wurden, und das in den größeren Kontext dessen stellt, was in der Welt passiert und was wirklich wichtig ist, wird man von einem Gefühl der völligen Sinnlosigkeit übermannt. Und doch – in den Augen der Welt waren sie zwei der berühmtesten Menschen, die je unter uns gelebt haben. Über die meisten von uns wird bei unserem Ableben sicher nicht in den Abendnachrichten berichtet werden, aber stellen wir uns einmal vor, es wäre so. Stell dir vor, ARD, ZDF, SAT.1, ProSieben, RTL, N24, CNN und Fox News würden stundenlang immer wieder über deinen Tod und über die Bedeutsamkeit deines Lebens berichten. Stell dir vor, deine gesamte irdische Existenz würde in einen Satz gepackt werden, der als Nachrichtenband am unteren Bildschirmrand entlangläuft, oder würde als Schlagzeile auf der Titelseite einer Tageszeitung erscheinen. Wie würde dieser Satz lauten? Oder besser 24


Einleitung

gefragt: Wie sollte er deiner Meinung nach lauten? Was ist der eine Grund, warum dein gesamtes Leben es wert war, gelebt zu werden?

Wenn man auf die „Fühl-dich-gut“-Weisheiten der heutigen Zeit hört, die uns aus dem Fernseher, der Musik, den Magazinen und Selbsthilfebüchern ständig zugerufen werden, könnte man glauben, dass das höchste Ziel des Daseins ist, in dieser Welt Glück und Erfolg zu finden. „Nur der Himmel ist deine Grenze!“ wird man uns sagen. „Du kannst nach den Sternen greifen, und selbst einer werden.“ „Du kannst alles werden, was du willst.“ „Du bist Herr über dein Schicksal.“

Doch die Wahrheit ist, dass es an und für sich völlig unbedeutend Der Sinn deiner Existenz ist, wie viel Geld man verdient, liegt nicht darin, das wen man kennt und was für einen eigene Glück oder Bekanntheitsgrad man selbst den eigenen Erfolg zu erreicht. Eines Tages wird all der erlangen. Deine Aufgabe materielle Besitz, den man angeliegt darin, etwas häuft und für den man gekämpft voranzutreiben, was hat, unter den Hinterbliebenen aufgrößer ist als du selbst. geteilt oder für ein Butterbrot auf dem Flohmarkt verkauft werden. Wie bei den meisten, wird auch unser Name eines Tages keinem mehr bekannt sein und unser Gesicht keinem mehr etwas bedeuten. Wie die Booster der Raumfähre, die ich zuvor beschrieben habe, wird unsere irdische Lebenskraft eines Tages aufgebraucht sein und im Meer der Vergessenheit versinken. Und doch, liebe Freunde, das ist nicht das Ende der Geschichte. Obwohl unser Leben eines Tages zu Ende gehen wird, wird das Reich Gottes trotzdem voranschreiten und auf den Sieg zuhalten. Und darin liegt unsere größte Chance. Mit unseren sterblichen Händen können wir dazu beitragen, Gottes ewiges Reich zu bauen, und das ist das größte Vorrecht, das ein Mensch überhaupt haben kann! Es geht in diesem Buch nicht darum, wie man seine Träume wahr machen oder ein Star werden kann, denn am Ende ist keines dieser Dinge wirklich von Bedeutung. Wenn der Inhalt dieses Buches für

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LEBE – bevor es zu spät ist

dein Leben Sinn oder Bedeutung haben soll, musst du verstehen, dass der Sinn deiner Existenz nicht darin liegt, das eigene Glück oder den eigenen Erfolg zu erlangen. Deine Aufgabe liegt darin, etwas voranzutreiben, was größer ist als du selbst. Die Wellen, die unser Leben schlägt, werden die Welt weiter zum Guten oder zum Schlechten beeinflussen, noch lange nach unserer irdischen Existenz. Doch unser Leben wird nur so bedeutungsvoll sein, wie das, was wir damit vorantreiben.

DAS LEBEN VERLIEREN – UM ES ZU FINDEN!

An der Wand des südlichen Seitenschiffs in der Westminster Abbey ist ein Gedenkstein für John und Charles Wesley angebracht, auf dem steht: „Gott begräbt seine Arbeiter, aber er führt sein Werk weiter.“ Das Leben der Wesley-Brüder war wie solch ein Booster in den Händen Gottes. Die Wesleys sind schon seit vielen Generationen tot, doch das ewige Reich Gottes ist immer noch auf dem Vormarsch, und den kleinen Beitrag, den sie in diesem göttlichen Plan geleistet haben, macht ihr Leben kostbar und bedeutsam.

Vor seinem Tod sagte Paulus zu Timotheus: „Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens steht bevor“ (2. Timotheus 4,6). Für Paulus war sein Leben etwas, was für das Evangelium eingesetzt und verbraucht wird. Er ließ sich wie ein Trankopfer ausgießen, um am Ende wie eine ausgebrannte Antriebsrakete abgeworfen zu werden, doch nicht ohne zuvor etwas bewirkt zu haben, was von ewiger Bedeutung ist. Durch sein sterbliches, begrenztes Leben trug er dazu bei, Gottes ewige Herrschaft voranzutreiben. Dieses Wissen war für Paulus eine Quelle völliger Zufriedenheit. In Wirklichkeit verbraucht jeder von uns sein Leben und verbrennt das begrenzte Maß an Treibstoff, das ihm gegeben ist, doch so viele von uns verschwenden so wenige Gedanken daran, wofür sie eigentlich leben. Ich möchte dich fragen, lieber Freund: Wofür lebst du? Wodurch zählt dein Leben wirklich? Was treibst du voran durch den Einsatz deiner Zeit, deiner Energie, deiner Finanzen und deiner Leidenschaft? 26


Einleitung

Jesus hat gesagt: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten“ (Markus 8,35). Wenn wir wirklich wollen, dass unser Leben zählt, dann gibt es nur eins zu tun: Wir müssen es wegwerfen. Wir müssen unser Leben hingeben für den Dienst an dem Einen, der uns das Leben überhaupt erst gegeben hat.

GERETTET UM ZU DIENEN

„Wenn ich dir das Leben retten würde, was würdest du tun?“ Das war die Frage, die Cyrus, der König von Persien, einem Rebellenführer namens Cagular stellte, der gefangen genommen worden war und jetzt hingerichtet werden sollte. Cagular antwortete: „König, ich würde dir für den Rest meines Lebens dienen.“ Dieses Treueversprechen Cagulars scheint uns eine angemessene Reaktion auf die Begnadigung durch den König zu sein. Auch Cagular wusste ganz genau: Wenn der König ihm das Leben rettete, stand er für den Rest seines Lebens in dessen Schuld und war deshalb verpflichtet, ihm zu dienen. In Römer 1,14-15 schreibt Paulus: „Sowohl Griechen als auch Nichtgriechen, sowohl Weisen als auch Unverständigen bin ich ein Schuldner. Dementsprechend bin ich, soviel an mir ist, willig, auch euch, die ihr in Rom seid, das Evangelium zu verkündigen.“ Wir müssen verstehen, dass zu Paulus‘ Zeiten, gemäß der traditionellen Denkweise der religiösen Elite, jeder Dienst, den sie als Gottes auserwähltes Volk den Nichtjuden zuteil werden ließen, als ein edelmütiges, unverdientes Almosen an die Heiden zu sehen war. Paulus hingegen sah sich als jemand, dem Gott große Gnade erwiesen hatte, weswegen er in der Schuld der gesamten Menschheit stand. Für ihn war es keine gnädige Herablassung, den Heiden das Evangelium zu predigen, sondern die einzig angemessene Reaktion auf Gottes wunderbare Gnade und Barmherzigkeit. Paulus war klar, dass er gerettet war um zu dienen. Paulus sagte den Römern weiter, dass sie sich ebenfalls als lebendiges Opfer Gott hingeben sollten und fügte hinzu: „Das ist euer vernünftiger Gottesdienst“ (Römer 12,1). Anders ausgedrückt: Ihr

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LEBE – bevor es zu spät ist

tut Gott damit keinen großzügigen Gefallen. Er hat euch erkauft und erlöst durch das Blut seines Sohnes. Er hat euch von Sünde und Gebundenheit befreit. Er hat euch in Christus mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt gesegnet. Angesichts all dessen, was er für euch getan hat, ist euer Dienst für ihn lediglich eine „vernünftige“ Reaktion. Ihr seid errettet um zu dienen.

GETRIEBEN DURCH DIE LIEBE

„Wer gibt mir Wasser zu trinken aus der Zisterne von Bethlehem, die im Tor ist?“ seufzte König David (2. Samuel 23,15). Als drei seiner Soldaten diesen sehnsüchtig ausgesprochenen Wunsch hörten, griffen sie nach ihren Schwertern und verschwanden in der Dunkelheit der Nacht. Sie handelten nicht auf einen Befehl hin und waren in keiner Hinsicht verpflichtet zu handeln. Doch sie waren angetrieben von einer Kraft, die größer war als jeder Ruf der Pflicht: die Liebe zu ihrem König. Diese Liebe trieb sie dazu, in das Lager der Philister einzudringen, Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen und es David zu bringen.

David war von dieser mutigen Tat so berührt, dass er es nicht über sich bringen konnte, das Wasser zu trinken. Stattdessen goss er es vor dem Herrn aus. Dabei war es nicht das eingegangene Risiko, das ihn so beeindruckte. Für einen Soldaten ist es ganz selbstverständlich, sein Leben zu riskieren. Doch das hier war anders. Sie taten es nicht für Israel, für Juda, für den Krieg oder für eine Schlacht. Es war ein persönliches Opfer für David und mit Sicherheit die kostbarste Gabe, die dieser König je erhalten hatte. Jemand hat einmal zu mir gesagt: „Ich habe keine Last für ein bestimmtes Land.“ Damit war er seiner Meinung nach disqualifiziert und damit entschuldigt für den Dienst. Doch wenn unsere Last für Menschen die einzige Motivation ist, die uns dazu treibt, das Evangelium zu predigen oder dem Herrn zu dienen, dann ist das lediglich eine gewisse Art von Humanismus.

Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, stellte er fest, dass Petrus wieder zu seiner vorigen Beschäftigung zurückgekehrt 28


Einleitung

war, seiner Arbeit als Fischer. Nachdem er für Petrus ein Frühstück zubereitet hatte, stellte er ihm die Frage: „Simon (Petrus), Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer!“ (Johannes 21,15). Es ist interessant zu bemerken, dass Jesus nicht gefragt hat: „Petrus, liebst du meine Lämmer?“, um danach zu sagen: „Weide meine Lämmer!“ Sondern Jesus fragte: „Petrus, liebst du mich?“ Der Dienst von Petrus unter den Lämmern sollte in erster Linie durch seine Liebe zu Christus motiviert sein, nicht durch seine Liebe zu den Lämmern.

Lieben wir Jesus? Das ist die entscheidende Frage. Und das sollte genügen, um uns dazu zu bringen, unser Leben auszugießen im Dienst für unseren König. Das ist die Ambition, die über allen anderen steht, sogar dem Wunsch, das Königreich Gottes voranzutreiben, das Volk Gottes aufzubauen oder sogar diese verlorene und sterbende Welt zu retten. Die erste und höchste Motivation, die jemand haben kann, ist einfach Liebe: Liebe für den Einen, der uns so sehr geliebt hat, dass er seine Tränen, sein Blut und sein Leben vergossen hat. Wenn wir seine Gabe des Lebens empfangen, die Jesus sein eigenes Leben gekostet hat, wie können wir unser Leben dazu verschwenden, unseren eigenen Ambitionen, Gelüsten und Befriedigungen nachzujagen? Davor möge Gott uns bewahren! Stattdessen sind wir durch eine große Ehrfurcht und tiefe Liebe gezwungen, unser Leben wieder vor ihm auszugießen wie ein Trankopfer, indem wir nichts zurückhalten und alles geben, was wir sind, um dem einzigen König zu dienen, der in alle Ewigkeit herrschen wird. Wir sollten uns nicht täuschen lassen – so zu handeln ist keine Verschwendung. Es ist unser vernünftiger Gottesdienst. Wir sind errettet um zu dienen.

IST DAS, WOFÜR DU LEBST, ES WERT, DASS CHRISTUS DAFÜR STARB?

Während des Vietnamkriegs war ein amerikanischer Soldat drauf und dran, auf eine Landmine zu treten, die er nicht sehen konnte. Sein Kamerad auf der anderen Seite des Schlachtfelds, der von seinem Standort aus 29


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die drohende Katastrophe erkennen konnte, richtete sich hinter seiner Schutzbarrikade auf und rief seinem Freund eine lebensrettende Warnung zu. In genau diesem Augenblick wurde er von einem feindlichen Gewehrschuss verletzt und starb daran. Einige Jahre später hatte der so gerettete Soldat bei einem Gedenkgottesdienst in den USA die Gelegenheit, die Ehefrau und den Sohn des verstorbenen Freundes kennen zu lernen. Der Sohn, der erst sieben Jahre alt war, hatte seinen Vater nie wirklich gekannt. Der Soldat konnte sehen, dass der Junge sehr, sehr traurig war, und so kniete er sich neben ihm nieder und legte dem Kind die Hand auf die Schulter. „Ich möchte, dass du weißt“, sagte der Soldat, „dass dein Vater mir das Leben gerettet hat.“ Der kleine Junge schaute zu ihm auf, die Tränen liefen ihm die Wangen herunter. „Sir“, sagte er, „waren Sie es denn wert?“ Leonard Ravenhill stellte einmal die Frage: „Ist das, wofür du lebst, es wert, dass Christus dafür starb?“ Wir wurden nicht errettet, damit Gott uns wie dekorative Nippes-Figuren in ein Regal im Himmel stellt, wo wir für alle Ewigkeit einen Platz beanspruchen. Wir sind zu einem bestimmten Zweck gerettet worden, und diesen Zweck zu erfüllen, ist die einzig angemessene Reaktion auf das großartige Geschenk der Erlösung. Wir haben eine Verpflichtung, eine Schuld und eine Verantwortung dem Einen gegenüber, der sein Leben für uns hingegeben hat. Wir sind gerettet, nicht um der Errettung willen, sondern wir sind errettet um zu dienen. Wenn das so ist, was sollten wir also tun? Vielleicht empfindest du das Bedürfnis, darauf zu reagieren, indem du dein Leben wie eine Antriebsrakete, ein Booster, hingibst, um das Reich Gottes voranzutreiben, aber du bist dir nicht sicher, womit du anfangen sollst? Als Saulus, der später der Apostel Paulus wurde, dem Herrn auf dem Weg nach Damaskus begegnete, war das genau seine Frage: „Herr, was soll ich tun?“ (Apostelgeschichte 9,6). Und genau an dieser Stelle beginnt auch unsere Reise mit einer einfachen Frage. Diese Frage lautet nicht: „Was will ich mit meinem Leben anfangen?“, sondern: „Herr, was willst du mit meinem Leben anfangen?“

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Einleitung

Dieses Buch unterscheidet sich insofern von vielen ähnlichen Büchern, als dass es hier nicht in erster Linie um Karrierewahl, persönliche Erfüllung oder Selbstrealisierung geht. Ob dich diese Reise aufs Missionsfeld oder ins Medizinstudium führt, ob du Bauarbeiter, Geschäftsmann, Koch oder Pastor wirst, den Willen Gottes für dein Leben zu entdecken ist nicht eine Frage danach, was du willst, sondern was ER will. Es ist eine geistliche Entdeckungsfahrt von höchster Bedeutung, und der Heilige Geist muss darin die Führung behalten. Aus diesem Grund lade ich dich ein, diese Reise mit einem Gebet zu beginnen, einem Gebet um Leitung und Führung: Himmlischer Vater, ich stelle mich dir heute als ein lebendiges Opfer zur Verfügung. Weil du deinen Sohn für mich hingabst, will ich mich dir auch völlig hingeben. Das ist mein vernünftiger Gottesdienst. Ich lege meine Wünsche und meine Träume zu deinen Füßen nieder und bitte darum, dass dein Wille in meinem Leben geschieht. Gebrauche meine sterblichen Hände, um ein unsterbliches Reich zu bauen. Gebrauche mein Leben, um deine Pläne voranzutreiben. In Jesu Namen, Amen.

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TEIL 1

FÜNF GRUNDLEGENDE FRAGEN ÜBER GOTTES WILLEN


Hat Gott wirklich einen Plan für mein Leben?

KAPITEL 1 HAT GOTT WIRKLICH EINEN PLAN FÜR MEIN LEBEN?

E

s war Erntezeit in Israel und die Angst lag fühlbar in der Luft. Jeden Moment könnten die beunruhigten Bauern, wenn sie aufblickten, eine Horde Midianiter-Soldaten von den Hügeln herunterströmen sehen, wie eine Flutwelle durch einen gebrochenen Damm. Die Bibel beschreibt die Midianiter als ein Volk von „Heuschrecken“ (Richter 7,12). Jedes Jahr, wenn die Ernte reif war, fielen sie in Israel ein und zerstörten Felder und Ernte, gleich einer Schar Heuschrecken, die nach ihrem Durchzug nichts übrig lassen außer Verwüstung und Zerstörung. Die Israeliten begaben sich in die Defensive, indem sie sich in Höhlen kauerten, in den Bergen versteckten oder schützende Festungen bauten. Die nervösen Erntearbeiter brachten so schnell wie möglich alles ein, was sie konnten, und versteckten es vor der drohenden Invasion.

Gott hatte einen Plan, um Israel aus den Händen der Midianiter zu befreien, und er hatte sich auch schon einen Mann dafür ausgewählt. Doch in diesem Fall schien die Wahl Gottes ziemlich zweifelhaft zu sein. Gideon war wirklich kein Superheld – selbst mit sehr viel Fantasie. Er war ein Opfer seiner gesellschaftlichen Umstände, ein Mann, der durch eine Atmosphäre der Feigheit geprägt war, welche die Israeliten verkrüppelt und versklavt hatte. Seine Angst hielt ihn so gefangen, dass er sich in einer Weinpresse versteckte, um seine kleine Weizenernte zu dreschen (Richter 6,11). 35


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Eine Weinpresse ist kein geeigneter Ort, um Weizen zu dreschen; es ist ungefähr so, als würde man seine Kleider in einem Geschirrspüler waschen. Doch Gideon hatte diesen ungeeigneten Ort gewählt, weil er sich vor den Midianitern fürchtete. Er hatte Angst davor, seine Ernte und sein Leben zu verlieren, deshalb versteckte er beides unter der Erde. In diesem Kerker der Angst suchte der Herr Gideon auf – einen frustrierten, zitternden und schwitzenden Gideon. Der Engel des Herrn erschien ihm und sagte: „Der Herr ist mit dir, tapferer Held!“ Richter 6,12.

Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt eine derartige Aussage vom Herrn erwartet. „Gideon“, sagte der Herr, „du bist ein starker Mann, furchtlos und mutig!“ Wo andere nur einen Feigling sahen, sah Gott einen Befreier!

Ich bin so froh darüber, dass Gott uns nicht so sieht, wie wir uns oft selbst sehen. Wenn wir in den Spiegel schauen, sehen wir vielleicht jemanden, der nicht sehr gebildet oder der unerfahren ist. Wir sehen vielleicht jemanden, der nicht der richtigen Gesellschaftsschicht angehört, oder der richtigen Rasse oder dem richtigen Geschlecht. Wir sehen vielleicht jemanden, der zu jung oder zu alt ist. Und es gibt immer Millionen von Ausreden, warum Gott uns nicht gebrauchen kann. Doch Gott sieht mehr in uns als wir, und unsere Handikaps, unser Versagen und unsere Schwächen machen ihm keine Angst.

Ich bin auch froh darüber, dass Gott uns nicht so sieht, wie andere Leute uns sehen. Oft ist es so: Wenn wir beginnen, aus den alten Verhaltensmustern und Denkweisen auszubrechen, die uns so lange zurückgehalten haben, wenn wir den gegenwärtigen Zustand abschütteln und uns nach etwas Höherem ausstrecken, dass unsere engsten Freunde, die Mitglieder unserer Gemeinde oder sogar unsere Familienmitglieder zu unseren größten Widersachern werden. Es ist in der Tat interessant zu beobachten, dass die Midianiter, die auch von Abraham abstammten, eigentlich die Cousins Israels waren. Genau diese Familienmitglieder, wenn man so will, hatten Israel so unterdrückt, dass sie sich ängstlich versteckten, anstatt siegreich zu leben. 36


Hat Gott wirklich einen Plan für mein Leben?

Der Feind weiß ganz genau, wie er gerade die Menschen, die uns am nächsten stehen, gebrauchen kann, um uns zu entmutigen. Sie werden sagen: „Was denkst du denn, wer du bist? Meinst du, du bist besser als wir? Wir kennen dich schon, seit du ein kleines Kind warst. Wir haben all dein Versagen mitbekommen und wir kennen deine Fehler. Du bist einfach einer von uns. Geh wieder an deinen Platz!“

Vor einiger Zeit fing ich an, mich für den Kauf eines Aquariums zu interessieren. Als ich begann, mich diesbezüglich zu informieren, war ich überrascht, wie viele verschiedene Arten von Aquarien man kaufen kann. Es gibt kleine und große Aquarien, Aquarien für Süßwasser und für Meerwasser. Es gibt Aquarien für Fische, Aquarien für Korallen, Aquarien für Reptilien und Aquarien für wirbellose Wassertiere. Was mich völlig faszinierte, war ein Aquarium für Krebse. Ich entdeckte, dass diese spezielle Art von Aquarium keinen Deckel hat, und ich fand es äußerst amüsant, als ich den Grund erkannte. Anscheinend braucht man für ein Aquarium für Krebse keinen Deckel, denn sobald einer der Krebse versucht hochzukriechen, werden die anderen ihn wieder nach unten ziehen. Ich dachte: „Ich kenne eine ganze Menge krebsähnlicher Christen.“ Wir mögen es anscheinend nicht, wenn jemand an der Stelle Erfolg hat, wo wir versagt haben. Neid und Eifersucht machen aus Gottes Kindern Konkurrenten und Rivalen. Brüder und Schwestern sind durch verletzende und richtende Worte verwundet, heruntergezogen und daran gehindert worden, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.

Und leider geschieht das in Gemeinden ständig. Wenn Gott zum Beispiel einen Pastor erhebt und seinen Dienst segnet, stellen sich die anderen Pastoren der Stadt gegen ihn und verbreiten Gerüchte und Gerede. Sie werden alles tun, um ihn zurück in das Aquarium „Kirche wie gehabt“ zurückzuziehen. Ein solcher Pastor oder ein solcher Christ oder eine solche Gemeinde sollten sich nicht entmutigen lassen. Jemand hat mir einmal gesagt: „Mitleid kriegst du umsonst, aber Neid musst du dir verdienen.“ Jesus selbst wurde von seinem eigenen Volk ausgeliefert, um gekreuzigt zu werden – weil sie neidisch auf ihn waren (vgl. Matthäus 27,18). Wie oft sind wir dadurch entmutigt worden, was jemand anders über uns gedacht 37


LEBE – bevor es zu spät ist

oder gesagt hat? Doch zum Glück ist es eine wunderbare Tatsache, dass Gott uns nicht so sieht wie andere Menschen uns sehen.

GOTT, DER MEISTERKÜNSTLER

In der Weinpresse sehen wir einen zitternden, schwitzenden Feigling, der sich aus Angst um sein Leben versteckt, als der Engel des Herrn Gideon erscheint und ihn einen „mächtigen, mutigen Mann“ nennt. Zunächst klingen diese Worte fast grausam und sarkastisch, doch der Engel grinste nicht hämisch. Gott machte sich nicht über Gideon lustig, und er verwechselte Gideon auch nicht mit jemand anders. Gott sah in Gideon etwas, was niemand sonst sah, nicht einmal Gideon selbst. Wie tröstlich ist es doch zu wissen, dass Gottes Wege nicht wie unsere Wege sind, und seine Gedanken nicht wie unsere Gedanken. Oh, mein Freund, wenn du erkennst, was Gott sieht, wenn er dich anschaut, dann wird es dein Leben umkrempeln. Das möchte ich durch folgendes Beispiel erläutern.

Anfang des 15. Jahrhunderts arbeitete ein 25-jähriger Künstler Scanne den QR-Code und Bildhauer unermüdlich mit Hammer und Meißel an einem riesigen Block aus kaltem Marmor. Andere Künstler hatten den Stein schon verworfen, weil er Unreinheiten aufwies, und so hatte er oder besuche jahrzehntelang unberührt dort lebe.kolendabuch.de/1 gelegen, ehe der junge Bildhauer etwas Wunderschönes darin erkannte. Er arbeitete Tag und Nacht mit zwanghafter Hingabe. Als er gefragt wurde, warum er so hart an diesem kalten Stein arbeitete, antwortete er: „Weil sich in diesem Felsen ein Engel befindet, der heraus möchte.“1 Fast drei Jahre nach Beginn dieser Arbeit enthüllte dieser junge Künstler, Michelangelo, sein unsterbliches Meisterwerk: eine über 5 Meter hohe Skulptur, die heute auf der ganzen Welt als die Davidstatue bekannt ist. DAVID-SKULPTUR

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Hat Gott wirklich einen Plan für mein Leben?

Jeder Kunsthandwerker wird zugeben, dass ehe ein Meisterstück geschaffen wird, es zuerst in der Vorstellung seines Schöpfers existiert. Ehe ein Pinsel über die Leinwand gleitet oder ein Meißel den Stein berührt, ehe der Ton auf die Töpferscheibe gelegt wird, ehe der Künstler ein Gemälde, eine Skulptur oder eine Töpferarbeit beginnt, ehe der Künstler auch nur irgendetwas Greifbares vorzuzeigen hat, hat er zuallererst einen Traum. In seiner Vorstellung sieht der Künstler bereits, was er erschaffen will, noch bevor es in der sichtbaren Welt existiert. Michelangelo sah in diesem Steinblock schon etwas, noch bevor irgendjemand anders es sah. Andere Künstler hatten darin nur die Fehler und Mängel gesehen, doch Michelangelo sah ein Meisterstück, das in dem verworfenen Felsblock gefangen war, und er arbeitete hingegeben daran, es freizusetzen.

Unser Gott ist der Meister der Was auch immer sein Kunst! Man braucht sich nur die Traum für dein Leben unaussprechlich herrliche Schöpsein mag, eins ist sicher: fung anzuschauen, die sogar in Sein Wille für dein ihrem gefallenen Zustand die Leben geht weit über Genialität ihres Schöpfers erahdas hinaus, was du dir nen lässt, der in seiner unendlich erbitten oder vorstellen weiten Vorstellungskraft jedes könntest! kleine Detail bis hin zum kleinsten Atom gesehen hat, als noch nichts davon vorhanden war. Man muss es sich einmal vor Augen führen: Der Architekt des Universums sprach die Welten ins Sein durch sein Wort, doch Adam, den Menschen, schuf er mit seinen eigenen Händen und hauchte ihm mit seinem eigenen Mund den Lebensatem ein! Gott hat seine Schöpfung mit einem Meisterstück gekrönt, das sich dadurch auszeichnet, dass es vom großen Schöpfer persönlich „handgearbeitet“ ist. Und auch heute noch formt Gott Menschen mit eigener Hand. In Psalm 139,13 wird uns gesagt: „Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt“ (NL). Der Meister des Universums, der ewige, unsterbliche, unsichtbare Gott aller Weisheit hat dich mit seinen eigenen Händen gemacht! Doch ehe er damit angefangen hat, dich im Leib deiner Mutter zu formen, hat er dich schon in seiner ewigen Vorstellung gesehen, bis 39


LEBE – bevor es zu spät ist

ins kleinste Detail. Und noch ehe du geboren wurdest, hatte er einen Traum für dein Leben. Als er dich im Leib deiner Mutter gewoben hat, hat er sich vielleicht gedacht: „Ich werde aus diesem Jungen einen mächtigen, mutigen Krieger machen!“ Oder: „Ich werde aus diesem kleinen Mädchen eine mächtige Prophetin ihrer Generation machen!“ Was auch immer sein Traum für dein Leben sein mag, eins ist sicher: Sein Wille für dein Leben geht weit über das hinaus, was du dir erbitten oder vorstellen könntest!

KLARE HINWEISE AUF UNSERE BESTIMMUNG

In Tausenden von Klassenzimmern auf der ganzen Welt werden naive und leicht zu beeindruckende Schüler von Lehrern dahingehend indoktriniert, dass sie nichts weiter als ein Zufallsprodukt sind, das Ergebnis von Millionen von Jahren aufeinander folgender, zufälliger Anomalien und glücklicher Deformationen, oder dass alles, was sie mit ihrem Leben anfangen, lediglich eine Frage ihrer Neigungen ist, und dass es keinen göttlichen Designer gibt, der sie für einen bestimmten Zweck geschaffen hat. Doch die Bibel sagt uns, dass Gott uns mit einer bestimmten Absicht geschaffen hat. Der Psalm 139, Vers 14 spricht davon, dass wir „auf erstaunliche, ausgezeichnete Weise geschaffen“ sind. Erst in den letzten Jahren, durch die Fortschritte in der Wissenschaft, fangen wir wirklich an zu begreifen, wie wahr diese Worte sind. Unser Körper ist ein absolut atemberaubendes Meisterstück der Ingenieurskunst, ein unglaublich komplexes Gebilde. Wusstest du, dass der Körper zweihundert verschiedene Muskeln betätigen muss, nur um einen einzigen Schritt zu tun?2

Und dann ist da das menschliche Auge, das so elegant und komplex konzipiert ist, dass die Wissenschaftler immer noch nicht hundertprozentig verstehen, wie es funktioniert. Das Auge führt an einem Tag durchschnittlich 100.000 einzelne Bewegungen aus, es führt, während wir schlafen, eigenständig Wartungsarbeiten durch, kann sich automatisch ausrichten, fokussieren und belichten, liefert 40


Hat Gott wirklich einen Plan für mein Leben?

farbige, stereoskopische Bilder in 3D und stellt sich automatisch von nahezu absoluter Dunkelheit auf helles Licht um.3 Es unterscheidet über 16 Millionen Farbschattierungen,4 einschließlich 700 Grautönen.5 Charles Darwin hat selbst gesagt: „Die Annahme, das Auge mit seinen unnachahmlich kunstvollen Einrichtungen für Scharfstellung, Regelung des Lichteinfalls und Ausgleich sphärischer und chromatischer Aberration habe sich durch natürliche Auslese bilden können, ist, wie ich offen zugebe, in höchstem Maße widersinnig.“6 (dt. Übersetzung aus: „Wenn Tiere reden könnten“, Gitt/Vanheiden, CLV Bielefeld, 1990) Auf einem Quadratzentimeter weist unsere Haut bis zu 3000 Sinneszellen, 12 Hitzesensoren, 200 Schmerzsensoren, 700 Schweißdrüsen, 1 Meter Blutgefäße, 3 Millionen Zellen und 4 Meter Nervenstränge7 auf, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern Signale an unser Gehirn weiterleiten.8 Unser Gehirn wiegt nur ca. 1,5 Kilogramm, doch es ist aus 12 Milliarden Zellen gemacht, wobei jede mit 10.000 anderen Zellen verbunden ist, was insgesamt 120 Trilliarden Verbindungen ergibt.9 Es erzeugt an einem einzigen Tag mehr elektrische Impulse, als alle Telefone der Welt zusammengenommen,10 und benötigt dennoch weniger Energie als eine Kühlschranklampe.11 Die DNA-Moleküle in unserem Körper enthalten die am dichtesten gepackte und detaillierteste Sammlung von Informationen im gesamten Universum.12 Der darin enthaltene Code ist so unglaublich komplex, dass wenn man alle chemischen „Buchstaben“ der DNA des menschlichen Körpers in Büchern ausdrucken würde, die dafür erforderliche Menge an Büchern wahrscheinlich fünfzig Mal den Grand Canyon ausfüllen würde!13 Ich könnte natürlich immer so weiter die Wunder der Schwerkraft und des Magnetismus anführen, welche die Wissenschaft immer noch nicht vollständig erklären kann, den fehlerlosen Rhythmus des Sonnensystems, das perfekte Gleichgewicht von Stickstoff und Sauerstoff in der Erdatmosphäre, welches das Leben ermöglicht, die erstaunliche Ordnung in der Natur, die ein selbsterhaltendes

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System von Leben, Reproduktion und Abfallentsorgung bildet. Aber ist das alles wirklich nötig? Wenn wir die Schönheit, die Ordnung und das Design überall um uns herum und in uns selbst betrachten, brauchen wir wirklich noch weitere Beweise dafür, dass unsere Welt mit Intelligenz und Absicht erschaffen wurde? Niemand, der je geschaffen wurde, ist ein Zufall, eine Laune der Natur, das bedauerliche Nebenprodukt der Vereinigung von einem Mann mit einer Frau oder das Ergebnis Millionen Jahre langer, ungesteuerter Unfälle. Jeder Mensch, der je geboren wurde, ist eine einzigartige Schöpfung, ein absichtlich geschaffenes Kunstwerk, gebildet durch die Hand eines wahrhaft meisterlichen Künstlers. Gott sagte zu Jeremia: „Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Nationen habe ich dich eingesetzt“ (Jeremia 1,5). Gott hat das Schicksal des Propheten Jeremia noch vor seiner Geburt gekannt und geformt. Johannes der Täufer wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und ein Wegbereiter für Jesus genannt, noch ehe er geboren war (Lukas 1,15). Samson wurde noch vor seiner Empfängnis im Leib seiner Mutter ein großer Befreier genannt (Richter 13,4-5).

In Jesaja 46,10 wird gesagt, dass Gott „von Anfang an den Ausgang … und von alters her, was noch nicht geschehen ist“ verkündet. In Römer 4,17 wird gesagt, dass Gott „die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre“. Psalm 139,15-16 sagt: „Nichts war dir unbekannt an meinem Körperbau, als ich im Verborgenen geschaffen wurde – ein buntes Gewebe in den Tiefen der Erde. Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen, da sahen deine Augen schon mein Wesen. Ja, alles steht in deinem Buch geschrieben. Die Tage meines Lebens sind vorgezeichnet, noch bevor ich zur Welt gekommen bin.“ (Basisbibel)

Gott nannte Jeremia einen Propheten, noch ehe dieser geboren wurde. Gott nannte Johannes einen „Wegbereiter“ noch vor dessen Geburt. Gott nannte Samson einen „Befreier“, noch bevor er zur Welt kam. Das ist der Grund, warum Gott, als er in der Weinpresse einen 42


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zitternden, schwitzenden Feigling vorfand, Gideon trotzdem einen „mächtigen, mutigen Mann“ nannte. Gott sah in Gideon das Potenzial, das er in ihm geschaffen hatte, noch ehe er geboren war. Als Gideon noch im Mutterleib war, hat Gott ihn schon einen mutigen Krieger genannt, und Gott hat diesen Traum, den er für das Leben von Gideon hatte, nie aufgegeben.

Jemand hat mir einmal gesagt: „Ich glaube nicht an Gott.“ Ich erwiderte: „Das ist schade, denn Gott glaubt an dich.“ Schon bevor du geboren wurdest, hat Gott damit begonnen, dich zu formen und zu gestalten, sogar noch ehe er dich im Leib deiner Mutter gewoben hat. Er hat einen Traum für dich und einen Plan für dein Leben. Er hat eine heilige Berufung für dich, die du erfüllen sollst. Paulus sagte zu Timotheus, dass es Gott gewesen ist, „der … uns gerettet [hat] und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben“ (2. Timotheus 1,9). Gideon hatte viele Fehler, er war in den Augen anderer Menschen Unser Gott ist der nicht hoch geachtet, und in seiMeisterkünstler! Er sieht nen eigenen Augen war er ein „einen Engel“ in dem richtiger Versager. Doch Gott sah unbehauenen Stein Gideon in der gleichen Weise, wie deines Lebens, und er Michelangelo den verschmähten möchte ihn freisetzen. Marmorblock gesehen hatte. Gott konnte in Gideon Schönheit sehen, wo alle anderen nur Fehler sahen. Mein Freund, vielleicht haben dich alle anderen schon abgeschrieben. Vielleicht denkst du, dass dein Leben viel zu fehlerhaft ist, als dass daraus noch etwas Wunderbares werden kann. Doch unser Gott ist der Meisterkünstler! Er sieht „einen Engel“ in dem unbehauenen Stein deines Lebens, und er möchte ihn freisetzen. Dein ganzes Leben lang, egal, wo du dich befindest oder was du tust, sieht Gott, wenn er dich anschaut, immer das Potenzial, das er in dich hineingelegt hat. Und so wie er Lazarus aus dem Grab rief, ruft er diesem Potenzial ständig zu: „Komm heraus!“ Gott möchte dein Leben aus dem Schrotthof des Teufels

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LEBE – bevor es zu spät ist

herausholen und daraus ein Kunstwerk seiner wunderbaren Gnade und eine Trophäe seiner Barmherzigkeit machen.

GOTTES WOHLWOLLEN

Es ist schon erstaunlich, dass sogar nachdem der Engel des Herrn Gideon erschienen war und ihm ganz klar gesagt hatte, dass Gott ihm wohlgesonnen sei, Gideon es immer noch nicht wirklich glauben konnte:

Gideon aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, wenn der HERR mit uns ist, warum hat uns denn das alles getroffen? Und wo sind all seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählt haben, wenn sie sagten: Hat der HERR uns nicht aus Ägypten heraufkommen lassen? Jetzt aber hat uns der HERR verworfen und uns in die Hand Midians gegeben. Da wandte sich der HERR ihm zu und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht gesandt? Er aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe, meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters. Richter 6,13-15 Genau wie Gideon schlagen sich viele Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen herum. Es kann sein, dass sie missbraucht oder abgelehnt wurden, und aus diesem Grund haben sie ein niedriges Selbstwertgefühl. Es kann sein, dass sie sich sagen: „Ich komme nicht aus einer wohlhabenden Familie.“ „Ich habe keine gute Bildung.“ „Ich bin nicht schlau genug.“ „Ich wurde missbraucht.“ „Ich habe keine Talente oder Fähigkeiten.“ „Ich könnte nie erfolgreich sein.“

Wenn Gideon in den Spiegel schaute, sah er nur Nachteile und Defizite. Er glaubte nicht, dass er zu Großem fähig sein könnte und war nicht überzeugt, dass der Herr sich den Richtigen für diese Aufgabe ausgesucht hatte. Doch der Herr wusste genau, was Gideon hören musste, und so trafen die Worte, die er zu ihm sagte, mitten ins Herz von Gideons Unvollkommenheit: „Da sprach der HERR zu ihm: Ich werde mit dir sein“ (Richter 6,16). 44


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Das sind wahrscheinlich die tröstlichsten Worte, die es gibt. Zu wissen, dass Gott mit uns ist und dass er für uns ist – darin liegt die absolute Zuversicht. Das waren die Worte, die Gideon hören musste, und es sind auch die Worte, die wir tief in unserem Geist hören müssen, ehe wir uns auf den Weg machen, Gottes Willen für unser Leben zu entdecken. Jesus wusste, dass wir sie hören müssen, und deshalb sagte er: „Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen“ (Hebräer 13,5), und noch einmal in Matthäus 28,20: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ In Römer 8,31-32 steht: „Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ Gott ist für uns, nicht gegen uns! Brauchst du dafür Beweise? In dieser Schriftstelle deutet Paulus auf das Kreuz als den größten Beweis für Gottes Wohlwollen uns gegenüber. Wenn Gott bereit war, seinen eigenen Sohn für uns zu opfern, wie viel mehr können wir dann darauf vertrauen, dass er uns freudig und freigebig all das geben wird, was wir brauchen?

Fühlst du dich wie ein Versager? Wirst du von deiner Vergangenheit verfolgt und blockiert? Findest du es schwierig zu glauben, dass Gott auf deiner Seite ist und für dich nur das Beste will? Dann ist es dringend an der Zeit, dass du eine Offenbarung von der Güte Gottes bekommst. Er sucht nicht nach perfekten Menschen, und unsere Vergangenheit macht ihm keine Angst. Er möchte „den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes, damit sie Terebinthen der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung des HERRN, dass er sich durch sie verherrlicht“ (Jesaja 61,3).

Paulus schrieb über diese gleiche Wahrheit in Römer 8,28, wo er sagt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind“ (Hervorhebung durch den Autor). Wenn wir diese Wahrheit verstehen und sie zu einem Teil unseres Selbst wird, dann werden wir anfangen, alle Umstände, sowohl die positiven als auch die negativen, als

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Situationen zu sehen, die Gott uns zugute gebrauchen kann, und die seine Absichten vorantreiben. Erlösung, Sühne, Vergebung, Rechtfertigung, Wiedergeburt, Errettung, Versöhnung – all das sind Worte, die beschreiben, was Gott in unserem Leben tun möchte. Asche in Kopfschmuck zu verwandeln ist nicht nur ein zusätzlicher Bonus der christlichen Lebenserfahrung, sondern es ist das Herz des Evangeliums, und es ist Gottes Wille für dich!

In Jeremia 29,11 lesen wir: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ Hat Gott einen Plan für unser Leben? Die Antwort ist ein klares JA! Doch es kommt noch besser. Gott hat nicht nur einen Plan, sondern dieser Plan ist gut und geht „über alles hinaus …, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken“ (Epheser 3,20). Und mit dieser Zuversicht können wir uns auf den Weg machen, „indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebräer 12,2), in der Gewissheit, „dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird“ (Philipper 1,6).

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