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TIM CHALLIES PRODUKTIV

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Ein praktischer Leitfaden für Produktivität zu Gottes Ehre

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Tim Challies

Produktiv: Ein praktischer Leitfaden für Produktivität zu Gottes Ehre

1. Auflage 2021

ISBN: 978-3-96957-019-7

Alle Rechte vorbehalten.

Originaltitel: Do More Better: A Practical Guide to Productivity

Copyright © 2015 by Tim Challies

Published by CruciformPress, Minneapolis, Minnesota. This edition published by arrangement with by CruciformPress. All rights reserved.

Copyright © der deutschen Ausgabe 2021

EBTC Europäisches Bibel Trainings Centrum e. V. An der Schillingbrücke 4 · 10243 Berlin www.ebtc.org

Abkürzungen der Bibelübersetzungen:

ELB2003 Elberfelder Übersetzung 2003 (Edition CSV Hückeswagen) SCH2000 Schlachter 2000

Wenn nicht anders vermerkt, werden Bibelverse aus der Elberfelder Übersetzung 2003 (Edition CSV Hückeswagen) zitiert.

Übersetzung: Jo Frick

Lektorat: Kerstin Strehlke

Cover: Oleksandr Hudym, Alexander Benner

Satz: Oleksandr Hudym

Herstellung: ARKA, Cieszyn (Polen)

Sollten sich Rechtschreib-, Zeichensetzungs- oder Satzfehler eingeschlichen haben, sind wir für Rückmeldungen dankbar. Nutze dazu bitte diesen QR-Code oder die folgende E-Mail-Adresse: fehler@ebtc.org

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Für Paul Martin – den besten Freund, den man sich wünschen kann

ÜBER DEN AUTOR

Tim Challies ist Christ, mit Aileen verheiratet und Vater von zwei Töchtern und einem Sohn, der bereits beim Herrn ist. Er ist als Buchrezensent für die Zeitschrift WORLD tätig, ist Mitbegründer des Verlags Cruciform Press und Autor mehrerer Bücher einschließlich The Discipline of Spiritual Discernment, Sexual Detox und Meine Kinder schauen Pornografie (Taschenhilfe #15). Er ist einer der Pastoren der Grace Fellowship Church in Toronto, Ontario und bloggt täglich auf: www.challies.com

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INHALTSVERZEICHNIS

1. Sei dir deiner Bestimmung bewusst

2. Folge deiner Berufung

3. Definiere

4.

6.

7.

8.

10. Warte dein System regelmäßig

Anhang

EINFÜHRUNG

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Ich bin davon überzeugt, dass dieses Buch dein Leben verbessern kann. Ich weiß, dass dies eine recht kühne Behauptung ist, doch mir wäre es um die Zeit zu schade, dieses Buch zu schreiben, noch würde sich die Zeit für dich lohnen, es zu lesen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre. Ich habe es geschrieben, weil ich möchte, dass du produktiver bist, und weil ich davon überzeugt bin, dass du es kannst. Das trifft zu, ganz egal, ob du berufstätig bist, ein Student, ein Pastor oder ein Klempner, ein Papa, der im Homeoffice arbeitet, oder eine Mama, die sich um den Haushalt und die Kinder kümmert.

Ich möchte nicht, dass du mehr auf die Beine stellst oder mehr Projekte angehst oder mehr Aufgaben erledigst. Nicht unbedingt. Ich möchte nicht, dass du mehr Stunden investierst oder weniger Zeit mit deiner Familie oder mit Freunden verbringst. Ich möchte, dass du mehr Gutes schaffst. Ich möchte, dass du mehr von dem tust, was am meisten zählt – und ich möchte, dass du es besser hinbekommst. Das möchte ich auch für mich selbst.

Ich frage mich, ob du das unangenehme Gefühl kennst, in zumindest einigen Verantwortlichkeiten deines Lebens nachlässig zu sein. Ich kenne es sehr gut. Vor Kurzem habe ich mir eine alte Episode einer Fernsehsendung angeschaut. Ein Tellerjongleur führte seinen Akt auf. Er brachte den ersten Teller in eine schnelle Umdrehung und machte sich daraufhin an den zweiten, dritten, vierten und so weiter. Schließlich schaute er zum ersten Teller hinüber und sah,

dass dieser im Begriff war, ins Schwanken zu geraten. Kaum hatte er sich darum gekümmert, musste er auch schon zum zweiten flitzen, immer hin und her und im Kreis, um ein Dutzend Teller davon abzuhalten, auf den Boden zu fallen. Kennst du dieses Gefühl in deinem Leben?

So muss es nicht sein. Es sollte nicht so sein. Du – ja, sogar du – kannst ein ruhiges und geordnetes Leben führen, wobei du deine Verantwortlichkeiten klar im Auge behältst und stetig Fortschritte machst. Und nachts kannst du dann ruhig schlafen.

Vor Tausenden von Jahren schrieb ein Mann namens Salomo, der König von Israel, folgende Worte:

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Vergeblich ist es für euch, dass ihr früh aufsteht, spät aufbleibt, das Brot der Mühsal esst; so gibt er seinem Geliebten im Schlaf. (Ps 127,2)

Selbst dieser König, der über ein ganzes Volk herrschte, unvorstellbare Reichtümer verwaltete und spektakuläre Bauprojekte leitete, war in der Lage, sich von Stress und Sorge zu befreien, sich von seiner Arbeit zu erholen und sich eines geruhsamen Schlafes zu erfreuen. Warum fällt es uns dann derart schwer in unserem weniger ereignisreichen Leben?

Im Laufe der Jahre habe ich viel Mühe investiert, um zu verstehen, was es mit Produktivität auf sich hat und wie es einem am besten gelingt, Dinge effizient zu erledigen. Ich bin sehr darum bemüht, meine Zeit und Energie optimal auszunutzen. Ich bin ständig dabei, die Ideen, Werkzeuge und Systeme zu justieren, die mir helfen, entsprechend am Ball zu bleiben. Gelegentlich bringe ich diese Dinge sogar anderen Menschen bei und kann ihnen helfen, quantitativ und qualitativ mehr zu schaffen. Ich freue mich jedes Mal

zu sehen, wie andere es begreifen und in ihrem Leben umsetzen.

In diesem Buch werde ich einiges von dem, was ich im Laufe der Zeit gelernt habe, weitergeben, weil ich davon überzeugt bin, dass es auch dir helfen kann, deinen bisherigen Wissenstand bezüglich eines produktiven Lebens zu verbessern. Das soll allerdings nicht heißen, dass ich es perfekt beherrsche. Ich habe selbst noch lange nicht ausgelernt und muss immer wieder Verbesserungen vornehmen. Ich kann jedoch mit Zuversicht behaupten, dass das, was ich dir beibringen werde, wirklich funktioniert. Es hat Ordnung in mein Chaos hineingebracht, meiner Tendenz abzuschweifen entgegengewirkt und mir Richtung gegeben. Dieselbe Erfahrung haben auch viele andere Leute gemacht.

Die beste Art und Weise, diese Prinzipien zu lehren, besteht meines Erachtens darin, dass ich dir einen Einblick in mein Leben gewähre und dich so ein Stück weit daran teilhaben lasse. Ich werde dir zeigen, was ich gelernt habe, wie ich meine Werkzeuge gebrauche, wie ich meine Systeme aufbaue und wie ich Aufgaben erledige. Ich denke, dass du am meisten von diesem Buch profitierst, wenn du liest, beobachtest und nachahmst – zumindest anfangs. Im Laufe der Zeit wirst du dann unweigerlich die für dich hilfreichen Tipps übernehmen und jene aussortieren, die du für weniger nützlich hältst. Wenn es mir gelingt, dein Denken anzuspornen, so dass du produktiver wirst, habe ich mein Ziel mit diesem Buch erreicht.

Und nun ans Werk!

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SEI DIR DEINER

BESTIMMUNG BEWUSST

Vielleicht liest du dieses Buch, weil in deinem Leben das Chaos herrscht und du dich nach Ordnung sehnst. Vielleicht liest du dieses Buch ja auch, weil du dir zu viel zugemutet hast und nun nach Rat suchst, wie du Prioritäten setzen kannst. Vielleicht liest du es, weil du stets nach Tipps und Tricks Ausschau hältst, die dir helfen, deine Effektivität ein wenig zu verbessern. Das sind alles gute Gründe – und ganz egal, welcher von ihnen auf dich zutrifft, wirst du hier wahrscheinlich etwas finden können, was dir weiterhilft.

Doch ehe wir zum Praktischen kommen, müssen wir uns zunächst gemeinsam etwas erarbeiten. Selbst wenn du versucht sein solltest, dieses Kapitel zu überspringen, möchte ich dich bitten, dieser Versuchung zu widerstehen. Wenn du jetzt ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit investierst, kannst du eine Grundlage für all das legen, was noch folgen wird. Wenn du sofort zu Kapitel 5 oder 6 springst, um gleich zum Eingemachten vorzupreschen, könnte das bedeuten, dass

du eher nach einer schnellen Lösung suchst, anstatt dich auf eine bleibende Veränderung einzustellen.

Also bleibe bitte dran, wenn wir nun im Rest dieses Kapitels einige wichtige Konzepte erarbeiten werden.

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DAS FUNDAMENT

Man hat mir nie nachgesagt, handwerklich begabt zu sein. Das Grundlegendste – wie Bilder aufhängen oder einer Wand einen Anstrich verpassen – kriege ich zwar noch hin, doch darüber hinaus bin ich völlig von meinem Schwiegervater oder einem Handwerker abhängig. Wenn ich meine Freunde darüber reden höre, wie man verputzt, Rohre und Kabel verlegt oder Durchbrüche macht, entziehe ich mich dezent der Unterhaltung. Ich weiß, wenn etwas eine Nummer zu groß für mich ist.

Ich habe noch nie in die Wände meines Hauses geschaut, doch ich weiß, dass ich, wenn ich es täte, Querbalken, Stützbalken und Tragebalken vorfinden würde. Und wenn ich nach unten in den Keller ginge und dort die Trockenbauwand entfernte, würde ich ein Fundament vorfinden. Dabei handelt es sich um die Elemente, die mein Haus tragen und es zusammenhalten. Das Haus kann nicht robuster als diese Elemente sein. Was in diesem Kapitel folgt, ist das Fundament der Produktivität. Produktivität – wahre Produktivität – wird nie besser oder robuster als das Fundament sein, auf das du sie aufbaust. Lass uns also dafür sorgen, dass wir auf einer festen Grundlage bauen.

EIN PRODUKTIVITÄTSKATECHISMUS

Bevor du Produktivität richtig verstehen kannst, musst du zuerst verstehen, warum du überhaupt existierst. Produktivität bringt keinen Sinn in dein Leben hinein, sondern sie befähigt dich, deinen bestehenden Lebenssinn am effektivsten zu erfüllen.

Ich werde dich nun anhand einer Reihe von Fragen und Antworten durch einen kurzen Produktivitätskatechismus führen. Erst wenn du diese grundlegenden Wahrheiten über deinen gottgegebenen Lebenszweck und Auftrag verstehst, wirst du bereit sein, dich ans Werk zu machen. Hier ist die erste Frage:

Frage 1: Wozu hat Gott dich geschaffen?

Antwort: Gott hat mich geschaffen, um ihn zu verherrlichen.

Hierbei handelt es sich um die Frage, die sich jeder Mensch früher oder später einmal stellt, nicht wahr? Warum bin ich überhaupt hier? Warum bin ich hier, anstatt nicht hier zu sein? Wozu hat Gott mich geschaffen? Die Bibel hält eine Antwort parat: »Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit« (Röm 11,36). Alle Dinge existieren, um Gott zu verherrlichen. Das gilt für jeden von uns – auch für dich.

Gott hat dich geschaffen, damit er von dir und durch dich verherrlicht wird. Dabei handelt es sich um eine erstaunliche und zutiefst demütigende Wahrheit, die man sich vor Augen halten sollte. Wenn du sie begreifst und umsetzt,

wird sie alles in deinem Leben verändern. Einfach ausgedrückt: Dein Leben dreht sich nicht um dich. Du bist nicht der Star deiner eigenen Show. Wenn du für dich selbst, deine eigene Bequemlichkeit, deine eigene Ehre, deinen eigenen Ruhm lebst, wirst du deinen eigentlichen Lebenssinn verfehlen. Gott hat dich geschaffen, um ihn zu verherrlichen.

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Frage 2: Wie kannst du Gott in deinem Alltag verherrlichen?

Antwort: Ich kann Gott in meinem Alltag verherrlichen, indem ich gute Werke tue.

Vielleicht fällt es dir nicht schwer, dich mit dem Gedanken anzufreunden, dass Gott dich geschaffen hat, um ihn zu verherrlichen. Doch die Frage bleibt: Was bedeutet das eigentlich? Wenn du Gott verherrlichen willst, musst du dann deinen Beruf an den Nagel hängen und Pastor werden? Wenn du Gott verherrlichen willst, musst du dein Hab und Gut zusammenpacken und ans andere Ende der Welt ziehen, um in den abgelegensten und gefährlichsten Regionen der Welt als Missionar zu dienen? Kannst du Gott nur sonntags richtig verherrlichen, wenn du in der Gemeinde stehst und die wunderbaren geistlichen Lieder des christlichen Glaubens singst? Wird Gott durch dich nur dann geehrt, wenn du deine Bibel liest und betest? Oder besteht die Möglichkeit, Gott tagtäglich und ständig zu verherrlichen – selbst im normalen Alltagsleben?

Jesus beantwortete diese Frage, als er sagte: »Ebenso lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen« (Mt 5,16). Deine guten Werke gleichen einem Licht. Wenn es leuchtet, wirft es ein gutes Licht auf Gott.

Wenn die Menschen dieses Licht sehen, sollen sie nicht dich anschauen und sagen: »Er ist beeindruckend« oder »Sie ist wunderbar.« Sie sollen auf Gott schauen und sagen: »Er ist großartig.«

Du verherrlichst Gott nicht nur, wenn du anderen Menschen von ihm erzählst und sein Evangelium weitergibst oder wenn du ihn im Gottesdienst mit erhobenen Händen anbetest. Das sind allesamt gute Handlungen, aber sie sind nicht die einzigen Mittel, durch die du Gott verherrlichen kannst. Ganz und gar nicht! Du verherrlichst Gott, wenn du gute Werke tust. Der Apostel Petrus schrieb: »[U]nd dass ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führt, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung« (1Pet 2,12). Deine guten Werke lassen Gott in den Augen der Welt gut aussehen.

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Frage 3: Was sind gute Werke?

Antwort: Gute Werke sind Taten, die zur Ehre Gottes geschehen und anderen Menschen nützen.

Du weißt nun, dass gute Werke wichtig sind und dass sie Gott verherrlichen. Doch was sind denn gute Werke? Geht es um das Speisen der Armen und Adoptieren von Waisen? Bestehen sie darin, dass man Geld an die Gemeinde spendet, als Freiwilliger bei der Tafel Essen verteilt oder alte Menschen in Pflegeheimen besucht? Worum handelt es sich bei den guten Werken, zu denen du berufen bist? Die Bibel macht deutlich, dass gute Werke all die Taten sind, die zum Nutzen anderer Menschen und zur Ehre Gottes geschehen.

Du bist bereits sehr gut darin, Dinge zu tun, die dir selbst nutzen. Das trifft auf einen jeden von uns zu. Von Kindesbeinen an hast du dich darin geübt, für dein Wohlergehen, deine Bequemlichkeit und dein Überleben zu sorgen. Doch als Gott dich errettet hat, hat der dir ein Herz geschenkt, das sich danach sehnt, anderen Gutes zu tun. Plötzlich ist es dir ein Anliegen, anderen Gutes zu tun, selbst wenn es dich viel kostet. Schließlich hat Christus genau das am Kreuz getan. Darum fordert er dich auf, ihn nachzuahmen.

Gute Werke sind demnach all solche Taten, die du zum Nutzen anderer tust. Wenn du eine Mutter bist und einfach dein weinendes Kind tröstend in den Arm nimmst, tust du ein gutes Werk, das Gott verherrlicht, weil du es zum Nutzen deines Kindes tust. Wenn du Student bist und dich fleißig auf dein Studienfach konzentrierst, tust du ein gutes Werk, das Gott Ehre bringt, weil das, was du lernst, eines Tages anderen Menschen nutzen kann und wird. Wenn du in einem Büro arbeitest und deiner Arbeit mit Rücksichtnahme auf deine Kunden und Kollegen nachgehst, tust du gute Werke, die Gott verherrlichen, weil du dich selbst hintenanstellst und das tust, was den Menschen in deinem Leben nutzt.

Es gibt keine Aufgabe im Leben, die nicht zu Gottes Ehre ausgeführt werden kann. Jesus fordert dies in den folgenden einfachen Worten der Bergpredigt: »Ebenso lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen« (Mt 5,16).

Frage 4: Doch du bist ein sündiger Mensch. Bist du wirklich in der Lage, gute Werke zu tun?

Antwort: Ja. Christen sind aufgrund des vollbrachten Werkes Christi in der Lage, gute Werke zu tun.

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Als Christ bist du dir deiner Sünde bewusst. Du weißt, dass deine Beweggründe niemals ganz rein sind, dass dein Verlangen niemals vollkommen selbstlos ist und dass deine Handlungen niemals völlig gerecht sind. Manchmal bist du dir deiner Beweggründe nicht mal bewusst und manchmal willst du sie dir auch gar nicht bewusst machen. Wenn dem so ist, kannst du dann immer noch Werke tun, die gut sind?

Ja, du kannst gute Werke tun. Das ist sogar der eigentliche Grund, warum Gott dich errettet hat: »Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen« (Eph 2,10). Es läuft auf Folgendes hinaus: Gott hat dich errettet, damit du gute Werke tun kannst und ihn dadurch verherrlichst. Paulus betont dies auch in seinem Brief an Titus: »[Christus,] der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufte und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken« (Tit 2,14). Christus hat sein Leben für dich hingegeben, damit du einen echten Eifer an den Tag legst, gute Werke zu tun. Paulus fordert Christen auf, Eiferer für gute Werke bzw. »Gute-WerkeExtremisten« zu sein. Sie sollen sich in jeder Hinsicht dem Anliegen hingeben, anderen Gutes zu tun.

Nur Mut! Du bist wirklich in der Lage, Werke zu tun, über die Gott sich freut. Gott hat ein aufrichtiges Wohlgefallen daran, wenn du gute Werke tust, selbst wenn du sie weder perfekt noch selbstlos tust oder wenn du dir über dei-

ne Beweggründe nicht ganz sicher bist. Auch wenn deine besten Taten alles andere als vollkommen sind, sind sie Gott wohlgefällig. Er nimmt sie mit Freuden an.

Frage 5: In welchen Lebensbereichen solltest du gute Werke betonen?

Antwort: Ich sollte gute Werke ständig und in allen Lebensbereichen betonen.

Wenn du also Gott in allen Bereichen verherrlichen kannst, dann solltest du Gott auch in allen Bereichen verherrlichen. Es gibt keinen Lebensbereich, wo du nicht in der Lage bist, anderen Gutes zu tun und Gott zu verherrlichen. Paulus sagte: »Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes« (1Kor 10,31). An Titus schrieb er: »Das Wort ist gewiss; und ich will, dass du auf diesen Dingen fest bestehst, damit die, die Gott geglaubt haben, Sorge tragen, gute Werke zu betreiben. Dies ist gut und nützlich für die Menschen« (Tit 3,8). An Timotheus schrieb er insbesondere in Bezug auf Frauen, dass diese sich schmücken sollen mit »[…] was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen – durch gute Werke« (1Tim 2,10). Er erklärte den Gemeinden in Galatien: »Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens« (Gal 6,10). Petrus sagt dir sogar, dass Gott dich übernatürlich begabt hat, damit du anderen noch mehr Gutes tun kannst:

Je nachdem jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dient einander damit als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet,

so rede er als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.« (1Pet 4,10–11)

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Die Bibel macht deutlich: Zu jeder Zeit und unter allen Umständen bist du in der Lage, anderen Gutes zu tun – und daher solltest du ihnen auch Gutes tun.

Frage 6: Was ist Produktivität?

Antwort: Produktivität ist die effektive Haushalterschaft meiner Gaben, Talente, Zeit, Energie und meines Eifers zum Nutzen anderer und zur Ehre Gottes.

Nun kommen wir zum Kern der Sache: Was ist Produktivität? Produktivität ist die effektive Haushalterschaft meiner Gaben, Talente, Zeit, Energie und meines Eifers zum Nutzen anderer und zur Ehre Gottes. Produktivität verlangt von dir, dass du dein ganzes Leben auf dieses große Ziel ausrichtest – nämlich Gott zu verherrlichen und anderen Gutes zu tun. Diese Berufung beinhaltet den Gebrauch sowohl deiner Begabungen als auch deiner Geistesgaben, welche dir geschenkt wurden, als der Herr dich errettet hat. Sie beinhaltet, dass du deine Talente entfaltest – also die Bereiche deiner natürlichen Stärken. Sie beinhaltet, dass du mit deiner Zeit richtig umgehst – also mit jenen 24 Stunden, die Gott dir jeden Tag schenkt. Sie beinhaltet, dass du deine Energie ausnutzt – die Kraft und Vitalität, die im Laufe eines Tages und einer Woche gewissen Schwankungen unterworfen ist. Sie beinhaltet sogar

deinen Eifer – also die Leidenschaft und das Interesse, die du in jene Werke, die du gerne tust, hineinstecken kannst. Gott beruft dich dazu, all diese Dinge sorgfältig, treu und konsequent zum Einsatz zu bringen, um das übergeordnete Ziel, anderen Gutes zu tun, umzusetzen.

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DEINE BESTIMMUNG

Ich hoffe, dass dieser Denkansatz dir deine Bestimmung besser vor Augen führt: Gott zu verherrlichen, indem du anderen Gutes tust. Es gibt keinen besseren Plan und kein höheres Ideal. Letztendlich ist es das, worum es bei Produktivität geht und womit sich dieses Buch befasst: anderen Menschen Gutes tun.

Bist du Hausfrau und Mutter? Dann ist das der Maßstab deiner Produktivität. Bist du ein Firmenboss auf der Chefetage? Dann ist das der Maßstab deiner Produktivität. Bist du Lehrer, Werkzeugmacher, Arzt oder LKW-Fahrer? Dann gilt dasselbe auch für dich. Selbst wenn du über Werkzeuge, Software und Systeme sprichst, musst du dir diese hohe und edle Zweckbestimmung vor Augen halten, die sich hinter allem verbirgt: Gott zu verherrlichen, indem du anderen Gutes tust.

FOLGE DEINER BERUFUNG

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Produktivität ist die effektive Haushalterschaft meiner Gaben, Talente, Zeit, Energie und meines Eifers zum Nutzen anderer und zur Ehre Gottes. Das bedeutet, dass du alles, was du hast, einsetzen musst, um dieses große Ziel zu erreichen. Du hast vor Gott die Verantwortung, deine Produktivität zu maximieren. Das hört sich prinzipiell machbar an, oder? Du musst einfach das Beste (Gutes für andere) für das beste Ziel (die Ehre Gottes) tun. Und dennoch, wenn es dir so ergeht wie mir und vielen anderen, fällt es dir ein Leben lang schwer, produktiv zu sein und zu bleiben. Warum fällt es dir so schwer, wenn deine Bestimmung doch so klar ist?

PRODUKTIVITÄTSDIEBE

Ich bin mir sicher, dass dir eine endlos lange Liste von Gründen einfällt, warum du nicht produktiver bist. Doch ich denke, dass sich hinter den meisten deiner und meiner Gründe, drei Hauptschuldige verbergen, die dir deine Produktivität stehlen – drei Produktivitätsdiebe sozusagen: Faulheit, Geschäftigkeit und die fiese Kombination von Dornen und Disteln.

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Faulheit

Der erste Dieb, der dir deine Produktivität stiehlt, ist die Faulheit. Man muss nicht weit in die Seiten der Bibel hineinschauen, um festzustellen, dass Faulheit schon immer ein Problem war. Insbesondere das Buch der Sprüche hat dem Faulen und über den Faulen viel zu sagen. Derek Kidner legt in seinem kleinen Kommentar zu diesem großen Buch dar, dass der Faule eine »tragisch-komische Figur ist mit seiner schon tierischen Faulheit (er ist mehr als in seinem Bett verankert: Er bewegt sich darin wie die Tür in der Angel; 26,14), mit seinen absurden Ausreden (»Da draußen ist ein Löwe!« 26,13; 22,13) und seiner letztendlichen Hilflosigkeit.«1 Wenn du den Faulen im Buch der Sprüche unter die Lupe nimmst, siehst du, dass es sich um einen Menschen handelt, der sich weigert, sich auf neue Unternehmungen einzulassen; der nichts zu Ende führt, was er begonnen hat; der der Wirklichkeit nicht ins Auge sieht und der bei alledem rastlos, hilflos und nutzlos ist. Sein Leben ist chaotisch, weil seine Seele chaotisch ist. Er hat wenig für Gott übrig und somit hat er

1 Derek Kidner, Proverbs (Downers Grove, IL: IVP Academic, 1964), S. 42–43.

auch wenig für die Dinge übrig, die Gott ehren und verherrlichen – Dinge wie Fleiß und anderen Gutes tun.

In den meisten oder vielleicht in allen von uns steckt etwas von dem Faulen – womöglich auch in dir. Wenn du nach einer Ausrede suchst, um unproduktiv zu sein, wirst du sicherlich eine finden. Wenn du noch keine gefunden hast, wird dir bestimmt noch eine einfallen. Es könnte sogar sein, dass die Welt von heute mehr Möglichkeiten bietet, der Faulheit zu frönen und Dinge auf die lange Bank zu schieben als je zuvor. Wenn du eigentlich an deinem Computer arbeiten solltest, bist du nur ein bis zwei Klicks davon entfernt, herauszufinden, was deine Freunde gerade auf Facebook machen oder ein paar Minuten geistloser Unterhaltung auf YouTube nachzugehen. Textnachrichten sind eine willkommene Ablenkung vom Grübeln und ein Serienmarathon auf Netflix könnte dich eine ganze Woche ins Hintertreffen bringen. Überall lauern Versuchungen zum Faulsein und du gibst ihnen möglicherweise öfter nach, als du denkst. Es könnte sein, dass diese Faulheit zwischen dir und echter Produktivität steht.

Geschäftigkeit

Der zweite Produktivitätsdieb ist Geschäftigkeit. Dabei handelt es sich natürlich um genau das Gegenteil von Faulheit –zu viel zu tun, anstatt zu wenig zu tun. Dieser Charakterzug ist allerdings keineswegs besser. Mit der Geschäftigkeit ist es so eine Sache. Mit Sicherheit war sie schon immer ein Problem und eine Versuchung, aber ich frage mich, ob wir in der heutigen Zeit nicht auch mehr unter dem Geschäftigkeitssyndrom leiden als in der Vergangenheit. Immerhin beurteilt und bewertet uns die Gesell-

schaft oft anhand unserer Geschäftigkeit. Obwohl wir uns darüber beschweren, wie viel wir zu tun haben, fühlen wir uns durch unsere Geschäftigkeit bestätigt und wichtig, als ob wir nur zwei Alternativen hätten: zu wenig oder zu viel zu tun. Irgendwie gehen wir davon aus, dass unser Selbstwert mit unserer Geschäftigkeit zusammenhängt.

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Doch Geschäftigkeit darf nicht mit Fleiß verwechselt werden. Sie darf auch nicht mit Treue oder Ergiebigkeit verwechselt werden.2 »Geschäftigkeit bedeutet nicht, dass du ein treuer oder fruchtbarer Christ bist. Sie bedeutet lediglich, dass du, so wie jeder andere, beschäftigt bist.«3 Geschäftigkeit mag dir zwar ein besseres Selbstwertgefühl verschaffen und dir die Illusion vermitteln, dass du etwas leistest, doch wahrscheinlich bedeutet sie nur, dass du zu wenig Aufmerksamkeit auf zu viele Dinge richtest, dass du deine Prioritäten falsch setzt und dass deine Produktivität darunter leidet.

Geschäftig faul

Es ist sowohl bemerkenswert als auch absurd, dass diese beiden Charaktereigenschaften sogar aufeinanderprallen und sich zu einem Megasturm zusammenbrauen können. Einer der Gründe, warum ich ein so großes Bedürfnis nach und eine solche Wertschätzung für Produktivität entwickelt habe, ist die Tatsache, dass ich genau diese Kombination in meinem eigenen Leben beobachtet habe. Ich bin von Natur aus faul, also neige ich dazu, meine Verantwortlichkeiten zu ignorieren oder vor mir herzuschieben. Dieses Essay kann noch ein paar Tage auf sich warten lassen, jenes Buch kann noch etwas länger liegenbleiben, diese Rechnung ist noch

2 C. J. Mahaney, Biblical Productivity (Sovereign Grace Ministries, 2010), S. 1–6.

3 Kevin DeYoung, Crazy Busy (Wheaton, IL: Crossway, 2013), S. 32.

nicht als »letzte Mahnung« gekommen, ich könnte das vertrauliche Gespräch mit meiner Tochter ja genauso gut auf morgen verschieben. Doch schließlich war die Rechnung überfällig, das Essay musste abgegeben werden und meine Tochter brauchte unbedingt ihren Papa. So wandelte sich meine Faulheit in Verzweiflung und meine Müßigkeit in Panik. Ich versuchte dann, meine Faulheit mit Geschäftigkeit zu kompensieren, was mich dermaßen schlauchte, dass ich es nicht lange durchhielt und mir einredete, dass ich es mir nun verdient hätte, ein Weilchen kürzer zu treten.

Dornen und Disteln

Geschäftigkeit und Faulheit sind beides Probleme, die von innen kommen. Es handelt sich dabei um Charakterschwächen, die sich in unserem Leben breit machen. Und als wären diese nicht ohnehin schon knifflig genug, sehen wir uns zudem noch Herausforderungen gegenüber, die von außen auf uns eindringen.

Gott hatte uns geschaffen, um auf eine perfekte Weise in einer perfekten Welt zu leben, in der alles reibungslos auf uns eingestellt ist. Doch dann rebellierte der Mensch gegen Gott. Und nachdem er das getan hatte, erklärte Gott ihm, dass es dafür Konsequenzen geben muss. Diese Konsequenzen erstrecken sich bis hin zur Arbeit und zur Produktivität. »[S]o sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen« (1Mo 3,17b–18). Die Strafe bestand nicht in der Arbeit selbst, sondern in der Mühe, die von da an mit der Arbeit verbunden war. Was einst leicht von der Hand ging, sollte nun schwierig sein. Der Erdbo-

den, der einst nur gute Pflanzen hervorgebracht hatte, wurde nun zum Schlachtfeld zwischen guten Pflanzen und den Dornen und Disteln, die diese zu ersticken drohen.

Was auf die Landwirtschaft zutrifft, gilt auch für jede andere Arbeit. Jede Aufgabe ist diesen »Dornen und Disteln«, diesen Schwierigkeiten ausgesetzt, welche die Produktivität unentwegt bedrohen. Und ganz egal, welchem Beruf wir nachgehen, bis zum heutigen Tag muss sich jeder von uns mit ihnen herumschlagen, um sie in Schach zu halten. Der LKW-Fahrer bleibt im Verkehrsstau stecken; der Arzt hat Patienten, die nicht zum vereinbarten Termin erscheinen; der Konferenzredner verpasst seinen Flug; die Hausfrau und Mutter erhält einen Anruf vom Schulsekretariat, dass ihr Kind krank ist und abgeholt werden muss.

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DAS WURZELPROBLEM

Es könnte sich um Geschäftigkeit, um Faulheit, um Dornen und Disteln handeln oder es könnte irgendwas anderes sein. Doch was auch immer dich davon abhält, anderen Gutes zu tun: Es handelt sich um ein Problem – ein ernsthaftes Problem. Es ist ein Problem, das dich davon abhält, genau das zu tun, wozu Gott dich in der kurzen Zeit, die er dir auf dieser Erde schenkt, berufen hat. Das bedeutet, dass mangelnde oder geringe Produktivität in erster Linie ein theologisches Problem darstellt. Es zeigt, dass man die Wahrheiten, die Gott in der Bibel offenbart, nicht versteht oder nicht anwendet.

Möchtest du so leben, dass du anderen Gutes tust und Gott Ehre bereitest? Natürlich möchtest du das. Was hält dich dann davon ab? Was vermindert deine Produktivität

oder beraubt dich ihrer vollkommen? Was dem auch zugrunde liegen mag, es muss identifiziert, bei der Wurzel gepackt und ausgerissen werden. Es muss zum Wohle anderer und zur Ehre Gottes zerstört und ausgetauscht werden.

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EINE HANDLUNGSAUFFORDERUNG

Diese Art von wahrer, biblischer Produktivität fordert dich in deinem ganzen Leben zum Handeln auf: Du musst dein Leben strukturieren und organisieren, damit du das größtmögliche Wohl für andere erreichen und dadurch Gott die größtmögliche Ehre zukommen lassen kannst. Jesus beruft dich, vor den anderen dein Licht leuchten zu lassen. Dieses Licht wird eher mit einem Dimmerschalter als mit einem gewöhnlichen An- und Ausschalter gesteuert. Du kannst mehr oder weniger von diesem Licht vor den Menschen widerspiegeln. Je mehr du dein Licht leuchten lässt, umso mehr werden die anderen deine guten Taten sehen und umso mehr werden sie Gott verherrlichen. Du musst dich jeden Tag erneut dazu entscheiden.

Diese Wahrheit bedeutet, dass Produktivität nicht nur damit zu tun hat, was du an deinem Arbeitsplatz tust. Sie hat nicht nur damit zu tun, wie erfolgreich du die Aufgabe erledigst, die wöchentlich den größten Teil deiner Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Sie betrifft das gesamte Leben. Sie hat mit deinem persönlichen Leben, deinem Familienleben, deinem Gemeindeleben und allem anderen zu tun.

CHARAKTER

Die Art von Produktivität, die ich hier beschrieben habe, dreht sich nicht nur um das, was du tust, sondern auch darum, wer du bist – deinen Charakter. Du musst eine bestimmte Art von Person sein, ehe du in dieser Weise leben kannst.

Was für ein Mensch musst du sein? Du musst Christ sein – eine Person, die an Jesus Christus glaubt und Vergebung für ihre Sünden erfahren hat; eine Person, die aufgehört hat, für sich selbst zu leben und begonnen hat, zu Gottes Ehre zu leben. Wenn du Christus wirklich vertraust, wirst du dich auch danach sehnen, Christus ähnlich zu sein. Dann willst du all die Sünde in dir abtöten und für Gerechtigkeit und Heiligkeit leben. Dann bist du bereit, alles zu tun, um Gott gut aussehen zu lassen.

Gott beruft dich zur Produktivität, und zwar zur richtigen Art der Produktivität. Er beruft dich dazu, um seinetwillen und nicht um deinetwillen produktiv zu sein. Während dieses Buch zwar Werkzeuge und Systeme und andere wichtige Elemente der Produktivität betont, gibt es nichts Wichtigeres als deine eigene Heiligkeit und deine eigene Gottesfurcht. Weder eine ideale Organisation noch das beste Zeitmanagement der Welt können einen Mangel an christlichem Charakter ausgleichen, wenn es um diese große Berufung geht: Gott zu verherrlichen, indem man anderen Gutes tut.

Ich bin froh, dass du Wert auf Produktivität legst, doch es bringt nichts, ein Produktivitätsheld zu sein, wenn der Rest

deines Lebens außer Kontrolle ist. Produktivität – Gutes tun – muss sich auf alle Lebensbereiche erstrecken, anstatt nur einen Teil davon auszumachen. Es ist weitgehend nachgewiesen und es entspricht auch meiner Erfahrung, dass es bestimmte Lebensangewohnheiten und Praktiken gibt, die Erfolg in anderen Lebensbereichen vorhersagen können. Wenn man in einem Bereich Disziplin und Selbstbeherrschung an den Tag legt, profitiert man davon auch in anderen Lebensbereichen. Umgekehrt, wenn man Disziplin und Selbstbeherrschung in einem wichtigen Lebensbereich vernachlässigt, fällt es einem auch schwer, diese in einem anderen Lebensbereich zu betonen. Es kann dann leicht zu einer Art Kettenreaktion kommen, die entweder zu immer größerer Ordnung oder zu immer größerem Chaos führt.

Selbst wenn du dir sicher bist, dass mehr Produktivität das größte Bedürfnis in deinem Leben darstellt, möchte ich dich ermutigen, einen umfassenderen Blick zu entwickeln und mindestens eine weitere wichtige Angewohnheit ins Auge zu fassen, die du dir gleichzeitig aneignest. Wenn du in deiner persönlichen Stillen Zeit nachlässig bist, mache es dir zur Angewohnheit, sie zu pflegen. Körperliche Bewegung könnte mitunter die wichtigste und offensichtlichste dieser Angewohnheiten sein und eine, die fast jeden anderen Lebensbereich verbessert. Während du also Produktivität anstrebst, suche dir ein oder zwei andere Angewohnheiten heraus, die du dir parallel dazu aneignen willst und ziele auf diese Kettenreaktion ab.

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Umsetzung: wähle mindestens eine andere Angewohnheit zusätzlich zur Produktivität, der du nachgehen wirst, während du dieses Buch liest und anwendest.

Europäisches Bibel Trainings Centrum

BERUFSBEGLEITENDE

BIBELSCHULE

Wir glauben, dass eine gründliche Auslegung der Schrift und deren Anwendung das Fundament jeglichen Dienstes ist, ja sein muss. Deswegen liegt das Hauptgewicht unserer Ausbildung auf einer exakten, sorgfältigen Auslegung der Schrift, der kraftvollen Predigt und der treuen Anwendung des Wortes Gottes, und zwar Vers für Vers. Eine Kombination von Präsenz- und Fernstudium ermöglicht es den Teilnehmern, eine grundlegende Ausbildung zu erhalten, ohne dabei ihre Arbeit oder den Gemeindedienst vernachlässigen zu müssen. Der Unterricht findet jeweils an einem Wochenende pro Monat statt (Freitag bis Samstag) und erstreckt sich über jeweils 10 Monate pro Jahr.

Auslegungspredigt

Leseprobeebtc.org

Bibelkunde Bibelstudium mit Gewinn

Bibelkunde (1 Jahr)

verschafft einen Überblick über die gesamte Bibel und jedes einzelne Bibelbuch (für Männer und Frauen)

Bibelstudium mit Gewinn (1 Jahr)

betont das Studieren einzelner Bibeltexte in Bezug auf Aussage, Absicht und Anwendung (für Männer und Frauen)

Musikdienst (1 – 2 Jahre)

hilft biblische und musikalische Prinzipien in der Gemeinde zu verstehen und umzusetzen (für Männer und Frauen)

Musikdienst

Biblische Seelsorge

Auslegungspredigt (2 Jahre)

Master of Divinity

bereitet Männer für den Predigtdienst und pastorale Leitungsaufgaben in der Gemeinde vor

Biblische Seelsorge (2 Jahre)

gibt biblische Hilfestellung für Jüngerschaft und praktische Seelsorge (für aktive Mitarbeiter/-innen in der Gemeinde)

Master of Divinity (6 Jahre)

rüstet bewährte Männer für den Predigt- & Lehrdienst zu

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