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Ulrike Halbe-Bauer

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Margarete Steiff Eine, die ihre Schw채che zur St채rke machte


www.impulshefte.de

Ulrike Halbe-Bauer: Margarete Steiff. Eine, die ihre Schwäche zur Stärke machte Impulsheft Nr. 77 Weltveränderer Nr. 17 © 2014 Down to Earth Laubacher Str. 16 II 14197 Berlin

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Gestaltung: www.michaelzimmermann.com Cover: Laura Lehmus Fotos: Margarete Steiff GmbH; Creative Commons - BY-SA 3.0: Dguendel (19) Lektorat: Andrea Specht Druck: Müller Fotosatz & Druck GmbH, Selbitz Printed in Germany ISBN: 978-3-86270-849-9; ISBN E-Book: 978-3-86270-850-5

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Mehr Inspiration und weitere Impulshefte unter www.down-to-earth.de und www.impulshefte.de

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Tel: 06406 - 8346 0 Fax: 06406 - 8346 125 bestellung@chrismedia24.de

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Die Zitate stammen u.a. aus der Zitate-Sammlung »Gut gesagt«, Down to Earth Verlag, 2008.

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Margarete Steiff –

Das Leben herausfordern

Ich war nie so brav und folgsam gewesen wie meine Schwestern, es hieß oft, die böse Gret. —Margarete Steiff Ein merkwürdiges Eingeständnis. Kann ein solcher Mensch Vorbildcharakter haben? Margarete jedenfalls schämte sich für ihr Aufbegehren nicht. Im Gegenteil! Sie glaubte, dass diese Eigenschaft sie im guten Sinne weitergebracht hatte. Sie litt an Kinderlähmung, konnte ein Bein gar nicht, eines etwas und den rechten Arm kaum belasten. Wenn sie immer »brav« gewesen wäre, hätte sie, von Geschwistern und Eltern unbeachtet, auf einem Stuhl am Küchentisch ihr Leben verbracht. Hätte fast immer häkeln müssen, wobei die Mutter vorgab, wie viel sie am Tag zustande bringen musste. Als Erwachsene wäre sie dann in der Verwandtschaft herumgereicht worden, um einfache Näharbeiten zu erledigen. Niemand hätte sich darüber groß Gedanken gemacht. Im 19. Jahrhundert blieb Behinderten nichts anderes übrig. 3


Margarete nahm das nicht hin und forderte so sich und andere heraus. Bereits als Kind wollte sie aktiv am Leben teilnehmen und es auch genießen. Das ist ihr gelungen. Als Erwachsene wurde sie eine erfolgreiche Unternehmerin, die Kinderspielzeug zum Liebhaben herstellte. Warme, weiche Tierfiguren aus Wolle und Filz, welche die Kinder beim Einschlafen im Arm halten. Die sie streicheln, an denen sie sich festhalten. Und die überall auf der Welt Kinderaugen zum Leuchten bringen. Die körperlich so sehr benachteiligte Frau ist ein Vorbild geworden. Sie zeigt, dass man nicht alles können muss, um erfolgreich zu sein. Und dass einen gerade die größten Hindernisse dazu bringen, ungewohnte Wege zu gehen. Und mit Stärke zu glänzen. Dazu inspiriert Margarete Steiff.

—Ulrike Halbe-Bauer 4


Wunsch zur Inspiration Menschen, die Ungewöhnliches bewirken, stecken an. Ihr Antrieb, ihre Motivation und Leidenschaft inspirieren uns. Wenn du dich mit ihnen beschäftigst, kannst du entdecken, wie sie die Veränderung in ihrer Welt bewirkt haben. Und dich von ihnen anregen und herausfordern lassen. n Nicht jeder ist ein Gandhi, aber jeder kann sich für ein klein wenig mehr Gerechtigkeit einsetzen. n Nicht jeder ist eine Mutter Teresa, aber jeder kann durch Zuwendung menschliche Wärme schenken. n Nicht jeder ist ein van Gogh, aber jeder kann kreativ und schöpferisch die Welt neu interpretieren. n Nicht jeder ist eine Sophie Scholl, aber jeder kann Zivilcourage im eigenen Umfeld üben. Dieses Impulsheft kann eine Anregung für dich sein, selbst zu handeln. Lass dich bewegen. 5


Leistung

Ein neues Bild von Behinderung

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Im Grunde sind alle Menschen behindert, der Vorzug von uns Behinderten allerdings ist, dass wir es wissen. —Wolfgang Schäuble Zu Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts machte man sich um behinderte Menschen wenig Gedanken. Zu sehr mussten die meisten Menschen schuften, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Jemand, der wenig oder nichts arbeiten konnte, war für die anderen eine große Last. Diese Ansicht änderte sich durch Menschen wie Margarete. Zuerst durch ihren Trotz, dann durch ihre ungewöhnlichen Ideen und ihren Erfolg zeigte sie, wie viel Behinderte können. Die Familie Steiff versteckte das behinderte Mädchen nicht, sondern entwickelte für sie praktische Hilfsmittel. Ihr Vater baute einen kleinen Leiterwagen für sie. Ganz selbstverständlich ließ sie sich so von ihren Freunden in die Schule ziehen und schieben. 6


Margarete Steiff mit Mitarbeitern vor dem 1. Firmengebäude um 1895

Margarete stellte früh fest, dass nicht allen Menschen die gleichen Dinge im Leben wichtig sind. Ihre Tante Ursche war auch fleißig. Sie setzte jedoch die Akzente anders als Margaretes Mutter. Tante Ursche war nicht verheiratet. Und wanderte jedes Jahr ein paar Wochen mit einem Stück Brot in der Tasche ganz allein durchs Land bis nach Augsburg. Dort nähte sie bei Verwandten und lernte Neues. Zum Beispiel, wie man Granatarmspangen und Wollpulswärmer herstellt. Margarete suchte nach Anregungen und verbrachte ganze Wochen bei der Tante. Auch bei ihrer Patentante Apollonia, bei der Pfarrersfamilie oder bei Verwandten außerhalb von Giengen nähte sie und lernte von den anderen. Und sie machte eine erstaunliche Entdeckung, denn die Leute freuten sich über ihre Anwesenheit. Obwohl sie beim Nähen langsamer war als andere. Stattdessen zeigte sie sich als eine gut gelaunte, anregende Gesprächspartnerin. 7


Kreise ziehen

Der Knopf im Ohr – ein Markenzeichen

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Für Kinder ist nur das Beste gut genug. —Margarete Steiff Die Zeit der Industrialisierung veränderte das Leben der Menschen rasant. Vor allem durch Maschinen, Eisenbahnen und Autos. Margarete hatte bereits als Kind furchtlos Bekanntschaft mit der Eisenbahn gemacht. Geschickt nutzte sie die neuen Möglichkeiten für die Ausweitung ihres Unternehmens. Bereits 18 Jahre nach dem ersten Stoffelefanten zogen ihre sechs Neffen mit den Steiff-Tieren um die Welt. Aus London, Amsterdam, Mailand, Moskau und New York flatterten glänzende Postkarten ins Haus. Richard Steiff erfand den Stoff-Bären mit beweglichen Armen. Ebenso konstruierte er 1903 helle, gläserne Produktionshallen für die Firma Steiff. Als Modell diente ihm der »Crystal Palace« in London. Im Jahre 1904 wurde Margarete und Richard Steiff auf der Weltausstellung in St. Louis (USA) je eine Goldene Medaille verliehen. 24


Vielleicht war der ganz große Erfolg nur möglich, weil Margarete Verantwortung abgeben konnte. Und sich auf andere stützen. Die Kinder ihres Bruders Fritz arbeiteten alle in ihrem Betrieb, sechs Jungen und zwei Mädchen. Sie bekamen früh Verantwortung übertragen und erbten später den Betrieb gemeinsam, der bis heute als Familienbetrieb geführt wird. Fast alle Neffen und Nichten ließ Margarete mehrere Berufe lernen und finanzierte ihren Schulbesuch. Der Älteste, Richard, machte eine kaufmännische Lehre und besuchte die Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Er zeichnete Tiere im Zoo und konnte so neue und genaue Schnittmuster entwerfen. Ebenso wie Paul, der Bildschnitzer und Zeichner wurde und dazu noch Kirchenorgelbauer. Franz besuchte eine Webschule und wurde für den Einkauf der Stoffe zuständig, Otto absolvierte die Handelshochschule in Köln. Doch nicht nur die Jungen erhielten eine Ausbildung. 25


Was mir wichtig wurde

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Gerd König

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Astrid Lindgren

Eine, die Individualität großschrieb »Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.« Mutig sein, wer man ist – dafür steht Lindgren. Ideal für alle, die das Kind in sich neu entdecken wollen. Impulsheft Nr. 60 ......................................... 32 Seiten

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Henry Ford

Einer, der die Welt ins Rollen brachte Mit Pioniergeist leitete Ford eine kulturelle und industrielle Revolution ein. Ideal für alle, die optimiert Dinge in Gang bringen wollen. Impulsheft Nr. 61 . ........................................ 32 Seiten

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Coco Chanel

Eine, die Frauenmode emanzipierte Coco Chanels Ästhetik revolutionierte eine Ära. Ihre Mode – wie das »kleine Schwarze« – gilt als zeitlos. Ideal für alle, die ihrem Stil folgen wollen. Impulsheft Nr. 72 . ........................................ 32 Seiten Viele Titel auch als E-Book erhältlich.


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Margarete Steiff

Seine Freude zu erobern ist mehr wert, als sich seinem Schmerz zu überlassen. —André Gide Margarete Steiff begründete ein Unternehmen von Weltrang. Und das mit den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen – aus ärmlichen Verhältnissen stammend, mit einer behindernden Lähmung und in einer Zeit, in der Frauen wenig Möglichkeiten offen standen. Sie überwand ihre Einschränkung und schenkte vielen Kindern mit ihren Stofftieren Freude. Lass dich von Margarete Steiffs Freude und Lebensmut inspirieren. Lass dich inspirieren

ISBN 978-3-86270-849-9

9 783862 708499


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