Hildegard Strickerschmidt
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Hildegard von Bingen Eine, die Leib und Seele nährte
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Hildegard Strickerschmidt: Hildegard von Bingen. Eine, die Leib und Seele nährte Impulsheft Nr. 79 Weltveränderer Nr. 19 © 2014 Down to Earth Laubacher Str. 16 II 14197 Berlin
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Gestaltung: www.michaelzimmermann.com Cover: Laura Lehmus Fotos: Creative Commons - BY-SA 3.0: Ilona Buchecker (9), saharadertfox (11), Gerda Arendt (29) Lektorat: Andrea Specht Druck: Müller Fotosatz & Druck GmbH, Selbitz Printed in Germany ISBN: 978-3-86270-845-1; ISBN E-Book: 978-3-86270-846-8
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Die Zitate stammen u.a. aus der Zitate-Sammlung »Gut gesagt«, Down to Earth Verlag, 2008.
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Hildegard von Bingen – Der Mensch im Mittelpunkt
Als Gott dem Menschen ins Angesicht schaute, gefiel er ihm sehr gut, hatte er ihn doch nach seiner Ähnlichkeit geschaffen. —Hildegard von Bingen Im Jahr 1998, 900 Jahre nach ihrem Geburtstag, hätte kaum jemand erwartet, dass das Interesse an Hildegard von Bingen neu und so anhaltend geweckt werden würde. Hatte sie doch über viele hundert Jahre in den Archiven geschlummert, so schien jetzt die Zeit reif für ihre Erkenntnisse. Denn auch und gerade für die heutige Zeit ist ihre Weisheit hochaktuell. Mein Interesse wurde erstmals dadurch geweckt, dass meine Mutter mich ausdrücklich auf den Namen Hildegard taufen ließ. Allerdings vergingen etwa 50 Jahre, bis ich 1979 auf einem Vortrag etwas von meiner Namenspatronin erfuhr. Damals gab es keine Literatur über Hildegard von Bingen – heute nach ihrer Wiederentdeckung kaum mehr vorstellbar. 3
Als ich den Vortrag hörte, war ich wie elektrisiert von Hildegards ganzheitlicher Heilkunde. Für mich als DiplomHeilpädagogin standen das Heil und die Heilung des ganzen Menschen schon immer im Mittelpunkt. Doch wie die heilige Hildegard die großen Zusammenhänge von Schöpfung und Mensch, Leib und Seele, Mensch und Gott sah, beeindruckte mich. Eine solche Weitsicht aus der Zeit des Mittelalters konnte nicht ausgedacht sein. Gerade heute, wo das Menschenbild so beliebig geworden ist, finden viele Menschen bei Hildegard ganz neu Orientierung. »Der Mensch baue seinen Leib so, dass die Seele gern darin wohnt« – mit diesen Worten lädt uns die heilige Hildegard ein, gute Architekten unseres Lebenshauses zu sein.
—Hildegard Strickerschmidt 4
Scivias: Das Weltall, ca. 1165
Wunsch zur Inspiration Menschen, die Ungewöhnliches bewirken, stecken an. Ihr Antrieb, ihre Motivation und Leidenschaft inspirieren uns. Wenn du dich mit ihnen beschäftigst, kannst du entdecken, wie sie die Veränderung in ihrer Welt bewirkt haben. Und dich von ihnen anregen und herausfordern lassen. n Nicht jeder ist ein Gandhi, aber jeder kann sich für ein klein wenig mehr Gerechtigkeit einsetzen. n Nicht jeder ist eine Mutter Teresa, aber jeder kann durch Zuwendung menschliche Wärme schenken. n Nicht jeder ist ein van Gogh, aber jeder kann kreativ und schöpferisch die Welt neu interpretieren. n Nicht jeder ist eine Sophie Scholl, aber jeder kann Zivilcourage im eigenen Umfeld üben. Dieses Impulsheft kann eine Anregung für dich sein, selbst zu handeln. Lass dich bewegen. 5
Leistung
Zeitlose Erkenntnisse
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Ergieße dich wie ein überreicher Quell und ströme geheimnisvolle Lehre aus. —Hildegard von Bingen, Scivias Hildegard lebte von 1098 bis 1179. Sie stammte aus einer adeligen Familie. Mit 15 Jahren wurde sie Benediktinerin und verlebte die erste Hälfte ihres Lebens in einem Frauenkloster auf dem Disibodenberg an der Nahe. Sie war ein äußerst sensibles, krankheitsanfälliges Mädchen, das schon als Kind an sich eine visionäre Gabe bemerkte. Zum Beispiel sah sie, welche Farbe das Kalb in einer schwangeren Kuh hatte. Sie wurde deswegen verspottet. So behielt sie für sich, was sie sah. Im Jahr 1141 sah sie in einer Vision ein überhelles göttliches Licht. Eine Stimme forderte sie auf, niederzuschreiben, was sie sah und hörte. In ihrer Vision glaubte sie, den innersten Sinn der Heiligen Schriften zu verstehen, und sah sich in eine Reihe gestellt mit den Sehern der alten Zeiten. 6
Hildegard empfängt eine Inspiration
Großes literarisches Werk Hildegard weigerte sich erst, ihre Visionen aufzuschreiben, weil sie verlacht wurde. Doch sie erkrankte schwer. Gesund wurde sie erst wieder, als sie zu schreiben begann. Den Rest ihres Lebens zeichnete sie ihre Visionen auf. So entstanden: Scivias – Wisse die Wege – eine Welt- und Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Ende der Zeit; medizinische Bücher über die Heilkraft der Natur (Physica) und Ursachen und Behandlung von Krankheiten (Causae et curae); das Buch der Lebensverdienste sowie ihre «Kosmosschrift«, das Buch der göttlichen Werke (Liber Divinorum Operum). Sie verfasste auch Musik, ein Singspiel und viele kleinere Traktakte.
Überzeitliche Erkenntnisse Heutige Untersuchungen bestätigen, dass die von ihr beschriebenen Zusammenhänge und Erkenntnisse weit über das Wissen und die Lehren im Mittelalter hinausreichen. 7
Erfolgsrezept
Gottvertrauen und Beharrlichkeit
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Ich bin ja ein Mensch, der durch keinerlei Schulwissen über äußere Dinge unterwiesen wurde, sondern nur innen in meiner Seele. —Hildegard in einem Brief an Bernhard von Clairvaux Zu Beginn ihres Lebens deutete nichts darauf hin, dass Hildegard einmal weithin bekannt und von mächtigen Männern um Rat gefragt werden sollte. Und schon gar nicht, dass sie im 21. Jahrhundert weltweite Berühmtheit erlangen würde. Als einfache Nonne, eingeschlossen in einer Klause, und später als Meisterin der Gemeinschaft quälte sie sich mit Visionen, die sie nicht wollte und nicht einordnen konnte. Sie wusste nur, dass sie Hilfe brauchte. Die Wucht der Visionen war so gewaltig, dass sie sie bekannt machen musste, und zwar der ganzen Welt. Klug wählte sie als Adressaten für ihren ersten bekannten Brief den einflussreichsten Theologen ihrer Zeit: Bernhard von Clairvaux. 12
Hildegard, die eine Vision erhält
Abt Bernhard von Clairvaux – Ratgeber des Papstes und Begründer vieler Zisterzienserklöster – hatte das Format, Hildegard ernst zu nehmen und Rat zu geben. Zudem verfügte er über den Einfluss, ihre Sache zu unterstützen. Hildegard war nicht nur klug, sondern auch ehrlich und gab ihre fehlende Schulbildung zu. Ein risikoreiches Unterfangen. Doch ihre Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Abt Bernhard bestärkte und ermunterte sie, ihre Visionen aufzuschreiben.
Langer Atem Es folgten lange Jahre mühsamer, verborgener Arbeit an ihrem großen Visionswerk Scivias. Oft war sie völlig entkräftet. Außer von Propst Volmar und Schwester Richardis war sie von Feindseligkeit umgeben. Sie wusste nicht, was aus ihrem Werk werden würde. Doch sah sie sich innerlich gedrängt, die gewaltigen Geheimnisse aufzuschreiben, die sie sah und hörte. 13
Was mir wichtig wurde
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Franz von Assisi
Einer, der aus Liebe rebellierte Assisi steht für tiefe, lebendige Spiritualität. Ideal für alle, die ihren Glauben ganzheitlich und überzeugend leben möchten. Impulsheft Nr. 59 . ........................................ 32 Seiten
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Eine, die hingebungsvoll liebte Aufopfernd kümmerte sie sich um die Ärmsten der Armen. Ohne Unterschied. Ideal für alle, die Liebe zu Taten werden lassen wollen. Impulsheft Nr. 69 . ........................................ 32 Seiten
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Hildegard von Bingen Du hast in dir den Himmel und die Erde. —Hildegard von Bingen
Als »ungebildete Frau« im Mittelalter verfasste Hildegard von Bingen ein großes literarisches Werk. Ihr Wissen um die Naturkräfte und ihre Wirkungen auf den Menschen ist erstaunlich und wird zunehmend von wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Verankert im christlichen Glauben bietet Hildegards Weisheit Menschen auch heute noch Orientierung. Lass dich von Hildegard von Bingens Weitsicht und Weisheit inspirieren.
Lass dich inspirieren