1. Ein Gott. Ein Weg.
Was beinhaltet der christliche Glaube? Bevor wir uns mit den Grundlagen und der Praxis des christlichen Glaubens nĂ€her befassen, sollten wir uns zunĂ€chst einen Ăberblick verschaffen. Sie können ein groĂes GemĂ€lde aus der NĂ€he betrachten und im Detail analysieren. Es ist jedoch auch gut, einen Schritt zurĂŒckzutreten und sich einen Gesamteindruck zu verschaffen.
Juden, Christen und Muslime glauben, dass die Geschichte sich wie eine gerade Linie darstellt, mit einem Anfang und einem Ende â im Gegensatz zu Hindus und AnhĂ€ngern fernöstlicher Religionen (die glauben, dass die Geschichte zyklisch verlĂ€uft und ein sich immer wiederholender Kreislauf ist).
Wo kann der christliche Glaube zeitlich eingeordnet werden? Viele Menschen meinen fÀlschlicherweise, die Christen hÀtten Jesus (Isa Al Masih) aus dem geschichtlichen Zusammenhang herausgelöst und seien Nachfolger einer Person geworden, die vor 2000 Jahren gelebt und keinen Bezug zur Geschichte hat, die ohne Vorgeschichte und ohne Auswirkungen auf die Zukunft ist! Das ist jedoch nicht richtig. Alles passt zueinander, und Gottes Plan und Absicht stellen eine Einheit dar.
Christen glauben, dass Gott den Menschen erschuf, um eine Beziehung zu ihm zu haben. So war es auch unmittelbar nach der Erschaffung von
Adam und Eva: Mann und Frau wurden nicht als Roboter geschaffen, sondern ihnen wurde ein freier Wille gegeben. Sie wurden von Satan betrogen und missachteten Gottes Befehl. Die Beziehung zu Gott wurde dadurch zerstört. Der geistliche und der physische Tod kamen in die Welt und fĂŒhrten zur Trennung von Gott und schlieĂlich zum ewigen Tod. Die Situation verschlechterte sich in solch einem AusmaĂ, dass Gott durch die Sintflut alles Leben zerstörte und mit Noah und seiner Familie einen Neuanfang machte. Die SĂŒnde regierte nach wie vor, wie man an der Begebenheit des Turmbaus zu Babel sehen kann (1. Buch Mose, Kapitel 11). Angesichts dieser weltweiten, bedeutenden Ereignisse âder Fall der Menschheit in die SĂŒnde, die Sintflut und die Zerstreuung der Menschen ĂŒber die ganze Erde nach dem Turmbau zu Babel (1. Buch Mose, Kapitel 3â11) â setzte Gott seinen Plan zur Wiederherstellung in Kraft, um allen Menschen Segen und Rettung zu bringen.
Abraham und Gottes Volk
Abraham wurde von Gott auserwĂ€hlt (1. Buch Mose, Kapitel 12). Seine Familie, die spĂ€ter zum Volk Israel heranwuchs, hatte Gott fĂŒr die Rettung der ganzen Welt vorgesehen. Gott schloss mit seinem Volk Israel einen besonderen Bund und fĂŒhrte durch Mose (Musa) und Josua (Yuscha) das Volk aus der
Gefangenschaft Ăgyptens heraus durch die WĂŒste in das VerheiĂene Land.
Diese Geschehnisse sind in der Bibel (Kitab almoqaddas) schriftlich festgehalten. In dem als âAltes Testamentâ1 bekannten Teil finden wir deutliche Hinweise darauf, dass es nur einen Gott und nur einen Weg gibt, der zu ihm fĂŒhrt. Am Beispiel der Geschichte des Volkes Israel werden folgende GrundsĂ€tze deutlich:
1. Die Menschen sind böse und deshalb von Gott getrennt. Sie sind verurteilt und verdienen es, fĂŒr ihre schlimmen Taten (= âSĂŒndenâ) bestraft zu werden.
2. Die Menschen können nichts tun, auch keine guten Werke, um sich ihre Annahme durch Gott zu verdienen.
3. Gott jedoch hat in seiner Liebe ein Opfer bereitgestellt. Ein makelloses Opferlamm stirbt anstelle des sĂŒndigen Menschen. Das fĂŒhrt zur Vergebung.
4. Gott gab seinem Volk durch Mose das Gesetz. Es diente als Richtlinie, wie man als Volk Gottes leben soll.
Gott setzte Priester ein, die das Volk vor Gott vertraten und zunĂ€chst Opfer auf dem Altar der StiftshĂŒttea darbrachten und spĂ€ter im Tempel, den
a Ein provisorisches GebĂ€ude â eine Art Zelt â, das in der WĂŒste aufgebaut wurde.
Salomo errichten lieĂ. Gott setzte auch Propheten ein, die ihn vor dem Volk vertraten und seine Worte weitergaben. Nach groĂen AnfĂŒhrern wie Mose und Josua wurden andere AnfĂŒhrer â bekannt als Richter â und spĂ€ter Könige eingesetzt, um das Volk Gottes zu leiten.
Dennoch gab es den Wunsch nach etwas Besserem. Das Volk und auch einige seiner AnfĂŒhrer versagten immer wieder. Es musste sich dringend etwas Ă€ndern. Aus diesem Grund wird im Alten Testament vielfach auf eine kommende Person verwiesen, den âMessiasâ (Al Masih, der âGesalbteâ oder der âChristusâ). Mose sprach von einem besonderen Propheten, der kommen sollte; man erwartete einen vollkommenen Hohen Priester, der ewig leben, und einen vollkommenen König, der ewig regieren wĂŒrde. Damit wĂŒrde Gottes Versprechen in ErfĂŒllung gehen, nachdem viele Könige bisher versagt hatten.
Zum alten Bund zwischen Gott und seinem Volk Israel gehörten viele Bedingungen und Vorschriften. Es mussten Tieropfer dargebracht werden, wozu ein besonderer Ort benötigt wurde. Angesichts des stĂ€ndigen Versagens und der hĂ€ufigen Fehler des Volkes bestand die Notwendigkeit, dieses Volk im Herzen grundsĂ€tzlich zu verĂ€ndern. Deshalb wird im Alten Testament ein kommender, neuer Bund erwĂ€hnt. Er sollte neben anderen Segnungen ein vollkommenes SĂŒndenopfer beinhalten, einen neuen Tempel/Versammlungsort und das AusgieĂen von
Gottes Geist auf alle GlĂ€ubigen, einhergehend mit der VerĂ€nderung des menschlichen Herzens. Aus diesem Grund wird die Bibel in zwei Teile unterteilt: das Alte Testament (Ahd al-Qadim) und das Neue Testament (Ahd al-Jadid), da das Wort âTestamentâ âBundâ bedeutet.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Menschen im Alten Testament sich nach
⹠einem vollkommenen Propheten, Hohen Priester und König,
âą einem vollkommenen SĂŒndenopfer,
âą einem neuen Bund,
âą einem neuen Tempel und
⹠einer inneren VerÀnderung aller GlÀubigen durch den Geist Gottes sehnten.
Das Kommen des Messias
Zwischen den letzten Schriften des Alten Testamentes und der Geburt Christi liegt ein Zeitraum von etwa 400 Jahren. Gott schwieg in dieser Zeit, hatte jedoch bereits einen Plan. Der Apostel Paulus sagt: âAls dann aber die richtige Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohnâ (Galater, 4,42).
Als ich vor vielen Jahren in Teheran studierte, wies mein Professor fĂŒr âGeschichte der Menschheitâ mich darauf hin, dass der Retter der Welt von einem politischen, kulturellen und sozialen Standpunkt
aus gesehen genau im richtigen Moment gekommen sei. Es sei der beste Zeitpunkt in der Geschichte gewesen, die Verbreitung der Botschaft von Christus sicherzustellen.
Prophet
Warum kam Christus? Reihte er sich lediglich in die Schar von Propheten ein, die bereits vor ihm aufgetreten waren und Gottes Botschaft zu den Menschen gebracht hatten? In gewisser Hinsicht ist er ein Prophet und entspricht exakt der Prophezeiung von Mose in Bezug auf den âProphetenâ, der kommen sollte. TatsĂ€chlich erkannten dies die Menschen, die zur Zeit Jesu lebten, und bekannten: âDieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen sollâ (Johannes 6,14 und 7,40). SpĂ€ter bestĂ€tigt dies der Apostel Petrus, als er in Jerusalem predigt (Apostelgeschichte 3,22). Bei zumindest zwei Gelegenheiten bezieht auch Jesus diesen Titel auf sich selbst (Markus 6,4 und Lukas 13,33).
In welchem Sinn aber ist Jesus ein Prophet?
Christen glauben, dass seine Geburt nicht den Beginn seiner Existenz darstellt, obwohl er von der Jungfrau Maria geboren wurde. Um es mit einfachen Worten zu sagen: Christus war schon immer da. Er ist das Wort Gottes (Kalamatollah). Im Injil steht geschrieben: âIm Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, ja, das Wort war Gott. Von Anfang an war es
bei Gott. ... Er, das Wort, wurde Mensch und wohnte unter uns ...â (Johannes 1,1-2 + 14).
Was Jesus einzigartig macht, ist nicht die Tatsache, dass er wie andere Propheten die Zukunft prophezeite oder Botschaften von Gott ĂŒberbrachte, sondern, dass Gott durch sein gesamtes Leben und seine Persönlichkeit zu uns spricht. Jesus ist das âBild des unsichtbaren Gottesâ (Kolosser 1,15). Derselbe Gott, der in der Vergangenheit durch die Propheten sprach, spricht in diesen letzten Tagen zu uns durch die Person des Christus (HebrĂ€er 1,1-2). Durch sein Leben, sein Lehren, seine Wunder und sein Auftreten auf der Erde zeigt Christus uns, wie Gott ist und dass es einen Gott gibt, der uns liebt und sich um uns sorgt. Christus handelt wie Gott selbst. Deshalb ist er die absolute und vollkommene Offenbarung des lebendigen Gottes.
Hoher Priester und Opfer
Jesus kam nicht nur als Prophet auf die Erde. Der Hauptgrund fĂŒr sein Kommen liegt woanders. Die Geschichten und die Gebote des Alten Testaments zeigen deutlich, dass die SĂŒnde uns von Gott getrennt hat und das wichtigste BedĂŒrfnis des Menschen in der Vergebung seiner SĂŒnden besteht. Daher vertritt Christus fĂŒr uns nicht nur Gott, sondern wie die Hohen Priester des Alten Testaments als wahrhaftiger Mensch auch uns. Es
ist jedoch erstaunlich, dass er uns nicht nur durch sein Leben vertritt, sondern auch durch seine Bereitschaft, sowohl Priester als auch Opfer zu werden. Er stirbt an unserer Stelle und wird dadurch zum vollkommenen Opfer fĂŒr unsere SĂŒnden. Jesus selbst sagte, dass er nicht gekommen sei, âum bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld fĂŒr vieleâ (Markus 10,45).
Deshalb lautet die Botschaft des christlichen Glaubens, dass Christus uns durch sein Leben und seinen Tod Gott offenbarte und uns mit ihm versöhnte. Seine Auferstehung bestÀtigt dies, denn durch den auferstandenen, lebendigen Christus haben wir Zugang zu Gott.
Aus diesem Grund hat das Wort âRetterâ fĂŒr Christen eine besondere Bedeutung. WĂ€hrend einer Diskussion, an der ich teilnahm â eine dieser Diskussionen, nach denen ich mit dem muslimischen GesprĂ€chspartner eine Tasse Kaffee trank â, erklĂ€rte mein GegenĂŒber, dass das Problem des Menschen in seiner Unwissenheit liege und er deshalb auf die Propheten angewiesen sei, um Gottes Willen in Erfahrung zu bringen. Ich stimmte ihm in diesem Punkt zu, ergĂ€nzte jedoch, dass unser Problem nicht nur auf unserer Unwissenheit, sondern auch auf unserer UnfĂ€higkeit beruhe.
Das Alte Testament beinhaltet viele Gesetze und Gebote. Aufgrund der Auswirkungen der SĂŒnde und der SchwĂ€che von uns Menschen fehlt es uns an Kraft, uns selbst zu verĂ€ndern und Gottes Gesetz
zu gehorchen. Es ergibt keinen Sinn, einem Ertrinkenden, der nicht schwimmen kann, zu zeigen, wie man schwimmt. Er braucht zuallererst einen Lebensretter â jemanden, der ins Wasser springt und ihn rettet. Aus diesem Grund benötigen wir an erster Stelle nicht irgendwelche Lehren â das kommt spĂ€ter â, sondern Rettung. Wenn wir uns mit den Aufzeichnungen der Evangelien zur Zeit von Jesu Geburt nĂ€her befassen, stellen wir fest, dass die Botschaften, die die Engel den Hirten und Marias zukĂŒnftigem Mann Josef ĂŒberbrachten, von einem Retter sprachen, der geboren werden sollte: dem âRetter der Weltâ (Johannes 4,42). Johannes der TĂ€ufer, ein Zeitgenosse Jesu und ein groĂer Prophet, sagte von Jesus: âSeht, das ist das Opferlamm Gottes, das die SĂŒnde der Welt auf sich nimmtâ (Johannes 1,29).
WĂ€re Christus nur ein Prophet gewesen und nur gekommen, um zu lehren, könnte man ihn einfach den anderen Propheten gleichstellen. Gott hat durch Christus nicht nur geredet, sondern eine grundlegende VerĂ€nderung herbeigefĂŒhrt: âEr [Jesus] kam aber nur einmal in die Welt, jetzt, am Ende der Zeiten, um durch seinen Opfertod die SĂŒnde zu beseitigenâ (HebrĂ€er 9,26).
König
Das Thema der SĂŒndenvergebung muss im Zusammenhang mit der Tatsache gesehen werden,
dass Jesus der Sohn Davids (Dawud) und die ErfĂŒllung der Prophezeiung eines zukĂŒnftigen Königs ist, der fĂŒr immer regieren wird. Aus diesem Grund bestĂ€tigte der Engel, der Maria erschien und ihr die Geburt von Jesus ankĂŒndigte, dass ihm der Thron seines Vaters David gegeben und sein Königtum nie zu Ende sein wĂŒrde (Lukas 1,32-33).
Zur Zeit Jesu wurden die Juden durch die Römer unterdrĂŒckt. Sie hofften sehr, dass der Messias sie aus ihrer BedrĂ€ngnis befreien und ein neues, unabhĂ€ngiges politisches Reich errichten wĂŒrde.
Einige Nachfolger Jesu dachten Ă€hnlich und waren sehr desillusioniert, als Jesus stattdessen verhaftet und getötet wurde. Ihre Hoffnung wurde mit einem Schlag zunichtegemacht. Dieses GefĂŒhl der Verzweiflung kommt deutlich in einer Begebenheit zum Ausdruck, die am Ende des Lukasevangeliums aufgezeichnet wurde.
An dem Tag, an dem Jesus Christus von den Toten auferstand, waren zwei seiner JĂŒnger auf dem Weg von Jerusalem nach Hause in ihr Dorf Emmaus. Jesus nĂ€herte sich ihnen, aber Lukas schreibt: âAber sie waren wie mit Blindheit geschlagen und erkannten ihn nichtâ (Lukas 24,16). Auf die Frage, warum sie traurig seien, antwortete einer von ihnen: âWir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solleâ (Lukas 24,21). Jesus entgegnete: âIhr UnverstĂ€ndigen und im Herzen zu trĂ€ge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen?
Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklĂ€rte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betrafâ (Lukas 24,25-27).
SpĂ€ter wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn. Jesus erschien anschlieĂend seinen JĂŒngern und erklĂ€rte ihnen, weshalb er hatte sterben mĂŒssen: âââNun ist in ErfĂŒllung gegangen, was ich euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles, was im Gesetz des Mose, in den Propheten und Psalmen ĂŒber mich geschrieben steht, musste sich erfĂŒllen.â Dann öffnete er ihnen die Augen fĂŒr die Schrift und half ihnen, sie zu verstehen. âSo steht es geschriebenâ, erklĂ€rte er ihnen, âund so musste der Messias leiden und sterben und am dritten Tag danach von den Toten auferstehen. Und in seinem Namen wird man allen Völkern predigen, dass sie zu Gott umkehren sollen, um Vergebung der SĂŒnden zu erhalten. Das beginnt in Jerusalem.âââ (Lukas 24,44-47).
Der lebendige Christus ist fĂŒr alle Menschen zu jeder Zeit gekommen. Er stillt das wichtigste BedĂŒrfnis des menschlichen Herzens, nĂ€mlich die Vergebung der SĂŒnden.
Wenn die Menschen zu jener Zeit bloĂ erkannt hĂ€tten, dass â entgegen ihrem Denken â Jesus sich tatsĂ€chlich der UnterdrĂŒckten annahm â aber nicht der politisch, sozial oder wirtschaftlich UnterdrĂŒckten! Politische und religiöse Systeme kommen und gehen, aber auch das beste System der Welt kann nur das ĂuĂere verĂ€ndern. Sie sind nicht radikal genug. Die Ursache fĂŒr jede UnterdrĂŒckung
liegt in der SĂŒnde im menschlichen Herzen. Wer aber kann die Menschen verĂ€ndern? Wir benötigen zuallererst die Vergebung unserer SĂŒnden, unsere Beziehung zu Gott muss wiederhergestellt werden, und wir mĂŒssen eine innere Verwandlung durch Gottes Geist erleben.
Christus ist König, sein Königreich jedoch ist anders als weltliche Königreiche. Das wird in einem der bekannten Wunder des Neuen Testaments veranschaulicht (Johannes, Kapitel 6). Jesus stellte fĂŒr mindestens 5000 Menschen Essen bereit, obwohl er nur fĂŒnf Brote und zwei Fische zur VerfĂŒgung hatte. Als die Menschen ihn mit Gewalt zum König ernennen wollten, zog er sich auf einen in der NĂ€he gelegenen Berg zurĂŒck.
Als er spĂ€ter von Pilatus, dem römischen Gouverneur, zu seinem Königreich befragt wurde, antwortete er: âMein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wĂ€re, so hĂ€tten meine Diener gekĂ€mpft, damit ich den Juden nicht ĂŒberliefert wĂŒrde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hierâ (Johannes 18,36). Das Königreich Christi ist ein geistliches Königreich. Wir dĂŒrfen in dieses Königreich durch seinen Heiligen Geist eingehen, sodass unsere Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden kann. Wenn Christus in unseren Herzen regiert, kann Gott an uns seinen Plan vollenden.
Jesus Christus sprach davon, seinen Heiligen Geist nach seiner Himmelfahrt zu schicken. Nach seiner Auferstehung verbrachte er 40 Tage mit
seinen JĂŒngern und fuhr anschlieĂend zum Himmel auf. Zehn Tage spĂ€ter wurde der Heilige Geist auf seine JĂŒnger ausgegossen. Jesus Christus war nun in ihrem Leben gegenwĂ€rtig und mĂ€chtig. So begannen sie mit ihrer Aufgabe, die gute Nachricht in der ganzen Welt zu verbreiten.
Der Tod Christi und seine Auferstehung von den Toten setzten den neuen Bund in Kraft. Gott begann, an den Herzen der Menschen zu arbeiten. Der ursprĂŒngliche Heilssegen, den Gott gegenĂŒber Abraham vor vielen Jahren ausgesprochen hatte, war nun allen Menschen zugĂ€nglich. Das Opfer Christi machte alle Tieropfer ĂŒberflĂŒssig. Man brauchte auch kein besonderes GebĂ€ude mehr, um Gott anzubeten, oder besondere Zeremonien. Alle Menschen, die die Botschaft hörten und ihr glaubten, wurden zu einer neuen Gemeinschaft zusammengefĂŒgt.
AbschlieĂend zu diesem Kapitel möchte ich zwei Dinge festhalten:
Erstens: Der christliche Glaube basiert nicht nur auf den Lehren Christi, sondern grĂŒndet sich auf bestimmte geschichtliche Ereignisse:
âą das Kommen von Jesus Christus in Zeit und Raum als Mensch,
âą Jesu Tod, der ein vollkommenes Opfer fĂŒr die SĂŒnden darstellt,
âą seine Auferstehung drei Tage danach,
⹠seine Himmelfahrt 40 Tage spÀter und
⹠das Kommen des Geistes Jesu, d. h. des Heiligen Geistes auf alle GlÀubigen an Pfingsten zehn Tage spÀter.
Die Verkettung dieser Ereignisse machen das Wesen der christlichen Botschaft aus.
Zweitens: Wir kehren zur Ăberschrift dieses Kapitels zurĂŒck: Ein Gott, ein Weg. Gott hat durch die Geschichte hindurch gewirkt und anhand der Nachkommen Abrahams gezeigt â so wie es bereits im Alten Testament festgehalten wurde â , dass es nur einen Weg zu ihm gibt. Alle vorangegangenen Offenbarungen dienten als Vorbereitung auf das Kommen Christi, des Retters der Welt, der die Trennung von Gott durch die SĂŒnde fĂŒr immer und fĂŒr alle Menschen durch ein vollkommenes Opfer wegnehmen sollte.