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ALEXANDER STRAUCH

BIBLISCHE ÄLTESTENSCHAFT

Handbuch für schriftgemäße Gemeindeleitung

– Studienführer –

Alexander Strauch Biblische Ältestenschaft Handbuch für schriftgemäße Gemeindeleitung Studienführer

Best.-Nr. 275029

ISBN 978-3-86353-029-1

Titel des amerikanischen Originals: Study Guide

Biblical Eldership

Restoring the Eldership to its Rightful Place in the Local Church © 2024 by Alexander Strauch. All rights reserved. Published by Lewis and Roth Publishers Colorado Springs, Colorado 80909

Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen.

Außerdem wurden verwendet: EU – Einheitsübersetzung (Ausgabe 2016), LUT – Lutherbibel (Ausgabe 2017), MENG – Menge Bibel (Ausgabe 2020), NeÜ – Neue evangelistische Übersetzung, NGÜ – Neue Genfer Übersetzung, NLB – Neues Leben. Die Bibel, SLT – Schlachter Bibel (Ausgabe 2000), ZB – Zürcher Bibel.

3. Auflage

© 1999–2025 Christliche Verlagsgesellschaft mbH Am Güterbahnhof 26 | 35683 Dillenburg info@cv-dillenburg.de

Übersetzung: Svenja Troeps Satz und Umschlaggestaltung: Christliche Verlagsgesellschaft mbH Umschlagmotiv: © IStock.com/UfimtsevaV

Druck: FINIDR, s.r.o.

Printed in Czech Republic

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gern kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

3.

8.

9.

10.

13.

14. Dem eigenen Haus gut vorstehen, … ein gutes

15. Erprobung der Kandidaten – Handauflegung

16.

17.

18. Die Unschuldigen schützen; die Schuldigen zurechtweisen ................... 122

19. Aufruf zum mutigen Gehorsam und Hilfe zur Ernennung qualifizierter Ältester

20. Älteste einsetzen, wie ich dir geboten hatte

21. Untadelig als Ehemann und Vater

22. Die biblischen Qualifikationen für Gottes Hausverwalter ....................

23. Mit der gesunden Lehre ermahnen und Widersprechende überführen

24. Petrus ermahnt und ermutigt die Ältesten .................................

25. Ist jemand krank? Er rufe die Gemeindeältesten ............................

26. Die Ältesten ganz besonders achten .......................................

27. Sie wachen über eure Seelen .............................................

28. Die Beziehung zwischen den Ältesten und der Gemeinde verstehen ...........

29. Wie die Hirten-Ältestenschaft funktionieren kann ..........................

Warum wir Älteste

ausbilden müssen

Nach einem Abendvortrag in einer Gemeinde fragte mich ein Mann, ob er mir von seinen Erfahrungen berichten dürfe. Er hoffte, ich würde sie mit anderen Gemeinden teilen.

Kurz nach Abschluss seiner theologischen Ausbildung wurde dieser Bruder von einer nahe gelegenen Gemeinde gefragt, ob er als Interimspastor einspringen könne, bis man jemanden gefunden habe, der diese Position dauerhaft übernehmen würde. Danach verbrachte er mehrere Jahre damit, in verschiedenen Gemeinden übergangsweise als Pastor zu dienen, bis diese jeweils jemanden für eine Festanstellung gefunden hatten. Doch in all den Jahren als Interimspastor arbeitete er für keine einzige Gemeinde, die gezielt Männer aus den eigenen Reihen für eine langfristig angelegte Gemeindeleitung ausgebildet hätte. Er sah keine konkreten Bemühungen, die den Männern beigebracht hätten, die Heilige Schrift selbst zu studieren, damit sie die biblische Lehre kennen und verstehen können. So wurden die Männer in den Gemeinden nicht darauf vorbereitet, andere zu lehren oder sich an der pastoralen Leitung zu beteiligen. Keine dieser Gemeinden wurden von einer echten neutestamentlichen Ältestenschaft geleitet.

Jedes Mal, wenn der Pastor einer dieser Gemeinden wegging, entstand sofort eine große Lücke, weil niemand sonst aus der Gemeinde bereit war, den Lehr- und Hirtendienst weiterzuführen. Die Männer dieser Gemeinden waren völlig von einem hauptamtlichen Pastor abhängig. Sie fühlten sich unfähig und mit der Situation überfordert. Der einzige Ausweg bestand ihrer Meinung nach deshalb darin, einen neuen Pastor zu finden. (Fairnesshalber muss man sagen, dass diesen Gemeinden das Modell der biblischen Ältestenschaft vollkommen unbekannt war und sie sich somit kaum vorstellen konnten, wie eine pastorale Leitung durch mehrere biblisch qualifizierte Älteste aussehen könnte.)

Mein Freund hat während seiner Jahre als Interimspastor diese Situation immer wieder erlebt. Seine Erfahrung veranschaulicht das weitverbreitete Versagen der Gemeinden, ihre qualifiziertesten Männer gezielt auf das pastorale Ältestenamt vorzubereiten.

Freunde von mir, die in einer anderen Gemeinde Älteste sind, sprachen darüber, wie notwendig es sei, mehr Männer für das Ältestenamt zu schulen. Als sie nach geeignetem Material für die Ausbildung potenzieller Ältester suchten, fiel einem der Männer ein: „Uns hat nie jemand ausgebildet!“ Leider könnte diese Aussage von zu vielen Ältesten und Diakonen bestätigt werden.

Ein führendes Nachrichtenmagazin berichtete über die erstaunliche Leistungsfähigkeit amerikanischer Familienunternehmen und schätzte, dass „fast 50 Prozent des nationalen Bruttosozialprodukts“ von Familienbetrieben erwirtschaftet werden. Nachdem viele positive Aspekte dieser Betriebe aufgezählt wurden, konstatierte man in dem Artikel jedoch, dass die größte Schwäche darin bestehe, dass es nicht gelänge, die nächste Generation von Führungskräften auszubilden: „Insgesamt überlebt nur ein Drittel der Familienunternehmen den Übergang zur zweiten Generation, weil die Gründer oft zu beschäftigt sind, um vorauszuplanen, oder weil sie ihren Nachkommen zu wenig Vertrauen entgegenbringen.“

Die Ortsgemeinde ist vergleichbar mit einer großen Familie, die sich um die Abläufe in Gottes „Unternehmen“ kümmert. Wie zahlreiche Familienbetriebe versäumen es auch die Ortsgemeinden, die nächste Generation von Leitern auszubilden. Die Verantwortlichen sind häufig zu sehr mit der Gemeindearbeit beschäftigt oder haben keine Vision für die Schulung künftiger Leiter. Sie haben sowohl deren Notwendigkeit als auch ihre Verantwortung ernsthaft unterschätzt. Wie Frühlingsblumen nur dann erblühen, wenn sie zuvor gepflanzt wurden, so werden auch Leiter nicht automatisch ein Segen für ihre Gemeinde sein, sondern müssen herangezogen werden.

Die fehlende Ausbildung von Ältesten und Diakonen ist ein äußerst schwerwiegendes Problem. Genau die Männer, die später einmal die Gemeinden leiten und beaufsichtigen sollen, werden nicht ausgebildet. Wir glauben fälschlicherweise, dass unsere amtierenden Ältesten und Diakone etwas von geistlicher Aufsicht und Fürsorge verstehen. Doch in Wirklichkeit sind unsere Gemeinden voll von Ältesten und Diakonen, die bekennen, dass sie unvorbereitet sind und für ihre Arbeit nie ausgebildet wurden.

Kenneth O. Gangel, ein bibeltreuer Experte für Gemeindeleitung und deren Ausbildung, trifft mit seinem Hinweis genau ins Schwarze: „Der Schlüssel zur Weitergabe der Führungsverantwortung an andere ist der, dass man diesen Vorgang klar plant. Gemeindeleiter“, ermahnt Gangel, „müssen Leiter hervorbringen, die wiederum Leiter hervorbringen, genau wie es in der Familie geschieht – nämlich durch Erfahrung, Belehrung und Vorbild.“

Für einen Christen, der mit den Lehren der Bibel vertraut ist, sollte das Konzept der Ausbildung von Männern für künftige Führungsaufgaben und den Dienst in der Gemeinde nichts Neues sein. Unser Herr und Erlöser Jesus Christus verbrachte einen großen Teil seines öffentlichen Wirkens damit, andere auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.

Geduldig investierte er seine Lebenszeit in zwölf Männer, um sie zu künftigen Gemeindeleitern auszubilden. Er war ein meisterhafter Lehrer und Mentor. Der schottische Bibelprofessor und Schriftsteller A. B. Bruce schreibt in seinem Standardwerk The Training of the Twelve:

„Folgt mir nach!“, forderte Jesus die Fischer von Betsaida auf, „und ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Diese Worte zeigen, dass der große Gründer des Glaubens nicht einfach Jünger hinter sich sammeln, sondern Männer um sich haben wollte, die er ausbilden konnte, um andere zu Jüngern zu machen. … Sowohl aus seinen Worten als auch aus seinen Taten können wir erkennen, dass er diesem Teil seines Werkes, der in der Ausbildung der Zwölf bestand, höchste Bedeutung beimaß. Im hohepriesterlichen Gebet [Joh 17,6] z. B. spricht er von der Ausbildung, die er diesen Männern gegeben hatte, als wäre sie der Schwerpunkt seines eigenen irdischen Dienstes gewesen. Und das war sie in gewissem Sinn auch. Die sorgfältige, gewissenhafte Ausbildung der Jünger stellte sicher, dass der Einfluss des Lehrers auf diese Welt von Dauer sein würde; dass sein Reich auf dem Fundament tiefer und unzerstörbarer Überzeugungen in den Köpfen einiger weniger gegründet sein sollte und nicht auf dem Treibsand oberflächlicher, flüchtiger Eindrücke in den Köpfen von vielen.

Wie sein Herr, so investierte auch Paulus viel Zeit und Mühe in seine Jünger. Er kümmerte sich um Leute wie Timotheus und erwartete von ihnen, dass sie wiederum andere ausbildeten: „Und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“ (2Tim 2,2). Paulus erwartete von Timotheus, dass dieser bei seiner Abreise aus Ephesus ausgebildete und treue Männer zurücklassen würde, die die Ausbildung künftiger Lehrer und Leiter fortsetzen würden.

Die Ältesten der Ortsgemeinde sollen treue Männer sein, die gewillt sind, andere treue Männer auszubilden. Die Ältesten müssen verstehen, dass es den leitenden Hirten obliegt, dafür zu sorgen, dass die Herde auch auf Dauer von guten Führungskräften betreut wird. Als geistliche Aufseher der Gemeinde haben die Ältesten eine besondere Verpflichtung, diejenigen zu erkennen, zu fördern und aufzubauen, in denen der Heilige Geist den Wunsch geweckt hat, Gottes Volk zu hüten.

Die Tatsache, dass der Heilige Geist in einigen Menschen den Wunsch sät, als Hirte zu dienen, entbindet die Ältesten nicht von ihrer Verantwortung, unter Gebet nach potenziellen Hirtenältesten zu suchen und solche Männer anzusprechen, zu erkennen, zu betreuen und einzusetzen. Der Heilige Geist gebraucht Menschen, um anderen Menschen bei der Entdeckung und Entwicklung ihrer Gaben zu helfen. Er verlangt auch, dass die Ältesten die Gemeinde vor solchen Menschen schützen, die sich aufdrängen wollen und sich über sich selbst täuschen, weil sie sich für begabt und vom Heiligen Geist berufen halten, obwohl sie das in Wirklichkeit nicht sind. Stattdessen schaden solche Menschen der Gemeinde. Deshalb müssen sich die Ältesten aktiv an dem Prozess der Auswahl, Überprüfung und Ausbildung angehender Ältester beteiligen. Ob sie es nun beabsichtigen oder nicht: Die Ältesten werden die Entwicklung neuer Ältester entweder fördern oder hemmen.

Darüber hinaus – und das ist wesentlich wichtiger – muss die aktuelle Ältestenschaft jetzt aktiv qualifizierte Männer ausbilden, anleiten und für sie beten, wenn sie auch in Zukunft lehrfähige und kompetente Hirtenälteste haben will, die ihrer Gemeinde dienen und deren besondere Merkmale bewahren sollen.

1

Der persönliche Wunsch, der mit der Motivation des Heiligen Geistes einhergeht, bewegt einen Bruder dazu,

• die Heilige Schrift zu studieren

• andere im Wort Gottes zu unterweisen

• sich aufopferungsvoll um die Gemeinde zu kümmern und ihr zu dienen

2

Die Ältesten beobachten bei einem Bruder

• geistliche Reife

• einen gottesfürchtigen Charakter

• Liebe für andere Kinder Gottes

• gefestigte Lehrauffassung

• geistliche Begabung

3

Die Ältesten sprechen (entweder offiziell oder inoffiziell) mit dem Bruder über seinen Wunsch, Ältester zu werden, und über seine zukünftigen Lebenspläne.

Oder:

Ein Bruder spricht mit den Ältesten über seinen Wunsch, Hirtenältester zu werden.

• Wenn es eine positive Resonanz von beiden Parteien gibt …

5 Die Ältesten überprüfen offiziell – gemeinsam mit der Gemeinde – den Ältestenkandidaten in folgenden Bereichen (vgl. 1Tim 3,10):

• Lehrauffassung

• Charakter

• Befähigung

Wenn die Fähigkeit des Kandidaten zum Ältestendienst bestätigt wird …

4

Die Ältesten kommen überein, den Bruder formell zu einer Mentor-Beziehung einzuladen, wobei sie sich an Gott wenden für die zukünftige Ausrichtung, den Zeitplan und alle weiteren Details.

• Nach einer positiven Mentoring-Erfahrung ...

6

Der Kandidat wird öffentlich als Ältester ernannt und eingesetzt.

Wie man den Studienführer benutzt

Dieser Studienführer wurde im Zuge der überarbeiteten Ausgabe von Biblische Ältestenschaft: Handbuch für schriftgemäße Gemeindeleitung (2025) ebenfalls aktualisiert. Das vorliegende Buch ist für ein Studium in der Gruppe gedacht, das von einem erfahrenen Ältesten geleitet wird. Für diesen Gruppenleiter ist ein Ergänzungsband erhältlich, um ihn zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Fragen im Einklang mit dem Buch beantwortet werden. Bitte nutzen Sie dieses wertvolle Hilfsmittel, um biblische Genauigkeit zu gewährleisten. Bei den meisten Fragen müssen sich die Teilnehmer aktiv mit den Texten der Heiligen Schrift auseinandersetzen. Das Lehrerhandbuch steht als kostenloser Download unter https://www.cv-dillenburg.de/fileadmin/user_upload/bilder/ buecher/Download/Biblische_Aeltestenschaft_Studienfuehrer_mit_Antworten.pdf zur Verfügung.

Der Studienführer kann auch von Einzelpersonen zur Vorbereitung auf eine künftige Tätigkeit als Ältester verwendet werden. Dies kann notwendig sein, wenn kein erfahrener Lehrer zur Verfügung steht.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Studienführer zu verwenden:

Stufe 1: Wer sich einen kurzen Überblick über das Thema der biblischen Ältestenschaft verschaffen möchte, kann die Studienfragen zur Einleitung und den ersten beiden Kapiteln mit einem Lesepensum von nur 56 Seiten beantworten. Dadurch gewinnt man einen einfachen Überblick über das Thema. Dies kann allein oder in einer Gruppe unter der Leitung eines sachkundigen Kursleiters geschehen.

Einleitung (S. 13–28)

Kapitel 1

Kapitel 2

Neue Leitungsprinzipien (S. 31–47)

Pastorale Leitung als Hirten (S. 48–68)

Stufe 2: Wer mehr über das biblische Ältestenamt und insbesondere über die Qualifikationen und die Aufgaben biblischer Ältester wissen möchte, kann die Fragen zur Einleitung und den Kapiteln 1 bis 5 mit einem Lesepensum von 115 Seiten lesen und beantworten. Das lässt sich leicht in sechs Wochen erledigen, wenn man eine Lektion pro Woche bearbeitet.

Einleitung (S. 13–28)

Kapitel 1 Neue Leitungsprinzipien (S. 31–47)

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Pastorale Leitung als Hirten (S. 48–68)

Gemeinsame Leitung (S. 69–98)

Qualifizierte Leitung (S. 99–111)

Leitung durch Männer (S. 112–127)

Stufe 3: Wer sich eingehender mit der biblischen Lehre über das Ältestenamt befassen möchte, kann die Studienfragen zur Einleitung und den Kapiteln 1–5 sowie 16, 17, 20, 23 und 24 lesen und beantworten. So arbeitet der Teilnehmer eine Auswahl von Schlüsselkapiteln des Buches durch. Bei diesem Level muss man 203 Seiten Lesestoff bewältigen, was für ein elfwöchiges Studium gut geeignet ist.

Einleitung (S. 13–28)

Kapitel 1 Neue Leitungsprinzipien (S. 31–47)

Kapitel 2 Pastorale Leitung als Hirten (S. 48–68)

Kapitel 3 Gemeinsame Leitung (S. 69–98)

Kapitel 4 Qualifizierte Leitung (S. 99–111)

Kapitel 5 Leitung durch Männer (S. 112–127)

Kapitel 16 Älteste, die gut vorstehen (S. 279–293)

Kapitel 17 Älteste, die in Wort und Lehre arbeiten (S. 294–310)

Kapitel 20 Älteste einsetzen, wie ich dir geboten hatte (S. 345–357)

Kapitel 23 Mit der gesunden Lehre ermahnen & Widersprechende überführen (S. 385–396)

Kapitel 24 Petrus ermahnt und ermutigt die Ältesten (S. 399–420)

Kapitel 30 Das Wichtigste in Kürze (S. 527–535)

Stufe 4: Ein Mann, der aktiv danach strebt, Teil der Gemeindeleitung zu werden, sollte den gesamten Studienführer durcharbeiten. Das bildet einen guten Ausgangspunkt für die Ausbildung eines Kandidaten, weil es eine hohe Verantwortung ist, Gottes kostbare Herde zu hüten, die Gemeinde vor Irrlehrern zu schützen und das neutestamentliche Christentum zu lehren und vorzuleben.

Weitere Erklärungen und Informationen zu den Inhalten des Buches Biblische Ältestenschaft und auch des Studienführers finden Sie in einem englischsprachigen Podcast-Gespräch mit Alexander Strauch und David Anderson zu allen Kapiteln des Hauptbuches. Für Menschen, die gern auditiv lernen, ist eine (ebenfalls englische) Audioversion von Biblische Ältestenschaft online erhältlich. Außerdem findet man unter www.biblicaleldership.com das Online-Schulungsprogramm „The School of the Shepherds“ und viele weitere hilfreiche Materialien.

Die Quellen für die Zitate in diesem Leitfaden finden Sie in der Gesamtausgabe von Biblische Ältestenschaft.

Die Listen der Qualifikationen

1. Timotheus 3,1-7

1. untadelig

2. Mann einer Frau

3. nüchtern

4. besonnen

5. anständig

6. gastfrei

7. lehrfähig

8. kein Trinker

9. kein Schläger

10. milde

11. nicht streitsüchtig

12. nicht geldliebend

13. steht dem eigenen Haus gut vor … hält Kinder in Unterordnung

14. nicht ein Neubekehrter

15. ein gutes Zeugnis von Außenstehenden

Titus 1,6-9

1. untadelig

2. Mann einer Frau

3. Kinder sind gläubig [oder treu, vgl. SLT]

4. nicht eigenmächtig

5. nicht jähzornig

6. nicht dem Wein ergeben

7. nicht ein Schläger

8. nicht schändlichem Gewinn nachgehend

9. gastfrei

10. das Gute liebend

11. besonnen

12. gerecht

13. heilig

14. enthaltsam

15. hält an dem der Lehre gemäßen zuverlässigen Wort fest

– ist fähig, mit der gesunden Lehre zu ermahnen

– ist fähig, Widersprechende zu überführen

1. Petrus 5,1-5

1. nicht aus Zwang

2. freiwillig

3. nicht aus schändlicher Gewinnsucht

4. bereitwillig

5. nicht herrschend

6. als Vorbild der Herde

Einführung

Wenn viele Christen den Begriff „Gemeinde-Ältester“ hören, denken sie an einen offiziell gewählten Vorstand, ehrenamtliche Verantwortungsträger oder einflussreiche Personen innerhalb der Ortsgemeinde. Sie denken an Älteste als Funktionsträger, Spendenbeschaffer, Entscheidungsbefugte oder Berater des Pastors. Ich nenne sie „Vorstandsälteste“. (S. 14)

Da die beiden bedeutendsten Apostel die Ältesten – und keine andere Person oder Gruppe – beauftragt haben, die Herde Gottes zu hüten, kann man daraus schließen, dass die Ältesten nach biblischen Maßstäben für die Aufsicht über die einzelne Herde verantwortlich sind, die Gott ihnen zugewiesen hat (vgl. 1Petr 5,3). (S. 20)

Bevor Sie diese Lektion bearbeiten, lesen Sie die Einführung in Biblische Ältestenschaft: Handbuch für schriftgemäße Gemeindeleitung.

F Zeit: ca. 20 Minuten

1. Am Anfang des Buches erzählt der Autor von seinem Besuch eines Musikkonzerts in einer anderen Gemeinde (S. 13). Was soll diese Geschichte verdeutlichen?

2. Was ist laut dem Autor das Ziel dieses Buches?

3. Erklären Sie kurz, was der Autor mit dieser Aussage meint: In den folgenden Kapiteln könnten Sie Lehren und Prinzipien entdecken, die Ihnen vielleicht nicht so vertraut sind und die Sie daher womöglich als radikal empfinden mögen. Vielleicht lernen Sie neue Begriffe kennen und vermissen gleichzeitig vertrautes Vokabular und gängige Traditionen Ihrer Denomination. Dies ist beabsichtigt, denn ich möchte, durch Gottes Gnade, die Worte und Lehren von Jesus, Paulus, Petrus, Jakobus und Lukas, wie sie im Neuen Testament aufgezeichnet sind, möglichst präzise beschreiben. (S. 15)

4. Warum, glauben Sie, halten manche Christen das Amt des Gemeindeältesten für „‚ein neues und subversives Konzept, das das Leben der Gemeinde bedroht’ oder gar für eine Irrlehre, die man tunlichst vermeiden sollte“? (S. 15)

5. Erklären Sie den Unterschied zwischen „Vorstandsältesten“ und pastoralen Ältesten. Nennen Sie ein Beispiel für jedes der beiden Konzepte. (S. 14)

Einführung

F Zeit: ca. 20 Minuten

6. Wie würden Sie jemandem mit wenigen Worten erklären, dass die pastorale Leitung durch mehrere, biblisch qualifizierte Älteste eine durch und durch biblische Lehre ist? (S. 16f.)

Das Neue Testament enthält mehr Anweisungen zum Thema Ältestenschaft als zu anderen wichtigen Gemeindeangelegenheiten wie dem Abendmahl, dem Sonntag, der Taufe oder den Geistesgaben. (S. 16)

7. a) Nennen Sie drei wichtige Merkmale einer biblisch definierten Ältestenschaft. (S. 19)

b) Mit welchem dieser drei Merkmale sind Sie am meisten vertraut? Erläutern Sie Ihre Antwort.

c) Mit welchem dieser drei Merkmale sind Sie am wenigsten vertraut? Erläutern Sie Ihre Antwort.

d) Wenn Sie diese drei Merkmale in eine Rangordnung bringen sollten, welches Merkmal wären Ihnen am wichtigsten? Begründen Sie Ihre Antwort.

Timothy Witmer, Autor des Buches The Shepherd Leader (dt. etwa: Der Leiter als Hirte) , traf den Nagel auf den Kopf, als er schrieb: „Sie werden sehen, dass das Konzept ‚Hirtendienst‘ das Herzstück des biblischen Bildes von Leiterschaft ist.“ (S. 21)

8. „Da es oft eine große Not an Hirten und Leitern gibt, besteht die Versuchung, unqualifizierte und unvorbereitete Männer mit in die Gemeindeleitung hineinzunehmen. Aber das ist eine altbekannte Strategie für Misserfolg und zieht langfristige Probleme nach sich“ (S. 25). Welche Probleme könnten insbesondere dadurch entstehen, dass man unqualifizierte und unzureichend vorbereitete Männer zum „Aufseherdienst“ (1Tim 3,1) beruft?

9. a) Nennen Sie fünf Eigenschaften aus der Liste der biblischen Qualifikationen (Seite 12 in diesem Studienführer), von denen Sie nicht wussten, dass sie Teil der Anforderungen an die Ältesten einer Gemeinde sind.

b) Nennen Sie die fünf Qualifikationen, die Ihnen am geläufigsten waren.

c) Welche Qualifikation erachten Sie als besonders wichtig? Erklären Sie.

F Zeit: ca. 20 Minuten

10. Ein sehr wichtiges Konzept in diesem Buch ist die Gleichheit unter den Ältesten (= Parität) und die funktionale Vielfalt innerhalb der Ältestenschaft (S. 22f.). Versuchen Sie zu erklären, was das bedeutet oder wie das funktionieren könnte.

11. a) In dem Buch Perspectives on Church Government: Five Views of Church Polity , herausgegeben von Chad O. Brand und R. Stanton Norman, finden sich fünf Ansichten über Gemeindeleitung (S. 25). Mit welcher Ansicht sind Sie am vertrautesten? Begründen Sie dies.

b) Mit welcher Ansicht sind Sie am wenigsten vertraut? Begründen Sie.

12. Was von dem, was Sie bisher in diesem Kapitel gelesen haben, überzeugt Sie am meisten davon, dass die Sichtweise der „von mehreren Ältesten geleiteten Gemeinde“ am biblischsten ist? (S. 25)

13. Wie lautet das Grundprinzip der Hermeneutik, von dem der Autor behauptet, dass die Dozenten und Studenten des Bibelseminars es in Bezug auf das Thema Ältestenschaft verletzten? (S. 27)

14. Erläutern Sie in eigenen Worten die Erfahrung, die der Autor in einem Kurs über Gemeindeordnung an einem Bibelseminar gemacht hat. Was haben Sie aus dieser Schilderung gelernt?

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