1. Januar
Medieneinfluss Viele meinen, dass „Recht“ und „Unrecht“ altmodische Begriffe sind. Bibellese des Tages: Psalm 19,8–11 Tagesvers: „Hab acht und höre auf alles, was ich dir gebiete, damit es dir und deinen Nachkommen für immer gut geht, weil du tust, was richtig vor Jahwe, deinem Gott, ist“(5. Mose 12,28).
Leonie und ihre Eltern waren mit dem Auto unterwegs zu einem Supermarkt. „Können wir diesen neuen Sender mal hören, Papa?“, fragte Leonie. Als sie sah, dass ihr Vater mit den Achseln zuckte, drückte sie schnell auf den Knopf. „Ooh, das ist ja der neue Song von Toe Jam!“, rief sie. Und dann sang sie mit: „Da gibt’s kein ‚Falsch‘, da gibt’s kein ‚Richtig‘, da gibt’s nichts, was gegen Liebe in der Nacht spricht ...“ „Leonie!“, rief ihr Vater überrascht aus. „Ist dir klar, was du da singst?“ „Ach, auf die Worte achte ich nicht so. Ich mag diesen Song nur wegen der Musik.“ Leonie sah vom Vater zur Mutter. „Was ist daran verkehrt?“ „Vielleicht solltest du doch besser mal auf die Worte achten“, warf nun die Mutter ein. Leonie ließ sich den Text noch mal durch den Kopf gehen. „Ach, jetzt weiß ich, was du meinst. Da wird gesagt, dass es ‚Falsch‘ und ‚Richtig‘ nicht gibt. Aber so denke ich doch nicht.“ „Aber du hörst dir diesen Song trotzdem an“, antwortete die Mutter. „Das tut doch jeder! Alle finden diese Band toll“, meinte Leonie. „Eine Menge Leute denken heute so“, schaltete sich nun der Vater wieder ein. „Sie sind der Ansicht, dass die Vorstellung von klar definiertem Recht und Unrecht nicht mehr in unsere Zeit passt, und dass die Menschen selbst entscheiden müssen, was sie für Recht oder Unrecht halten.“ „Aber wir denken nicht so, oder?“, fragte nun Leonie. „Es spielt keine Rolle, was wir denken“, antwortete die Mutter. „Es ist egal, was ich sage oder was du sagst oder was Toe Jam sagt. Alles, was zählt, ist, was Gott dazu sagt.“ 17
„Und Gott hält manche Dinge für Recht und andere für Unrecht, oder?“, stellte Leonie fest. „Richtig! Und weißt du, was?“, sagte der Vater nun lachend. „Selbst die Leute, die glauben, dass es so etwas wie Recht und Unrecht nicht gibt, erwarten von dir, dass du sie gerecht behandelst. Sie sagen: ‚Du kannst für dich entscheiden, was du für richtig hältst, und ich entscheide für mich, was für mich richtig ist.‘ Wenn sie dann aber von jemandem betrogen werden, behaupten sie, das sei nicht richtig!“ „Weil sie im tiefsten Inneren die Wahrheit kennen“, fügte die Mutter hinzu. Leonie nickte zustimmend. „Eine letzte Frage noch: Können wir auf einen anderen Sender umschalten?“ „Das lässt sich machen“, lachte der Vater. Gesprächsimpuls: Sollte man sich Lieder anhören, die unseren Glauben infrage stellen? Warum oder warum nicht? Wie kann man wissen, was Recht oder Unrecht ist? Gebet: „Herr, du bist derjenige, der entscheidet, was Recht oder Unrecht ist. Hilf uns, dir nachzufolgen.“
2. Januar
Wie entscheidest du dich? Wenn Gott etwas Unrecht nennt, dann ist es Unrecht. Bibellese des Tages: Josua 24,14–15 Tagesvers: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen“ (Josua 24,15; Elb).
Lisas Mutter stand vor dem Automaten an der Autobahnraststätte. Sie war mit Lisa und Emma auf dem Heimweg von einem Ferienlager. „Was möchtest du, Lisa?“, fragte sie. 18
„Ich weiß nicht“, meinte Lisa und wandte sich an ihre Freundin. „Such du dir zuerst was aus, Emma.“ Emma dachte nur einen Augenblick nach: „Ich hätte Lust auf einen Marsriegel, bitte.“ „Wird sofort geliefert“, sagte Lisas Mutter, schob eine Münze ein und drückte den Knopf. „Na, Lisa, hast du dich jetzt entschlossen, was du willst?“ Lisa nickte lächelnd. „Ich möchte auch ein Mars“, verkündete sie. Die Mutter warf neue Münzen ein und drückte den gleichen Knopf. Als die beiden Mädchen mit Lisas Mutter zum Auto zurückgingen, meinte die Mutter: „Es war interessant, euch beide bei eurer Wahl zu beobachten. Du, Lisa, hast es so gemacht, wie viele Leute versuchen, die richtige Wahl zu treffen.“ „Wie meinst du das, Mama?“, fragte Lisa. „Na ja, manche Menschen machen es so wie Emma. Sie entscheiden sich dafür, was ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ ist, je nachdem, was ihnen ihr Gefühl sagt. Wenn sie sich gerade danach fühlen, halten sie es auch für gerechtfertigt, jemanden zu schlagen oder zu beschimpfen.“ Dann stiegen die Mutter, Lisa und Emma wieder ins Auto. Während der Fahrt unterhielten sie sich weiter. „Andere machen es so wie du, Lisa. Sie richten sich bei ihrer Entscheidung nach dem, was die anderen tun. Wenn sie sehen, dass andere Leute betrügen oder das Gesetz brechen, denken sie, dass sie es auch tun dürfen.“ „Darüber habe ich bisher nie nachgedacht“, sagte Lisa. „Eigentlich wäre es ein bisschen blöd, über Recht und Unrecht so zu entscheiden, wie man einen Schokoriegel auswählt“, sagte nun Emma. Sie und Lisa lächelten sich an. „Das denke ich auch“, meinte die Mutter. „Ich hoffe, dass ihr beiden immer danach fragt, was Gott von euch möchte, statt euch bei euren Entscheidungen nach anderen zu richten. Dann geht ihr nicht in die falsche Richtung.“ „Ups, Mama!“, rief Lisa nach einiger Zeit, „jetzt hast du eine falsche Entscheidung getroffen.“ „Wieso?“, fragte die Mutter zurück. „Du bist gerade an unserem Haus vorbeigefahren!“ Praktische Übung: Nimm dir morgen eine Süßigkeit mit in die Schule, um dich immer daran zu erinnern, dass es am besten ist, bei allen Entscheidungen nach dem Willen Gottes zu fragen. Gebet: „Herr, hilf uns, dich bei unseren Entscheidungen zu ehren.“
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3. Januar
Das Rechte tun Was Gott gefällt, ist richtig, was ihm nicht gefällt, ist falsch. Bibellese des Tages: 5. Mose 32,3–4 Tagesvers: „Führe sie durch die Wahrheit ganz auf deine Seite! Dein Wort ist Wahrheit“ (Johannes 17,17).
„Ich muss für ein paar Minuten ins Lehrerzimmer“, kündete Frau Schneider ihrer Klasse an. „Ich möchte, dass ihr in der Zeit die Seiten 89 bis 92 lest.“ Kaum war die Lehrerin verschwunden, sprangen Leon und Mark auf und rannten zum Lehrerschreibtisch. Da gab es einen Gegenstand aus Fäden mit silbernen Kugeln, der zum Spielen verlockte. In einer schwingenden Bewegung stießen diese dabei gegeneinander. Es machte Spaß, ihnen zuzuschauen. Im Handumdrehen war der Schreibtisch der Lehrerin von nahezu der ganzen Klasse umgeben – bis eine der silbernen Kugeln sich vom Faden löste und auf den Boden fiel. Umgehend rannte jeder wieder zu seinem Platz zurück. Frau Schneider kam zurück und bemerkte den Schaden sofort. Sie fragte die Schüler, was geschehen sei. Das erste Mädchen behauptete, es wüsste es nicht. Das zweite machte es genauso. Dann fragte die Lehrerin Nora, die den tatsächlichen Hergang schilderte. Als Nora nach der Schule heimkam, hatte ihre Mutter schon gehört, was passiert war. Sie ging mit Nora in die Eisdiele. Dort unterhielten sie sich über den Vorfall. „Mein Schatz“, sagte die Mutter, „ich bin froh, dass du die Wahrheit gesagt hast. Warum wolltest du nicht lügen?“ Nora dachte einen Augenblick lang nach. Dann sagte sie: „Weil in der Bibel steht, dass das falsch ist.“ „Und warum steht in der Bibel, dass das falsch ist?“ „Weil Gott sagt, dass wir nicht lügen sollen.“ „Und warum sagt Gott, dass wir nicht lügen sollen?“ „Das weiß ich nicht“, gab Nora zu. „Weil Gott selbst die Wahrheit ist, mein Schatz. Gott lügt niemals. Was ihm ähnlich ist, ist richtig, und was auch immer ihm widerspricht, ist falsch. Lügen passt nicht zu Gott, darum ist es unrecht.“ 20
Nora nickte und biss in ihre Eiswaffel. „Es war schwer für dich, heute in der Klasse die Wahrheit zu sagen, nicht wahr?“, fragte die Mutter. Nora nickte wieder. „Ja, weil ich die Einzige war, die es getan hat!“ „Aber du hast richtig gehandelt, weil es die Wahrheit war.“ Nora schob den Rest ihrer Eistüte in den Mund. „Und es war richtig, weil es zu Gott passte“, erklärte sie stolz. „Richtig!“, sagte die Mutter. „Richtig!“, kam das Echo von Nora. Gesprächsimpuls: Was gibt einem Verhalten oder einer Tat den Stempel „richtig“ oder „falsch“? Wie kann man wissen, was Unrecht und was Recht ist? Gebet: „Herr, unser Gott, du hast uns durch deine Worte der Wahrheit gereinigt und geheiligt. Lass unser Verhalten deine Heiligkeit und Wahrheit widerspiegeln.“
4. Januar
Die Freiheit der Wahrheit (Teil 1) Die Wahrheit wird euch frei machen. Bibellese des Tages: Johannes 8,31–32 Tagesvers: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32; Elb).
Tim lief aufgeregt von einem Ausstellungsobjekt zum anderen, als er mit seinem Vater das Luft- und Weltraumfahrtmuseum besuchte. Er liebte Flugzeuge, Hubschrauber und Weltraumshuttles. Er besaß zu Hause eine ganze Sammlung von Spielzeugfliegern und Modellen. Wenn er groß war, wollte er unbedingt Pilot werden. „Tim“, rief jetzt sein Vater, „guck dir das hier mal an!“ 21
Tim stellte sich neben seinen Vater, den er beim Flugzeug der Brüder Wright fand, mit dem diese 1903 in Kitty Hawk in North Carolina geflogen waren. „Weißt du, was das ist?“, fragte der Vater. Tim ließ einen ungeduldigen Laut hören. „Das ist ja wohl klar, Papa! Das ist das erste Flugzeug von Orville und Wilbour Wright. Es war die erste Propellermaschine, sie flog beim ersten Mal zirka 75 Kilometer.“ „Hm“, machte der Vater. Er schien beeindruckt zu sein. „Und woher wussten sie, dass das Ding fliegen würde?“ „Sie hatten alle möglichen Tests gemacht, Papa. Sie hatten die Gesetze der Aerodynamik regelrecht studiert und all das, was dazugehörte.“ Der Vater dachte einen Augenblick nach, dann schaute er Tim an. „Ich möchte dich etwas anderes fragen: Was meinst du, was passiert wäre, wenn die Brüder Wright versucht hätten zu fliegen, ohne diese Gesetze zu kennen?“ „Sie wären abgestürzt!“ „Du meinst, sie hätten es niemals geschafft, wie ein Vogel zu fliegen? Sie hätten niemals die Freiheit erlebt, sich in die Lüfte zu erheben?“ Tim blickte seinen Vater etwas misstrauisch an. „Was meinst du damit, Papa?“ Der Vater lächelte und zuckte mit den Schultern. „Ich wollte nur, dass du erkennst, wie die Wahrheit die Menschen frei machen kann. Wenn die Brüder Wright die Gesetze der Physik wie Schwerkraft, Stärke und Geschwindigkeit und alles, was dazugehört, nicht beachtet hätten, hätte ihr Flugzeug sich niemals vom Erdboden erhoben. Es war die Wahrheit, die ihnen das Fliegen ermöglichte.“ Dann fuhr der Vater fort: „Das Gleiche gilt auch in anderen Dingen. Wenn du oder ich durchs Leben gehen und die Wahrheit Gottes ignorieren, werden wir die wahre Freiheit niemals kennenlernen. Wir werden Gefangene der Sünde sein, ob wir nun von Drogen, Depressionen oder anderen Dingen versklavt sind. Doch wenn wir die Wahrheit Gottes kennen und sie beachten und ihr gehorchen, dann werden wir Freiheit erleben, Freiheit von Sünde und Freiheit von den Konsequenzen unserer falschen Entscheidungen. Das ist es, was Jesus meinte, als er sagte: ‚Die Wahrheit wird euch frei machen.‘“ Tim warf noch einen Blick auf das Flugzeug: „Jetzt weiß ich, was du gemeint hast“, sagte er nachdenklich.
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Gesprächsimpuls: Was bedeuten die Worte „Die Wahrheit wird euch frei machen“ für dich? Bist du heute schon an andere Wahrheiten erinnert worden? Auf welche Weise hat dich das Erkennen der Wahrheit frei gemacht? Kannst du Beispiele dafür anführen? Gebet: „Du, unser liebender Gott, mach uns frei durch deine Wahrheit.“
5. Januar
Die Freiheit der Wahrheit (Teil 2) Der Weg des Bösen ist tiefste Finsternis. Bibellese des Tages: Sprüche 4,18–19 Tagesvers: „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32).
Tim und sein Vater verließen das Luft- und Weltraumfahrtmuseum und traten ins helle Sonnenlicht. Als sie die Steinstufen zur Straße hinuntergingen, fragte Tim: „Papa, weißt du noch, was du über die Wahrheit gesagt hast? Dass sie uns frei macht?“ Der Vater nickte. „Kannst du das noch ein bisschen näher erklären?“, fragte der Junge. „Natürlich“, antwortete der Vater. „Aber zuerst möchte ich dich etwas fragen: Wie hast du dich gefühlt, als du heute Morgen aufgewacht bist?“ Tim zuckte mit den Achseln. „Ganz okay, ein bisschen müde noch am Anfang ...“ „Hattest du Kopfschmerzen?“ „Nein.“ „Hattest du im Mund ein Gefühl, als ob du einen Sack Watte verschluckt hättest?“ „Nein“, antwortete Tim wieder. Der Vater nickte. „Das freut mich, weil sich so nämlich üblicherweise Leute fühlen, die am Abend vorher zu viel Alkohol getrunken haben. Das nennt man einen Kater.“ 23
Tim verdrehte die Augen. „Ich bin doch noch ein Kind, Papa. Du würdest mich das Zeug doch gar nicht trinken lassen.“ „Das stimmt“, sagte der Vater mit einem Augenzwinkern. „Aber ich bin kein Kind mehr, und du hast mich noch nie betrunken gesehen, oder?“ Tim schüttelte den Kopf. „Warum nicht? Weil die Bibel sagt, dass das falsch ist?“ „Richtig. Aber auch weil ich weiß, dass die Wahrheit mich frei machen wird. Ich weiß, wenn ich dem Gebot Gottes gehorche, mich nicht mit Alkohol zu betrinken, bleibt mir der unangenehme Kater erspart. Und ich komme nicht in Gefahr, in angetrunkenem Zustand jemanden mit dem Auto anzufahren und zu verletzen oder gar zu töten. Aber das ist nur einer der Wege, auf denen uns die Wahrheit frei macht, Tim. Gottes Geboten zu gehorchen befreit uns auf vielerlei Weise. Wenn ich seiner Anweisung, nicht zu stehlen, gehorche, bleibe ich frei von Schuld, Scham und Furcht vor Strafe, die mich ansonsten plagen würden, auch wenn ich nicht erwischt werde. Wenn ich mich an sein Gebot, nicht zu lügen, halte, komme ich nicht in die Gefahr, mich in meinen eigenen Lügen zu verfangen, ohne neue Lügen erfinden zu müssen, um die alten zu vertuschen. Wenn ich seinem Gebot gehorche, deiner Mutter treu zu sein, erspare ich mir und meiner Familie eine Menge Traurigkeit und Schwierigkeiten.“ „Ich wette, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie frei sie sind!“, sagte Tim. Der Vater nickte. „Und ebenso viele Menschen haben keine Ahnung, was sie verlieren, wenn sie Gottes Wegen nicht folgen.“ Zur Übung: Das nächste Mal, wenn du einen hellen, sonnigen Tag erlebst, denke daran: „Der Pfad der Gerechten ist wie das Morgenlicht, es strahlt immer heller bis zum vollen Tag“ (Sprüche 4,18). Gebet: „Herr, hilf uns, nach deinen Maßstäben für Recht und Unrecht zu leben.“
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