Bibelzitate nach der Revidierten Elberfelder Übersetzung, Verlag Brockhaus, Wuppertal und Zürich.
Paul, Manfred: Im Aufwind leben ISBN 3-89436-429-7 »Im Aufwind leben« ist auch in Auszügen (34 Andachten) als Hörbuch erhältlich: Bestell-Nr. 273.436 (ISBN 3-89436-436-X) © Copyright 2004 Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg Umschlaggestaltung: Christoph Ziegeler, www.pixel-kraft.de Satz: CV Dillenburg Druck: GGP Media, Pößneck Printed in Germany
Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Januar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Februar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 März . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105 April . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143 Mai . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 Juni . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231 Juli . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 August . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 317 September . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363 Oktober . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 403 November . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 493 Dezember . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 473
Bibelstellenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503 7
Vorwort »Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott!« So plastisch schildert ein Psalmschreiber im Gebetbuch der Bibel (Psalm 42,2) seine tiefe Sehnsucht nach Gott. Von der engsten Gemeinschaft mit Gott kann man auch heute mit Recht Großes erwarten. Für viele Gläubige ist dieses Vorrecht leider ein unentdeckter Schatz geblieben. Mit den Andachten in diesem Buch kann sich das ändern, denn sie kommen aus dem Herzen eines Glaubenskämpfers, der aus der engsten Nähe zu seinem Herrn Kraft geschöpft und reichen Segen empfangen hat, um ihn an andere weiterzugeben. Manfred Paul war 12 Jahre Geschäftsführer des internationalen Missionswerkes Janz Team e.V. in Lörrach und 24 Jahre der geistliche Leiter des Missionswerkes Werner Heukelbach, Bergneustadt. Er ist vielen bekannt durch Vorträge in Kirchen und Gemeinden, durch Evangelisationen und zahlreiche Veröffentlichungen christlicher Literatur, durch Lebensberatung und Seelsorge sowie durch zahlreiche Radiosendungen über Radio Luxemburg. Mit großem Einfühlungsvermögen und einer lebendigen und bildreichen Sprache wendet er sich an Gläubige und spricht ihnen Mut und Trost für praktisch alle Bereiche des Alltags und Glaubenskampfes zu. In 365 Andachten dieses Buches gibt Manfred Paul in Verbindung mit ausgewählten Bibelworten Hilfe – besonders für Niedergeschlagene, Belastete und müde Gewordene. Durch diesen »erfrischenden Aufwind« werden Herz und Gedanken zu Gott dem Vater und zu seinem Sohn Jesus Christus gelenkt. Es sind Texte, die ein tiefes Sehnen nach inniger Gemeinschaft mit Gott bewirken. Es ist sein Wunsch, dass Sie durch diese täglichen Andachten den unvergleichlichen Wert einer tiefen Gottesbeziehung entdecken und den daraus erwachsenden Segen erfahren. Der Verlag
im August 2004 9
Hinweis: Ein Auszug dieses Andachtsbuches ist auch als HÜrbuch erhältlich. Auf zwei CDs spricht der Autor selbst 34 seiner Andachtstexte. Bitte beachten Sie dazu weitere Informationen am Ende des Buches.
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1. Januar Erwarte Neues! Sperrmüll – alte Klamotten, ausrangiertes Zeug, unbrauchbar gewordener Krimskrams ... das verbogene Fahrrad, der alte Ofen, die durchgelegene Matratze. Eigentlich auch ein wohliges Gefühl, endlich sperriges und altes Gerümpel »loszuwerden«. Und was hat sich da oft alles im Laufe der Zeit angesammelt! – Nimm nichts Belastendes mit ins neue Jahr. Schließlich kannst du es bei dem Herrn Jesus loswerden: Zukunftsfragen. Ungeordnetes aus vergangenen Tagen. Fruchtlose und geistlich dürre Zeiten. Schmerzvolles, das dich verletzt hat. Enttäuschungen ... Ich kann’s keinem verdenken, wenn er resigniert und sich niedergeschlagen eingesteht: »Ach, zum wievielten Jahreswechsel habe ich schon gute Entschlüsse gefasst«, doch nach wenigen Tagen war wieder die ›alte Margarine‹ auf dem Brot.« Verzage nicht! Der allmächtige Gott lässt dir sagen: Sei stark und mutig. Erwarte Neues von mir. »Siehe, ich wirke Neues!« (Jesaja 43,19). Hast du Mut, von Gott Neues zu erwarten? »Siehe!« Das heißt doch: »Mal herschauen!« Wegblicken von dem, was dich niederzwingt. Dein Gott kann aus einem stinkenden Abfallhaufen ein herrlich duftendes Blumenbeet machen. Und das Zerbrochene? Gott kittet nicht mit Sekundenkleber. Neues will er schaffen! Völlig Neues! Auch in deinem Leben. Deine verzagte Seele hat ein Recht auf einen vom Herrn geschenkten, frohen Neuanfang. Daher weg mit dem Unglauben und den durchtriebenen Zweifeln an Gottes Barmherzigkeit und Treue. Oh, diese Flohmarkt-Mentalität unter Christen, deren Herz an verstaubten Brocken hängt und die dabei Gottes Wunderwirken verpassen. Was erwartest du vom Herrn Jesus? Nein, unser Gott ist kein Museumswächter, der jeden Morgen seine uralten »Schätzchen« abstaubt und in seiner Vitrine versteckt hält. Unser Gott ist der Lebendige, der Neues wirkt! Bei ihm kann eine bedrückte Seele wieder fröhlich durchatmen, weil der Todesgeruch der Sünde vertrieben wurde. Es ist einfach herrlich, diesem wunderbaren Gott zu begegnen, der Neues wirken will. 13
Und das Alte zurückliegender Jahre? Gottes Vergeben, seine Treue, Barmherzigkeit und Gnade sind größer als dein Versagen. Nein, nicht in den Rückspiegel schauen, blicke im Glauben nach oben und erwarte Neues von ihm. Ich weiß, dass viele diese herrliche Erfahrung nie machen werden. Sie werden nie erleben, wie Gott auf einstigen Müllhalden herrliche Blumen sprießen lässt. Der Unglaube versperrt Gott den Weg! Du aber, gib deinem Gott die Ehre. Lass dich nicht immer wieder von deiner Ängstlichkeit in die Enge treiben. Du hast einen unendlich großen, siegreichen, herrlichen Gott. Und wo er Neues schafft, kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nur vertrauen musst du ihm. Und wird der Weg auch schmal und der Kampf der Treuen in dieser letzten Zeit immer unerbittlicher: Vertraue ihm! Er macht dich unangreifbar, denn du stehst unter seinem Schutz. Überlass ihm daher getrost die Auseinandersetzungen mit dem Feind und die Planung deines Lebens. Er wird mit allem fertig. Schau ihm nur interessiert über die Schulter, wie er die Sache für dich regelt. Er wirkt Neues! Wie könnte er die enttäuschen, die ihm glauben?
2. Januar Was für ein Trost! Eilig? – Wem die Hektik zur zweiten Natur geworden ist, der macht leider oft die leidvolle Erfahrung, dass überstürztes Handeln nichts Gutes bringt. Am Ende heißt es dann: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat. Anstatt jedoch die dringende Angelegenheit zuerst vor Gott im Gebet abzuwägen und dann im Vertrauen auf seinen Beistand zu handeln, stürzen wir voreilig los. Geraten in Hektik. Und das sieht dann so aus: Wir reden vorschnell. Fassen unüberlegte Entschlüsse, die wir später bereuen. Handeln gezwungenermaßen, weil uns der Situationsdruck anscheinend keine andere Wahl lässt. Vielleicht kommen wir uns bei den »Schnellschüssen« noch recht tüchtig vor. Schließlich leisten 14
wir etwas. Kommen voran. Sind fleißig. Haben Erfolge. Doch irgendwann spüren wir, dass unser Verhältnis zum HERRN getrübt ist. Unsere Gebete klingen mechanisch. Unsere Glaubensfüße sind bleiern geworden. Und auf einmal fangen wir wie David an zu klagen: »Ich bin bestürzt und von deinen Augen verstoßen ...« Und jetzt kommt es: »Dennoch hast du die Stimme meines Flehens gehört, als ich zu dir schrie!« (Psalm 31, 23). Wie gut, dass das so dasteht! Was für ein Trost, dass unsere Stimme nicht irgendwo im Nichts verhallt! Auch dein Hilferuf wird von Gott gehört! Und weil David mitten aus der Bedrängnis, aus Gram und Kummer redet und vor Gott seinem Herzen Luft macht, dürfen wir das auch. Damals hatte sich regelrecht alles gegen David verschworen und Menschen machten ihm mit ihren Lügenmäulern das Leben schwer. Auch schon Ähnliches erlebt? Wie schnell gerät da der Friede des Herzens ins Schwanken. Man ist bestürzt und bemerkt gar nicht, dass der Teufel einen mit dem rebellischen Gedanken quält: »Gott hat mich vergessen!« Darum sollst du genau diese trostvolle Erfahrung machen: »Doch du hast dich meiner Seele gnädig angenommen, dass sie nicht verdürbe!« (Jesaja 38,17). »Du hast die Stimme meines Flehens gehört, als ich zu dir schrie!« (Psalm 31,23). Und das alles trotz meiner selbst verschuldeten Pannen. Danke, HERR, dass du mich nicht verstoßen hast. Dass ich bei dir wieder neu beginnen darf! Bedauerst du auch Ergebnisse oder Fehler, die du nicht mehr korrigieren kannst? Sei nicht bestürzt! Bestürzung ist immer eine Falle, die uns zur Auflehnung gegen Gott verführen will. Sie ist eine Waffe des Teufels. Das verletzte »EGO« wettert in seiner Impulsivität schnell gegen alles und jeden. Und genau diese heikle Situation nutzt der Feind raffiniert und schlau aus, um unsere Zuversicht auf den HERRN zu lähmen. Der HERR hört auf dein Rufen! Verzage nicht! Auch wenn Gott für eine kurze Zeit hier und da »Warteschleifen« eingeplant hat. Alles dient dir zum Besten! Am Ende wird alles gut. Sei nur getrost: Der HERR wird auch deine aufgescheuchte Seele wieder zum Frieden bringen.
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3. Januar Er trocknet deine Tränen! »Auch das noch!« Kennst du solche Situationen, in denen du nur noch Fragen hast und keine Antwort weißt? Ach, wie wertvoll wäre jetzt ein tröstendes Wort vom HERRN. Wie hilfreich der Zuruf aus Gottes Wort: »Verzage nicht! Fürchte weder Sturm noch Wellen. Solange der Herr Jesus mit im Boot ist, wird es nicht untergehen!« Aber unser Herz will sich nicht so recht trösten lassen. Unruhig durchblättern wir die Bibel und finden Worte, die uns einmal in bestimmten Situationen viel zu sagen hatten. Und jetzt? Welches Verheißungswort darf ich nun für mich in Anspruch nehmen? Doch die aufgescheuchte Seele sucht vergeblich den Anker der Ruhe. In solch einer Situation bin ich unverhofft auf die Frage gestoßen, die Elifas einmal seinem arg geplagten Freund Hiob gestellt hat: »Sind dir die Tröstungen Gottes zu wenig?« (Hiob 15,11). Zu wenig? Ist es zu wenig, wenn er, der lebendige HERR, Ruhe gebietet und Frieden verheißt? Ist es zu wenig, wenn er, der Allmächtige, dir seine göttliche Zusicherung gibt: »Ich werde dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen?« (Josua 1,5). Ist es zu wenig, wenn Gott seine Engelscharen aussendet, um dich auf dem Weg der Nachfolge JESU zu bewahren? (Hebräer 1,14). Kommen dir die wunderbaren Verheißungen Gottes etwa wie alte, abgegriffene Münzen vor, die ihre Zahlkraft verloren haben? Tröstet Gott etwa mit Dunst, wie es die Welt tut? Sind nicht Gottes Verheißungen JA und AMEN? (2. Korinther 1,20). Wollen wir etwa der Schlange unser Ohr leihen, die uns immerfort zuzischt: »Sollte Gott gesagt haben ...?« (1. Mose 3,1). Und wie oft genau das dem Teufel gelingt, wissen wir selbst am besten. Daran wollen wir festhalten: Gerade den Schwachen und allen, denen ihr Versagen Not macht, gilt Gottes herzliches Erbarmen. Gerade den Niedergeworfenen, Einsamen, Witwen und Waisen hat er seine väterliche Fürsorge zugesichert. Hält er seine Augen nicht über jenen offen, die seinen Namen tragen, weil sie durch das Blut Jesu von Sünde und 16
Schuld reingewaschen sind? Ist es nicht der HERR selbst, der dir und mir in den Fluten des Lebens die Hand reicht und uns aus dem Verderben herausholt? Ist es nicht Gott, der bei Nacht Lobgesänge gibt, obwohl kein Stern leuchtet (Apostelgeschichte 16,25)? Ist es nicht der HERR selbst, der Wunden verbindet und Tränen trocknet (Offenbarung 21,4)? Nein, die Tröstungen Gottes sind uns nicht zu wenig! Darum lass uns nicht so töricht sein und den Trost Gottes für gering achten! Er wird auch deine Angelegenheit, die dir im Augenblick viel Kummer bereitet, zum guten Ende bringen. Selbst wenn dein Leben im Moment einer Bruchbude gleicht, wird er Ordnung in dein Chaos bringen. Und am Ende wirst du sagen: »Nein, HERR, dein Trost war mir nicht zu wenig! Danke, dass du mich getröstet hast.« Den Widersachern aber und den Feinden des Kreuzes Christi werden einmal die Augen vor Gottes heiligem Angesicht voller Entsetzen aufgehen. Nimm du jedoch die Tröstungen Gottes wieder ganz neu dankbar in Besitz. Erfreue dich daran. Und hast du siegreich diese Wegstrecke überwunden, wirst du imstande sein, auch andere durch den Trost aufzurichten, den du selbst vom HERRN empfangen hast.
4. Januar Es wird alles gut! Kann man den Glauben sehen? Nein! Bisher hat es noch keiner fertiggebracht, dem anderen hinter die Fassade seiner Seele zu schauen. Doch Gott kann unseren Glauben sehen. Wie der Text auf dem Computerbildschirm, liegt unser Glaube offen vor ihm. Erschrickt uns das? »Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht er ... » (Markus 2,5)! Fünf Freunde sind es. Einer von ihnen ist krank. In ihrem Mitleid fassen die vier den Entschluss: Wir müssen unseren kranken Freund zu Jesus bringen! Jesus – unsere einzige Chance! Kurzum legen sie ihn auf ein Tragebett und marschieren los. Viele Kilometer. Vielleicht bei sengender Hitze. Dabei immer nur den einen Gedanken im Sinn: »Hin 17
zu Jesus, damit er unseren kranken Freund anrührt und gesund macht!« Dort angekommen, beginnen sie eine regelrechte Wühlarbeit auf dem Dach des Hauses, in dem Jesus predigt. Sie stoßen ein riesiges Loch durch die Decke und lassen durch diese Öffnung ihren kranken Freund zu den Füßen Jesu nieder. Gesund machen soll er ihn! Was für eine Dreistigkeit, oder? Doch als der Herr Jesus ihren Glauben sieht, unterbricht er seine Predigt und macht ihren Freund gesund. Was aber ließ ihren Glauben auf einmal »sichtbar« werden? So steht es in der Bibel: »Als Jesus ihren Glauben sah!« War es die Aktivität der vier Freunde? War es der bewundernswerte Eifer, mit dem sie dem Dach zu Leibe rückten? War es ihr selbstloser, strapaziöser Einsatz, den der Herr Jesus bestaunte? Was den Glauben für den Herrn Jesus sichtbar macht, ist nicht die Dringlichkeit unseres Anliegens. Es sind nicht die sorgenvollen Umstände, die ihn auf unser Elend schauen lassen. Der Glaube, der unserem HERRN wohlgefällt, hat nur Qualität, wenn die Ausrichtung stimmt! Und diese muss heißen: »Hin zu Jesus, denn ihm ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden!« So sind die Gedanken der vier Männer in den entscheidenden Augenblicken nicht so sehr mit dem Leid und Elend ihres kranken Freundes beschäftigt gewesen, sondern viel mehr mit dem brennenden Verlangen: »Wir müssen bis zu Jesus hin vorstoßen! Egal, wie viel Mühe es kostet!« Und genau dieser Glaube der vier Männer ist es gewesen, der das Herz des HERRN bewegt hat. Gott sieht also den Glauben, wie er sich regelrecht durch alle Widerstände und Schwierigkeiten bis zu seinem Herzen »hindurchbohrt«. Durch die Dächer der Zweifel. Durch das aufgehäufte Kiesbett der Resignation. Durch die harten Steine der Entmutigung. Durch die dicken Balken der Sorgen. Durch die lehmigen Wände der Ängstlichkeit. Die Bibel ist voller Beweise, dass nur die entschlossenen »Glaubensbohrer« zur Schatztruhe der Gnade Gottes vorstoßen. Sie ziehen am Ende, mit der Gnade Gottes reich beschenkt, froh ihre Straße. Es kommt nicht so sehr darauf an, wie brennend ernst und dringend unser Anliegen ist, sondern wie stark wir unser Vertrauen in die rettende Liebe und Barmherzigkeit Gottes setzen. Denk daran: Bei Gott ist kein Ding unmöglich!
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5. Januar Du wirst beschenkt! Scherbenhaufen der Gefühle! Was du befürchtet hast, ist eingetreten. Und jetzt? Du kannst die Situation, die dir Not bereitet, nicht einfach ignorieren. Die Lage ist nun einmal so, wie sie ist. Jetzt sprechen die Fakten. Verzweifeln? Mit Gott hadern? Oder alle Hebel in Bewegung setzen, damit der Schaden wenigstens etwas begrenzt wird? Wie du auch überlegst: Du kannst die Dinge nicht ändern! Oh, wie schmerzlich spürt man in gewissen Stunden seine Ohnmacht. Doch gerade in diesen Augenblicken streckt sich uns die gnädige Hand unseres Gottes entgegen und erinnert uns daran, dass es längst Zeit ist, aufzustehen und das Nächstliegende zu tun. Du hast schon viel zu lange auf der Nase gelegen. Der Blick auf die chaotischen Umstände schadet deiner Seele mehr als du denkst. Johannes, der Jünger Jesu, erinnert sich darum: »Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade« (Johannes 1,16). Wie oft machen wir den Fehler und brüten über den Begriff der Gnade nach und stellen das zuweilen recht akademisch an. Dabei vergessen wir, dass Gnade genommen werden muss. Sie ist zum »reichlichen Gebrauch« da! Gott hat nicht gesagt, dass wir Warteversammlungen abhalten sollen, um Gnade zu empfangen. Entscheidend für den Empfang der Gnade ist das leere Gefäß! Gott sucht Herzen, die sich vor Sehnsucht nach ihm verzehren. Satte Herzen sind wie volle Töpfe, die der Herr nicht füllen kann. Das Problem der Gemeinde in Laodizea (Offenbarung 3) bestand ja gerade darin, dass sie keinerlei Bedürfnis nach Gottes Gnade hatte. Sie kam sich so reich, so klug, so unabhängig vor und strotzte vor Überheblichkeit. Und genau das war ihre Armut! Nur dann, wenn unser Bedürfnis uns aufrichtig zur Not wird und wir uns geistlich leer, innerlich hohl und seelisch ausgepumpt vorkommen, ist der HERR in der Lage, die Krüge des Mangels zu füllen. Immer dann, wenn wir von der eigenen Nutzlosigkeit überzeugt und an unserer 19
eingebildeten Wichtigkeit zuschanden geworden sind, beginnt die geistliche Erneuerung. Nichts steht Gottes Sache so im Weg wie unsere eigene Tüchtigkeit. Sind wir nicht längst zum Hemmklotz in Gottes Arbeit geworden, weil wir meinen, ohne uns ginge nichts? Wir seien unersetzbar? Vielleicht haben wir sogar mit Überzeugung gesungen: »Ich brauch dich allezeit ... ich brauch dich, oh, ich brauch dich, HERR segne mich«! und haben dann doch selbst die Sache in die Hand genommen. Der Teufel liebt diese Dummheit an uns. Nein, Gottes Gnade ist kein Nachfüllbeutel, den er für uns sorgsam portioniert hat. Gott hat die Fülle! Und weil Gottes Gnade auch für dich wie ein gewaltiger Staudamm in den Bergen ist, der fortwährend sein Wasser für alle Bedürfnisse ins Tal unserer Sehnsüchte leitet, darfst du deine leeren Gefäße unter den Gnadenstrom stellen und überfließende Gnade entgegennehmen. Nun öffne dein Herz und schöpfe! Und genau das ist der Beweis dafür, dass du die Gnade in Anspruch genommen hast.
6. Januar Bleib in Gottes Hand! Angenommen, du hättest einen Herzenswunsch frei! Welche Träume gingen dann wohl in Erfüllung? Manch einer hat längst »ausgeträumt« und sich wohl oder übel mit dem unabänderlichen Alltagsgerangel arrangiert. Dennoch kenne ich viele, die entmutigt immer wieder bei Null anfangen, weil irgendetwas einen »dicken Strich« durch ihre Rechnung gemacht hat. Die darauf folgende Enttäuschung schmerzt. Kennst du auch Stunden tiefster Niedergeschlagenheit? Ich empfinde mit dir, der du unter Opfern dein Leben eingesetzt hast, doch nie so richtig den Lohn deiner vielen Mühen hast genießen können. Wie leicht fällt man dann in das Loch des Selbstmitleids. Resignierst du etwa auch, weil man dir in der Gemeinde nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hat? Bist du niedergeschlagen, weil deine längst erwachsenen 20
Kinder dir den erhofften Dank versagt haben? Bist du verbittert, weil man in der Firma anderen statt dir den Vorzug gegeben hat? Ich weiß, warum es so und nicht anders kommen musste: Dein HERR hat es zugelassen! Dir zum Besten! Schwere Wege offenbaren immer, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Und wie fallen die »Qualitätsproben« bei uns aus? Verzage nicht! Dein Gott will, dass Christus in dir Gestalt gewinnt! (Galater 4,19)! Sein geliebter Sohn soll in dir zu erkennen sein. In deinem Wesen soll die Welt »J E S U S« buchstabieren können. Gibt es etwas Größeres als das? Was für ein erhabenes göttliches Ziel, das der HERR mit dir im Sinn hat: umgestaltet in sein Bild! Muss daher nicht aus unserem Leben alles entfernt werden, was diesem Ziel widerspricht? Ich weiß, wie weh es tut, wenn die heilige Hand Gottes Dinge »zurechtrückt«, die ihm nicht gefallen. Doch verzage nicht. Sei nur getrost! Zucke nicht zurück, wenn er das Schnitzmesser ansetzt. Entwinde dich nicht seiner Hand, die dich formt und prägt. Lass ihn gewähren. Auch in den schwersten Stunden der Prüfung hält sie dich fest. Und in Zeiten der Leiden wird seine Treue, Barmherzigkeit und Liebe dich umfassen. Vielleicht musste Gott dir etwas verweigern, weil er für dich etwas viel Besseres bereitet hat. Vielleicht hat er dir Lasten aufgelegt, weil er dich vor einem verhängnisvollen Leichtsinn bewahren wollte. Vielleicht musste er dir das Kostbarste zerschlagen, um für dich etwas viel Schöneres zu schaffen. Bleib in seiner Hand! Wie oft hat der HERR gerade den Treuen Lasten auf die Schultern gelegt, die sie im ersten Moment unwillig abzuschütteln versuchten. Doch sie hielten still. Sie verließen sich darauf, dass alle Dinge jenen zum Besten dienen, die den HERRN lieben. So sind gerade die Leidgeprüften – nach überwundenem Glaubenskampf – wie kostbare Edelsteine in Gottes Hand, die seinen Namen verherrlichen. Darum: Bleib in seiner Hand! Erst, wenn wir lange genug »in der Hand unseres HERRN« sind, wird Christus in uns sichtbar, wird sein Friede auch dein Herz regieren. Und nichts Geringeres hat Gott mit dir im Sinn, weil er dich durch das kostbare Blut Jesu für die Herrlichkeit erkauft hat.
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7. Januar Geborgen! »Auch das noch ...! Und was jetzt?« Fragst du auch so? Es gibt tatsächlich Augenblicke, in denen dir sämtliche Felle wegschwimmen. Mit letzter Kraft versuchst du vergeblich, den Schwierigkeiten beizukommen. Doch was du auch unternimmst, die Suppe muss ausgelöffelt werden! David befand sich in ähnlicher Lage. Saul hatte es auf ihn abgesehen. Sein Leben war in Gefahr. Und nun verkroch er sich in eine Höhle und stöhnte: »Sei mir gnädig, o Gott ...! Im Schatten deiner Flügel berge ich mich, bis vorübergezogen das Verderben« (Psalm 57,2). Ach, David, wie gut können wir dich verstehen! Schließlich kennen wir alle die Hetzjagd des Lebens, die viele von uns oft bis an den Rand der Existenz drängt. Wir wissen um Ängste und Kämpfe, um Anfechtungen und bissige Widerstände der Finsternis. Doch nun genießen wir deine Erfahrungen mit deinem Gott! Was tut ein Küken, das sich in den Federbausch der Glucke verkriecht? Nichts! Regelrecht nichts! Es genießt wohlig den Sonderplatz der Fürsorge. Nein, auch für uns gibt es keine andere rettende Alternative, als nur beim HERRN »unterzutauchen«. Was bleibt denn einem Häufchen Elend, das der Wind wegpustet, anderes übrig? Kann man denn ausweglose Situationen ändern? Sind dem Hilflosen nicht die Hände gebunden, wenn die nackten Fakten sprechen? David tut das einzig Richtige. Er räumt das Feld. Er überlässt seinem Herrn das Durcheinander seines Lebens. In seiner bodenlosen Schwachheit verkriecht er sich regelrecht in Gottes herzliches Erbarmen: Sei mir gnädig, o Gott! Wenn David damals ein Faxgerät gehabt hätte, hätte er seinen Freunden übermittelt: Solltet ihr mich suchen ... Beim Herrn habe ich mich verkrochen! Ihr seht mich erst wieder, wenn das Verderben vorüber ist! Und wie wunderbar hat er Gottes Rettung erfahren! Haben wir es nicht vielfach verlernt, uns beim Herrn Jesus zu verkriechen? Ihm unsere Hilflosigkeit zu überlassen? Sind nicht die Auswege beim HERRN? Es ist das Vorrecht eines Gotteskindes, unter 22
seinen Flügeln abzuwarten, bis das Unheil vorüber ist. Warum also so ängstlich? Furcht und Verzweiflung wollen wir jenen überlassen, die ohne einen rettenden HERRN leben. Verkriech dich unter den Schatten seiner Flügel! Sie sind für dich ausgebreitet. Sieh doch, wie der Vater im Himmel mit ausgestreckten Armen auf dich wartet, um dich unter seine Fittiche zu nehmen. Wirf ihm den ganzen Plunder deiner Nöte und Sorgen, deiner Befürchtungen, deiner Schwachheiten und peinigenden Realitäten getrost vor die Füße. Unter seinen Flügeln ist für Gottes geliebtes Kind längst ein Platz reserviert. An seinem Vaterherzen darfst du in dieser grauenhaften Welt Frieden finden. Fürchte dich nicht! Seit dem Kreuzessterben unseres geliebten Herrn Jesus ist auch für dich ein Platz am Herzen Gottes frei. Und nun schließe die Tür hinter dir zu. Erwarte im kindlichen Gebet voller Glaubenszuversicht, dass dein Vater im Himmel auch dein Rufen hört.
8. Januar Sicherheitsbindung Skifahrer wissen, was eine »Buckelpiste« ist. So liegt oft ein neuer Lebensabschnitt vor uns! Von wegen spannendes Abenteuer! Tage sind es, die uns total fordern. Da gilt es Hindernisse zu umfahren, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Manche Fahrt wird unruhig werden. Schließlich lässt man ja das Negative aus der Vergangenheit nicht einfach zurück: Unliebsame Begegnungen. Belastende Gedanken. Sorgen. Kummer. Vorhaben. Pflichten. Verständlich, wenn du fragst: »Was ist, wenn ...« Oder: »Werde ich in den entscheidenden Momenten meines Lebens das Richtige tun?« Keiner weiß, was uns in der nächsten Kurve begegnet. Völlig unübersichtlich ist das vor uns liegende Gelände. Und nun baut der Ängstliche Sicherheiten ein. Viele Sicherheiten! Und dennoch: Das Rest-Risiko bleibt! Überall! Ob wir mit dem Flugzeug unterwegs sind, oder ob wir uns auf den Küchenstuhl 23
stellen, um die Glühbirne einzuschrauben – es gibt keine absolute Sicherheit! Die weichen Knie sind demnach schon berechtigt. Die Frage bleibt also, ob wir es dennoch mit dem Herrn Jesus wagen. Schließlich ist ihm doch alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Und das Rest-Risiko? Bei Gott kein Thema. »Wer auf seinen Gott vertraut, ist in Sicherheit!« (Lies Sprüche 18,10). Hier darf der Ängstliche endlich Sicherheit finden. Bist du etwa um deine ewige Errettung besorgt? Macht dir dein Versagen zu schaffen? Ängstigt dich die Zukunft? Vergiss es nie: Wer sich im völligen Vertrauen an Jesu Erbarmen klammert, der ist in Sicherheit! Darum verlass dich getrost auf sein ewiges Wort, dann haben auch die unübersichtlichen Kurven deines Lebens ihren Schrecken verloren. Und hast du deinen neuen Lebensabschnitt im Namen Jesu begonnen, wirst du auch sicher die Ziellinie überqueren – ganz gleich, was dir alles unterwegs »in die Quere« kommt oder dich aus der Bahn werfen will. Jesus Christus – deine Sicherheit! Trotz sausender Fahrt über die »Buckelpiste« deines Lebens sollst du mutig nach vorn schauen. Die frohe Gewissheit soll dein Herz erfüllen: Er ist mit mir! Mein Heiland, Jesus Christus, meine Sicherheit! Du darfst auch deine oft so wankenden Füße in der »Sicherheitsbindung« der Gnade Gottes gehalten wissen. Gib dich darum neu dem HERRN hin. Liefere ihm aus, was deine Seele bedrängt. Überlass ihm getrost jede Stunde deines Lebens. Du sollst erfahren, dass er die belohnt, die sich auf ihn verlassen. Er wird auch für dich sorgen. Zweifelst du etwa daran? Ganz gleich, wie dunkel sich die Wolken endzeitlicher Auseinandersetzung zusammenbrauen, der Herr Jesus spricht das letzte Wort. Fürchte dich nicht! Das Schönste wäre doch, du könntest nun einer niedergeschlagenen Seele aus tiefster Glaubensüberzeugung zurufen: Jesus Christus, auch deine Sicherheit!
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9. Januar Gottes Liebeserklärung an dich! »Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich lieb habe ...« (Jesaja 43,4). Was für eine Liebeserklärung Gottes an Israel! Aus freier Gnade hatte er es für sich aus allen Völkern erlöst. Diese Liebeserklärung Gottes gilt auch dir! Und er möchte, dass du weißt, wie er über dich denkt. Du sollst wissen, dass er dich liebt! Er macht aus seinen Gefühlen für dich keinen Hehl. Er wirbt um deine Liebe. Ob du sagen kannst: »HERR, ich will dich wiederlieben und dir allein gehören. Du hast mein Herz ergriffen!«? Das hätte Folgen. Unübersehbare, ewige sogar! Überfließen würde die geistliche Kraftquelle des neuen Lebens. Zu Ende wäre es mit der Verbissenheit, mit der wir unsere »Geschäfte« abwickeln. Vorbei die Unzufriedenheit unserer Seele, die stets nach neuen Ufern sucht. Viel freudiger würden wir uns zu unserem Herrn Jesus bekennen. Viel entschiedener den Weg des Glaubens gehen. Was begeistert unser Herz eigentlich? Woran hängen unsere Gefühle? Was lässt unsere Seele in der Finsternis unserer Tage aufleuchten? Etwa das »lohnende« Ziel? Können auch wir sagen: »Jesus ist alles, alles mir, mein Trost, mein Licht, mein Heil«? Singen lässt sich das leicht. Es wäre schlimm, wenn wir zu jenen gehörten, die sich recht gern klammheimlich einen Happen vom Delikatessen-Tisch der Welt genehmigten, weil’s beim HERRN nicht mehr so recht schmeckt. In der Wüste hatte Israel auch einmal das Manna satt und murrte: »Uns ekelt vor dieser losen Speise!« Wie schnell kann man dahin kommen! Nur ein wenig im Trend der Zeit »mitmachen«. Nur nicht so eng sein! Man nimmt sich einfach die Freiheit, macht es mit seinem Gewissen ab, anstatt nach Gottes Willen zu fragen. Doch dabei haben wir vergessen, dass wir unseren Lohn verlieren, unsere Krone verpassen. Diese Begebenheit vergesse ich nie: Eine Kompanie Rekruten marschierte. Die gesamte Truppe schmetterte ein Lied nach dem anderen. Ein Text war recht zweideutig. Plötzlich brüllt der Unteroffizier einen 25
Rekruten von der Seite an: »Mann, warum singen sie nicht mit?« Die Antwort unüberhörbar laut: »Weil ich Jesus angehöre!« Kennst du auch das unerschrockene Bekenntnis für deinen HERRN? Ja, es lohnt sich tausendmal, sich um Jesu willen gegen den Trend der Zeit zu stemmen. »Mitmacher« haben wir genug in den Gemeinden, Christen, die beides können, auf dieser und auf jener Seite. Doch unser HERR sucht solche, die vom Feuer seiner Liebe entzündet sind. Entschiedene Herzen, die bereit sind, seinen Namen mit Würde zu tragen. Die unerschrocken die Schmach der Ausgrenzung erdulden. Die bereit sind, anders zu sein, weil er anders ist! Der HERR nennt die Seinen teuer und wertvoll. Er liebt sie über alles! Er war sich nicht zu schade, für Sünder sein Leben in den Tod zu geben. Und unsere Antwort auf seine Liebe? Oder sind wir heute tatsächlich in der Lage, ihn für »einen Apfel und ein Ei« zu verleugnen? Er hat ein Recht auf unsere ungeteilte Liebe! Gibst du sie ihm?
10. Januar Funktionierendes Miteinander Alleskleber funktioniert nur, wenn die Klebeflächen vorher von Schmutz und Fettfilm gereinigt sind. Sonst fällt das von der Wand, was »dran gehört«! Heute fällt von der Wand, was eigentlich absolut fest sein sollte: die Liebe! Da gehen Ehen kaputt, Freundschaften zu Bruch, Bruderschaften bleiben auf der Strecke, Gemeinden klagen unter mangelndem Zusammenhalt. Der Gemeindefrost greift um sich. Ausgerechnet jetzt gehen die Temperaturen in den Keller! Brauchen wir nicht gerade heute eine gottgewirkte, geistliche Nestwärme? Das herzliche Erbarmen füreinander? Nur so können wir dem Temperatursturz der Zeit mit all seiner Lieblosigkeit und Lüge widerstehen. Wo jedoch die Liebe zueinander fehlt, erstirbt jedes geistliche Leben! An ihre Stelle tritt die Politik, das Machbare! Ich habe den Eindruck, dass die Klebeflächen der Liebe, die Berüh26
rungspunkte in der praktischen Bruderschaft deshalb nicht mehr funktionieren, weil der Schmutzfilm des Zeitgeistes die Klebeflächen ruiniert hat. Doch die Liebe zueinander kann nur auf dem Boden der Wahrheit und Demut gedeihen. Kein Wunder, dass die Gemeinde vielerorts der geistlichen Kraft und Vollmacht beraubt und die Einheit im Geist verloren gegangen ist. Ist es ein Wunder, wenn die Welt uns dann nicht mehr ernst nimmt? Dabei hat doch der HERR geboten: »Habt untereinander eine anhaltende Liebe!« (1. Petrus 4,8). »In der Bruderliebe seid herzlich!« (Römer 12,10). Es darf nichts Trennendes zwischen Gotteskindern stehen! Unvergebene Schuld oder das »Nicht-Vergeben-Können« wirken sich verheerend aus. Wie kommen wir eigentlich dazu, die Tür zur Schwester, zum Bruder achtlos oder gar beleidigt zuzuwerfen? Was für einen Schaden richten wir damit an. Wo bleibt unsere Herzlichkeit, die das Beste für den anderen sucht? Wir haben so viel zurechtbringende Gnade empfangen! Haben da lieblose Schroffheit oder vornehm trippelnder Hochmut überhaupt noch ein Recht? Unser Herr hat dort Segen garantiert, wo Gotteskinder füreinander da sind und sich in herzlicher Liebe begegnen. Nichts fürchtet der Teufel mehr, als ein geistlich funktionierendes Miteinander. Hier liegt das Geheimnis des Segens. Gerade in stürmischen Zeiten, in denen Satan die Treuen zu verletzen sucht und mancher Hieb den Kämpfer schmerzt, darf dir der »Trost der Liebe« (Philipper 2,1), besonders wertvoll sein. Und nun wird es ganz praktisch: Hast du eine Last auf dem Herzen? Kümmert dich irgendein Leid? Plagt dich ein Problem? Der Herr Jesus hat eine Lösung, hat ein Wort der Ermutigung für dich. Und wenn dir hier und dort der kalte Wind ins Gesicht bläst und du statt Liebe Arroganz und Härte zu spüren bekommst, lass es dich nicht kümmern. Des Herrn Jesu Liebe ist dir immer sicher! Immer!
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