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Die Basics des christlichen Glaubens

Thomas Kleine ( Hg.)

Thomas Kleine ( Hg. )

Stabil glauben

Die Basics des christlichen Glaubens

Best.-Nr. 271938

ISBN 978-3-86353-938-2

Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet : Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten / Holzgerlingen.

Außerdem wurde verwendet : NeÜ bibel.heute, © 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft ( NeÜ )

1. Auflage

© 2024 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Satz und Umschlaggestaltung : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Umschlagmotiv : Unsplash ( gemeinfrei )

Druck : ARKA, Cieszyn ( Polen )

Printed in the EU

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gern kontaktieren : info@cv-dillenburg.de

INHALT

Nr . Titel

Exkurs 9 Zwischen Tod und Auferstehung

Lektion 25 Jesus Christus : seine Himmelfahrt

Lektion 26 Jesus Christus : seine Herrlichkeit

Exkurs 10 ChristusverheiĂźungen

Autor

Hans-JĂĽrgen Holzmann 144

Jannik Sandhöfer 147

Jannik Sandhöfer 152

Andreas Fett 156

Lektion 27 Heiliger Geist Tobias Kurz 158

Lektion 28 Gemeinde Martin Piepersberg 162

Lektion 29 Gemeinschaft Daniel Platte 166

Lektion 30 Geistesgaben Oliver Last 171

Lektion 31 Gebet

Exkurs 11 Das Vaterunser

Lektion 32 Gebetshaltung

Exkurs 12 Die zwei Symbolhandlungen der Gemeinde

Lektion 33 Taufe

Lektion 34 Abendmahl

Samuel Rindlisbacher 175

Karl-Ernst Höfflin 179

Samuel Rindlisbacher 183

Lennart Homrighausen 188

Lennart Homrighausen 190

Lennart Homrighausen 195

Lektion 35 Evangelisation David Kröker 200

Lektion 36 Mission

Lektion 37 Heilzeitalter : Israel ↔ Gemeinde

Dr. Arnd Bretschneider 209

Exkurs 13 Die Chronologie des Alten Testaments Dr. Uwe Neureder 214

Lektion 38 Umweltschutz und Klima

Exkurs 14 Digitalisierung

Henrik Mohn 220

Ingo Krause 225

VORWORT DES HERAUSGEBERS

THOMAS KLEINE

Lieber Leser,

wir freuen uns, dass du STABIL glauben in den Händen hältst. Auf dem Cover dieses Buches ist eine Säule abgebildet, ein Symbol für Standfestigkeit, Stärke und Beständigkeit. So wie eine Säule ein Gebäude trägt und ihm Stabilität verleiht, so soll auch dieses Buch jungen Menschen helfen, ihren Glauben fest und sicher zu gründen und belastbar zu machen. Eben stabil.

Unser Anliegen ist es, die Botschaft der Bibel großzumachen. Wir haben bewusst auf eine theologisch-wissenschaftliche Abhandlung verzichtet, obwohl biblische Korrektheit selbstverständlich erwartet und gefordert wurde. Aufgeteilt in 38 Lektionen und 14 Exkurse bietet dieses Buch einen guten Überblick über wesentliche Themen des Glaubens. Die 34 Autoren vermitteln biblische Lehrinhalte umfassend und gut verständlich.

Uns ist bewusst, dass wir nicht den gesamten Reichtum der biblischen Botschaft in wenigen Worten zusammenfassen können. Vielmehr möchten wir » das Ganze vor Augen haben «, ähnlich wie in der Fotografie, bei der die Totale und nicht die Detailaufnahme im Fokus steht.

Bei der thematischen Auswahl haben wir uns an dem Aufbau des Heidelberger Katechismus orientiert und diesen dann um weitere Schwerpunkte ergänzt. Wir wünschen dir eine bereichernde Lektüre und hoffen, dass dieses Buch dazu beiträgt, dass du den christlichen Glauben in seiner Tragfähigkeit, Tiefe und Schönheit neu entdeckst.

Möge es unserem Herrn gefallen, es zu seinem Segen zu gebrauchen.

Thomas Kleine

Witzhelden / Dillenburg im Herbst 2024

DIE BIBEL ALS BASIS

THOMAS KLEINE

Welche Bedeutung hat die Bibel fĂĽr unser Leben ?

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, denen Gott durch den Heiligen Geist klargemacht hat, welche Inhalte sie festhalten sollten. Gott ist also der eigentliche Verfasser ! Somit ist die Bibel ohne Fehler, und wir können ihr bedingungslos vertrauen. Wir lesen sie mit Ehrfurcht und bitten Gott, dass er uns klarmacht, was er uns durch sein Wort sagen möchte. Die Bibel ist auch heute noch aktuell und somit wichtig für unser Leben. Das ist der Grund, warum wir unser Leben als Christen kompromisslos nach ihr ausrichten müssen.

BEKENNTNIS

Wir bekennen, dass die Bibel von Gott kommt. Deshalb ist sie ohne Fehler und irrt sich nicht.

So wie wir Gott bedingungslos vertrauen können, vertrauen wir auch seinem Wort. Die Bibel ist Gottes Wort. Sie ist die Antwort auf sämtliche Glaubens- und Lebensfragen.

Wir verwerfen die Lehre, dass die Bibel lediglich Gottes Wort enthält.

ERKLÄRUNG

Die Bibel ( griechisch biblos = » Buch « ; lateinisch biblia = » Schriftrollen, Bücher « ) ist Gottes inspiriertes Wort : » Alle Schrift ist von Gott eingegeben « ( 2. Timotheus 3,16 ). Wörtlich steht hier » gottgehaucht «. Das meinen wir mit dem Wort » inspiriert « : Gott ist der eigentliche Urheber der Bibel. Er wachte über ihre Entstehung, als Menschen sie geschrieben haben. Weil Gott die Wahrheit in Person ist und nicht

1. Thessalonicher 2,13

2. Timotheus 3,16

2. Petrus 1,21

Hebräer 1,1-3

lügen kann, ist die Bibel für uns Menschen absolut zuverlässig und zeitlos gültig. Sie ist unfehlbar. Das bedeutet, dass sie von Anfang bis Ende wahr ist. An ihr ist nichts falsch –auch wenn wir nicht alles verstehen. Sie ist unentbehrlich. Wir nennen die Bibel deshalb » Gottes Wort «, weil Gott durch sie zu uns redet. Wir ehren Gott, wenn wir uns an sein Wort halten : » So sollst du nun den HERRN, deinen

Gott, lieben und sollst alle Tage seine Vorschriften halten und seine Ordnungen, seine Rechtsbestimmungen und seine Gebote « ( 5. Mose 11,1 ).

Das beste Vorbild für den Umgang mit Gottes Wort ist der Herr Jesus : Er lehrte : » Die Schrift kann nicht aufgelöst werden « ( Johannes 10,35 ), und er predigte : » Denn wahrlich, ich sage euch : Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen

im Reich der Himmel ; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel « ( Matthäus 5,18-19 ). Als der Teufel ihn versuchte, antwortete Jesus ihm mit Bibelzitaten ( vgl. Lukas 4,1-13 ). Selbst am Kreuz zitierte Jesus aus der Bibel ( Matthäus 27,46 ), und nach seiner Auferstehung erklärte er » von Mose und von allen Propheten anfangend [ … ] in allen Schriften das, was ihn betraf « ( Lukas 24,27 ). Von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende spricht die Bibel somit von Christus.

ZUM VERTIEFEN — BIBELSTELLEN

Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat ; er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.

—Hebräer 1,1-3

Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du ĂĽberzeugt bist, da du weiĂźt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nĂĽtzlich zur Lehre, zur ĂśberfĂĽhrung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, fĂĽr jedes gute Werk ausgerĂĽstet.

—2. Timotheus 3,14-17

AUS WEITEREN BEKENNTNISSEN

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. —Barmer Theologische Erklärung ( 31. Mai 1934 ), 1. These

Die Autorität der Heiligen Schrift, derentwegen man ihr glauben, und gehorchen soll, beruht nicht auf dem Zeugnis irgendeines Menschen oder irgendeiner Kirche, sondern gänzlich auf Gott ( der die Wahrheit selbst ist ) als ihrem Autor, und sie ist deswegen an-

zunehmen, weil sie das Wort Gottes ist. [ … ] Der ganze Ratschluss Gottes – bezüglich alles dessen, was notwendig ist zu seiner eigenen Ehre, zum Heil, Glauben und Leben der Menschen – ist entweder ausdrücklich in der Schrift niedergelegt oder kann mit guter und notwendiger Folgerichtigkeit aus der Schrift abgeleitet werden, wozu nichts zu irgendeiner Zeit hinzugefügt werden darf, weder durch neue Offenbarungen des Geistes noch durch Menschenüberlieferungen.

—Westminster Bekenntnis ( 1647 ), Artikel 1

Die »ChicagoErklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel « ist eine ausgezeichnete theologische Erläuterung. Hier werden Lehrsätze zur Bibel bekräftigt und Irrtümer abgelehnt.

—Johannes 5,39
Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen.

ZUSATZINFOS

Die Bibel besteht aus zwei großen Teilen : dem Alten und dem Neuen Testament. Wie eine Bibliothek setzt sich das Alte Testament aus 39 Büchern und das Neue Testament aus 27 Büchern zusammen. Der »rote Faden «, der sich durch das Buch der Bücher zieht, ist Jesus Christus. Im Alten Testament wird er an vielen Stellen angekündigt und beschrieben, und im Neuen Testament lesen

wir von ihm, wie sich das alles erfüllt hat. Das eine ergibt ohne das andere jeweils keinen Sinn. Zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen schrieben 40 Menschen in einem Zeitraum von 1500 Jahren die 66 Bücher der Bibel. Die Verfasser wurden vom Heiligen Geist inspiriert. Demnach ist letztendlich Gott der Verfasser.

Einen aktuellen Überblick über Bibelübersetzungen in Zahlen erhältst du auf der Seite der Wycliffe Global Alliance ( auf Englisch ).

SEIN LETZTES WORT

Die Hirten bekommen die Krippe als Zeichen –Und wer, wenn nicht sie, kennt sich aus mit dergleichen ? Die Sterndeuter ziehen aus Morgenlands Ferne –Und wer, wenn nicht sie, kennt sich aus mit dem Sterne ? Der Himmel zerrissen, als Mensch hier geboren –Und wer, wenn nicht Menschen, sind hier auserkoren ?

Auf vielfältig, vielerlei Weise gesprochen Hat er zu den Vätern in all den Epochen. Doch bruchstückhaft war es, erst dann war’s vollkommen, Als Gottes Sohn selbst ist er zu uns gekommen. Das Wort wurde Fleisch, von der Krippe getragen ; Wer Jesus nicht hört, dem kann Gott nichts mehr sagen.

Die 66 BĂĽcher der Bibel
geschichte

ZITATE

Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist, und dass wir nur anhaltend und etwas demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen. Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muss bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sie uns. Das liegt eben daran, dass in der Bibel Gott zu uns redet. Und über Gott kann man eben nicht so einfach von sich aus nachdenken, sondern man muss ihn fragen. [ … ] Wie wir das Wort eines Menschen, den wir liebhaben, nicht erfassen, indem wir es zuerst zergliedern, sondern wie ein solches Wort einfach von uns hingenommen wird und wie es dann Tage lang in uns nachklingt, [ … ] so sollen wir mit dem Wort der Bibel umgehen. Nur wenn wir es einmal wagen, uns so auf die Bibel einzulassen, als redete hier wirklich der Gott zu uns, der uns liebt und uns mit unseren Fragen nicht allein lassen will, werden wir an der Bibel froh.

—Dietrich Bonhoeffer, deutscher Theologe während der NS-Zeit, hingerichtet am 9. April 1945

( Illegale Theologenausbildung : Finkenwalde 1935–1937, DBW, Band 14, S. 144f ).

Es sind nicht die Teile der Bibel, die ich nicht verstehen kann, die mich stören, es sind die Teile, die ich verstehe.

—wird Mark Twain zugeschrieben, amerikanischer Schriftsteller ( 1835–1910 ).

Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern, dass sie uns kritisiert.

—Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph und Theologe ( 1813–1855 ).

Die Schrift nicht kennen heiĂźt Christus nicht kennen.

—Hieronymus, Kirchenvater und Theologe ( 347–420 ).

DEIN PROJEKT

• Lies Psalm 119 ! Unterstreiche, welche Begriffe für Gottes Wort verwendet werden !

• Lerne die 66 Bücher der Bibel in ihrer Reihenfolge auswendig !

• Starte durch : Mit einem Bibelleseplan ( s. QR-Code ) in einem Jahr durch die Bibel.

BIBELVERSE LERNEN

ANDREAS FETT

Nur an das, was in unserem Inneren ist, können wir uns erinnern. Deshalb ist es notwendig, dass der Inhalt der Bibel tatsächlich unser Inneres erreicht :

BIBELVERSE

Und die Worte, die ich dir heute verkünde, sollen in deinem Herzen sein. Präge sie deinen Kindern ein und rede davon, ob du in deinem Haus bist oder unterwegs, ob du dich hinlegst oder aufstehst. Du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden und als Merkzeichen auf deiner Stirn tragen.

—5. Mose 6,6-8 ( NeÜ )

Mein Sohn, achte auf meine Worte und hör mir gut zu !

Lass sie nicht aus den Augen, bewahre sie in Herz und Sinn !

—Sprüche 4,20-21 ( NeÜ )

Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust ; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern.

Deine Gerechtigkeit habe ich nicht verborgen im Innern meines Herzens.

—Psalm 40,9.11

Die Schreiber der Bibel haben sich auch bewusst Mühe gegeben, dass die Leser Gottes Wort leichter auswendig lernen können. So wurden zum Beispiel die Psalmen 9 ; 10 ; 25 ; 34 ; 37 ; 111 ; 112 ; 119 und 145 alphabetisch aufgebaut. Das bedeutet, dass jeder Vers ( bei Psalm 119 sind es jeweils acht Verse ) mit dem nächsten Buchstaben im Alphabet anfängt : Vers 1 mit A, Vers 2 mit B usw. Da die Psalmen auf Hebräisch geschrieben wurden, lässt sich das in der deutschen Übersetzung allerdings leider nicht mehr nachvollziehen. Aber auch wenn du kein Hebräisch kannst, siehst du immer denselben Buchstaben :

BIBELVERSE

ZITATE

Das Auswendiglernen von Bibeltexten ist ein wichtiges Werkzeug, um geistliches Leben zu lernen. Es ist ein effektiver Weg, unsere Gedanken mit Gutem zu füllen und unser Denken vom Geist Gottes verändern zu lassen ( Römer 12,2 ). Wer Bibelverse aktiv lernt, hat es leichter, » Gott stets vor Augen « zu haben ( Psalm 16,8 ) Es gibt keine bessere Prägung für unsere Gedanken. Sei ausgefüllt mit Gutem, dann bleibt kein Leerraum für Schlechtes. So wird Gottes Verheißung für die Not abrufbar und sein heiliger Name anrufbar.

—Timo Kontermann, Autor.

Habe immer etwas Gutes im Sinn. Sinne täglich nach über Tod und Leben, ob du es finden möchtest, und habe einen freudigen Mut.

—Matthias Claudius, Liederdichter und Schriftsteller ( 1740–1815 ).

BEISPIEL : HANS BERND VON HAEFTEN ( 1905–1944 )

Am 15. August 1944 wurde Hans Bernd von Haeften zum Tod verurteilt und wenige Stunden später gehenkt. Er hatte Hitler vor dem Volksgerichtshof sehr mutig als » Vollstrecker des Bösen « bezeichnet. Der 38-Jährige gehörte der Bekennenden Kirche an und war im Widerstand gegen Hitler. In seinem Abschiedsbrief schrieb er an seine Frau, mit der er fünf kleine Kinder hatte : Wohl in wenigen Stunden werde ich in Gottes Hände fallen. So will ich Abschied von Dir und den Kindern nehmen. [ ] Lass die Kinder viel auswendig lernen an Bibeltexten und Liedern, damit sie es einmal in der Not im Herzen tragen. Es kommen Zeiten des Zweifels und der Entfernung, aber das wird die Kinder auf den festen Grund zurückbringen, wenn er in der Jugend gelegt ist. [ … ] So will ich glaubensfroh sterben.

DEIN PROJEKT

• Lies Psalm 1 + Josua 1. Dann merkst du, wie wichtig es ist, Gottes Worte zu kennen ! Um darüber nachzudenken, musst du sie auswendig kennen !

• Lies Matthäus 4,1-11. Auch der Herr Jesus hatte ein Arsenal an Bibelstellen, die er auswendig kannte. Seine Vorgehensweise versetzt auch uns in die Lage, Versuchungen zu widerstehen : » Es steht geschrieben … «

• Lern-Tipp : Notiere dir von einem Bibelabschnitt nur die Anfangsbuchstaben der jeweiligen Wörter. Du wirst staunen, wie leicht du dich dann an einem Text entlanghangeln und ihn auswendig aufsagen kannst ! Hier ein Beispiel – Psalm 23 in der Lutherübersetzung :

1 D H i m H, m w n m.

2 E w m a e gr A u f m z fr W.

3 E e m S. E f m a r Str u s N w.

4 U o i sch w i fi T, f i k U ; d d b b m, d St u St tr m.

5 D b v m e T i A m F . D s m H m Ă– u sch m v e.

6 G u B w m f m L l, u i w bl i H d H i.

DIE SCHĂ–PFUNG

DR. MARKUS KNIPP

Warum ist es wichtig, dass Gott der Schöpfer ist ?

Gott hat Himmel und Erde in sechs Tagen erschaffen. Der Mensch wurde von Gott nach dessen Ebenbild und vollkommen erschaffen. Weil Gott der Schöpfer allen Lebens ist, ist jeder Mensch von Gott geliebt und gewollt. Das ist zugleich die einzige Grundlage und Begründung für die unantastbare Würde eines jeden Menschen. Gott hat den Menschen als Beziehungswesen geschaffen und die Sehnsucht nach Gemeinschaft in ihn hineingelegt. Geschaffen zu Gottes Ehre soll der Mensch Gott erkennen, ihn von Herzen lieben und für ihn leben.

BEKENNTNIS

Wir bekennen, dass Gott der Schöpfer von allem ist, das existiert. Damit ist er auch dessen Ursprung, Sinngeber, Eigentümer und Erhalter.

Wir verwerfen die Lehre, dass Gott lediglich ein Auslöser für eine ansonsten selbstständige Entwicklung des Lebens war.

Jesaja 45,12.18

Jeremia 27,5 ; 51,15-16

Römer 1,20 ; 11,36

Kolosser 1,16-17

Offenbarung 4,11

ERKLÄRUNG

Die Bibel beginnt mit der Beschreibung der Erschaffung von Erde und Universum aus dem Nichts ( 1. Mose 1,1 ) und begründet damit Ursprung und Zweck der Schöpfung. Sie fand an sechs Tagen statt ( 1. Mose 1,331 ), wodurch auch die Zeit definiert wurde ( Tag-Nacht-Rhythmus, Wocheneinteilung ). Obwohl der biblische Schöpfungsbericht als Sechs-Tage-Schöpfung lange Zeit als eine historische Beschreibung verstanden wurde, wird dies seit ca. 200 Jahren stark angefochten und der Text als unwissenschaftliche, d. h. mythologische oder bildhafte Erzählung abgetan. Die Bibel selbst unterstreicht hingegen die Historizität ( 2. Mose 20,11 ; 31,17 ). Das Verständnis von 1. Mose 1 als eine nicht historisch begründete Beschreibung wirft weitere Fragen auf, auf die im nachfolgenden Exkurs

( S. 19 ) eingegangen wird. Mehr Informationen zu diesem Thema findest du z. B. hier :

Bei der Erschaffung des Menschen durch Gott geht es um mehr als nur um die Erklärung für unsere Existenz ( Römer 11,36 ). So wie der Stuhl eines Tischlers oder das Kunstwerk eines Malers auch den Willen zur Anfertigung des Stuhls oder des Bildes beinhaltet, so beinhaltet auch die Geschöpflichkeit des Menschen Gottes Willen zu unserer Existenz ( Offenbarung 4,11 ). Einfach ausgedrückt : Gott will dich ! Nur deshalb hat dein Leben Sinn und Zweck.

Innerhalb der großen Schöpfung Gottes hat der Mensch eine herausragende Stellung. Er bekam nicht nur eine Funktion von Gott, sondern Gott hat ihn sogar als sein Gegenüber geschaffen. Das wird daran deutlich, dass Gott den Menschen in seinem Bild erschuf und mit ihm kommunizierte ( 1. Mose 1,2630 ). Der Mensch hat dadurch eine Ähnlichkeit zu seinem Schöpfer bekommen, die ihm eine besondere Würde verleiht und vor allen anderen Geschöpfen auszeichnet ( 1. Mose 9,6 ). Gott überträgt ihm die Herrschaftsgewalt und die Aufsicht über die Erde ( 1. Mose 1,28 ; Psalm 8,7-9 ). Schließlich macht uns die Bibel klar, dass Gott den Menschen nicht nur achtet, sondern ihm auch seine tiefe Liebe entgegenbringt ( Johannes 3,16 ).

ZUM VERTIEFEN — BIBELSTELLEN

Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk. Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis – ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. Ihre Messschnur geht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache. In ihm hat er der Sonne ein Zelt gesetzt.

—Psalm 19,2-5

Aber frage doch das Vieh, und es wird es dich lehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden es dir mitteilen, oder rede zu der Erde, und sie wird es dich lehren, und die Fische des Meeres werden es dir erzählen ! Wer erkennt nicht an all diesem, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat ? In seiner Hand ist die Seele alles Lebendigen und der Lebensatem alles menschlichen Fleisches.

—Hiob 12,7-10

AUS WEITEREN BEKENNTNISSEN

Frage 6 : Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen ?

Nein. Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet : wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.

Frage 28 : Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und der Vorsehung Gottes ?

Dass wir in allen Widerwärtigkeiten geduldig, im Glück dankbar und im Blick auf die Zukunft voller Zuversicht zu unserem treuen Gott und Vater sein können, dass uns kein Geschöpf von seiner Liebe scheiden wird, zumal alle Geschöpfe so in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen nicht einmal regen oder bewegen können.

—Heidelberger Katechismus ( 1563 )

Frage 9 : Was ist das Werk der Schöpfung ?

Das Werk der Schöpfung ist die Erschaffung aller Dinge aus dem Nichts, durch das Wort seiner Kraft innerhalb von sechs Tagen, und das alles sehr gut

ZUSATZINFOS

Gottes Ziel mit uns Menschen ist, dass wir

1. ihn erkennen. » Erkennen « bedeutet, Gott so zu sehen, wie er ist. Das geschieht durch die Schöpfung ( Römer 1,20 ) und durch sein Wort ( 2. Timotheus 3,16 ).

Außerdem meint » Erkennen « eine tiefe, intime Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch ( Johannes 17,3.22-23 ).

2. ihn lieben. Auf die Frage nach dem höchsten Gebot antwortet der Herr Jesus : » Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und

ZUM VERTIEFEN

1. Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd ; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil ! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt ; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig ungetrübt.

Frage 10 : Wie schuf Gott den Menschen ?

Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau, nach seinem Bild mit Erkenntnis, Gerechtigkeit und Heiligkeit, mit Herrschaft über die Geschöpfe.

—Der kürzere Westminster Katechismus ( 1647 )

mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand « ( Matthäus 22,37 ).

3. Gott verehren. » Kommt, lasst uns anbeten und uns neigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, der uns gemacht hat ! « ( Psalm 95,6 ). Gott sucht Anbeter ( Johannes 4,23 ).

4. ewig mit Gott leben. Der Tod war ursprünglich kein Bestandteil der Schöpfung ( Römer 5,12 ). Der Herr Jesus hat den tiefen Wunsch, dass wir für immer bei ihm sind ( Johannes 17,24 ). Gott verehren lieben erkennen

3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht ; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht : der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzähl’ge Herde im großen wilden Meer.

5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, ernährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl ; und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual.

6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht ; und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht’. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund.

8. Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm ; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ist’s billig, dass ich mehre sein Lob vor aller Welt. —Paul Gerhardt, 1653

Hörtipp : Vertonung des Liedes »Du meine Seele, singe «

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