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MATTHIAS MROSS

GESCHICHTEN VON TÜFTLERN, ERFINDERN UND WELTVERÄNDERERN

Matthias Mross

Geistesblitze

Geschichten von Tüftlern, Erfindern und Weltveränderern

Best.-Nr. 271937

ISBN 978-3-86353-937-5

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

In Kooperation mit der Studiengemeinschaft Wort und Wissen www.wort-und-wissen.org

Es wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: NeÜ bibel.heute,

© 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft

1. Auflage

© 2024 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Satz und Umschlaggestaltung:

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Umschlagmotiv: © canva.com/@aleksander2

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gern kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

Herzlich danken möchte ich ...

... meiner Frau Ghislaine, an deren Seite ich jahrein, jahraus durch Gottes freie Natur wandern darf und die mit geübtem Blick immer wieder Schöpfungswunder entdeckt und mich in bereichernde Gespräche darüber verwickelt.

... Frau Dr. Friederike Achenbach, die das Manuskript kritisch gelesen und zahlreiche Ideen eingebracht hat.

… Herrn Dr. Reinhard Junker für das Durchsehen einiger Kapitel des Manuskripts.

... meinen Schülerinnen und Schülern von der Freien Evangelischen Schule Lörrach, die immer wieder geduldig meinen Geschichten zuhören und mir durch ihre Beiträge wichtiges Feedback geben.

... jeder Form von künstlicher Intelligenz, die nicht versucht hat, mich während der Arbeit an diesem Buch zu beeinflussen.

E I N L E I T U N G

KLEINES GERÄT, GROSSE WIRKUNG

Vor etwa 2000 Jahren machte man in China eine eigenartige Beobachtung. Ob Gelehrte, Kaufleute oder Seefahrer dahintersteckten, wissen wir nicht. Es ist auch nicht bekannt, wie die Entdeckung zustande kam. Möglicherweise begann alles mit einem Faden, an den jemand einen Splitter eines magnetisches Eisensteins hängte. Vielleicht war es nur ein Spiel, ein absichtsloser Zeitvertreib. Doch dann bemerkte man: Der Splitter richtete sich immer auf die gleiche Weise aus: Das eine Ende zeigte nach Norden, das andere nach Süden.

Diese Eigenschaft regte zum Nachdenken und Experimentieren an. Offenkundig war sie ortsunabhängig: Egal, wohin man mit dem Magnet reiste, sei es an die entferntesten Grenzen des Reiches, sei es auf die höchsten Bergesgipfel – überall stellte er sich nach der Himmelsrichtung ein. Was für ein geheimnisvolles Phänomen! Welche Kräfte waren da am Wirken? Konnte man sich immer auf sie verlassen? War es möglich, sie sich auf irgendeine Weise dienstbar zu machen?

Diese Fragen führten zur Erfindung des Kompasses. Die ersten chinesischen Modelle funktionierten mit Kompassnadeln, die sich in einem Gefäß auf Wasser schwimmend ausrichteten. Während der Kreuzzüge lernten europäische Seefahrer dieses Gerät kennen und passten es ihren Zwecken an. Man entwickelte den trockenen Kompass, bei dem die Nadel frei beweglich auf einem Stift gelagert ist. Zum Ablesen

der Himmelsrichtungen kam eine hübsche Windrose dazu. Dieses nun ziemlich präzise arbeitende Instrument fand um das Jahr 1600 den Weg zurück nach China.

Der Kompass revolutionierte die Seefahrt und damit die Weltgeschichte. Anfangs rief er allerdings bei vielen Matrosen Misstrauen hervor. Man witterte Magie und böse Geister, sodass die Kapitäne im Verborgenen damit hantieren mussten. Doch die Vorteile der Erfindung lagen auf der Hand. Wollte man in der Antike oder im frühen Mittelalter von Europa in den Orient reisen, war man gezwungen, mit dem Schiff in Küstennähe zu bleiben und sich an Landmarken zu orientieren.

Das war zeitraubend und ließ pro Jahr nicht mehr als eine Hin- und Rückfahrt zu. Mit dem Kompass aber konnte man das Ziel auf direktem Weg ansteuern. Damit waren jährlich mindestens zwei Orientfahrten möglich; Handel und Wissensaustausch nahmen zu.

Auch lagen die Reiseziele in immer weiterer Entfernung; man erreichte unbekannte Länder und Kontinente. Kolumbus steuerte 1492 über den Atlantischen Ozean bis nach Amerika, Vasco da Gama fand 1498 den Seeweg um Afrika herum nach Indien. Wenige Jahre darauf umrundete Magellans Expedition den Erdball. Im Verein mit anderen Navigationsmethoden – man denke an die Bestimmung der geografischen Breite mithilfe von Polarstern oder Sonne – fanden die Seefahrer

zu den von ihnen entdeckten Orten zurück, selbst wenn es kleinste Inseln im Ozean waren.

Die Entwicklung des Kompasses dauerte Jahrhunderte, und viele Menschen waren daran beteiligt. Diese unscheinbare Nadel zeigt deshalb nicht nur, wo Norden und Süden liegen, sondern zeugt auch von Kreativität und Erfindungsgeist. Es lohnt sich, innezuhalten und zu fragen: Was sagt uns der Kompass noch?

Kreativität ist eine Gabe Gottes

Nach dem Zeugnis der Bibel erschuf Gott den Menschen nach seinem Bild und verlieh ihm damit einen besonderen Rang. Zu dieser Ebenbildlichkeit gehört die schöpferische Veranlagung – die Gabe, sich neuartige Dinge vor- und auch herzustellen.

Erfindungsgeist ist geradezu ein Markenzeichen des Menschen. Es gibt kein einziges Tier, das wie der Mensch abstrakt denken, planen, experimentieren und über Jahre hinweg Projekte verfolgen kann. Mit seinen Erfindungen und der daraus resultierenden Technik macht der Mensch das Unmögliche möglich. Er dehnt die Reichweite seiner Sinne und seines Einflusses aus. Er dringt nicht nur in ferne Länder vor, sondern auch in die Luft, ins Weltall, ins Reich der Mikroorganismen und der Elementarteilchen. So verändert er Schritt für Schritt seinen Alltag und das Aussehen der Erde.

Erfindungen verdrängen Vertrautes

Kreatives Wirken bereichert die menschliche Kultur – und bewirkt gleichzeitig Verlust. Der Kompass war praktisch. Er ermöglichte nicht nur das direkte Ansteuern der Reiseziele, sondern er machte dies auch zum Normalfall. Wozu noch an der Küste kleben bleiben und Umwege in Kauf nehmen? Wozu an alten Navigationsmethoden hängen, da man doch ein Gerät hatte, das es besser konnte? Mittlerweile ist übrigens auch der Magnetkompass überflüssig geworden. Der Kreiselkompass ist exakter und weniger anfällig, außerdem hat man das satellitengesteuerte GPS.

Erfindungen sind vereinnahmend

Der Kompass hat manche Irrfahrt verhindert und dadurch Menschenleben gerettet. Moderne Navigationssysteme retten uns aus dem Verkehrschaos der Großstädte. Die Kehrseite: Eine ständige Verwendung der Technik führt dazu, dass man sich immer mehr auf sie verlässt, dass man abhängig von ihr wird und vergisst, dass es auch anders geht. Wie schön kann es sein, aufs Geratewohl einen Ausflug zu unternehmen und sich dabei nur auf seine fünf Sinne zu verlassen! „Wer sich die Welt zunutze macht, soll sich nicht von ihr beschlagnahmen lassen. Denn die Welt in ihrer jetzigen Gestalt wird vergehen“ (1. Korinther 7,31).

Erfindungen bringen Segen und Fluch

Oft geht es bei Erfindungen nicht nur um die Verbesserung der Lebensumstände, sondern auch um Ansehen, Macht und Profit. Das muss man leider auch vom Kompass sagen: Seine Verwendung führte nebst der Entdeckung neuer Völker auch zu deren Versklavung und Ausrottung. Wie anders wäre es gewesen, wenn die Europäer nicht als Herren, sondern als Diener nach Amerika gekommen wären, als glaubwürdige Verkündiger der frei machenden Botschaft von Jesus Christus! Beten wir um Weisheit, dass wir die uns anvertraute Gabe der Kreativität im Sinne des Schöpfers einsetzen!

Gott kann es besser

Orientierung ist keine einfache Angelegenheit. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass viele Tiere –beispielsweise Vögel, Fische oder Schmetterlinge –einen inneren Sinn besitzen, der es ihnen erlaubt, über Tausende von Kilometern hinweg den Weg zu finden. Es handelt sich um Navigationssysteme im Miniaturformat, die das Magnetfeld der Erde, die Polarisation des Sonnenlichtes und vieles mehr ausnutzen. Diese Systeme sind in den Genen programmiert, sie werden weitervererbt und von den Tieren souverän eingesetzt, ohne dass man es ihnen beibringen muss. Man sieht: Auf wunderbare Weise hat Gott seine Geschöpfe mit den

verschiedensten Fähigkeiten ausgestattet. Er ist der größte Erfinder. Er macht keine Fehler wie der Mensch, muss auch nicht lange herumprobieren. „Denn er sprach und es geschah; er gebot und es stand da“ (Psalm 33,9).

Gottes Erfindungen sind unsere Grundlage

Gott lässt Holz wachsen und legt Metalle in den Boden – Rohstoffe, die der Mensch seit Jahrhunderten zum Schiffsbau verwendet. Von Gott kommt das Magnetfeld der Erde, das die Navigation mit dem Kompass ermöglicht. Er erschuf das Meer, „groß und weit nach allen Seiten hin“ (Psalm 104,25), auf dem die Schiffe ihre Bahn ziehen. Wenn wir Menschen etwas erfinden oder herstellen, gehen wir immer von Dingen aus, deren Ursprung in Gott liegt. Das sollte uns zu Bescheidenheit und Demut führen.

In diesem Buch wird an markanten Beispielen aus der Geschichte der Facettenreichtum menschlicher Kreativität dargestellt. Mehr oder weniger bekannte, manchmal auch verkannte Tüftler, Erfinder und Weltveränderer sollen zu Wort kommen. Die Anregungen „Zum Weiterdenken“ am Ende jedes Kapitels sind zur Vertiefung der Themen gedacht. Natürlich darf der Leser auch selbst erfinderisch tätig werden! Im letzten Teil des Buches wird dann

der Fokus auf Gottes Schöpferweisheit gerichtet. Wir werden sehen, dass Gottes Kreativität keine Grenzen gesetzt sind und an allen Ecken und Enden Schöpfungswunder auf uns warten. Eines Tages gar wird uns Gott mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde überraschen. Das gibt – im Gegensatz zu allen menschlichen Errungenschaften – echte Hoffnung.

→ Im 20. Jahrhundert wurde entdeckt, dass das Erdmagnetfeld gefährliche, von der Sonne herkommende Strahlen ablenkt. So sind uns die Dinge, die Gott erschafft, oft in mehrfacher Hinsicht nützlich – auch wenn wir nichts davon ahnen.

→ Gottes Erfindungen treffen wir überall an, nicht nur in der belebten Welt. Ein Blick zum Sternenhimmel genügt ... Welches der Schöpfungswunder begeistert dich am meisten?

→ Bevor du weiterliest, überlege auch: Welches ist deiner Meinung nach die bedeutendste menschliche Erfindung? Warum?

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