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Irene Howat

Kleine Helden – ganz normal 1

Kinder, die die Welt veränderten

Best.-Nr. 271935

ISBN 978-3-86353-935-1

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

Die Lebensbilder dieses Buches wurden mit freundlicher Genehmigung von Christian Focus Publications aus folgenden Büchern von Irene Howat zusammengestellt:

»Ten boys who made a difference« »Ten girls who made a difference«

»Ten boys who changed the world«

»Ten girls who changed the world«

© Copyright 2001/2002 Christian Focus Publications

2. Auflage 2024

© 2004–2024 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Übersetzung: Svenja Tröps, Heike Soldner

Satz und Umschlaggestaltung:

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

Umschlagmotiv: © freepik.com; Susanne Malessa

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gern kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

Vorwort des Verlages

Durch die Jahrhunderte hindurch gebrauchte Gott Menschen, um sein Werk in dieser Welt voranzutreiben. Entscheidend war dabei nicht deren Herkunft oder Bildung, sondern der einfache Wunsch, dem Herrn zu dienen.

Dies wird anhand der Lebensbilder berühmter Glaubenspersönlichkeiten in diesem Buch deutlich. Der Blick in die Kindheit dieser Menschen zeigt, dass schon in frühen Jahren die Weichen für ihr späteres Leben gestellt wurden. So möchte dieses Buch nicht nur einen kleinen Einblick in die Kirchengeschichte bieten, sondern Kinder mit Vorbildern des Glaubens bekannt machen. Charaktereigenschaften, die den Dienst dieser Männer und Frauen prägten, werden herausgestellt, und es wird ihre Bedeutung für ein Leben in der Nachfolge erklärt, um so Kinder zu einem bewussten Leben mit dem Herrn Jesus anzuleiten.

Die Lebensbilder sind in ihrer historischen Reihenfolge angeordnet, sodass der Leser Einblicke in Geschichte und Kultur über einen Zeitraum von mehr als sechzehn Jahrhunderten bekommt.

Dieses Buch soll auch für Eltern und Mitarbeiter eine Anregung sein, sich mit den Biografien der

Männer und Frauen zu beschäftigen, die uns im Glauben vorangegangen sind und deren Leben uns Vorbild und Ermutigung auf dem eigenen Weg werden kann.

Der Verlag, Sommer 2024, Dillenburg

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Augustinus (354–430)

Augustinus hob ganz langsam den Arm. Auf gar keinen Fall wollte er die Vögel aufschrecken, die hoch über seinem Kopf friedlich auf einem Ast schliefen. Dann legte er einen Stein in das Lederstück seiner Schleuder und zog die KatzendarmSchnur zurück. Ping! Der Stein flog durch das Astwerk und geradewegs in die Gruppe der Vögel. Man hörte einen dumpfen Schlag, und eines der Tiere fiel vor seinen Füßen zu Boden. »Treffer!«, jubelte der Junge. »Du wirst einen leckeren, kleinen Braten abgeben. Und jetzt wollen wir doch mal sehen, wohin deine kleinen Freunde geflogen sind!«

Leise kroch er durch das Unterholz und vermied es geschickt, kleine Zweige zu zertreten, deren Knacken ihn verraten hätte. »Da sind sie!«, murmelte er vor sich hin, als er den Schatten der kleinen gefiederten Tiere ausmachte, den die Vögel unter der hellen nordafrikanischen Sonne warfen. »Ich versuch es mit einem Doppeltreffer«, entschloss er sich. Aus seinem Ledersäckchen holte er eine Handvoll Steine. Er suchte zwei aus, die zusammen in seine Schleuder passen würden. Sie mussten auf einer Seite abgerundet sein, aber auf der anderen flach, zudem gleich groß und gleich

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schwer. »Perfekt«, flüsterte er. »Diese beiden sind ideal.« Erneut wurde die absolute Stille durch das »Ping« unterbrochen, diesmal aber gefolgt von zwei dumpfen Aufschlägen.

Augustinus riss ein Stück einer langen Kletterpflanze von dem Baum ab, auf dem die Vögel gerastet hatten. Damit band er die drei Tiere an den Beinen zusammen. »Vater kann zwei der Vögel haben«, überlegte er sich. »Das dürfte ihn in gute Laune versetzen.«

»Ich bin’s, Mutter!«, rief Augustinus, als das Haus in Sichtweite kam. Aber niemand antwortete ihm. Er ließ seine Beute auf den Boden fallen und ging leise hinein. Es dauerte einen Augenblick, bis sich seine Augen nach der gleißenden Sonne an das Dunkel des Raumes gewöhnten. Er war nicht überrascht, seine Mutter auf den Knien vorzufinden. Monika war Christin, und wenn sie nicht gerade mit den zahlreichen Aufgaben einer afrikanischen Mutter beschäftigt war, lag sie auf den Knien und betete. Augustinus hörte ihr einen Augenblick zu: »Herr, bitte vergib meinem Kind seine Sünden. Bitte errette seine Seele und gebrauche ihn, um anderen von dir weiterzusagen«, flehte sie.

»Sie betet mal wieder für mich, wie meistens«, dachte Augustinus, als er leise rückwärts wieder hinaus ins Sonnenlicht trat. »Vielleicht werde ich eines Tages tatsächlich ein Christ, aber im Moment will ich mein Leben lieber genießen. Ich wünschte,

Mutter würde aufhören, Gott um meine Errettung anzuflehen, bis ich erwachsen bin. Natürlich wäre es so leicht, ihr zuliebe Christ zu werden, aber solange ich jung bin, will ich lieber machen, was mir Spaß macht.«

»Heute war jemand von der Wache hier, mein Sohn«, erzählte Monika ihrem Jungen, als sie später zu ihm in den Hof trat. »Es hat Ärger gegeben, und sie wollten wissen, ob du beteiligt warst.«

Augustinus sah sie an. »Was soll ich denn getan haben?«, fragte er und lachte ein wenig nervös. »Ich hab’s jedenfalls nicht getan, und ich war auch nicht dort, als es passierte.«

Seine Mutter sah ihn mit ernster Miene an. »Augustinus«, erklärte sie ihm, »ich weiß, dass du nicht dabei gewesen bist. Du warst bei mir, als der Diebstahl stattgefunden hat. Aber ich weiß auch, dass du dich nicht immer in guter Gesellschaft befindest und dass du schon mancherlei Unsinn angestellt hast.«

Augustinus blickte kurz zu Boden, hob aber dann wieder den Kopf: »Ich bin doch noch jung, Mutter«, antwortete er ihr. »Ich mache nichts, was die römische Wache ernsthaft auf den Plan rufen würde. Und ich verspreche dir, ich werde darüber nachdenken, Christ zu werden ... irgendwann.«

»Irgendwann kann es zu spät sein«, warnte seine Mutter ihn. »Niemand weiß, ob sein Leben nicht ein plötzliches Ende findet.«

Ein unangenehmes Gefühl beschlich den Jungen. »Meines aber nicht!«, erwiderte er trotzig.

»Mir geht es nicht gut«, jammerte Augustinus. Das Gespräch mit seiner Mutter war noch gar nicht so lange her.

»Was fehlt dir?«, wollte seine Mutter wissen. »Bist du krank?« Bevor Augustinus ihr antworten konnte, wurde sein Körper von einem heftigen Krampf durchgeschüttelt. Vor Schmerzen krümmte er sich am Boden, und es dauerte einige Minuten, bevor er wieder in der Lage war zu sprechen. »Mein Bauch, Mutter«, wimmerte er. »Mir tut der Bauch so furchtbar weh.«

Monika legte ihm die Hand auf die Stirn. Sie fühlte sich ganz heiß an, und Schweißtropfen bildeten sich auf seinem Gesicht. Er wurde von einem weiteren Krampf zu Boden geworfen. Eine Stunde später lag er auf seinem Lager und wand sich in Fieberkrämpfen. In einem Augenblick war sein Körper glühend heiß, im nächsten bibberte er vor Kälte. Immer wieder wusch seine Mutter seinen Körper ab, um das Fieber zu senken, und flößte ihm Wasser ein.

»Es geht ihm sehr schlecht«, beobachtete auch Patrizius, sein Vater. »Ich habe den Göttern ein Opfer für ihn dargebracht, aber sicherheitshalber solltest du auch zu deinem Gott beten.«

»Ich habe seit seiner Geburt um seinetwillen zu Gott, dem Herrn, gefleht«, entgegnete Monika ihm,

»und heute habe ich noch nicht im Beten innegehalten.«

»Ich verstehe euch Christen nicht«, gab Patrizius verwundert zu. »Warum sollte dein Gott deine Gebete erhören, wenn du ihm noch nicht einmal ein Tier opferst?«

»Mutter«, unterbrach Augustinus ihr Gespräch, »ich glaube, ich muss sterben.«

Monika sah ihn lange an und streichelte sanft seine Hände. »Wird er wirklich sterben?«, fragte auch sie sich. »Seit Tagen hat er schon nichts mehr gegessen, und er hat so viel Gewicht verloren. Er ist ja nur noch Haut und Knochen.«

»Bitte, Mutter«, bat ihr Junge unter Tränen. »Bitte hole schnell den Priester. Ich will in den Himmel kommen, wenn ich sterbe.«

Seine Mutter küsste ihn, und ihre Tränen vermischten sich mit denen ihres Sohnes. »Ich hole den Priester«, versprach sie. Aber als sie zurückkam, nicht wissend, ob sie ihr Kind tot oder lebendig antreffen würde, entdeckte sie zu ihrem großen Erstauen, dass es ihrem Sohn plötzlich sehr viel besser ging. Er saß aufrecht in seinem Bett und aß eine Mango.

»Gepriesen sei der Herr!«, rief Monika und lachte vor Erleichterung. »Gepriesen sei der Herr!«

»Ich glaube, ich bin dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen«, sagte Augustinus und grinste ihr entgegen.

Augustinus liebte seine Mutter. Er wurde erwachsen und war trotz all ihrer Belehrungen noch immer kein Christ. Darüber hinaus führte er ein sehr unmoralisches Leben. Monika war deswegen bestimmt todtraurig, aber sie hörte nicht auf zu beten. Obwohl sie stolz auf den wachen Verstand ihres Sohnes war, der nun jenseits des Mittelmeeres in Italien als Professor arbeitete, wünschte sie sich nichts sehnlicher als seine Bekehrung. Patrizius, der immer noch seine römischen Götter anbetete, scherte sich nicht um das Betragen seines Sohnes, denn das entsprach dem üblichen Verhalten eines Römers.

Eines Tages im Jahre 386 – Augustinus war mittlerweile 32 Jahre alt – ging er über eine Straße der italienischen Stadt Mailand. Er ging an einem Bettler vorüber, der lachend am Straßenrand saß.

»Wie kann dieser Mann bloß lachen?«, fragte er sich. »Er sitzt hier auf der Straße, besitzt nichts außer den Kleidern am Leib und weiß noch nicht einmal, ob er heute etwas zu essen bekommen wird. Aber trotzdem ist er glücklich. Dieser Mann lacht!« Augustinus lief weiter. »Und hier gehe ich«, sann er weiter nach. »Ich habe einen guten Beruf, jede Menge schöne Frauen, viel Geld, feine Kleider und so viel zu essen, wie ich will.« Er blieb stehen und drehte sich noch einmal nach dem lachenden Bettler um. »Er hat nichts und ist glücklich, und ich habe alles und bin unglücklich. Was für ein Elend!«

»Würdest du einmal mit mir zur Kirche gehen?«, bat ihn ein Freund.

Augustinus lag eine abweisende Antwort schon auf der Zunge. Da erinnerte er sich an den Bettler. »Na gut, ich komme mit«, willigte er ein. »Ich habe gehört, dass Ambrosius ein guter Prediger ist.«

»Das solltest du am besten selbst herausfinden«, bemerkte sein Freund. Monika, die ihrem Sohn kurze Zeit später nach Mailand gefolgt war, hörte von seinem geplanten Kirchenbesuch und betete. Und wie sie betete!

»Er ist wirklich ein guter Prediger, das muss man ihm lassen«, dachte Augustinus nach ihrem gemeinsamen Kirchenbesuch. »Ich muss wirklich gründlich über das nachdenken, was er gepredigt hat.«

Und das tat er eine Zeit lang. Er weinte sogar. »Ich kann es einfach nicht begreifen«, erzählte er Monika eines Tages. »Meine Sünden sind so furchtbar. Wie sollte Gott mich lieben können? Wie konnte Jesus nach alledem, was ich getan habe, für meine Sünden sterben?«

»Jesus starb für uns, weil wir Sünder sind«, erklärte ihm seine Mutter. »Er hätte doch gar nicht sterben müssen, wenn wir vollkommen gewesen wären. Sein Blut wurde am Kreuz für dich und für mich vergossen. Deshalb können wir von unseren Sünden reingewaschen werden.«

Bald darauf war Augustinus mit einem Freund im Garten. Er ließ seinen Gefährten unter einem Baum sitzen und wanderte rastlos auf und ab. In seinem Kopf herrschte ein furchtbares Durcheinander. »Nimm und lies; nimm und lies«, hörte er plötzlich einen Singsang wie von Kinderstimmen. »Ist das ein Kinderlied?«, fragte er sich, konnte sich aber nicht an solch ein Lied erinnern. Plötzlich erkannte er, dass Gott es war, der zu ihm sprach. Er eilte zu seinem Freund, der im Besitz des biblischen Briefes an die Römer war. Augustinus öffnete diese Abschrift und las Worte, die ihm sagten, dass er auf Jesus blicken und sein sündiges Leben ändern sollte. Augustinus erkannte plötzlich die Wahrheit, bekannte seine Sünden und glaubte an Jesus. Als er und sein Freund ins Haus zurückkehrten, durfte Monika erfahren, dass all ihre Gebete erhört worden waren.

Augustinus befasste sich sehr gründlich mit der Bibel und wurde ein begabter Lehrer des christlichen Glaubens. Genau acht Jahre nach seiner Bekehrung wurde er zum Bischof von Hippo ernannt, der zweitgrößten Stadt Nordafrikas. »Ich bin nun glücklicher als jemals zuvor in meinem Leben«, erzählte er einem seiner Freunde. »Und das dank des lachenden Bettlers, der mich erkennen ließ, wie unglücklich ich wirklich war, und dank der Gebete meiner Mutter.«

»Es gibt so sonderbare Lehren«, erfuhr er von seinem Freund. »Manche Leute behaupten, das

römische Imperium sei untergegangen, weil wir nicht mehr den Göttern geopfert hätten. Andere sagen, dass wir in den Himmel kommen, wenn wir ein ordentliches Leben führen, als ob dies mit dem Glauben an Gott nicht viel zu tun hätte. Und es gibt einen Mann namens Pelagius, der lehrt, dass wir gut sein können und unser Problem allein darin besteht, dass wir uns dagegen entscheiden.«

»Es gibt noch viel mehr sonderbare Lehrer«, ergänzte ein Priester, der sich mit ihnen unterhielt. »Habt ihr schon von den Donatisten gehört?«

Augustinus nickte. »Sie haben wirklich sehr seltsame Ideen. Sie behaupten, dass in der Kirche nur Leute sein dürften, die vollkommen gut sind und dass niemand, der nicht so gut ist wie sie selbst, hereingelassen werden dürfte!«

»Dann gibt es keine Hoffnung für mich«, erwiderte sein Freund. »Ich kenne mich selbst gut genug, um zu wissen, dass ich nicht in ihre Art von Kirche hineinpasse.«

»Wir müssen etwas dagegen unternehmen«, verkündete der Bischof entschlossen. »Oder es weiß am Ende keiner mehr, was Christen wirklich glauben. Man wird annehmen, dass das Christentum eine Religion ist, die man sich selbst stricken kann – glaube einfach nur an Jesus und füge seiner Lebensgeschichte hinzu, was auch immer du willst.«

»Ich glaube, dass Gott dir einen so wachen und klaren Verstand gegeben hat, damit du diese Dinge

1 für uns alle durchschauen kannst«, überlegte der Freund von Augustinus. »Es herrscht ein solches Durcheinander.«

»Mit der Hilfe Gottes werde ich tun, was ich kann. Und du«, bat er seinen Gefährten, »musst beten, dass ich die Wahrheit erkenne, wenn ich mich mit der Bibel beschäftige und dass ich keine einzige Lehre akzeptiere, die nicht mit Gottes Wort übereinstimmt.«

»Ich habe gehört, das Buch des Bischofs sei beinahe fertig«, erzählte man sich in Hippo im Jahre 400. Zehn Jahre später hörte man ähnliche Neuigkeiten: »Ich habe gehört, Augustinus habe ein weiteres Buch geschrieben«, raunte man sich aufgeregt zu. »Was für einen Verstand dieser Mann doch hat!« Und es blieb nicht allein bei diesen zwei Büchern. Augustinus, der Bischof von Hippo, verbrachte die meiste Zeit damit, sich mit Irrlehren zu beschäftigen, sie mithilfe der Bibel zu widerlegen und die Wahrheit klar herauszustellen.

»Augustinus hat mir geholfen, die Wahrheit zu erkennen«, sagte ein Christ zu seinen zwei Begleitern, als sie im Jahre 421 durch die Straßen Hippos spazierten. »Nach dem bösen Einfluss des römischen Imperiums habe ich mich so sehr bemüht, dass die Angehörigen meiner Kirche ein sündloses Leben führen, dass ich schon fast das Gleiche lehrte wie Pelagius. Wie falsch ich dabei doch gelegen habe! Natürlich möchte Gott, dass wir so leben, wie es ihm gefällt, aber dadurch kommen

wir nicht in den Himmel. Allein durch den Glauben an Jesus werden wir errettet. Es ist ganz egal, wie sehr wir uns um ein gutes Leben bemühen, wir werden niemals Erfolg haben, weil wir nämlich von Natur aus Sünder sind. Ich muss zugeben, dass ich nicht das gelehrt habe, was in der Bibel steht. Aber jetzt hat der Bischof mich eines Besseren belehrt!«

»Und ich habe jetzt endlich eine passende Antwort für die Donatisten«, stimmte sein Gefährte eifrig zu. »Natürlich sollten wir Sünder nicht davon abhalten, zur Kirche zu kommen. Schließlich hat Jesus selbst gelehrt, dass bis zur Ernte auch Unkraut zwischen dem Weizen wachsen würde. Genauso verhält es sich auch in der Gemeinde. Es werden immer einige Nichtchristen kommen. Gott sei Dank, denn immerhin könnten sie sich schließlich doch noch bekehren. Ich bin dem Bischof sehr dankbar, dass er das klargestellt hat.«

»Wir alle, sogar die Römer, verdanken Augustinus sehr viel «, sagte ein Priester. »Sie dachten, das Imperium sei untergegangen, weil sie nicht mehr ihren Göttern geopfert haben, aber Augustinus konnte ihnen anhand der Bibel zeigen, dass dies das Gericht Gottes war und mit vermeintlich verärgerten Göttern nichts zu tun hatte! Vielleicht werden einige von ihnen nun zum wahren Glauben an Jesus kommen.«

Sie gingen weiter. Der Priester war tief in Gedanken versunken. »Worüber denkst du nach?«, fragten ihn die anderen.

»Ich habe nur überlegt, wie viel Augustinus für die Kirche getan hat. Bevor er kam, herrschte doch ein furchtbares Chaos. Wir kannten die Bibel nicht, und das, was wir wussten, verstanden wir nicht! Ich glaube, die Kirche wird sich noch in Hunderten von Jahren an Augustinus erinnern, vielleicht sogar in Tausenden. Denn er hat uns wieder auf den richtigen Weg gebracht.«

»Vielleicht hast du recht«, stimmten ihm seine Freunde lachend zu. »Aber wir werden das jedenfalls nicht mehr erleben!«

Wissenswertes

Das Mittelmeer liegt zwischen Europa und Asien. Der einzige Zugang zum offenen Ozean ist die Meerenge von Gibraltar. Das Mittelmeer ist über zweihundert Kilometer lang und erstreckt sich über eine Fläche, die zehnmal so groß ist wie die Großbritanniens.

Kerngedanke

In seiner Kindheit gerieten Augustinus und seine Freunde oft in Schwierigkeiten. Seine Mutter hatte erkannt, dass seine Freunde einen schlechten Einfluss auf ihren Sohn ausübten. Es ist sehr wichtig, sich seine Freunde gut auszusuchen. Bitte Gott um Hilfe, damit du Freunde findest, die ihm vertrauen und ihn ehren. Wenn deine Freunde nicht an Jesus glauben, bitte Gott, dass er dir hilft, ihnen von ihm und seiner Liebe zu erzählen.

Zum Nachdenken

Augustinus lebte vor seiner Bekehrung ein sehr unmoralisches Leben. Er missachtete Gottes Gebote.

Lies 2. Mose 20. Augustinus ignorierte Gottes Gebote ganz bewusst, weil er dachte, er würde dann mehr Spaß haben. Aber als Jesus in Augustinus’ Leben kam, veränderte sich sein Herz. Welche Bereiche in deinem Leben müssen anders werden?

Hast du Jesus schon gebeten, die Kontrolle in deinem Leben zu übernehmen?

Gebet

Lieber Gott, bitte hilf mir, dich mit meinem Leben zu ehren. Bewahre mich vor Sünden. Mir tut es leid, dass ich dir so oft missfallen habe. Aber danke, dass du mich liebst und mir vergibst. Amen.

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