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Rosaria Butterfield Fünf Lügen unserer Zeit

Rosaria Butterfield Fünf Lügen unserer Zeit

Best.-Nr. 271915

ISBN 978-3-86353-915-3 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

Best.-Nr. 8652154

ISBN 978-3-98665-154-1 Verbum Medien

Titel des amerikanischen Originals: Five Lies of Our Anti-Christian Age

Copyright © 2023 by Rosaria Butterfield

Published by Crossway, 1300 Crescent Street, Wheaton, Illinois 60187

Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen.

Außerdem wurden verwendet:

NeÜ bibel.heute © 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft (NeÜ). Darüber hinaus wurden verwendet: Einheitsübersetzung 2016 (EÜ), Lutherbibel 2017 (LUT), Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), Zürcher Bibel (ZB).

1. Auflage

© 2024 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Übersetzung: Carolin Nietzke Satz und Umschlaggestaltung: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Umschlagmotiv: © Jordan Singer, © freepik.com/rawpixel.com (Hintergrund)

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gern kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

Fünf Lügen unserer Zeit

Rosaria Butterfield

INHALT

Lüge #1 — Homosexualität ist normal

1 Einmal homosexuell, immer homosexuell? 57

2 Was bedeutet Intersektionalität? 77

3 Was bedeutet homosexuelle Orientierung? 85

4 Wie kann Homosexualität eine Sünde sein, wenn sie sich für manche normal anfühlt? 109

Lüge #2 — Spirituelle Menschen sind barmherziger als bibeltreue Christen

5 Finde ich Gott in einem uralten Buch oder in mir? 135

6 Die Bibel kennt mich besser als ich mich selbst 149

Lüge #3 — Feminismus ist gut für die Welt und die Kirche

7 Kennst du dich selbst, und woher weißt du das? 173

8 Muss das Evangelium durch den Feminismus gerettet werden? 189

9 Die Kraft einer weiblichen Stimme 201

Lüge #5 — Sittsamkeit ist eine überholte Zumutung,

VORWORT

Der Teufel ist ein Lügner. Nicht nur ein dahergelaufener Schwindler, sondern ein äußerst geschickter Lügner. Normalerweise vermeidet er direkte Angriffe – Täuschung und Irreführungen sind ihm lieber. Genau wie die Schlange im Garten Eden lediglich andeutete, dass Gottes Wort vielleicht nicht vollkommen vertrauenswürdig wäre. Der Teufel hat sich auf Fallen spezialisiert (2Tim 2,26). Er gibt sich als Engel des Lichtes aus (2Kor 11,14). Er verblendet den Verstand der Ungläubigen (4,4). Unser Feind, die alte Schlange, die Teufel oder Satan genannt wird, ist böse, hinterlistig und verlogen (Offb 12,9). Er ist der Vater der Lüge (Joh 8,44).

Der Teufel belügt uns auf viele verschiedene Arten. Zwar spricht er nicht mehr durch eine Schlange, aber trotzdem weiß er genau, wie er sich Gehör verschaffen kann. Manchmal beeinflusst er direkt unsere Gedanken. Oder er hält uns davon ab, das zu sehen und zu hören, was wir sollten. Ich vermute, dass er am häufigsten in Halbwahrheiten redet, die uns in Tausenden Filmen, Serien oder Nachrichtensendungen begegnen. Seine Stimme schallt durch die Universitäten bis zu den Zentren der Macht. Und wenn wir genau hinhören, können wir feststellen, wie sich sein Reden in christliche Bücher oder Blogs einschleicht, sogar von Pastoren und Kirchen.

Deshalb ist dieses Buch so wichtig. Es geht mutig an die Sache heran und wird Sie aufrütteln. Sie werden wahrscheinlich nicht jedem Satz zustimmen. Ich kann mir aber niemanden vorstellen, für den es nicht wichtig wäre, zu hören, was Rosaria zu sagen

hat. Beziehungsweise, es ist nicht das, was sie uns zu sagen hat –sondern das, was Gott uns gesagt hat. Und sie weiß davon und dass wir es hören müssen. Rosaria Butterfield ist eine Freundin von mir, und sie möchte auch zu Ihnen wie zu einem Freund sprechen – wenn Sie es zulassen. Sie ist intelligent, fürsorglich und selbstironisch. Und noch etwas, von dem ich hoffe, dass Sie es zu schätzen lernen: In einer Welt voller weichgespülter Gehirne und morscher Herzen hat sie keine Angst, Ihnen zu sagen, was sie wirklich denkt. Ach, wenn es doch mehr von ihrer Sorte gäbe!

In unserer Welt tobt ein Krieg zwischen dem Guten und dem Bösen. Obwohl es uns vielleicht lieber wäre, wenn dieser Konflikt an anderer Stelle ausgetragen würde, können wir uns nicht aussuchen, in welche Zeit wir geboren werden. An vorderster Front stehen heute die Kämpfe um Geschlecht, Gender und Identität. Wir müssen genau an diesen Stellen für einen Kampf bereit sein. Unterschätzen Sie nicht die Macht Ihres Gegners. Der Teufel will, dass wir uns seiner Rebellion gegen Gott anschließen. Er will uns zu Feiglingen und Verrätern machen. Wir sollen an den Mythos unserer eigenen Autonomie glauben. Er will, dass wir die weiße Flagge hissen und uns auf die Seite des Feindes schlagen – ob äußerlich sichtbar oder nur innerlich, das ist ihm egal. Er hasst jeglichen geistlichen Segen in Christus. Er hasst die Macht Christi. Er hasst Christi Gnade, die uns nicht nur vergibt, sondern uns auch in sein Bild verwandelt. Er hasst das Evangelium und die Gemeinde Jesu. Er hasst glückliche Ehen und intakte Familien. Er hasst das Streben nach Heiligkeit und Gehorsam. Der Teufel hasst Christen, die standhaft sind.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es ein zentrales Gebot für den geistlichen Kampf gibt? Lesen Sie einmal den Abschnitt in Epheser 6 über die Waffenrüstung Gottes. Wir werden nicht dazu aufgefordert, Dämonen auszutreiben oder zu binden. Stattdessen lesen wir mehrfach den Befehl,

Vorwort standhaft zu sein (V. 11.13.14). Geben Sie nicht auf. Geben Sie nicht nach. Es ist so, als würde unser Kommandant Jesus seinen Truppen Anweisungen zurufen: „Haltet Eure Position, Männer! Brecht nicht aus der Reihe! Gebt nicht nach, bleibt standhaft!“

Wie können wir standhaft sein? Tatsächlich ist das sogar ziemlich einfach. Wir leben in der Wahrheit, nicht in der Lüge. Fünf Bestandteile der Waffenrüstung sind der Verteidigung zugedacht: ein Gürtel, ein Brustpanzer, Schuhe, ein Schild und ein Helm. Dann gibt es noch eine Angriffswaffe: das Schwert. Alle sechs Bestandteile der Rüstung sollen dieselben zwei Dinge untermauern: die Wahrheit über Gott und die Wahrheit über uns selbst. So haben weise Christen schon immer den Kampf mit dem Teufel geführt. So müssen wir auch in unserer Zeit kämpfen.

Der Teufel flüstert uns zu: „Wenn Gott wirklich ein Gott der Liebe ist, wie kann er dann jemanden richten? Du hast nichts zu befürchten, wenn du sündigst.“ Aber mit dem Gürtel der Wahrheit hört man Gottes Stimme, und diese sagt: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal 6,7).

Wenn der Teufel uns einreden will, dass wir der Herrlichkeit Gottes nicht gerecht werden, dann stehen wir mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit bereit, denn „den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm“ (2Kor 5,21).

Wenn der Böse in uns Wut oder Bitterkeit über unsere Brüder und Schwestern wecken will, werden wir nicht nachgeben, weil wir beschuht sind mit dem Evangelium des Friedens und weil wir wissen, dass Jesus selbst der Friede ist, der uns vereint und die Feindschaft niedergebrochen hat (Eph 2,14).

Wenn der Teufel uns zur Sünde verführen will, dann erheben wir den Schild des Glaubens und entscheiden uns genau

wie Mose dazu, lieber mit dem Volk Gottes zu leiden, als in den flüchtigen Genuss der Sünde zu kommen (Hebr 11,25).

Wenn Satan versucht, uns einzureden, dass Gott uns nicht retten will oder nicht dazu in der Lage ist, uns zu verändern, dann vertrauen wir darauf, dass der Herr ein starker Turm ist, zu dem der Gerechte läuft, weil er dort in Sicherheit ist (Spr 18,10).

Und wenn der Teufel uns einredet, dass wir ein hoffnungsloser Fall sind, weil es keine Hoffnung auf Heiligung gibt und dass Ausharren deshalb zwecklos ist, dann schlagen wir mit dem Schwert des Geistes zurück: „Nein, Satan, es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus sind (Röm 8,1). Ich bin der Sünde gestorben, aber mein Geist lebt der Gerechtigkeit wegen (8,10). Ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll (8,18). Wir hoffen auf das, was wir nicht sehen, und warten mit Ausharren (8,25). Der Geist hilft uns in Schwachheit und tritt für uns mit einem Seufzen ein, das man nicht in Worte fassen kann (8,26). Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken (8,28). Gott ist für uns, wer könnte noch gegen uns sein (8,31)? Durch den, der uns liebt, sind wir mehr als Überwinder (8,37). Weder

Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf wird uns scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (8,38-39).

Fünf Lügen unserer Zeit hat sehr viel mit der Waffenrüstung Gottes zu tun, denn in diesem Buch geht es um die Wahrheit. Wahrheit, von der Sie vielleicht noch nie gehört haben. Wahrheit, die in Vergessenheit geraten ist. Wahrheit, der Sie sich vielleicht bereits bewusst sind, sich aber noch nicht getraut haben, sie wirklich anzunehmen. Hören Sie nicht auf die alte Schlange – darum geht es in diesem Buch. Sie wurde bereits

besiegt. Folgen Sie dem nach, der die Wahrheit in Person ist (Joh 14,6). Hören Sie ihm zu. Lieben Sie ihn. Lernen Sie von ihm. Und fallen Sie nicht auf die Lügen unserer Zeit herein. Bleiben Sie standhaft.

Kevin DeYoung Pastor der Christ Covenant Church, Matthews, North Carolina

EINFÜHRUNG

Dieses Buch richtet sich an Christen, insbesondere an Christinnen, die sich nicht für die Bibel oder ihre Lehren schämen – und für solche, die es doch tun und sich verändern möchten. Ich habe die Hoffnung, dass dieses Buch junge, verheiratete Frauen dazu ermutigt, in heiligem Glauben voranzuschreiten. Hoffentlich ermutigt es die jungen unverheirateten Frauen, danach zu streben, treue christliche Ehefrauen zu werden – Helferinnen, weise Ratgeber und hingebungsvolle Hausfrauen für einen gottesfürchtigen Mann, um Kinder im Licht der Herrlichkeit Gottes zu erziehen. Meine Hoffnung für die älteren Frauen, ganz gleich ob verheiratet oder Single, ist es, dass sie ihrer Rolle als geistliche Vorbilder für die jüngeren Frauen in ihrem Umfeld nachgehen.

Wenn deine Priorität ist, deiner christlichen Familie zu dienen, dann ist dies keinesfalls nur eine Notlösung. Tatsächlich ist dies sogar Teil der großartigen Verheißung in Offenbarung 11,15: „Das Reich der Welt ist unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Dieses Buch ist für alle, die wissen, dass die Ehe zwischen Mann und Frau heilig ist und nicht verändert werden kann, um sich kulturellen Launen anzupassen. Wir haben diesen heiligen Bund nicht erfunden und wir können ihn auch nicht umgestalten. Dieses Buch ist für Christen, deren Lieben in gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder Transgender-Verwirrung verstrickt sind und die ihnen nur helfen können, wenn sie den Kontakt halten, ohne selbst in das Netz der Indoktrination zu geraten. Nur weil wir einem Gott dienen, den man wirklich

Einführung

kennenlernen kann, kann es von göttlichem Nutzen sein, mit verlorenen geliebten Menschen in Verbindung zu bleiben. Wir helfen weder Gott noch unseren Lieben, wenn wir den Lügen Glauben schenken, die unsere Kultur uns über die Bedeutung von Mann und Frau einreden will.

Dieses Buch ist für Christen, denen die biblische Lehre über die Rolle und Berufung von Frauen nicht peinlich ist. Eine unumstößliche biblische Logik verbindet den Plan Gottes für Männer und Frauen mit Gottes Maßstäben für sexuelles Verhalten und den Lehren der Bibel über Geschlechterrollen in Familie, Kirche und Welt. Gott hat Männer und Frauen für unterschiedliche und sich ergänzende Aufgaben in der Ehe geschaffen: Der Mann führt, beschützt und versorgt, während die Frau sich unterordnet, für die Kinder sorgt und sich um das Haus kümmert.

Weil Satan möchte, dass du meinen letzten Satz für verschwörerische Hassrede hältst, müssen starke christliche Frauen wissen, was die Bibel zu diesem Thema sagt – und nicht irgendeine berühmte, fast-christliche Bloggerin auf Twitter. Der erste Schritt könnte darin bestehen, die Bibel zu kennen und Twitter zu ignorieren. Natürlich ist es nicht unsere einzige Aufgabe, Gefährtin, Beraterin und Hausfrau zu sein – allerlei andere Aufgaben füllen unseren Alltag. Auch in öffentlichen Positionen sollen wir uns wie gottgefällige Frauen verhalten (wie die berühmte Frau aus Sprüche 31). Aber einige von uns glauben, genau wie ich, dass Gottes Plan für uns Frauen unsere Rollen und Prioritäten bestimmen sollte. Die christliche Familie ist wichtig und sie zu vernachlässigen ist verheerend.

Der Segen des Ehebundes, den Gott verheirateten Frauen mit Kindern zukommen lässt, erweitert sich auch auf unverheiratete oder kinderlose Frauen in der Gemeinde, die diese hohe Berufung unterstützen. Wir sind der Leib Christi und Gott wird uns durch den Bund der Gnade segnen, wenn unsere Prioritäten richtig gesetzt sind. Niemand wird hier

Einführung

übergangen, ausgegrenzt oder als Mensch zweiter Klasse betrachtet. Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Christin heiraten wird, sondern dass jede Frau, die an den biblischen Wert der Ehe und der Kindererziehung glaubt, gesegnet wird.

Dieses Buch zielt darauf ab, Frauen mit Mut und Trost aus Gottes Wort auszustatten, damit sie ohne Unterlass für die beten, die wir an den herrschenden Götzen unserer Zeit verloren haben, der mit den Buchstaben LGBTQ+ bezeichnet wird. Ich bete dafür, dass du weiter fest mit deinen Lieben verbunden bleibst, ohne der Indoktrination zum Opfer zu fallen, die sie verhext hat. Verhext scheint an dieser Stelle ein sehr starkes Wort zu sein, aber der Apostel Paulus schreibt selbst: „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind“ (1Tim 4,1-2). Neuerungen am Evangelium lassen sich wohl eher als Irrlehren bezeichnen. Nichts Gutes ist jemals daraus entstanden.

Mein Gebet ist, dass unsere Generation bekannt wird für treues Gebet, innige Anbetung, gewissenhafte Gemeindemitgliedschaft und aufopfernde Gastfreundschaft, gesegnet und gestärkt durch den Heiligen Geist. Möge dein Glaube nicht aufhören und mögest du sehen, wie ein geliebter Mensch zur Wahrheit und zu Christus zurückfindet.

EINLEITUNG

Jetzt leben wir alle in Babel

Das Gras ist verdorrt, die Blume ist verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.

Jesaja 40,8

Du trittst vor die Tür und machst dich auf den Weg zum nächsten Supermarkt, deine Lieblingsthermotasse in der Hand, die beiden jüngsten Kinder im Schlepptau.1 „Fanatiker!“ „Fundamentalist!“ Mit diesen Worten wirst du auf dem Bürgersteig begrüßt. Du schaust dich um, versuchst herauszufinden, wer hier wem diese Anschuldigungen an den Kopf wirft. Entgeistert musst du feststellen, dass der Schreihals ein Bruder im Herrn war. Und dass seine Worte an dich gerichtet waren. Brüder und Schwestern geraten verwirrt, verletzt und wütend aneinander – sogar hier mitten auf der Straße! Menschen zeigen mit dem Finger auf andere, werfen sich feindselig Anschuldigungen an den Kopf. Und das passiert nicht nur unter Fremden – es sind auch vermeintlich Gleichgesinnte dabei! Überall um dich tummeln sich Menschen, die sich in ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit und herablassender Verachtung suhlen.

Scheinbar über Nacht ist unter Christen ein Bürgerkrieg ausgebrochen.

Als du am Geschäft ankommst, bist du bereits emotional erschöpft. Du hievst deine Kleinen in den Sitz des Einkaufswagens, gibst beiden ein paar Süßigkeiten, um in Ruhe deine Mitgliedskarte herauszusuchen und sie der Mitarbeiterin am Eingang zu zeigen. „Danke, Miss“, sagst du, während du

Einleitung

den riesigen Supermarkt durch die Elektronikabteilung betrittst. Riesige Fernsehbildschirme hängen an den Wänden, deine Augen gewöhnen sich noch an das künstliche Licht. Auf einem Bildschirm ist ein Reporter zu sehen, der einer Mutter ein Mikrofon vors Gesicht hält und ihr eine freche Frage stellt, die du kaum verstehst. Zwar spricht er deine Sprache, aber er benutzt Worte wie Intersektionalität und schwules Christentum und verwirrende Pronomen.

Plötzlich merkst du, dass die Mitarbeiterin vom Eingang versucht, deine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Du wirfst einen prüfenden Blick in dein Portemonnaie, vielleicht hast du ja deine Mitgliedskarte liegen lassen und sie bringt sie dir zurück. Doch das ist nicht der Grund, warum sie auf dich zurennt. Wütend erhebt sie ihre Faust. „Meine Pronomen sind er und ihm!“, schreit das Mädchen über den Lärm der Fernseher hinweg.

„Ihre Heteronormativität beleidigt mich!“ Ihr Gesicht ist wutverzerrt.

Was ist Heteronormativität?, fragst du dich.2

Als hätte sie deine Gedanken gelesen, sagt die Reporterin auf dem Bildschirm in diesem Moment: „Wir führen einen Krieg gegen die Heteronormativität, den schrecklichen Glauben, dass lediglich Heterosexualität normal ist.“

Du lächelst deinen Töchtern zu und versuchst ihre Aufmerksamkeit von dem plärrenden Fernseher abzulenken.

Das Wort Heteronormativität geht dir nicht aus dem Kopf, als du die dunkelbraunen Augen deiner Tochter bewunderst, die sie von deinem Mann geerbt hat. Während du darüber nachdenkst, ob dir eine zweite Tasse Kaffee dabei helfen würde, durch den Tag zu kommen, versuchst du zu verstehen, was unnormal an einem Mann und einer Frau ist, die durch Gottes Gnade Kinder geschenkt bekommen.

Was für eine Kultur will gegen solche Grundsätze in den Krieg ziehen?

Du siehst zu, dass du schnell an dem Bildschirm mit der Nachrichtensendung vorbeikommst, da deine Dreijährige auf einem anderen Monitor die Kinderserie Blue’s Clues entdeckt hat und nun aus dem Einkaufswagen will, um mitsingen und mittanzen zu können. Doch irgendetwas kommt dir komisch vor und als du näherkommst, fällt es dir auf: Der Titel der Folge ist „Blue’s Clues Pride Parade Sing-Along Featuring Nina West“.3 Du hattest ja keine Ahnung, dass der flauschige blaue Hund, den Vorschulkinder in ganz Amerika abgöttisch lieben, mit Drag Queens befreundet ist. Dein Kleinkind schaut wie gebannt zu. Du eilst an einer weiteren Drag Queen Show vorbei, die in voller Lautstärke abgespielt wird, doch plötzlich stehst du einem Bildschirm gegenüber, auf dem der San Francisco Gay Men’s Chorus das Lied „A Message from the Gay Community“ aufführt. Der Refrain enthält eindringliche Aussagen wie „Wir holen uns eure Kinder“ oder „Wir werden eure Kinder bekehren“.4 Dieses Lied macht dich sprachlos. Der Haupttenor mit seinen auffälligen Augenbrauen und dem unheimlichen Grinsen signalisiert nur allzu deutlich, dass er wirklich hinter deinen Kindern her ist. Als sich die Stimmen der anderen Sänger zu einem Crescendo vereinen, wird dir klar, dass du nun selbst wie gebannt zusiehst.5 Dir war nicht bewusst, dass schwule Männer heutzutage so offen Witze über Pädophilie machen.6 Damals, vor etwa fünf Jahren, hätte es so etwas noch nicht gegeben.

Du lässt die Elektronikabteilung hinter dir und gehst zu den Lebensmitteln. Noch nie warst du so froh, Frühstücksflocken mit Marshmallows zu sehen. Du gibst dem Betteln deiner Kinder nach und packst zwei große Kartons in den Wagen. Jetzt brauchst du nur noch Kaffee und Bananen, dann kannst du deine Post abholen und mit deinen Kindern wieder zurück nach Hause gehen. Nostalgie nagt an deinem Herzen. Du denkst über das vergangene Jahrzehnt und seine turbulente Metamorphose nach.

Einleitung

Das hier ist das wahre Leben, obwohl es sich eher wie ein Kapitel aus einem dystopischen Roman anhört. Traurig denkst du an die entthronten christlichen Berühmtheiten und die übergemeindlichen Dienste, die sich einst mit diesen Namen schmückten. Ihre abscheulichen Skandale wirken wie ein erschütternder Verrat. Und du bedauerst es, dass du – zusammen mit allen um dich herum – einfache Menschen zu Helden gemacht hast und dann zusehen musstest, wie sie sich in Ketzer verwandelten. Etwas Finsteres ist geschehen, als wir anfingen, sie wie Rockstars zu behandeln und uns wie Groupies zu verhalten. Jetzt, wo die Katze aus dem Sack ist, gibt es kein Zurück mehr. Alles verändert sich, sogar innerhalb deiner Familie, und es fühlt sich so an, als würde ein geistlicher Krieg um dich herum toben.

Willkommen in der neuen Welt, die sich so anfühlt, als würden wir im Erdgeschoss des Turms von Babel leben.

Der Turm von Babel

Was hat der Turm von Babel mit unserem Zeitalter zu tun? Über diesen Turm können wir in 1. Mose 11 lesen:

Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache und ein und dieselben Wörter. Und es geschah, als sie von Osten aufbrachen, da fanden sie eine Ebene im Land Schinar und ließen sich dort nieder. Und sie sagten einer zum anderen: Auf, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalt diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Auf, wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Fläche der Erde zerstreuen! Und der HERR fuhr herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben

Einleitung sie alle, und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie zu tun ersinnen. Auf, lasst uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht mehr verstehen! Und der HERR zerstreute sie von dort über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel; denn dort verwirrte der HERR die Sprache der ganzen Erde, und von dort zerstreute sie der HERR über die ganze Erde (1Mo 11,1-9).

Der Turmbau zu Babel ist eine actiongeladene biblische Geschichte, die zeigt, wie Gottes Macht die finsteren Pläne böser Menschen vereitelt. Hier wird die Vergeblichkeit des Versuchs sichtbar, Gottes Willen und seine Herrlichkeit an sich reißen zu wollen. Die Menschen wollten eine Stadt mit einem großen Turm bauen; stattdessen wurden sie von Gott zerstreut und mussten fliehen. Sie waren überzeugt, dass ihr Turm den Himmel erreichen würde; tatsächlich jedoch war er so unbedeutend, dass Gott sich tief hinabbeugen musste, um ihn überhaupt zu finden. Neidisch auf Gottes Herrlichkeit wollte das Volk sich einen großen Namen machen und seinen Ruhm stehlen. Stattdessen sind sie für immer für etwas bekannt, das Gott im Namen Babel beschrieb, den er der Stadt gab – Verwirrung.

In ihrem Stolz versuchten die Menschen, den Himmel durch den Bau eines Turmes zu erreichen. Sie versuchten, aus eigener Kraft zu Gott zu kommen. Gott wollte davon nichts wissen und zerstörte ihren Traum – er brach zusammen wie der Jenga-Turm eines Kleinkindes.

Vom Standpunkt einer biblischen Gemeinde aus gesehen war Gottes Verwirrung der Sprachen und das Vernichten seiner Feinde eine gute Sache. Gott zerstörte den Traum und verwirrte die Sprachen, um sein Volk vor falschen Anführern und Lehrern zu schützen. Danach war es für die Gegner Gottes deutlich schwerer, Gleichgesinnte zu finden. Wenn fehlerhafte

Einleitung

Kommunikation das Böse vereitelt, ist das ein Segen für das Volk Gottes. Aber was geschieht, wenn Chaos und Verwirrung auch innerhalb des Christentums dominieren? „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung“, heißt es in 1. Korinther 14,33. Wenn meine Feinde auch die Feinde Christi sind und Christus nicht gespalten ist, wie kann es dann sein, dass nun Brüder und Schwestern verfeindet sind?

Dieses Buch bietet eine einfache Antwort auf diese Frage: Die Welt liegt im Chaos und die Kirche ist gespalten, weil wir Gott nicht gehorsam sind und keinen Wert auf seinen Plan für Männer und Frauen legen. Wir haben törichterweise geglaubt, wir könnten das Evangelium von der Schöpfungsordnung lösen – könnten das Neue Testament ohne das Alte haben. Wir waren so dumm zu glauben, dass persönliche Hingabe und Liebe zu Jesus nicht die Grundlage der Bibel als Gottes unfehlbares und hinreichendes Wort braucht. Wir waren so töricht zu glauben, dass wir unsere Berufungen als Männer und Frauen neu erfinden, Gottes Plan und Absicht für die Geschlechter ignorieren und trotzdem noch seinen Segen ernten könnten.

Gottes Plan für Männer und Frauen, die Schöpfungsordnung, finden wir erstmals in 1. Mose 1. Und dies ist zentral – keinesfalls nebensächlich – für das Evangelium Jesu Christi.

Die Erschaffung von Mann und Frau

Die Erschaffung von Mann und Frau, bei der die „Schöpfungsordnung“ festgelegt wurde, ist zentral und nicht nebensächlich für das Evangelium. Wie wir in 1. Mose 1,27-28 lesen, ist die Schöpfungsordnung der erste Bund Gottes mit dem Menschen:

Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über

die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!

Die Schöpfungsordnung basiert also auf vier Elementen:

∙ Sie ist eine Ordnung (ein Gesetz oder eine verbindliche Anordnung).

∙ Sie ist beziehungsorientiert und erhaben: Der Mensch ist in Gottes Ebenbild geschaffen und Mann und Frau wurden füreinander gemacht. Der Mann ist Gottes Bild und Abglanz, „die Frau aber ist des Mannes Abglanz“ (1Kor 11,7).

„Dennoch ist im Herrn weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott“ (1Kor 11,11-12).

∙ Sie begründet die Binarität der Geschlechter. Binarität ist eine Einheit aus zwei Teilen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Dass die Geschlechter binär sind, heißt, dass die Menschheit eine Einheit ist, die aus zwei Teilen besteht: männlich und weiblich. Als Männer und Frauen sind wir nach Gottes Plan geschaffen und werden es auch bis in Ewigkeit entweder im Himmel oder in der Hölle sein, im neuen Himmel und auf der neuen Erde.7 Adams Sünde beeinträchtigt und verzerrt die Schöpfungsordnung, aber sie verändert nicht, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

∙ Sie offenbart die Rollen und Aufgaben, die Adam und Eva vor dem Sündenfall zugeteilt wurden: Ehe (zwischen einem Mann und einer Frau, gesegnet mit Kindern) und Arbeit (die Erde zu verwalten und über die Geschöpfe zu herrschen).

Die Schöpfungsordnung beschreibt nicht nur, wie Männer und Frauen einzigartig und nach Gottes Plan geschaffen wurden, sondern sie definiert auch, was das Menschsein bedeutet. Wenn wir die Weisheit der Schöpfungsordnung aufgeben,

Einleitung

geben wir auch den Maßstab von Gottes Absicht für Männer und Frauen auf und damit den Plan für Männlichkeit und Weiblichkeit und die Ordnung, die Gott für Familien und Zivilisationen geschaffen hat.

Die Schöpfungsordnung ist außerdem ein Bund, eine formelle Vereinbarung zwischen zwei Parteien mit hoheitlichen Zeichen und Siegeln, der mit Segen oder Fluch belegt ist. Wir wurden für diesen Bund geschaffen, dieser Bund ist kein Zusatz, der irgendwann später hinzugefügt wurde, nachdem wir bereits Jahrmillionen über die Erde spaziert sein und dabei Hirne und Beine entwickelt haben sollen.

Geschaffen in Gottes Ebenbild

Die Schöpfungsordnung besagt, dass der Mensch als Gottes Ebenbild geschaffen ist – d. h. wir Menschen sind nicht genau wie Gott, sondern ein Abbild von ihm, ihm ähnlich.8 Gottes Ebenbild zeigt sich nicht im Fleisch des menschlichen Körpers, denn Gott ist „ein höchst reiner Geist, unsichtbar, ohne Körper, Teile, Leidenschaften“.9 So faszinierend die Sixtinische Kapelle auch ist, Gottes Ebenbild ist in Michelangelos Deckengemälde nicht zu finden. Das ist nur schlichtes Heidentum, so schön und faszinierend es auch sein mag.

Wenn sich Gottes Liebe zu den Menschen in der Schöpfung von Mann und Frau offenbart, wo finden wir dann sein Ebenbild im Menschen? Was genau bedeutet es, als sein Ebenbild geschaffen zu sein? Dein Ebenbild ist das, was du siehst, wenn du in den Spiegel schaust. In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist Gott das Objekt und wir sind sein Spiegelbild. Um Gottes Bild genau wiederzugeben, müssen wir ihn also durch den Spiegel des Wortes Gottes betrachten, das durch den Heiligen Geist erleuchtet wird.

Nochmal: Wir sind als Gottes Ebenbild geschaffen, nicht genau wie Gott. Wir spiegeln das Bild Gottes nicht wider,

indem wir seinen Plan für uns mithilfe von unseren eigenen Gefühlen oder Ideen selbst erdenken, sondern indem wir Gott durch sein Wort betrachten und so in der Erkenntnis, Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes wachsen (Eph 4,24; Kol 3,10).

Unsere Authentizität kommt von Gott, nicht von unseren Gefühlen. Joel Beeke schreibt dazu: „Als der Mensch in Sünde fiel, wurde die Erkenntnis zur Unwissenheit, die Gerechtigkeit zur Ungerechtigkeit, und die Heiligkeit zu Gottlosigkeit.“10 Da Gott heilig ist, spiegeln jetzt Unwissenheit, Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit unsere sündige Natur in Adam wider. Die frohe Botschaft des Evangeliums ist, dass Gottes Bild im Menschen in Erkenntnis, Rechtschaffenheit und Heiligkeit wiederhergestellt wird, wenn wir unser Vertrauen auf Christus setzen und in seiner Liebe und nach seinen Geboten wandeln. Dieser Wiederherstellungsprozess geht von Gottes mächtigem Wort aus, das in ein gläubiges Herz eingeprägt wird. Beeke beschreibt die Reihenfolge, in welcher Gott sein Ebenbild im Menschen erneuert: „Zuerst müssen wir die Wahrheit erkennen, die uns durch die Predigt des Wortes vermittelt wird (Jak 1,21).“ Dann müssen wir den Willen Gottes tun (Ps 15,2; 1Jo 5,3). Und schließlich „weihen wir uns Gott mit Leib und Seele, um ihm zu dienen in liebender Ehrfurcht und Gottesfurcht.“11

Männlich und weiblich

Wir sind nach dem Bild Gottes als Männer oder Frauen geschaffen und wir sind dazu berufen, dieses Bild in Erkenntnis, Gerechtigkeit und Heiligkeit als Männer und als Frauen widerzuspiegeln. Einige Aspekte eines Lebens nach dem Evangelium sind sowohl für Männer als auch für Frauen gültig. Z. B. sind wir alle dazu aufgerufen, unsere Sünden zu bekennen, unsere Hoffnung auf Christus zu setzen und ihm gehorsam zu leben. Aber weil wir unterschiedlich geschaffen wurden,

Einleitung

unterscheiden sich auch einige Aspekte dessen, was Gehorsam bedeutet. Frauen sind dazu berufen, sich ihren Männern unterzuordnen (1Petr 3,1). Nur qualifizierte Männer können Pastoren oder Älteste in der Gemeinde werden (1Tim 3,1-7; Tit 1,5-9).

Brüder und Schwestern in Christus sollen einander ihre Liebe nicht auf eine Weise zeigen, die sie in Versuchung führt, was bedeutet, dass sich die Frauen sittsam verhalten und die Brüder den Ruf ihrer Schwestern schützen sollen (Röm 12,2; 1Kor 6,19-20; 1Tim 2,9). Wenn wir die Schöpfungsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufheben und törichterweise glauben, dass es keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, sind wir Gott ungehorsam. Die Spaltung unserer Zeit spiegelt wider, dass Gott den Turm der geschlechtlichen und sexuellen Verwirrung, den wir errichtet haben, in seine Schranken weist.

Leben wir nun alle in Babel?

Wir leben nun in Babel, da die Menschen die Wahrheit gegen Lügen eingetauscht haben und diese Lügen sogar den Weg in die Gesetze unseres Landes gefunden haben. Es ist eine Tragödie, wenn wir diese Lügen annehmen, weil wir uns nicht an die Wahrheit halten. Paulus beschreibt diesen Austausch von Wahrheit und Lügen in Römer 1,21-26.

Zuerst wurde der Schöpfer gegen das Geschöpf ausgetauscht bzw. die Gottesanbetung gegen den Götzendienst:

Weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen auf Nichtiges verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt [NeÜ: vertauscht, ZB: tauschten] in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen

Einleitung und von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren. (Röm 1,21-23)

Als nächstes wurde die Wahrheit durch Lügen ersetzt:

Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen in die Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden, sie, welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt [NeÜ: vertauscht, ZB: tauschten] und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen. (Röm 1,24-25).

Drittens wurde „natürlicher Geschlechtsverkehr“ (NeÜ, d. h. Heterosexualität) gegen die „unwürdigen Leidenschaften“ (ZB, d. h. Homosexualität) ausgetauscht:

Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt [NeÜ & ZB: vertauscht], und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Begierde zueinander entbrannt, indem die Männer mit Männern Schande trieben, und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst. Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott anzuerkennen, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht gebührt. (Röm 1,25-28)

Diese Austauschvorgänge haben eine tragische Reihenfolge: (1) Der Austausch des dreieinen Gottes gegen selbst geschaffene Götter; (2) der Tausch der Wahrheit gegen die Lüge; (3) der Tausch des Natürlichen (Heterosexualität) gegen das Unnatürliche (Homosexualität). Eine Welt, in der Homosexualität und die Verwirrung der Geschlechter immer weiter zunimmt, hat Gott ihrer Sünde dahingegeben (Röm 1,24) und

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