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Anke Hillebrenner | Birgit Bauer (Illustr.)

Eine pfiffige Geschichte für Erstleser und die lebendige

Schultüte

Anke Hillebrenner | Birgit Bauer (Illustr.)

Till Taubenschlag und die lebendige Schultüte

Bestell-Nr. 271907

ISBN 978-3-86353-907-8

2. Auflage 2023

© 2014 Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Umschlaggestaltung und Satz: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Buchstaben auf dem Cover: Bukhavets Mikhail/Shutterstock.com

Printed in Germany

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gerne kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

Eine pfiffige Geschichte für Erstleser und die lebendige Schultüte

Endlich ein Schulkind!

Die Sonne war schon aufgegangen und schien ins Zimmer hinein. Till Taubenschlag blinzelte. Er gähnte und wollte sich schon wieder im Bett umdrehen. Doch da fiel ihm plötzlich etwas ein. Ja, wie konnte er das nur vergessen! Heute war doch ein ganz besonderer Tag. Nämlich sein allererster Schultag.

Jetzt war Till hellwach. Schnell sprang er aus dem Bett. Er lief die Treppe hinunter in die Küche. Dort hatte Mama schon das Frühstück fertig.

Mama lächelte und nahm Till in den Arm.

„Guten Morgen, mein Großer!“, rief sie fröhlich und gab ihm einen Kuss. „Heute ist es endlich so weit!“

Till nickte stolz. Es stimmte. Auf diesen Tag hatte er sich schon lange, lange gefreut. Endlich musste er nicht mehr in den Kindergarten gehen. Ab heute war er ein richtiges Schulkind. So wie Lea und Simon von nebenan, und die waren

schon echt groß. „Bekomme ich jetzt meine Schultüte, Mama?“, fragte Till.

„Klar“, sagte Mama und strich ihm übers Haar. „Die musst du ja heute mitnehmen. Sonst bist du gar kein echtes Schulkind!“ Sie lachte und ging aus der Küche.

Till hörte, wie es im Wohnzimmer raschelte.

Dann kam Mama mit einer riesigen Schultüte durch die Tür. „Die habe ich für dich gebastelt“, sagte sie. „Gefällt sie dir?“

„Und wie!“, rief Till und umarmte seine Mama und die Schultüte. Die war wirklich toll! So, wie Till sie sich gewünscht hatte. Ganz bunt und mit einem Piraten drauf. Und das Beste war: Der Pirat hatte einen Papagei auf der Schulter.

„Das ist bestimmt die schönste Schultüte von allen!“

Mama mahnte: „Aber auspacken darfst du sie erst, wenn du wieder zu Hause bist. Erst heute Mittag.“

Till war etwas enttäuscht, aber er sagte nichts. Dafür freute er sich zu doll auf die Schule.

In der Küche roch es nach frischen Mohnbrötchen. Mhmm, Mohnbrötchen mit Honig – das aß Till morgens am liebsten.

Mama und Till setzten sich an den Tisch. Papas Platz war leer.

„Musste Papa ins Büro?“, fragte Till etwas traurig.

Mama nickte. Sie griff nach Tills Hand. „Aber auf dem Weg zur Schule holen wir ihn ab.

Schließlich will er ja deinen wichtigen Tag nicht verpassen!“ Sie lächelte und strubbelte Till durch das Haar. „So, mein Großer. Jetzt wollen wir unserem Vater im Himmel noch für das Essen danken.“

Mama betete und sprach mit Gott über den Tag. Über diesen Tag, der so aufregend für Till war. Till war froh. Vom Reden mit Gott wurde sein Herz meistens ein bisschen leichter.

Till hat eine Idee

Das Frühstück war zu Ende.

Till lief in sein Zimmer, um sich anzuziehen. Die Schultüte legte er vorsichtig auf den Schreibtisch. Dann nahm er seinen Lieblingspullover mit dem Ritter drauf und die knallgrüne Jeans aus dem Schrank.

Aus der Ecke beim Fenster kam ein lautes Fiepen.

Till musste grinsen. Dort in der Zimmerecke wohnten Pizza und Pepper. Pizza und Pepper waren zwei Zwerghamster. Till hatte sie vor ein paar Wochen zu seinem sechsten Geburtstag bekommen.

Pizza war sandgelb und hatte braune, runde Flecken im Fell. Als Till ihn das erste Mal sah, musste er an Pizza mit Salami denken. Pepper war überall gesprenkelt und besonders flauschig. Sein Fell sah aus, als hätte jemand einen Pfefferstreuer darüber ausgekippt.

Und dass Pfeffer auf Englisch „pepper“ heißt, wusste Till aus dem Kindergarten. Dort hatte er

zusammen mit den anderen Vorschulkindern einmal in der Woche Englisch gehabt. Bei der netten Frau Frank, die immer Kaugummi kaute, damit das Englisch auch richtig schön englisch klang.

Till hatte Pizza und Pepper sehr lieb. Er fütterte sie morgens und abends und machte jeden Tag den Käfig sauber. Mama und Papa hatten gesagt, dass er die Hamster wieder abgeben müsste, wenn er sich nicht gut genug um sie kümmern würde. Also gab Till sich große Mühe, damit er sie behalten durfte. Denn Pizza und Pepper waren so was Ähnliches wie vierbeinige Geschwister.

Echte Geschwister auf zwei Beinen hatte

Till leider nicht. Das war schade. Wenn Till mit jemandem spielen wollte, musste er sich immer verabreden.

In seiner Gruppe im Kindergarten waren Lasse und Leo gewesen. Die waren seine Freunde. Aber sie gingen jetzt in eine andere Schule. In Tills Schule war kein Kind, das er kannte.

Als Till so richtig darüber nachdachte, bekam er Angst. „Was ist, wenn ich keinen Freund in meiner Klasse finde?“, dachte er. Er fühlte sich einsam.

Wieder kam ein Fiepen aus der Ecke. Till ging zum Käfig. Pizza steckte sein Schnäuzchen durch die Gitterstäbe und schnupperte.

Vorsichtig nahm Till den kleinen Hamster heraus. Er drückte ihn an sich und kraulte sein weiches Fell. „Wenn ich dich doch mit in die Schule nehmen könnte“, sagte er zu Pizza.

Pizzas schwarze Augen glänzten. Till wusste zwar, dass er nie allein war. Er wusste, dass Gott immer bei ihm war und auf ihn aufpasste. Aber Till fand es schade, dass er Gott nicht sehen konnte. Doch Pizza konnte er sehen – und anfassen. Deshalb rief er nun:

„Klar! Das ist die Idee!“ Zu seinem Hamster sagte er: „Ich nehme dich einfach mit!“ Er lief zum Schreibtisch und wedelte mit der Schultüte. „Schau mal, Pizza. Hier habe ich ein schönes Schlafplätzchen für dich. Du kriechst einfach in die Schultüte unter die Süßigkeiten.

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